Wenn wir die Ereignisse betrachten und die beteiligten Menschen ansehen, ebenso die Kommentare im Qur'an, erkennen wir die göttliche Methode bei der Erziehung der ersten muslimischen Gemeinschaft, und wir staunen darüber, wie Gott die Angelegenheiten und Ereignisse lenkt.
When we consider the events and look at the people involved, as also the Quranic comments, we see the divine method of cultivating the first Muslim community and we marvel at how God conducts matters and events.
So sehen wir, dass die erste muslimische Gemeinschaft von Heuchlern unterwandert war, die fast zehn Jahre lang zu ihren Reihen gehörten, zu Lebzeiten des Propheten ﷺ, und er vertrieb sie nicht. Tatsächlich macht Gott sie ihm nicht namentlich oder persönlich bekannt, bis kurz vor seinem eigenen Tod.
Thus, we see the first Muslim community infiltrated by hypocrites who live within its ranks for almost ten years, during the Prophets lifetime, and he does not expel them. In fact, God does not make them known to him by name or person until shortly before his own death.
Er würde einen solchen nur an dem Ton seiner Rede erkennen, an der Art, wie er Worte verdrehte und Dinge zu verbergen suchte. Er erkannte sie auch an ihren Reaktionen auf Dinge und Ereignisse. Gott hatte es so gewollt, damit Menschen nicht über die Absichten und Herzen anderer urteilen dürfen. Das Urteil darüber steht allein Gott zu. Nur Er weiß, was Menschen in ihren Herzen verbergen, und nur Er verlangt von den Menschen Rechenschaft dafür. Wir hingegen urteilen über Menschen nach dem, was wir vor unseren Augen sehen. So wird niemand aufgrund von Verdacht verurteilt. Selbst als Gott seinem Gesandten diejenigen kenntlich machte, die bis kurz vor seinem Tod Heuchler geblieben waren, ﷺ entfernte der Prophet ﷺ sie nicht aus der muslimischen Gemeinschaft, als sie weiterhin den Anschein erweckten, Muslime zu sein, und die islamischen Pflichten erfüllten.
He would know such a one only by the tone of his speech, the way he twisted words and tried to hide things. He also knew them by their reactions to things and events. God had willed this so that people were not allowed to judge others’ intentions and hearts. Judgement on these is for God alone. He alone knows what people harbour in their hearts and He alone requires people to account for them. As for us, we judge people by what we see before our eyes. Thus, no one is judged on the basis of suspicion. Even when God identified for His Messenger those who remained hypocrites until shortly before his death, the Prophet did not expel them from the Muslim community when they continued to put up a show that they were Muslims and fulfilled Islamic obligations.
Stattdessen behielt er dieses Wissen für sich und teilte nur einem seiner Gefährten, Hudhayfah ibn al-Yaman, ihre Identität mit. Keiner von beiden machte die Information öffentlich. Tatsächlich wollte ʿUmar ibn al-Khattāb sogar bei sich selbst sicher sein. Deshalb ging er zu Hudhayfah, um ihn zu fragen, ob der Prophet ﷺ ihn unter den Heuchlern erwähnt hatte.
Instead, he kept such knowledge to himself, informing only one of his Companions, Hudhayfah ibn al-Yaman, of their identity. Neither of them publicized the information. Indeed, ‘Umar ibn al-Khattab wanted to be sure even of himself. Hence he went to Hudhayfah to ask him whether the Prophet had mentioned him as being among the hypocrites.
Hudhayfah würde lediglich erwidern, dass er nicht zu ihnen gehöre, und ohne weitere Angaben hinzuzufügen. Auch wurde dem Propheten ﷺ befohlen, für keinen von ihnen zu beten, der gestorben war. Seine Gefährten erkannten daher an seiner Abwesenheit beim Totengebet (al-Janazah), dass der Verstorbene zu den Heuchlern gehörte. Nach dem Tod des Propheten ﷺ enthielt sich auch Hudhayfah, dem Totengebet eines jeden Heuchlers beizuwohnen, den der Prophet ﷺ ihm genannt hatte. Auch ʿUmar pflegte das Totengebet für einen Verstorbenen erst dann zu verrichten, wenn er sich vergewissert hatte, dass dessen Glaube unbefleckt geblieben war. Sah er Hudhayfah am Gebet teilnehmen, so verrichtete auch er es. Wenn nicht, verrichtete auch er es nicht, sagte aber auch nichts dazu.
Hudhayfah would only reply that he was not one of them, adding no further information. The Prophet was also ordered not to pray for any of them who might have died. His Companions would thus know by his absence from thtjandzah prayer [i.e. the prayer for a dead person] that the deceased was among the hypocrites. After the Prophets own death, Hudhayfah also refrained from attending the jandzah prayer of any hypocrite mentioned to him by the Prophet. ‘Umar too would not offer the janazah prayer for a dead person until he had made sure that their faith had remained untainted. If he saw Hudhayfah attending the prayer, he too would offer it. If not, he would not offer it either, but also would say nothing about this.
So verliefen die Ereignisse, wie Gott es gewollt hatte, und erfüllten ihre beabsichtigten Zwecke. Sie dienten dazu, Lehren zu erteilen und den Verstand, das Benehmen und die Sitten der muslimischen Gemeinschaft zu bilden. Darüber hinaus weist das Ereignis, das zur Offenbarung dieser Verse führte, auf eine Reihe von Werten hin.
Thus events moved, as God had willed, fulfilling their intended purposes. They served to provide lessons and to cultivate the minds, manners and morals of the Muslim community. Furthermore, the event which led to the revelation of these verses serves to point out a number of values.
'Abdullah ibn Ubayy: ein Mann, der inmitten der muslimischen Gemeinschaft lebte, dem Propheten ﷺ nahe. Es geschehen nacheinander Ereignisse, und Zeichen unterschiedlicher Art sind zu sehen, die alle die Wahrheit des islamischen Glaubens und der Botschaft bestätigen, die der Prophet ﷺ verkündete. Doch 'Abdullah ibn Ubayys Herz spricht auf den Glauben nicht an. Offenbar hat Gott ihm den Segen, den Glauben anzunehmen, nicht gewährt. Etwas steht zwischen ihm und diesem großen Strom des Lichts: es ist der Groll, den er hegt, weil er nicht zum König der Aws und Khazraj gemacht wurde. Er war beinahe schon zum König ausgerufen worden, als die Menschen von Madinah begannen, den Islam anzunehmen, nachdem der Prophet ﷺ dorthin gekommen war. Das genügte ihm, sich vom Islam und seiner göttlichen Rechtleitung abzuwenden, ungeachtet dessen, wie viele Beweise und Zeichen ihn bestätigten. Tatsächlich lebte er inmitten der muslimischen Gemeinschaft und sah mit eigenen Augen die tiefgreifende Veränderung, die der Islam im Leben der Menschen bewirkt.
We see first 'Abdullah ibn Ubayy: a man living among the Muslim community, close to the Prophet. Events take place in succession and signs of different sorts are seen, all confirming the truth of the Islamic faith and the message preached by the Prophet. Yet 'Abdullah ibn Ubayy’s heart is not responsive to faith. Apparently, God has not granted him the blessing of accepting faith. Something stands between him and this great flow of light: it is the grudge he harbours for not being made king of the Aws and Khazraj. He had been all but proclaimed king when the people of Madlnah began to accept Islam, following the Prophet’s arrival there. This was enough for him to turn away from Islam and its divine guidance, regardless of how it was confirmed by evidence and signs aplenty. Indeed, he lived in the midst of the Muslim community, witnessing the radical change Islam brings into peoples lives.
Wir sehen auch seinen Sohn, der ebenfalls 'Abdullah heißt, ein hervorragendes Beispiel eines hingebungsvollen Muslims. Er ist so unglücklich wegen der Haltung seines Vaters und so beschämt über ihn. Dennoch empfindet er für ihn die Liebe, die ein pflichtbewusster Sohn für seinen Vater hat. Als er hört, dass der Gesandte Gottes ﷺ den Tod seines Vaters wünscht, erlebt er zutiefst gegensätzliche Gefühle. Er stellt sich diesen mit aller Offenheit und Ernsthaftigkeit. Er ist dem Islam verpflichtet, liebt den Gesandten Gottes ﷺ und ist bestrebt, dessen Anordnungen zu erfüllen, selbst wenn sich diese gegen seinen eigenen Vater richten.
We also see his son, also named 'Abdullah, a superior example of a dedicated Muslim. He is so miserable because of his fathers attitude and so ashamed of him. Yet, he feels for him the love a dutiful son has for his father. He hears that God’s Messenger wants his father dead, and he experiences greatly different emotions. He faces these with all frankness and seriousness. He is committed to Islam, loves God’s Messenger and is keen to fulfil his orders, even when these are against his own father.
Doch er kann den Gedanken nicht gutheißen, dass irgendjemand seinen Vater töten sollte oder dass ein solcher Mensch frei umhergehen würde, nachdem er dies getan hat. Er fürchtet, schwach zu werden und dem Verlangen nach Rache nicht widerstehen zu können. Deshalb geht er zu seinem Anführer, dem Propheten ﷺ, und bittet ihn um Hilfe, wie er am besten mit den widerstreitenden Gefühlen umgehen soll, die ihn so sehr beunruhigten.
Yet he cannot condone the thought that anyone should kill his father or that such a person would walk freely after having done that. He fears that he might weaken and that he will not overcome the desire to take revenge. Therefore, he goes to his leader, the Prophet, requesting his help in how best to deal with the conflicting emotions that so troubled him.
Er bat darum, dass der Prophet ﷺ, falls er wolle, dass sein Vater getötet werde, ihn selbst damit beauftragen solle. Er würde dem Propheten ﷺ dann gehorchen und tun, was ihm befohlen wurde. Andernfalls, falls jemand anderes seinen Vater töten würde, könnte er diese Person aus Rache töten und so das Leben eines Gläubigen für einen Ungläubigen nehmen. Er würde dann im Jenseits gewaltige Schwierigkeiten zu erwarten haben.
He requests that if the Prophet wants his father killed, then he should let him be the one to carry this out. He would so obey the Prophet and do as he was told. Otherwise, if someone else killed his father, he might kill that person in revenge, thus taking the life of a believer in revenge for an unbeliever. He would then face tremendous difficulties in the life to come.
Was wir hier sehen, ist wahrhaft großartig. Es ist die Größe des Glaubens, der tief im Herzen eines Gläubigen verankert ist. Der Mann bietet dem Propheten ﷺ die Möglichkeit an, ihm eine der schwersten Handlungen aufzutragen, denen ein Mensch je gegenüberstehen kann: seinen eigenen Vater zu töten. Sein Angebot ist aufrichtig, und sein Ziel ist es, etwas zu vermeiden, das schlimmere und gravierendere Folgen hat.
What we see here is truly awesome. It is the greatness of faith deeply enshrined in a believers heart. The man offers the Prophet the opportunity to assign to him one of the hardest ever actions a human being can face: to kill his own father. He is sincere in his offer, and his purpose is to avoid something that has worse and graver consequences:
, einen Gläubigen zu töten, um einen Ungläubigen zu rächen, und sich dadurch eine Sünde aufzuladen, die ihn in die Hölle bringen könnte. Wir sind erstaunt über seine absolute Aufrichtigkeit und darüber, wie er seiner menschlichen Schwäche gegenüber seinem Vater begegnet. Er sagt zum Propheten ﷺ: „Bei Gott, mein ganzer Stamm, die Khazraj, weiß genau, dass sie keinen Sohn haben, der seinem Vater gegenüber pflichtbewusster ist als ich.“ Er wünscht nicht, dass der Prophet ﷺ irgendwelche Anordnungen ändert, die er hinsichtlich seines Vaters gibt. Er weiß, dass das, was der Prophet ﷺ anordnet, befolgt werden muss.
to kill a believer in revenge for an unbeliever, thus incurring a sin that could land him in hell. We are amazed at his absolute sincerity and by the way in which he faces his human weakness towards his father. He says to the Prophet: “By God, all my tribe, the Khazraj, are fully aware that they have no son who is more dutiful towards his father than I am.” He does not want the Prophet to change any orders he gives concerning his father. He knows that whatever the Prophet orders must be obeyed.
Alles, was er will, ist, dass er selbst derjenige ist, der diese Anordnungen ausführt, damit er später nicht der menschlichen Schwäche erliegt.
All he wants is that he should be the one to carry out those orders, so as not to succumb to human weakness later on.
Tief beeindruckt von den Gefühlen eines Mannes mit tiefem Glauben, nimmt der Prophet ihm freundlich und mitfühlend jede Sorge, indem er bezüglich seines Vaters sagt: „Wir werden gütig zu ihm sein und ihn gut behandeln, solange er bei uns ist.“ Zuvor hatte der Prophet ﷺ auch 'Umar aufgehalten, der vorgeschlagen hatte, dass 'Abdullah ibn Ubayy von einem seiner Stammesgenossen getötet werden sollte, und sagte: „Wie würde es dir gefallen, 'Umar, wenn die Leute anfingen zu sagen, dass Muhammad ﷺ seine Gefährten tötet?“ Wir bemerken auch mit Bewunderung, wie der Prophet ﷺ als weiser, inspirierter Anführer reagierte, um das Ereignis zu beschwichtigen. Er ordnete den sofortigen Aufbruch der Muslime an und setzte den Marsch mit seinem Heer bis zur Erschöpfung fort.
Impressed by such feelings of a man with profound faith, the Prophet kindly and compassionately removes all difficulty from him, saying that as far as his father is concerned: “We will be kind to him and treat him well as long as he is with us.” Prior to this, the Prophet had also stopped 'Umar who had advocated that 'Abdullah ibn Ubayy be killed by one of his tribesmen, saying: “How would you like it, 'Umar, if people started to say that Muhammad is killing his Companions?” We also note with admiration how the Prophet reacted as a wise, inspired leader to quell the event. He ordered the Muslims’ immediate departure, and continued marching with his army to the point of fatigue.
Sein Ziel war es, die Menschen von jedem Gedanken an blinde Stammesloyalität abzulenken, den die Rufe der beiden streitenden Männer hätten wecken können. Er wollte jene Art von Zwietracht eindämmen, die der Heuchler 'Abdullah ibn Ubayy angestiftet hatte und mit der er die Gefühle der Liebe und Brüderlichkeit zerstören wollte, die zwischen den Muhajirin und den Ansar bestanden. Diese Gefühle waren von einzigartiger Art, wie sie in der Geschichte der Menschheit bis dahin unbekannt war. Ebenso ist auf die Worte des Propheten ﷺ an Usayd ibn Hudayr hinzuweisen, mit denen er seine Gefährten geistig gegen Zwietracht und Streit mobilisieren wollte. Er wollte, dass der Mann, der Zwietracht säen wollte, von seinem eigenen Volk aufgehalten werde, da er unter ihnen noch immer eine hohe Stellung innehatte.
His aim was to distract people from any thought of blind tribal loyalty, which the cries of the two fighting men might have stirred. He wanted to quell the sort of strife instigated by the hypocrite 'Abdullah ibn Ubayy who aimed to destroy the feelings of love and brotherhood that existed between the Muhajirin and the Ansar. These feelings were of a unique type, previously unknown in human history. We similarly note the Prophets remarks to Usayd ibn Hudayr, which sought to mobilize his Companions spiritually against discord and strife. He wanted the man who aimed to sow discord to be stopped by his own people as he still enjoyed a high position among them.
Schließlich ist die letzte Szene großartig: ‘Abdullah ibn ‘Abdullah ibn Ubayy, ein standhafter Gläubiger, hält am Eingangstor nach Madinah sein Schwert bereit, um den Einzug seines Vaters zu verhindern. Er wollte, dass sich die eigenen Worte seines Vaters erfüllen.
Finally, the last scene is amazing: ‘Abdullah ibn ‘Abdullah ibn Ubayy, a firm believer, holds his sword at the entrance gate to Madinah to prevent his fathers entry. He wanted his fathers own words to come true.
Er war es, der sagte: „Wenn wir nach Madina zurückkehren, wird der Ehrenhaftere gewiss die Erbärmlichen hinausjagen.“ Er wollte ihn wissen lassen, dass der Gesandte Gottes ﷺ der Ehrenhaftere war und er selbst der Erbärmliche. Er zwang ihn, dort zu stehen, bis der Prophet ﷺ eintraf und ihm die Erlaubnis gab einzutreten, und zeigte ihm durch praktische Maßnahmen, wem die wahre Ehre gebührte.
It was he who said: “When we return to Madinah, the more honourable will surely drive out those who are contemptible.” He wanted him to know that Gods Messenger was the more honourable and that he himself was the contemptible one. He forced him to stand there until the Prophet arrived and gave him permission to enter, showing him in practical measures to whom true honour belonged.
Zu einem so hohen Gipfel gelangten jene Menschen durch den Glauben.
It is to such a high summit that those people attained through faith.
Dennoch blieben sie gewöhnliche Menschen, die alle menschlichen Gefühle und Schwächen erlebten. Das ist die schönste Eigenschaft dieses Glaubens, wenn Menschen ihn so verstehen, wie er verstanden werden soll. Dann werden sie zu seinem praktischen Abbild, in Gestalt von Menschen, die Speise essen und auf den Straßen gehen.
Yet they remained ordinary humans, experiencing all human feelings and frailties. This is the most beautiful characteristic of this faith when people understand it as it should be understood. They then become its practical image, in the form of humans who eat food and walk the streets.