Die Sure hat ihre Geschichten erzählt und ihre unmittelbaren Kommentare dazu gegeben. Nun wendet sie sich an den Propheten ﷺ und die kleine Schar der Gläubigen, die ihm folgten, als er noch in Makkah war. Diese Ansprache erfolgt zu einer Zeit, in der der Prophet ﷺ aus seiner Heimatstadt vertrieben worden war, von seinem Volk verfolgt wurde, das ihn töten wollte, und seine neue Basis, Madinah, noch nicht erreicht hatte. Er befand sich in al-Juĥfah, nahe bei Makkah, wo die Gefahr ganz nah war. Sein Blick wandte sich häufig seiner Heimatstadt zu, die er so sehr liebte. Er hatte sie nur um seiner Botschaft willen verlassen. Ansonsten war Makkah der Ort, an dem er sein ganzes Leben verbracht hatte, der Ort seiner Erinnerungen und an dem seine Verwandten lebten.
The sūrah has told its stories and given its direct comments on them both. Now it addresses the Prophet and the small band of believers who followed him when he was still in Makkah. This address is made when the Prophet had been driven out of his home town, was being chased by his people who wanted to kill him, and had not yet reached his new base, Madinah. He was at al-Juĥfah, close to Makkah where the danger was very close. His eyes frequently turned to his home town which he so dearly loved. He only left it for the sake of his message. Otherwise, Makkah was the place where he had spent all his life, the place of his memories, and where his relatives lived.
In dieser verzweifelten Lage wird ihm gesagt: „Gewiss, Derjenige, der dir den Qur'ān zur Pflicht gemacht hat, wird dich sicherlich an den Ort der Rückkehr zurückbringen.“ (Vers 85) Gott, der dir den Qur'ān gegeben und dir die Aufgabe übertragen hat, Seine Botschaft zu verkünden, wird dich nicht im Stich lassen, noch zulassen, dass die Ungläubigen dich aus deinem Platz und deiner Heimatstadt vertreiben. Er wird nicht zulassen, dass sie ihren Willen über dich durchsetzen oder die Gläubigen, die mit dir sind, unterdrücken. Er hat dir den Qur'ān zur Pflicht gemacht, um dir durch ihn Beistand zu gewähren zu der Zeit, die Er für richtig erachtet. Wirst du heute vertrieben und von allen Seiten verfolgt, wirst du mit größerem Beistand gewiss zurückkehren.
In this desperate situation he is told: “He who has made the Qur’ān binding on you will surely bring you back to the place of return.” (Verse 85) God, who has given you the Qur’ān and the task of delivering His message will not abandon you, or allow the unbelievers to chase you out of your place and home town. He will not allow them to impose their will on you or to oppress the believers with you. He has made the Qur’ān binding on you so as to give you support through it at the time He judges to be right. If you are driven out today and being chased in all directions, you will certainly return with larger support.
Gott hat in Seiner unendlichen Weisheit beschlossen, Muhammad, Seinem Diener, dieses wahre Versprechen zu einer so belastenden Zeit zu geben, damit er seinen Weg getröstet, zuversichtlich und durch Gottes Versprechen beruhigt gehen konnte. Er hegt nicht den geringsten Zweifel, dass Gottes Versprechen in Erfüllung gehen wird.
God, in His infinite wisdom, decided to give Muhammad, His servant, this true promise at such a stressful time, so that he could go along his way comforted, confident and reassured by God’s promise. He does not entertain the slightest doubt that God’s promise will come true.
Tatsächlich gilt Gottes Versprechen für alle, die denselben Weg gehen. Wer um Gottes willen Not und Widrigkeiten erleidet und dies mit Geduld und Ausdauer trägt, dem wird letztlich Unterstützung gegen die Unterdrücker zuteilwerden. Gott wird den Kampf an ihrer Stelle übernehmen, wenn sie alles gegeben haben, was sie in Erfüllung ihrer Pflicht zu geben vermögen.
Indeed, God’s promise applies to all those who follow the same way. Anyone who suffers hardship and adversity for God’s sake and bears this with patience and perseverance will ultimately be given support against the oppressors. God will take over the battle on their behalf when they have given all that they can in fulfilment of their duty.
„Derjenige, der dir den Koran zur Pflicht gemacht hat, wird dich gewiss an den Ort der Rückkehr zurückbringen.“ (Vers 85) Er hatte zuvor Moses in das Land zurückgebracht, aus dem dieser geflohen war, und mit seiner Rückkehr rettete er die unterdrückte Gemeinschaft und vernichtete Pharao und dessen Edle. Am Ende triumphierten die Gottesfürchtigen. Deshalb sollst auch du, Muhammad ﷺ, deinen Weg weitergehen und die Frage des Urteils zwischen dir und deinem Volk Gott, dem Allmächtigen, überlassen: „Sprich: Mein Herr weiß am besten, wer mit der rechten Rechtleitung gekommen ist und wer sich in offenkundigem Irrtum befindet.“ (Vers 85) Überlass die Angelegenheit Gott, und Er wird sowohl jenen vergelten, die der rechten Rechtleitung folgen, als auch jenen, die im Irrtum verharren.
“He who has made the Qur’ān binding on you will surely bring you back to the place of return.” (Verse 85) He had formerly returned Moses to the land from where he fled, and with his return he saved the oppressed community and destroyed Pharaoh and his noblemen. It was the God-fearing who ultimately triumphed. Hence, you also, Muhammad, should go along your way, leaving the question of judgement between you and your people to God Almighty: “Say: My Lord knows best who has come with right guidance, and who is lost in obvious error.” (Verse 85) Leave the matter to God and He will requite both those who follow right guidance and those who remain in error.
Dass Er dir den Koran anvertraut und dich zu seiner Befolgung verpflichtet hat, war ein Akt der Barmherzigkeit und Gnade. Es hätte dir zu keiner Zeit in den Sinn kommen können, dass gerade du zur Person auserwählt würdest, diese Verantwortung zu empfangen. Es ist in der Tat eine edle Stellung, nach der du, bevor sie dir verliehen wurde, nicht hättest streben können: „Du hättest nie darauf gehofft, dass dir dieses Buch übermittelt würde. Doch es kam durch die Gnade deines Herrn.“ (Vers 86)
That He had assigned the Qur’ān to you and made it binding on you was an act of mercy and grace. It could not have occurred to you at any time that you would be the person chosen to receive this trust. It is, indeed, a noble position to which you could not have aspired before it was granted to you: “You could never hope that this Book would be conferred on you. But it came by your Lord’s grace.” (Verse 86)
Dies bestätigt, dass der Prophet ﷺ kein Verlangen hatte, mit der Botschaft Gottes betraut zu werden. Er wurde von Gott erwählt, der erschafft und erwählt, wie Er will. Ein Gesandter Gottes zu sein ist eine zu hohe Stellung, als dass irgendjemand danach trachten dürfte, es sei denn, Gott erwählt diese Person und gibt ihr die notwendigen Voraussetzungen. Es ist ein Aspekt der Gnade, die dem Propheten ﷺ gewährt wurde und allen Menschen zugänglich gemacht wird, an die sich diese Botschaft richtet. Es ist eine Gnade, die den Auserwählten zuteilwird, nicht jedem, der danach strebt. Viele der Araber und Juden, die in der Nähe lebten, sehnten sich danach, dass die letzte verheißene Botschaft vor dem Ende der Zeit gegeben würde. Doch Gott, der am besten weiß, wem Er Seine Botschaft anvertraut, wählte dafür jemanden aus, der danach nie getrachtet hatte. Er wusste, dass er bestens darauf vorbereitet war, ihre unvergängliche Güte zu empfangen.
This confirms that the Prophet had no aspirations to be entrusted with God’s message. He was chosen by God who creates and chooses as He pleases. To be a messenger of God is too high a position for any one to hanker after, unless God chooses that person and gives him the necessary preparations. It is an aspect of grace given to the Prophet and made available to all humanity which is addressed by this message. It is grace that is granted to the chosen few, not to any aspirant. Many of the Arabs and Jews living nearby were longing for the last promised message to be given before the end of time. But God, who knows best to whom to assign His message, chose for it someone who never aspired to it. He knew that he was well prepared to receive its unfailing goodness.
Sein Herr gebietet ihm daraufhin, den Ungläubigen keinen Beistand zu leisten. Er warnt ihn davor, zuzulassen, dass die Ungläubigen oder irgendjemand sonst ihn von den Offenbarungen Gottes abbringen. Er stellt den reinen Glauben, der auf der absoluten Einheit Gottes gründet, dem Götzendienst und den Götzendienern gegenüber.
His Lord bids him then not to lend support to the unbelievers. He warns him of allowing the unbelievers or anyone else to turn him away from God’s revelations. He sets the pure faith based on God’s absolute oneness against idolatry and idolaters.
Daher unterstütze niemals die Ungläubigen. Sie sollen dich niemals von den Offenbarungen abbringen, nachdem sie dir von oben herab gesandt worden sind; sondern fahre fort, die Menschen zu [dem Glauben an] deinen Herrn aufzurufen. Und sei niemals einer von denen, die Gott Teilhaber beigesellen. Rufe niemals neben Gott irgendeine Gottheit an. Es gibt keine Gottheit außer Ihm.
Hence, lend no support to the unbelievers. Never let them turn you away from revelations after they have been bestowed upon you from on high; but continue to call people to [believe in] your Lord. And never be one of those who associate partners with God. Never call on any deity side by side with God. There is no deity other than Him.
Alles wird vergehen außer Seinem Antlitz. Ihm gehört das Urteil, und zu Ihm werdet ihr alle zurückgebracht. (Verse 86-88)
Everything is bound to perish except Himself. With Him rests all judgement, and to Him you all shall return. (Verses 86-88)
Dies ist das letzte Wort in der Sure, das den Weg des Gesandten Gottes von dem der Ungläubigen trennt. Es zeichnet klar den Weg für die Anhänger des Propheten vor ﷺ, der bis zum Tag des Gerichts der wahre Weg bleibt. Es ist das letzte Wort, das zur Zeit gegeben wurde, als der Prophet ﷺ um Gottes willen auswanderte, und seine Reise trennt zwei klar unterschiedliche Abschnitte der Geschichte.
This is the last word in the sūrah separating the way God’s Messenger follows from that of the unbelievers. It clearly marks out the way for the Prophet’s followers, which remains the true way until the Day of Judgement. It is the final word given at the time the Prophet was immigrating for God’s sake, his journey separating two clearly distinct periods of history.
„Daher leistet den Ungläubigen keine Unterstützung.“ (Vers 86) Zwischen Gläubigen und Ungläubigen kann es niemals eine gegenseitige Unterstützung oder Zusammenarbeit geben, wenn ihre beiden Wege und Lebensordnungen so grundverschieden sind. Die eine Gruppe ist die Partei Gottes, die andere die Partei Satans.
“Hence, lend no support to the unbelievers.” (Verse 86) There can never be any mutual support or cooperation between believers and unbelievers when their two ways and codes are so widely different. One group is God’s party and the other Satan’s party.
Worauf könnten sie zusammenarbeiten?
On what could they cooperate?
„Lass dich niemals von den Offenbarungen abbringen, nachdem sie dir von oben herab gegeben wurden.“ (Vers 87) Die Ungläubigen versuchen stets, die Verfechter des Glaubens mit allen Mitteln und Methoden von ihrer Aufgabe abzubringen. Die Gläubigen jedoch halten stets an ihrem Weg fest und achten nicht auf jene, die sich ihnen widersetzen oder sie abzulenken versuchen. Sie besitzen die Offenbarungen Gottes, die ihnen anvertraut wurden.
“Never let them turn you away from revelations after they have been bestowed upon you from on high.” (Verse 87) Unbelievers always try to turn the advocates of faith away from their task, using all means and methods. The believers, however, always stick to their way, paying no heed to those who oppose them or try to divert them. They have God’s revelations with which they have been entrusted.
„Doch fahre fort, zu [dem Glauben an] deinen Herrn aufzurufen." (Vers 87) Dieser Aufruf sollte stets ein direkter, klarer Appell sein, der keinerlei Mehrdeutigkeit oder Ausflüchte zulässt. Es ist ein Aufruf zu Gott und nicht zu einer Verbindung, die auf nationalen oder engen Interessen beruht. Er strebt nicht nach der Erfüllung irgendeines Verlangens. Wer diese Botschaft rein und schlicht annehmen möchte, soll dies tun.
“But continue to call people to [believe in] your Lord.” (Verse 87) It should always be a direct, clear call that allows for no ambiguity or equivocation. It is a call to God, not to any bond based on national or narrow interests. It does not seek the fulfilment of any desire. Whoever wishes to adopt this message pure and simple should do so.
Wer etwas anderes möchte, sollte wissen, dass der Weg zu diesem Ziel ein anderer ist.
Those who want something else should know that the way to that end is different.
„Und sei niemals einer von denen, die Gott Teilhaber beigesellen. Rufe neben Gott niemals eine andere Gottheit an.“ (Vers 87-88) Diese Regel wird unmittelbar hintereinander zweimal genannt. Die erste warnt davor, Gott Teilhaber beizugesellen. Die zweite warnt davor, neben Gott irgendeine andere Gottheit anzunehmen. Gerade diese Regel trennt Klarheit von Verwirrung im Hinblick auf den Glauben. Auf dieser Regel ruht das gesamte Gebäude des Glaubens: seine Sittlichkeit, seine Werte, seine Pflichten und seine Gesetzgebung. Sie ist der Angelpunkt, um den sich jede Weisung und jede gesetzliche Anordnung dreht. Deshalb wird sie stets als Erstes genannt.
“And never be one of those who associate partners with God. Never call on any deity side by side with God.” (Verse 87-88) This rule is stated twice in succession. The first warns against associating partners with God. The second warns against adopting any deity alongside God. It is this rule that separates clarity from confusion with regard to faith. It is on this rule that the whole structure of faith is based: its morality, values, duties and legislations. It is the pivot around which every directive and legislative order turns. Hence, it is always stated first.
So wird diese Betonung auf eine ganz andere Weise wiederholt: „Es gibt keine Gottheit außer Ihm. Alles wird vergehen außer Seinem Antlitz. Ihm gehört das Urteil, und zu Ihm werdet ihr alle zurückgebracht.“ (Vers 88)
Such emphasis is then repeated in a rather different way: “There is no deity other than Him. Everything is bound to perish except Himself. With Him rests all judgement, and to Him you all shall return.” (Verse 88)
„Es gibt keine Gottheit außer Ihm.“ Niemandem wird Unterwerfung erwiesen außer Ihm. Ihm allein gehört die Macht, und Er allein ist die Zuflucht.
„Alles wird vergehen außer Seinem Angesicht.“ Ja, alles andere wird sterben und vergehen: Reichtum, Stellung, Autorität, Macht, das Leben und seine Annehmlichkeiten, die ganze Erde, die Himmel und alle Geschöpfe darin, ebenso das gesamte Universum, das wir kennen oder nicht kennen. Alles wird vergehen, und nur Gott, der Ewige, wird bleiben.
„Ihm allein steht das Urteil zu.“ Er richtet, wie es Ihm gefällt. Niemand ist Partei in Seinem Urteil, und niemand kann Sein Urteil behindern oder aufheben.
“There is no deity other than Him.” No submission is made to anyone else. His is the only power and the only refuge. “Everything is bound to perish except Himself” Indeed everything else will die and perish: wealth, position, authority, power, life and its comforts, the whole earth, the heavens and all creatures in them, as well as the entire universe we know or do not know about. All will perish and only God, the Everlasting, will remain. “With Him rests all judgement.” He judges as He pleases. No one is party to His judgement, and none can impede or abrogate His verdict.
Was Er will, wird geschehen. „Und zu Ihm werdet ihr alle zurückgebracht.“ Es gibt kein Entkommen vor Ihm oder vor Seinem Urteil.
Whatever He wills shall be. “And to Him you all shall return.” There can be no escape from Him or His judgement.
So endet die Sure, die zeigt, wie der Wille Gottes unmittelbar handelt, die göttliche Botschaft beschützt und die Tyrannei vernichtet. Sie schließt damit, dass sie den grundlegenden Glaubensgedanken noch einmal festhält: die Einheit Gottes und Seine erhabene, über alles hinausgehende Herrschaft. Deshalb sollen die Verfechter der göttlichen Botschaft ihren Weg voller Zuversicht und Gewissheit gehen.
Thus concludes the sūrah that shows God’s will taking direct action, protecting the divine message and destroying tyranny. It concludes with restating the basic concept of faith: God’s oneness and His transcendent authority. Therefore, the advocates of the divine message should go along their way confident and reassured.