Al-An`ām (Verknüpfung von Gesetzen und Begriffen) 136 - 153
Al-An`ām ( Intertwining Laws And Concepts ) 136 - 153
Von dem Ertrag der Felder und dem Vieh, das Er erschaffen hat, bestimmen sie einen Anteil für Gott und sagen: „Das ist für Gott“ – so behaupten sie – „und das für unsere Teilhaber“. Was sie für ihre Teilhaber bestimmen, gelangt nie zu Gott, doch was sie für Gott bestimmen, gelangt zu ihren Teilhabern. Wie schlecht sie urteilen! (136)
Out of the produce and the cattle He has created, they assign a portion to God, saying: “This is for God” — or so they pretend — “and this is for the partners we associate [with Him] “. Whatever they assign to their partners never reaches God, but that which is assigned to God does reach their partners. How ill they judge! (136)
So haben die Teilhaber, die sie [Gott] zugesellen, vielen Götzendienern das Töten ihrer eigenen Kinder als schön erscheinen lassen, um sie ins Verderben zu stürzen und sie in ihrem Glauben zu verwirren. Hätte Gott es anders gewollt, so hätten sie es nicht getan. Lass sie also bei ihren falschen Erfindungen. (137)
Thus have the partners they associate [with God] made the killing of their own children seem goodly to many idolaters, seeking to bring them to ruin and to confuse them in their faith. Had God willed otherwise, they would not have done so. Leave them, then, to their false inventions. (137)
„Diese Tiere und Feldfrüchte sind verboten. Niemand darf davon essen außer denjenigen, denen wir es erlauben“ – so behaupten sie fälschlicherweise.
They say: “Such cattle and crops are forbidden. None may eat of them save those whom we permit” — so they falsely claim.
Anderes Vieh erklären sie als verboten, sodass es ihnen nicht erlaubt sein soll, ihre Rücken zu belasten; und es gibt Vieh, über das sie den Namen Gottes nicht aussprechen, indem sie damit eine Lüge gegen Ihn erdichten. Er wird ihnen gewiss ihre Erdichtungen vergelten. (138)
Other cattle they declare to be forbidden to burden their backs; and there are cattle over which they do not pronounce God’s name, inventing [in all this] a lie against Him. He will surely requite them for their inventions. (138)
Sie sagen auch: „Was in den Leibern dieser Tiere ist, ist ausschließlich für unsere Männer bestimmt und unseren Frauen verboten. Ist es aber totgeboren, so haben alle daran Anteil.“ Er wird ihnen ihre falschen Behauptungen vergelten. Er ist allweise, allwissend. (139)
They also say: “That which is in the wombs of these cattle is reserved to our males and forbidden to our women.” But if it be stillborn, they all partake of it. He will requite them for all their false assertions. He is wise, all-knowing. (139)
Verloren sind wahrlich jene, die in ihrer Unwissenheit töricht ihre Kinder töten und das für verboten erklären, was Gott ihnen als Lebensunterhalt gegeben hat, und so Gott fälschlich solche Verbote zuschreiben. Sie sind vom Weg abgeirrt, und sie haben keine Rechtleitung. (140)
Losers indeed are those who, in their ignorance, foolishly kill their children and declare as forbidden what God has provided for them as sustenance, falsely attributing such prohibitions to God. They have gone astray and they have no guidance. (140)
Er ist es, Der Gärten hervorgebracht hat – sowohl solche, die angelegt sind, als auch solche, die wild wachsen – und die Dattelpalme und Felder mit unterschiedlichen Früchten und den Olivenbaum und den Granatapfel, die einander ähnlich sind und doch so verschieden.
It is He who has brought into being gardens — both of the cultivated type and those growing wild — and the date- palm, and fields bearing different produce, and the olive, tree, and the pomegranates, all resembling one another and vet so different.
Esst von ihren Früchten, wenn sie Frucht tragen, und gebt (den Armen) das, was ihnen am Tag der Ernte zusteht. Doch verschwendet nicht, denn Er liebt die Verschwender nicht. (141)
Eat of their fruit when they come to fruition, and give (to the poor) what is due to them on harvest day. But do not waste, for He does not love the wasteful. (141)
Und von dem Vieh gibt es einige, die zum Lastentragen gehalten werden, und andere zum Verzehr. Esst von dem, was Gott euch als Versorgung gegeben hat, und folgt nicht den Fußstapfen Satans; denn er ist euer offenkundiger Feind. (142)
And of the cattle some are reared for work and others for food. Eat of that which God has provided for you as sustenance and do not follow Satan’s footsteps; he is your open foe. (142)
Von den Vieheinheiten habt ihr acht in vier Paaren: ein Paar Schafe und ein Paar Ziegen.
Of cattle you have eight in [four] pairs: a pair of the sheep and a pair of the goats.
Sag: Hat Er die beiden Männchen verboten oder die beiden Weibchen oder das, was die Gebärmütter der beiden Weibchen enthalten könnten?
Say: Is it the two males that He has forbidden, or the two females, or that which the wombs of the two females may contain?
Diese Nachricht ist ein Satz zum Übersetzen, keine Frage an mich. Bitte senden Sie den englischen Text, den Sie ins Deutsche übersetzt haben möchten.
Tell me plainly if you are men of truth.
(143)
(143)
Ebenso ein Paar Kamele und ein Paar Rinder. Sprich: Hat Er die beiden Männchen verboten oder die beiden Weibchen oder das, was die Gebärmütter der beiden Weibchen beinhalten? Oder wart ihr etwa Zeugen, als Gott euch diese Gebote auferlegte? Wer ist frevelhafter als jemand, der ohne wirkliches Wissen Lügen über Gott erdichtet, um die Menschen irrezuführen? Gott leitet die Frevler nicht recht. (144)
And, likewise, a pair of camels and a pair of oxen. Say: Is it the two males that He has forbidden, or the two females, or that which the wombs of the two females may contain? Is it, perchance, that you were witnesses when God gave you these commandments? Who could be more wicked than one who, without any real knowledge, invents lies about God in order to lead people astray? God does not guide the wrongdoers( 144)
Sprich: In all dem, was mir offenbart worden ist, finde ich nichts, was verboten wäre zu essen für jemanden, der es essen möchte, außer Aas, vergossenem Blut oder dem Fleisch von Schweinen – denn das alles ist unrein – oder einem frevelhaften Opfertier, über dem ein anderer Name als der Gottes angerufen wurde. Doch wer aus Not gezwungen ist, ohne Auflehnung und ohne das Maß des Notwendigen zu überschreiten, dem gilt: Dein Herr ist gewiss allvergebend und barmherzig.
Say: In all that has been revealed to me, I do not find anything forbidden to eat, if one wishes to eat thereof, unless it be carrion, or blood poured forth, or the flesh of swine for all that is unclean — or a sinful offering over which any name other than God’s has been invoked. But if one is driven by necessity, neither intending disobedience nor exceeding his bare need, then know that your Lord is much- forgiving, merciful.
(145)
(145)
Den Juden haben Wir alle Tiere mit Krallen verboten; auch vom Fett von Rindern und Schafen haben Wir ihnen verboten, außer dem, was an ihren Rücken oder Eingeweiden haftet oder mit ihren Knochen vermischt ist. Dies haben Wir ihnen wegen ihrer Frevelhaftigkeit vergolten. Und gewiss, Wir sind wahrhaftig. (146)
To those who followed the Jewish faith did We forbid all animals that have claws; and We forbade them the fat of both oxen and sheep, except that which is in their backs and entrails and what is mixed with their bones. Thus did We requite them for their wrongdoing. We are certainly true to Our word. (146)
Wenn sie dir vorwerfen, du lügst, dann sage:
If they accuse you of lying, then say:
Grenzenlos ist die Barmherzigkeit deines Herrn, doch Seine Strafe wird von dem Volk der Übeltäter nicht abgewendet werden. (147)
Limitless is your Lord in His grace; but His punishment shall not be warded off from evildoing folk. (147)
Diejenigen, die Götter neben Gott setzen, werden sagen: Hätte Gott es gewollt, so hätten weder wir noch unsere Väter irgendwelche Götter neben Ihm verehrt, noch hätten wir irgend etwas für verboten erklärt. Auf gleiche Weise haben schon jene, die vor ihnen lebten, die Wahrheit verleugnet, bis sie Unsere Strafe zu kosten bekamen. Sprich: Habt ihr irgendein sicheres Wissen, das ihr uns vorlegen könnt?
Those who associate partners with God will say: Had God so willed, neither we nor our fathers would have associated any partners with Him; nor would we have declared anything as forbidden. In like manner did those who have lived before them deny the truth, until they came to taste Our punishment. Say: Have you any certain knowledge which you can put before us?
Sie folgen nichts als Vermutungen, und Sie tun nichts als raten. (148)
You follow nothing but conjecture, and you do nothing but guess. (148)
Sprich: Der Beweis, der überzeugt, gehört allein Gott. Hätte Er es gewollt, so hätte Er euch alle rechtgeleitet. (149)
Say: With God alone rests the final evidence. Had He so willed, He would have guided you all aright. (149)
Sprich: Bringt eure Zeugen herbei, die bezeugen, dass Gott dies verboten hat. Wenn sie es bezeugen, so bezeuge du nicht mit ihnen; und folge nicht den Neigungen derer, die Unsere Zeichen leugnen, und derer, die nicht an das Jenseits glauben und die anderes ihrem Herrn gleichsetzen. (150)
Say: Bring forward your witnesses who will testify that God has forbidden this. If they so testify, do not you testify with them; and do not follow the wishes of those who deny Our revelations, and those who do not believe in the life to come and who consider others as equal to their Lord. (150)
Sprich: Kommt, ich will euch verkünden, was euer Herr euch verboten hat: Ihr sollt Ihm keine Götter zur Seite stellen; seid gütig zu euren Eltern und tut ihnen nichts zuleide, sondern erweist ihnen Güte; tötet eure Kinder nicht aus Armut – Wir versorgen euch und sie; begeht keine schändliche Tat, weder offen noch heimlich; und nehmt kein Menschenleben – das Gott heilig gemacht hat –, außer im Rahmen der Gerechtigkeit.
Say: Come, let me tell you what your Lord has forbidden to you: Do not associate partners with Him; [do not offend against but, rather,] be kind to your parents; do not kill your children because of your poverty — We provide for you and for them; do not commit any shameful deed, whether open or secret; do not take any human being’s life — which God has made sacred, except in the course of justice.
Dazu hat Er euch angewiesen, damit ihr Verstand gebraucht. (151)
This He has enjoined upon you so that you may use your reason. (151)
Berühre das Vermögen eines Waisen nicht, bevor er volljährig wird, außer um es zu verbessern.
Do not touch the property of an orphan before he comes of age, except to improve it.
Gebt volles Maß und gerechtes Gewicht. Wir verpflichten keine Seele über ihr Vermögen hinaus. Und wenn ihr redet, so seid gerecht, auch wenn es gegen einen Verwandten geht. Und haltet den Bund mit Gott. Dazu hat Er euch angewiesen, damit ihr euch erinnert. (152)
Give just weight and full measure. We do not charge a soul with more than it can bear. When you speak, be just, even though it be against one of your close relatives. Be true to your covenant with God. This He has enjoined upon you so that you may bear it in mind. (152)
Wisst, dies ist Mein Weg, der gerade Pfad. Folgt ihm also und folgt nicht anderen Wegen, denn sie führen euch ab von Seinem Weg. Dies alles hat Er euch geboten, damit ihr gottesfürchtig bleibt. (153)
Know that this is the way leading to Me, a straight path. Follow it, then, and do not follow other ways, for they cause you to deviate from His way. All this He has enjoined upon you so that you may remain God-fearing. (153)
Überblick
Overview
Dieser lange Abschnitt handelt von Gesetzgebung und der Befugnis, Gesetze und Vorschriften zu erlassen. Überraschend ist an diesem Abschnitt zusammen mit den beiden vorangehenden und den darin eingeschobenen Kommentaren, dass sie in einer in Makkah offenbarten Sure stehen, obwohl der Gegenstand der gesamten Qur'an-Offenbarung der Glaube war.
This long passage speaks of legislation and the authority to promulgate laws and regulations. What is surprising about this passage, together with the two preceding it and the comments interspersed within them, is that they are included in a sūrah revealed in Makkah, when the subject matter of all Qur’ānic revelation was faith.
Tatsächlich befassen sich Teile des in Makka offenbarten Qur'ān nicht mit islamischen Gesetzen, außer um die weltanschauliche Grundlage dieser Gesetzgebung zu begründen. Dies geschah, weil es damals keine islamische Regierung gab, die das islamische Recht hätte umsetzen können. Daher wollte Gott nicht, dass Sein Gesetz zu einem Gegenstand theoretischer Erörterung oder akademischer Studien wird, bevor eine Gesellschaft entstanden war, die sich allein Gott unterwarf und Ihn verehrte, indem sie Sein Gesetz befolgte, oder bevor ein souveräner Staat existierte, der dieses Gesetz im alltäglichen Leben durchsetzte. So war die Ausarbeitung der rechtlichen Einzelheiten an die praktische Fähigkeit der Menschen geknüpft, sie umzusetzen. Dies ist nur ein Aspekt des ernsthaften und zugleich praxisbezogenen Charakters des islamischen Glaubens.
Indeed, portions of the Qur’ān revealed in Makkah do not tackle any Islamic laws, except to establish the ideological basis of such legislation. This was due to the fact that there was no Islamic government to implement Islamic law. Hence, God did not wish that His law become a matter of theoretical discourse or academic study before the establishment of a society that submitted to God alone and which worshipped Him by obeying His law, or before the existence of a sovereign state to implement that law in everyday life. Thus, outlining the legal details was linked to people’s practical ability to implement them. This is just one aspect of the serious and yet practical nature of the Islamic faith.
Dass diese lange Passage detaillierter Gesetzgebung in einer makkanischen Sure vorkommt, ist bezeichnend für die Natur dieser Frage. Es ist in der Tat eine Glaubensfrage, die im Gesamtverständnis dieser Religion des Islam an zusätzlichem Gewicht gewinnt. Sie ist tatsächlich ihr zentrales Anliegen. Bevor wir jedoch diese Passage und ihre Bestimmungen im Einzelnen kommentieren, möchten wir zunächst einen allgemeinen Überblick über ihren Inhalt sowie einen Vorgeschmack auf ihre Bedeutung geben.
The fact that this long passage of detailed legislation occurs in a Makkan sūrah is indicative of the nature of this question. It is indeed a question of faith, one which acquires added seriousness in the general outlook of this religion of Islam. It is indeed its principal issue. However, before we comment on this passage and its provisions in detail, we would like to provide a general overview of its contents and a foretaste of its import.
Versuchung auf dem Weg ins Verderben
Temptation On The Way To Ruin
Von den Früchten und dem Vieh, die Er geschaffen hat, bestimmen sie einen Teil für Gott und sagen:
Out of the produce and the cattle He has created, they assign a portion to God, saying:
„Das gehört Gott“ – so behaupten sie es wenigstens – „und das gehört unseren Teilhabern.“ Was sie ihren Teilhabern zuteilen, gelangt nie zu Gott, doch was sie Gott zuteilen, gelangt zu ihren Teilhabern. Wie schlecht sie urteilen!“ (Vers 136)
“This is for God”— or so they pretend — “and this is for the partners we associate [with Him]”. Whatever they assign to their partners never reaches God, but that which is assigned to God does reach their partners. How ill they judge!” (Verse 136)
Bei der Erörterung der Vorstellungen und Bräuche der unwissenden arabischen Gesellschaft in Bezug auf landwirtschaftliche Erzeugnisse und Vieh stellt die Sure klar fest, dass es Gott ist, der Feldfrüchte und Vieh hervorbringt. Niemand außer Gott versorgt die Menschen mit ihrem Lebensunterhalt, sei er aus der Erde gewonnen oder vom Himmel herabgesandt. Die Sure verweist anschließend auf ihre Praktiken im Umgang mit dem, was Gott ihnen gegeben hat. Sie teilten es in Anteile auf: einen Teil bestimmten sie für Gott, einen anderen für die Götzen und Gottheiten, die sie Ihm beigesellten. Es versteht sich von selbst, dass dieser Anteil am Ende in den Häusern der Wächter oder Hüter landete, die jenen Gottheiten dienten. Dennoch gehen sie ungerecht mit dem Anteil um, den sie für Gott bestimmen, wie der Vers des Qur’ān erklärt.
In discussing the concepts and traditions of ignorant Arabian society in relation to agricultural produce and cattle, the sūrah states clearly that it is God who creates crops and cattle. No one other than God provides sustenance for people, whether originating in the earth or emanating from the sky. The sūrah then follows this with a reference to their practices in respect of what God has provided for them. They divided it into parts, assigning a portion to God and another portion for the idols and deities they associated with Him. Needless to say, that portion ended up in the homes of the guards or the custodians attending those deities. Yet they deal unfairly with the portion they assign to God, as the Qur’ānic verse explains.
Ibn `Abbās, der Cousin des Propheten ﷺ und Gefährte, berichtet: „Wenn jene Leute ihre Nahrung überschlagen haben, teilen sie sie in Anteile auf und weisen einen Teil davon Gott zu und einen anderen Teil ihren Gottheiten. Wenn der Wind von der Seite des Anteils, den sie ihren Gottheiten zugewiesen haben, etwas davon hinüberträgt und auf das legt, was sie Gott zugewiesen haben, nehmen sie es zurück und legen es dorthin, wo es war."
Ibn `Abbās, the Prophet’s cousin and Companion, reports: “When those people have taken stock of the food they have, they make it in lots, assigning a portion of it to God and another portion to their deities. If the wind blows from the side of the portion they have assigned to their deities so as to carry some of it and place it on top of what they have assigned to God, they take it back and put it where it was.
Alle vier Berichte werden von Al-Ṭabarī zitiert, Jāmi` al-Bayān, Dār al-Fikr, Beirut, 1984, Bd. 8, S. 40-1.
43 All four reports are quoted by Al-Ţabarī, Jāmi` al-Bayān, Dār al-Fikr, Beirut, 1984, Vol. 8, pp. 40-1.
44 Al-Ṭabarī, ebenda, Bd. 8, S. 42.
44 Al-Ţabarī, ibid., Vol. 8, p. 42.
Falsche Absurdität oder absurde Falschheit?
False Absurdity Or Absurd Falsehood?
Solche verschwommenen, verwirrten Vorstellungen und die gesellschaftlichen Bräuche, die sie begründen und die auf den Massen schwer lasten, beschränken sich nicht auf die Formen, die man aus den vergangenen unwissenden, also jāhiliyyah-Gesellschaften kennt. Klarere Ausprägungen davon finden wir in modernen Gesellschaften, in Gestalt von Sitten und Traditionen, die die Menschen als unentrinnbar empfinden, obwohl sie sich nur sehr schwer befolgen lassen. Nehmen wir etwa die Mode und andere Gepflogenheiten, die sich den Menschen aufdrängen und sie mitunter mehr kosten, als sie sich leisten können, die in ihrer Rangliste der Sorgen einen hohen Platz einnehmen und schließlich ihre moralischen Werte und ihr ganzes Leben verderben. Dennoch glauben die Menschen, all diesen Vorschriften folgen zu müssen: eine bestimmte Mode für den Morgen, eine andere für den Nachmittag und eine wiederum andere für den Abend. Die eine Mode schreibt kurze Kleidung vor, eine andere enge Kleidung, eine dritte lässt die Menschen Dinge tragen, die lächerlich wirken. Dazu kommt eine endlose Vielfalt an Kosmetika, Frisuren usw. Wer verhängt all diese erniedrigende Unterwerfung, und wer unterstützt und stützt sie? Wenn wir nach den Tatsachen suchen, stellen wir fest, dass sie von den großen Modehäusern, Herstellern und Schneidern getragen wird, ebenso von den wucherischen Banken und Finanzgesellschaften, die der Branche Geld leihen, damit sie selbst einen großen Anteil am Gewinn erzielen. Unterstützt wird sie auch von den Zionisten, die hart daran arbeiten, die gesamte Menschheit zu schwächen, damit sie zu Herren der Welt werden. Ihre Unterstützung zeigt sich nicht in Gestalt schwerer Rüstung und militärischer Stärke. Sie stützen es durch die Konzepte und Werte, die sie anstoßen, und die sie dann in Form von Theorien und kulturellen Überzeugungen formulieren. Danach helfen sie, diese in einen gesellschaftlichen Verhaltenskodex zu übersetzen. Sie erkennen, dass Theorien nur wenig bewirken, solange sie nicht in der Praxis sichtbar werden, in Gestalt von Regierungssystemen, einer Sozialstruktur und einem eindeutigen gesellschaftlichen Kodex, den die Menschen ohne Frage annehmen, weil seine Wurzeln und Zweige untrennbar miteinander verflochten sind.
Such blurred, confused concepts and the social traditions they establish to weigh heavily on the masses are not limited to the types known in bygone ignorant or jāhiliyyah societies. We find clearer versions of them in modern societies, in the form of customs and traditions which people feel to be inescapable, even though they are very hard to observe. Take, for example, the case of fashion and other observances which impose themselves on people, costing them at times what they cannot afford, taking a high position on their list of concerns and ultimately corrupting their moral values and whole lives. Nevertheless, people feel that they must comply with all these dictates: a particular fashion for morning, another for afternoon, and a different one for evening. One fashion imposes short dress, another dictates tight clothes, and a third makes people wear that which is ridiculous. In addition, there is an endless variety of cosmetics, and hair styles, etc. Who imposes all this humiliating subjugation and who lends it support and backing? When we look for the facts we find that it is backed by the major fashion houses, manufacturers and dressmakers, as well as the usurious banks and finance companies who lend money to the industry in order that they themselves win a large share of the profits. It is also supported by the Zionists who work hard to weaken all mankind so that they become the masters of the world. They do not give their support in the shape of heavy armour and military prowess. They support it by the concepts and values they initiate and then formulate in the shape of theories and cultural beliefs. Then they help to translate these into a code of social behaviour. They realize that theories are of little effect unless they are seen in practice in the shape of systems of government, a social structure and an unambiguous social code that people accept without question because its roots and branches are irretrievably interlinked.
45 Al-Ṭabarī, ebenda, Bd. 8, S. 44.
45 Al-Ţabarī, ibid., Vol. 8, p. 44.
46 Al-Ṭabarī, ebd., Bd. 8, S. 47.
46 Al-Ţabarī, ibid., Vol. 8, p. 47.
Die absoluten Verlierer
The Absolute Losers
Once again we find here a repeated example of the people of ignorance and their thoughts, some arrogantly boasting that life is matter, with others, unable to deny God altogether, claiming that faith is merely a matter of beliefs and has nothing to do with social, economic or political systems.
Once again we find here a repeated example of the people of ignorance and their thoughts, some arrogantly boasting that life is matter, with others, unable to deny God altogether, claiming that faith is merely a matter of beliefs and has nothing to do with social, economic or political systems.
Wir sollten uns jedoch stets bewusst sein, dass unwissende Gesellschaften wie diese, die ein System errichten, das Souveränität und die Befugnis zur Gesetzgebung menschlichen Wesen statt Gott zuspricht, zugleich behaupten, sie respektierten die Religion und leiteten ihr System von ihr ab. Ihr Vorgehen ist sehr hinterhältig und boshaft. Internationale zionistische und christliche Kräfte, die dem Islam feindlich gesinnt sind, haben diese Methode in Gebieten angewandt, die einst die Heimat des islamischen Glaubens waren, wo das Gesetz Gottes umgesetzt wurde. Diese Kräfte haben inzwischen erkannt, dass ihre Erfahrung in der Türkei, durchgeführt durch den falschen Helden, den sie geschaffen hatten, mit einem Misserfolg endete. Dennoch spielten ihre Bemühungen eine wichtige Rolle bei der Zerstörung des Islamischen Kalifats, des letzten Symbols islamischer Einheit. Doch das Experiment, das einen offen säkularen Standpunkt einnahm, konnte kein Vorbild für ein System liefern, das andere Länder der Region hätten nachahmen wollen. Indem es sich vollständig von der Religion löste, gab es sich eine fremde Färbung, die für Menschen, die noch religiöse Empfindungen hegten, zu schwer zu akzeptieren war. Daher versuchten die internationalen zionistischen und christlichen Kräfte, die dem Islam feindlich gesinnt sind, bei ihren späteren Versuchen, dasselbe Ziel zu erreichen, nicht, den Fehler zu wiederholen, den sie mit Kemal Atatürk gemacht hatten. Sie begannen, ihre neuen Experimente hinter einer religiösen Maske zu verbergen. Sie erlaubten ihren neuen Helden, Institutionen mit einem oberflächlich religiösen Charakter zu errichten. Sie betonten dies auf zweierlei Weise.
We should always be aware, however, that ignorant societies like these which establish a system giving sovereignty and the authority to legislate to human beings, rather than to God, claim at the same time that they respect religion and derive their system from it. Theirs is a very sly and wicked approach. International Zionist and Christian forces hostile to Islam have adopted this method in areas that used to be the home of the Islamic faith where God’s law was implemented. These forces have now realized that their experience in Turkey, carried out by the false hero they created, has ended in failure. Nonetheless, their efforts played an important part in destroying the Islamic Caliphate, the last symbol of Islamic unity. But the experience, adopting an open secular stand as it did, failed to provide a model system to be emulated by other countries in the region. By wrenching itself totally from religion, it gave itself an alien colour which was too hard for people still entertaining some religious sentiments to accept. Hence, in their subsequent attempts to achieve the same goal, international Zionist and Christian forces hostile to Islam tried not to repeat the mistake they made with Kemal Ataturk. They began to dress their new experiments around a religious mask. They allowed their new heroes to establish institutions with a superficially religious character. They stressed that in two ways:
Der Urheber aller Schöpfung
The Originator Of All Creation
Die Sure stellt sie dann dem ewigen Wahrheit gegenüber, von der sie abgewichen sind. Sie hat bereits darauf verwiesen, als sie davon sprach, wie die Araber einen Teil ihres landwirtschaftlichen Ertrags und ihres Viehs Gott zuwiesen und einen anderen Teil den falschen Gottheiten, die sie Ihm beigesellten. Nun erklärt die Sure ihnen deutlich, dass sie zwar über solchen Ertrag und solches Vieh in Weisen verfügen, wie sie von bösen Wesen, Menschen und Dschinn, nahegelegt werden, diese aber nicht das Geringste bei ihrer Erschaffung zu sagen hatten. Gott ist es, der sie alle erschaffen hat, damit die Menschen von ihnen Nutzen ziehen und Gott für das preisen, was Er erschaffen hat, und Ihn allein anbeten. Hier muss betont werden, dass Gott ihr Lob oder ihre Anbetung nicht braucht, denn Er bedarf keines Dinges und keines Wesens. Er ist barmherzig, und Er weiß, dass die Menschen durch das Preisen und Anbeten Ihm allein das erreichen, was ihre Welt auf den rechten Weg bringt, indem sie den rechten Glauben annehmen. Wie kommt es dann, dass sie zulassen, dass jene über den Ertrag und das Vieh herrschen, die Gott erschaffen hat, obwohl jene selbst nichts erschaffen haben? Wie kommt es, dass sie einen Teil davon Gott geben und einen anderen Teil anderen Wesen, und sogar mit dem Anteil betrügen, den sie Gott zuweisen?
The sūrah then puts them face to face with the eternal truth that they strayed away from. It has already referred to it when speaking of how the Arabs assigned a portion of their agricultural produce and cattle to God and another portion to the false deities which they associated with Him. Now the sūrah states clearly to them that although they dispense of such produce and cattle in ways suggested by evil beings, human and jinn, these have had no say whatsoever in their creation. It is God who created them all so that people could benefit from them and praise God for what He has created and worship Him alone. It must be stated here that God does not need their praise or worship, for He has no need of anything or anyone. He is compassionate and He knows that through praising and worshipping Him alone, people achieve what sets their world on the right course as they adopt the right faith. How is it then that they allow those who have created nothing to rule over the produce and cattle God has created? How is it that they give a portion of these to God and another portion to other beings, and even cheat with the portion they assign to God?
Der Schöpfer, der die Versorgung gewährt, ist der Herr, dem alles gehört. Daher ist es niemandem erlaubt, über die Nutzung dessen, was Er erschaffen hat, zu bestimmen, außer mit Seiner Erlaubnis, wie sie in dem Gesetz festgelegt ist, das Er erlassen hat. Dieses Gesetz wird vollständig in der Botschaft erläutert, die Sein Gesandter ﷺ überbracht hat, nicht in dem, was jene Gottheiten für sich beanspruchen, die die Autorität Gottes an sich reißen wollen: „Er ist es, der Gärten hat entstehen lassen, sowohl die angelegten als auch die wild wachsenden, und die Dattelpalme und Felder mit unterschiedlichen Früchten und den Olivenbaum und die Granatäpfel, einander ähnlich und doch so verschieden. Esst von ihren Früchten, wenn sie reif werden, und gebt (den Armen) das, was ihnen am Tag der Ernte zusteht. Doch verschwendet nicht, denn Er liebt die Verschwender nicht.“
Verbote durch den Allergnädigsten
Prohibitions By The Most Gracious
Die Absurdität der Araber wird aufgedeckt: Sie sollen nun erkennen, dass die falschen Vorstellungen, die sie vor dem Islam hatten, keinerlei Grundlage besitzen. Ihnen wird ein Beispiel zum Nachdenken gegeben: Gott hat all ihre Feldfrüchte und ihr Vieh hervorgebracht, und dennoch glaubten sie, das Recht zu haben, darüber zu bestimmen, wie diese verteilt werden – sei es, indem sie ihren eigenen Launen folgten oder auf die Eingebung der Bösen hörten. Dabei wussten sie, dass nicht die Bösen die Feldfrüchte und das Vieh erschaffen haben, sondern dass diese Schöpfung Gottes sind. Daher ist es Er, der bestimmt, wozu Seine Schöpfung verwendet werden soll, die Seinen Dienern als Lebensunterhalt oder als Besitz gegeben wurde.
The Arabs’ absurdity exposed, they are now made to realize that the false concepts they held before Islam have no foundation whatsoever. They are given an example to reflect upon in that God has brought into existence all their crops and cattle, yet they felt they had the right to determine how these were allocated, either by following their own whims or acting on the inspiration of evil ones. They did so knowing that those who were evil did not create the crops and cattle, but that these were of God’s creation. Hence, it is He who determines what use is to be made of His creation given to His servants as sustenance or property.
In diesen Versen legt Gott ihnen klar dar, was Er tatsächlich verboten hat, und macht Sein Verbot durch Offenbarungen deutlich, nicht durch Mutmaßungen und Einbildungen. Es versteht sich von selbst, dass Gott die Befugnis zur Gesetzgebung besitzt und dass das, was Er verbietet, völlig verboten ist, und das, was Er für erlaubt erklärt, absolut erlaubt ist.
In these verses God spells out clearly to them what He has actually forbidden, making His prohibition clear through revelations, not through guesswork and imagination. It goes without saying that God has the authority to legislate, and that what He forbids is totally forbidden and what He makes lawful is absolutely lawful.
Kein Mensch kann hierbei irgendein Mitspracherecht haben, und Er hat keine Teilhaber, die eine ähnliche Entscheidung treffen oder Sein Verbot ergänzen oder abändern könnten. Im selben Zusammenhang finden wir hier eine Erklärung dessen, was Gott den Juden insbesondere verboten hat, obwohl Er es den Muslimen erlaubt hat. Dieses Verbot diente als Strafe für die Juden wegen ihres Unrechts und ihrer Abkehr vom Gesetz Gottes.
No human being can have any say in this, and He has no partners to make a similar decision or to add to or amend His prohibition. Within the same context, we have here an explanation of what God has forbidden the Jews in particular, although He has made it lawful to the Muslims. This prohibition was by way of punishment to the Jews for their wrongdoing and their deviation from God’s law.
47 Al-Ţabarī, ebd., Bd. 8, S. 69.
47 Al-Ţabarī, ibid., Vol. 8, p. 69.
48 Al-Ṭabarī, ebenda, Bd. 8, S. 72.
48 Al-Ţabarī, ibid., Vol. 8, p. 72.
Das ultimative Argument zur Verteidigung der Falschheit
The Ultimate Argument In Defence Of Falsehood
An dieser Stelle des Textes gerät ihr letztes Argument, mit dem sie ihre irrigen Überzeugungen und fehlgeleiteten Praktiken zu rechtfertigen suchen, genauer unter die Lupe. Sie behaupten, dass sie diese unbegründeten Überzeugungen nicht aus freier Wahl angenommen hätten; vielmehr seien sie dazu gezwungen worden. Hätte Gott gewollt, dass sie nicht an diese anderen Götter und Gottheiten glauben, so hätte Er sie daran gehindert, denn Er ist gewiss in der Lage, alles zu verwirklichen, was Er im Sinn hat: { Diejenigen, die Gott Teilhaber beigesellen, werden sagen: „Hätte Gott es gewollt, so hätten weder wir noch unsere Väter Ihm irgendwelche Teilhaber beigesellt, noch hätten wir irgendetwas für verboten erklärt.“ Ebenso haben diejenigen, die vor ihnen lebten, die Wahrheit verleugnet, bis sie Unsere Strafe zu kosten bekamen. }
At this point in the passage, their last argument with which they tried to justify their erroneous beliefs and misguided practices comes under close scrutiny. They claim that they did not adopt those ill- founded beliefs by choice; rather, they were compelled to do so. Had God wished that they did not believe in these other gods and deities, He would have prevented them from doing so, since He is certainly able to accomplish whatever purpose He has in mind: “Those who associate partners with God will say: ‘Had God so willed, neither we nor our fathers would have associated any partners with Him; nor would we have declared anything as forbidden.’ In like manner did those who have lived before them deny the truth, until they came to taste Our punishment.
Sprich: Habt ihr etwa sicheres Wissen, das ihr uns vorlegen könnt? Ihr folgt nur Mutmaßungen, und ihr tut nichts als raten. Sprich: Gott allein gehört der überzeugende Beweis. Hätte Er gewollt, so hätte Er euch alle rechtgeleitet.“ (Verse 148-149)
Say: Have you any certain knowledge which you can put before us? You follow nothing but conjecture, and you do nothing but guess. Say: With God alone rests the final evidence. Had He so willed, He would have guided you all aright.” (Verses 148-9)
Die Frage nach dem freien Willen, der freien Wahl oder dem Zwang hat in der Geschichte des islamischen Denkens lange und heftige Auseinandersetzungen ausgelöst. Verschiedene Rechtsschulen, intellektuelle Strömungen und Sekten waren stets bereit, ihre jeweiligen Standpunkte zu verteidigen.
The question of free-will, free choice or compulsion has been the subject of lengthy and intense argument in the history of Islamic thought. Different schools of thought and intellectual groups and sects were always ready to defend their points of view.
Griechische Philosophie und Logik sowie christliche theologische Schulen lieferten weitere Munition in diesem erbitterten Streit, machten ihn noch verwickelter und ließen ihn dem islamischen Standpunkt völlig fremd werden. Hätten jene Menschen auf allen Seiten der Auseinandersetzung die schlichte, unkomplizierte, ernsthafte und direkte Methode des Qur’ān übernommen, hätten ihre Argumente nicht diesen komplizierten Verlauf genommen. Stattdessen wären ihnen viele ihrer vergeblichen Bemühungen erspart geblieben.
Ein sehr klarer Weg, dem man folgen kann
A Very Clear Course To Follow
Schließlich weist Gott Seinen Gesandten an, sich an die Götzendiener zu wenden und sie aufzufordern, Zeugen beizubringen, die sie in der Frage der Gesetzgebung unterstützen können, so wie Er sie zu Beginn der Sure herausgefordert hat, in der Frage der Gottheit Zeugen vorzulegen. Früh in der Sure spricht Gott zu Seinem Gesandten: „Sprich: ‚Was ist im Zeugnis das Gewichtigste?‘ Sprich: ‚Gott ist Zeuge zwischen mir und euch. Dieser Koran ist mir offenbart worden, damit ich euch durch ihn warne und alle, die er erreicht. Werdet ihr wahrhaftig bezeugen, dass es neben Gott andere Gottheiten gibt?‘ Sprich: ‚Ich lege kein solches Zeugnis ab.‘ Sprich: ‚Er ist nur ein einziger Gott. Ich lossage mich von allem, was ihr Ihm beigesellt.‘“ (Vers 19) An dieser bestimmten Stelle gibt Gott ihm diese Anweisung: „Sprich: Bringt eure Zeugen herbei, die bezeugen, dass Gott dies verboten hat. Wenn sie so bezeugen, so bezeuge du nicht mit ihnen; und folge nicht den Neigungen derer, die Unsere Offenbarungen leugnen, und derer, die nicht an das Jenseits glauben und anderes ihrem Herrn gleichsetzen.“ (Vers 150)
Finally, God instructs His Messenger (peace be upon him) to confront the idolaters asking them to bring witnesses who can support them over the question of legislation, in the same way as He challenged them at the beginning of the sūrah to produce witnesses over the question of Godhead. Early in the sūrah, God says to His Messenger: “Say: ‘What is weightiest in testimony?’ Say: ‘God is witness between me and you. This Qur’ān has been revealed to me that I may thereby warn you and all whom it may reach. Will you in truth bear witness that there are other deities beside God?’ Say: ‘I bear no such witness’. Say: ‘He is but one God. I disown all that you associate with Him.’” (Verse 19) At this particular point, God gives him this instruction: “Say: Bring forward your witnesses who will testify that God has forbidden this. If they so testify, do not you testify with them; and do not follow the wishes of those who deny Our revelations, and those who do not believe in the life to come and who consider others as equal to their Lord.” (Verse 150)
Dies ist eine gewaltige und entscheidende Herausforderung, die eine klare Vorstellung von der Natur dieser Religion des Islam vermittelt, die alle Formen der Beigesellung zu Gott auf dieselbe Stufe stellt. So gilt die offene und offenkundige Form, bestimmte Wesen für Gottheiten zu erklären, gleich der verborgenen Form, die sich darin zeigt, dass man sich die Autorität anmaßt, Gesetze zu erlassen und Vorschriften in Kraft zu setzen, die Gott nicht gebilligt hat. Ihre Behauptung, ihre Gesetzgebung sei Gottes Gesetz, wird völlig verworfen. Der Qur'an bezeichnet auch diejenigen als Lügner, die einen solchen Versuch unternehmen, Gottes Herrschaft und Sein Recht zur Gesetzgebung an sich zu reißen, die Seine Offenbarungen leugnen, die nicht an das Jenseits glauben und die andere Wesen Ihm gleichsetzen. Der hier verwendete Ausdruck ist derselbe wie im Eingangsvers dieser Sure, der die Ungläubigen beschreibt: „Alles Lob gebührt Gott, der die Himmel und die Erde erschaffen und die Finsternis und das Licht hervorgebracht hat; und dennoch setzen jene, die ungläubig sind, andere Wesen ihrem Herrn gleich." (Vers 1)
Detaillierte Gebote für das menschliche Leben
Detailed Commandments For Human Life
Nachdem die Sure die Ungläubigen herausgefordert hat, ihre Zeugen vorzubringen, und ihre Behauptungen über das, was sie als verboten ansahen, zurückgewiesen hat, gibt sie einen ausführlichen Überblick über das, was Gott tatsächlich verboten hat. Neben der Liste der Verbote finden wir einige positive Gebote, die befolgt werden müssen. Das Versäumnis, diese zu befolgen, ist ebenfalls verboten. Die Liste beginnt mit dem wichtigsten aller Verbote, nämlich dem Beigesellen von Partnern zu Gott. Tatsächlich bildet der erste Glaubensartikel, der den Grundsatz der Einheit Gottes festlegt, die Grundlage für alle Verbote.
Having challenged the unbelievers to produce their witnesses and rejected their claims concerning what they considered as forbidden, the sūrah gives a detailed outline of what God has truly forbidden. Side by side with the list of prohibitions, we find some positive commandments that must be observed. Failure to act on these is also forbidden. The list begins with the most important prohibition of all, namely, associating partners with God. Indeed, the first article of faith which establishes the principle of God’s oneness provides the foundation for all prohibitions.
Sprich: Kommt, ich will euch verkünden, was euer Herr euch verboten hat: Ihr sollt Ihm nichts neben Ihn stellen; und ihr sollt gütig sein zu den Eltern {und sollt nicht gegen sie frevelhaft handeln}; und ihr sollt eure Kinder nicht aus Armut töten – Wir versorgen euch und sie. Und ihr sollt euch keinen schändlichen Taten nähern, weder offen noch heimlich. Und ihr sollt kein Leben töten, das Gott heilig gemacht hat, außer aus einem gerechten Grund. Dies hat Er euch geboten, damit ihr Verstand annehmen möget. Und ihr sollt euch dem Vermögen der Waise nicht nähern, außer um es zu verbessern, bis sie ihre volle Reife erreicht. Und gebt volles Maß und volles Gewicht in Gerechtigkeit. Wir verpflichten keine Seele über ihr Vermögen hinaus. Und wenn ihr redet, so seid gerecht, selbst wenn es um einen Verwandten geht. Und haltet den Bund mit Gott ein. Dies hat Er euch geboten, damit ihr euch erinnern möget. Und dies ist Mein gerader Weg; so folgt ihm und folgt nicht anderen Wegen, denn sie werden euch von Seinem Weg abbringen. Dies hat Er euch geboten, damit ihr gottesfürchtig werdet.
Say: Come, let me tell you what your Lord has forbidden to you: Do not associate partners with Him; [do not offend against but, rather,] be kind to your parents; do not kill your children because of your poverty — We provide for you and for them; do not commit any shameful deed, whether open or secret; do not take any human being’s life — which God has made sacred, except in the course of justice. This He has enjoined upon you so that you may use your reason. Do not touch the property of an orphan before he comes of age, except to improve it. Give just weight and full measure. We do not charge a soul with more than it can bear. When you speak, be just, even though it be against one of your close relatives. Be true to your covenant with God. This He has enjoined upon you so that you may bear it in mind. Know that this is the way leading to Me, a straight path. Follow it, then, and do not follow other ways, for they cause you to deviate from His way. All this He has enjoined upon you so that you may remain God-fearing. (Verses 151-3)
Für Menschen mit gesundem Verstand verboten
Forbidden To People Of Sound Mind
„Begeht keine schändliche Tat, weder offen noch heimlich.“ (Vers 151) Da Gott Seine Diener aufgefordert hat, sich gut um ihre Familien zu kümmern, hat Er ihnen zugleich eingeschärft, die Grundlage der Familie zu bewahren, die zugleich die Grundlage der Gesellschaft ist.
“Do not commit any shameful deed, whether open or secret.” (Verse 151) Since God has urged His servants to take good care of their families, He has also impressed upon them the need to maintain the family foundation, which is also the basis of society.
Dies kommt gleich Reinheit, Anstand und Keuschheit. Daher ist es ihnen verboten, alle Arten von Unzucht zu begehen, sei es offen oder heimlich. Dieses Verbot steht dann in enger Verbindung mit dem unmittelbar vorangehenden Gebot und mit dem ersten Gebot. Keine Familie kann bestehen und keine Gemeinschaft kann gedeihen, wenn sie in schamlose Unzucht versinkt, sei es offen oder heimlich. Reinheit, Sauberkeit und Keuschheit sind die grundlegenden Voraussetzungen für ein gesundes Leben sowohl der Familie als auch der Gemeinschaft.
This equates with purity, decency and chastity. Hence, they are forbidden to commit all types of indecency, whether openly or secretly. This prohibition is then closely related to the commandment immediately preceding it and to the first commandment. No family can survive and no community can prosper if they sink into shameful indecency, whether open or secret. Purity, cleanliness and chastity are the basic essentials for the healthy living of both the family and the community.
Diejenigen, die gern sehen, dass Unzucht in der Gemeinschaft um sich greift, sind jene, die versuchen, das Gefüge der Familie zu schwächen und den Zusammenbruch der Gesellschaft herbeizuführen.
Those who like to see indecency spread throughout the community are the ones who try to weaken the structure of the family and to bring about society’s collapse.
Der arabische Begriff, der hier mit „schändliche Unzucht“ übersetzt wird, bezeichnet sprachlich betrachtet alles, was über seine angemessenen Grenzen hinausgeht. Der Begriff wird außerdem häufig für eine bestimmte Art der Unzucht verwendet, nämlich für Ehebruch und Unzucht außerhalb der Ehe. Höchstwahrscheinlich ist er hier in diesem Sinne gemeint. Der gegenwärtige Zusammenhang ist die Aufzählung bestimmter verbotener Glaubensinhalte und Handlungen. Gemeint ist hier insbesondere der Ehebruch. Würden wir die allgemeine Bedeutung des Wortes zugrunde legen, sollten wir bedenken, dass sowohl Mord als auch die Verschwendung des Vermögens einer Waise Schändlichkeiten sind, das Beigesellen von Partnern zu Gott jedoch die größte Schändlichkeit von allen ist. Daher passt es vielleicht besser zur allgemeinen Stoßrichtung der Sure, den Begriff „Unzucht“ in diesem Zusammenhang im engeren Sinne von Ehebruch zu verstehen. Dies erklärt auch, warum hier die Pluralform verwendet wird. Dem Verbrechen des Ehebruchs gehen gewöhnlich Handlungen und Umstände voraus, die ebenfalls schändlich sind. Zu eng anliegende, aufreizende Kleidung, zügelloses Verhalten, ungehemmtes Flirten mit dem anderen Geschlecht, schamloses Benehmen, Reden und Lachen, bewusste Verführung und das Zurschaustellen von Reizen sind alles Schändlichkeiten, die zur letzten, dem Ehebruch, führen. All dies kann offen zutage treten oder im Verborgenen bleiben.
Den Weg zu Gott aufrechterhalten
Maintaining The Path Leading To God
„Berühre das Vermögen einer Waise nicht, bevor sie volljährig wird, außer um es zu verbessern.“ (Vers 152) Jede Waise fühlt sich innerhalb der Gemeinschaft schwach, weil sie ihren Vater verloren hat, der sie gut erziehen und beschützen sollte. Ihre Schwäche legt der muslimischen Gemeinschaft daher eine Pflicht auf, auf der Grundlage des Prinzips der gegenseitigen sozialen Solidarität, das im islamischen Gesellschaftssystem zentral ist. Eine Waise befand sich in der vorislamischen arabischen Gesellschaft in völliger Verlorenheit. Die häufigen und vielfältigen Anweisungen des Qur'ān zur Fürsorge für Waisen sowie die strenge Warnung, die diesen Anweisungen gelegentlich hinzugefügt wird, vermitteln uns einen Eindruck davon, wie Waisen in der Gesellschaft früher schlecht behandelt wurden. Dies blieb so, bis Gott aus jener Gemeinschaft eine geehrte Waise auserwählte, um ihr die edelste aller Aufgaben anzuvertrauen. Er machte jene Waise, Muḥammad ﷺ, zum Überbringer Seiner letzten Botschaft an die Menschheit. Er machte auch die angemessene Fürsorge für Waisen zu einer der Handlungen, die der Islam empfiehlt, und gibt seinen Anhängern diese Weisung: „Berühre das Vermögen einer Waise nicht, bevor sie volljährig wird, außer um es zu verbessern.“ (Vers 152)
“Do not touch the property of an orphan before he comes of age, except to improve it.” (Verse 152) Every orphan feels weak within the community because he has lost his father who is supposed to bring him up well and protect him. His weakness, then, imposes a duty on the Muslim community, on the basis of the principle of mutual social solidarity which is central to the Islamic social system. An orphan used to find himself in total loss in pre-Islamic Arabian society. The frequent and varied Qur’ānic directives concerning the care that should be taken of orphans, and the stern warning occasionally added to these directives give us an impression of how orphans used to be badly treated in society. This continued to be the case until God selected an honoured orphan from that community to entrust him with the most noble task of all. He made that orphan, Muĥammad (peace be upon him), the bearer of His final message to mankind. He also made taking proper care of orphans one of the practices encouraged by Islam which gives its followers this kind of directive: “Do not touch the property of an orphan before he comes of age, except to improve it.” (Verse 152)
Daher darf jeder, der für eine Waise sorgt, das Vermögen dieser Waise nur auf eine Weise antasten, die dem Waisen mit Sicherheit einen guten Ertrag bringt. Er muss dieses Vermögen schützen und sich darum bemühen, es zu vermehren, bis die Waise volljährig wird und körperlich wie geistig in der Lage ist, ihr Vermögen in Empfang zu nehmen und es gut zu nutzen. So gewinnt die Gemeinschaft ein nützliches Mitglied hinzu, das seine vollen Rechte erhält.
Therefore, anyone who is looking after an orphan must not touch that orphan’s property except in a way which is certain to bring a good return to the orphan. He must protect that property and try to improve it until the orphan comes of age and becomes physically and mentally able to receive his property and make good use of it. Thus, the community adds to its ranks a useful member who obtains his full rights.