Die Sure beginnt mit einer Frage: „Ist dir die Geschichte der Überdeckenden zu Ohren gekommen?“ (Vers 1). Danach erzählt sie einen Teil ihrer Geschichte: „An jenem Tag sind manche Gesichter niedergeschlagen, müde und erschöpft vom Mühen, sie werden in ein loderndes Feuer gelangen und aus einer siedenden Quelle zu trinken bekommen. Ihre einzige Nahrung wird nichts als dorniges Gestrüpp sein, das weder nährt noch den Hunger stillt.“ (Verse 2–7) Die Szene des Leidens und der Qual wird vor der Szene der Freude dargestellt, weil erstere den Vorstellungen näher steht, die im Namen des Ereignisses, der Überdeckenden, angelegt sind, und den Eindruck, den es erzeugt.
The sūrah opens with a question: “Have you heard the story of the Enveloper?” (Verse 1) It follows this by relating part of its story: “Some faces on that day are downcast, labour weary, worn out, about to enter a scorching fire, made to drink from a boiling fountain. Their only food shall be nothing but dry thorns, which will neither nourish nor satisfy their hunger.” (Verses 2-7) The scene of suffering and torture is given before the scene of joy, because the former is closer to the connotations of the name given to the event, the Enveloper, and the impressions it generates.
So wird uns berichtet, dass es an jenem Tag Gesichter gibt, die demütig, niedergeschlagen und erschöpft aussehen. Sie gehören zu Menschen, die sich abgemüht und geplagt haben, ohne zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen. Tatsächlich ist das Ergebnis, das sie erhalten, ein völliger Verlust, was ihre Enttäuschung vergrößert und Blicke der Erniedrigung und Erschöpfung auf ihre Gesichter bringt.
Thus we are told that there are on that day faces which look humble, downcast and worn out. They belong to people who have laboured and toiled without satisfactory results. Indeed the results they get are a total loss, which increases their disappointment, and causes looks of humiliation and exhaustion on their faces.
So werden sie als „mühselig und abgekämpft“ beschrieben. (Vers 3) Sie hatten sich abgemüht und geschunden für etwas anderes als die Sache Gottes. Ihre Arbeit galt einzig ihnen selbst und ihren Familien, ihren eigenen Ambitionen im Leben dieser Welt. Nun kommen sie, um die Früchte ihrer Mühen zu ernten, doch sie haben keinerlei Vorsorge für ihr künftiges Leben getroffen. Daher treten sie dem Ende entgegen mit einer Mischung aus Demütigung, Erschöpfung, Elend und Hoffnungslosigkeit. Zu all dem kommt hinzu, dass sie „in einem glühenden Feuer“ brennen. (Vers 4)
Hence they are described as “labour weary, worn out”. (Verse 3) They had laboured and toiled for something other than God’s cause. Their work was totally for themselves and their families, for their own ambitions in the life of this world. Then they come to reap the fruits of their toil, not having made any provision for their future life. Hence they face the end with a mixture of humiliation, exhaustion, misery and hopelessness. In addition to all this they roast “at a scorching fire.” (Verse 4)
Sie werden aus einer siedenden Quelle zu trinken gegeben. Ihre einzige Speise wird nichts als dorniges Dhari' sein, das weder nährt noch den Hunger stillt. (Verse 5-7)
Das arabische Wort ḍarī' wird hier mit „dornige Pflanze“ wiedergegeben. Einige Kommentatoren sind jedoch der Ansicht, dass damit ein Feuerbaum in der Hölle gemeint ist. Diese Deutung stützt sich auf das, was über den Baum az-Zaqqūm offenbart wurde, der im Zentrum der Hölle wächst. Es wird auch gesagt, dass es sich um eine Art Kaktusdorn handelt, der im grünen Zustand Schabraq genannt wird und von Kamelen gefressen wird. Wenn er jedoch vollständig ausgewachsen ist, wird er giftig und kann nicht mehr gegessen werden. Was er in Wirklichkeit auch sein mag, es handelt sich um eine Art Nahrung wie Ghislīn und Ghassāq [Bezeichnungen, die im Qur'ān für die Speise in der Hölle verwendet werden], die weder nährt noch den Hunger stillt.
They are “made to drink from a boiling fountain. Their only food shall be nothing but dry thorns, which will neither nourish nor satisfy their hunger.” (Verses 5-7) The Arabic text uses the term đarī`, which is translated here as ‘dry thorns’. However, some commentators say that it refers to a tree of fire in hell. This explanation is based on what has been revealed about the tree of zaqqūm which grows at the centre of hell. It is also said to be a kind of cactus thorn, which when green is called shabraq and is eaten by camels. However, when it is fully grown it becomes poisonous and cannot be eaten. Whatever it is in reality, it is a kind of food like ghislīn and ghassāq [names given in the Qur’ān to refer to the food available in hell] which neither nourishes nor appeases hunger.
Es ist offensichtlich, dass wir in dieser Welt die Beschaffenheit solcher Qualen im Jenseits nicht vollständig erfassen können. Die Beschreibung erfolgt, um unserer Vorstellung das Gefühl des größtmöglichen Schmerzes zu vermitteln, der durch eine Verbindung von Erniedrigung, Schwäche, Versagen, dem glühenden Feuer, dem Trinken und Baden in kochendem Wasser sowie dem Verzehr von Speisen entsteht, die selbst Kamelen nicht zuzumuten sind, welche sich auf Reisen durch Wüstengebiete an Dornen gewöhnt haben. Diese Art von Dornen ist jedoch trocken und bietet keine Nahrung. Aus all diesen Aspekten gewinnen wir ein Gefühl für die höchste Pein. Doch die Pein des Jenseits ist dennoch größer. Ihre wahre Beschaffenheit ist unbegreiflich, außer für diejenigen, die sie tatsächlich erleben werden. Möge Gott uns niemals zu ihnen zählen.
It is obvious that we, in this world, cannot fully comprehend the nature of such suffering in the hereafter. The description is made in order to give our perceptions the feeling of the greatest possible pain, which is produced by a combination of humiliation, weakness, failure, the scorching fire, drinking and bathing in boiling water, and eating food unacceptable even to camels, which are used to eating thorns when they travel in desert areas. This type of thorn, however, is dry and gives no nourishment. From all these aspects we get a sense of the ultimate affliction. But the affliction of the hereafter is, nevertheless, greater. Its true nature is incomprehensible except to those who will actually experience it. May God never count us among them.
Auf der anderen Seite finden wir: „Andere Gesichter an jenem Tag sind heiter, zufrieden mit ihrem Bemühen, in einem erhabenen Garten, in dem sie kein unnützes Geschwätz hören. Dort wird eine fließende Quelle sein, und erhöhte Liegen, und bereitgestellte Becher, und Kissen, die der Reihe nach ausgelegt sind, und Teppiche, die ausgebreitet sind.“ (Verse 8–16) Hier sind Gesichter, die vor Freude strahlen, belebt von Wonne. Sie sind zufrieden mit dem, was ihnen gegeben wird. Sie genießen jenes prächtige, geistige Gefühl der Befriedigung über das, was sie getan haben, während sie spüren, dass Gott ihnen wohlgesinnt ist.
On the other hand we find “other faces on that day are jocund, well pleased with their striving, in a sublime garden, where they hear no babble. A running fountain shall be there, and raised couches, and goblets placed ready, and cushions laid in order, and carpets spread out.” (Verses 8-16) Here are faces bright with joy, animated with pleasure. They are well pleased with what they are given. They enjoy that splendid, spiritual feeling of satisfaction with what they have done, as they sense God’s pleasure with them.
Für den Menschen gibt es kein größeres Gefühl, als sich in seinen eigenen Taten bestätigt zu wissen und das Ergebnis darin widergespiegelt zu sehen, dass Gott mit ihm zufrieden ist. Der Qur'ān stellt diese Art von Glück über die Freuden des Paradieses. Dann beschreibt er das Paradies und die Freuden, die es seinen glückseligen Bewohnern bietet: „in einem erhabenen Garten“ (Vers 10). Es ist herrlich und erhaben, mit hohen Stellungen und erhabenen Gärten.
There is no better feeling for man than to be reassured of his own actions, and to see the results reflected in God being pleased with him. The Qur’ān gives precedence to this kind of happiness over the joys of heaven. Then it describes heaven and the joys it affords to its happy dwellers: “in a sublime garden.” (Verse 10) It is glorious and sublime, with lofty positions and elevated gardens.
Die Beschreibung von Höhe und Erhabenheit vermittelt uns ein besonderes Gefühl. „Wo sie kein leeres Geschwätz hören.“ (Vers 11) Dieser Ausdruck erzeugt ein Gefühl von Ruhe, Frieden, Geborgenheit, Liebe, Zufriedenheit und angenehmer Unterhaltung unter Freunden. Er vermittelt auch das Gefühl, sich über jede eitle Rede zu erheben. Dies ist an sich eine Art von Freude und Glück, das man umso besser empfindet, wenn man an das irdische Leben und seine zunehmenden Streitereien, Auseinandersetzungen, Zänkereien, Zwistigkeiten, Sünden und seinen Lärm denkt. Wenn man sich all dies vergegenwärtigt, entspannt man sich in vollkommener Ruhe, völligem Seelenfrieden und einem angenehmen Glück, das durch den Koranausdruck „wo sie kein leeres Geschwätz hören“ hervorgerufen wird. Die Worte selbst sind von einem angenehmen Wohlgeruch durchdrungen. Sie fließen in befriedigendem Rhythmus dahin. Es deutet zudem darauf hin, dass die Gläubigen, indem sie sich in diesem Leben von Streitgesprächen und eitler Rede abwenden, ihrer Lebensweise ein himmlisches Element verleihen.
The description of height and elevation gives us a special feeling. “Where they hear no babble.” (Verse 11) This expression creates a sense of calmness, peace, reassurance, love, satisfaction and pleasant discourse between friends. It also provides a feeling of raising oneself above any vain conversation. This is in itself a kind of joy and happiness, which is better felt when one remembers the first life and its increasing polemics, disputes, contentions, quarrels, sin and uproar. When one remembers all this, one relaxes into complete calmness, total peace of mind and a pleasant happiness generated by the Qur’ānic expression “where they hear no babble”. The very words are endowed with a pleasant fragrance. They flow with gratifying rhythm. It also implies that, as the believers turn away in this life from polemics and vain discourse, their way of life acquires a heavenly element.
Wie bereits zuvor gesagt wurde, stellt Gott von allen Beschreibungen des Paradieses zuerst dieses erhabene und strahlende Element heraus, bevor Er die Freuden erwähnt, die die Sinne zufriedenstellen. Diese werden in einer Form gegeben, die für den Menschen begreiflich ist, doch im Paradies nehmen sie die Gestalt an, die den erhabenen Maßstäben der dortigen Menschen entspricht. So bleiben sie denen unbekannt, die sie nicht selbst erfahren.
As has been said earlier, of all the descriptions of heaven, God emphasizes first this sublime and brilliant element, before He mentions the joys which satisfy the senses. These are given in a form comprehensible to man, but in heaven they take the form which is suited for the elevated standards of the people there. Thus they remain unknown except to those who actually experience them.
„Dort wird eine fließende Quelle sein.“ (Vers 12) Die Beschreibung verbindet das Gefühl, den Durst zu stillen, mit der Schönheit der Bewegung und des Fließens. Fließendes Wasser vermittelt ein Gefühl von Lebendigkeit und Jugend. Es ist angenehm für Auge und Geist und berührt die Tiefen menschlicher Empfindung.
“A running fountain shall be there.” (Verse 12) The description combines a sense of quenching thirst, with beauty of movement and flow. Running water gives a sense of liveliness and youth. It is pleasant to the eye and the mind, and touches the depths of human feeling.
„Und erhöhte Liegen.“ (Vers 13) Das Adjektiv „erhöht“ vermittelt einen Eindruck von Sauberkeit und Reinheit. „Und bereitgestellte Trinkbecher,“ (Vers 14) sodass sie zum Trinken bereitstehen – es ist nicht nötig, sie zu bestellen oder vorzubereiten. „Und aufgereihte Polster.“ (Vers 15) Diese sind bereitet, damit die Bewohner sich anlehnen und entspannen können. „Und ausgebreitete Teppiche.“ Sie dienen dem doppelten Zweck der Verzierung und des Komforts. All diese Annehmlichkeiten ähneln den Annehmlichkeiten, die in diesem Leben genossen werden, doch sie werden lediglich erwähnt, damit wir sie begreifen können. Ihr wahres Wesen und die Art ihres Genusses bleiben der Erfahrung derer überlassen, die Gott belohnt hat.
“And raised couches.” (Verse 13) The adjective, raised, gives an impression of cleanliness and purity. “And goblets placed ready,” (Verse 14) so they are ready for drinking — there is no need to order or prepare them. “And cushions laid in order.” (Verse 15) These are prepared for dwellers to recline and relax. “And carpets spread out.” They serve the dual purpose of decoration and comfort. All these luxuries are similar to the luxuries enjoyed in this life, but these are mentioned merely to make them comprehensible to us. Their true nature, and the nature of their enjoyment, are left for the experience of those whom God has rewarded.
Es ist nutzlos, Vergleiche anzustellen oder Fragen nach dem Wesen der Freuden des Jenseits oder dem Wesen seiner Leiden zu stellen. Die Menschen gewinnen ihr Verständnis auf Wegen, die auf diese Welt und die Art des Lebens in ihr beschränkt sind. Wenn sie im nächsten Leben sind, werden alle Schleier gelüftet und alle Schranken entfernt. Seelen und Sinne werden von allen Einschränkungen befreit sein, und die Bedeutungen eben dieser Worte werden sich verändern als Folge des Wandels der Gefühle, auf die sie sich beziehen. Diese Beschreibungen aus dem Qur’ān helfen uns, uns das Höchstmaß an Süße und Freude vorzustellen. Mehr können wir zu Lebzeiten auf der Erde nicht tun, doch wenn Gott uns mit Seiner Gnade und Seinem Wohlgefallen ehrt, wie wir Ihn darum bitten, dann werden wir die Wirklichkeit erkennen, auf die der Qur’ān verweist.
It is useless to make comparisons or enquiries concerning the nature of the joys of the hereafter, or the nature of its afflictions. People gain their understanding by means that are limited to this world, and the nature of life in it. When they are in the next life all veils will be lifted and barriers removed. Souls and senses will be free from all restrictions, and the connotations of the very words will alter as a result of the change in the feelings to which they refer. These Qur’ānic descriptions help us to imagine the ultimate of sweetness and joy. This is all that we can do while we live on earth, but when God honours us with His grace and pleasure, as we pray He will, we will know the reality to which the Qur’ān refers.