Al-Nisa (Unfailing Kindness) 36 - 43
Al-Nisa ( Unfailing Kindness ) 36 - 43
Diene Gott allein und setze Ihm keine Teilhaber zur Seite. Sei gütig zu deinen Eltern und den nahen Verwandten, zu den Waisen, den Bedürftigen, dem Nachbarn, der mit dir verwandt ist, und dem Nachbarn, der fremd ist, dem Gefährten an deiner Seite, dem Wanderer und denen, die deine rechte Hand besitzt. Gott liebt nicht jene, die hochmütig und prahlerisch sind; (36)
Worship God alone and do not associate with Him any partners. Be kind to your parents and near of kin, to orphans, the needy, the neighbour who is related to you and the neighbour who is a stranger, the friend by your side, the wayfarer, and those whom your right hands possess. God does not love those who are arrogant and boastful; (36)
und diejenigen, die geizig sind und andere zum Geiz anhalten und das verbergen, was Gott ihnen von Seiner Huld gewährt hat.
[nor] those who are niggardly and bid others to be niggardly, and conceal whatever God has bestowed on them of His bounty.
Wir haben für die Ungläubigen eine demütigende Strafe bereitet. (37)
We have prepared humiliating suffering for the unbelievers. (37)
Und [Gott liebt] nicht diejenigen, die ihren Reichtum zur Schau aufwenden, und die nicht an Gott und den Jüngsten Tag glauben.
And [God does not love] those who spend their wealth for the sake of ostentation, and do not believe in God and the Last Day.
Wer sich Satan zum Gefährten wählt, der hat einen bösen Gefährten. (38)
He who chooses Satan for a companion, an evil companion has he. (38)
Was hätten sie zu fürchten, wenn sie nur an Gott und den Jüngsten Tag glaubten und von dem spendeten (für Seine Sache), womit Er sie versorgt hat? Gewiss, Gott weiß bestens über sie Bescheid. (39)
What would they have to fear if they would only believe in God and the Last Day, and spend (for His sake) out of that with which He has provided them. Indeed God has full knowledge of them. (39)
Gewiss, Gott tut niemandem auch nur im Gewicht eines Atoms Unrecht. Und wenn es eine gute Tat gibt, so vervielfacht Er sie und gewährt aus Seiner Gnade einen großen Lohn.
Indeed God does not wrong anyone by as much as an atom’s weight. And if there be a good deed, He will multiply it, and will bestow a great reward out of His grace.
(40)
(40)
Wie wird es sein, wenn Wir aus jeder Gemeinschaft einen Zeugen herbeibringen und dich als Zeugen gegen diese Leute aufrufen? (41)
How will it be [on Judgement Day] when We shall bring a witness from every community, and call you as a witness against these people? (41)
Diejenigen, die ungläubig waren und den Gesandten Gottes ungehorsam waren, werden an jenem Tag wünschen, dass die Erde sie verschlingen möge. Vor Gott werden sie nichts verbergen können. (42)
Those who disbelieved and disobeyed God’s Messenger will on that Day wish that the earth may swallow them. They shall be able to conceal nothing from God. (42)
O ihr Gläubigen, nähert euch nicht dem Gebet, wenn ihr betrunken seid, bis ihr wisst, was ihr sagt; auch nicht, wenn ihr im Zustand der rituellen Unreinheit seid, außer ihr seid unterwegs, bis ihr euch gewaschen habt. Wenn ihr aber krank seid oder auf Reisen, oder wenn einer von euch von der Notdurft kommt oder ihr mit Frauen verkehrt habt und kein Wasser findet, dann greift auf reinen Sand zurück und streicht damit leicht über euer Gesicht und eure Hände. Gott ist wahrlich Allnachsichtig, Allvergebend. (43)
Believers, do not attempt to pray when you are drunk, [but wait] until you know what you are saying; nor when you are in a state of ceremonial impurity, except if you are on your way, until you have bathed. But if you are ill, or travelling, or if one of you has come from the toilet, or if you have cohabited with a woman and can find no water, then have recourse to pure dust, passing therewith lightly over your faces and your hands. God is indeed Most Lenient, Much-Forgiving. (43)
Überblick
Overview
Eine Reihe von Faktoren verbindet den Beginn dieses Abschnitts sowohl mit dem zentralen Thema der Sure als auch mit den Hauptthemen des letzten Abschnitts.
A number of factors link the opening of this passage and the central theme of the sūrah on the one hand, and the main topics discussed in the last passage on the other.
Diese Passage eröffnet einen erneuten Einsatz zur Regelung des Lebens der muslimischen Gemeinschaft, indem sie von ihr die verbliebenen Spuren des Zustands der Unwissenheit reinigt, der in vorislamischer Zeit herrschte, und den Hauptmerkmalen des neuen islamischen Lebens größere Bedeutung verleiht. Sie enthält eine deutliche Warnung vor den Ränkespielen der Menschen früherer Religionen, insbesondere der Juden in Madinah. Das Böse ist in ihrem Wesen verankert. Es ist das Kennzeichen all ihres Umgangs mit der neuen muslimischen Gemeinschaft in Madinah. Sie unternehmen große Anstrengungen, um deren Wachstum und Fortschritt zu stören, besonders in der Moral, in der gegenseitigen Zusammenarbeit und in der Solidarität, die die grundlegende Quelle ihrer Stärke sind.
This passage starts with fresh effort to regulate the life of the Muslim community, purging it of the remaining traces of the state of ignorance that prevailed in pre- Islamic days and giving more prominence to the main features of the new Islamic life. It adds a clear warning against the scheming of the people of former religions, particularly the Jews in Madinah. Evil is ingrained in their characters. It is the mark of all their dealings with the new Muslim community in Madinah. They exert strenuous efforts to disrupt its growth and progress, particularly in morality, in mutual co-operation and in solidarity which are the basic source of its strength.
Die neue Passage bekräftigt die grundlegende Regel, die das zentrale Fundament der neuen muslimischen Gemeinschaft bildet. Gemeint ist der Glaube an die absolute Einheit Gottes. Tatsächlich gehen das Leben der muslimischen Gemeinschaft selbst und ihre Lebensordnung aus diesem grundlegenden Glauben hervor.
The new passage reiterates the basic rule that is the central foundation of the new Muslim community. That is the belief in the absolute oneness of God. Indeed, the very life of the Muslim community and its code of living emanate from this basic belief.
Vor dieser Passage behandelte die Sure mehrere Themen, darunter das Familiensystem und die soziale Ordnung der muslimischen Gemeinschaft. Die letzte Passage befasste sich mit der Familie, ihrer Struktur, den Methoden zu ihrem Schutz und den Banden, die ihre Struktur festigen. Diese neue Passage behandelt soziale Bande innerhalb der muslimischen Gemeinschaft, die über die Familie hinausgehen, aber dennoch mit ihr verbunden bleiben. Das Bindeglied zwischen diesen Themen bildet der Verweis auf die Eltern und auf Beziehungen, die über die Elternschaft hinausgehen. Tatsächlich entsteht die Wahrnehmung dieser Bande aus der fürsorglichen und liebevollen Beziehung innerhalb der Familie. Solche Fürsorge und Liebe beginnen bald, die engen Familienangehörigen zu überschreiten, sodass man sich auch um andere kümmert. Ohne die Liebe und Güte, die in der Familie herrschen, wären Menschen kaum in der Lage, sich um andere zu sorgen, zu denen sie keine familiären Bande haben.
Freundlichkeit überall
Kindness All Around
Verehre Gott allein und stelle Ihm keine Partner zur Seite. Sei gütig zu deinen Eltern und zu deinen nahen Verwandten, zu den Waisen, den Bedürftigen, dem Nachbarn, der mit dir verwandt ist, und dem Nachbarn, der ein Fremder ist, dem Gefährten an deiner Seite, dem Reisenden und denen, die deine rechte Hand besitzt. Gott liebt nicht jene, die hochmütig und prahlerisch sind.
Worship God alone and do not associate with Him any partners. Be kind to your parents and near of kin, to orphans, the needy, the neighbour who is related to you and the neighbour who is a stranger, the friend by your side, the wayfarer, and those whom your right hands possess. God does not love those who are arrogant and boastful.
(Vers 36)
(Verse 36)
Die Passage beginnt mit einem klaren Gebot, Gott allein zu verehren, und mit einem klaren Verbot, Ihm Teilhaber beizugesellen. Wir merken an, dass dieser Vers mit einer Konjunktion beginnt, die ihn mit den vorangehenden Geboten verknüpft, die sich auf die Familie und ihre Angelegenheiten beziehen. Dies dient dazu, die vollständige Einheit zu betonen, die alle Aspekte des islamischen Glaubens durchdringt. Der Islam ist nicht bloß eine Reihe von Glaubenssätzen, die unser Verstand annimmt, auch nicht eine Fülle von Riten und Gottesdiensten, noch ein weltliches System, das vom Glauben und vom Gottesdienst getrennt ist. Er ist eine Lebensweise, die all diese Aspekte vereint und sie auf der Grundlage des Glaubens an die Einheit Gottes miteinander verbindet, indem sie alle Systeme und Gesetzgebung allein von Ihm ableitet. Es kann keine Trennung zwischen dem Anerkennen der Einheit Gottes und der Umsetzung Seiner Gesetzgebung geben.
The passage starts with a clear commandment to worship God alone and a clear prohibition against associating partners with Him. We note that this verse begins with a conjunction which links it with the preceding orders that relate to the family and its affairs. This serves to stress the total unity that pervades all aspects of Islamic faith. Islam is not merely a number of beliefs that our minds accept, nor is it a host of rituals and acts of worship, nor a worldly system divorced from faith and worship. It is a way of life that combines all these aspects and unites them together on the basis of believing in the Oneness of God and deriving all systems and legislation from Him alone. There can be no split between accepting God’s unity and implementing His legislation.
Darauf folgt ein Gebot, den nahen Angehörigen und den Angehörigen der Menschheitsfamilie insgesamt mit Güte zu begegnen. Geiz, Eitelkeit, Prahlerei und das Verschweigen von Gottes Gunsterweisen, gleich welcher Art, werden verurteilt. Hinzu kommt eine Warnung davor, Satan zu folgen, verbunden mit dem Hinweis auf die Strafe im Jenseits und die öffentliche Demütigung, die damit einhergeht. Auch dies steht im Zusammenhang mit dem Glauben an die Einheit Gottes und mit der Anerkennung, dass Er allein die Quelle der Gesetzgebung ist.
Ungünstiger Vergleich
Unfavourable Contrast
Der Vers, der alle Arten der Güte gebietet, endet mit einem Kommentar, der solche schändlichen Eigenschaften verurteilt wie Hochmut, Prahlerei, Geiz, das Verbergen der Gaben Gottes und das absichtliche Erwecken eines schlechten Eindrucks: „Gott liebt nicht die Hochmütigen und Prahlerischen; [noch] jene, die geizig sind und andere zum Geiz anhalten und verbergen, was Gott ihnen von Seiner Huld gewährt hat. Wir haben für die Ungläubigen eine demütigende Strafe bereitet. Und [Gott liebt nicht] jene, die ihr Vermögen zur Schau aus Prahlerei ausgeben und nicht an Gott und den Jüngsten Tag glauben. Wer den Satan zum Gefährten wählt, dessen Gefährte ist ein böser Gefährte.“ (Verse 36-38)
The verse which commanded all types of kindness ends with a comment denouncing such shameful qualities as arrogance, boastfulness, miserliness, concealment of God’s bounty and deliberately giving foul impressions: “God does not love those who are arrogant and boastful; [nor] those who are niggardly and bid others to be niggardly, and conceal whatever God has bestowed on them of His bounty. We have prepared humiliating suffering for the unbelievers. And [God does not love] those who spend their wealth for the sake of ostentation, and do not believe in God and the Last Day. He who chooses Satan for a companion, an evil companion has he.” (Verses 36-38)
Hier weisen wir erneut auf eine besonders wichtige Eigenschaft der islamischen Lebensweise hin, die alle Bereiche des Verhaltens betrifft und aus der alle Gefühle und alle gesellschaftlichen Beziehungen zum Glauben abgeleitet werden. Wenn ein Mensch Gott allein verehrt und seine Werte und Grundsätze allein von Ihm ableitet, wird er seine Güte gewiss den Menschen zuwenden, weil er Gott gefallen möchte und auf Belohnung im Jenseits hofft. Seine Güte zeichnet sich durch eine demütige und sanfte Haltung aus, die seine aufrichtige Überzeugung zeigt, dass er nur das ausgibt, was Gott ihm gewährt hat. Er erschafft seinen Reichtum nicht selbst. Ein Mensch, der Gott und den Tag des Gerichts leugnet, ist oft überheblich und prahlerisch. Er ist zudem ein geiziges Geschöpf, das auch andere zum Geiz anhält. Er versucht, die Gunst zu verbergen, die Gott ihm erwiesen hat, was die entgegengesetzte Haltung zu demjenigen ist, der seine Dankbarkeit gegenüber Gott dadurch zeigt, dass er anderen Güte erweist. Er mag andererseits einen Teil dessen ausgeben, was Gott ihm gegeben hat, um seine Freigebigkeit öffentlich bekannt zu machen und Lob von anderen zu suchen. Im Wesentlichen glaubt er jedoch an keine andere Belohnung als die Verehrung der Menschen.
Here again we note an especially important characteristic of the Islamic way of life which relates to all aspects of behaviour, and from which all feelings and all social relationships to faith are derived. When a person worships God alone and derives his values and principles from Him only, he will definitely extend his kindness to people, seeking to please God and hoping to receive reward in the hereafter. His kindness is characterised by a humble and gentle attitude which demonstrates his genuine belief that he only spends what God has granted him. He does not create his wealth. A person who denies God and the Day of Judgement is often arrogant and boastful. He is also a niggardly creature who encourages others to be niggardly. He tries to conceal the favours that God has bestowed on him, which is the opposite attitude of one who demonstrates his gratitude to God by extending his kindness to others. He may, on the other hand, spend some of what he has been given by God in order to publicise his generosity and to seek praise from others. Essentially, however, he does not believe in any other reward than people’s adoration.
§ Für die weitere Diskussion über das Attribut der Maḥabbah (Liebe) verweisen wir auf Abschnitt 1.7 von „A Critique of ‘In the Shade of the Qur’ān.’“
§ For further discussion on the Maĥabbah’ attribute, please refer to section 1.7 of A Critique of ‘In the Shade of the Qur’ān.’
Ein unglücklicher letzter Wunsch
An Unhappy Final Wish
Diese Gebote, Verbote und Ermutigungen schließen mit einer Szene des Jüngsten Gerichts, in der Gefühle und Haltungen vollständig lebendig vor unseren Augen erscheinen. Alle werden im einzigartig anschaulichen Stil des Qur'ān dargestellt: „Wie wird es sein [am Tag des Gerichts], wenn Wir aus jeder Gemeinschaft einen Zeugen bringen und dich als Zeugen gegen diese Menschen rufen? Jene, die ungläubig waren und dem Gesandten Gottes nicht gehorchten, werden an jenem Tag wünschen, die Erde möge sie verschlingen. Sie werden vor Gott nichts verbergen können.“ (Verse 41-42)
These orders, prohibitions and encouragements are concluded with a scene of the Day of Judgement in which we see feelings and attitudes fully animated before our eyes. All are portrayed in the Qur’ān’s uniquely vivid style: “How will it be [on Judgement Day] when We shall bring a witness from every community, and call you as a witness against these people? Those who disbelieved and disobeyed God’s Messenger will on that Day wish that the earth may swallow them. They shall be able to conceal nothing from God.” (Verses 41-42)
Diese Szene wird unmittelbar nach den Vorbereitungen dargestellt, die mit der Aussage begannen, dass Gott niemandem auch nur das Gewicht eines Atoms von dem vorenthält, was ihm oder ihr zusteht. Seine Waagen wahren absolute Gerechtigkeit. Darüber hinaus vervielfacht Er die guten Taten und gewährt ihnen eine große Belohnung. Dies entspricht Barmherzigkeit und Mitgefühl gegenüber denen, die sie verdienen. Es sind jene, die Glauben mit Handeln verbinden. Was die anderen betrifft, die weder Glauben noch gute Taten haben, so wird ihr Zustand ein anderer sein. Die hier gestellte Frage lautet, wie ihr Zustand sein wird, wenn Gott aus jeder Nation einen Zeugen bringt, d. h. den Propheten, der speziell zu ihr gesandt wurde, und somit, wenn der Prophet Muhammad ﷺ ein Zeuge gegen die Araber sein wird?
This scene is depicted immediately after the preparations that began by the statement that God does not deny anyone an atom’s weight of what is due to him or her. His scales maintain absolute justice. Furthermore, He multiplies good actions and gives them a great reward. This equates with mercy and compassion to those who deserve them. These are the ones who combine faith with action. As for the others, who have neither faith nor good actions, their state will be different. The question asked here is what will their state be when God brings a witness from every nation, i.e. the Prophet sent specifically to it, and, hence, when the Prophet Muĥammad will be a witness against the Arabs?
Die Szene ist in der Tat sehr lebendig, vor einem panoramaartigen Hintergrund gezeichnet, in dem jede Nation mit ihrem Zeugen gegenwärtig ist. Beinahe sehen wir jene Ungläubigen vor uns:
The scene is very vivid indeed, portrayed against a panoramic background in which every nation is present with its witness. We almost see those unbelievers:
Ein Schritt zum Verbot des Trinkens
One Step Towards Forbidding Drinking
Wie wir gesehen haben, begann dieser Abschnitt mit den Geboten, Gott allein zu verehren und Ihm keine Partner beizugesellen. Das Gebet ist unter allen Ritualen dem zentralen Begriff der Anbetung am nächsten. Der folgende Vers legt einige der Bestimmungen dar, die mit dem Gebet und der Reinigung verbunden sind, die für seine Gültigkeit erforderlich ist: „Ihr Gläubigen, versucht nicht zu beten, wenn ihr betrunken seid, [sondern wartet] bis ihr wisst, was ihr sagt; auch nicht, wenn ihr euch in einem Zustand ritueller Unreinheit befindet, es sei denn, ihr seid unterwegs, bis ihr euch gewaschen habt. Wenn ihr aber krank seid oder auf Reisen, oder wenn einer von euch von der Toilette kommt oder wenn ihr mit einer Frau verkehrt habt und kein Wasser findet, dann nehmt zu reinem Staub Zuflucht, indem ihr damit leicht über eure Gesichter und eure Hände streicht. Gott ist wahrlich Allnachsichtig, Allvergebend.“ (Vers 43)
As we have seen, this passage started with the commands to worship God alone, associating no partners with Him. Prayer is the closest of all rituals to the central concept of worship. The following verse outlines some of the rulings connected with prayer and the purification which is required for its validity: “Believers, do not attempt to pray when you are drunk, [but wait] until you know what you are saying; nor when you are in a state of ceremonial impurity, except if are on your way, until you have bathed. But if you are ill, or travelling, or if one of you has come from the toilet, or if you have cohabited with a woman and can find no water, then have recourse to pure dust, passing therewith lightly over your faces and your hands. God is indeed Most Lenient, Much-Forgiving.” (Verse 43)
Dieser Vers stellt einen Aspekt der Methode des Qur'ān dar, die muslimische Gemeinschaft heranzubilden, ihren moralischen Sinn zu schärfen und ihre Werte zu verfeinern. Dabei sollten wir uns hier daran erinnern, dass der Islam die muslimische Gemeinschaft aus den Tiefen der Unwissenheit emporgehoben hat, zu einer Zeit, als das Trinken von Alkohol eine fest etablierte gesellschaftliche Einrichtung war, wie es in fast allen unwissenden Gesellschaften, antiken wie modernen, der Fall ist. Das Trinken war eine verbreitete Gewohnheit in der römischen, byzantinischen und persischen Gesellschaft, als diese sich auf dem Höhepunkt ihrer Zivilisation befanden. Es ist auch kennzeichnend für die heutigen europäischen und amerikanischen Gesellschaften, die sich auf derselben Stufe befinden. Ebenso ist es in rückständigen afrikanischen Gesellschaften sehr verbreitet.
This verse represents one aspect of the Qur’ānic method for cultivating the Muslim community, enhancing its moral sense and refining its values. We should remember here that Islam picked up the Muslim community from the depths of ignorance, when drinking was a well-established social institution, as it is in almost all ignorant societies, ancient and modern. Drinking was a common habit in Roman, Byzantine and Persian societies, when they were at the zenith of their civilisation. It is also characteristic of contemporary European and American societies which are at the same stage. Similarly, it is very common in backward African societies.
1 Der Autor nennt keinen zeitlichen Rahmen für diesen Verzehr. Vermutlich ist er „pro Jahr“ gemeint. — Anmerkung des Übersetzers.
1 The author does not mention a time context for this consumption. Presumably it is "per year" — Translator's note.
Dies wurde vor mehr als 40 Jahren geschrieben.
2 This was written more than 40 years ago.
3 A. Mawdudi, Tangīhāt, Lahore, 1998, S. 37–8 (Urdu-Ausgabe)
3 A. Mawdudi, Tangīhāt, Lahore, 1998, pp. 37-8 (Urdu edition)
Schrittweise Beseitigung schlechter sozialer Gewohnheiten
Gradual Eradication Of Evil Social Habits
Als der Islam in Makkah weder einen Staat noch die Befugnis zu herrschen besaß, gab es nur die Autorität des Qur’ān. Diese war schlicht eine moralische Autorität. Deshalb wurde lediglich ein Hinweis auf die kommende Haltung gegenüber dem Trinken gegeben, den man verstehen kann, wenn man den Vers aus Sūrah 16 mit dem Titel Die Biene, bzw. Al-Nahl, betrachtet: „Von den Früchten der Dattelpalme und der Weinstöcke gewinnt ihr berauschende Getränke sowie gesunde Nahrung.“ (16: 67) Berauschende Getränke wurden somit den gesunden Speisen aus den Früchten der Palm- und Weinbäume gegenübergestellt. Dies legt nahe, dass berauschende Getränke etwas anderes waren als die als „gesund“ beschriebene Nahrung. Alles in allem war dies lediglich ein feiner Impuls, der auf ein islamisches Gewissen einwirkte, das noch in den Anfängen steckte. Das Trinken war jedoch weit mehr als eine individuelle Gewohnheit. Es war eine gesellschaftliche Tradition mit weitreichenden wirtschaftlichen Auswirkungen. Dieser feine Impuls war nicht darauf angelegt, diese Tradition zu beenden.
When Islam did not have a state or the authority to rule in Makkah, there was only the authority of the Qur’ān. This was simply a moral authority. Therefore, only an indication of the forthcoming attitude towards drinking was given, which we may understand when we contemplate the verse which occurs in Sūrah 16, entitled The Bee, or Al-Nahl: “From the fruits of date palm and vines you derive intoxicants as well as wholesome sustenance.” (16: 67) Thus, intoxicants were placed as opposites to the wholesome sustenance made of the fruits of palm and vineyard trees. This suggests that intoxicants were something different from the sustenance described as “wholesome”. All in all, this was merely a fine touch influencing an Islamic conscience that was still in its infancy. Drinking, however, was far more than an individual’s habit. It was a social tradition with far-reaching economic effects. This fine touch was not calculated to end this tradition.
In Medina hingegen errichtete der Islam einen Staat, der über echte Autorität verfügte.
In Madinah, however, Islam established a state which wielded proper authority.
Dennoch wurden berauschende Getränke nicht durch die Autorität des Staates und die Macht des Gesetzes verboten. Der islamische Ansatz stützte sich auf den Qur'ān, der auf sanfte, stetige und entschlossene Weise wirkte, um die göttliche Einsicht in den Menschen und seine gesellschaftlichen Gegebenheiten zu nutzen.
Nevertheless, intoxicants were not forbidden by the authority of the state and the force of law. The Islamic approach relied on the Qur’ān, working its gentle, steady and firm way, to make use of the Divine insight into man and his social realities.
1 Der Originaltext ist an dieser Stelle etwas gekürzt – Anmerkung des Übersetzers.
1 The original text is somewhat abridged here — Translator's note.
Islamische Anbetung leicht gemacht
Islamic Worship Made Easy
Betrachten wir nun diesen Vers im Detail: „Ihr Gläubigen, versucht nicht zu beten, wenn ihr betrunken seid, [sondern wartet] bis ihr wisst, was ihr sagt; auch nicht, wenn ihr euch in einem Zustand ritueller Unreinheit befindet, außer wenn ihr unterwegs seid, bis ihr euch gewaschen habt“ (Vers 43). Diese Stufe des Verbots berauschender Getränke untersagt den Gläubigen, auch nur zu versuchen zu beten, solange sie betrunken sind, bis sie vollständig wissen, was sie sagen. Darüber hinaus verbietet dieser Vers den Gläubigen, zu beten, wenn sie sich in einem Zustand ritueller Unreinheit, also in janābah, befinden, bevor sie diese durch eine Waschung beseitigt haben, außer in Situationen, in denen sie „unterwegs“ sind.
Let us now look at this verse in detail: “Believers, do not attempt to pray when you are drunk, [but wait] until you know what you are saying; nor when you are in a state of ceremonial impurity, except if you are on your way, until you have bathed” (Verse 43) This stage of prohibiting intoxicants forbids the believers from even trying to pray when they are drunk, until they know fully what they are saying. Furthermore, this verse forbids believers from praying when they are in a state of ceremonial impurity, or janābah, before they have removed it by washing themselves, except in situations when they are “on their way”.
Verschiedene Auslegungen wurden für den Ausdruck gegeben, der hier mit „auf eurem Weg“ übersetzt wird. Ähnlich werden unterschiedliche Ansichten hinsichtlich der Bedeutung von „sich dem Gebet nähern“ vertreten, was in einer streng wörtlichen Übersetzung „sich dem Gebet nicht nähern“ lauten könnte, was dieser Vers untersagt. Manche Gelehrte sagen, dass eine Person, die sich in einem Zustand ritueller Unreinheit befindet, d. h. nach dem Geschlechtsverkehr oder nach Samenerguss, weder eine Moschee betreten noch in ihr verweilen darf, bis sie ein Ganzkörperbad genommen hat. Eine Ausnahme wird für denjenigen gemacht, der die Moschee nur durchqueren, aber nicht in ihr verweilen möchte. Eine Reihe von Gefährten des Propheten ﷺ hatte ihre Häuser rings um die Moschee des Propheten ﷺ, deren Türen zu ihr hin offen waren. Wenn sie hinausgehen oder nach Hause zurückkehren wollten, mussten sie durch die Moschee gehen. Diesen Menschen wird daher eine Erleichterung gewährt, die Moschee zu durchqueren, wenn sie sich in einem Zustand ritueller Unreinheit befinden, vorausgesetzt, dass sie sich in der Moschee nicht aufhalten und nicht beten, bis sie ein Bad genommen haben.
Different interpretations have been given to the expression translated here as, “on your way”. Similarly, different views are expressed with regard to the meaning of “attempting to pray” which may be rendered in a strictly literal translation as “do not come near to prayer”, which this verse forbids. Some scholars say that a person who is in a state of ceremonial impurity, i.e. after sexual intercourse or seminal discharge, must not enter a mosque or stay in it until he has taken a bath. An exception is made in the case of he who wants only to pass through the mosque without staying. A number of the Prophet’s Companions had their houses surrounding the Prophet’s mosque, with their doors opening onto it. They had to go through the mosque when they wanted to go out or when they came back home. A concession, then, is given to those people to pass through the mosque when they are in a state of ceremonial impurity, provided that they do not stay in the mosque or pray until they have had a bath.
Zweck der islamischen Gesetzgebung
Purpose Of Islamic Legislation
Bevor wir die Besprechung des vorliegenden Abschnitts abschließen, müssen wir über bestimmte Punkte nachdenken und versuchen, die Weisheit hinter dem Tayammum, der trockenen Waschung, zu verstehen.
Before we conclude our discussion of the present passage we need to reflect a little on certain points, and to try to understand the wisdom behind tayammum, or dry ablution.
Manchmal versuchen Menschen zu erklären, was hinter bestimmten islamischen Gesetzen oder Aspekten des islamischen Gottesdienstes steckt, und tun dies mit großem Nachdruck, als hätten sie alles verstanden, was es zu verstehen gibt. Das ist nicht die richtige Art, Koranaussagen und islamische Gesetzgebung zu erklären, außer dort, wo die Gründe für eine solche Gesetzgebung ausdrücklich im Koran oder in der Sunnah genannt sind. Es ist stets vorzuziehen, unseren Standpunkt darzulegen und dabei hinzuzufügen, dass es sich um alles handelt, was wir von der Weisheit hinter einer bestimmten Gesetzgebung haben erfassen können. Die Möglichkeit, dass es andere Gründe dafür gibt, die wir nicht haben ermitteln können, lässt sich nicht ausschließen. Auf diese Weise weisen wir unserem menschlichen Verstand seinen richtigen Platz gegenüber den Aussagen des Koran und der göttlichen Gesetzgebung zu.
Sometimes people who try to explain what lies behind certain Islamic legislation or aspects of Islamic worship, put their points of view very forcefully, implying that they have understood everything there is to understand. This is not the proper way to explain Qur’ānic statements and Islamic legislation, except where the reasons for such legislation are expressly stated in the Qur’ān or the Sunnah. It is always preferable to state our point of view adding that it is all that we have been able to understand of the wisdom behind a certain piece of legislation. The possibility cannot be excluded that there may be other reasons behind it which we have not been able to determine. In this way, we assign our human mind to its proper position, vis-a-vis Qur’ānic statements and Divine legislation.
Was mich dazu bewegt, dies zu sagen, ist, dass manche von uns, die es vielleicht sehr gut meinen, solche Aussagen und Vorschriften im Rahmen eines bestimmten Zwecks darzulegen versuchen, den sie nach menschlichem Wissen oder wissenschaftlicher Analyse festlegen. Das ist in Ordnung, sofern es in die richtige Perspektive gerückt wird, auf die ich im vorangehenden Absatz soeben hingewiesen habe. Oft wurde gesagt, der Zweck der Waschung vor dem Gebet bestehe darin, Sauberkeit zu bewahren. Es mag zutreffend sein, dass durch die Waschung Sauberkeit beabsichtigt ist, doch zu betonen, dies sei der einzige Grund, weshalb die Waschung vor dem Gebet vorgeschrieben ist, heißt, einem Ansatz zu folgen, der weder korrekt noch unbedenklich ist. Tatsächlich kam eine Zeit, in der manche Leute meinten, diese „primitive“ Methode der Reinigung sei nicht mehr nötig, da wir in einer sauberen Umgebung leben und Menschen für ihre tägliche Körperpflege sorgen. Wäre die Waschung nur zu diesem Zweck vorgeschrieben worden, wäre sie vor dem Gebet nicht mehr erforderlich. In der Tat besteht auch für das Gebet selbst dann keine Notwendigkeit mehr.