Al-Furqan Die Unterscheidung (Unterstützung gegen Gott erheben) 45-62
Al-Furqan The Criterion(Raising Support Against God) 45-62
Siehst du nicht, wie dein Herr den Schatten ausgedehnt hat? Hätte Er es gewollt, so hätte Er ihn bewegungslos gemacht. Dann aber haben Wir die Sonne zu seinem Wegweiser gemacht. (45)
Do you not see how your Lord causes the shadow to lengthen when, had He so willed, He could have indeed made it stand still? But then We have made the sun its guide. (45)
Und dann ziehen Wir es nach und nach zu Uns heran. (46)
And then, little by little, We draw it in towards Ourselves. (46)
Er ist es, Der euch die Nacht als Gewand macht und den Schlaf als Ruhe. Er macht jeden Tag zu einer Auferstehung. (47)
He it is who makes the night a garment for you, and sleep a repose. He makes every day a resurrection. (47)
Und Er ist es, der die Winde als Vorboten Seiner Barmherzigkeit entsendet. Und Wir lassen reines Wasser vom Himmel herabkommen, (48)
And He it is who sends forth the winds as heralds of His coming grace. And We cause pure water to descend from the skies, (48)
damit Wir damit totes Land wieder zum Leben erwecken und eine unzählige Zahl Unserer Geschöpfe tränken, Vieh ebenso wie Menschen. (49)
so that with it We may bring dead land to life and give drink to a countless number of Our creation, beasts as well as human. (49)
Schon oft haben Wir ihnen dies im {Qur'ān} erklärt, damit sie es sich zu Herzen nehmen, doch die meisten Menschen weigern sich, etwas anderes als Ungläubige zu sein. (50)
Many times have We explained this [in the] Qur’ān to them, so that they may take it to heart, but most people refuse to be anything but unbelievers. (50)
Hätten Wir es gewollt, so hätten Wir in jede Stadt einen Warner gesandt. (51)
Had We so willed, We could have sent a warner to every city. (51)
Gehorche den Ungläubigen nicht, sondern bemühe dich mit diesem Qur'ān umso eifriger gegen sie.
Do not obey the unbelievers, but strive most vigorously against them with this Qur’ān.
(52)
(52)
Er ist es, der die beiden Gewässer zusammenfließen ließ: das eine süß und durstlöschend, das andere salzig und bitter. Und doch hat Er zwischen ihnen eine Schranke und ein undurchdringliches Verbot gesetzt.
He it is who has brought the two bodies of water to meet; the one sweet and thirst-quenching, and the other salty and bitter. Yet between them He has made a barrier and a forbidding ban.
(53)
(53)
Und Er ist es, der den Menschen aus Wasser erschaffen und ihm Verwandtschaft durch Abstammung und durch Heirat bestimmt hat. Und dein Herr ist allmächtig. (54)
And He it is who has created man from water and established for him bonds of lineage and marriage. All-Powerful is your Lord. (54)
Dennoch verehren die Menschen statt Gott Dinge, die ihnen weder nützen noch schaden können. Und der Ungläubige ist stets ein Helfer gegen seinen Herrn. (55)
Yet people worship, instead of God, things that can neither benefit nor harm them. An unbeliever always gives support against his Lord. (55)
Wir haben dich nur als Verkünder froher Botschaft und als Warner gesandt. (56)
We have sent you only as a herald of good news and a warner. (56)
„Sprich: ‚Ich verlange von euch dafür keinen Lohn. Ich verlange nur, dass derjenige, der will, einen Weg zu seinem Herrn findet.‘“ (57)
Say: ‘No reward do I ask of you for this. All I ask is that he who so wills may find a way leading to his Lord.’ (57)
Vertraue daher auf den Lebendigen, der nicht stirbt, und preise Seine grenzenlose Herrlichkeit und lobe Ihn. Es genügt, dass Er über die Sünden Seiner Diener bestens Bescheid weiß. (58)
Hence, place your trust in the Living One who does not die, and extol His limitless glory and praise. Sufficient is it that He is well aware of his servants’ sins. (58)
Er ist es, Der die Himmel und die Erde und alles, was zwischen ihnen ist, in sechs Tagen erschaffen hat und Sich dann auf den Thron erhoben hat, der Allerbarmer. Frage also nach Ihm den, der Kenntnis von Ihm hat. (59)
He it is who has created the heavens and the earth and all that is between them in six days, and is established on the throne of His Almightiness, the Most Merciful. Ask, then, about Him, the One who knows everything. (59)
Doch wenn man zu ihnen sagt: „Werft euch vor dem Barmherzigen nieder!“, fragen sie: „Was ist der Barmherzige? Sollen wir uns vor dem niederwerfen, wozu du uns aufrufst?“ Und so wächst ihre Abneigung noch. (60)
Yet when they are told, ‘Prostrate yourselves before the Most Merciful,’ they ask, ‘What is the Most Merciful? Are we to prostrate ourselves before whatever you bid us?’ And they grow more rebellious. (60)
Gepriesen sei Er, der am Himmel große Sternbilder errichtet und darunter eine Leuchte und einen lichtspendenden Mond gesetzt hat. (61)
Blessed is He who has set up in the skies great constellations, and has placed among them a lamp and a light-giving moon. (61)
Und Er ist es, Der die Nacht und den Tag aufeinander folgen lässt; [ein deutliches Zeichen] für denjenigen, der sich ermahnen lassen oder dankbar sein möchte. (62)
And He it is who causes the night and the day to succeed one another; [a clear sign] for him who would take heed or would show gratitude. (62)
Überblick
Overview
Diese Passage befasst sich mit einigen der großartigen Wunder im Universum, die die Existenz Gottes bezeugen, und mit dem einzigartigen System, das Er eingerichtet hat, um alles zu lenken und zu regeln, was geschieht. Sie fordert den Propheten ﷺ auf, diese Zeichen aufmerksam zu betrachten und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Eine solche Auseinandersetzung, besonders wenn sie mit offenem Herzen und offenem Geist geschieht, genügt, um die noch verbliebenen Folgen der Bedrängnis durch die Ungläubigen auszugleichen. Er wird auf die weiten Horizonte blicken, vor denen die Pläne und Feindseligkeiten der Ungläubigen zur Bedeutungslosigkeit schrumpfen.
This passage concentrates on some of the great wonders in the universe that testify to God’s existence and the unique system He has put in place to control and conduct everything that happens. It directs the Prophet to look carefully at these signs and interact with them. Such interaction, particularly when it is done with an open heart and mind, is sufficient to redress any lingering effects of the hardship caused by the unbelievers. He will be looking at the great horizons against which the unbelievers’ schemes and hostilities are reduced to insignificance.
Der Koran lenkt stets die Herzen und den Verstand der Menschen dazu, über das nachzudenken, was sie im Universum sehen, und sich damit auseinanderzusetzen. Dann werden sie das Werk der Hand Gottes in allem erkennen, was sie sehen, hören und fühlen. Sie werden viel zum Nachdenken haben, und das wird ihre Verbundenheit mit Gott durch Sein Werk stärken.
The Qur’ān always directs people’s hearts and minds to reflect on, and interact with, what they see in the universe. They will then recognize the work of God’s hand in all that they see, hear and feel. They will have much to reflect upon which will strengthen their bond with God through His work.
Wenn der Mensch mit offenem Herzen und offenem Geist sowie wacher Seele im Universum lebt, erhebt sich sein Leben über die kleinlichen Sorgen dieser Welt. Sein Lebensgefühl wird gesteigert, denn er spürt in jedem Augenblick, dass das Universum um ihn herum weitaus größer und erhabener ist als seine eigene Welt, während alles, was er sieht und empfindet, durch ein und denselben Willen entsteht, demselben Gesetz unterworfen ist und sich einem einzigen Schöpfer unterordnet. Er wird erkennen, dass er nur eines von unzähligen Geschöpfen ist, die sich Gott unterwerfen, und dass Gottes Hand in allem sichtbar ist, was er sieht, hört und fühlt.
When man lives in the universe with an open heart and mind, and an alert soul, his life rises above the petty concerns of this world. His sense of life is heightened as he feels, at every moment, that the universe around him is much larger and greater than his own world, while all that he sees and feels comes into being through one and the same will, are subject to the same law, and submit to One Creator. He will realize that he is but one of countless creatures that submit to God, and that God’s hand is visible in all that he sees, hears and feels.
Bewegte Schatten, stille Nacht
Moving Shadows, Still Night
Siehst du nicht, wie dein Herr den Schatten ausgedehnt hat? Hätte Er es gewollt, so hätte Er ihn gewiss stillstehen lassen. Dann aber haben Wir die Sonne zu seinem Wegweiser gemacht.
Do you not see how your Lord causes the shadow to lengthen when, had He so willed, He could have indeed made it stand still? But then We have made the sun its guide.
Und so ziehen Wir es nach und nach zu Uns heran. (Verse 45-46)
And then, little by little, We draw it in towards Ourselves. (Verses 45-46)
Ist dieses Bild von Schatten und Schutz nicht Gottes Absicht, wenn Er den Propheten, der Spott und Widerstand der Ungläubigen erlitten hat, anweist, über den Schatten nachzudenken? In dem harten Kampf, den der Prophet in Makkah durchstand, angesichts entschlossener Gegnerschaft und boshafter Ränke, muss seine Seele die Last zu schwer empfunden haben, da nur eine kleine Zahl von Gläubigen ihn gegen die überwältigende Mehrheit der Ungläubigen unterstützte. Hinzu kam, dass ihm nicht einmal erlaubt war, auf körperliche Angriffe zu vergelten oder feindseligen Spott abzuwehren. In dieser belasteten Atmosphäre wurden dem Muhammad ﷺ Abschnitte des Qur'ān offenbart, die als heilender Balsam, erholsamer Schatten und gütiger Segen dienen sollten. Sie gaben ihm Halt inmitten entschlossener Ablehnung und Widerstands. Der Schatten, besonders vor dem Hintergrund einer heißen Wüste betrachtet, vermittelt ein Bild, das in vollkommener Harmonie mit der gesamten Atmosphäre der Sūrah steht, die voll von Mitgefühl und Segen ist.
This image of shadow and shade imparts to a troubled and tired soul a feeling of comfort, relaxation and security, as if it is a gentle, compassionate hand that wipes away pain and worry, giving comfort and energy. is this God’s purpose as He directs the Prophet, who has suffered the unbelievers’ ridicule and opposition, to contemplate the shadow? In the tough battle the Prophet went through in Makkah, facing determined opposition and wicked scheming, his soul must have felt the burden too heavy, with only a small number of believers supporting him against the overwhelming majority of unbelievers. Not only so, but he was not then even allowed to retaliate against physical aggression or repel hostile ridicule. In this troubled atmosphere passages of the Qur’ān were revealed to Muhammad (peace be upon him) to serve as a healing balsam, a relaxing shade and kind blessing. It provided him with support in the midst of determined denial and opposition. Shade, particularly when considered against a hot desert background, gives an image that is in complete harmony with the whole atmosphere of the sūrah that is full of compassion and blessings.
Die Sure zeigt, dass der Schatten von Gottes Hand sanft ausgedehnt wird, bevor er sich dann zusammenzieht: „Siehst du nicht, wie dein Herr den Schatten sich ausdehnen lässt?“ (Vers 45)
Dschihad mit dem Qur'an
Jihad By Means Of The Qur’ān
An dieser Stelle verweist die Sure auf den Qur'ān, der wie reines Regenwasser von oben herabkommt, um die Herzen und Seelen der Menschen zu reinigen. Sie wundert sich darüber, wie der Mensch dem Regen zugetan ist, der für das körperliche Leben unentbehrlich ist, dem Qur'ān jedoch keine Zuneigung entgegenbringt, obwohl dieser den Herzen und Seelen Leben gibt.
At this point the sūrah refers to the Qur’ān which, like pure rain water, descends from on high to purify people’s hearts and souls. It wonders how man warms to rain, which is essential for physical life, but does not warm to the Qur’ān which gives life to hearts and souls.
Wahrlich, Wir haben es (im Qur'ān) vielfach den Menschen erklärt, damit sie es bedenken; doch die meisten Menschen weigern sich, etwas anderes als Ungläubige zu sein. Hätten Wir es gewollt, hätten Wir in jede Stadt einen Warner entsandt. So gehorche nicht den Ungläubigen, sondern bemühe dich mit diesem Qur'ān aufs Entschiedenste gegen sie. (Verse 50-52)
Many times have We explained this (in the] Qur’ān to them, so that they may take it to heart, but most people refuse to be anything but unbelievers. Had We so willed, We could have sent a warner to every city. Do not obey the unbelievers, but strive most vigorously against them with this Qur’ān. (Verses 50-52)
Wir haben es ihnen in einer großen Vielfalt von Formen, Stilen und Darstellungsweisen vorgelegt, indem wir uns an ihren Verstand, ihr Herz, ihre Seele und ihre Gefühle wandten. Wir suchten ihr Gewissen auf vielfältige Weise für seine Bedeutung zu wecken und bedienten uns verschiedener Mittel, damit sie sich mit ihm auseinandersetzen. Alles, was von ihnen verlangt wird, ist, dass sie es „zu Herzen nehmen“. Der Punkt ist, dass der Qur'ān darauf abzielt, die Menschen an eine Wahrheit zu erinnern, die in ihrer Natur fest verankert ist, auch wenn sie sie oft vergessen. Was sie dafür unaufmerksam macht, ist die Tatsache, dass sie sich ihren Begierden unterwerfen: „Doch die meisten Menschen weigern sich, etwas anderes als Ungläubige zu sein.“ (Vers 50)
We have put it to them in a great variety of forms, styles and presentations, addressing it to their minds, hearts, souls and feelings. We sought to awaken their consciences to its import in numerous ways, employing different means to ensure that they interact with it. All it needs from them is that they should ‘take it to heart.’ The point is that the Qur’ān aims to remind people of a truth that is well established in their nature, even though they often forget it. What makes them heedless of it is the fact that they submit to their desires: “but most people refuse to be anything but unbelievers.” (Verse 50)
Das bedeutet, dass der Auftrag, der dem Gesandten Gottes anvertraut wurde, überaus schwer ist. Er steht der gesamten Menschheit gegenüber, während die große Mehrheit von ihnen sich entscheidet, ihren Begierden zu folgen, auf dem Unglauben beharrt und undankbar ist, obwohl zahlreiche Zeichen auf die Wahrheit des Glaubens hinweisen.
Trennung der Wasserarten
Separating Types Of Water
Die Sure zeichnet erneut Bilder aus der Welt um uns herum. Nachdem sie von Winden gesprochen hat, die den Regen ankündigen, und von seinem reinen Wasser, spricht sie nun von den großen Wasserflächen, von denen einige süß und andere salzig sind, und davon, dass sie sich nicht vermischen.
The sūrah again portrays images from the world around us. Having spoken about winds heralding rain and its pure water, now it speaks of the great bodies of water, some of which are sweet and some salty, and how they do not mix.
Er ist es, Der die beiden Meere zusammenfließen ließ: das eine süß und durstlöschend, das andere salzig und bitter. Doch zwischen ihnen hat Er eine Schranke und ein trennendes Verbot gesetzt. (Vers 53)
He it is who has brought the two bodies of water to meet; the one sweet and thirst- quenching, and the other salty and bitter. Yet between them He has made a barrier and a forbidding ban. (Verse 53)
Gott ist es, der beide Arten erschaffen und sie ihre Wege gehen lassen hat, wobei sie an bestimmten Punkten zusammentreffen. Dennoch vermischen sich ihre Wasser nicht, denn sie haben eine natürliche Barriere, die sie voneinander trennt. In den meisten Fällen fließen Flüsse auf einem höheren Niveau als das Meer, was bedeutet, dass am Treffpunkt der Fluss mit seinem süßen Wasser in das salzige Meer strömt. Es ist sehr selten, dass ein Fluss unter dem Meeresspiegel verläuft. Daher überwältigt das Meer mit seiner weitaus größeren Wassermasse den Fluss nicht, dessen Wasser Pflanzen, Tiere und Menschen Leben schenkt. Dass dies in praktisch allen Fällen, in denen ein Fluss auf das Meer trifft, die natürliche Ordnung ist, bedeutet, dass es gewiss nicht zufällig geschieht. Es geschieht durch den Willen des Schöpfers, der das Universum so erschaffen hat, dass es Seinem Zweck dient und Seinen Naturgesetzen unterworfen bleibt.
It is God who created both types and left them to run their courses, meeting at certain points. Nevertheless, their waters do not mix because they have a natural barrier keeping them apart. In most cases, rivers run at a level higher than the sea, which means that at the meeting point, it is the river with its sweet water that runs into the salty sea. It is very rare that a river runs below sea level. Hence, the sea with its much greater body of water does not overpower the river whose water gives life to plants, animals and man. The fact that this is the natural order in practically all cases where a river meets the sea means that it is certainly not coincidental. It happens by the will of the Creator who made the universe in such a way as to fulfil His purpose and remain subject to His laws of nature.
Tatsächlich stellen die natürlichen Gesetze, die Gott in Kraft gesetzt hat, sicher, dass das salzige Wasser von Meer und Ozean das trockene Land nicht überflutet und die Flüsse nicht überwältigt. Dies bleibt auch bei Flut bestehen, die durch die Anziehungskraft des Mondes verursacht wird, wenn sie das Oberflächenwasser der Erde beeinflusst.
1 A.C. Morrison, Man Does Not Stand Alone, Morrison and Gibb Ltd., London, 1962, S. 22–23.
1 A.C. Morrison, Man Does Not Stand Alone, Morrison and Gibb Ltd., London, 1962, pp. 22-23.
Das große Wunder des Lebens
The Great Miracle Of Life
Würden wir diese Flüssigkeit genau untersuchen, wären wir überwältigt, denn wir fänden einen vollständigen Satz menschlicher Merkmale in äußerst winzigen Bestandteilen, die die Erbanlagen der Menschheit tragen, ebenso die der Eltern und ihrer nächsten Familienangehörigen. Diese werden dann, männlich oder weiblich, nach Gottes Willen auf den Fötus übertragen. Hier zitieren wir aus dem Kapitel über Gene in A.C. Morrisons „Man Does Not Stand Alone“:
If we were to look minutely into this fluid, we would be overawed as we look for a complete set of human characteristics in exceedingly minute components that carry the hereditary aspects of the human race, as also the parents and their immediate families, which are then transferred to the fetus, male or female, in accordance with God’s will. Here we quote from the chapter on genes in A.C. Morrison’s Man Does Not Stand Alone:
In jeder Zelle, männlich wie weiblich, befinden sich Chromosomen und Gene. Die Chromosomen bilden den dunkel gefärbten Zellkern, der die Gene enthält. Die Gene sind der wichtigste bestimmende Faktor dafür, was jedes Lebewesen und jeder Mensch sein wird. Das Zytoplasma sind die außergewöhnlichen chemischen Verbindungen, die beide umgeben. Die Gene sind so winzig, dass man, wenn man alle jene Gene, die für sämtliche heute auf der Erde lebenden Menschen mit ihrer Individualität, Psychologie, Hautfarbe und Rasse verantwortlich sind, sammeln und an einem Ort vereinen könnte, weniger als einen Fingerhut voll erhielte. Diese ultramikroskopischen Gene sind die absoluten Schlüssel zu allen menschlichen, tierischen und pflanzlichen Merkmalen. Ein Fingerhut ist ein kleiner Raum, in dem man all die individuellen Merkmale von zwei Milliarden Menschen unterbringen soll. Dennoch sind die Tatsachen unbestreitbar... Der Embryo, der in seiner fortschreitenden Entwicklung vom Protoplasma bis zur rassischen Identität die Wiederholung vollzieht, zeigt, dass die überlieferte Geschichte durch die atomare Anordnung in den Genen und im Zytoplasma bewahrt und ausgedrückt wird... 1
In every cell, male and female, are chromosomes and genes. Chromosomes form the darkened nucleus which contains the genes. The genes are the main deciding factor as to what every living thing or a human being shall be. The cytoplasm is the extraordinary chemical combinations which surround them both. The genes are so infinitesimal that if all of them which are responsible for all the human beings on earth today, with their individuality, psychology, colour, and race, could be collected and put in one place, there would be less than a thimbleful. These ultra-microscopic genes are the absolute keys to all human, animal, and vegetable characteristics. A thimble is a small place in which to put all the individual characteristics of two billions of human beings. However, the facts are beyond question... The embryo recapitulating in its progressive development from protoplasm to racial identity indicates recorded history retained and expressed by atomic arrangement in the genes and cytoplasm... 1
1 Ebd., S. 78–79.
1 Ibid., pp. 78-79.
2 Ebd., S. 86.
2 Ibid., p. 86.
In der Liga gegen Gott
In League Against God
In dieser Atmosphäre sorgfältiger Planung der Schöpfung und im Licht des Lebens, das durch Regenwasser und menschlichen Samen hervorgebracht wird, ist allein schon der Gedanke, jemand anderen als Gott anzubeten, mit der Natur unvereinbar, ebenso einzigartig und absurd. Daher bezieht sich die Sure auf die Anbetung der Ungläubigen und stellt sie in den rechten Zusammenhang: „Doch die Menschen beten anstelle Gottes Dinge an, die ihnen weder nützen noch schaden können. Ein Ungläubiger steht stets als Helfer gegen seinen Herrn.“ (Vers 55)
In this atmosphere of careful planning of creation, and in the light of life that is produced by rain water and human sperm, the very thought of worshipping anyone other than God is incompatible with nature, as also singular and absurd. Hence, the sūrah refers to the unbelievers’ worship and puts it in perspective: “Yet people worship, instead of God, things that can neither benefit nor harm them. An unbeliever always gives support against his Lord.” (Verse 55)
Jeder einzelne Ungläubige, einschließlich der Götzendiener, die sich in Makkah dem Islam widersetzten, kämpft gegen seinen Herrn, der ihn erschaffen und ihm Gestalt und Form gegeben hat. Wie kann das sein, wo der Ungläubige doch so unbedeutend ist, dass er sich Gott entgegenstellt? Tatsächlich widersetzen sich die Ungläubigen dem Glauben Gottes und der Lebensordnung, die Er für das menschliche Leben festgelegt hat. Um das Ausmaß ihres Frevels zu zeigen, beschreibt die Sūrah sie als Widersacher Gottes, ihres Herrn und Herrschers.
Every single unbeliever, including the idolaters who opposed Islam in Makkah, joins the fight against their Lord who has created them and given them shape and form. How can this be when the unbeliever is so insignificant as to stand in opposition to God? In fact unbelievers oppose God’s faith and the code of living He has laid down for human life. In order to show the enormity of their offence, the sūrah describes them as opponents of God, their Lord and Master.
Wer sich gegen den Gesandten Gottes und seine Botschaft stellt, kämpft in Wahrheit gegen Gott. Der Prophet ﷺ braucht sich um diese Person nicht zu sorgen, denn sein Gegner ist Gott, der sicherlich dafür sorgen wird, dass sie ihm keinen Schaden zufügen kann.
When someone stands in opposition to God’s Messenger and his message, he is actually fighting against God. The Prophet need not worry about this person, because his opponent is God, who will certainly ensure that he cannot do the Prophet any harm.
Gott tröstet daraufhin Seinen Gesandten und erleichtert ihm damit seine Last. Er versichert ihm, dass er, sobald er seine Pflicht erfüllt, seine Botschaft überbracht hat – mit dem, was sie an frohen Botschaften und Warnungen für die Menschen enthält, und indem er sich mit dem Qur'an eifrig gegen die Ungläubigen einsetzt –, keinen Grund hat, sich über die hartnäckige Ablehnung seiner Botschaft durch die Ungläubigen zu grämen. Gott wird selbst den Kampf gegen diejenigen übernehmen, die sich Ihm widersetzen.
Auf wen man vertrauen sollte
In Whom To Trust
„Sprich: ‚Ich verlange dafür keinen Lohn von euch. Alles, was ich verlange, ist, dass wer will einen Weg zu seinem Herrn finde.‘“ (Vers 57) Der Gesandte Gottes ﷺ hegt keinerlei Gedanken daran, aus der Annahme des Islam durch die Menschen irgendeinen weltlichen Gewinn oder Vorteil zu ziehen. Niemand muss eine Gebühr zahlen oder eine Spende leisten, wenn er den islamischen Glauben annimmt. Alles, was er tun muss, ist, bestimmte Worte mit dem Mund zu sprechen, vorausgesetzt, er glaubt ihnen von Herzen. Dies ist das besondere Merkmal des Islam, der keinen Raum für irgendeine Art von Priesterschaft lässt, die Gebühren für geleistete Dienste erheben würde. Es gibt keine „Beitrittsgebühr“, und es muss kein Preis dafür gezahlt werden, ein Geheimnis zu offenbaren, einen Segen zu erteilen oder die Aufnahme zu organisieren. Der Islam ist frei von all dem, was jemanden vom Glauben abhalten könnte. Er lässt keinen Raum dafür, dass jemand als Vermittler zwischen den Menschen und ihrem Herrn steht. Der Gesandte Gottes ﷺ erhält für all seine Mühen, den Glauben Gottes zu verkünden, nur einen einzigen Lohn, und dieser Lohn ist nichts anderes als die Tatsache, dass jemand dem göttlichen Ruf folgt und die Rechtleitung Gottes empfängt: „dass wer will einen Weg zu seinem Herrn finde“ (Vers 57). Das ist sein einziger Lohn. Wenn der Prophet ﷺ sieht, dass jemand die göttliche Rechtleitung annimmt und danach strebt, das Wohlgefallen Gottes zu erlangen, dann findet sein mitfühlendes Herz Trost, und sein edles Gewissen kommt zur Ruhe.
“Say: ‘No reward do I ask of you for this. All I ask is that he who so wills may find a way leading to his Lord.’” (Verse 57) God’s Messenger does not entertain any thought of making any worldly gain or profit as a result of people’s acceptance of Islam. None will have to pay any fee or make any offering as he embraces the Islamic faith. All that he needs to do is to say certain words verbally, provided that he believes in them with his heart. This is the distinctive feature of Islam which has no room for any priesthood of any kind, which would charge fees for services rendered. There is no ‘joining fee’, and no price has to be paid to reveal a mystery or bestow a blessing or organize entry. Islam is free of all that may deter anyone from faith. It allows no room for anyone to stand as an intermediary between people and their Lord. God’s Messenger receives only one reward for all his troubles in advocating God’s faith, and this reward is nothing other than the fact that someone answers the divine call and receives God’s guidance: “that he who so wills may find a way leading to his Lord.” (Verse 57) Such are his only wages. When the Prophet sees someone accepting divine guidance and seeking to earn God’s pleasure, then his compassionate heart finds comfort, and his noble conscience is set at ease.
„Vertraue daher auf den Lebendigen, der nicht stirbt, und preise Seine grenzenlose Herrlichkeit und lobe Ihn.“ (Vers 58) Jeder außer Gott ist tot, denn das Leben endet mit dem Tod. Der Einzige, der bleibt, ist Gott, der Lebendige, der nicht stirbt. Wenn wir uns auf jemanden verlassen, dessen Leben nach kurzer oder langer Zeit endet, dann stellen wir unser Gewicht nur gegen eine Mauer, die irgendwann einstürzen wird, oder suchen Schatten, der unweigerlich verblassen wird. Um wirklich geborgen zu sein, muss man sich allein auf Den verlassen, der niemals stirbt, und sein Vertrauen ausschließlich in Ihn setzen. „Preise Seine grenzenlose Herrlichkeit und lobe Ihn.“ (Vers 58) Der Einzige, der des Lobes würdig ist, ist Gott, der alle Gunst und Segnungen gewährt. Daher wird dem Propheten ﷺ aufgetragen, jene Ungläubigen zu lassen, die keine Warnung beachten und sich um keine frohe Botschaft kümmern. Er soll sie Ihm überlassen, denn Er kennt ihre Sünden. Nichts ist vor Ihm verborgen: „Es genügt, dass Er über die Sünden Seiner Diener wohl unterrichtet ist.“ (Vers 58)
§ Für eine weitergehende Diskussion des Attributs des Istiwā’ siehe Abschnitt 1.1 von „A Critique of ‘In the Shade of the Qur’ān“.
§ For further discussion on the Istiwā’ attribute, please refer to section 1.1 of A Critique of ‘In the Shade of the Qur’ān.
Die Welt in Ordnung bringen
Setting The Universe To Order
Doch jene dreisten, schamlosen Menschen benehmen sich unhöflich, wenn sie aufgefordert werden, an Gott, den Barmherzigsten, zu glauben und Ihn anzubeten:
Yet those impudent, shameless people behave discourteously when they are called upon to believe in God, the Most Merciful, and worship Him:
Doch wenn ihnen gesagt wird: „Werft euch vor dem Barmherzigen nieder!“, fragen sie: „Was ist der Barmherzige? Sollen wir uns etwa vor dem niederwerfen, wozu du uns aufforderst?“ Und sie werden noch widerspenstiger.
Yet when they are told, ‘Prostrate yourselves before the Most Merciful,’ they ask, ‘What is the Most Merciful? Are we to prostrate ourselves before whatever you bid us?’ And they grow more rebellious. (Verse 60)
Dies ist ein besonders widerwärtiges Beispiel von Unverschämtheit, angeführt, um den Propheten zu trösten, der das Ziel ihrer Frechheit und Respektlosigkeit war. Diese Leute haben keinen Respekt vor ihrem Herrn. Sie sprechen auf so unverschämte Weise über Gott, den Erhabenen. Ist es dann verwunderlich, dass sie sagen, was sie über Seinen Gesandten sagen? Sie mögen sogar den Namen Gottes nicht und sagen, dass sie Seine Eigenschaft, den Allerbarmer, nicht kennen. Deshalb fragen sie den Propheten ﷺ nach Ihm und verwenden dabei das Fragewort „was“, wodurch sie die Kränkung noch vergrößern. Ihre Unhöflichkeit erreichte ihren Höhepunkt, als sie sagten, der einzige Raḥmān, das arabische Wort für den Allerbarmer, den sie kennten, sei jener in Yamāmah, womit sie Musaylamah meinten, den Lügner, der behauptete, ein Prophet zu sein.
This is a particularly distasteful picture of impudence, mentioned here to comfort the Prophet who was at the receiving end of their insolence and disrespect. These people have no respect for their Lord. They speak in such an impudent way about God Almighty. Is it surprising, then, that they should say whatever they do about His Messenger? They even dislike God’s name, and say that they do not know His attribute, the Most Merciful. Hence, they ask the Prophet about Him, using the interrogative word ‘what’, thus adding insult to injury. Their rudeness was at its worst when they said that the only Raĥmān, which is the Arabic word for the Most Merciful, they knew was the one in Yamāmah, referring to Musaylamah, the liar who claimed that he was a prophet.
Ihre schamlose Frechheit wird beantwortet, indem betont wird, dass alle Herrlichkeit Gott gehört, und seine Größe sowie die großen Zeichen hervorgehoben werden, die Er im Universum platziert hat:
Their shameless impertinence is answered by stressing that all glory belongs to God, highlighting His greatness and the great signs He has placed in the universe:
1 Ebd., S. 20.
1 Ibid., p. 20.