Al-Nur: Das Licht (Das Licht von Himmel und Erde) 35–45
Al-Nur Light (The Light Of Heaven And Earth) 35-45
Gott ist das Licht der Himmel und der Erde. Sein Licht gleicht einer Nische, in der sich eine Lampe befindet; die Lampe in einem Glas, das Glas wie ein leuchtender Stern, entzündet an einem gesegneten Baum – einem Olivenbaum, der weder des Ostens noch des Westens ist. Sein Öl würde beinahe leuchten, selbst wenn kein Feuer es berührt hätte. Licht über Licht! Gott leitet zu Seinem Licht, wen Er will [dass er geleitet werde]. Gott prägt den Menschen Gleichnisse, denn Gott allein hat umfassendes Wissen über alle Dinge. (35)
God is the light of the heavens and the earth. His light may be compared to a niche containing a lamp; the lamp within a glass, the glass like a radiant star; lit from a blessed tree – an olive tree that is neither of the east nor of the west. Its very oil would almost give light even though no fire had touched it. Light upon light! God guides to His light him that wills [to be guided]. God propounds parables for all people, since God alone has full knowledge of all things. (35)
In Häusern, die Gott zu erheben erlaubt hat, damit Sein Name in ihnen erwähnt wird, preisen Ihn dort morgens und abends (36)
In houses which God has sanctioned to be raised so that His name be remembered in them, there are [such as] extol His limitless glory, morning and evening (36)
Männer, die weder Handel noch Gewinn von dem Gedenken an Gott abbringen, vom regelmäßigen Verrichten des Gebets und von der Abgabe der Zakat; sie fürchten sich vor dem Tag, an dem Herzen und Augen erschüttert werden. (37)
– people whom neither commerce nor profit can divert from the remembrance of God, and from attending regularly to prayer, and from charity; who are filled with fear of the day when all hearts and eyes will be convulsed; (37)
die [nur] hoffen, dass Gott ihnen den Lohn gemäß dem Besten gibt, was sie je getan haben, und ihnen Seine Gnade in Fülle zuteilwerden lässt. Gott gibt, wem Er will, ohne Berechnung. (38)
who [only hope] that God may reward them in accordance with the best that they ever did, and lavish His grace upon them. God gives to whom He wills beyond all reckoning. (38)
Was die Ungläubigen betrifft, so gleichen ihre Werke einer Fata Morgana in der Wüste, die der durstige Reisende für Wasser hält; doch wenn er sich ihr nähert, findet er, dass sie nichts ist. Dann aber findet er Gott [der stets] bei ihm [gewesen ist], und Er wird ihm seine Abrechnung in voller Länge begleichen; denn Gott ist schnell im Abrechnen. (39)
As for the unbelievers, their deeds are like a mirage in the desert, which the thirsty traveller supposes to be water, but when he comes near to it, he finds that it is nothing. But he finds that God [has always been present] with him, and that He will pay him his account in full; for God is swift in reckoning. (39)
Oder wie die Finsternisse in einem weiten, tiefen Meer, bedeckt von Wellen, über denen Wellen sind, über denen Wolken stehen: Finsternisse, Schicht über Schicht, [so dass] man, wenn man seine Hand hervorstreckt, sie kaum sehen kann. Und wem Gott kein Licht gibt, der hat überhaupt kein Licht.
Or else, like the depths of darkness in a vast deep ocean, covered by waves above which are waves, with clouds above it all: depths of darkness, layer upon layer, [so that] when one holds up his hand, he can hardly see it. Indeed the one from whom God withholds light shall find no light at all.
(40)
(40)
Weißt du denn nicht, dass es Gott ist, dessen grenzenlose Herrlichkeit alle Geschöpfe preisen, die in den Himmeln und auf der Erde sind, selbst die Vögel, während sie ihre Flügel ausbreiten? Jedes von ihnen weiß, wie es zu Ihm beten und Ihn verherrlichen soll; und Gott hat volle Kenntnis von allem, was sie tun. (41)
Are you not aware that it is God whose limitless glory all creatures that are in the heavens and earth extol, even the birds as they spread out their wings? Each of them knows how to pray to Him and to glorify Him; and God has full knowledge of all that they do. (41)
Gott gehört die Herrschaft über die Himmel und die Erde, und zu Gott wird alles zurückkehren. (42)
To God belongs the dominion over the heavens and the earth, and to God shall all return. (42)
Hast du nicht bedacht, dass Gott es ist, der die Wolken sacht vorantreibt, sie dann zusammenfügt und sie zu Haufen türmt, sodass du den Regen aus ihrer Mitte hervorkommen siehst? Und Er ist es, der vom Himmel Berge aus Hagel herabsendet, und Er trifft damit, wen Er will, und wendet es ab von wem Er will. Der Blitz Seines Lichts beinahe nimmt den Menschen das Augenlicht. (43)
Are you not aware that it is God who causes the clouds to move onwards, then joins them together, then piles them up in masses, until you can see rain come forth from their midst. He it is who sends down from the skies mountainous masses charged with hail, striking with it whom He wills and averting it from whom He wills. The flash of His lightning well- nigh deprives people of their sight. (43)
Gott ist es, der die Nacht und den Tag aufeinander folgen lässt.
It is God who causes night and day to alternate.
Auch darin liegt gewiss eine Lehre für alle, die Augen haben, um zu sehen. (44)
In this too there is surely a lesson for all who have eyes to see. (44)
Gott hat jedes Tier aus Wasser erschaffen; und unter ihnen gibt es solche, die auf ihrem Bauch kriechen, und solche, die auf zwei Beinen gehen, und andere wiederum auf vieren.
God has created every animal from water; and among them are such as creep on their bellies, and such as walk on two legs, and others yet on four.
Gott erschafft, was Er will. Gewiss hat Gott Macht über alle Dinge. (45)
God creates what He wills. Surely God has power over all things. (45)
Überblick
Overview
Bis hierher hat die Sure die roheren Aspekte der menschlichen Natur behandelt, um sie zu läutern und zu veredeln. Sie hat sich mit dem sexuellen Verlangen befasst, einschließlich seiner verschiedenen Reize, ebenso mit der Neigung, Gerüchte zu verbreiten und Menschen Beschuldigungen anzulasten, die Zorn und Kummer verursachen. Sie hat sich auch mit der Unzucht befasst, die in den Herzen der Menschen gärt, ihren sprachlichen Ausdruck findet und sich dann im tatsächlichen Leben ausbreitet. In all diesen Fällen hat sie für Ehebruch und für die falsche Anschuldigung, ihn begangen zu haben, sehr strenge Strafen festgelegt. Sie hat ein abscheuliches Beispiel falscher Anschuldigungen gegen keusche Frauen gezeichnet, die von dem, was über sie gesagt wird, nichts ahnen. Ebenso hat sie Präventivmaßnahmen vorgesehen, etwa das Einholen der Erlaubnis, bevor man fremde Häuser betritt, das Senken des Blicks, wenn man anderen begegnet, und das Verhüllen persönlicher Reize und Schmuckstücke. Sie hat ferner vor unnötiger sexueller Erregung gewarnt, zur Ehe und zur Freilassung von Sklaven ermutigt und Prostitution verboten. All diese Maßnahmen, so verschieden sie auch sind, helfen, den körperlichen Trieb zu kontrollieren und die Beweggründe zu stärken, die Keuschheit zu bewahren und nach höheren Maßstäben der Reinheit zu streben.
So far the sūrah has dealt with the most crude aspects of the human constitution in order to purify and refine them. It has dealt with sexual desire, including its different appeals, as well as the inclination to spread rumours and level accusations at people causing anger and distress. It has also dealt with indecency fermenting within people’s hearts, finding verbal expression and then spreading into actual life itself. In all these it laid down very stern punishments for adultery and for false accusation of committing it. It portrayed a horrid example of false accusations levelled at chaste women who are unaware of what is being said about them. It also provided prevention measures, such as seeking permission before entering other people’s homes, lowering one’s gaze when meeting others, and covering personal charms and adornments. It further warned against unnecessary sexual excitement, encouraged marriage and the freedom of slaves and prohibited prostitution. All these measures, varied as they are, help to control the physical impulse and strengthen the motives to maintain one’s chastity and aspire to higher standards of purity.
Am Ende ihrer Ausführungen zu der falschen Geschichte über ʿĀ’ischa befasste sich die Sure mit den nachwirkenden Folgen jenes Vorfalls: insbesondere mit dem Kummer, dem Zorn, der Verzerrung der Werte und der Angst. So finden wir den Propheten ﷺ ruhig und beruhigt, ʿĀ’ischa selbst zufrieden und glücklich, ihren Vater Abū Bakr gütig und vergebend, und Ṣafwān ibn al-Muʿaṭṭal erfreut über Gottes Erklärung seiner Unschuld, und die gesamte muslimische Gemeinschaft kehrte zu Gott zurück, nachdem sie erkannt hatte, wie sie sich in Verwirrung verloren hatte. Nun sind sie wieder auf dem rechten Weg, erkennen Gottes Gunst und Gnade an und folgen Seiner Rechtleitung.
Gottes strahlendes Licht
God’s Radiant Light
„Gott ist das Licht der Himmel und der Erde.“ (Vers 35) Kaum hat diese bemerkenswerte Aussage ihre Bedeutung vermittelt, breitet sich ein helles Licht über das ganze Universum aus, erhellt Gefühle und Empfindungen und erfüllt Herzen und Sinne. Das gesamte Universum schwimmt in einem strahlenden Licht. Schirme und Vorhänge werden beiseitegeschoben, Herzen strahlen, Seelen erheben sich hoch, und alles wird in einem Meer aus Licht gereinigt. Alle legen ihre Lasten ab und vereinen sich in einer Atmosphäre reiner Freude und Wonne. Ja, das Universum und alles, was es enthält, sprengt seine Fesseln, damit sich Himmel und Erde begegnen können, das Entfernte und das Nahe zusammenkommen, ebenso das Belebte und das Unbelebte. Das Verborgene vereint sich mit dem Offenkundigen, ebenso die Herzen und Sinne der Menschen.
“God is the light of the heavens and the earth.” (Verse 35) No sooner does this remarkable statement impart its meaning than a bright light spreads over the whole universe and lightens up feelings and emotions, filling hearts and minds. The entire universe swims in a radiant light. Screens and curtains are removed, hearts radiate, spirits fly high, and everything is purified in a sea of light. All shed their burdens and join together in an atmosphere of pure happiness and delight. Indeed, the universe and all it contains break their fetters so as to let the heavens and earth meet, the distant and the near come together, as do the animate and the inanimate. What is hidden joins with what is apparent, as do people’s hearts and senses.
„Gott ist das Licht der Himmel und der Erde.“ Er ist das Licht, aus dem sie ihr Wesen ableiten, ebenso wie ihre vollkommene Ordnung. Er ist derjenige, der ihnen ihr Dasein verleiht und das Gesetz, das dieses Dasein regiert. Der Mensch hat vor kurzem durch wissenschaftliche Errungenschaften einen Teil dieser großen Wahrheit entdecken können, als das, was man früher „Materie“ nannte, durch Kernfusion in Strahlung umgewandelt wurde, die keine andere Form oder Substanz hat als Licht. So entdeckte der Mensch, dass ein Atom Elektronen enthält, die Strahlung erzeugen. Das menschliche Herz hingegen vermochte diese große Wahrheit viele Jahrhunderte zu begreifen, bevor die Wissenschaft ihre Entdeckungen machte.
“God is the light of the heavens and the earth.” He is the light from which they derive their essence as well as their perfect system. He is the One who gives them their existence and the law that governs such existence. Man has recently been able to discover, through scientific achievements, a part of this great truth when what they used to call ‘matter’ was transformed, through nuclear fusion, into radiation that has no form or substance other than light. Thus, man discovered that an atom contains electrons that produce radiation. By contrast, the human heart was able to comprehend this great truth many centuries before science made its discoveries.
Ein Beispiel, das das Licht Gottes darstellt
An Example Portraying God’s Light
Das menschliche Herz kann ein so überreiches Licht nicht lange ertragen, und es vermag sich auch nicht lange zu einem so großen Horizont zu erheben. Daher beginnt die Sure nach dieser Aussage, die diesen grenzenlosen Raum eröffnet, ihn näherzubringen, damit er besser verstanden wird. Das Beispiel ist zugleich greifbar und praxisnah:
The human heart cannot take such abundant light for long; nor can it aspire to that great horizon for long. Hence, after this statement that opens up this endless scope, the sūrah begins to bring it closer so as to make it better understood. The example is at once tangible and practical:
Sein Licht gleicht einer Nische, in der sich eine Lampe befindet; die Lampe in einem Glas, das Glas wie ein leuchtender Stern, entzündet an einem gesegneten Baum – einem Olivenbaum, der weder östlich noch westlich ist. Sein Öl würde beinahe leuchten, auch wenn kein Feuer es berührt hätte.
His light may be compared to a niche containing a lamp; the lamp within a glass, the glass like a radiant star; lit from a blessed tree – an olive tree that is neither of the east nor of the west. Its very oil would almost give light even though no fire had touched it.
Licht über Licht! (Vers 35)
Light upon light! (Verse 35)
Dieser Vergleich zielt darauf ab, das Unendliche vor einen Verstand zu stellen, der nur endliche Fähigkeiten besitzt.
This comparison seeks to put the infinite right before a mind that has finite ability.
Es zeichnet lediglich ein winziges Bild, um es einem Menschen vorzustellen, der seine große Wirklichkeit nicht zu erfassen vermag. Es sucht die Natur des Lichts aufzuzeigen, wenn die menschliche Vorstellungskraft seine endlose Ausbreitung nicht fassen kann.
It simply portrays a miniscule picture to present it to man who cannot contemplate its great reality. It seeks to show the nature of light when the human imagination cannot entertain its endless spread.
Der Vers beginnt mit der Feststellung, dass „Gott das Licht der Himmel und der Erde ist“, führt uns dann aber rasch von dieser großen Weite zu einer Nische, einer kleinen künstlichen Mauervertiefung, in die eine Lampe gestellt wird, damit sie ihr Licht bündelt und zum Leuchten bringt. „Sein Licht gleicht einer Nische, in der sich eine Lampe befindet.“ Er fügt immer wieder ein weiteres Element der Stärke und Bündelung hinzu: „Die Lampe in einem Glas“, das sie vor dem Wind schützt und ihr Licht reinigt, damit es stärker und strahlender wird: „Das Glas wie ein leuchtender Stern.“ Hier wird das Glas als hell, durchsichtig und beinahe glänzend dargestellt. An dieser Stelle verknüpft der Vers das Gleichnis mit der Wirklichkeit, das Abbild mit dem Urbild, das kleine Glas mit dem leuchtenden Stern. So richten wir unser Nachdenken nicht auf das winzige Bild, das nur dazu dient, uns die große Wirklichkeit verständlich zu machen.
Taten, die zunichtegehen
Deeds That Come To Nothing
Im Gegensatz zu diesem strahlenden Licht, das den gesamten Himmel und die Erde durchdringt, die Häuser, die Gott geweiht sind, in den Blick nimmt und die Herzen der Gläubigen erleuchtet, zeigt die Sure eine andere Lage, in der kein Licht hindurchdringen kann und niemand in Sicherheit ist, eine Lage, die aller Güte entbehrt. In dieser Lage befinden sich die Ungläubigen:
In contrast to this radiant light that shines throughout the heavens and the earth, focusing on the houses dedicated to God and enlightening the hearts of the faithful, the sūrah shows a different situation where no light can penetrate and no one is safe; a situation devoid of all goodness. That is the situation in which the unbelievers find themselves:
Was die Ungläubigen betrifft, so sind ihre Taten wie eine Fata Morgana in der Wüste, die der durstige Reisende für Wasser hält; doch wenn er sich ihr nähert, findet er, dass sie nichts ist.
As for the unbelievers, their deeds are like a mirage in the desert, which the thirsty traveller supposes to be water, but when he comes near to it, he finds that it is nothing.
Doch er findet, dass Gott [stets] bei ihm ist und dass Er ihm seine Abrechnung in voller Höhe begleichen wird; denn Gott ist schnell im Abrechnen. (Vers 39)
But he finds that God [has always been present] with him, and that He will pay him his account in full; for God is swift in reckoning. (Verse 39)
Dies ist die erste von zwei bemerkenswerten Szenen, mit denen die Sure die Ungläubigen und ihr Schicksal zeichnet. Beide sind voller Leben und Bewegung. In dieser Szene werden ihre Handlungen wie eine Fata Morgana in offener Weite dargestellt. Sie besitzt einen trügerischen Glanz, der den durstigen Wanderer anzieht, der sich auf ihn zubewegt. Er ahnt überhaupt nicht, was er dort vorfinden könnte, außer der Aussicht, seinen Durst zu stillen. Plötzlich bewegt sich die ganze Szene rasch, und wir sehen den durstigen Wanderer an diesen Ort gelangen, doch er findet kein Wasser zum Trinken. Stattdessen erwartet ihn eine große Überraschung, eine, die er sich nie hätte vorstellen können.
This is the first of two remarkable scenes the sūrah paints of the unbelievers and their destiny. Both are full of life and movement. In this scene their actions are shown like a mirage in an open space. It gives a false shine which attracts the thirsty traveller who moves towards it. He is totally unaware of what he might find there, other than the prospect of quenching his thirst. Suddenly, the whole scene moves swiftly, and we see the thirsty traveller arriving at this place but finding no water to drink. Instead, he is in for a great surprise, one which he could never have imagined.
Alle preisen Gott
All Glorify God
Dies ist eine außergewöhnliche Szene von Unglauben, Irrtum und Finsternis im menschlichen Leben. Doch darauf folgt eine Szene des Glaubens, der Rechtleitung und des Lichts im großen Universum. Dies ist eine Szene, die das gesamte Universum zeigt, mit allem, was darin lebt, Menschen und Dschinn, Planeten und Sterne sowie alle Wesen, ob belebt oder unbelebt, die an der Verherrlichung Gottes teilhaben.
This is an extraordinary scene of unbelief, error and darkness in human life. Yet it is followed by one of faith, guidance and light in the great universe. This is a scene showing the entire universe with all that lives in it, human and jinn, planets and stars, and all beings, whether animate or inanimate, sharing in God’s glorification.
Wir spüren, wie großartig die Szene ist, wenn wir hören, wie die Lobpreisung überall in den Himmeln und auf der Erde widerhallt:
We feel how awesome the scene is as we hear the glorification echoed everywhere in the heavens and the earth:
Weißt du nicht, dass es Gott ist, dessen grenzenlose Herrlichkeit alle Geschöpfe preisen, die in den Himmeln und auf der Erde sind, sogar die Vögel, während sie ihre Flügel ausbreiten? Jedes von ihnen weiß, wie es zu Ihm betet und Ihn verherrlicht; und Gott hat volle Kenntnis von allem, was sie tun. (Vers 41)
Are you not aware that it is God whose limitless glory all creatures that are in the heavens and earth extol, even the birds as they spread out their wings? Each of them knows how to pray to Him and to glorify Him; and God has full knowledge of all that they do. (Verse 41)
Der Mensch lebt nicht allein in diesem Universum. Rings um ihn, zu seiner Rechten und zu seiner Linken, über ihm und unter ihm, und in der Weite darüber hinaus, ob sie seine Vorstellungskraft erreicht oder nicht, gibt es Wesen, die Gott mit unterschiedlichen Naturen, Gestalten und Formen erschaffen hat. Sie alle teilen den Glauben an Gott, wenden sich Ihm zu und preisen Seinen Lobpreis. Er „hat volle Kenntnis von allem, was sie tun“. Der Qur’ān weist den Menschen an, sich umzuschauen: Alles ist Gottes Schöpfung, und alle Lebewesen überall in den Himmeln und auf der Erde sind Seine Geschöpfe, die Ihn verherrlichen und Seine Lobpreisungen singen. Der Qur’ān lenkt unsere volle Aufmerksamkeit auch auf etwas, das wir jeden Tag sehen, ohne dass es uns aufgrund seiner Vertrautheit irgendein Gefühl entlockt: das Bild von Vögeln, die beim Fliegen ihre Beine heben und ihre Flügel ausbreiten. Auch sie verherrlichen Gott. „Jeder von ihnen weiß, wie er zu Ihm betet und Ihn verherrlicht.“ (Vers 41)
Man does not live alone in this universe. All around him, to his right and to his left, above him and beneath him, and in the expanse beyond, whether reached by his imagination or not, there are beings God has created with different natures, forms and shapes. All share in their belief in God, turn to Him and extol His praises. He “has full knowledge of all that they do.” The Qur’ān directs man to look around him: all is of God’s making and all living things everywhere in the heavens and the earth are His creatures, glorifying Him and singing His praises. The Qur’ān also directs our full attention to something we see every day without stirring any feeling in us because of its familiarity: it is the scene of birds lifting up their legs and spreading out their wings as they fly. They also glorify God. “Each of them knows how to pray to Him and to glorify Him.” (Verse 41)
Das Rauben des Augenlichts
Snatching Eyesight
Als Nächstes stellt die Sure eine weitere Szene dar, an der die Menschen achtlos vorübergehen. Sie ist sehr angenehm anzusehen, trägt eine Botschaft an das Herz und lädt den Verstand ein, über die Schöpfung Gottes nachzudenken sowie über die Hinweise auf den Glauben, die überall im Universum zu finden sind. Sie bietet Raum, um über die einzige Quelle wahren Lichts, rechter Leitung und echten Glaubens nachzusinnen.
Next the sūrah portrays yet another scene which people pass by paying little attention to it. It is very pleasant to the eye, carrying a message to the heart and inviting the mind to reflect on God’s creation as well as the pointers to faith available everywhere in the universe. It provides an area to contemplate the only source of real light, right guidance and true faith.
Weißt du nicht, dass es Gott ist, der die Wolken sanft vorwärtstreibt, sie dann zusammenfügt und zu Haufen türmt, sodass du den Regen aus ihrer Mitte hervorkommen siehst? Er ist es, der vom Himmel Berge aus Hagel herabsendet, und Er trifft damit, wen Er will, und wendet es ab von wem Er will. Der Blitz Seines Lichts beinahe nimmt den Menschen das Augenlicht. (Vers 43)
Are you not aware that it is God who causes the clouds to move onwards, then joins them together, then piles them up in masses, until you can see rain come forth from their midst. He it is who sends down from the skies mountainous masses charged with hail, striking with it whom He wills and averting it from whom He wills. The flash of His lightning well-nigh deprives people of their sight. (Verse 43)
Die Szene wird in aller Ruhe und langsam dargestellt, wobei ihre einzelnen Bestandteile zur Betrachtung herausgehoben werden, bevor sie sich zu einem umfassenden Gesamtbild vereinen. All dies geschieht bewusst, damit allein der Anblick dieser Einzelheiten die Herzen der Menschen berührt und ihren Verstand zur Besinnung auf die vollkommene Schöpfung Gottes erweckt.
The scene is portrayed at leisure, slowly, with its component parts being raised up for reflection before they combine panoramically. All this is done deliberately, so that the very sight of these details touches people’s hearts and awakens their minds to reflection on God’s perfect design.
Es ist der Plan Gottes, der die Wolken von einem Ort zum anderen treibt, bevor er sie sich vereinigen und zu einer großen Masse auftürmen lässt. Wenn diese schwer wird, trägt sie Wasser, das zunächst hervorzuquellen beginnt und dann in starkem Regen herabströmt.
It is God’s design that drives the clouds from one place to another, before allowing these clouds to come together and pile up into a great mass. When this becomes heavy, it bears water that begins to ooze out and then pour down in heavy rain.