Ibrahim (Eine Botschaft für die gesamte Menschheit)1-27
Ibrahim (One Message for All Mankind)1-27
Im Namen Gottes, des Barmherzigen, des Allerbarmers.
In the Name of God, the Lord of Grace, the Ever Merciful.
Alif Lām. Rā. Dies ist ein Buch, das Wir dir von oben herab offenbart haben, damit du die gesamte Menschheit mit der Erlaubnis ihres Herrn aus der Finsternis ans Licht führst, auf den Weg des Allmächtigen, des Lobenswerten, (1)
Alif Lām. Rā. This is a book which We have bestowed on you from on high so that you might bring forth all mankind, by their Lord’s leave, from darkness into the light, to the path of the Almighty, the One to whom all praise is due, (1)
an Gott, Dem gehört, was in den Himmeln und was auf der Erde ist. Wehe den Ungläubigen, denn ihnen wird eine schwere Strafe zuteil. (2)
to God, to whom all that is in the heavens and all that is on earth belongs. Woe to the unbelievers; for theirs will be a severe suffering. (2)
Diese sind es, die das diesseitige Leben dem Jenseits vorziehen und andere vom Weg Gottes abbringen und ihn krumm erscheinen lassen wollen. Sie sind weit abgeirrt.
These are the ones who love the life of this world preferring it to the life to come, and who turn others away from God’s path and try to make it appear crooked. They have gone far astray. (3)
{Und Wir haben nie einen Gesandten gesandt, außer in der Sprache seines eigenen Volkes, damit er ihnen klar darlegen möge. Gott lässt irregehen, wen Er will, und leitet recht, wen Er will. Und Er ist der Allmächtige, der Allweise.} (4)
Never have We sent a messenger otherwise than speaking the language of his own people, so that he might make [the truth] clear to them. But God lets go astray whomever He wills, and guides whomever He wills. He is Almighty, truly Wise. (4)
Wir haben Moses mit Unseren Zeichen gesandt, mit dem Auftrag: „Führe dein Volk aus den Finsternissen hinaus ins Licht und erinnere sie an die Tage Gottes." Gewiss, darin liegen Zeichen für jeden, der geduldig im Ertragen von Widrigkeiten und zutiefst dankbar [gegenüber Gott] ist. (5)
We have sent forth Moses with Our revelations, saying, ‘Lead your people out of darkness into the light, and remind them of the Days of God.’ Surely in this there are signs for everyone who is patient in adversity and deeply grateful [to God]. (5)
Musa sprach zu seinem Volk: „Gedenkt der Gnade Gottes an euch, als Er euch vor dem Volk des Pharao rettete, das euch mit schwerer Qual peinigte, eure Söhne schlachtete und eure Frauen verschonte. Darin lag eine gewaltige Prüfung von eurem Herrn.“ (6)
Moses said to his people: ‘Remember the blessings God bestowed on you when He saved you from Pharaoh’s people who afflicted you with grievous torment, slaughtered your sons and spared [only] your women. That was indeed an awesome trial from your Lord. (6)
Und als dein Herr verkündete: „Wenn ihr dankbar seid, werde Ich euch gewiss mehr geben; wenn ihr aber undankbar seid, dann ist Meine Strafe wahrlich streng.“ (7)
For your Lord had declared: “If you are grateful, I shall certainly give you more; but if you are ungrateful, then My punishment shall be severe indeed.’” (7)
Und Mose sprach: „Wenn ihr und alle, die auf der Erde leben, Gott leugnet, so wisse, dass Gott wahrlich Selbstgenügsam und des Lobes würdig ist." (8)
And Moses said: ‘If you and whoever lives on earth were to deny God, [know that] God is indeed Self-Sufficient, worthy of all praise.’ (8)
Haben dich nicht Berichte darüber erreicht, was denen widerfuhr, die vor dir lebten? Dem Volk Noahs, den ʿĀd und Thamūd und jenen, die nach ihnen kamen? Niemand kennt sie alle außer Gott. Ihre Gesandten kamen zu ihnen mit klaren Beweisen der Wahrheit, doch sie legten ihre Hände an ihre Münder und sagten: „Wir verwerfen das, womit ihr gesandt worden seid, und wir sind in großem Zweifel an dem, wozu ihr uns ruft.“ (9)
Have you not received accounts of what befell those who lived before you? The people of Noah, the `Ād, and Thamūd, and those who came after them? None knows them all but God. Their messengers came to them with clear evidence of the truth, but they put their hands to their mouths, and said: ‘We disbelieve in that with which you have been sent, and we are in grave doubt about that to which you call us.’ (9)
Sagten ihre Gesandten zu ihnen: „Kann es einen Zweifel an Gott geben, dem Schöpfer der Himmel und der Erde?
Said the messengers sent to them: ‘Can there be any doubt about God, the Originator of the heavens and the earth?
„Er ruft euch, damit Er euch eure Sünden vergibt und euch eine Frist bis zu einer bestimmten Zeit gewährt.“ Sie entgegneten: „Ihr seid nichts als Menschen wie wir. Ihr wollt uns von dem abbringen, was unsere Väter verehrten. So bringt uns denn einen klaren Beweis.“ (10)
He calls you, so that He may forgive you your sins and grant you respite for an appointed term.’ They replied: ‘You are but mortals like ourselves. You want to turn us away from what our forefathers used to worship. Bring us, then, a clear proof.’ (10)
Ihre Gesandten antworteten: „Wir sind nur Menschen wie ihr. Doch Gott erweist Seine Gnade, wem Er unter Seinen Dienern will. Es steht nicht in unserer Macht, euch irgendeinen Beweis zu bringen, außer mit der Erlaubnis Gottes.“
Their messengers replied: ‘We are indeed but mortals like yourselves. But God bestows His grace on whomever He wills of His servants. It is not within our power to bring you any proof, except by God’s leave.
Auf Gott sollen alle Gläubigen ihr Vertrauen setzen. (11)
It is in God that all believers must place their trust. (11)
Und warum sollten wir nicht auf Gott vertrauen, da Er uns auf unseren Wegen geleitet hat? Daher werden wir all eure Verfolgung mit Geduld ertragen. Auf Gott allein sollen alle Gläubigen ihr Vertrauen setzen.' (12)
And why should we not place our trust in God, when He has guided us on our paths? Hence we will bear with patience all your persecution. In God alone let all the faithful place their trust.’ (12)
Die Ungläubigen sagten zu ihren Gesandten:
The unbelievers said to their messengers:
„Wir werden euch gewiss aus unserem Land vertreiben, es sei denn, ihr kehrt zu unserer Glaubensweise zurück.“ Da offenbarte ihnen ihr Herr Folgendes an Seine Gesandten:
‘We shall most certainly expel you from our land, unless you return to our ways.’ Their Lord revealed this to His messengers:
„Wahrlich, Wir werden die Frevler gewiss vernichten,
‘Most certainly shall We destroy the wrongdoers, (13)
und gewiss werden Wir euch nach ihnen im Land wohnen lassen.
and most certainly shall We cause you to dwell in the land long after they are gone.
„Das [verspreche Ich] allen, die vor Meiner Gegenwart ehrfürchtig sind und Meine Warnungen fürchten.“ (14)
This [I promise] to all who stand in awe of My presence, and stand in awe of My warnings.’ (14)
Und sie beteten um Gottes Hilfe und Sieg [für die Wahrheit]. Und jeder mächtige, hartnäckige Feind der Wahrheit wird zugrunde gehen. (15)
And they prayed for God’s help and victory [for the truth]. And every powerful, obstinate enemy of the truth shall come to grief. (15)
Hinter ihm liegt die Hölle, und dort wird ihm eiterhaltiges Wasser zu trinken gegeben werden. (16)
Behind him stretches hell where he shall be made to drink putrefied water, (16)
Schluckend, es Stück für Stück, und doch kaum fähig, es hinunterzubringen. Der Tod wird ihn von allen Seiten umgeben, doch er wird nicht sterben. Und noch härtere Qualen erwarten ihn. (17)
gulping it little by little, and yet hardly able to swallow it. Death will beset him from every side, yet he shall not die. More severe suffering still awaits him. (17)
Die Werke derer, die ihrem Herrn gegenüber ungläubig sind, gleichen der Asche, die der Wind an einem stürmischen Tag heftig verweht. Sie vermögen nichts von dem zu erlangen, was sie erworben haben. Das ist fürwahr ein weiter Irrweg. (18)
The works of those who disbelieve in their Lord are like ashes which the wind blows about fiercely on a stormy day. They cannot achieve any benefit from all that they might have earned. This [disbelief] is indeed going very far astray. (18)
Siehst du nicht, dass Gott die Himmel und die Erde in Wahrheit erschaffen hat? Wenn Er will, kann Er euch hinwegnehmen und eine neue Schöpfung hervorbringen. (19)
Do you not see that God has created the heavens and the earth in accordance with the truth. If He so wills, He can do away with you and bring into being a new creation. (19)
Das ist für Gott keine schwierige Sache. (20)
This is no difficult thing for God. (20)
Sie werden alle vor Gott treten, und dann werden die Schwachen zu denen, die sich hochmütig verhalten haben, sagen: „Wir waren eure Gefolgsleute. Könnt ihr uns also etwas von der Strafe Gottes abnehmen?“ [Und die anderen] werden antworten: „Hätte Gott uns rechtgeleitet, so hätten wir auch euch rechtgeleitet. Für uns ist es nun gleich, ob wir ungeduldig klagen oder geduldig ausharren.
They will all appear before God, and then the weak will say to those who acted with arrogance: ‘We were your followers: can you relieve us of something of God’s punishment?’ [And the others] will reply: ‘Had God given us guidance, we would have guided you. It is now all one for us whether we grieve impatiently or endure with patience.
„Für uns gibt es jetzt kein Entrinnen.“ (21)
There is no escape for us now.’ (21)
Und wenn alles entschieden sein wird, wird Satan sagen: „Gott hat euch ein wahres Versprechen gegeben. Auch ich habe euch Versprechen gegeben, doch ich habe sie nicht gehalten. Doch hatte ich keinerlei Macht über euch, außer dass ich euch rief und ihr mir folgtet. Darum macht nun nicht mich, sondern euch selbst Vorwürfe. Es ist nicht meine Aufgabe, eure Hilferufe zu erhören, und nicht eure Aufgabe, meine zu erhören. Ich habe mich bereits von eurer Beigesellung mir gegenüber zu Gott losgesagt.“ Gewiss, für alle Frevler ist eine schmerzhafte Strafe bereitet. (22)
And when everything will have been decided, Satan will say: ‘God has made you a true promise. I, too, made promises to you, but I did not keep them. Yet I had no power at all over you, except that I called you and you responded to me. Hence, do not now blame me, but blame yourselves. It is not for me to respond to your cries, nor for you to respond to mine. I have already disclaimed your associating me with God.’ Indeed, for all wrongdoers there is grievous suffering in store. (22)
Diejenigen, die glauben und gute Werke tun, werden in Gärten eingehen, unter denen Flüsse fließen; darin werden sie ewig verweilen mit der Erlaubnis ihres Herrn. Ihr Gruß darin wird lauten: „Frieden“. (23)
Those who believe and do righteous deeds will be admitted to gardens through which running waters flow, wherein they will abide, by their Lord’s leave. Their greeting shall be: ‘Peace’. (23)
Siehst du nicht, wie Gott ein gutes Wort mit einem guten Baum vergleicht? Seine Wurzeln sind fest und seine Zweige reichen bis in den Himmel. (24)
Do you not see how God compares a good word to a good tree? Its roots are firm and its branches reach to the sky. (24)
Er trägt seine Früchte zu jeder Zeit mit der Erlaubnis seines Herrn. So stellt Gott den Menschen Gleichnisse auf, damit sie nachdenken. (25)
It yields its fruits at all times by its Lord’s leave. Thus does God set parables for people so that they may reflect. (25)
Und ein böses Wort gleicht einem verdorbenen Baum, der über die Oberfläche der Erde hinweggerissen wird. Er kann keinen festen Stand haben. (26)
And an evil word is like a corrupt tree, torn up onto the face of the earth. It cannot have a stable position. (26)
Gott wird die Gläubigen durch das wahre, unerschütterliche Wort festigen, sowohl in diesem Leben als auch im Jenseits; die Frevler aber lässt Gott in die Irre gehen. Gott tut, was Er will. (27)
God will strengthen the believers through the true, unshakeable word in both this life and the life to come; but the wrongdoers God lets go astray. God does whatever He wills. (27)
Aus der Finsternis ins Licht
From Darkness Into Light
„Alif. Lām. Rā. Dies ist ein Buch, das Wir auf dich herabgesandt haben.“ (Vers 1)
“Alif. Lām. Rā. This is a book which We have bestowed on you from on high.” (Verse 1)
Dieses Buch, das aus Wörtern besteht, die aus Buchstaben wie diesen gebildet sind, ist eines, das du gewiss nicht verfasst hast. Es wurde dir zu einem bestimmten Zweck offenbart: „damit du die Menschen mit der Erlaubnis ihres Herrn aus den Finsternissen ins Licht führst.“ (Vers 1) Deine Aufgabe ist es, die Menschheit aus den Tiefen der Finsternis herauszuführen, in die sie versunken ist: der Finsternis des Aberglaubens, widersprüchlicher Systeme und Traditionen; der Finsternis des Glaubens an vermeintliche Gottheiten sowie falscher Vorstellungen, Werte und Maßstäbe.
This book which consists of words made up of letters like these is one which you certainly have not authored. It has been revealed to you for a definite purpose, “so that you might bring forth all mankind, by their Lord’s leave, from darkness into the light.” (Verse 1) Your role is to take mankind out of the depths of darkness into which they have sunk, the darkness of superstition, conflicting systems and traditions; the darkness of believing in alleged deities, and false concepts, values and standards.
Sie sollen sie, also die gesamte Menschheit, in das wahre Licht führen, das alle Finsternis vertreibt. Dieses Licht vertreibt nicht nur die Dunkelheit aus den Gewissen und Gedanken der Menschen, sondern wirkt sich auch allgemein auf ihr Leben aus, indem es ihnen neue Werte und Traditionen setzt.
You are to bring them, i.e. all of mankind, into the real light which removes all darkness. Not only does this light dispel all darkness from people’s consciences and minds, it also affects their lives generally, setting for them new values and traditions.
Der Glaube, der auf der Einheit Gottes gründet, ist ein Licht, das im Herzen des Menschen leuchtet, damit auch der ganze Mensch erstrahlt. Der Mensch ist aus kaltem Lehm erschaffen, in den Gott von Seinem Geist gehaucht hat. Würde er das Licht dieses Hauchs des Geistes aufgeben, kehrt er zurück zu dunklem Lehm und wird zu einer Masse aus Fleisch und Blut wie ein Tier. Tatsächlich sind allein das Fleisch und das Blut aus dem Lehm der Erde gemacht. Durch diesen Hauch aus dem Geist Gottes breitet sich das Licht darüber aus. Dann lässt der Glaube es in seiner vollen Pracht erscheinen. Durch ihn blüht die Masse aus Fleisch und Blut auf.
Faith based on God’s oneness is a light that shines within the human heart, to make the whole human being shine as well. Man is created out of cold clay in which God has blown of His spirit. Should he abandon the light of this breath of spirit, he turns back into dark clay, and becomes a mass of flesh and blood like an animal. It is indeed the flesh and blood alone that are made of the earth’s clay. It is with this breath from God’s spirit that light spreads over it. Then faith makes it appear in its full glory. With it the mass of flesh and blood blooms.
In ihrer eigenen Sprache
In Their Own Language
„Niemals haben Wir einen Gesandten geschickt, außer mit der Sprache seines Volkes, damit er ihnen [die Wahrheit] klar darlegen könne." (Vers 4) Dies ist ein Segen, den Gott den Menschen mit jeder Botschaft gewährt, die Er ihnen sendet. Damit ein Gesandter die Menschen mit Gottes Erlaubnis aus der Finsternis ins Licht führen kann, muss ihm seine Botschaft in der Sprache seines eigenen Volkes gegeben werden. Nur so kann er ihnen Gottes Botschaft erklären. So werden die Ziele der Botschaft erfüllt.
“Never have We sent a messenger otherwise than speaking the language of his own people, so that he might make [the truth] clear to them.” (Verse 4) This is a blessing God grants to people with every message He sends to them. For a messenger to be able to bring people out of darkness into light, by their Lord’s leave, he must be given his message in his own people’s language. This is how he is then able to explain God’s message to them. It is how the objectives of the message are fulfilled.
Obwohl der Prophet Muĥammad ein Gesandter für die ganze Menschheit ist, wurde ihm seine Botschaft in der Sprache seines eigenen Volkes gegeben, damit er den Menschen die Dinge erklären kann. Sie sind diejenigen, die seine Botschaft an den Rest der Menschheit weitertragen würden. Denn sein eigenes Leben ist begrenzt. Deshalb wurde ihm geboten, zuerst sein eigenes Volk zu rufen, damit die Arabische Halbinsel rein muslimisch wird. Sie würde dann ihre Rolle erfüllen als der Ort, von dem aus die endgültige göttliche Botschaft in die übrige Welt getragen wird. In der Praxis geschah, was Gott, der alles weiß, bestimmt hatte: Der Prophet ﷺ verstarb, als der Islam in ganz Arabien zur Religion geworden war. Der Prophet ﷺ stellte ein Heer unter dem Befehl von Usāmah auf, das in die an Arabien grenzenden Gebiete entsandt werden sollte, doch der Prophet ﷺ starb, bevor das Heer seinen Marsch begann. Es stimmt, dass der Prophet ﷺ seine Briefe und Gesandten zu den Herrschern außerhalb Arabiens schickte und sie aufforderte, die Botschaft des Islams anzunehmen, wobei er deutlich machte, dass seine Botschaft an die ganze Menschheit gerichtet war. Doch was Gott für ihn bestimmt hatte, was zur begrenzten Dauer des menschlichen Lebens passt, ist, dass Muĥammad ﷺ seine Botschaft seinem eigenen Volk in dessen eigener Sprache überbrachte. Dann wurde die Aufgabe von denen vollendet, die seine Botschaft in andere Gemeinschaften überall in der Welt trugen. Daher besteht kein Widerspruch darin, dass seine Botschaft an die gesamte Menschheit gerichtet ist und zugleich in Arabisch ausgedrückt wird, der Sprache seines eigenen Volkes.
Although the Prophet Muĥammad is a Messenger to all mankind, he is given his message in his own people’s language, so that he can explain matters to them. They are the ones who would be conveying his message to the rest of mankind. His own life is, after all, limited. Therefore, he is commanded to call first on his own people so that the Arabian Peninsula becomes purely Muslim. It will then fulfil its role as the place from which the final divine message is carried to the rest of the world. What happened in practice, as God, who knows everything, determined, was that the Prophet passed away when Islam became the religion in the whole of Arabia. The Prophet raised an army under the command of Usāmah to be dispatched to areas bordering on Arabia, but the Prophet (peace be upon him) died before the army began its march. It is true that the Prophet sent his letters and emissaries to the heads of countries outside Arabia, calling on them to accept the message of Islam, and making it clear that his message was addressed to all mankind. However, what God determined for him, which fits with the limited duration of human life, is that Muĥammad (peace be upon him) delivered his message to his own people in their own language. Then the task was completed by those who carried his message to other communities all over the world. Hence, there is no contradiction between his message being addressed to all humanity, and its being expressed in Arabic, the language of his own people.
Eine Erinnerung an Gottes Gunst
A Reminder Of God’s Favours
Moses begann, seine Aufgabe zu erfüllen und sein Volk zu ermahnen. „Moses sprach zu seinem Volk:
Moses began to fulfil his task and remind his people. “Moses said to his people:
„Gedenkt der Segnungen Gottes an euch, als Er euch vor dem Volk des Pharaos rettete, das euch mit schwerer Qual peinigte, eure Söhne schlachtete und nur eure Frauen verschonte.“
‘Remember the blessings God bestowed on you when He saved you from Pharaoh’s people who afflicted you with grievous torment, slaughtered your sons and spared [only] your women.
„Das war in der Tat eine gewaltige Prüfung von eurem Herrn.“ (Vers 6) Er erinnert sie zunächst an die Gnade Gottes, als Er sie aus der großen Qual befreite, die ihnen von Pharaos Volk zugefügt wurde. Diese Qual traf sie immer wieder, mit kaum einer Atempause. Eines der grausamsten Merkmale dieser Qual war das Töten der männlichen, nicht aber der weiblichen Bevölkerung, um ihr Anwachsen an Zahl zu verhindern.
That was indeed an awesome trial from your Lord.’“ (Verse 6) He reminds them first of God’s grace when he delivered them from the great torment inflicted on them by Pharaoh’s people. That torment was visited on them time after time, with little reprieve. One of the ghastlier features of that torment was the killing of the male but not the female population as a means of preventing them from increasing in number.
Dies zielte darauf ab, ihre andauernde Schwäche und Unterwerfung sicherzustellen. Dass Gott sie vor all dem bewahrte, war ein großer Akt, der Seine Gnade zeigt. Daran sollte mit Dankbarkeit erinnert werden.
This aimed to ensure their continued weakness and subjugation. The fact that God saved them from all this was a great act demonstrating His grace. It should be remembered with gratitude.
„Das war in der Tat eine gewaltige Prüfung von eurem Herrn." (Vers 6) Ihre Prüfung bestand in dem Leid, das ihnen der Pharao zufügte. Sie diente dazu, ihre Geduld, ihren Widerstand, ihre Beharrlichkeit und ihre Entschlossenheit auf die Probe zu stellen. Geduld bedeutet nicht bloß, Not zu ertragen. Vielmehr ist es ein Ausharren, ohne zu wanken oder seelisch aufzugeben, verbunden mit der Entschlossenheit, sich der Tyrannei entgegenzustellen, bis die Freiheit erreicht ist. Ein Ausharren, das sich darauf beschränkt, Demütigung zu erdulden, ist nicht lobenswert. Auch die Kinder Israels erlebten die Prüfung der Befreiung von der Tyrannei, um ihre Dankbarkeit für die Gnade Gottes zu erproben, die sich darin zeigen sollte, dass sie dem Weg Seiner Rechtleitung folgen.
“That was indeed an awesome trial from your Lord.” (Verse 6) Their trial consisted of the affliction visited on them by Pharaoh. It was a means to test their patience, resistance, perseverance and determination. Patience does not merely entail enduring hardship. It is rather endurance without being shaken or mentally defeated, coupled with the determination to stand up to tyranny until freedom is achieved. Endurance that only entails tolerating humiliation is not worthy of praise. The Israelites also experienced the trial of deliverance from tyranny, so as to test their gratitude for God’s grace, which should be reflected in following the path of His guidance.
Der Dialog zwischen den Gesandten und den Ungläubigen
The Dialogue Between Messengers And Unbelievers
Moses setzt seine Ermahnungen fort, doch er erscheint nun nicht mehr in der Szene, die die Sure zeichnet. Stattdessen wird ein Bild des tobenden Kampfes gezeichnet zwischen der Gemeinschaft, die den Propheten folgt, und der Gesellschaft der Jāhiliyyah, die sowohl die Gesandten als auch ihre Botschaften verleugnet. Das ist ein bemerkenswerter Aspekt des feinsinnigen Stils des Qur’ān, der die Szene lebendig werden lässt. Sie wird dadurch von einer historischen, über die jemand berichtet, zu einer unmittelbaren, die wir vor unseren Augen sehen, deren Gespräche wir mithören und deren sämtliche Handlungen und Reaktionen wir wahrnehmen können. In dieser panoramaartigen Szene sind alle Grenzen von Zeit und Raum aufgehoben.
Moses continues with his reminders, but now he no longer features in the scene painted in the sūrah. Instead, a picture is drawn of the raging battle between the community that follows the Prophets and jāhiliyyah society which denies the messengers and their messages alike. This is a remarkable aspect of the refined style of the Qur’ān which brings the scene alive, transforming it from a historical one that someone is reporting to an immediate one that we see in front of our eyes, able to listen to the people in it as they talk, and notice all their actions and reactions. In this panoramic scene, all limitations of time and space are done away with.
Haben dich nicht Berichte darüber erreicht, was denen widerfuhr, die vor dir lebten? Dem Volk Noahs, den ʿĀd und Thamūd und jenen, die nach ihnen kamen? Niemand kennt sie alle außer Gott. Ihre Gesandten kamen zu ihnen mit klaren Beweisen der Wahrheit, doch sie legten ihre Hände an ihre Münder und sagten: „Wir glauben nicht an das, womit ihr gesandt worden seid, und wir hegen ernste Zweifel an dem, wozu ihr uns ruft.“ (Vers 9)
Have you not received accounts of what befell those who lived before you? The people of Noah, the `Ād, and Thamūd, and those who came after them? None knows them all but God. Their messengers came to them with clear evidence of the truth, but they put their hands to their mouths, and said: ‘We disbelieve in that with which you have been sent, and we are in grave doubt about that to which you call us.’ (Verse 9)
Diese Ermahnung wird von Moses ausgesprochen, doch indem er sich zurückzieht, setzt die Sure ihren Bericht darüber fort, was den Gesandten Gottes und ihren Botschaften in allen Epochen der Geschichte widerfahren ist, sowie über die Auseinandersetzung zwischen ihnen und der Dschahiliyya in ihren verschiedenen Zuständen und Gesellschaften und über das Schicksal derer, die diese Botschaften verleugneten. Es ist, als sei Moses ein Erzähler, der mit einem Hinweis auf die wesentlichen Ereignisse einer großen Geschichte beginnt und dann ihre Akteure übernehmen lässt, damit sie diese Geschichte darstellen und sagen, was sie wollen. Diese Methode, eine Geschichte oder einen historischen Bericht zu erzählen, wird im Qur'ān häufig angewandt. Sie dient dazu, den historischen Bericht lebendig werden zu lassen. Wir sehen hier die edlen Gesandten Gottes, die einander folgen und sich allen Menschen entgegenstellen, die sich der Dschahiliyya ergeben hatten. Die Zeitspannen zwischen Generationen und Gemeinschaften verschwinden, während die großen Wahrheiten hervortreten, ohne an eine bestimmte Zeit oder einen bestimmten Ort gebunden zu sein.
Glaube gegen Tyrannei
Faith Versus Tyranny
Was den klaren Beweis betrifft, also ein Wunder oder ein übernatürliches Ereignis, so machen die Gesandten ihren Völkern deutlich, dass dies allein von Gott bestimmt wird. Die Gesandten bemühen sich, den Menschen sehr klar vor Augen zu führen, worin der Unterschied zwischen der Gottheit und ihrem eigenen sterblichen Dasein besteht. Sie wollen, dass sie die wahre Bedeutung der Einheit Gottes begreifen, der in Wesen und Eigenschaften niemandem gleicht. Das Fehlen dieser Klarheit war die Ursache der großen Verwirrung, in die die heidnischen Glaubensvorstellungen versunken waren, ebenso wie die kirchlichen Lehren, die das Christentum mit den heidnischen Vorstellungen Griechenlands, Roms, Ägyptens und Indiens vermischten. Der Ausgangspunkt dieser Verwirrung, in die das Christentum geraten war, war die Zuschreibung übernatürlicher Kräfte an Jesus selbst, was zu einer großen Vermischung zwischen dem Göttlichen Wesen und Seinem Diener Jesus Christus (Friede sei mit ihm) führte.
As for producing clear proof, which means a miracle or some supernatural event, the messengers make it clear to their communities that this is something determined by God alone. The messengers try to make people realize very clearly the difference between Godhead and their own mortal beings. They want them to understand the true significance of the oneness of God who is unlike anyone else in nature and attributes. The lack of such clarity was the source of the great confusion into which pagan beliefs had sunk, as well as the church concepts which mixed Christianity with the pagan beliefs of Greece, Rome, Egypt and India. The starting point in this confusion into which Christianity had sunk was the attribution of supernatural powers to Jesus himself, leading to a great mix-up between the Divine Being and His servant, Jesus Christ (peace be upon him).
Die Gesandten machten ihre Haltung sehr deutlich: „Es steht uns nicht zu, euch irgendeinen Beweis zu bringen, außer mit der Erlaubnis Gottes.“ Wir verlassen uns auf keine Macht außer seiner eigenen:
The messengers made their position very clear: “It is not within our power to bring you any proof except by God’s leave.” We do not rely on any power other than His own:
„Auf Gott allein sollen alle Gläubigen ihr Vertrauen setzen.“ (Vers 11) Die Gesandten verkünden dies als dauerhafte Wahrheit. Ein Gläubiger setzt sein Vertrauen in niemand anderen als Gott. Er wendet sich an keinen anderen um Hilfe oder Unterstützung, und er sucht Zuflucht bei niemand anderem als Ihm.
“It is in God that all believers must place their trust.” (Verse 11) The messengers announce this as a permanent truth. A believer does not place his trust in anyone other than God. He turns to no one else for help or support, and he seeks refuge with none other than Him.
Gebete um Gottes Beistand
Prayers For God’s Support
Wir müssen hier erkennen, dass die höchste Macht nicht eingreift, um den Konflikt zwischen den Gesandten und ihren Gemeinschaften zu entscheiden, bevor die Gesandten selbst ihre endgültige Trennung von ihrem Volk erklären. Die Gläubigen müssen deutlich machen, dass sie niemals zu den alten Gewohnheiten ihres Volkes zurückkehren werden, nachdem Gott sie gerettet hat. Sie müssen ebenfalls darauf bestehen, eine eigene, getrennte Identität, Gesellschaft und Führung zu haben. Das bedeutet, dass die Gemeinschaft in zwei Teile gespalten wird, die sich im Glauben, in der Lebensweise, in der Führung und in der Struktur unterscheiden. Dann greift Gott ein, um die Gewaltherrscher zu vernichten, die die Gläubigen verfolgen. Dann erfüllt Gott Sein Versprechen an Seine Gesandten, ihnen den Sieg zu gewähren und die Gläubigen auf der Erde einzusetzen. Ein solches Eingreifen wird niemals geschehen, solange die Gläubigen in einer nicht-islamischen Gesellschaft integriert sind und von innen heraus in deren Institutionen wirken. Sie müssen zuerst ihre eigene Identität und ihre eigene, getrennte Struktur und Führung haben.
We must realize here that the Supreme Power does not intervene to settle the issue between the messengers and their communities until the messengers themselves declare their final split with their people. The believers must make it clear that they will never return to their people’s old ways after God has saved them. They must also insist on having their own separate identity, society and leadership. This means that the community is split into two which differ in faith, lifestyle, leadership and structure. This is when God intervenes to destroy the despots who persecute the believers. This is when God fulfils His promise to His messengers to grant them victory and establish the believers on earth. Such intervention will never happen while the believers are integrated in un-Islamic society, working from within its institutions. They must first have their own identity and their own separate structure and leadership.
„Ihr Herr offenbarte dies Seinen Gesandten: Wahrlich, Wir werden die Frevler gewiss vernichten.“ (Vers 13) Hier haben wir eine nachdrückliche Aussage. Darüber hinaus verleiht sie ihr Gewicht durch die Umkehrung der Satzstellung und das Pluralpronomen in Bezug auf Gott. Sie bekräftigt ein Versprechen, die Tyrannen zu vernichten, die die Gläubigen bedrohen und durch ihre Drohungen sich selbst, der Wahrheit, den Gesandten Gottes und allen Menschen Unrecht tun. „Und wahrlich, Wir werden euch nach ihrem Untergang gewiss im Land wohnen lassen.“ (Vers 14)
“Their Lord revealed this to His messengers: Most certainly shall We destroy the wrongdoers.” (Verse 13) Here we have an emphatic statement. Furthermore, it adds power through its use of inversion and the plural pronoun in reference to God. It asserts a promise to destroy the tyrants who threaten the believers and, by their threats, do wrong to themselves, the truth, God’s messengers and all people. “And most certainly shall We cause you to dwell in the land long after they are gone.” (Verse 14)
Leicht für Gott
So Easy For God
Der treffende Kommentar über das Schicksal der Tyrannen und das Elend, das sie erleiden müssen, ist Teil einer Szene, die die Lage der Ungläubigen darstellt, mit ihrer Behauptung der Macht Gottes, einer Macht, die sie alle mühelos beseitigen und durch eine neue Schöpfung ersetzen kann. Dieses Bild folgt auf die letzte Auseinandersetzung, die in diesem Leben stattfindet.
The fitting comment on the destiny of tyrants and the misery they are made to suffer is part of a scene painting the situation of the unbelievers, with its assertion of God’s power, a power which can easily do away with them all and replace them with a new creation. This picture follows the last confrontation that takes place in this life.
Hier werden die Vorhänge zugezogen, bevor sie sich wieder öffnen, um zu zeigen, was im Jenseits mit beiden Seiten geschieht.
The curtains are drawn here before they open again to show what happens to both sides in the life to come.
„Die Werke derer, die ihren Herrn verleugnen, gleichen der Asche, die der Wind an einem stürmischen Tag heftig verweht. Sie vermögen nichts von dem zu bewirken, was sie erworben haben. Das ist in der Tat ein weiter Irrweg.“ (Vers 18) Das Bild der Asche, die an einem stürmischen Tag verweht wird, verleiht dem Gedanken, dass die Werke der Ungläubigen zunichtewerden, Bewegung und Anschaulichkeit. Die Menschen können keinen Teil ihrer Taten festhalten und keinen Nutzen aus ihnen ziehen. Dieses Bild wirkt weit eindringlicher als jede bloß begriffliche Umschreibung desselben Sinnes vollständigen Verlusts.
“The works of those who disbelieve in their Lord are like ashes which the wind blows about fiercely on a stormy day. They cannot achieve any benefit from all that they might have earned. This [disbelief] is indeed going very far astray.” (Verse 18) The image of ashes being blown about on a stormy day adds action to the concept that the unbelievers’ works will come to nothing. People cannot hold on to any part of their actions, or make use of them. This image gives a far more profound effect than any expression of the same meaning of total loss in intellectual terms.
Diese Szene bringt eine grundlegende Wahrheit über das Tun der Ungläubigen zum Ausdruck. Handlungen, die keine Grundlage im Glauben haben und nicht von jener Bindung gelenkt werden, die jede Handlung mit ihrer Beweggrund verknüpft und diesen Beweggrund wiederum mit Gott verbindet, bleiben lose und ohne festen Bestand. Sie gleichen Asche oder fliegenden Partikeln. Nicht die Handlung selbst trägt den höchsten Wert, sondern die Absicht dahinter. Die Handlung ist eine mechanische Bewegung, doch ihr Beweggrund ist es, der den Menschen von der Maschine unterscheidet.
This scene expresses a basic truth about what the unbelievers do. Actions that have no basis in faith, and are not controlled by that bond relating every action to its motive, and relating that motive to God remain loose, lacking a solid entity. They are like ashes or flying particles. It is not the action itself that carries paramount value, but rather the motivation behind it. Action is a mechanical movement, but its motive is what differentiates man from machine.
Verbitterte Auseinandersetzungen zwischen Verbündeten
Acrimonious Exchanges Between Allies
An dieser Stelle der Sure erkennen wir eine noch höhere Stufe des unnachahmlichen Stils des Qur’āns und seiner Kraft in Bildsprache, Ausdruck und der Harmonie zwischen Szenen und Gedanken. Vor kurzem sahen wir, wie hartnäckige Tyrannen zugrunde gehen, wobei sich das Bild der Hölle drohend hinter ihnen auftürmt, während sie den größten Enttäuschungen ihres diesseitigen Lebens ausgesetzt werden. Nun sehen wir sie am Tag des Gerichts. Es ist zugleich eine außergewöhnliche und eindrucksvolle Szene, voller Bewegung, Reaktion und Dialog zwischen den Schwachen und den Mächtigen, und zwischen beiden und dem Satan.
At this point in the sūrah we note an even higher level of the inimitable style of the Qur’ān, and its power of imagery, expression and harmony between scenes and ideas. A short while ago we saw obstinate tyrants coming to grief, with an image of hell looming large behind them as they are made to suffer their greatest disappointment in this life. Now we see them on the Day of Judgement. It is at once an extraordinary and powerful scene, full of movement, reaction and dialogue between the weak and the powerful, and between both and Satan.
Sie werden alle vor Gott treten. Dann werden die Schwachen zu denen, die sich hochmütig verhalten haben, sagen: „Wir waren eure Anhänger. Könnt ihr uns etwas von der Strafe Gottes abnehmen?“ [Die anderen] werden antworten: „Hätte Gott uns rechtgeleitet, so hätten wir auch euch rechtgeleitet. Für uns ist es nun einerlei, ob wir ungeduldig klagen oder geduldig ausharren. Es gibt für uns jetzt kein Entrinnen.“ Und wenn alles entschieden sein wird, wird Satan sprechen: „Gott hat euch ein wahres Versprechen gegeben. Auch ich habe euch Versprechen gegeben, doch ich habe sie nicht gehalten. Dennoch hatte ich keinerlei Macht über euch, außer dass ich euch rief und ihr mir folgtet. Macht mir daher jetzt keine Vorwürfe, sondern macht euch selbst Vorwürfe. Es ist nicht an mir, auf eure Hilferufe zu antworten, und nicht an euch, auf meine zu antworten. Ich habe schon zuvor meine Beigesellung zu Gott von mir gewiesen.“ Gewiss, für alle Frevler steht schmerzliche Strafe bereit. Diejenigen aber, die glauben und gute Werke tun, werden in Gärten eingehen, unter denen Flüsse fließen; darin werden sie ewig verweilen, mit der Erlaubnis ihres Herrn. Ihr Gruß darin wird lauten: „Frieden!“ (Verse 21–23)
They will all appear before God, and then the weak will say to those who acted with arrogance: ‘We were your followers: can you relieve us of something of God’s punishment?’ [And the others] will reply: Had God given us guidance, we would have guided you. It is now all one for us whether we grieve impatiently or endure with patience. There is no escape for us now.’ And when everything will have been decided, Satan will say: ‘God has made you a true promise. I, too, made promises to you, but I did not keep them. Yet I had no power at all over you, except that I called you and you responded to me. Hence, do not now blame me, but blame yourselves. It is not for me to respond to your cries, nor for you to respond to mine. I have already disclaimed your associating me with God.’ Indeed, for all wrongdoers there is grievous suffering in store. Those who believe and do righteous deeds will be admitted to gardens through which running waters flow, wherein they will abide, by their Lord’s leave. Their greeting shall be: Peace. (Verses 21-23)
Realitäten, denen man sich stellen muss
Realities That Must Be Faced
Die Angelegenheit ist entschieden, und es kann darüber keine Diskussion und keinen Streit mehr geben.
Matters have been settled and there can be no room for discussion or argument.
Jeder ist nun über seinen Platz im Jenseits unterrichtet worden. Doch an dieser Stelle zeigt sich ein bemerkenswertes Bild: Es ist Satan, derjenige, der alles in seiner Macht Stehende unternahm, um die Menschen von der Wahrheit abzulenken und sie dem Irrtum und der Falschheit zuzuwenden, der sowohl die Schwachen als auch die Tyrannen tadelt. Seine Worte mögen ihnen schlimmer erscheinen als die Qualen, die sie bald erwarten: „Und wenn alles entschieden sein wird, wird Satan sagen: ‚Gott hat euch ein wahres Versprechen gegeben. Auch ich habe euch Versprechen gegeben, aber ich habe sie nicht gehalten.
Everyone has been shown their place in the life to come. But at this point we see a remarkable portrait: it is Satan, the one who did everything in his power to divert people away from the truth and turn them towards error and falsehood, who reproaches both the weak and the tyrants. His words may sound to them worse than the torture they will soon face: “And when everything will have been decided, Satan will say: ‘God has made you a true promise. I, too, made promises to you, but I did not keep them.
Und ich hatte keinerlei Macht über euch, außer dass ich euch rief und ihr mir antwortetet. Darum tadelt nicht mich, sondern tadelt euch selbst. Es steht mir nicht zu, auf euer Rufen zu antworten, und ihr könnt nicht auf mein Rufen antworten. Ich habe mich schon von eurer Beigesellung zu Gott losgesagt.“ Gewiss, für die Frevler gibt es eine schmerzhafte Strafe.“ (Vers 22)
Yet I had no power at all over you, except that I called you and you responded to me. Hence, do not now blame me, but blame yourselves. It is not for me to respond to your cries, nor for you to respond to mine. I have already disclaimed your associating me with God.’ Indeed, for all wrongdoers there is grievous suffering in store.” (Verse 22)
Welch eine eindrucksvolle Szene! Satan zeigt sich hier in seiner teuflischsten Gestalt, und sein wahrer Charakter tritt in den grellsten Farben hervor, so wie wir zuvor den wahren Charakter der Schwachen und der Mächtigen gesehen haben. Satan, der beständige Einflüsterer, der jede Art von Versuchung vorlegte und die Menschen von der Stimme der Wahrheit abwandte, fällt nun seinen eigenen Anhängern in den Rücken. Nachdem die Angelegenheit entschieden ist, können sie keinen Gegenangriff mehr führen. Sie können ihm nicht einmal antworten. Er ist es, der nun, nachdem die Sache entschieden ist, sagt: „Gott hat euch ein wahres Versprechen gegeben. Auch ich habe euch Versprechen gegeben, aber ich habe sie nicht gehalten.“ (Vers 22) Er geht weiter und hält es ihnen vor, indem er ihnen vorwirft, ihm geantwortet zu haben, obwohl er keine Macht über sie hatte. Sie sind es, die sich ihm hingegeben haben, indem sie die alte Feindschaft zwischen ihnen und Satan vergaßen. Sie umarmten seine Falschheit und verließen die Botschaft der Wahrheit, die Gott ihnen gesandt hatte.
Ein Wort zur Stärkung der Gläubigen
A Word To Strengthen The Believers
Während die Art der Geschichte in jedem Zeitalter dieselbe ist, stehen die Gläubigen, die den Gesandten Gottes folgen, in dieser Welt Auge in Auge einer tyrannischen Unwissenheit, der Dschahiliyya, gegenüber: „Und sie erflehten Gottes Hilfe und Sieg [für die Wahrheit]. Und jeder mächtige, halsstarrige Feind der Wahrheit wird zugrunde gehen. Hinter ihm liegt die Hölle, wo ihm faulendes Wasser zu trinken gegeben wird, das er Schluck für Schluck hinunterwürgt und doch kaum zu schlucken vermag."
While the nature of the story is the same in every age, the believers who follow God’s messengers stand in this world face to face against tyrannical ignorance, or jāhiliyyah: “And they prayed for God’s help and victory [for the truth]. And every powerful, obstinate enemy of the truth shall come to grief. Behind him stretches hell where he shall be made to drink putrefied water, gulping it little by little, and yet hardly able to swallow it.
Der Tod wird ihn von allen Seiten umgeben, doch er wird nicht sterben. Und ihm steht noch eine noch härtere Strafe bevor. (Verse 15-17)
Death will beset him from every side, yet he shall not die. More severe suffering still awaits him.” (Verses 15-17)
Während dies im diesseitigen Leben geschieht, wird eine Szene aus dem Jenseits dargestellt, in der sich ein ungewöhnliches Gespräch zwischen hochmütigen Tyrannen, ihren machtlosen Anhängern und Satan entspinnt. Die Sure stellt zudem die weit auseinanderliegenden Schicksale guter und böser Menschen dar und liefert anschließend ein Gleichnis dafür, wie gute und schlechte Worte beschaffen sind. Damit wird das Wirken des Gesetzes veranschaulicht, das Gott in der Natur bezüglich des Guten und Bösen im Leben festgelegt hat. Es dient außerdem als abschließender Kommentar zur Geschichte: „Siehst du nicht, wie Gott ein gutes Wort mit einem guten Baum vergleicht? Seine Wurzeln sind fest, und seine Zweige reichen bis zum Himmel. Er bringt seine Früchte zu jeder Zeit hervor mit der Erlaubnis seines Herrn. So stellt Gott den Menschen Gleichnisse auf, damit sie nachdenken. Und ein böses Wort ist wie ein verdorbener Baum, der auf der Oberfläche der Erde entwurzelt liegt. Er kann keinen festen Stand haben. Gott wird die Gläubigen durch das wahre, unerschütterliche Wort sowohl in diesem Leben als auch im Jenseits stärken; die Frevler aber lässt Gott irregehen. Gott tut, was Er will.“ (Verse 24–27)
While this takes place in this life, a scene of the hereafter is portrayed whereby an unusual conversation ensues between arrogant tyrants, their powerless followers and Satan. The sūrah also portrays the widely different destinies of good and evil people before providing an analogy of what good and bad words are like. This portrays the working of the law God has set in nature concerning good and evil in life. It also serves as a final comment on the story: “Do you not see how God compares a good word to a good tree? Its roots are firm and its branches reach to the sky. It yields its fruits at all times by its Lord’s leave. Thus does God set parables for people so that they may reflect. And an evil word is like a corrupt tree, torn up onto the face of the earth. It cannot have a stable position. God will strengthen the believers through the true, unshakeable word in both this life and the life to come; but the wrongdoers God lets go astray. God does whatever He wills.” (Verses 24-27)
Gesandte gegen Ungläubige
Messengers Versus Unbelievers
Wir müssen innehalten, um über die wichtigsten Fakten in der Geschichte der Gesandten Gottes und ihrer Begegnung mit der Dschahiliyya nachzudenken. Wir haben in unserem Kommentar bereits kurz darauf verwiesen, doch sie verdienen nun eine ausführlichere Betrachtung.
We need to pause here in order to reflect on the main facts in the history of God’s messengers and their encounter with jāhiliyyah. We have already made brief references to these in our commentary, but they now merit further discussion.
Die erste Grundtatsache, die Gott in Seiner absoluten Weisheit und fehlerlosen Erkenntnis uns mitteilt, ist, dass seit Beginn der Menschheitsgeschichte eine Reihe des Glaubens bestanden hat. Diese Reihe ist ununterbrochen fortgesetzt worden, angeführt von Gottes Gesandten, die dieselbe Wahrheit verkündet und dieselbe Methode befolgt haben. Sie haben die Einheit Gottes, des Herrn des Universums, verkündet. Keiner von ihnen hat jemals Gott Teilhaber beigesellt. Keiner hat sich auf jemand anderen als Gott verlassen, Unterstützung bei jemand anderem gesucht oder sich an jemand anderen als Gott gewandt.
The first basic fact which God, in His absolute wisdom and faultless knowledge, tells us is that there has been a procession of faith ever since the beginning of human history. This procession has continued uninterrupted, led by God’s messengers who have advocated the same truth and followed the same method. They have advocated the oneness of God, the Lord of the universe. None of them has ever associated any partners with God. None relied on, or sought support from, or appealed to, anyone other than God.
Daraus folgt, dass der Glaube an den einen Gott nicht schrittweise entstanden ist oder sich vom Glauben an eine Vielzahl von Gottheiten über den Dualismus hin zum Konzept eines einzigen Gottes entwickelt hat, wie es die Vertreter der Vergleichenden Religionswissenschaft behaupten. Diese Behauptung, der Mensch habe mit der Verehrung von Totems, Geistern und Sternen begonnen, bevor er zur Verehrung eines einzigen Gottes fortschritt, ist falsch. Ebenso wenig trifft es zu, dass ein solcher Fortschritt dem Fortschritt des menschlichen Wissens und der menschlichen Erfahrung oder der Entwicklung politischer Macht in der menschlichen Gesellschaft entspricht. Alle solchen Behauptungen sind falsch.
This means that faith in the One God has not come about progressively or developed from a belief in a multiplicity of deities, to dualism and then the concept of a single God, as claimed by scholars of Comparative Religion. This claim saying that man started with the worship of totems, spirits and stars before progressing to the worship of a single deity is false. Nor is it true to claim that such progress parallels the progress of human knowledge and experience, or the development of political power in human society. All such claims are false.
4 Dieses Konzept wird ausführlich im Kommentar zur Sure 11 behandelt, Bd. IX, S. 184–190
4 This concept is discussed at length in the commentary on Sūrah 11, Vol. IX, pp. 184-190
Eine Botschaft von allen Gesandten
One Message By All Messengers
Eine lange Reihe von Gesandten Gottes rief die Menschheit von Anfang an dazu auf, an eine einzige Botschaft zu glauben, die denselben Glauben verkörpert. Die Dschāhiliyyah dagegen begegnete diesem Glaubensruf mit derselben Art von Ablehnung. Der Qur'ān stellt diese Auseinandersetzung dar und sieht dabei von Zeit und Ort ab, um zu zeigen, dass sich der Widerstand gegen den göttlichen Glauben im Laufe der Geschichte nicht verändert hat. Das allein ist sehr bemerkenswert. Die Dschāhiliyyah ist in der gesamten Geschichte dieselbe. Sie ist keine bestimmte Stufe der menschlichen Geschichte, sondern eine Geisteshaltung, die einen Glauben und eine darauf gegründete gesellschaftliche Ordnung hervorbringt.
A long procession of God’s messengers called on humanity, right from the very first day, to believe in a single message embodying the same faith. Jāhiliyyah, on the other hand, confronted this call to faith with the same type of rejection. The Qur’ān portrays this confrontation, disregarding the elements of time and place, in order to show the fact that the resistance to the divine faith has not changed throughout history. This in itself is very noteworthy. Jāhiliyyah is the same throughout history. It is not a particular stage of human history. It is a state of mind giving rise to a belief and a social structure based on it.
Der Zustand der Unwissenheit, die Jāhiliyyah, beruht auf der Unterwerfung einer Gruppe von Menschen unter eine andere, indem man einem anderen als Gott die Eigenschaften der Gottheit zuschreibt oder einem anderen als Gott die Herrschaft zuspricht. Ob Menschen an Polytheismus glauben oder an einen Monotheismus, der eine Vielheit von Herren anerkennt, sie versinken in einem Zustand der Unwissenheit, oder dem, was in der islamischen Terminologie als Jāhiliyyah bezeichnet wird, mit all seinen Nebenmerkmalen.
The state of ignorance, or jāhiliyyah, is based on the submission of one group of people to another, giving the qualities of Godhead to someone other than God, or assigning lordship to anyone other than God. Whether people believe in polytheism or in a monotheism that acknowledges a multiplicity of lords, they sink into a state of ignorance, or what is described in Islamic terminology as jāhiliyyah, with all its secondary characteristics.
Die Botschaft, die Gottes Gesandte verkündeten, gründet im Wesentlichen auf der Einheit Gottes und der Ablehnung aller falschen Herren. Die Unterwerfung unter Gott muss rein und vollständig sein. Er ist der einzige Herr, und ihm gehören die Souveränität und jede Autorität. Daher steht sie in direktem Widerspruch zu den gedanklichen Grundlagen der Gesellschaft der Jāhiliyyah und stellt eine unmittelbare Bedrohung für sie dar. Dies gilt besonders dann, wenn die Botschaft beginnt, eine eigenständige Gemeinschaft zu bilden, die ihre Mitglieder aus dieser Gesellschaft gewinnt und ihnen neue Glaubensvorstellungen, eine neue Führung und neue Loyalitäten gibt. Dies ist eine normale und unverzichtbare Vorgehensweise, der die göttliche Religion zwangsläufig folgt.
Ein Stil von außergewöhnlicher Vornehmheit
A Style Of Exceptional Refinement
Eine kurze Anmerkung zum Stil dieser Passage sollte hinzugefügt werden. An dieser Stelle begegnen wir dem atemberaubend schönen Stil des Qur’ān, der den Vormarsch des Glaubens zeigt, während er der irrenden ǧāhiliyyah in der gesamten Menschheitsgeschichte entgegentritt. Es ist die Schönheit der Wahrheit: schlicht, natürlich, klar, zuversichtlich, beruhigt, stark und tiefgründig: „Sagten ihre Gesandten zu ihnen: ‚Kann es Zweifel an Gott geben, dem Schöpfer der Himmel und der Erde? Er ruft euch, damit Er euch eure Sünden vergibt und euch eine Frist bis zu einem bestimmten Termin gewährt.‘ Sie erwiderten: ‚Ihr seid nichts als Menschen wie wir. Ihr wollt uns von dem abbringen, was unsere Väter zu verehren pflegten. Bringt uns also einen klaren Beweis.‘ Ihre Gesandten antworteten: ‚Wir sind tatsächlich nichts als Menschen wie ihr. Aber Gott erweist Seine Gnade, wem Er will von Seinen Dienern. Es liegt nicht in unserer Macht, euch irgendeinen Beweis zu bringen, außer mit der Erlaubnis Gottes. Auf Gott sollen alle Gläubigen ihr Vertrauen setzen. Und warum sollten wir nicht auf Gott vertrauen, wo Er uns auf unseren Wegen geleitet hat?‘“
A brief note on the style employed in this passage should be added. It is at this juncture that we find the breathtakingly beautiful style of the Qur’ān demonstrating the procession of faith as it confronts erring jāhiliyyah throughout human history. It is the beauty of the truth: simple, natural, clear, confident, reassured, strong and profound: “Said the messengers sent to them: ‘Can there be any doubt about God, the Originator of the heavens and the earth? He calls you, so that He may forgive you your sins and grant you respite for an appointed term.’ They replied: ‘You are but mortals like ourselves. You want to turn us away from what our forefathers used to worship. Bring us, then, a clear proof’ Their messengers replied: ‘We are indeed but mortals like yourselves. But God bestows His grace on whomever He wills of His servants. It is not within our power to bring you any proof except by God’s leave. It is in God that all believers must place their trust. And why should we not place our trust in God, when He has guided us on our paths?
Daher werden wir all eure Verfolgung mit Geduld ertragen. Auf Gott sollen alle Gläubigen ihr Vertrauen setzen.“ (Verse 10-12)
Hence we will bear with patience all your persecution. In God let all the faithful place their trust.’“ (Verses 10-12)
Hier sehen wir alle Gesandten Gottes in einem einzigen Zug marschieren, wie sie der Jāhiliyyah entgegentreten, die ihrem Wesen nach eine und dieselbe ist. Diese grundlegende Wahrheit bleibt trotz wechselnder Umstände bestehen. Die Schönheit des Qur’ān-Stils erreicht ihren Höhepunkt dort, wo er die Wahrheit beschreibt, die in der Botschaft verkörpert ist, welche die Propheten verkündeten, und diese mit der Wahrheit hinter dem Dasein des Universums in Verbindung bringt: „Sagten ihre Gesandten: Kann es Zweifel an Gott geben, dem Schöpfer der Himmel und der Erde?“ (Vers 10) „Und warum sollten wir nicht auf Gott vertrauen, da Er uns auf unseren Wegen geleitet hat?“ (Vers 12) „Siehst du nicht, dass Gott die Himmel und die Erde in Wahrheit erschaffen hat? Wenn Er will, kann Er euch beseitigen und eine neue Schöpfung hervorbringen. Dies ist für Gott keine schwierige Sache.“ (Verse 19–20)