Hud (Gesellschaftliche Perspektive) 84-99
Hud (Social Perspective) 84-99
Und nach Madyan entsandten Wir ihren Bruder Schu'ayb. Er sprach: „Mein Volk! Dient Gott allein. Ihr habt keinen Gott außer Ihm. Gebt beim Maß und Gewicht nicht zu wenig. Ich sehe euch in einem glücklichen Zustand, doch fürchte ich für euch die Strafe eines verhängnisvollen Tages, der alle umfassen wird." (84)
And to Madyan We sent their brother Shu`ayb. He said: ‘My people! Worship God alone. You have no deity other than Him. Do not give short measure and weight. I see you now in a happy state, yet I dread lest suffering befall you on a fateful day which will encompass all. (84)
Mein Volk, gebt volles Maß und Gewicht in aller Gerechtigkeit, und schmälert den Menschen nicht ihre Rechte, und richtet auf der Erde keine Verderbnis an durch frevelhafte Taten. (85)
My people, always give full measure and weight, in all fairness, and do not deprive people of what is rightfully theirs, and do not spread corruption on earth by wicked actions. (85)
„Was bei Gott ist, ist besser für euch, wenn ihr wirklich glaubt. Ich bin nicht euer Hüter.“ (86)
That which rests with God is better for you, if you truly believe. I am not your keeper.’ (86)
Sie sagten: „Schu'ayb, verlangt dich dein Gebet etwa, dass du von uns fordern sollst, alles aufzugeben, was unsere Vorväter verehrten, oder dass wir davon ablassen, mit unserem Besitz nach Belieben zu verfahren? Du bist doch der Nachsichtige und Rechtschaffene!“ (87)
They said: ‘Shu`ayb, do your prayers compel you to demand of us that we should renounce all that our forefathers worshipped, or that we refrain from doing what we please with our property? You are indeed the one who is clement and right- minded!’ (87)
Er sagte: „Bedenkt, mein Volk! Wenn ich mich auf einen klaren Beweis von meinem Herrn stütze und Er mir gute Versorgung gewährt hat, die Er allein geben kann? Ich habe nicht den Wunsch, euch entgegen dem zu tun, wovon ich euch abrate. Alles, was ich begehre, ist, Dinge in Ordnung zu bringen, soweit es in meiner Macht steht. Mein Gelingen hängt allein von Gott ab. Auf Ihn habe ich mein Vertrauen gesetzt, und zu Ihm wende ich mich stets. (88)
He said: ‘Think, my people! If I take my stand on a clear evidence from my Lord and He has provided me with goodly sustenance which He alone can give? I have no desire to do, in opposition to you, what I ask you not to do. All that I desire is to set things to rights in so far as it lies within my power. My success depends on God alone. In Him have I placed my trust, and to Him I always turn. (88)
Mein Volk, möge euer Widerstreit gegen mich nicht dazu führen, dass euch ein Schicksal trifft, wie es die Völker Noahs, Hūds oder Ṣāliḥs ereilte; und die Leute Lots waren euch nicht fern. (89)
My people, let not your disagreement with me bring upon you a fate similar to those that befell the peoples of Noah, Hūd or Şāliĥ; nor were Lot’s people far away from you. (89)
Bitte bittet also euren Herrn um Vergebung für eure Sünden und kehrt dann reumütig zu Ihm zurück. Wahrlich, mein Herr ist barmherzig und voller Liebe. (90)
Hence, pray to your Lord to forgive you your sins, and then turn towards Him in repentance. My Lord is indeed Merciful and All-loving.’ (90)
Sie sagten: „Schu’aib, wir verstehen vieles von dem nicht, was du sagst. Doch wir sehen klar, wie schwach du in unserer Mitte bist. Wären nicht deine Sippe, so hätten wir dich gesteinigt. Du genießt bei uns keine große Achtung.“ (91)
They said: ‘Shu`ayb, we cannot understand much of what you say. But we do see clearly how weak you are in our midst. Were it not for your family, we would have stoned you. You do not command a position of great respect among us.’ (91)
Er sprach: „Mein Volk, habt ihr etwa meine Sippe höher geachtet als Gott? Ihr habt Ihn hinter euch geworfen. Wahrlich, mein Herr umfasst [mit Seiner Macht] alles, was ihr tut.“ (92)
Said he: ‘My people, do you hold my family in greater esteem than God? You have turned your backs on Him. My Lord encompasses [with His might] all that you do. (92)
Tut, was ihr wollt, mein Volk, und ich werde tun, was ich will.
Do what you will, my people, and so will I.
„Ihr werdet bald erfahren, wer es ist, über den eine Strafe kommt, die ihn mit Schande bedeckt, und wer ein Lügner ist. Wartet also ab, und ich werde mit euch warten.“ (93)
You shall come to know who shall be visited by suffering that will cover him with ignominy, and who is a liar. Watch, then [for what is coming], and I shall watch with you.’ (93)
Als Unser Urteil eintraf, retteten Wir durch Unsere Gnade Schu'aib und diejenigen, die mit ihm glaubten. Der Schrei überkam die Frevler, und als der Morgen kam, lagen sie leblos am Boden, in ihren eigenen Häusern. (94)
When Our judgement came to pass, by Our grace We saved Shu`ayb and those who shared his faith. The blast overtook the wrongdoers, and when morning came, they lay lifeless on the ground, in their very homes, (94)
als ob sie dort nie gediehen wären.
as though they had never prospered there.
Fort mit den Leuten von Madyan, so wie Thamūd fortgerafft wurde!
Oh, away with the people of Madyan, even as the Thamūd have been done away with! (95)
Gewiss, Wir sandten Musa mit Unseren Zeichen und einer klaren Vollmacht, (96)
Indeed, We sent Moses with Our signs and a manifest authority, (96)
zu Pharao und seinen vornehmen Männern. Sie aber folgten nur dem Befehl Pharaos.
to Pharaoh and his noble men. They, however, followed only Pharaoh’s bidding.
Der Befehl des Pharaos führte keineswegs zum Rechten. (97)
Pharaoh’s bidding led by no means to what is right. (97)
Er wird am Tag der Auferstehung an der Spitze seines Volkes erscheinen und sie ins Feuer führen. Schlimm ist die Stätte, zu der sie geführt werden. (98)
He will come at the head of his people on the Day of Resurrection, leading them to the fire. Vile was the destination towards which they were led. (98)
Ein Fluch wird ihnen in dieser Welt und am Tag der Auferstehung nachfolgen.
A curse is made to follow them in this world and on the Day of Resurrection.
Verwerflich war das Geschenk der Erneuerung, das ihnen gegeben worden war. (99)
Vile was the renewable gift which they were given. (99)
Vorschau
Preview
Dies ist eine weitere Etappe derselben Botschaft, die denselben Glauben verkündet. Hier haben wir den Bericht über Schu'aib und sein Volk, das in Madyan lebte. Verbunden mit dem zentralen Thema des Glaubens und der Einheit Gottes, finden wir hier auch das Thema der Ehrlichkeit und Gerechtigkeit in Geschäftsbeziehungen. Es ist ein Thema, das eng mit dem Glauben an Gott, der Unterwerfung allein unter Ihn und der Umsetzung Seiner Gesetze verbunden ist. Die Leute von Madyan waren jedoch völlig verblüfft darüber, dass die beiden Themen miteinander verknüpft wurden.
This is yet another stage of the same message preaching the same faith. Here we have an account of Shu`ayb and his people, who lived at Madyan. Coupled with the main issue of faith and God’s oneness, we also have here the issue of honesty and justice in business transactions. It is an issue closely related to faith in God, submission to Him alone and the implementation of His laws. The people of Madyan, however, were totally astonished at the two issues being linked together.
Sie konnten den Zusammenhang zwischen finanziellen Transaktionen und dem Gebet, das ein Ausdruck der Unterwerfung unter Gott ist, nicht begreifen.
They could not comprehend the relationship between financial transactions and prayer, which is a manifestation of submission to God.
Die Geschichte, die hier erzählt wird, folgt denselben Linien wie die Berichte über Hūd mit den `Ād und über Ṣāliḥ mit den Thamūd. Ihr Schluss sowie der Stil und die Ausdrücke, mit denen das Endergebnis geschildert wird, machen sie jedoch der Geschichte Ṣāliḥs ähnlicher. Tatsächlich stellen die beiden Geschichten dieselbe Art von Leid dar, das in ähnlichen Worten über die beiden Völker hereinbricht.
The history given here follows the same lines as the accounts of Hūd with the `Ād, and Şāliĥ with the Thamūd. Its conclusion, and the style and expressions used to portray the final outcome, however, make it more akin to Şāliĥ’s history. Indeed the two histories portray the same type of suffering, expressed in similar terms, befalling the two peoples.
Glaube und ehrlicher Handel
Faith And Fair Trading
„Und zu Madyan entsandten Wir ihren Bruder Schu'ayb. Er sprach: ‚Mein Volk! Dient Gott allein.
“And to Madyan We sent their brother Shu`ayb. He said: ‘My people! Worship God alone.
„Ihr habt außer Ihm keinen Gott.“ (Vers 84) Die Unterwerfung unter Gott allein ist der erste Glaubensartikel sowie die erste Regel des Lebens und das erste Prinzip des Rechts und der zwischenmenschlichen Beziehungen. Sie ist der Grundsatz, ohne den Glaube, Gottesdienst oder menschliches Miteinander nicht ihre rechte Gestalt annehmen können.
You have no deity other than Him.’” (Verse 84) Submission to God alone is the first article of faith as well as the first rule of life and the first principle of law and human transactions. It is the principle without which faith, worship or human dealings cannot take their proper shape.
„Gebt nicht weniger beim Maß und Gewicht. Ich sehe euch in einem glücklichen Zustand, doch ich fürchte, dass euch Leid widerfährt an einem verhängnisvollen Tag, der alle umfassen wird. Mein Volk, gebt stets volles Maß und volles Gewicht, in aller Gerechtigkeit, und entzieht den Menschen nicht, was ihnen rechtmäßig zusteht, und verbreitet nicht Verderben auf Erden durch frevelhafte Taten. Was bei Gott ist, ist besser für euch, wenn ihr wahrhaft glaubt. Ich bin nicht euer Hüter.“ (Verse 84–86) Das zentrale Thema hier sind Ehrlichkeit und Gerechtigkeit, die gleich nach dem Thema des Glaubens und der Hingabe an Gott kommen. Anders gesagt, geht es um das Gesetz, das die Geschäftsbeziehungen auf der Grundlage des Glaubens regelt. Die Leute von Madyan, deren Land ein Gebiet zwischen dem Hidschas und Syrien war, pflegten bei Maß und Gewicht zu betrügen und so anderen Menschen das vorzuenthalten, was ihnen rechtmäßig zustand. Das heißt, sie gaben anderen weniger, als der Wert ihrer Waren betrug. Ihr Fehlverhalten warf ein schlechtes Licht auf ihre Integrität und Ehre und zeigte, dass sie äußerlich wie innerlich alles andere als rein waren. Ihre geographische Lage ermöglichte es ihnen, die Handelsroute der Karawanen zwischen Norden und Süden Arabiens zu kontrollieren. Dadurch konnten sie anderen Völkern ungerechte Bedingungen für deren Handel diktieren.
“Do not give short measure and weight. I see you now in a happy state, yet I dread lest suffering befall you on a fateful day which will encompass all. My people, always give full measure and weight, in all fairness, and do not deprive people of what is rightfully theirs, and do not spread corruption on earth by wicked actions. That which rests with God is better for you, if you truly believe. I am not your keeper.” (Verses 84-86) The main issue here is honesty and justice, which comes second only to the issue of faith and submission to God. In other words, it is the issue of the law which governs business dealings on the basis of faith. The people of Madyan, whose country was an enclave of land lying between Hijaz and Syria, used to give short measure and weight, thus wronging other people in respect of what was rightfully theirs. That is, they used to give other people less than the value of their goods. Their misconduct reflected badly on their integrity and honour and showed that they were far from clean both externally and at heart. Their geographical position meant that they were able to control the trade route of the caravans moving between the north and the south of Arabia. This enabled them to dictate unfair terms on other peoples’ trade.
Religion und Finanzgeschäfte
Religion And Financial Dealings
Die Leute von Madyan waren in ihren verderbten Praktiken verhärtet. Ihre Antwort war sarkastisch. Jedes Wort davon war von Sarkasmus durchdrungen. Doch sie zeigte zugleich ihre Unwissenheit und ihre störrische Halsstarrigkeit: „Sie sagten: ‚O Schu‘ajb, verlangt dein Gebet von dir, dass du uns gebietest, alles aufzugeben, was unsere Vorfahren angebetet haben, oder dass wir davon ablassen, mit unserem Besitz zu tun, was wir wollen? Du bist doch wahrlich der Milde und Rechtschaffene!‘“ (Vers 87)
The people of Madyan were hardened in their corrupt practices. Their reply was sarcastic. Every word of it smacked of sarcasm. Yet it also indicated their ignorance and mulish obstinacy: “They said: ‘Shu`ayb, do your prayers compel you to demand of us that we should renounce all that our forefathers worshipped, or that we refrain from doing what we please with our property? You are indeed the one who is clement and right- minded!’” (Verse 87)
Sie erkannten nicht und wollten auch nicht erkennen, dass das Gebet vom Glauben gefordert ist, als Ausdruck wahrer Hingabe an Gott. Der Glaube kann nicht bestehen ohne die Anerkennung der Einheit Gottes und die Abkehr von allem anderen, was sie oder ihre Vorfahren verehrt haben. Ebenso kann er nicht bestehen, solange die Gesetzgebung Gottes in Fragen des Handels und der Finanzen sowie in allen Lebensbereichen nicht umgesetzt wird. All dies bildet ein vollständiges Ganzes, und der Glaube lässt sich nicht von den Gebeten oder von einer Gesetzgebung trennen, die alle Aspekte des menschlichen Lebens umfasst.
They did not realize, nor wanted to realize, that prayers are required by faith, as a manifestation of true submission to God. Faith cannot be established without the recognition of God’s oneness and the renunciation of everything else they or their forefathers worshipped. Likewise, it cannot be established unless God’s legislation in matters of trade and finance, as well as in all spheres of life, are implemented. All these are a complete whole, and faith cannot be separated from prayers or legislation which caters for all aspects of human life.
Die Menschen von Madyan, die eine so verkehrte Vorstellung vom Zusammenhang zwischen Glauben und Gottesdienst sowie zwischen beiden und Geschäftsvorgängen hatten, lebten vor langer Zeit. Doch anstatt ihre Haltung ausführlich anzuprangern, sollten wir uns daran erinnern, dass die Menschen heute an bestimmten Vorstellungen festhalten, die sich von denen des Volkes Shu`ayb kaum unterscheiden. Die Welt der Jāhiliyyah, die wir heute um uns herum sehen, ist nicht viel besser oder klüger als die frühere. Die Art, anderen Wesen neben Gott göttliche Eigenschaften zuzuschreiben, wie sie das Volk Shu`ayb praktizierte, wird heute noch von der Mehrheit der Menschheit ausgeübt, auch von jenen, die behaupten, Juden, Christen oder Muslime zu sein. Alle versuchen, eine Schranke zu errichten, die auf der einen Seite Glauben und Gottesdienst und auf der anderen Seite Recht und Geschäftsvorgänge trennt. Sie behaupten, Glaube und Gottesdienst gehörten Gott und sollten nach Seinen Anweisungen vollzogen werden, während Recht und Geschäft Ihn nichts angingen. Diese sollten vielmehr nach dem Gebot einer anderen Autorität geregelt werden. Dies ist in der Tat das Wesen der Beigesellung von Partnern zu Gott.
Das Argument eines gütigen Propheten
A Kind Prophet’s Argument
Schu'aib, völlig überzeugt von der Wahrheit seiner Botschaft und sich der Unwissenheit und Kurzsichtigkeit seines Volkes bewusst, lässt sich von ihrem Spott nicht beirren. Im Gegenteil, er versucht, ihnen höflich mitzuteilen, dass er sich auf klare Beweise seines Herrn stützt, die er in seinem tiefsten Innern spürt. Er erklärt ihnen, dass er von der Wahrheit dessen, wofür er eintritt, völlig überzeugt ist, weil sein Wissen das ihre weit übertrifft. Wenn er sie auffordert, an redlichen Geschäftspraktiken festzuhalten, gelten die Auswirkungen einer solchen Redlichkeit auch für ihn, da er selbst Kaufmann ist. Er strebt nach keinem persönlichen Vorteil, den er für sich selbst erzielen will. Er beabsichtigt nicht, hinter ihrem Rücken das zu tun, was er ihnen verboten hat, um so einen Markt ohne Konkurrenz zu genießen. Sein Aufruf ist ein Aufruf zur Reform, der ihn selbst einschließt. Der Weg, auf den er sie verweist, wird ihnen keine Verluste bringen, wie sie irrtümlich meinen.
Shu`ayb, fully confident of the truth of his message, and aware of his people’s ignorance and short-sightedness, does not let their sarcasm affect him. On the contrary, he seeks to inform them politely that he takes his stand on clear evidence from his Lord, which he feels in his innermost heart. He explains to them that he is fully confident of the truth of what he advocates because his knowledge far exceeds theirs. When he calls on them to stick to honest dealings, the effects of such honesty also apply to him since he is a businessman. He is after no personal gain which he seeks to realize for himself. He does not intend to do behind their backs what he has forbidden them so that he enjoys a market free from competition. His call is one of reform which includes himself. The path he enjoins them to follow will not cause them any losses, as they mistakenly think.
Er sagte: Denkt nach, mein Volk! Wenn ich mich auf einen klaren Beweis von meinem Herrn stütze und Er mir gute Versorgung gewährt hat, die Er allein geben kann – [wie könnte ich schweigen]? Ich habe keinerlei Verlangen, das zu tun, was ich euch verbiete, und es gegen euch zu richten. Alles, was ich will, ist, die Dinge in Ordnung zu bringen, soweit es in meiner Macht steht. Mein Gelingen hängt allein von Gott ab. Auf Ihn habe ich mein Vertrauen gesetzt, und zu Ihm kehre ich stets zurück.“ (Vers 88)
He said: Think, my people! If I take my stand on a clear evidence from my Lord and He has provided me with goodly sustenance which He alone can give? I have no desire to do, in opposition to you, what I ask you not to do. All that I desire is to set things to rights in so far as it lies within my power. My success depends on God alone. In Him have I placed my trust, and to Him I always turn.’ (Verse 88)
Schu'ayb spricht sie freundlich und einnehmend an und erinnert sie an seine enge Verbundenheit mit ihnen: „Sagt, mein Volk: ‚Wenn ich mich auf einen klaren Beweis von meinem Herrn stütze.‘“ Ich spüre Seine Gegenwart ohne jeden Zweifel, und ich bin gewiss, dass Er es ist, der mir Offenbarungen zukommen lässt und mir gebietet, Seine Botschaft an euch weiterzugeben. Mit voller Zuversicht und Gewissheit stehe ich zu diesem Beweis, der für mich sehr wirklich ist. Und Er hat mir gute Versorgung gewährt, die Er allein geben kann ... Ein Teil davon ist mein eigener Wohlstand, mit dem ich meine Geschäfte führe.
Wenn alle Argumente versagen
When All Arguments Fail
„Sie sagten: ‚Schu‘ayb, wir verstehen vieles von dem nicht, was du sagst. Doch wir sehen deutlich, wie schwach du unter uns bist. Wäre nicht deine Sippe, würden wir dich steinigen. Du genießt bei uns kein großes Ansehen.‘“ (Vers 91) Die Leute von Madyan machten Schu‘ayb unmissverständlich klar, dass sie ihn und seine Botschaft satt hatten. Sie wollten nichts von der Wahrheit wissen, die er darlegte, und kümmerten sich nicht um alles, was von ihrer Einstellung zum Leben oder von ihren Bräuchen abwich. Daher zählte in ihren Augen nur körperliche Stärke. Die schlichte Wahrheit hatte keine wirkliche Bedeutung, gleichgültig wie stark ihre Argumente waren, wenn sie nicht durch körperliche Macht gestützt wurde:
“They said: ‘Shu`ayb, we cannot understand much of what you say. But we do see clearly how weak you are in our midst. Were it not for your family, we would have stoned you. You do not command a position of great respect among us.’” (Verse 91) The people of Madyan made it clear to Shu`ayb that they were fed up with him and with his message. They did not want to know anything about the truth he was presenting and did not care for anything which differed with their attitude to life or with their practices. Thus, in their view, only physical strength mattered. Plain truth was of no real significance, regardless of the strength of its argument, if it was not supported by physical power:
„Wir sehen deutlich, wie schwach du unter uns bist. Wären nicht deine Sippe, würden wir dich steinigen.“ Was sie davon abhielt, dies zu tun, war der Umstand, dass sie die Macht des Stammes und der Familie Shu'aybs in Rechnung stellten, die ihn verteidigen sollten. Sie rechneten nicht mit der Macht Gottes, der Seinen Gesandten nicht der Gnade Seiner Feinde überlassen würde. Sie sagten Shu'ayb unverschämt: „Du genießt unter uns keine große Achtung.“ Sie hatten keinen Respekt vor ihm als edler Persönlichkeit noch vor seiner eigenen Stärke. Sie mussten lediglich bedenken, was sein Stamm tun könnte, falls ihm etwas zustieße.
“We do see clearly how weak you are in our midst. Were it not for your family, we would have stoned you.” What restrained them from doing so was the fact that they reckoned with the power of Shu`ayb’s clan and family who were supposed to come to his defence. They did not reckon with the power of God who would not leave His messenger to the mercy of His enemies. They rudely told Shu`ayb: “You do not command a position of great respect among us.” They had no respect for him as a noble person, nor for his own strength. They only had to consider what his clan might do if anything happened to him.
Wenn Menschen den rechten Glauben, gesunde Werte und edle Ideale entbehren, kümmern sie sich um nichts, was über ihre unmittelbaren Interessen oder ihr materielles Wohlergehen hinausgeht.
When people are devoid of proper faith, sound values and noble ideals, they care nothing for anything beyond their immediate interests or their material well-being.
Ein doppelter Fluch für das Volk des Pharao
A Double Curse For Pharaoh’s People
In der Reihe der historischen Berichte, die diese Sure bietet, folgt zuletzt der Hinweis auf Moses und Pharao. Wir haben hier nur einen sehr kurzen Bericht mit mehreren Anspielungen auf die Einzelheiten der Geschichte, doch werden hier keine näheren Angaben gemacht. Das Ende, dem Pharao und sein Volk entgegengingen, wird festgehalten, zusammen mit einer sehr lebendigen und wirklichkeitsnahen Szene vom Tag der Auferstehung. Außerdem findet sich die Aussage eines grundlegenden islamischen Prinzips, wonach die individuelle Verantwortung nicht übersehen werden kann, nur weil der Einzelne sich dafür entscheidet, seinem Herrn oder Herrscher zu folgen.
In the series of historical accounts given in this sūrah, the final reference is made to Moses and Pharaoh. We have here only a very brief account with several references to the details of the story, but no specifics are given here. The end which Pharaoh and his people met is recorded, along with a very vivid and real scene of the Day of Resurrection. We also have a statement of a basic Islamic principle whereby individual responsibility cannot be overlooked simply because the individual concerned chooses to follow his master or ruler.
Der Bericht, den wir hier lesen, beginnt damit, dass Gott Moses zu Pharao sendet, dem mächtigen Herrscher Ägyptens, und zu den Anführern seiner Regierung. Gott gibt Moses Kraft und eine klare Vollmacht. „Wir sandten Moses mit Unseren Zeichen und einer offenkundigen Vollmacht zu Pharao und seinen vornehmen Männern.“ (Verse 96-97) Bevor das Ende genannt wird, werden keine Einzelheiten erzählt. Die Menschen gehorchten einfach Pharao und widersetzten sich Gott, trotz all der Torheit, Kurzsichtigkeit und Übertreibungen, die alles kennzeichneten, was Pharao getan hatte. „Sie aber folgten nur dem Befehl Pharaos. Doch der Befehl Pharaos führte keineswegs zum Rechten.“ (Vers 97)
The account given here opens with God’s sending Moses to Pharaoh, the great ruler of Egypt, and the chiefs of his government. God gives Moses strength and clear authority. “We sent Moses with Our signs and a manifest authority to Pharaoh and his noble men.” (Verses 96-97) No details are given before the end is stated. The people simply obeyed Pharaoh and disobeyed God, despite all the stupidity, short- sightedness and excesses which characterized all that Pharaoh had done. “They, however, followed only Pharaoh’s bidding. Pharaoh’s bidding led by no means to what is right.” (Verse 97)
Die Menschen entschieden sich, Pharao blind zu folgen, ohne innezuhalten und zu überlegen, ob er sie recht leitete oder nicht. Sie erniedrigten sich selbst und traten ihre eigene Freiheit und den Willen mit Füßen, mit dem Gott sie ausgestattet hatte. Daher war es nur natürlich, wie der Qur’ān feststellt, dass Pharao sie am Tag der Auferstehung anführen wird und dass sie ihm folgen werden: „Er wird am Tag der Auferstehung an der Spitze seines Volkes erscheinen.“ (Vers 98)