Ghafir – Der Vergebende (Wenn es zu spät ist zu glauben) 78–85
Ghafir The Forgiver ( When It Is Too Late To Believe ) 78-85
Wir haben bereits vor dir Gesandte geschickt; von manchen von ihnen haben Wir dir berichtet, von anderen haben Wir dir nicht berichtet. Kein Gesandter konnte ein Zeichen bringen, außer mit der Erlaubnis Gottes. Wenn der Befehl Gottes kommt, wird in Gerechtigkeit zwischen ihnen entschieden, und dann werden all jene verloren sein, die dem Falschen gefolgt sind. (78)
We sent other messengers before your time; some We have given you an account of, while others We have not. No messenger could bring a sign except by Gods leave. When God’s will becomes manifest, judgement will be passed between them in all justice, and lost will be, then and there, all who have followed falsehood. (78)
Gott ist es, der euch das Vieh geschaffen hat, damit ihr einige davon zum Reiten habt und einige davon esst. (79)
It is God who provides livestock for you, some for riding and some for your food. (79)
Sie haben darin noch weitere Vorteile. Auf ihnen können Sie jedes beliebige Ziel erreichen. Auf ihnen, wie auf Schiffen, werden Sie getragen. (80)
You have other benefits in them too. You can reach on them any destination you wish. On them, as on ships, you are carried. (80)
Und Er zeigt euch Seine Zeichen:
And He shows you His signs:
Welche Zeichen Gottes kannst du noch leugnen?(81)
which of God’s signs can you still deny?(81)
Sind sie denn nicht im Land umhergezogen und haben gesehen, wie das Ende derer war, die vor ihnen lebten? Sie waren zahlreicher als diese und größer an Macht und an den Spuren, die sie auf der Erde hinterließen. Doch was sie erwarben, nützte ihnen nichts. (82)
Have they not travelled through the land and seen what was the end of those who lived before them? They were more numerous than them, and greater in power and in the impact they left on earth. Yet what they achieved was of no avail to them. (82)
Als ihre Gesandten mit den klaren Beweisen zu ihnen kamen, freuten sie sich über das Wissen, das sie besaßen; doch sie wurden von dem umfangen, worüber sie gespottet hatten. (83)
When Gods messengers came to them with all evidence of the truth, they revelled in what knowledge they had; and so they were overwhelmed by the very thing which they mocked. (83)
Und als sie Unsere Macht sahen, sprachen sie: „Wir glauben an Gott allein, und wir verleugnen jene, die wir Ihm als Teilhaber beigesellten.“ (84)
And then when they saw Our might, they said: ‘We believe in God alone, and we renounce those we used to associate as partners with Him.’ (84)
Doch ihnen Glauben zu schenken, nachdem sie Unsere Macht gesehen hatten, würde ihnen überhaupt nichts nützen. Dies war stets Gottes Verfahren mit Seinen Geschöpfen. Dann und dort werden die Ungläubigen verloren sein. (85)
But accepting the faith after they had seen Our might was not going to benefit them at all. This has always been God’s way of dealing with His creatures. There and then the unbelievers will be lost. (85)
Überblick
Overview
Dieser letzte Teil der Sure erläutert die Bemerkungen, die am Ende des vorherigen Teils gemacht wurden. Er fordert den Propheten und die Gläubigen erneut auf, in Widrigkeiten geduldig zu bleiben, bis Gott herbeiführt, was Er den Gläubigen versprochen hat, und was Er den Ungläubigen angedroht hat. Dies kann zu Lebzeiten des Propheten geschehen oder sich bis zu einer späteren Zeit verzögern. Hier geht es um den Glauben, um die Gläubigen und um jene, die seine Wahrheit leugnen und darüber streiten. Der Schiedsrichter in all dem ist Gott. Er ist es, der den Verlauf Seiner Botschaft bestimmt, wie es Ihm gefällt.
This final part of the surah elaborates on the comments given at the end of the previous part. It again directs the Prophet and the believers to remain patient in adversity, until God wills to bring about what He has promised the believers and what He has warned the unbelievers against. This may take place during the Prophets lifetime or may be delayed until a later time. The question here is that of faith, the believers and the rejecters who dispute its truth. The arbiter in all this is God. It is He who determines the course of His message as He pleases.
In diesem Teil erläutert die Sure einige weitere Aspekte dieses Punktes.
In this part the surah outlines some additional aspects of this point.
Die göttliche Botschaft hat eine lange Geschichte. Sie begann nicht mit dem Propheten Muhammad ﷺ und der islamischen Botschaft, die im Qur’an verkörpert ist. Vor ihm gab es viele Gesandte, von denen Gott einige dem Propheten ﷺ erwähnte und andere nicht. Sie alle sahen sich Ablehnung und Überheblichkeit gegenüber. Von ihnen allen wurde verlangt, Wunder zu zeigen. Jeder von ihnen wünschte sich innig, dass Gott ihm ein Wunder gewähren würde, das die Ablehnenden zwingen würde, sich der Wahrheit zu unterwerfen. Das Zeigen eines solchen Zeichens oder Wunders ist jedoch eine Angelegenheit, die Gott zu seiner Zeit bestimmt.
The Divine message has a long history. It did not start with the Prophet Muhammad and the Islamic message embodied in the Qur’an. Before him there were many messengers, some of whom God mentioned to the Prophet and some He did not. They all faced rejection and arrogance. They were all required to demonstrate miracles. Everyone of them dearly wished that God would give him a miracle which would force the rejecters to submit to the truth. However, showing such a sign or a miracle is a matter that God determines at His own time.
Die Botschaft gehört Ihm, und Er leitet ihre Angelegenheiten.
The message is His and He conducts its affairs.
Dennoch gibt es im Universum zahlreiche Zeichen, die zu allen Zeiten von jedermann gesehen werden können. Von diesen nennt die Sure hier das Vieh und die Schiffe und verweist im Allgemeinen auf andere Zeichen, die niemand leugnen kann.
Vorherige Gesandte
Past Messengers
Wir haben vor dir bereits Gesandte geschickt; von manchen von ihnen haben Wir dir berichtet, von anderen haben Wir dir nicht berichtet. Kein Gesandter konnte ein Zeichen bringen, außer mit der Erlaubnis Gottes. Wenn der Befehl Gottes ergeht, wird zwischen ihnen mit Gerechtigkeit geurteilt werden, und verloren sein werden dann und dort alle, die dem Falschen gefolgt sind. (Vers 78)
We sent other messengers before your time; some We have given you an account of while others We have not. No messenger could bring a sign except by God's leave. When God's will becomes manifest, judgement will be passed between them in all justice, and lost will be, then and there, all who have followed falsehood. (Verse 78)
Diese ganze Frage der Botschaft hat viele Vorläufer, von denen einige Gott seinem Gesandten in diesem Buch, dem Qur'an, erzählt.
This whole question of the message has had many precedents, some of which are told by God to His messenger in this book, the Qur’an.
Andere, über die Er ihm nichts mitzuteilen beschloss. Die überlieferten Berichte zeigen deutlich den langen, klar markierten Weg, den die Verkündigung der göttlichen Botschaft gehen soll. Sie skizzieren außerdem die Regeln, die nicht verändert werden können, da Gott sie in Kraft gesetzt hat. Darüber hinaus machen diese Berichte über frühere Gesandte die Natur der Botschaft, die Rolle der Gesandten und die Grenzen deutlich, die sie einzuhalten haben.
Others, He chose not to tell him about. The accounts that have been given clearly show the long, clearly marked way that advocacy of the Divine message should take. They also outline the rules that cannot be altered, since God has set them into operation. Furthermore, these accounts of past messengers make clear the nature of the message, the role of the messengers and the limits they have to observe.
Der vorliegende Vers betont nachdrücklich eine Tatsache, die vollständig verstanden werden muss: „Kein Gesandter konnte ein Zeichen bringen, außer mit Gottes Erlaubnis.“ (Vers 78) Jeder Gläubige, auch wenn er ein Gesandter Gottes ist, würde es gern sehen, dass die göttliche Botschaft siegt. Sie wünschen sich von Herzen, dass jene, die sie hartnäckig ablehnen, bald der Wahrheit erliegen.
The present verse strongly emphasizes a fact that needs to be fully understood: “No messenger could bring a sign except by God's leave.” (Verse 78) Every believer, even though he may be a messenger of God, would love to see the Divine message victorious. They dearly wish that those who stubbornly reject it will soon succumb to its truth.
Deshalb würden sie gern ein Wunder sehen, das die Halsstarrigkeit verhärteter Ungläubiger brechen würde. Gott jedoch will, dass Seine auserwählten Diener angesichts aller Widrigkeiten völlig geduldig bleiben. Daher macht Er ihnen deutlich, dass sie in dieser Angelegenheit nichts zu bestimmen haben; ihre Aufgabe ist erfüllt, wenn sie ihre Botschaft überbracht haben. Wunder geschehen zu der Zeit, die Er wählt. Sie sollen daher beruhigt sein und zufrieden mit dem, was durch sie erreicht wird, und das Endergebnis Gott überlassen, der es so bestimmt, wie es Ihm gefällt.
Zeichen überall
Signs Everywhere
Diejenigen, die Wunder verlangen, werden angehalten, über die Zeichen Gottes nachzudenken, die überall in der Welt um sie herum gegenwärtig sind. Wegen ihrer langen Vertrautheit werden diese oft vergessen. Die Betrachtung derselben genügt jedoch, um ihnen all den Beweis zu geben, den sie verlangen. Sie bezeugen die Tatsache, dass Gott der Schöpfer von allem im Universum ist.
Those who demand miracles are directed to reflect on God’s signs that are present everywhere in the world around them. Because of the long familiarity of these, they are often forgotten. Reflection on them, however, is sufficient to give them all the evidence they want. They testify to the fact that God is the Creator of everything in the universe.
Niemand kann behaupten, dass diese von jemand anderem als Gott erschaffen wurden; ebenso wenig kann behauptet werden, dass sie existierten, ohne von Gott erschaffen worden zu sein, der alles geplant hat.
No one can claim that these have been created by anyone other than God; nor can there be any claim that they existed without being created by God who has planned everything:
Gott ist es, der euch das Vieh gegeben hat, einige davon zum Reiten und einige als Nahrung für euch. Ihr habt darin noch andere Nutzen. Auf ihnen könnt ihr jedes Ziel erreichen, das ihr wünscht. Auf ihnen, wie auf Schiffen, werdet ihr getragen.
It is God who provides livestock for you, some for riding and some for your food. You have other benefits in them too. You can reach on them any destination you wish. On them, as on ships, you are carried.
Und Er zeigt euch Seine Zeichen: Welche der Zeichen Gottes könnt ihr noch leugnen?
And He shows you His signs: which of God's signs can you still deny?
(Verse 79–81)
(Verses 79—81)
Die Erschaffung des Viehs ist zunächst schon ein Wunder, ebenso wie die Erschaffung des Menschen. Sie zu formen und zu gestalten und ihnen Leben zu geben, sind alles Wunder, die sich Menschen nicht einmal anmaßen. Ein weiteres Wunder ist, dass solches Vieh dem Menschen untertan gemacht wird, obwohl einige von ihnen größer und stärker sind als der Mensch. Dennoch: „Gott ist es, Der euch das Vieh gegeben hat, damit ihr auf einigen reitet und von einigen esst." (Vers 79) Zu behaupten, solches Vieh existiere einfach, und wir bräuchten uns nicht darum zu kümmern, wie und warum es so ist, ist unannehmbar. Zu behaupten, sie seien im Verhältnis zum Menschen und zu seinen Fähigkeiten kein eindeutiges Wunder, oder sie wiesen nicht auf den Schöpfer hin, der sie ins Dasein gerufen und ihnen ihre Eigenschaften verliehen hat, so wie Er es beim Menschen tat, heißt, willkürliche Behauptungen aufzustellen, die der Logik und Vernunft zuwiderlaufen.
Lektionen der Geschichte
Lessons Of History
Die Sure endet mit einer sehr eindrucksvollen Aussage:
The surah concludes on a very powerful note:
Sind sie denn nicht im Land umhergezogen und hatten gesehen, wie das Ende derer war, die vor ihnen lebten? Sie waren zahlreicher als jene und an Macht sowie an den Spuren, die sie auf der Erde hinterließen, größer.
Have they not travelled through the land and seen what was the end of those who lived before them? They were more numerous than them, and greater in power and in the impact they left on earth.
Doch was sie erreicht hatten, nützte ihnen nichts. Als die Gesandten Gottes mit allen Beweisen der Wahrheit zu ihnen kamen, freuten sie sich über das Wissen, das sie besaßen; und so wurden sie von eben dem überwältigt, worüber sie gespottet hatten. Und als sie Unsere Macht sahen, sagten sie: „Wir glauben allein an Gott und lehnen ab, was wir Ihm früher als Teilhaber zur Seite stellten.“ Doch der Glaube nach dem Sehen Unserer Macht konnte ihnen überhaupt nichts mehr nützen. Dies ist seit jeher Gottes Verfahren mit Seinen Geschöpfen. Dann und dort sind die Ungläubigen verloren. (Verse 82–85)
Yet what they achieved was of no avail to them. When God's messengers came to them with all evidence of the truth, they revelled in what knowledge they had; and so they were overwhelmed by the very thing which they mocked. And then when they saw Our might, they said: 'We believe in God alone, and we renounce those we used to associate as partners with Him. But accepting the faith after they had seen Our might was not going to benefit them at all. This has always been God's way of dealing with His creatures. There and then the unbelievers will be lost. (Verses 82-85)
Viele Gemeinschaften wurden im Laufe der Menschheitsgeschichte vernichtet. Was mit manchen dieser Gemeinschaften geschah, ist an ihren Ruinen zu sehen; andere sind in der Geschichte überliefert, schriftlich festgehalten oder mündlich weitergegeben. Der Qur'an lenkt unsere Aufmerksamkeit häufig auf diese Geschichten, denn sie sind aufschlussreich für das menschliche Leben und seinen Verlauf in der Geschichte. Sie wirken auch mit großer Kraft auf unseren Verstand und unser Herz. Der Qur'an spricht die menschliche Natur an, und zwar mit dem, was Gott, der den Qur'an offenbart hat, über die menschliche Natur weiß: was sie beeinflusst und was ihre Empfangsorgane öffnet. Manche dieser Empfangsorgane brauchen nur einen leichten Anstoß, während andere kräftiges Hämmern erfordern, weil dicke Schleier sie im Laufe der Zeit bedeckt haben.
Many communities were destroyed during human history. What happened to some of these communities can be seen in their ruins; others are recorded in history, written or transmitted by word of mouth. The Qur’an often directs our attention to these histories because they are indicative of human life and its course of history. They also have a powerful effect on our minds and hearts. The Qur’an addresses human nature by what God, who revealed the Qur’an, knows of human nature: what influences it and what opens its receptors. Some of these receptors need only a light tap, while others require strong hammering because of the thick veils that have covered them over time.