Am Ende der Sure mit ihrem langen Diskurs über Gesetzgebung und Souveränität steht eine andächtige Verherrlichung Gottes, die einen angenehmen Rhythmus und ein entschiedenes Urteil in sich trägt. Der Takt wiederholt sich in jedem Vers, da dieser jeweils mit demselben Wort beginnt: „Sprich“. Jeder Vers berührt das Herz, in dem der Kern der Einheit liegt: die Einheit des Glaubensbekenntnisses, des Ziels, des Herrn und der Anbetung. Zugleich bietet er einen umfassenden Blick auf das Universum und seine Gesetze: „Sprich: ‚Mein Herr hat mich auf einen geraden Weg geleitet, zu einem stets wahren Glauben; zum Weg Abrahams, der sich von allem Falschen abwandte und nicht zu denen gehörte, die Gott Partner beigesellen.‘ Sprich: ‚Mein Gebet, mein Gottesdienst, mein Leben und mein Sterben gehören allein Gott, dem Herrn der Welten. Er hat keinen Partner. So ist mir geboten worden, und ich bin der Erste unter denen, die sich Ihm ergeben.‘ Sprich: ‚Soll ich etwa einen anderen Herrn suchen als Gott, wo Er doch der Herr aller Dinge ist? Welches Unrecht ein Mensch begeht, lastet allein auf ihm selbst. Keine Seele soll die Last einer anderen tragen. Am Ende kehrt ihr alle zu eurem Herrn zurück, und dann wird Er euch die Wahrheit über all das verkünden, worin ihr uneins wart. Er ist es, der euch zu Erben der Erde gemacht und einige von euch über andere in Rängen erhoben hat, um euch durch das zu prüfen, was Er euch gegeben hat. Gewiss, dein Herr ist schnell im Strafen; doch Er ist fürwahr allverzeihend und barmherzig.‘“ (Verse 161–165)
At the end of the sūrah with its long discourse on legislation and sovereignty we have a devotional glorification of God which carries with it a pleasant rhythm and a decisive verdict. The beat is repeated in each verse as it starts with the same word, ‘Say’. Each verse touches the heart, where the core of oneness lies: the oneness of the creed, goal, Lord and worship. It also provides a total look at the universe and its laws: “Say: ‘My Lord has guided me to a straight way, to an ever-true faith; the way of Abraham, who turned away from all that is false, and was not of those who associate partners with God’. Say: ‘My prayers, my worship, my living and my dying are for God alone, the Lord of all the worlds. He has no partner. Thus have I been commanded, and I shall be the first of those who surrender themselves to Him.’ Say: ‘Am I, then, to seek a lord other than God, when He is the Lord of all things? Whatever wrong any human being commits rests upon himself alone. No one shall be made to bear the burden of another. In time, to your Lord you all must return; and then He will tell you the truth of all that over which you were in dispute. He it is who has made you inherit the earth and has raised some of you by degrees above others, so that He might try you by means of what He has bestowed upon you. For certain, your Lord is swift in retribution; yet, He is indeed much- forgiving, merciful.” (Verses 161-5)
Dieser lange und abschließende Kommentar bildet zusammen mit dem Anfang der Sure eine faszinierende, vollkommen harmonische Melodie. Dennoch ist es ein Kommentar, der die Abhandlung über das Schlachten von Tieren, Opfergaben, landwirtschaftliche Erzeugnisse und all die Vorschriften abschließt, die nach Behauptung der Menschen der Unwissenheit von Gott festgelegt wurden. Alles, was sie sagen, ist eine schamlose Lüge. Was also ist von diesem Kommentar zu halten? Tatsächlich bedarf es nach allem, was wir bereits zu diesem Thema dargelegt haben, keiner weiteren Erklärung.
This long and final comment, together with the opening of the sūrah, plays a fascinating, perfectly harmonious tune. Yet it is a comment which concludes the discourse on animal slaughtering, offerings, agricultural produce and all the regulations alleged by the people of ignorance to be laid down by God. All that they say is a shameless lie. So, what do we make of this comment? In fact we do not need to make any further explanation after all that we have already said on the subject.
„Sprich: ‚Mein Herr hat mich zu einem geraden Weg geleitet, zu einem stets wahren Glauben; dem Weg Abrahams, der sich von allem Falschen abwandte und nicht zu denen gehörte, die Gott Teilhaber beigesellen.‘“ (Vers 161) Diese Erklärung drückt Dankbarkeit und Vertrauen aus und ist von Gewissheit erfüllt. Die Gewissheit zeigt sich sowohl im verbalen Ausdruck im Gottesdienst als auch in seiner seelischen Wirkung. Das Vertrauen erwächst aus der Verbundenheit mit dem Herrn, der Seine Diener leitet und für sie sorgt. Die Dankbarkeit wird empfunden dafür, dass man zu einem geraden Weg geleitet wurde, der frei ist von Abweichung und Krümmung. Dieser gerade Weg ist der ‚stets wahre Glaube‘ Abrahams, des Vaters dieser Gemeinschaft, der sich Gott in völliger Hingabe unterwarf: „dem Weg Abrahams, der sich von allem Falschen abwandte und nicht zu denen gehörte, die Gott Teilhaber beigesellen.“ (Vers 161)
“Say: ‘My Lord has guided me to a straight way, to an ever-true faith; the way of Abraham, who turned away from all that is false, and was not of those who associate partners with God.’” (Verse 161) This declaration expresses gratitude and trust, and overflows with certainty. We see the certainty in both the verbal expression in worship and its mental effect. The trust is derived from the bond with the Lord who guides and takes care of His servants. The gratitude is felt for being guided to a straight way that is free of diversion and crookedness. This straight way is the `ever true faith’ of Abraham, the father of this community who submitted himself to God in total devotion: “the way of Abraham, who turned away from all that is false, and was not of those who associate partners with God.” (Verse 161)
„Sprich: ‚Mein Gebet, mein Gottesdienst, mein Leben und mein Sterben gehören allein Gott, dem Herrn der Welten. Er hat keinen Teilhaber. So bin ich geboten worden, und ich werde der Erste derer sein, die sich Ihm ergeben.‘“ (Verse 162-3) Dies drückt vollständige Hingabe aus, mit jedem Pulsschlag und jeder Lebensregung. Es ist eine Form der Verherrlichung Gottes und der Unterwerfung unter Ihn in den absolutesten Worten: Es verbindet das Pflichtgebet und das freiwillige Gebet, das Leben und den Tod. Alles ist allein Gott gewidmet, dem Herrn der Welten, der sie alle lenkt und erhält und all ihre Angelegenheiten leitet und bestimmt. Es ist die Art der Unterwerfung unter Gott, die nichts in einem selbst, in seinem Gewissen oder im Leben ausspart, ohne es vollständig Gott zu widmen. „So bin ich geboten worden“, und ich habe verstanden und gehorcht, und „ich werde der Erste derer sein, die sich Ihm ergeben.“ (Vers 163)
“Say: ‘My prayers, my worship, my living and my dying are for God alone, the Lord of all the worlds. He has no partner. Thus have I been commanded, and I shall be the first of those who surrender themselves to Him.’” (Verses 162-3) This expresses complete dedication, with every pulse and every life movement. It is a form of glorification of God and submission to Him in the most absolute of terms: it combines obligatory and voluntary prayer, life and death. All is dedicated to God alone, the Lord of all the worlds, who controls and sustains them all and conducts and determines all their affairs. It is the sort of submission to God that leaves out nothing within oneself, one’s conscience or in life, without dedicating it totally to God. “Thus have I been commanded”, and I understood and obeyed, and “I shall be the first of those who surrender themselves to Him.” (Verse 163)
„Sprich: ‚Soll ich etwa einen anderen Herrn suchen als Gott, wo Er doch der Herr aller Dinge ist?"
“Say: ‘Am I, then, to seek a lord other than God, when He is the Lord of all things?
„Welches Unrecht auch immer ein Mensch begeht, es lastet auf ihm allein. Niemand soll die Last eines anderen tragen. Am Ende werdet ihr alle zu eurem Herrn zurückkehren; dann wird Er euch die Wahrheit über all das mitteilen, worüber ihr uneins wart.“ (Vers 164)
Dieses Wort umfasst alle Himmel und die Erde sowie alles, was in ihnen und auf ihnen ist, jedes Geschöpf, das dem Menschen bekannt oder unbekannt ist, alles, was getan wird oder geschieht, öffentlich oder im Verborgenen. Es stellt sie alle unter den Schirm der Herrschaft Gottes über alles im Universum. Sie alle müssen sich in Glauben, Gottesdienst und Recht der absoluten Souveränität Gottes unterwerfen.
Whatever wrong any human being commits rests upon himself alone. No one shall be made to bear the burden of another. In time, to your Lord you all must return; and then He will tell you the truth of all that over which you were in dispute.” (Verse 164) This is a word that encompasses all the heavens and earth as well as all that is in or on them, every creature known or unknown to man, everything to be done or to take place in public or private. It puts them all under the umbrella of God’s Lordship of everything in the universe. They must all submit to God’s absolute sovereignty in faith, worship and law.
Dieser Vers fragt rhetorisch und voller Staunen: „Soll ich etwa einen anderen Herrn als Gott suchen, wo Er doch der Herr aller Dinge ist?“ (Vers 164) Soll ich einen anderen Herrn als Gott suchen, der mein Gebieter sein soll, meine Angelegenheiten lenkt und meinen Lebensweg bestimmt, wo ich doch für meine Absichten und Handlungen vor Gott verantwortlich bin und für jeden Gehorsam oder Ungehorsam gegenüber Gott belohnt werde? Soll ich einen anderen Herrn als Gott suchen, wo doch dieses ganze Universum in Seiner Hand liegt und sowohl du als auch ich von Ihm versorgt werden?
This verse asks rhetorically and in amazement: “Am I, then, to seek a lord other than God, when He is the Lord of all things?” (Verse 164) Am I to seek a lord other than God to be my master who conducts my affairs and determines my course in life, when I am accountable to God for my intentions and actions, and will be rewarded for whatever obedience or disobedience to God I do? Am I to seek a lord other than God when this whole universe is in His hand, and both you and I are sustained by Him?
Soll ich einen anderen Herrn suchen als Gott, wo doch jeder für seine Sünden zur Rechenschaft gezogen wird? Niemand wird die Verantwortung für die Taten eines anderen tragen. „Was immer ein Mensch an Unrecht begeht, lastet allein auf ihm selbst. Niemand soll die Last eines anderen tragen müssen.“ (Vers 164) Soll ich einen anderen Herrn suchen als Gott, wo ihr doch alle zu Ihm zurückkehren müsst und Seine Abrechnung über alles erfahren werdet, worüber ihr im Streit liegt?
Am I to seek a lord other than God when everyone will be requited for his or her sins? No one shall bear responsibility for anyone else’s actions. “Whatever wrong any human being commits rests upon himself alone. No one shall be made to bear the burden of another.” (Verse 164) Am I to seek a lord other than God when to Him you must all return and face His reckoning of all that over which you are in dispute?
Soll ich etwa einen anderen Herrn suchen, wo doch Er es ist, der die Menschen auf die Erde gesetzt hat, damit sie sie beerben, und der einige von ihnen über andere erhoben hat, sowohl in ihren geistigen und körperlichen Fähigkeiten als auch in den Versorgungen, die sie erhalten? Dies alles tut Er, um sie auf die Probe zu stellen, damit sich zeige, ob sie Ihm dankbar oder undankbar sind.
Am I to seek a lord other than God when it is He who has placed human beings on earth to inherit it, and placed some of them above others in their mental and physical abilities and in the provisions they receive. He does all this to test them, so that they may prove whether they are grateful or ungrateful to Him.
Soll ich einen anderen Herrn suchen als Gott, wo Er doch schnell im Strafen ist, und Er es ist, der allen, die von ihren Verfehlungen umkehren, Gnade und Vergebung gewährt? Soll ich einen anderen Herrn suchen als Gott, um Seine Gesetze, Gebote und Urteile durch die eines anderen zu ersetzen, wo ich doch all diese Hinweise, Eingebungen und Beweise habe, die auf die Wahrheit hinweisen, dass Gott der einzige Herr des Universums ist?
Am I to seek a lord other than God when He is swift in retribution, and He is the One who grants grace and forgiveness to all those who repent of their misdeeds? Am I to seek a lord other than God so as to replace his law, orders and rulings for those of God, when I have all these indications, inspirations and evidence pointing to the truth of God being the only Lord of the universe?
Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei diesen Versen um ein andächtiges Gebet und eine Verherrlichung der Einheit Gottes, die das prachtvolle Bild des reinen Glaubens widerspiegelt, so wie es der Gesandte Gottes ﷺ in seinem Herzen empfindet. Es ist ein Bild, dessen Pracht sich in menschlichen Begriffen nicht ausdrücken lässt. Nur der Qur'an, das eigene Wort Gottes, kann es in seinem einzigartigen Stil vollständig zum Ausdruck bringen.
As we have said, these verses are a devotional prayer and a glorification of God’s oneness, reflecting the splendid image of pure faith as God’s Messenger (peace be upon him) feels it in his heart. It is an image the splendour of which cannot be expressed in human terms. Only the Qur’ān, God’s own word, can express it fully in its unique style.
Und wie wir bereits gesagt haben, steht dieser letzte Abschnitt der Sure, der die Frage der Souveränität und der Gesetzgebung behandelt, in vollständiger Harmonie mit dem Anfang der Sure, wo das Thema der Glaube war. Dies sehen wir deutlich an Versen wie diesen: „Sprich:
And as we have said, this last beat in the sūrah addressing the question of sovereignty and legislation is in full harmony with the early part of the sūrah where the issue addressed was that of faith. We see this clearly in verses like these: “Say:
„Soll ich etwa einen anderen als Herrn nehmen als Gott, den Schöpfer der Himmel und der Erde, der alle speist, selbst aber nicht gespeist wird?“ Sprich: „Mir ist befohlen, der Erste zu sein unter denen, die sich Gott hingeben, und du sollst nicht zu den Götzendienern gehören.“ Sprich: „Ich fürchte, wenn ich meinem Herrn ungehorsam bin, die Strafe eines gewaltigen Tages. Wer an diesem Tag davon verschont bleibt, dem hat Er Sein Erbarmen zuteilwerden lassen. Das ist der offenkundige Gewinn.“ (Verse 14-16)
‘Am I to take for my master anyone but God, the Originator of the heavens and the earth, who gives nourishment to all and Himself needs none?’ Say: ‘I am commanded to be the first of those who surrender themselves to God, and not to be among those who associate partners with Him.’ Say: ‘Indeed I would dread, were I to disobey my Lord, the suffering of an awesome day. He who is spared that shall have received His grace. This will be a manifest triumph.’” (Verses 14-16)