Al-Mu'minun (Die Gläubigen)
Al-Muminun (The Believers)
Prolog
Prologue
Diese Sure, Die Gläubigen oder al-Mu’minūn, wird durch ihren Namen definiert, der ihren Gegenstand sehr deutlich macht. Sie beginnt mit einer Darstellung der Eigenschaften der Gläubigen und legt dar, woran der Glaube sowohl in der menschlichen Seele als auch im gesamten Universum erkennbar ist. Anschließend stellt sie das Wesen des Glaubens dar, wie es die Gesandten Gottes seit der Zeit Noahs bis hin zu Muhammad, dem letzten aller Propheten und Gesandten – Friede sei mit ihnen allen –, verkündet haben. Sie erörtert auch die Trugschlüsse derer, die den Glauben leugnen, ihre Einwände und ihren hartnäckigen Widerstand, die die Gesandten Gottes dazu bewegen, Ihn um Hilfe anzuflehen. An diesem Punkt bestraft Gott die Verwerfer und rettet die Gläubigen. Die Sure verweist sodann darauf, dass die Menschen nach dem Tod der Gesandten Gottes in Streit über diese Wahrheit geraten, die keine Abweichung zulässt.
This sūrah, The Believers, or al-Mu’minūn, is defined by its name which makes its subject matter very clear. It begins with an outline of the believers’ qualities, and presents an exposition on the indicators of faith in both the human soul and the universe at large. It then moves on to present the essence of faith as expostulated by God’s messengers since the time of Noah up to Muhammad, the last of all prophets and messengers, (peace be upon them all). It also discusses the fallacies of those who deny faith, their objections and determined opposition that compel God’s messengers to appeal to Him for help. At this point, God punishes the rejecters and saves the believers. The sūrah then refers to the fact that, after God’s messengers have passed away, people fall into contention about this truth that admits no variation.
Dies bietet eine Gelegenheit, die ungerechtfertigte Haltung der arabischen Götzendiener gegenüber dem letzten Gesandten Gottes, Muhammad ﷺ, zu besprechen und zu verurteilen. Die Sure endet mit einer Szene des Jüngsten Gerichts, in der wir das Schicksal derer sehen, die die Wahrheit des Glaubens verwerfen. Sie werden scharf für ihre Haltung getadelt.
This provides an opportunity to discuss and denounce the unjustified attitude the Arab idolaters took to God’s last messenger, Muhammad (peace be upon him). The sūrah closes with a scene of the Day of Judgement in which we see the fate suffered by those who reject the truth of faith. They are strongly reproached for their attitude.
Diese Szene endet mit einer Aussage, die die Wahrheit der absoluten Einheit Gottes erneut bekräftigt, sowie mit einem Bittgebet um Seine Barmherzigkeit und Vergebung.
This scene concludes with a statement re-emphasizing the truth of God’s absolute oneness and a prayer for His mercy and forgiveness.
Somit ist die Sure das, was ihre Titel besagen: „Die Gläubigen“ oder die Sure des Glaubens mit all seinen Fragen, Aspekten und seinem Wesen. Der Glaube bildet dann ihr zentrales Thema.
As such, the sūrah is what its titles say, The Believers, or the sūrah of faith with all its issues, aspects and nature. Faith then provides its central theme.
Die Sure kann in vier Teile gegliedert werden. Der erste beginnt mit der Feststellung, dass den Gläubigen der Erfolg gewiss ist: „Gewiss, erfolgreich sind die Gläubigen.“ (Vers 1) Er gibt eine ausführliche Beschreibung der Eigenschaften jener Gläubigen, die mit Sicherheit erfolgreich sein werden. Unter Hinweis auf Zeichen, die den Glauben bestärken und bekräftigen und die sowohl im Menschen als auch im gesamten Universum zu finden sind, erwähnt dieser Teil die verschiedenen Stadien des menschlichen Lebens von seinen frühen Anfängen bis zu seinem Ende. Ausführlich wird dabei auf die verschiedenen Stadien eingegangen, die ein Embryo durchläuft, während andere Stadien nur kurz skizziert werden. Anschließend folgt er dem menschlichen Leben bis zum Tag der Auferstehung, bevor er zu den Zeichen des Glaubens im weiten Universum übergeht, und verweist auf die Erschaffung der Himmel, auf den Regen, der vom Himmel fällt, und auf die Hervorbringung von Pflanzen, Gewächsen und Früchten. Er erwähnt auch die Tiere, die dem Menschen zur Verfügung gestellt werden, die Schiffe, die die Meere durchqueren, und die Fähigkeit des Menschen, solche Schiffe und Tiere zur Fortbewegung zu nutzen.
The sūrah may be divided into four parts. The first begins with a statement that success is assured for the believers: “Truly, successful shall be the believers.” (Verse 1) It provides a detailed account, of the qualities of those believers who are certain to be successful. Referring to signs that encourage and endorse faith, which are found both in human beings and in the universe at large, this part mentions the different stages of human life from its early beginnings to its final end. It elaborates much when it mentions the different stages an embryo goes through while providing only a brief outline of other stages. It then follows human life up to the Day of Resurrection before moving on to signs of faith in the wide universe, referring to the creation of the heavens, rain falling from the sky, bringing forth vegetation, plants and fruits. It also mentions animals that are placed at the disposal of human beings, ships traversing the seas and man’s ability to use such ships and animals for transport.
Der zweite Teil führt uns von den Hinweisen auf die Wirklichkeit des Glaubens zu einer Erörterung der Wahrheit des Glaubens, wie sie ausnahmslos alle Gesandten Gottes vertreten haben: „Mein Volk, dient Gott allein, denn ihr habt keinen Gott außer Ihm.“ (Vers 23) Dies ist eine Aussage Noahs und jedes Gesandten, der nach ihm kam, bis hin zu Muhammad ﷺ, dem letzten Gesandten Gottes. Die Ungläubigen erhoben stets dieselben Einwände: „Dieser Mann ist nur ein Sterblicher wie ihr selbst“, und „Hätte Gott es gewollt, so hätte Er gewiss Engel herabgesandt.“ (Vers 24) Ein weiterer Einwand bezieht sich auf das Versprechen der Gesandten Gottes: „Verspricht er euch, dass ihr, nachdem ihr gestorben und zu Staub und Gebein geworden seid, wieder zum Leben hervorgebracht werdet?“ (Vers 35) Das Ergebnis war stets, dass die Gesandten Gott um Beistand anriefen. Er erhörte ihre Bitten und vernichtete die Ungläubigen. Dieser Teil schließt mit einer Ansprache an alle Gesandten: „Esst von dem, was gut und rein ist, und tut gute Werke. Ich habe gewiss volle Kenntnis von allem, was ihr tut.“
The second part takes us from the indicators pointing out the reality of faith to a discussion of the truth of faith as advocated by all God’s messengers, without exception: “My people, worship God alone: for you have no deity other than Him.” (Verse 23) This is a statement made by Noah, and by every messenger that followed him, up to Muhammad, God’s final Messenger. The unbelievers always made the same objections: “This man is but a mortal like yourselves,” and “had God willed, He would have surely sent down angels.” (Verse 24) Another objection refers to the promise made by God’s messengers: “Does he promise you that, after you have died and become dust and bones, you shall be brought forth to life?” (Verse 35) The result was always that messengers appealed to God for support. He answered their appeals and destroyed the unbelievers. This part concludes with an address to all messengers: “Eat of that which is wholesome, and do good deeds: I certainly have full knowledge of all that you do.
„Und diese eure Gemeinschaft ist eine einzige Gemeinschaft, und Ich bin euer einziger Herr. Darum fürchtet allein Mich.“ (Verse 51-52)
This community of yours is one single community, and I am your only Lord. Therefore, fear Me alone.” (Verses 51-52)
Der dritte Teil spricht davon, dass die Menschen, nachdem die Gesandten Gottes gegangen waren, sich spalteten und sich über diese grundlegende Wahrheit in Streit verstrickten: „Sie haben sich in Gruppen gespalten, wobei jede Gruppe sich über das freut, was sie besitzt.“ (Vers 53) Ferner spricht er davon, dass die Menschen nicht bedenken, dass Gott sie mit den Segnungen prüft, die Er ihnen gewährt. Sie werden durch den Reichtum, den sie genießen, verblendet. Die Gläubigen hingegen bleiben gottesfürchtig, verehren Ihn allein und stellen Ihm keine Teilhaber zur Seite. Zugleich bleiben sie hellwach, mit Ehrfurcht im Herzen: „Ihre Herzen sind voller Furcht, denn sie wissen, dass sie gewiss zu ihrem Herrn zurückkehren werden.“ (Vers 60) An dieser Stelle wird das Bild derer gezeichnet, die die Wahrheit des Glaubens übersahen und nun von Gottes Strafe überwältigt werden. Sie schreien um Hilfe, doch sie werden scharf zurechtgewiesen: „Immer wieder wurden Meine Offenbarungen euch vorgetragen, doch jedes Mal wandtet ihr euch auf den Fersen um, überheblich in eurem Hochmut, und redetet töricht bis tief in die Nacht hinein.“ (Verse 66–67) Die Sure prangert ihre Haltung gegenüber dem Gesandten Gottes ﷺ an, den sie gut als aufrichtig und wahrhaftig kannten. Nun, da er mit der Botschaft der Wahrheit zu ihnen gekommen ist und dafür keinen Lohn verlangt, wie können sie ihn und die Wahrheit, für die er eintritt, verwerfen? Obwohl sie anerkennen, dass Gott alles gehört, was in den Himmeln und auf der Erde ist, und alles unter Seiner Herrschaft steht, da Er ihr einziger Herr ist, verwerfen sie gerade den Gedanken der Auferstehung. Sie gehen in ihrer Falschheit noch weiter, indem sie behaupten, Gott habe einen Sohn, und Ihm Teilhaber zur Seite stellen. „Erhaben ist Er weit über alles, was sie Ihm als Teilhaber beigesellen.“ (Vers 92)
The third part speaks about the fact that after God’s messengers had gone, people were divided and fell into contention over this essential truth: “People have divided themselves into factions, each delighting in what they have.” (Verse 53) It further speaks about people being oblivious of the fact that God tests them with the blessings He bestows on them. They are deluded by the riches they enjoy. The believers, on the other hand, remain God-fearing, worship Him alone and associate no partners with Him. At the same time they remain fully alert, with awe in their hearts: “Their hearts lard filled with awe, knowing that to their Lord they shall certainly return.” (Verse 60) At this point, an image is portrayed showing those who were oblivious of the truth of faith being overwhelmed by God’s punishment. They cry out for help, but they are strongly reproached: “Time and again were My revelations recited to you, but every time you would turn about on your heels, revelling in your arrogance, and talking senselessly far into the night.” (Verses 66-67) The sūrah denounces their attitude towards God’s Messenger whom they knew well to be honest and truthful. Now that he has come to them with the message of the truth, asking for no wages, how can they reject him and the truth he advocates? Although they acknowledge that to God belongs all that is in the heavens and the earth, which are all under His control as He is their only Lord, they reject the very concept of resurrection. They go further in their falsehood, claiming that God has a son and associating partners with Him. “Sublimely exalted is He above anything they associate as partner with Him.” (Verse 92)
Der letzte Teil wendet sich von ihnen und ihren Behauptungen ab, um den Propheten ﷺ anzusprechen, ihm zu befehlen, das Böse mit dem abzuwehren, was besser ist, und bei Gott Zuflucht zu suchen vor dem Bösen der Satane. Er solle sich nicht über das ärgern oder betrüben, was sie sagen. Außerdem haben wir hier eine Szene des Tages des Gerichts, die die Strafe, das Leiden und die Demütigung beschreibt, die dort auf sie warten. Die Sure schließt mit der Feststellung, dass Gott stets über allem erhaben bleibt, was sie über Ihn sagen: „Erhaben ist Gott, der wahre König, die Wahrheit. Es gibt keine Gottheit außer Ihm, dem Herrn des herrlichen Thrones.“ (Vers 116) Sie bekräftigt außerdem, dass die Ungläubigen niemals erfolgreich sein werden, während der Erfolg der Gläubigen bereits zu Beginn der Sure bestätigt wird:
The final part turns away from them and their claims in order to address the Prophet, telling him to repel evil with what is better, and to seek refuge with God from the evil of satans. He must not be angered or grieved by what they say. In addition, we have here a scene of the Day of Judgement describing the punishment, suffering and humiliation that await them there. The sūrah concludes by stating that God always remains exalted above all that they say about Him: “Sublimely exalted is God, the Ultimate Sovereign, the Ultimate Truth. There is no deity other than Him, the Lord of the Glorious Throne.” (Verse 116) It also asserts that the unbelievers will never be successful, whereas the believers’ success is confirmed at the beginning of the sūrah:
„Wer neben Gott einen anderen Gott anruft – für dessen Existenz er keinerlei Beweis hat –, der wird vor seinem Herrn zur Rechenschaft gezogen werden. Gewiss werden die Ungläubigen niemals erfolgreich sein.“ (Vers 117) Erneut wird der Auftrag erteilt, Gottes Barmherzigkeit und Vergebung zu suchen: „Sprich: Mein Herr! Vergib und erbarme Dich. Du bist der Beste aller Barmherzigen.“ (Vers 118)
“He that invokes besides God any other deity – a deity for whose existence he has no evidence – shall be brought to account before his Lord. Most certainly, the unbelievers shall never be successful.” (Verse 117) Again, an instruction is given to seek God’s mercy and forgiveness: “Say: My Lord! Forgive and have mercy. You are the best of those who show mercy.” (Verse 118)
Die Sure verbreitet eine Atmosphäre der Erklärung und sachlichen Feststellung, vermischt mit ruhiger Argumentation, reiner Logik und Inspiration. Ihr Gegenstand ist der Glaube, und der Glaube verleiht ihr ihr besonderes Ambiente. Zu Beginn sehen wir die Gläubigen, „die in ihrem Gebet demütig sind“, und in der Mitte werden sie mit folgenden Worten beschrieben: „Sie geben, was sie zu geben haben, mit Herzen, die von Ehrfurcht erfüllt sind, im Wissen, dass sie gewiss zu ihrem Herrn zurückkehren werden.“ (Vers 60) Als Beispiel für die Inspiration der Sure sei genannt: „Er ist es, der euch Gehör, Sehvermögen und Verstand gegeben hat: Wie selten seid ihr dankbar.“ (Vers 78) Tatsächlich spiegelt die gesamte Sure einen sanften Hauch des Glaubens wider.
The sūrah spreads an air of explanation and factual statement, mixed with calm argument, pure logic and inspiration. Its subject matter is faith, and faith gives it its special ambience. At the beginning we see the believers “who humble themselves in their prayer,” and in the middle they are described in the following terms: “They give away whatever they have to give with their hearts filled with awe, knowing that to their Lord they shall certainly return.” (Verse 60) For an example of the inspiration of the sūrah we may take: “It is He who has endowed you with hearing, and sight, and minds: how seldom are you grateful.” (Verse 78). Indeed the entire sūrah reflects a gentle air of faith.