Es ist eine kraftvolle und majestätische Szene, in der wir jeden Stein, groß wie klein, jeden Samen und jedes Blatt, jede Blüte und jede Frucht, jeden kleinen Trieb und jeden Baum, jedes Insekt und Reptil, jedes Tier und jeden Menschen, jedes Geschöpf, das auf der Erde wandelt, im Wasser schwimmt oder in der Luft schwebt, kurz, alle Geschöpfe im gesamten Universum sehen, wie sie Gott preisen und sich Ihm in Unterwerfung zuwenden. Wir werden von Ehrfurcht erfüllt, wenn wir spüren, dass alles, was in unser Blickfeld kommt oder darüber hinaus verborgen bleibt, lebendig wird.
It is a powerful and majestic scene in which we see every stone, large and small, every seed and leaf, every flower and fruit, every little shoot and every tree, every insect and reptile, every animal and human being, every creature that walks the earth, swims in the water or floats in the air, in short, all creatures in the whole universe glorifying God and turning to Him in submission. We are filled with awe as we sense that everything that comes within our vision or stays beyond it comes alive.
„Immer wenn wir unsere Hände ausstrecken, um etwas zu berühren, und immer wenn wir unsere Füße setzen, um über etwas zu steigen, spüren wir, dass es lebt und Gott preist.
‘Whenever we stretch our hands out to touch something, and whenever we put our feet to step over something, we feel that it is alive, glorifying God.
„Tatsächlich preist jedes einzelne Ding Seine Herrlichkeit und lobt Ihn,“ auf seine eigene Weise und in seiner eigenen Sprache.
“Indeed every single thing extols His glory and praise,” in its own way and language.
„Doch ihr [Menschen] könnt ihr Lobpreisen nicht verstehen.“ (Vers 44) Der Mensch ist durch seine eigene Beschaffenheit begrenzt, die einen Ursprung aus Lehm hat. Dies hindert ihn daran, das Lobpreisen anderer Geschöpfe zu verstehen. Hätten sie mit ihren Herzen zugehört und ihre Aufmerksamkeit auf die feinen Gesetze gerichtet, die im Universum wirken und alles, Großes wie Kleines, zum Schöpfer aller hinwenden, so hätten sie etwas von diesem Lobpreis erfasst. Wenn die menschlichen Seelen gereinigt werden und sie jedem belebten und unbelebten Ding lauschen, während es seine Verherrlichung allein Gott darbringt, sind sie besser darauf vorbereitet, mit der Höchsten Gesellschaft in Verbindung zu treten. Sie sind eher in der Lage, die Geheimnisse des Universums zu begreifen als jene, die sich auf die materielle Welt beschränken.
“But you [human beings] cannot understand their praises.” (Verse 44) Human beings are limited by their own constitution which has a clay origin. This debars them from understanding the praises of other creatures. Had they listened with their hearts, directing them to appreciate the subtle laws that operate in the universe and make everything, large or small, turn to the Creator of all, they would have appreciated something of that praise. When human souls are purified and when they hearken to every animate and inanimate object as it addresses its glorification to God alone, they are better prepared to be in contact with the Supreme Society. They are better able to understand the secrets of the universe than those who limit themselves to the material world.
„Er ist wahrlich Nachsichtig, Allvergebend.“ (Vers 44) Diese Eigenschaften Gottes werden hier erwähnt angesichts dessen, was an der Art der Menschen, ihren Pflichten gegenüber Ihm nachzukommen, offensichtlich mangelhaft erscheint. Verglichen mit dieser großartigen Unterwerfung unter Gott im gesamten Universum scheinen die Menschen eine einzigartige Stellung einzunehmen. Manche setzen Gott Teilhaber zur Seite, andere behaupten, Er habe Töchter, und wieder andere sind sich ihrer Pflicht, Ihn zu preisen und zu verherrlichen, nicht bewusst. Tatsächlich hätten die Menschen unter allen Geschöpfen die Ersten sein sollen, die Gott anerkennen, ihre Unterwerfung unter Ihn bekunden und Sein Lob verkünden. Wäre Gottes Nachsicht und Vergebung nicht gewesen, so hätte Er ihre Strafe beschleunigt. Doch Er gewährt ihnen Zeit, erinnert sie und ermahnt sie, denn „Er ist wahrlich Nachsichtig, Allvergebend“. Die Anführer der Quraisch, die eigenen Stammesgenossen des Propheten ﷺ, die seinen Ruf zurückwiesen, bemühten sich sehr, ihre Herzen und Seelen davon abzuhalten, positiv auf die Wahrheit des Qur’ān zu reagieren. Infolgedessen zog Gott einen unsichtbaren Vorhang zwischen ihnen und dem Propheten ﷺ und legte Hüllen auf ihre Herzen, die verhinderten, dass sie ihn verstanden. Ihre Ohren befanden sich in einem Zustand, der Taubheit ähnelte, sodass sie seine Botschaft nicht begreifen konnten.
“He is indeed Forbearing, Much Forgiving.” (Verse 44) These attributes of God are mentioned here because of what seems clear of people’s failing in their duties towards Him. Compared with this great show of submission to God in the whole universe, human beings seem to be in a singular position. Some associate partners with God, while others allege that He has daughters, and still others remain oblivious of their duty to praise and glorify Him. In fact human beings should have been the first among all creatures to acknowledge God, declare their submission to Him and extol His praises. Had it not been for God’s forbearance and forgiveness, He would have hastened their punishment. But He allows them time, reminds and admonishes them because ‘He is indeed Forbearing, Much Forgiving.’ The leaders of the Quraysh, the Prophet’s own tribesmen who rejected his call, tried hard to prevent their hearts and souls from responding positively to the truth of the Qur’ān. As a result, God raised an invisible curtain between them and the Prophet, and placed coverings on their hearts preventing them from understanding it. Their ears were in a state similar to deafness, which meant that they could not understand its message.
Wenn du den Koran liest, legen Wir eine unsichtbare Schranke zwischen dich und jene, die nicht an das Jenseits glauben. Wir legen einen Schleier über ihre Herzen, so dass sie unfähig sind, seine Bedeutung zu erfassen, und machen ihre Ohren taub. Und so wenden sie sich mit Abneigung ab, wenn du in dem Koran deinen Herrn als den Einen und einzigen Gott erwähnst.
When you read the Qur’ān, We place an invisible barrier between you and those who do not believe in the life to come. We cast a veil over their hearts which makes them unable to grasp its meaning, and their ears We make deaf. And so, when you mention your Lord in the Qur’ān as the One and only God, they turn their backs in aversion.
„Wir wissen sehr wohl, was sie belauschen, wenn sie dir zuhören, und was sie untereinander flüstern, wenn sie unter sich sind. Die Frevler sagen: ‚Ihr folgt nur einem Mann, der verzaubert ist.‘ Sieh, mit was sie dich vergleichen! Sie sind in die Irre gegangen und finden keinen Weg [zur Wahrheit] zurück.“ (Verse 45–48)
We are fully aware of what they are listening for when they listen to you, and what they say when they speak to each other in private. The wrongdoers say: ‘The man you follow is certainly bewitched.’ See to what they liken you. They have certainly gone astray and are unable to find a way back [to the truth]. (Verses 45-48)
Ein Bericht besagt, dass die Ältesten der Quraisch eine allgemeine Anordnung erließen, wonach jeder darauf achten sollte, dem Qur'an nicht zuzuhören, wenn er von Muslimen rezitiert wurde.
One report states that the elders of the Quraysh issued a general order telling everyone not to listen to the Qur’ān when they heard it being recited by Muslims.
Doch auch auf die entschiedensten Gegner des Islam übte der Qur'ān seine Anziehungskraft aus.
But the Qur’ān had its attraction even to the most outspoken enemies of Islam.
Geschützt durch den Schutz der Dunkelheit saßen drei jener Ältesten, Abū Jahl, Abū Sufyān und al-Akhnas ibn Sharīq, unmittelbar vor dem Haus des Propheten ﷺ und lauschten dem Qur'ān, der von drinnen rezitiert wurde. Jeder von ihnen war allein und dachte, niemand werde von seinem Tun erfahren. Als der Tag zu dämmern begann, ging jeder seines Weges nach Hause, damit niemand es herausfand. Bald darauf trafen die drei einander. Es gab nur einen Grund für ihre Anwesenheit dort zu dieser bestimmten Zeit. Daher rieten sie einander von einem solchen Tun ab: „Sollten einige deiner Anhänger euch sehen“, sagte einer von ihnen, „würdet ihr Zweifel in ihren Köpfen säen.“ In der folgenden Nacht taten sie dasselbe, und wieder trafen sie sich beim Morgengrauen. Erneut rieten sie einander von ihrem „unverantwortlichen“ Tun ab.
Protected by the cover of darkness, three of those elders, Abū Jahl, Abū Sufyān and al-Akhnas ibn Sharīq sat just outside the Prophet’s house, listening to the Qur’ān being recited from inside. Every one of them was on his own, thinking that no one would know about his action. As the day began to break, each took his way home, so that no one would find out. Soon, the three of them met. There was only one reason for their presence there at that particular time. Therefore they counselled each other against such action: “Should some of your followers see you,” one of them said, “you would stir doubts in their minds.” The following night they did the same, and once again they met at the break of day. Again they counselled each other against their ‘irresponsible’ action.
Dennoch gingen sie in der dritten Nacht jeweils heimlich hin, um vor dem Haus des Propheten ﷺ zu sitzen und dem Qur'ān zuzuhören. Als sie sich am Morgen trafen, schämten sie sich ihrer selbst. Einer schlug vor, dass sie sich gegenseitig ihr Ehrenwort geben sollten, nicht zurückzukehren. Dies taten sie, bevor sie nach Hause gingen.
Nevertheless, the third night each of them went to sit outside the Prophet’s home and listen to the Qur’ān. When they met in the morning, they were ashamed of themselves. One suggested that they should each give their word of honour not to return. This they did before going home.
Später an diesem Morgen suchte al-Akhnas ibn Sharīq Abū Sufyān in dessen Haus auf. Er fragte ihn, was er von dem halte, was er Muĥammad ﷺ hatte rezitieren hören. Abū Sufyān sagte: „Ich habe Dinge gehört, von denen ich weiß und erkenne, dass sie wahr sind, aber ich habe auch Dinge gehört, deren Wesen ich nicht begreifen kann.“ Al-Akhnas sagte, dass es ihm ebenso ergangen sei. Dann ging er weg und begab sich zu Abū Jahls Haus, um ihm dieselbe Frage zu stellen. Abū Jahls Antwort war völlig anders. Ausnahmsweise war er offen und ehrlich zu sich selbst und zu seinem Gesprächspartner: „Ich werde dir sagen, was ich gehört habe! Wir haben mit dem Stamm der ʿAbd Manāf um Ehre gewetteifert: Sie speisten die Armen, und wir taten dasselbe; sie gewährten großzügige Unterstützung denen, die sie brauchten, und wir taten dasselbe. Als wir auf gleicher Höhe waren, wie zwei Rennpferde, die Kopf an Kopf laufen, sagten sie, einer aus ihrer Mitte sei ein Prophet, der Offenbarungen von oben empfange! Wann können wir eine solche Ehre erlangen? Bei Gott, wir werden ihm niemals glauben.“
Es ist daher deutlich zu erkennen, dass diese drei Ältesten vom Qur’ān berührt waren, ihre Seelen von seiner Botschaft angezogen wurden, sie ihre Herzen aber bewusst davor verschlossen. Infolgedessen setzte Gott zwischen sie und Seinen Gesandten ein verborgenes Siegel, das mit dem menschlichen Auge nicht zu sehen war, aber vom Herzen gespürt wird. Seine Wirkung bestand darin, dass sie nicht von der Gegenwart des Gesandten Gottes unter ihnen profitieren und nicht durch den Qur’ān geleitet werden würden, den er rezitierte. So sprachen sie untereinander über die Schönheit und Wahrheit des Qur’āns, verpflichteten sich aber, ihm nicht erneut zuzuhören. Sie mochten seine Kraft wieder spüren und erneut hinausgehen, um ihm zuzuhören, doch blieben sie entschlossen, sich ihm zu widersetzen, und gaben ihr Ehrenwort, nicht mehr auf den Qur’ān und seine Botschaft zu hören, die Verstand und Herz gleichermaßen anspricht. Sie empfanden die Botschaft von der Einheit Gottes, die die zentrale Botschaft des Qur'ān ist, als eine Bedrohung ihrer Interessen, ihrer Vorrechte und ihres Stolzes: „Und wenn du im Qur'ān deinen Herrn allein als den einen und einzigen Gott erwähnst, kehren sie dir aus Abneigung den Rücken.“ (Vers 46)
Later that morning al-Akhnas ibn Sharīq went to see Abū Sufyān at his home. He asked him what he thought about what he had heard Muĥammad reciting. Abū Sufyān said: “I heard things which I know and recognize to be true, but I also heard things whose nature I cannot understand.” Al-Akhnas said that he felt the same. He then left and went to Abū Jahl’s home to put the same question to him. Abū Jahl’s answer was totally different. For once, he was candid and honest with himself and his interlocutor: “I will tell you about what I heard! We have competed with the clan of `Abd Manāf for honours: they fed the poor, and we did the same; they provided generous support to those who needed it and we did the same. When we were together on the same level, like two racehorses running neck and neck, they said that one of their number was a Prophet receiving revelations from on high! When can we attain such an honour? By God, we shall never believe in him.” It is abundantly clear then that these three elders were touched by the Qur’ān, their souls attracted to its message, but they deliberately sealed their hearts to it. As a result, God placed between them and His Messenger a secret seal that could not be seen with the human eye, yet it is felt by the heart. Its effect was to ensure that they would not benefit by the presence of God’s Messenger among them and would not be guided by the Qur’ān he recited. Thus, they would speak to each other about the beauty and the truth of the Qur’ān but would pledge not to listen to it again. They might feel its power again and go out to listen to it anew, but they would remain determined to oppose it, and pledge a word of honour to stop listening to the Qur’ān and its message that addresses both mind and heart. They felt that the message of God’s oneness, which is the central message of the Qur’ān, threatened their interests, privileges and pride: “And so, when you mention your Lord in the Qur’ān as the One and only God, they turn their backs in aversion.” (Verse 46)
Sie lehnten schon das Grundprinzip der Einheit Gottes ab, weil sie fürchteten, dass es ihre gesellschaftliche Stellung bedrohte, die auf den Mythen beruhte, die in jenen finsteren Zeiten vorherrschten.
They were averse to the very principle of God’s oneness because they felt that it threatened their social position based on the myths that prevailed in those dark ages.
Tatsächlich waren die Ältesten der Quraisch zu klug, um nicht zu erkennen, wie hohl ihre Glaubensvorstellungen im Vergleich zum tiefen Glauben des Islam waren. Sie konnten die herausragende Beschaffenheit des Qur'ān durchaus würdigen. Ihre Natur trieb sie sogar dazu, ihm zuzuhören, doch ihr Stolz veranlasste sie, ihm gegenüber eine feindselige Haltung einzunehmen. So erfanden sie sogar Anschuldigungen gegen den Propheten ﷺ, um ihre Ablehnung zu rechtfertigen: „Die Frevler sagen: ‚Ihr folgt nur einem Mann, der verzaubert ist.‘“ (Vers 47)
In fact, the elders of the Quraysh were too intelligent not to realize the hollow nature of their beliefs as compared with the profound faith of Islam. They could easily appreciate the superb nature of the Qur’ān. Indeed their very nature motivated them to listen to it, but their pride caused them to take a hostile attitude to it. Thus they even fabricated allegations against the Prophet to justify their opposition: “The wrongdoers say: ‘The man you follow is certainly bewitched.” (Verse 47)
Ihre eigenen Worte enthielten ein stillschweigendes Anerkennen des Wesens des Qur'ān. Tief in ihrem Inneren erkannten sie, dass der Qur'ān viel zu erhaben war, um das Wort eines Menschen zu sein. Sie spürten, dass seine Erhabenheit die Sphäre der Menschen überstieg. Ebenso spürten sie, dass er bis in ihre eigenen Gefühle vordrang. Deshalb behaupteten sie, es sei das Wort eines Zauberers. So behaupteten sie, Muḥammad ﷺ spreche nicht aus sich selbst, sondern durch die Kraft der Magie. Wären sie ihm und sich selbst gegenüber gerecht gewesen, hätten sie seine göttliche Natur anerkannt. Tatsächlich hätte kein Mensch und kein anderes Geschöpf etwas dem Qur'ān Ähnliches hervorbringen können.
Their very words carried an implicit recognition of the nature of the Qur’ān. They realized deep inside that the Qur’ān was far too superior to be the word of a human being. They felt that its superiority transcended the realm of human beings. They also felt that it penetrated their own feelings. Hence, they alleged that it was the word of a sorcerer. Thus they claimed that Muĥammad was not speaking for himself, but by the power of magic. Had they been fair to him and to themselves, they would have acknowledged its divine nature. Indeed no human being and no other creature could have produced anything like the Qur’ān.
„Sieh her, wie sie dich mit anderen vergleichen. Sie sind gewiss irregegangen und können keinen Weg [zur Wahrheit] mehr finden.“ (Vers 48) Sie verglichen den Propheten ﷺ mit Menschen, die verzaubert sind, obwohl er ihnen in keiner Weise gleich war. Er war lediglich ein von Gott erwählter Gesandter ﷺ. Indem sie diesen Vergleich anstellten, gerieten sie in die Irre. Sie fanden keinen Weg nach vorn. Sie konnten nicht einmal ihre Verdächtigungen begründen.
“See to what they liken you. They have certainly gone astray and are unable to find a way back [to the truth].” (Verse 48) They likened the Prophet to those who are bewitched when he was nothing like them. He was simply a Messenger chosen by God. As they made this analogy, they went astray. They could find no way ahead. They could not even justify their suspicions.