Al-Anfāl (Die Kriegsbeute) | Im Trotz gegen die Wahrheit 30-40
Al-anfāl (the Spoils Of War) | In Defiance Of The Truth 30-40
Denke daran, wie die Ungläubigen gegen dich ränkten, um dich gefangen zu nehmen, zu töten oder zu vertreiben.
Remember how the unbelievers were scheming against you, seeking to keep you in chains or have you slain or banished.
So planen sie und schmieden Ränke, doch auch Gott plant. Gott ist der Beste aller Ränkeschmiede. (30)
Thus they plot and plan, but God also plans. God is above all schemers. (30)
Immer wenn Unsere Offenbarungen ihnen rezitiert werden, sagen sie: „Wir haben sie gehört. Wenn wir wollten, könnten wir gewiss dergleichen verfassen. Das sind nichts als Fabeln der Alten.“ (31)
Whenever Our revelations are recited to them, they would say: ‘We have heard them. If we wanted, we could certainly compose the like of this. This is nothing but fables of the ancients.’ (31)
Sie sagten auch: „Gott, wenn dies wirklich Deine offenbarte Wahrheit ist, dann lass Steine vom Himmel auf uns herabregnen oder verhänge eine schmerzhafte Strafe über uns.“ (32)
They would also say: ‘God, if this be indeed Your revealed truth, then rain down upon us stones from the skies, or inflict grievous suffering on us.’ (32)
Aber Gott würde sie nicht bestrafen, solange du unter ihnen weilst, und Gott würde sie auch nicht bestrafen, während sie noch um Vergebung bitten könnten. (33)
But God would not punish them while you were present in their midst, nor would God punish them when they may yet ask for forgiveness. (33)
Welche [Entschuldigung] haben sie denn nun, dass Gott sie nicht bestrafen sollte, wo sie doch andere vom Heiligen Moscheehaus abhalten, obwohl sie nicht dessen rechtmäßige Hüter sind? Seine einzigen Hüter sind diejenigen, die Gott fürchten; doch davon wissen die meisten dieser [Frevler] nichts. (34)
What [plea] have they now that God should not punish them, when they debar other people from the Sacred Mosque, although they are not its rightful guardians? Its only guardians are those that fear God; but of this most of these [evildoers] are unaware. (34)
Ihr Gebet am Haus [Gottes] besteht lediglich aus Pfeifen und Händeklatschen. „So kostet nun die Strafe dafür, dass ihr nicht geglaubt habt.“ (35)
Their prayers at the House are nothing but whistling and clapping of hands. Taste then this punishment in consequence of your disbelief. (35)
Die Ungläubigen geben ihren Reichtum aus, um die Menschen vom Weg Gottes abzubringen.
The unbelievers spend their riches in order to turn people away from the path of God.
Sie werden sie weiterhin ausgeben, und dies wird dann für sie eine Quelle tiefer Reue sein; und dann werden sie besiegt werden.
They will go on spending them, and then this will become a source of intense regret for them; and then they shall be defeated.
Die Ungläubigen werden zur Hölle getrieben.
The unbelievers shall into hell be driven.
(36)
(36)
Gott wird das Schlechte vom Guten trennen.
God will separate the bad from the good.
Das Böse wird Er übereinanderlegen, sodass Er sie alle zusammenhäuft, und dann in die Hölle werfen. Das sind wahrlich die Verlierer. (37)
The bad He will place one upon another, so He may heap them all up together, and then cast them into hell. Those indeed are the losers. (37)
Sprich zu den Ungläubigen: Wenn sie ablassen, wird ihnen das Vergangene vergeben werden; wenn sie jedoch dabei verharren, so mögen sie bedenken, was den Gleichen von ihnen in früheren Zeiten widerfahren ist. (38)
Say to the unbelievers that if they desist, all that is past shall be forgiven them; but if they persist [in their erring ways], let them remember what happened to the like of them in former times. (38)
Kämpft gegen sie, bis es keine Verfolgung mehr gibt und alle Unterwerfung allein Gott gilt. Wenn sie aber ablassen, so ist Gott gewiss über alles unterrichtet, was sie tun. (39)
Fight them until there is no more oppression, and all submission is made to God alone. If they desist, God is certainly aware of all they do. (39)
Doch wenn sie sich abwenden, so wisse, dass Gott dein Herr ist, der Beschützer. Wie trefflich ist dieser Beschützer und wie trefflich dieser Helfer! (40)
But if they turn away, know that God is your Lord Supreme. How splendid is this Lord Supreme, and how splendid is this giver of support. (40)
Überblick
Overview
Die Sure setzt ihre Ansprache fort und zeigt Einblicke in die Vergangenheit, die sie mit der Gegenwart vergleicht. Sie malt ein Bild, das eine große Kluft zwischen beiden Situationen aufzeigt, zum Nutzen der muslimischen Gemeinschaft, die die Schlacht bestritt und einen großen Sieg errang. So sind die Muslime in der Lage, die Gnade Gottes zu würdigen, wie sie sich in dem zeigt, was Er für sie geplant hatte. Im Vergleich dazu erscheinen alle Kriegsbeute als belanglos und alle Opfer als von geringer Bedeutung.
The sūrah continues its address showing glimpses from the past and compares them with the present. It paints a scene showing a great gulf between the two situations for the benefit of the Muslim community which fought the battle and achieved a great victory. Thus Muslims are able to appreciate God’s grace as manifested in what He had planned for them. Compared to that, all the spoils of war appear trivial and all sacrifices of little consequence.
Der erste Abschnitt beschrieb die allgemeine Lage der Muslime in Makkah und ebenso in Madinah vor der Schlacht. Sie waren zahlenmäßig klein und in ihrer Ausrüstung dürftig, sodass sie stets befürchteten, ihre Feinde könnten einen Angriff gegen sie starten. Doch durch die Gnade Gottes wandelte sich all dies in eine Lage der Stärke, der Sicherheit und reichlicher Versorgung. Im vorliegenden Abschnitt beschreibt die Sure die Haltung der Ungläubigen, die kurz vor dem Aufbruch des Gesandten Gottes nach Madinah gegen ihn Ränke schmieden. Sie wenden sich von den Offenbarungen Gottes ab und behaupten, sie könnten etwas Ähnliches hervorbringen, wenn sie es nur wollten. Ihre Haltung ist so starrsinnig, dass sie darum bitten, Gottes Strafe möge schneller kommen, falls Muhammads Botschaft von Gott wahr sei. Sie ziehen dies vor, anstatt sie anzunehmen und ihrer Rechtleitung zu folgen. Der Abschnitt enthält außerdem den Hinweis, dass sie ihre Mittel so einsetzen, dass sie Menschen von der Rechtleitung Gottes abbringen, und dass sie ihr Geld zusammenlegen, um einen Angriff auf den Gesandten Gottes ﷺ zu starten. Sie werden gewarnt, dass all ihre Bemühungen im diesseitigen Leben in völligem Scheitern enden werden und dass sie danach im Jenseits in die Hölle getrieben werden. Verlust in beiden Welten wird die Folge ihrer Ränke und Machenschaften sein.
The first passage described the general situation of the Muslims in Makkah, and also in Madinah before the battle. They were small in number, poor in equipment to the extent that they always feared their enemies could launch an onslaught against them. However, by God’s grace all that was changed to a situation of strength, security and good provision. In the present passage, the sūrah describes the attitude of the unbelievers as they scheme against God’s Messenger shortly before his departure to Madinah. They turn away from God’s revelations, claiming that they could produce something similar if they so wished. Their attitude is so stubborn that they appeal for God’s punishment to come sooner if Muĥammad’s message from God is true. They prefer this to accepting it and following its guidance. The passage also includes a reference to the fact that they allocate their resources so as to turn people away from God’s guidance and pool their money in order to launch an onslaught on God’s Messenger. They are warned that all their efforts will end in total failure in this life, and then they will be driven to hell in the life to come. Loss in both worlds will be the result of their scheming and plotting.
Ein Plan zur Beendigung des Islam
A Scheme to Put an End to Islam
„Denkt daran, wie die Ungläubigen Ränke gegen dich schmiedeten, um dich in Ketten zu legen oder dich zu töten oder zu vertreiben. So schmieden sie ihre Pläne, doch auch Gott plant. Gott ist der Beste aller Planer.“ (Vers 30) Dies ist eine Erinnerung an die Lage in Makkah, bevor sich alles von Grund auf wandelte. Diese Erinnerung dient zugleich als Zusicherung für die Zukunft und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Weisheit hinter dem Wirken des Willens Gottes. Jene Muslime, die als Erste vom Qur'ān angesprochen wurden, waren sich beider Lagen voll bewusst, hatten sie doch beide selbst erlebt. Eine Erinnerung an ihre unmittelbare Vergangenheit sowie an die Furcht und Sorge, die sie in jenen Tagen empfanden, genügte, um sie die Sicherheit und Geborgenheit der Gegenwart schätzen zu lassen. Sie kannten die Ränke der Ungläubigen und wussten, was diese mit dem Propheten ﷺ vorhatten.
“Remember how the unbelievers were scheming against you, seeking to keep you in chains or have you slain or banished. Thus they plot and plan, but God also plans. God is above all schemers.” (Verse 30) This is a reminder of the situation in Makkah before things underwent a total transformation. This reminder serves also as a reassurance concerning the future, and draws attention to the wisdom behind the operation of God’s will. Those Muslims who were the first to be addressed by the Qur’ān were fully aware of both situations, having experienced both. A reminder of their immediate past, as well as the fear and worry they experienced in those days, was sufficient to make them appreciate the safety and security of the present. They were aware of the unbelievers’ scheming and what they planned to do with the Prophet.
Doch nicht nur ihre Pläne wurden vollständig vereitelt; auch die Ungläubigen erlitten eine demütigende Niederlage.
But not only their schemes were totally foiled; the unbelievers also suffered a humiliating defeat.
Die Ungläubigen erwogen Alternativen: Sie dachten daran, den Gesandten Gottes gefangen zu nehmen und ihn so lange in Ketten zu legen, bis er stürbe. Sie zogen auch in Betracht, ihn zu töten, um ihn ein für alle Mal loszuwerden. Ebenso dachten sie daran, ihn zu vertreiben und ins Exil zu schicken. Nachdem sie das Für und Wider jeder dieser Alternativen abgewogen hatten, entschieden sie sich dafür, ihn zu töten. Sie übertrugen die Aufgabe einer Reihe junger Männer, von denen jeder einem anderen Stamm angehörte, damit alle Stämme an seiner Ermordung teilhätten. So wäre sein eigener Clan, die Banū Hāschim, nicht in der Lage, gegen alle Araber zugleich zu kämpfen. Sie würden dann ein Angebot über das Blutgeld annehmen, und die ganze Angelegenheit wäre damit erledigt.
The unbelievers were considering alternatives: they thought of arresting God’s Messenger and putting him in chains until he died, and they also considered killing him so that they could get rid of him once and for all. They also thought of driving him away, sending him into exile. Having considered the pros and cons of each of these alternatives, they chose to kill him, entrusting the task to a number of young men, each belonging to a different tribe, so that all tribes would share in his assassination. His own clan, Hāshim, would thus be unable to fight all the Arabs at once. They would then accept an offer of blood money and the whole matter would finish at that.
Schwache Manöver
Feeble Manoeuvres
In seinem gelehrten Kommentar zum Qur'an erwähnt Ibn Kathīr, dass die Person, die dies sagte, al-Nađr ibn al-Ĥārith war.
In his scholarly commentary on the Qur’ān, Ibn Kathīr mentions that the person who said this was al-Nađr ibn al-Ĥārith:
Al-Naḍr war im Persischen Reich gewesen, wo er die persische Geschichte lernte und Berichte über frühere persische Könige las, wie Rustam und Isfandayar. Als er in seine Heimat zurückkehrte, sah er den Gesandten Gottes ﷺ, nachdem dieser mit der Botschaft Gottes betraut worden war, und hörte ihm zu, wie er den Menschen den Qur'an rezitierte. Wenn der Prophet ﷺ mit einer Gruppe von Menschen gesprochen hatte, setzte sich al-Naḍr mit ihnen zusammen und erzählte ihnen Geschichten von jenen alten Königen. Dann fragte er sie: „Sagt mir, bei Gott, wer erzählt bessere Geschichten: ich oder Muḥammad ﷺ?“ Als er am Tag der Schlacht von Badr in Gefangenschaft geriet, ordnete der Prophet ﷺ daher an, dass er hingerichtet werden solle. Sein Befehl wurde ausgeführt, Gott sei Dank.34
Al-Nađr had been to the Persian Empire where he learnt Persian history and read accounts of past Persian kings, such as Rustam and Isfandayar. When he returned home, he saw God’s Messenger (peace be upon him) after he had been entrusted with God’s message, and he listened to him reciting the Qur’ān to people. When the Prophet finished talking to any group of people, al-Nađr would sit with them and tell them stories of those ancient kings. He would then ask them: ‘Tell me, by God, who tells better stories: I or Muĥammad?’ Hence, when he fell captive on the day of the Battle of Badr, the Prophet ordered that he should be executed. His order was carried out, thank God.34
Der Gefährte des Propheten ﷺ, der ihn gefangen genommen hatte, war al-Miqdād ibn al-Aswad, wie Ibn Jarīr al-Ţabarī berichtet:
The Prophet’s Companion who had taken him prisoner was al- Miqdād ibn al- Aswad, as Ibn Jarīr al-Ţabarī reports:
Der Prophet ordnete die Hinrichtung von ʿUqbah ibn Abī Muʿayṭ, Tuʿaymah ibn ʿAdiy und al-Naḍr ibn al-Ḥārith an. Als er die Tötung al-Naḍrs anordnete, sagte al-Miqdād, der Gefährte des Propheten ﷺ, der ihn gefangen genommen hatte:
The Prophet ordered the execution of `Uqbah ibn Abī Mu`ayţ, Tu`aymah ibn `Adiy and al-Nađr ibn al-Ĥārith. When he ordered the killing of al-Nadr, al- Miqdād, the Prophet’s Companion who had taken him prisoner, said:
„Gesandter Gottes, er ist mein Gefangener!“35 Der Prophet ﷺ sagte: „Er pflegte Dinge gegen das Buch Gottes zu sagen.“ Der Prophet ﷺ ordnete erneut die Hinrichtung al-Nadrs an.
‘Messenger of God, he is my prisoner!’35 The Prophet said: ‘He used to say things against God’s book.’ The Prophet again ordered al-Nadr’s execution.
Eine raffinierte Version eines alten Kniffs
A Sophisticated Version of an Old Ploy
Eine Fabel ist eine alte Erzählung, die einige abergläubische Vorstellungen über Gottheiten und den übernatürlichen Mut legendärer Helden enthält. Sie berichtet von erfundenen Ereignissen, die so viel Aberglauben beinhalten.
A fable is an old tale that includes some superstitious beliefs about deities and the supernatural courage of legendary heroes. It speaks of imaginary events that involve so much superstition.
Jene Ältesten der Quraisch bezogen sich auf die Berichte des Qur'ān über frühere Völker und Gemeinschaften, auf die Wunder, die ihnen gezeigt worden waren, und auf die Schilderungen im Qur'ān, wie Gott die Ungläubigen vernichtete und die Gläubigen rettete. Sie sagten den Massen, dass solche Berichte nichts als Fabeln der Alten seien. Sie behaupteten, Muḥammad ﷺ habe sich das alles aufgeschrieben, um es den Arabern in Makkah weiterzuerzählen, und er gebe vor, dies sei ihm von Gott offenbart worden. Al-Naḍr ibn al-Ḥārith trat an die Stelle des Propheten ﷺ, nachdem dieser zu den Leuten gesprochen hatte, und erzählte ihnen Fabeln und Legenden, die er auf seinen Reisen in Persien gelernt hatte. Mitunter ließ al-Naḍr sogar eine Gruppe von Leuten im Kreis neben der Gruppe sitzen, zu der der Prophet ﷺ sprach. Dann sagte er zu seinen Zuhörern: „Diese Legenden ähneln den Fabeln, die Muḥammad ﷺ erzählt, aber ich behaupte nicht, ein Prophet zu sein oder Offenbarungen zu empfangen. Seine sind alles Fabeln und Legenden derselben Art.“ Solche Behauptungen haben ohne Zweifel unter den Menschen für Verwirrung gesorgt, besonders am Anfang, bevor jene Legenden klar als etwas völlig anderes als der Qur'ān erkannt wurden. Daher verstehen wir, warum der Prophet ﷺ vor der Schlacht von Badr die Anordnung verkündete, al-Naḍr ibn al-Ḥārith solle getötet werden.
Those Quraysh elders referred to the accounts given in the Qur’ān of earlier nations and communities, the miracles shown to them and to the Qur’ānic descriptions of how God destroyed the unbelievers and saved the believers and said to the masses that such accounts were only fables of ancient people. They alleged that Muĥammad had it all written down in order to relate the same to the Arabs in Makkah, claiming that they had been revealed to him by God. Al-Nađr ibn al-Ĥārith would take the Prophet’s place after he had finished speaking to people, and would relate to them fables and legends which he had learnt on his travels in Persia. At times, al-Nađr would even have a group of people in a circle sitting next to the group addressed by the Prophet. He would then say to his audience: “These legends are similar to the fables related by Muĥammad, but I do not claim to be a Prophet or to receive any revelations. His are all fables and legends of the same type.” Such claims must, no doubt, have created some confusion among people, particularly at the beginning, before those legends were clearly seen as totally different from the Qur’ān. Hence, we appreciate why the Prophet issued an announcement before the Battle of Badr that al-Nađr ibn al-Ĥārith should be killed.
Keine Grenze der menschlichen Torheit
No Limit to Human Folly
Die Sure fährt fort, eine Haltung von erstaunlichster Halsstarrigkeit bei den Ungläubigen zu beschreiben. Sie versuchen, mit der Wahrheit zu ringen, und sie werden besiegt. Der Hochmut jedoch hindert sie daran, die Wahrheit und ihre Autorität anzuerkennen oder sich ihr zu unterwerfen.
The sūrah goes on to describe an attitude of most amazing stubbornness by the unbelievers. They try to wrestle with the truth and they are defeated. Pride, however, prevents them from acknowledging the truth and its authority or submitting to it.
Daher rufen sie Gott an, Steine vom Himmel auf sie herabregnen zu lassen oder sie mit schmerzhafter Qual zu bestrafen, falls der Qur'ān tatsächlich die von Ihm offenbarte Wahrheit sei. Statt Gott zu bitten, sie zur Wahrheit zu leiten und ihnen zu ermöglichen, ihr zu folgen, beten sie um ihren eigenen Untergang: „Und sie sagten: ‚Gott, wenn dies wirklich Deine offenbarte Wahrheit ist, dann lass Steine vom Himmel auf uns regnen oder erlege uns eine schmerzhafte Qual auf.‘“ (Vers 32)
Hence, they appeal to God to rain down stones over them or to smite them with grievous suffering, if the Qur’ān were the truth revealed by Him. Instead of praying to God to guide them to the truth and enable them to follow it, they pray for their own undoing: “They would also say: ‘God, if this be indeed Your revealed truth, then rain down upon us stones from the skies, or inflict grievous suffering on us.’“ (Verse 32)
Dies ist gewiss ein sehr seltsamer Appell, der eine Haltung unerschütterlicher Sturheit verrät, die den völligen Untergang dem Nachgeben gegenüber der Wahrheit vorzieht, selbst wenn es die absolute Wahrheit ist. Wenn die gesunde menschliche Natur Zweifel empfindet, betet sie zu Gott, Er möge ihr die Wahrheit zeigen und sie zu ihr leiten. Die gesunde menschliche Natur empfindet das keineswegs als erniedrigend. Doch wenn sie durch unkontrollierten Stolz verdorben ist, treibt die Arroganz sie in die Sünde, und zwar so weit, dass sie Leid und Untergang der Anerkennung der Wahrheit vorzieht, sobald diese klar und unwiderlegbar geworden ist. Mit dieser Art von Halsstarrigkeit widersetzten sich die Ungläubigen in Makkah der Botschaft des Propheten ﷺ. Doch diese Botschaft siegte schließlich, trotz einer solch beharrlichen Halsstarrigkeit.
This is certainly a very strange appeal which betrays a state of unwavering stubbornness that prefers total ruin to yielding to the truth, even when it is the absolute truth. When sound human nature experiences doubt, it prays to God to show it the truth and guide it to it. Sound human nature does not find that at all demeaning. But when it is corrupted by uncontrolled pride, arrogance drives it into sin to the extent that it prefers suffering and ruin to acknowledging the truth when it becomes clear, irrefutable. It is with this type of obstinacy that the unbelievers in Makkah resisted the Prophet’s message. But this message was victorious in the end, despite such persistent obstinacy.
Das Gute vom Schlechten trennen
Separating the Good from the Bad
Es ist ein verbreitetes Merkmal der Ungläubigen, dass sie ihr Geld dafür aufwenden, gemeinsam Menschen vom Weg Gottes abzubringen. Dies taten sie am Tag der Schlacht von Badr. Dasselbe taten sie nach Badr erneut, um sich auf die nächste Schlacht vorzubereiten.
It is a common characteristic of unbelievers that they spend their money to cooperate in turning people away from God’s path. This they did on the day of the Battle of Badr. They did the same thing again after Badr to prepare for the next battle.
Gott warnt sie davor, dass ihr Vorhaben vereitelt werden wird und dass sie den Verlust ihres Geldes noch bereuen werden. Er verspricht ihnen Niederlage in diesem Leben und die Strafe der Hölle im Jenseits: „Diejenigen, die ungläubig sind, geben ihren Reichtum aus, um die Menschen vom Weg Gottes abzubringen. Sie werden ihn weiter ausgeben, und dann wird dies für sie zu einer Quelle tiefer Reue werden; und danach werden sie besiegt werden. Die Ungläubigen werden in die Hölle getrieben. Gott wird das Böse vom Guten trennen. Das Böse wird Er einen auf den anderen legen, damit Er sie alle zusammenhäuft, und sie dann in die Hölle wirft. Das sind wahrlich die Verlierer.“ (Verse 36–37)
God warns them that their purpose will be foiled and that they will come to rue the loss of their money. He promises them defeat in this life and the punishment of hell in the life to come: “The unbelievers spend their riches in order to turn people away from the path of God. They will go on spending them, and then this will become a source of intense regret for them; and then they shall be defeated. The unbelievers shall into hell be driven. God will separate the bad from the good. The bad He will place one upon another, so He may heap them all up together, and then cast them into hell. Those indeed are the losers.” (Verses 36- 37)
Muḥammad ibn Isḥāq und andere berichten:
Muĥammad ibn Isĥāq and others report:
Als die Quraisch bei der Schlacht von Badr eine schwere Niederlage erlitten und ihr geschlagenes Heer nach Makkah zurückkehrte, waren Abū Sufyān und seine Handelskarawane bereits dorthin zurückgekehrt. ‘Abdullāh ibn Rabī`ah, `Ikrimah ibn Abī Jahl, Şafwān ibn Umayyah und mehrere andere Quraisch, die in Badr ihre Väter, Brüder oder Söhne verloren hatten, gingen zu Abū Sufyān und seinen Mitkaufleuten, die große Anteile an jener Handelskarawane besaßen.
When the Quraysh suffered their major setback at the Battle of Badr, and their defeated army arrived back in Makkah, Abū Sufyān and his trade caravan had already returned there. ‘Abdullāh ibn Rabī`ah, `Ikrimah ibn Abī Jahl, Şafwān ibn Umayyah and a number of other people from the Quraysh who suffered the loss of their fathers, brothers or sons at Badr went to Abū Sufyān and his fellow merchants who had major shares in that trade caravan.
Ein positiver Umgang mit der Wirklichkeit
A Positive Approach to Reality
Die Sure wendet sich nun an die Gläubigen: „Kämpft gegen sie, bis es keine Verfolgung mehr gibt und alle Unterwerfung allein Gott gilt. Wenn sie aber ablassen, so sieht Gott wohl, was sie tun.“
The sūrah now addresses the believers: “Fight them until there is no more oppression, and all submission is made to God alone. If they desist, God is certainly aware of all they do.
Doch wenn sie sich abwenden, dann wisse, dass Gott euer Herr ist, der Beschützer. Wie trefflich ist dieser Beschützer und wie trefflich ist dieser Helfer!“ (Verse 39-40)
But if they turn away, know that God is your Lord Supreme. How splendid is this Lord Supreme, and how splendid is this giver of support.” (Verses 39-40)
Dies ist der Zweck und die Grenze des Dschihād, also des Kampfes für die Sache Gottes, nicht nur zu einer bestimmten Zeit, sondern zu allen Zeiten. Die Aussagen zu Dschihād und zu den Gesetzen von Krieg und Frieden in dieser Sure sind nicht die endgültigen. Die endgültige Fassung findet sich in Sure 9, Die Reue, oder al-Tawba. Andererseits ist der Islam eine positive Bewegung, die sich menschlichen Situationen widmet und dabei Mittel einsetzt, die für verschiedene Situationen geeignet sind. Darüber hinaus ist er eine wohlstrukturierte Bewegung, die für jede Stufe passende Mittel und Methoden verwendet. Dennoch finden wir hier eine Aussage, die einen dauerhaften Grundsatz festlegt, der die Ziele der Auseinandersetzung zwischen dem Islam und nichtislamischen gesellschaftlichen Ordnungen bestimmt. Dies findet seinen Ausdruck in dem Vers, der sagt: „Kämpft gegen sie, bis es keine Verfolgung mehr gibt und alle Unterwerfung allein Gott gilt.“ (Vers 39)
This is the purpose and the limit of jihād, or struggle for God’s cause, not only at a particular period in time, but at all times. The statements related to jihād and the laws of war and peace in this sūrah are not the final ones. The final version is that included in Sūrah 9, Repentance, or al-Tawbah. On the other hand, Islam is a positive movement which deals with human situations employing means that are suitable for different situations. Moreover, it is a well structured movement that uses fitting means and methods for every stage. Nevertheless, we have here a statement that lays down a permanent principle that defines the objectives of the confrontation between Islam and un-Islamic social set-ups. This is embodied in the verse which says: “Fight them until there is no more oppression, and all submission is made to God alone.” (Verse 39)
In unserem Prolog zu dieser Sure haben wir erwähnt, dass der Islam eine allgemeine Erklärung der Befreiung des Menschen auf Erden von der Unterwerfung unter andere Geschöpfe ist, einschließlich seiner eigenen Begierden, durch die Anerkennung der Herrschaft Gottes über das Universum und die gesamte Schöpfung. Wir haben außerdem darauf hingewiesen, dass diese Erklärung eine vollständige Revolution gegen die Zuschreibung von Souveränität an Menschen bedeutet, in welchen Formen, Systemen und Situationen eine solche Souveränität auch auftreten mag. Für die Verwirklichung dieses großen Ziels gibt es zwei wesentliche Voraussetzungen. Die erste besteht darin, allen Unterdrückungen und Verfolgungen ein Ende zu setzen, die sich gegen die Anhänger dieser Religion richten, die sich von menschlicher Souveränität befreit erklären und sich allein Gott unterwerfen. Dies kann nur geschehen, wenn eine Gemeinschaft Gläubiger ihre eigene Bewegung und ihre eigene Führung aufbaut, die versucht, diese allgemeine Erklärung in die Praxis umzusetzen. Diese Bewegung wird bereit sein, ihren Kampf gegen jeden Tyrannen fortzusetzen, der die Anhänger dieser Religion verfolgt oder Gewalt, Druck und Unterdrückung einsetzt, um Menschen von ihr abzuwenden.
34Ibn Kathīr, Tafsīr al-Qur’ān al-`Azīm, Beirut, Bd. II, S. 279
34Ibn Kathīr, Tafsīr al-Qur’ān al- `Azīm, Beirut, Vol. II, p. 279
35 Die Worte al-Miqdāds bezogen sich auf das Lösegeld, das er für die Freilassung al-Naḍrs hätte einziehen können. Er widersprach nicht dem Befehl des Propheten ﷺ, sondern hoffte auf etwas anderes, wie aus dem Bericht deutlich hervorgeht. — Anmerkung des Herausgebers.
35 Al-Miqdād’s words were meant as a reference to the ransom he would have collected in return for al-Nađr’s release. He was not objecting to the Prophet’s order, but he hoped for something different as is clear from the report. — Editor’s note.
36 Ibn Jarīr al-Ṭabarī, Jāmiʿ al-Bayān, Dār al-Fikr, Beirut, Bd. VI, S. 231–232
36 Ibn Jarīr al-Ţabarī, Jāmi` al-Bayān, Dār al-Fikr, Beirut, Vol. VI, pp. 231-232