Asch-Schu'ara – Die Dichter (Ein Streitgespräch mit dem Pharao) 10–68
Al-Shuara The Poets ( A Debate With Pharaoh) 10-68
Dein Herr rief Moses zu: „Geh zu dem Volk der Frevler,
Your Lord called Moses: ‘Go to the wrongdoing people, (10)
„Das Volk des Pharaos. Werden sie denn keine Furcht vor Gott haben?“ (11)
the people of Pharaoh. Will they have no fear of God?’ (11)
Er sprach: „Mein Herr, ich fürchte, dass sie mich der Lüge bezichtigen werden,
He said: ‘My Lord, I fear that they will charge me with falsehood, (12)
und dann wird meine Brust beengt sein und meine Zunge nicht geläufig. So sende auch nach Aaron. (13)
and then my breast will be straitened and my tongue will not be fluent. So send as well for Aaron. (13)
Außerdem haben sie eine Anklage wegen eines Verbrechens gegen mich, und ich fürchte, dass sie mich töten werden.' (14)
Moreover, they have a charge of crime against me, and I fear that they will kill me.’ (14)
Er sprach: „Keineswegs! Geht also beide mit Unseren Zeichen hin; Wir sind mit euch und hören alles mit. (15)
Said He: ‘By no means! Go forth, then, both of you, with Our signs; We are with you, listening to all. (15)
{Geht beide zum Pharao und sprecht: „Wir sind Gesandte des Herrn der Welten.“}
Go, both of you, to Pharaoh, and say: ‘We are messengers from the Lord of all the worlds: (16)
„Lass die Kinder Israels mit uns ziehen.“ (17)
Let the Children of Israel go with us.’ (17)
„Hat er [Pharao] nicht gesagt [zu Moses]: ‚Haben wir dich nicht als Kind großgezogen?
[Pharaoh] said [to Moses]: ‘Did we not bring you up when you were an infant?
Und hast du nicht viele Jahre deines Lebens bei uns verbracht? (18)
And did you not stay with us many years of your life? (18)
„Und doch hast du jene Tat begangen, während du ein Ungläubiger warst.“ (19)
Yet you have done that deed of yours while being an unbeliever.’ (19)
[Mose]: „Ich beging es, als ich noch irregeleitet war; (20)
Replied [Moses]: ‘I committed it while I was still going astray; (20)
Und ich floh vor euch, weil ich euch fürchtete.
and I fled from you because I feared you.
Da schenkte mir mein Herr Urteilsvermögen und machte mich zu einem Seiner Gesandten. (21)
Then my Lord granted me sound judgement and made me one of [His] messengers. (21)
„Und was ist das für eine Gunst, mit der du mir vorhältst: Hast du nicht die Kinder Israels versklavt?“ (22)
And what sort of favour is this you are taunting me with: was it not because you had enslaved the Children of Israel?’ (22)
Pharao sagte: Und was ist dieser „Herr der Welten“? (23)
Pharaoh said: And what is that “Lord of all the worlds”? (23)
„Er antwortete: ‚Er ist der Herr der Himmel und der Erde und all dessen, was zwischen ihnen ist, wenn ihr Gewissheit wollt.‘“ (24)
[Moses] answered: ‘He is the Lord of the heavens and the earth and all that is between them, if you want to be sure.’ (24)
[Pharao] sagte zu denen um ihn herum: „Hört ihr?“ (25)
[Pharaoh] said to those around him: ‘Do you hear?’ (25)
„Er [Mose] sagte: ‚Er ist euer Herr und der Herr eurer früheren Vorväter.‘ (26)"
[Moses] said: ‘He is your Lord as well as the Lord of your forefathers of old.’ (26)
„Er [Pharao] sagte: ‚Gewiss, euer Gesandter, der zu euch geschickt wurde, ist wahrlich ein Verrückter.‘“ (27)
[Pharaoh] said: ‘For certain, the messenger who has been sent to you is indeed a madman.’ (27)
Er fuhr fort: „Er ist in der Tat der Herr des Ostens und des Westens und alles dessen, was zwischen ihnen liegt, wenn ihr nur vernünftig überlegen wolltet." (28)
[Moses] went on: ‘He is indeed the Lord of the east and the west and of all that is between them, if you would but use your reason.’ (28)
Pharao sagte: „Wenn du jemals einen anderen Gott als mich verehrst, werde ich dich gewiss ins Gefängnis werfen lassen.“ (29)
[Pharaoh] said: ‘If you ever serve a god other than me, I will most certainly have you imprisoned.’ (29)
Sagte [Moses]: „Selbst wenn ich dir einen klaren Beweis bringe?“ (30)
Said [Moses]: ‘Even if I bring before you a clear proof?’ (30)
„Pharao sprach: ‚Dann bring es, wenn du ein Mann der Wahrheit bist.‘“ (31)
[Pharaoh] said: ‘Produce it, then, if you are a man of truth.’ (31)
Da warf er seinen Stab nieder, und siehe da, er war eine Schlange, deutlich sichtbar für alle. (32)
So he threw down his staff and behold, it was a serpent, plain for all to see. (32)
Und er zog seine Hand hervor, und siehe, sie war für die Betrachter weiß. (33)
And he drew out his hand, and behold, it was white to the onlookers. (33)
[Pharao] sprach zu den Vornehmen um ihn herum: „Das ist in der Tat ein Zauberer von großem Wissen. (34)
[Pharaoh] said to the noble ones around him: ‘This is indeed a sorcerer of great knowledge (34)
„…der euch aus eurem Land vertreiben will mit seiner Zauberei. Was also rätst du?“ (35)
who wants to drive you out of your land by his sorcery. What, then, do you advise?’ (35)
Sie sagten: „Lass ihn und seinen Bruder eine Weile warten und sende Herolde in alle Städte“ (36)
They said: ‘Let him and his brother wait a while, and send heralds to all cities (36)
„…damit sie jeden kundigen Zauberer zu dir bringen.“ (37)
to bring before you every sorcerer of great skill.’ (37)
So wurden die Zauberer zu einer festgesetzten Zeit an einem bestimmten Tag versammelt, (38)
So the sorcerers were assembled at a set time on an appointed day, (38)
und die Leute wurden gefragt: „Seid ihr alle anwesend?"
and the people were asked: ‘Are you all present, (39)
„Sollen wir also den Zauberern folgen, falls sie die Oberhand gewinnen?“ (40)
so that we may follow the sorcerers if they emerge triumphant?’ (40)
Als die Zauberer kamen, sagten sie zu Pharao: „Wird es uns denn einen Lohn geben, wenn wir die Sieger sind?" (41)
When the sorcerers arrived they said to Pharaoh: Will there be a [handsome] reward for us if we are the ones to prevail?’ (41)
Sagte er: „Ja, gewiss! Und in diesem Fall wirst du zu denen gehören, die mir nahe stehen.“ (42)
Said he: ‘Yes, indeed! And in that case you will be among those who are close to me.’ (42)
Musa sprach zu ihnen: „Werft, was ihr werfen wollt!“ (43)
Moses said to them: ‘Throw whatever you are going to throw!’ (43)
Also warfen sie ihre Seile und Stäbe und sprachen: „Bei der Macht des Pharao, wir sind es gewiss, die siegen werden.“
So they threw their ropes and staffs, and said: ‘By Pharaoh’s might, it is we indeed who will prevail.’ (44)
Dann warf Mose seinen Stab, und er verschlang ihre trügerischen Machenschaften. (45)
Then Moses threw his staff, and it swallowed up their false devices. (45)
Die Zauberer fielen nieder und warfen sich zu Boden in Anbetung, (46)
The sorcerers fell down prostrating themselves, (46)
und sprach: „Wir glauben an den Herrn der Welten“, (47)
and said: ‘We believe in the Lord of all the worlds, (47)
„…der Herr Moses und Aarons.“ (48)
the Lord of Moses and Aaron.’ (48)
[Pharao] sprach: „Ihr glaubt an Ihn, noch bevor ich es euch erlaubt habe! Gewiss, dieser ist euer Meister, der euch die Zauberei gelehrt hat. Doch bald werdet ihr es erfahren. Ich werde euch wahrlich die Hände und Füße auf wechselnden Seiten abhacken lassen, und ich werde euch alle wahrlich ans Kreuz schlagen.“ (49)
[Pharaoh] said: ‘You believe in Him even before I have given you permission! Surely, this one must be your master who has taught you witchcraft! But in time you shall come to know. I shall most certainly have your hands and feet cut off on alternate sides, and I shall most certainly crucify you all.’ (49)
„Sie sagten: ‚Es macht nichts [was du uns antust].
They said: ‘No harm [can you cause us].
Gewiss, zu unserem Herrn werden wir zurückkehren. (50)
To our Lord we shall indeed return. (50)
„Wir hoffen gewiss, dass unser Herr uns unsere Sünden vergeben wird, weil wir die Ersten sind, die geglaubt haben.“ (51)
We certainly hope that our Lord will forgive us our sins, since we are the first who have believed.’ (51)
„Da offenbarten Wir Moses: ‚Brich mit Meinen Dienern bei Nacht auf, denn ihr werdet verfolgt werden.‘ (52)"
Then We revealed to Moses: ‘Set forth with My servants by night, for you will be pursued.’ (52)
Pharao sandte Herolde in alle Städte, (53)
Pharaoh sent heralds to all cities, (53)
„Diese sind nur eine kleine Schar" (54)
[saying]: ‘These are but a small band, (54)
und sie haben uns gewiss erzürnt; (55)
and most certainly they have enraged us; (55)
„Aber wir sind alle vereint und gut vorbereitet.“ (56)
but we are all united, and well prepared.’ (56)
So trieben Wir sie aus ihren Gärten und Quellen hinaus, (57)
Thus We drove them out of their gardens, springs, (57)
Schätze und ehrenvolle Stellungen. (58)
treasures and honourable positions. (58)
Und Wir machten all das zum Erbe für die Kinder Israels. (59)
And We bequeathed it all to the Children of Israel. (59)
Und so verfolgten sie sie bei Sonnenaufgang. (60)
And so they [i.e. Pharaoh’s army] pursued them at sunrise. (60)
Als die beiden Heere einander sichtbar wurden, sagten die Gefährten des Moses: „Wir werden gewiss eingeholt werden.“ (61)
When the two hosts came in sight of each other, the followers of Moses said: ‘We shall certainly be overtaken.’ (61)
Er antwortete: „Keineswegs! Mein Herr ist mit mir, und Er wird mich leiten.“ (62)
He replied: ‘No indeed! My Lord is with me and He will guide me.’ (62)
Und Wir offenbarten Moses: „Schlage mit deinem Stab auf das Meer." Da teilte es sich, und jeder Teil war wie ein gewaltiger Berg.
And We revealed to Moses: ‘Strike the sea with your staff.’ So it divided, and each part was like a massive mountain.
(63)
(63)
Und Wir ließen die anderen dorthin nahekommen. (64)
And We caused the others to draw near, (64)
Und Wir retteten Moses und alle, die mit ihm waren, (65)
and We saved Moses and all who were with him, (65)
während Wir die anderen ertrinken ließen.
while We caused the others to drown.
(66)
(66)
Wahrlich, darin liegt gewiss ein Zeichen; doch die meisten von ihnen glauben nicht. (67)
Indeed, there is in this a sure sign; yet most of them will not believe. (67)
Und gewiss, Dein Herr ist der Allmächtige, der Barmherzige. (68)
And indeed it is your Lord who is the Mighty One, the Merciful. (68)
Überblick
Overview
Die Sure schildert hier einen bedeutenden Abschnitt aus der Geschichte Moses. Dies passt perfekt zum Hauptthema und zu der Betonung des Schicksals derer, die göttliche Botschaften leugnen und die Gesandten Gottes der Erfindung bezichtigen. Sie tröstet zugleich den Propheten ﷺ angesichts der Anschuldigungen der Ungläubigen und versichert ihm, dass Gott Seine Botschaft und jene, die an sie glauben und sie trotz hartnäckiger Widerstände weiterhin verkünden, stets beschützen wird. Solche Verkünder mögen machtlos sein und nicht in der Lage, es mit der Macht der tyrannischen Kräfte aufzunehmen, die sich gegen sie aufstellen und sie brutal verfolgen. Dies war übrigens genau die Lage der Muslime in Makkah zu jener Zeit. Solche geschichtlichen Berichte bereitzustellen war eines der Mittel, mit denen der Qur'an die muslimische Gemeinschaft erzog.
The sūrah recounts here a major episode from Moses’ history, which fits perfectly with the main theme and the emphasis it places on the fate of those who deny divine messages, accusing God’s messengers of fabrication. It also comforts the Prophet as he faces the unbelievers’ accusations, reassuring him that God will always take care of His message and those who believe in it and continue to advocate it in the face of determined opposition. Such advocates may be powerless, unable to match the might of the tyrannical forces lined up against them and who subject them to brutal persecution. This incidentally was precisely the case of the Muslims in Makkah at that time. Providing such historical accounts was one of the means of educating the Muslim community employed in the Qur’ān.
Früher im Qur'an wurden Episoden aus der Geschichte Moses' in den Suren 2 Die Kuh, 5
Earlier in the Qur’ān, episodes from Moses’ story were told in Sūrahs 2 The Cow, 5
Die Speisetafel, 7 Die Höhen, 10 Jonas, 17 Die nächtliche Reise, 18 Die Höhle und 20 Ṭā Hā, mit einigen kurzen Verweisen darauf in anderen Sūren. In jedem Fall passt die dargestellte Episode oder der Verweis genau zum Thema der Sūre und entspricht der Hauptrichtung ihres Zusammenhangs. Das gilt auch hier. Die Erzählung trägt eindeutig zur Veranschaulichung des Themas bei.
The Repast, 7 The Heights, 10 Jonah, 17 The Night Journey, 18 The Cave and 20 Ţā Hā, with some brief references to it in other sūrahs. In each case, the presented episode or reference fits perfectly with the theme of the sūrah and matches the main drift of its context. The same applies here. The account clearly contributes to the illustration of the theme.
Hier sehen wir, wie Mose auf Widerstand von Pharao und seinem Volk stieß. Es endet mit deren Ertrinken, um jeden Versuch zu verhindern, Mose und seine Anhänger zu verfolgen. Außerdem wird erwähnt, dass Mose und die Kinder Israels gerettet wurden.
Gottes Ruf an Mose
God’s Call To Moses
Dein Herr rief Moses zu: „Geh zu dem Volk der Ungerechten, dem Volk des Pharao. Werden sie denn nicht gottesfürchtig sein?" Er sagte: „Mein Herr, ich fürchte, dass sie mich der Lüge bezichtigen werden, und dann wird meine Brust beklommen sein und meine Zunge nicht geläufig. So sende auch nach Aaron. Außerdem haben sie eine Anklage wegen eines Verbrechens gegen mich, und ich fürchte, dass sie mich töten werden." Er sprach: „Keineswegs! Geht denn beide mit Unseren Zeichen hin; Wir sind mit euch und hören alles mit. Geht beide zu Pharao und sagt: ‚Wir sind Gesandte des Herrn der Welten: Lass die Kinder Israels mit uns ziehen.'" (Verse 10-17)
Your Lord called Moses: ‘Go to the wrongdoing people, the people of Pharaoh. Will they have no fear of God?’ He said: My Lord, I fear that they will charge me with falsehood, and then my breast will be straitened and my tongue will not be fluent. So send as well for Aaron. Moreover, they have a charge of crime against me, and I fear that they will kill me. ‘Said He: ‘By no means! Go forth, then, both of you, with Our signs; We are with you, listening to all. Go, both of you, to Pharaoh, and say: ‘We are messengers from the Lord of all the worlds: Let the Children of Israel go with us.’ (Verses 10-17)
Die Anrede richtet sich an den Propheten Muhammad ﷺ. Zu Beginn der Sure spricht Gott zu ihm: „Willst du dich vielleicht zu Tode grämen [vor Kummer], weil sie nicht glauben? Wenn Wir wollten, könnten Wir vom Himmel ein Zeichen auf sie herabsenden, vor dem sich ihre Nacken demütig beugen würden. Doch sooft ihnen eine neue Ermahnung vom Allerbarmer kommt, wenden sie sich stets von ihr ab. Sie haben die Wahrheit der Offenbarung tatsächlich geleugnet; doch sie werden mit der Zeit erkennen, worüber sie zu spotten pflegten.“ (Verse 3–6) Die Sure berichtet ihm dann von einigen Gemeinschaften, die die Botschaften Gottes zurückwiesen, und davon, wie sie Seine Strafe erlitten.
The address here is to the Prophet Muhammad (peace be upon him). At the opening of the sūrah, God says to him: “Would you, perhaps, torment yourself to death [with grief] because they would not believe? If We will, We can send down to them from the skies a sign before which their necks will remain bent in submission. Yet whenever any fresh reminder comes to them from the Most Merciful, they always turn their backs on it. They have indeed denied [the truth of revelation]; and they will in time come to understand what it was they were wont to deride.” (Verses 3-6) The sūrah then gives him accounts of what happened to some of the communities that rejected God’s messages and how they suffered His punishment.
„Dein Herr rief Moses zu: Geh zu dem Volk der Frevler, zum Volk des Pharao. Wollen sie sich denn nicht fürchten vor Gott?“ (Verse 10-11) Diese zwei Verse malen die erste Szene, in der Moses seine Botschaft empfängt. Sie beginnt damit, das Volk zu benennen, zu dem er gehen soll, und erklärt es für „frevelhaft“. Sie tun sich selbst großes Unrecht an, indem sie Gottes Botschaft verleugnen, und sie tun den Kindern Israels viel Unrecht, indem sie deren Männer töten, die Frauen aber verschonen und sie mit großer Qual quälen. Deshalb beschreibt die Sure sie als Frevler, bevor sie angibt, wer sie sind. Dann fordert sie Moses und alle Menschen auf, sich über sie zu wundern: „Wollen sie sich denn nicht fürchten vor Gott?“ Wollen sie weiterhin gleichgültig gegenüber dem wahrscheinlichen Ausgang ihres Unrechts bleiben? Wollen sie ihre irregeleiteten Wege nicht ändern? Ihre Lage ist gewiss einzigartig.
Ein sarkastischer Wortwechsel mit dem Pharao
A Sarcastic Exchange With Pharaoh
Bis hierher haben wir verfolgt, wie die Botschaft Moses und Aaron anvertraut wird und wie ihr Auftrag für sie umrissen wird. Doch hier fallen die Vorhänge. Als sie einen Augenblick später wieder gehoben werden, befinden wir uns mitten im Zusammentreffen mit dem Pharao. Was dazwischen geschieht, wird typischerweise ausgelassen.
Up to this point we have watched as the message is entrusted to Moses and Aaron, and how their task is outlined for them. But the curtains fall here. When, a moment later, they are raised again, we are in full view of the confrontation that takes place with Pharaoh. What happens in between is typically deleted.
Der Pharao sagte [zu Moses]: „Haben wir dich nicht als Kind bei uns großgezogen? Und hast du nicht viele Jahre deines Lebens bei uns verbracht? Doch du hast jene Tat deinerseits begangen, und du warst ein Ungläubiger.“ Er [Moses] antwortete: „Ich beging sie, als ich noch irregeleitet war, und ich floh vor euch, weil ich euch fürchtete. Dann schenkte mir mein Herr sicheres Urteilsvermögen und machte mich zu einem [Seiner] Gesandten. Und was für eine Gunst ist das, mit der du mir vorhältst: War es nicht so, dass du die Kinder Israels versklavt hattest?“
[Pharaoh] said [to Moses]: Did we not bring you up when you were an infant? And did you not stay with us many years of your life? Yet you have done that deed of yours while being an unbeliever.’ Replied [Moses]: ‘I committed it while I was still going astray; and I fled from you because I feared you. Then my Lord granted me sound judgement and made me one of [His] messengers. And what sort of favour is this you are taunting me with: was it not because you had enslaved the Children of Israel?’ (Verses 18-22)
Pharao ist erstaunt, als Moses seinen unerwarteten Anspruch erhebt, ein Gesandter Gottes zu sein, des Herrn der Welten. Er ist noch mehr erstaunt, als Moses fordert, dass er die Kinder Israels freilässt. Das Letzte, was er von Moses wusste, war, dass dieser in seinem Palast aufgezogen worden war, nachdem man ihn als Neugeborenen in einem Korb auf dem Nil treibend gefunden hatte. Als junger Mann hatte er einen Ägypter getötet, der in einen Streit mit einem Israeliten verwickelt war, und war geflohen. Es heißt, dass der Ägypter, den er getötet hat, zum Gefolge des Pharaos gehörte.
Pharaoh is amazed as Moses makes his unexpected claim to be a messenger from God, the Lord of the universe. He is further amazed as Moses demands that he free the Children of Israel. The last thing he knew of Moses was that he was brought up in his palace after being found as a newborn child floating in a basket on the Nile. As a young man he had killed an Egyptian who was involved in a fight with an Israelite and ran away. It is said that the Egyptian he killed belonged to Pharaoh’s entourage.
1 Es sei hier darauf hingewiesen, dass Moses sich selbst als einen der Gesandten Gottes bezeichnet und nicht die Einzahl verwendet. Dies dient zwei Zwecken: (1) Es passt zu den sich reimenden Versenden und erhält so den musikalischen Rhythmus, der durch die gesamte Sure hindurchläuft; und (2) es betont die Tatsache, dass er einer von vielen war, die zu verschiedenen Völkern in verschiedenen Generationen gesandt wurden, um der Menschheit göttliche Rechtleitung zu bringen.
1 It should be noted here that Moses refers to himself as one of God's messengers, rather than using the singular form. This serves two purposes: (1) it fits with rhyming verse endings and thus maintains the musical beat running throughout the sūrah; and (2) it emphasizes the fact that he was one of many sent to different peoples in different generations to provide divine guidance to mankind.
Die Herausforderung geht weiter
The Challenge Continues
An dieser Stelle bricht Pharao diese Argumentationslinie ab und fragt Moses nach dem zentralen Punkt seiner Behauptungen. Doch seine Frage trägt einen Unterton des Spotts und der Verhöhnung, die sich gegen niemand anderen als Gott selbst richtet. „Pharao sprach: Und was ist dieser ‚Herr der Welten‘?“ (Vers 23) Wie hochmütig und unverschämt! Er sagt sinngemäß: Was ist dieser Herr der Welten, von dem du sagst, du seiest sein Gesandter? Eine solche Frage kann nur eine Leugnung dessen bedeuten, worauf sie sich bezieht, und eine Verhöhnung der Aussage und der Person, die sie trifft. Er hält die ganze Lage für unmöglich und einer Erörterung unwürdig.
At this point, Pharaoh stops this line of argument and asks Moses for the central point of his claims, but his questioning carries overtones of ridicule and derision aimed at none other than God Himself. “Pharaoh said: And what is that ‘Lord of all the worlds?’” (Verse 23) How arrogant and insolent! He is saying: what is this Lord of the worlds about whom you describe yourself as His messenger? Such a question can only mean a denial of the very point it relates to, and a ridicule of the statement and the person making it. He considers the whole situation impossible and unworthy of discussion.
Moses’ Antwort verweist auf die Herrschaft Gottes über das gesamte sichtbare Universum und alles, was darin ist: „[Moses] antwortete: Er ist der Herr der Himmel und der Erde und alles dessen, was zwischen beiden ist, wenn ihr Gewissheit haben wollt.“ (Vers 24) Damit widerlegt seine Antwort die Leugnung des Pharaos und macht sie wertlos. Er sagt ihm, dass Gott der Herr des ganzen Universums ist, das weder die Macht noch das Wissen des Pharaos je erreichen kann. Das Höchste, dessen sich der Pharao rühmen kann, ist, dass er ein Gott über die Menschen des Niltals und sein allgemeiner Herrscher ist. Doch auch das ist ein winziges Teilchen im Vergleich zu den Himmeln und der Erde und allem, was zwischen beiden ist. In der Antwort Moses’ erkennen wir seine Zurückweisung der Ansprüche des Pharaos als eitle Prahlerei; er lenkt die Aufmerksamkeit auf das weite Universum und fordert ihn auf, über seine Größe nachzudenken und über Den, der Herr über das Ganze ist. Das ist gewiss der Herr aller Welten. Er schließt seine Antwort mit einer Bemerkung, die die Menschen dazu einlädt, sich um das Erlangen von Gewissheit zu bemühen: „Wenn ihr Gewissheit haben wollt.“ Der Pharao wendet sich an die Menschen um ihn herum und bringt sein Erstaunen über diese Antwort zum Ausdruck. Oder vielleicht wollte er, dass sie sich davon nicht beeinflussen lassen. Das ist typisch für alle Tyrannen, die fürchten, dass einfache Worte der Wahrheit die Herzen und Sinne der Massen beeinflussen könnten:
Moses’ reply points to God’s Lordship over the entire visible universe and all that there is in it: “[Moses] answered: He is the Lord of the heavens and the earth and all that is between them, if you want to be sure.” (Verse 24) Thus, his answer refutes Pharaoh’s denial, rendering it worthless. He tells him that God is the Lord of the entire universe which neither Pharaoh’s power nor his knowledge can ever reach. The utmost that Pharaoh can boast of is that he is a deity over the people of the Nile Valley and its overall lord. But then this is a tiny little particle when compared to the heavens and the earth and all that is between them. We discern in Moses’ answer his dismissal of Pharaoh’s claims as vain boasts, turning his attention to the vast universe, inviting him to contemplate its size and the One who is Lord over it all. That is certainly the Lord of all the worlds. He concludes his answer with a comment inviting the people to work for the achievement of certainty: “If you want to be sure.” Pharaoh turns to those around him, expressing amazement at this response. Or maybe he wanted them not to be influenced by it. This is typical of all tyrants who fear that simple words of truth might influence the hearts and minds of the masses:
Brutale Drohungen versus logische Argumente
Brutal Threats versus Logical Arguments
Tyrannei fürchtet nichts mehr als das Wiedererwachen der Herzen der Menschen. Sie hasst niemanden mehr als einen Verfechter klarer Einsicht und richtigen Denkens. Ihr Hauptgegner ist derjenige, der versucht, das Gewissen der Menschen zu wecken. Als Moses mit seiner Beschreibung Gottes des Allmächtigen die Herzen der Menschen berührte, wurde Pharao äußerst zornig. Er beendete die Auseinandersetzung mit einer klaren Drohung mit Gewalt, dem letzten Mittel aller Tyrannen, wenn sie spüren, dass ein Gegenargument zu stark ist. „[Pharao] sprach: Wenn du jemals einen anderen Gott als mich verehrst, werde ich dich gewiss ins Gefängnis werfen lassen.“ (Vers 29)
Tyranny does not fear anything more than the reawakening of people’s hearts. It does not hate anyone more than an advocate of clear vision and right thinking. Its main opponent is the one who tries to awaken people’s consciences. When Moses touched people’s hearts with his description of God Almighty, Pharaoh was extremely angry. He ended the argument with a clear threat of force, which is the ultimate recourse of all tyrants, when they feel that any counter argument is too powerful. “[Pharaoh] said: If you ever serve a god other than me, I will most certainly have you imprisoned.” (Verse 29)
So lautet die Argumentation und der Beweis, der sie stützt: eine klare Drohung mit Gefängnis. Das Gefängnis steht bereit, und die Maßnahme selbst wurde bereits gegen andere ergriffen. Es ist eine Maßnahme, die die Schwäche der Falschheit offenbart, wenn sie der überwältigenden Macht der Wahrheit gegenübersteht. Tyrannen kennen keinen anderen Weg.
Such is the argument and the evidence supporting it: a clear threat of imprisonment. The prison is available and the measure itself has been taken against others. It is a measure that exposes the weakness of falsehood when it faces the overwhelming power of the truth. Tyrants know no other way.
Dennoch verlor Moses nicht die Fassung. Wie hätte er das auch tun können, da er doch Gottes Gesandter ist und die Unterstützung genießt, die Gott ihm und seinem Bruder versprochen hat?
Nevertheless, Moses did not lose his composure. How could he have when he is God’s messenger, enjoying the support God has promised him and his brother?
Daher setzt er die Argumentation fort, öffnet das Buch wieder, das Pharao schließen will, und bringt einen neuen Beweis vor: „Sprach [Mose]: Auch wenn ich dir einen deutlichen Beweis bringe?“ (Vers 30) Hier fragt er Pharao: Wirst du mich immer noch einsperren lassen, wenn ich einen unwiderlegbaren Beweis dafür liefere, dass alles, was ich sage, wahr ist? Damit stellte er Pharao vor einer großen Versammlung bloß. Dieser erkannte, dass er, wenn er diesen neuen Beweis rundweg ablehnte, nur seine eigene Schwäche gegenüber Moses’ überzeugender Argumentation offenbaren würde, und das trotz seiner Bezeichnung Moses als Wahnsinnigen. Er glaubte, seine einzige Möglichkeit bestehe darin, einen solchen Beweis zu verlangen: Daher sprach er: „Bring ihn denn, wenn du wahrhaftig bist!“ (Vers 31)
Die Lüge findet ihr Ende
Falsehood Comes To Grief
Dies ist eine typische Haltung, zu der Tyrannen greifen, wenn sie spüren, dass ihr Griff auf die Macht schwächer wird. Sie scheinen milder zu werden und suchen die Hilfe jener Menschen, auf denen sie bisher herumgetrampelt sind. Sie errichten eine Fassade der Beratung mit ihnen, doch diese ist nur vorübergehend, bis die Gefahr vorüber ist. Fühlen sie sich wieder sicher, kehren sie zu ihrer Tyrannei zurück und dulden keinerlei Opposition.
This is a typical position to which tyrants resort when they feel their grip on power weakening. They seem to soften up, seeking the help of the people they have been trampling over. They put up a facade of consultation with them, but this is only temporary until the danger has passed. When they feel they are safe again, they revert to their tyranny, tolerating no opposition whatsoever.
Jene um ihn herum fielen auf seine List herein, denn sie teilten seine Falschheit und wünschten sich, dass der bestehende Zustand fortbesteht, weil dies ihre einflussreichen Positionen in der staatlichen Hierarchie sicherte. Sie fürchteten, dass Moses und die Kinder Israels ihnen ihr Land wegnehmen würden, sollte die Masse ihm und Aaron folgen. Daher beeilten sich diese vornehmen Häupter, dem Pharao zu raten, er könne eine Art Zauberei mit einer anderen messen, vorausgesetzt, es gebe eine Zeit der Vorbereitung: „Sie sprachen: Lass ihn und seinen Bruder eine Weile warten und schicke Herolde in alle Städte, dass sie dir jeden erfahrenen Zauberer bringen.“ (Verse 36–37) Der Plan bestand also darin, Zeit zu gewinnen, während der Pharao in alle ägyptischen Städte Botschaft sandte, um jeden geschickten Zauberer herbeizurufen, der es mit Moses aufnehmen oder ihn übertreffen könnte.
Those around him fell for his ploy because they shared his falsehood and were keen for the status quo to continue for it ensured their influential positions in the state hierarchy. They feared that Moses and the Children of Israel would take their land from them should the masses follow him and Aaron. Hence, these noble chiefs were quick to give their advice to Pharaoh, suggesting that he could match one type of sorcery with another, provided there was a period of preparation: “They said: Let him and his brother wait a while, and send heralds to all cities to bring before you every sorcerer of great skill.” (Verses 36-37) The plan, then, was to gain time while Pharaoh sent word to all Egyptian cities summoning every skilful sorcerer who could match or excel Moses.
Der Vorhang fällt hier. Wenn er wieder hochgeht, sehen wir die Zauberer versammelt und die Menschen, die in großer Zahl zusammenströmen, um dem großen Wettstreit zuzusehen.
The curtains drop here. When they are raised again we see the sorcerers assembled and the people gathering in large numbers to watch the great contest.
Das Gewicht zugunsten des Pharaos umkehren
Turning The Scales Against Pharaoh
Die Sure führt uns dann den gesamten Wettstreit und die großen Ereignisse vor Augen, die darauf folgen:
The sūrah then draws before our eyes the whole contest and the great events that follow:
Moses sagte zu ihnen: „Werft, was ihr werfen wollt!“ Da warfen sie ihre Seile und Stäbe und sagten: „Bei der Macht des Pharaos, wir sind gewiss diejenigen, die siegen werden.“ Dann warf Moses seinen Stab, und er verschlang, was sie an Trugbildern vorgetäuscht hatten. Die Zauberer fielen nieder und warfen sich anbetend zu Boden und sagten: „Wir glauben an den Herrn der Welten, den Herrn Moses’ und Aarons.“ [Pharao] sagte: „Ihr glaubt an Ihn, noch bevor ich es euch erlaubt habe! Gewiss, dieser ist euer Meister, der euch die Zauberei beigebracht hat. Aber bald werdet ihr es erfahren. Ich werde euch gewiss die Hände und Füße wechselseitig abschneiden und euch alle gewiss ans Kreuz schlagen.“ Sie sagten: „Es macht nichts aus. Zu unserem Herrn werden wir gewiss zurückkehren. Wir hoffen sehr, dass unser Herr uns unsere Sünden vergibt, weil wir die Ersten sind, die geglaubt haben.“ (Verse 43–51)
Moses said to them: ‘Throw whatever you are going to throw!’ So they threw their ropes and staffs, and said: ‘By Pharaoh’s might, it is we indeed who will prevail.’ Then Moses threw his staff and it swallowed up their false devices. The sorcerers fell down prostrating themselves, and said: ‘We believe in the Lord of all the worlds, the Lord of Moses and Aaron. [Pharaoh] said: ‘You believe in Him even before I have given you permission! Surely, this one must be your master who has taught you witchcraft! But in time you shall come to know. I shall most certainly have your hands and feet cut off on alternate sides, and I shall most certainly crucify you all.’ They said:’ No harm [can you cause us]. To our Lord we shall indeed return. We certainly hope that our Lord will forgive us our sins, since we are the first who have believed.’ (Verses 43-51)
Alles beginnt mit einer alltäglichen, stillen Szene; und doch vermittelt sie uns den Eindruck, dass Moses vollkommen davon überzeugt war, die Wahrheit zu vertreten. Daher kümmerte er sich wenig um die Menge der Zauberer, die aus ganz Ägypten zusammengekommen waren und bereit standen, ihre Künste einzusetzen, um die Sache des Pharaos zu beweisen. Seine Zuversicht zeigt sich darin, dass er ihnen den Vortritt ließ: „Moses sagte zu ihnen: Werft, was ihr werfen wollt!“ (Vers 43)
It all starts with an ordinary, quiet scene; yet it gives us the sense that Moses was perfectly reassured that he represented the truth. Hence, he cared little for the multitude of sorcerers gathered from all over Egypt, ready to employ their skills to prove Pharaoh’s case. His reassurance is reflected in his allowing them to be the first to start: “Moses said to them: Throw whatever you are going to throw!” (Verse 43)
Brute Force zur Unterdrückung des Glaubens
Brute Force To Suppress Faith
Wir können uns dann die Panik vorstellen, die Pharao und seine Adligen erfasste, als sie das Bekenntnis der Zauberer hörten und ihren tiefen, unerschütterlichen Glauben an Gott, vor dem sie sich nun niederwarfen.
We can then imagine the panic that affected Pharaoh and his nobles as they heard the sorcerers’ declaration and their profound, unshakeable belief in God, before whom they now prostrated themselves.
Voller Zorn drohte der Pharao unmissverständlich an, er werde die Zauberer mit allerlei Strafen belegen. Ferner beschuldigte er sie, sich gegen ihn und das ägyptische Volk mit Moses verschworen zu haben.
Enraged, Pharaoh issued a clear warning that he would inflict all sorts of punishment upon the sorcerers. He further accused them of conspiring with Moses against him and the Egyptian people:
[Pharao] sagte: Ihr glaubt ihm schon, bevor ich es euch erlaubt habe! Gewiss, dieser ist euer Meister, der euch die Zauberei gelehrt hat. Doch bald werdet ihr es erfahren. Ich werde euch gewiss die Hände und Füße wechselseitig abschneiden und euch gewiss alle kreuzigen. (Vers 49)
[Pharaoh] said: You believe in him even before I have given you permission! Surely, this one must be your master who has taught you witchcraft! But in time you shall come to know. I shall most certainly have your hands and feet cut off on alternate sides, and I shall most certainly crucify you all. (Verse 49)
Der Koran legt besonderen Nachdruck auf die ersten Worte des Pharao: „Ihr glaubt an ihn, noch bevor ich es euch erlaubt habe“, um hervorzuheben, dass sie sich Moses unterworfen haben, ohne zuvor die Erlaubnis des Pharao einzuholen. So wirft er ihnen eine absichtliche Verschwörung vor, an der sie bereitwillig teilnahmen, wohl wissend, welchen Ausgang sie nehmen würde. Er konnte nicht nachvollziehen, was ihre Herzen berührt hatte. Wie hätte ein Tyrann die Wirkung des Glaubens auf den Verstand und die Herzen der Menschen empfinden können? Dann brachte er seine voreilige Anschuldigung vor, um ihren Sinneswandel zu erklären: „Gewiss, dieser ist euer Meister, der euch die Zauberei gelehrt hat!“ (Vers 49). Dies ist eine sehr seltsame Anschuldigung, die sich nur erklären lässt, wenn man annimmt, dass einige dieser Priester-Zauberer – denn die Religion, die den Pharao zu einer Gottheit erhob, stützte sich auf magiepraktizierende Priester – sich um Moses’ Erziehung kümmerten, da er im Palast des Pharao aufgezogen wurde, oder dass er möglicherweise ihre Tempel besuchte. Der Pharao nutzt diese entfernte Verbindung also aus und kehrt sie um. Statt zu sagen, Moses sei ihr Schüler gewesen, behauptet er, er sei ihr Meister gewesen, um die Lage noch schrecklicher erscheinen zu lassen.
The Qur’ānic text places special emphasis on Pharaoh’s first words, “you believe in him even before I have given you permission,” so as to highlight the surrender to Moses without first obtaining Pharaoh’s permission. Thus, he accuses them of a purposeful conspiracy in which they willingly participated, knowing full well its outcome. He could not appreciate what had touched their hearts. How could a tyrant feel the effect of faith on people’s minds and hearts? He then delivered his hasty accusation to explain their transformation: “Surely, this one must be your master who has taught you witchcraft!” (Verse 49) This is a very strange accusation which defies explanation unless one says that some of these priest sorcerers — since the religion that made Pharaoh a deity relied on magic-practising priests — attended to Moses’ education given he was brought up in Pharaoh’s palace, or that he might have attended them in their temples. Hence, Pharaoh manipulates this distant relation, turning it on its head. Thus, instead of saying that Moses was their disciple, he says he was their master; this to make the situation look even more horrendous.
Göttliche Fürsorge für die wahren Gläubigen
Divine Care For True Believers
Danach kümmerte sich Gott um Seine treuen Diener, während der Pharao begann, sein Heer aufzubieten, und danach strebte, seine Pläne in die Tat umzusetzen:
Thereafter, God looked after his faithful servants, while Pharaoh began raising his army, seeking to put his plans into effect:
Und Wir offenbarten Moses: „Brich mit Meinen Dienern bei Nacht auf, denn ihr werdet verfolgt werden.“ Pharao sandte Herolde in alle Städte [mit der Botschaft]: „Diese sind nur eine kleine Schar, und sie haben uns gewiss erzürnt; doch wir sind alle vereint und gut gerüstet.“ (Verse 52-56)
Then We revealed to Moses: ‘Set forth with My servants by night, for you will be pursued.’ Pharaoh sent heralds to all cities, [saying]: ‘These are but a small band, and most certainly they have enraged us; but we are all united, and well prepared.’ (Verses 52-56)
Hier liegt eine Lücke in der Erzählung vor, in der bestimmte Ereignisse ausgelassen werden. Mose und die Kinder Israels lebten eine Zeit lang in Ägypten, während dieser Zeit ereigneten sich die Zeichen, die in Sure 7, Al-A'raf, erwähnt werden. Erst später befahl Gott Mose, mit seinem Volk Ägypten zu verlassen. All diese Ereignisse werden hier ausgelassen, damit der geschichtliche Bericht dem Thema der Sure besser dient und ihre Botschaft am deutlichsten vermittelt.
We have here a gap in the story during which certain events are omitted. Moses and the Israelites lived for a period in Egypt during which the signs mentioned in Sūrah 7, The Heights, took place. It was later that God instructed Moses to leave Egypt with his people. All these events are omitted here so that the historical account better serves the theme of the sūrah, delivering its message most clearly.
Was wir wissen, ist, dass Gott Seinem Gesandten Mose befahl, mit seinem Volk aufzubrechen, und dass sie ihre Flucht bei Nacht begannen, nachdem sie alle nötigen Vorbereitungen getroffen und ihren Aufbruch gut geplant hatten. Gott sagte Mose außerdem, dass Pharao und sein Heer ihnen nachsetzen würden. Ferner gebot Er ihm, sein Volk zum Meer zu führen, höchstwahrscheinlich zu jener Stelle, an der sich der Golf von Sues in das Seengebiet erstreckt. Pharao erfuhr bald vom nächtlichen Auszug der Kinder Israels, und er ordnete sofort die vollständige Mobilmachung seiner Truppen an. Er sandte Herolde und Beamte in andere Städte, um Rekruten zu gewinnen, in der Hoffnung, Mose und sein Volk einzuholen und ihre Bemühungen zu vereiteln.
What we know is that God instructed His messenger, Moses, to leave with his people, starting their flight by night after making all the necessary preparations and planning their departure well. God also told Moses that Pharaoh and his host would pursue them. He further commanded him to lead his people to the sea, most probably to the point where the Gulf of Suez stretches into the lakes area. Pharaoh soon learnt of the Children of Israel’s night flight and he immediately ordered full mobilization of his troops, sending heralds and officials to other cities to enlist recruits, hoping to catch up with Moses and his people and undermine their efforts.
Die Ertrinkung des Heeres des Pharaos
The Drowning Of Pharaoh’s Army
Nach dieser Interpolation erleben wir die letzte, entscheidende Szene:
After this interpolation we are treated to the final, decisive scene:
Und so verfolgten sie sie bei Sonnenaufgang. Als die beiden Heere einander in Sicht kamen, sagten die Gefährten des Moses: „Wir werden gewiss eingeholt werden.“ Er erwiderte: „Keineswegs. Mein Herr ist mit mir, und Er wird mich leiten.“ Und Wir offenbarten Moses: „Schlage mit deinem Stab auf das Meer.“ Da teilte es sich, und jeder Teil war wie ein gewaltiger Berg. Und Wir ließen die anderen heranrücken, und Wir retteten Moses und alle, die mit ihm waren, während Wir die anderen ertränkten. Gewiss, darin liegt ein deutliches Zeichen; doch die meisten von ihnen glauben nicht. Und wahrlich, dein Herr ist der Allmächtige, der Barmherzige.
And so they [i.e. Pharaoh’s army] pursued them at sunrise. When the two hosts came in sight of each other, the followers of Moses said: ‘We shall certainly be overtaken.’ He replied: ‘No indeed.’ My Lord is with me and He will guide me.’ And We revealed to Moses: ‘Strike the sea with your staff’ So it divided, and each part was like a massive mountain. And We caused the others to draw near, and We saved Moses and all who were with him, while We caused the others to drown. Indeed, there is in this a sure sign; yet most of them will not believe. And indeed it is your Lord who is the Mighty One, the Merciful. (Verses 60-68)
So, Moses zog mit seinem Volk bei Nacht los, in Übereinstimmung mit Gottes Plan. Am Morgen begann Pharao mit seinen Soldaten die Verfolgung. Wir sehen nun, wie sich der Höhepunkt nähert und die Schlacht kurz bevorsteht. Moses und sein Volk befinden sich nahe am Meer, ohne Boote, mit denen sie hinüberfahren könnten. Zu Fuß konnten sie nicht hinüber, und es fehlten ihnen die Mittel, sich zu verteidigen. Pharao und sein Heer rückten näher, seine Soldaten voll ausgerüstet, siegesgewiss und entschlossen, keine Gnade zu zeigen. Alle Anzeichen deuteten auf ein endgültiges Unglück für die kleine Gruppe um Moses hin: Es gab kein Entkommen, denn vorn lag das Meer und hinten der Feind. Daher riefen sie aus: „Wir werden gewiss eingeholt werden.“ (Vers 61)
So, Moses marched with his people at night, in accordance with God’s plan. In the morning, Pharaoh and his soldiers began their chase. We then see the climax approaching, and the battle about to commence. Moses and his people find themselves close to the sea, without any boats which they could use to cross. They could not cross on foot, and they lacked the means to defend themselves. Pharaoh and his army were approaching, with his soldiers fully equipped, confident of their victory and intent on showing no mercy. All indications suggested a final tragedy for the small group with Moses: there was no escape, for the sea was ahead and the enemy to the rear. Hence they cried out: “We shall certainly be overtaken.” (Verse 61)