Al-Nisa (Die Wirklichkeit der Heuchelei) 135 - 147
Al-Nisa ( The Reality Of Hypocrisy ) 135 - 147
O ihr Gläubigen! Seid beständig in der Aufrechterhaltung der Gerechtigkeit und legt Zeugnis für Gott ab, selbst wenn es gegen euch selbst, eure Eltern oder Verwandten geht.
Believers! Be ever steadfast in upholding equity, bearing witness to the truth for the sake of God, even though it be against yourselves, or your parents and kin.
Ob die betreffende Person reich oder arm ist, Gottes Anspruch steht über dem Anspruch beider. Folgt daher nicht euren eigenen Neigungen, damit ihr nicht vom Recht abweicht. Wenn ihr [die Wahrheit] verdreht oder euch weigert, Gerechtigkeit zu üben, so wisst: Gott ist wahrlich über alles unterrichtet, was ihr tut. (135)
Whether the person concerned be rich or poor, God’s claim takes precedence over [the claims of] either of them. Do not, then, follow your own desires, lest you swerve from justice. If you distort [the truth] or decline to do justice, then [know that] God is indeed aware of all that you do. (135)
O Gläubige! Glaubt an Gott und an Seinen Gesandten und an das Buch, das Er über Seinen Gesandten herabgesandt hat, und an das Buch, das Er zuvor herabgesandt hat. Wer nicht an Gott, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten und den Jüngsten Tag glaubt, der ist gewiss weit vom rechten Weg abgekommen. (136)
Believers! Do believe in God and His Messenger, and in the Book which He has bestowed from on high upon His Messenger, and in the Book which He sent down in earlier times. Anyone who denies God, His angels, His revealed books, His messengers, and the Last Day has indeed gone far astray. (136)
Diejenigen, die zum Glauben kommen, dann den Glauben verwerfen, danach wieder zum Glauben kommen und abermals den Glauben verwerfen und sich danach in ihrem Unglauben verhärten, denen wird Gott nicht vergeben, noch wird Er sie auf irgendeine Weise rechtleiten. (137)
Those who come to believe, then reject faith, and again come to believe, and again reject the faith, and thereafter grow hardened in their disbelief, God will not forgive them, nor will He guide them in anyway. (137)
Verkünde den Heuchlern frohen Herzens, dass ihnen eine schmerzhafte Strafe bevorsteht. (138)
Happily announce to the hypocrites that grievous suffering awaits them. (138)
Sie sind diejenigen, die die Ungläubigen den Gläubigen als Verbündete vorziehen. Suchen sie bei ihnen etwa Ehre? Doch gewiss gehört alle Ehre Gott. (139)
They are those who take unbelievers for their allies in preference to believers. Is it honour they seek among them? Indeed all honour belongs to God. (139)
Er hat euch in diesem Buch bereits geboten: Wenn ihr hört, dass die Offenbarungen Gottes geleugnet und verspottet werden, dann setzt euch nicht mit ihnen zusammen, bis sie über ein anderes Thema sprechen. Andernfalls werdet ihr ihnen gleich sein. Gewiss, Gott wird die Heuchler und die Ungläubigen allesamt in der Hölle versammeln. (140)
Already has He enjoined upon you in this Book that whenever you hear people deny the truth of God’s revelations and mock at them, you shall avoid their company until they talk on some other theme; or else, you will indeed become like them. Indeed, God will gather both the hypocrites and the unbelievers together in hell. (140)
[Die Heuchler sind es,] die abwarten und beobachten, was euch widerfährt: Wenn euch von Gott ein Sieg zuteilwird, sagen sie: „Waren wir nicht auf eurer Seite?“ Wenn aber den Ungläubigen ein Erfolg zufällt, sagen sie zu ihnen: „Haben wir uns nicht eure Zuneigung verdient, indem wir euch gegen jene Gläubigen verteidigt haben?“ Gott ist es, der am Tag der Auferstehung zwischen euch allen richten wird. Niemals wird Gott den Ungläubigen einen Weg [zu einem vollständigen Sieg] über die Gläubigen gestatten. (141)
[Hypocrites are] those who wait and watch what happens to you: if triumph comes to you from God, they say: “Were we not on your side?” But if the unbelievers gain a success, they say [to them]: “Have we not earned your affection by defending you against those believers?” It is God who will judge between you all on the Day of Resurrection. Never will God allow the unbelievers a way [to win a complete triumph] over the believers. (141)
Die Heuchler suchen Gott zu täuschen, während Er es ist, der sie [durch sich selbst] täuschen lässt. Wenn sie sich zum Gebet erheben, erheben sie sich nur widerwillig, bloß um von den Menschen gesehen zu werden, und gedenken Gottes nur selten. (142)
The hypocrites seek to deceive God, the while it is He who causes them to be deceived [by themselves]. When they rise to pray, they rise reluctantly, only to be seen by people, remembering God but seldom, (142)
Zwischen diesem und jenem schwankend, [wahrhaftig] weder zu diesen noch zu jenen gehörend. Für den, den Gott irreleitet, wirst du niemals einen Weg finden. (143)
wavering between this and that, [true] neither to these nor to those. For him whom God lets go astray you can never find any way. (143)
Gläubige! Nehmt nicht die Ungläubigen zu Verbündeten statt der Gläubigen. Wollt ihr Gott einen klaren Beweis gegen euch selbst liefern? (144)
Believers! Do not take the unbelievers for your allies in preference to the believers. Do you want to place before God a manifest proof against yourselves? (144)
Die Heuchler werden in der untersten Tiefe des Feuers sein, und du wirst niemanden finden, der ihnen beistehen könnte. (145)
The hypocrites will be in the lowest depth of the fire, and you will find none who can give them support. (145)
Ausgenommen sind jedoch diejenigen, die umkehren, rechtschaffen handeln, sich an Gott festhalten und ihren Glauben an Gott aufrichtiger leben. Diese werden bei den Gläubigen sein. Und Gott wird den Gläubigen zu gegebener Zeit einen herrlichen Lohn gewähren. (146)
Excepted shall be those who repent, live righteously, hold fast to God, and are more sincere in their faith in God. These shall be with the believers. God will in time grant a splendid reward for the believers. (146)
Was könnte Gott durch eure Bestrafung gewinnen, wenn ihr dankbar seid und glaubt? Gott ist stets dankbar vergeltend, Allwissend. (147)
What can God gain by your punishment, if you are grateful and you believe? God is always responsive to gratitude, All- Knowing. (147)
Überblick
Overview
Dieser Abschnitt stellt einen weiteren Baustein im Prozess der Erziehung der muslimischen Gemeinschaft dar, damit sie den Rang erreicht, den Gott ihr zugedacht hat. Er selbst beschreibt sie als „die beste Gemeinschaft, die je für die Menschheit hervorgebracht wurde“. Zugleich ist dies Teil der beständigen Linie des Handelns, die darauf abzielt, die menschliche Seele zu erziehen und sie von jeder Abweichung und jedem Irrtum zu heilen. Es ist eine Linie, die von Gott bestimmt ist, dem Schöpfer der menschlichen Seele, der ihre Komplexität, ihre Natur, ihre Wünsche, ihre Bestrebungen, ihre Fähigkeit und ihr Potenzial kennt.
This passage provides another module in the process of the Muslim community’s education to achieve the status God has assigned to it. He, Himself, describes it as “the best community ever raised for mankind.” At the same time, it is part of the consistent line of action aiming to educate the human soul and cure it of all deviation and error. It is a line determined by God, the Creator of the human soul who knows its complexity, nature, desires, aspirations, ability and potential.
Dieses Modul beschreibt den grundlegenden Erziehungsprozess, der für alle Generationen gilt und der darauf abzielt, Menschen von dem Stand, in dem sie sich gerade befinden, zu den Höhen zu erheben, die der Islam für die Menschheit anstrebt. Zugleich vermittelt es uns ein Bild von der damaligen Lage der ersten muslimischen Gemeinschaft, an die sich der Qur’ān richtete. Es zeichnet ein wahrheitsgetreues Bild dieser Gemeinschaft mit all ihren menschlichen Aspekten, einschließlich ihrer Stärken und Schwächen, der Spuren ihrer vergangenen Zeit der Unwissenheit und ihrer instinktiven Gefühle. Es zeigt die islamische Methode, die menschliche Seele zu behandeln und zu stärken und sie zu ermutigen, an der Wahrheit des Islam festzuhalten, mit all der harten Arbeit und dem Opfer, das dies mit sich bringt.
This module outlines the basic education process which applies to all generations, and which aims to elevate people from whatever standard they may be at to the heights Islam wants mankind to achieve. At the same time, it gives us a picture of the prevailing situation of the first Muslim community addressed by the Qur’ān. It gives a true image of that community with all its human aspects, including its strengths and weaknesses, traces of their past days of ignorance and their instinctive feelings. It shows the Islamic method of treating and strengthening the human soul, and encouraging it to stick to the truth of Islam, with all that involves of hard work and sacrifice.
Die Passage beginnt mit einer Ansprache an die muslimische Gemeinschaft, ihre Pflichten zu erfüllen, die sich aus ihrer Rolle ergeben. Das bedeutet, absolute Gerechtigkeit zu wahren, einen idealen Maßstab, der in der Geschichte bisher nur durch diese muslimische Gemeinschaft erreicht wurde. Es ist ein Gerechtigkeitsmaßstab, der verlangt, dass die Gemeinschaft unmittelbar mit Gott umgeht und jede Regung, jedes Vorurteil oder Interesse außer Acht lässt, einschließlich dessen, was oft als Gemeinschafts- oder Nationalinteressen bezeichnet wird. Ihr einziges Ziel ist es, den gottesfürchtigen Weg aufrechtzuerhalten, der zum Erwerb Seines Wohlgefallens führt. Es ist die Art von Gerechtigkeit, deren Beispiel die Sure bereits im Fall des zu Unrecht beschuldigten Juden in Kapitel 10 gegeben hatte.
Gerechtigkeit in allen Lebenslagen
Justice In All Situations
Gläubige! Haltet stets standhaft an der Gerechtigkeit fest und legt Zeugnis für die Wahrheit ab um Gottes willen, auch wenn es gegen euch selbst geht oder gegen eure Eltern und Verwandten. Ob die betreffende Person reich oder arm ist: Gottes Anspruch hat Vorrang vor [den Ansprüchen] beider. Folgt also nicht euren eigenen Begierden, damit ihr nicht von der Gerechtigkeit abweicht. Wenn ihr [die Wahrheit] verdreht oder euch weigert, Gerechtigkeit zu üben, so [wisst], dass Gott tatsächlich über alles wohlinformiert ist, was ihr tut. (Vers 135)
Believers! Be ever steadfast in upholding equity, bearing witness to the truth for the sake of God, even though it be against yourselves, or your parents and kin. Whether the person concerned be rich or poor, God’s claim takes precedence over [the claims of] either of them. Do not, then, follow your own desires, lest you swerve from justice. If you distort [the truth] or decline to do justice, then [know that] God is indeed aware of all that you do. (Verse 135)
Dies ist eine Anrede an die Gläubigen, die sich auf ihren neuen und einzigartigen Status bezieht, der eine wahre Wiedergeburt ihrer Gemeinschaft gewährleistet. Tatsächlich haben sie eine Wiedergeburt der Seelen, Prinzipien, Konzepte und Ziele erfahren. Ihnen wurde ein neues Vertrauen geschenkt und eine neue Aufgabe übertragen, die sie zu Führern der Menschheit macht und von ihnen verlangt, unter allen Menschen Gerechtigkeit zu wahren. Daher ist es von besonderer Bedeutung, sie gerade in ihrer Eigenschaft als Gläubige anzusprechen. Eben weil sie Gläubige sind, werden sie darauf vorbereitet, die Pflichten zu erfüllen, die diesem größten aller Vertrauen entsprechen.
This is an address to the believers, using their new and unique status which ensures a true rebirth of their community. Indeed, they have enjoyed a rebirth of souls, principles, concepts and goals. They have been given a new trust and assigned a new task which places them as mankind’s leaders and requires them to maintain justice among all people. Hence, addressing them by the very fact of their being believers is of special importance. It is because they are believers that they are being prepared to fulfil the duties commensurate with this greatest of trusts.
Hier sehen wir die weise Methode des Qur'ān bei der Erziehung der muslimischen Gemeinschaft in voller Wirkung, die die Angesprochenen auf ihre schwierigen Pflichten vorbereitet: „Seid stets standhaft darin, Gerechtigkeit zu üben, und legt Zeugnis für die Wahrheit ab um Gottes willen, auch wenn es gegen euch selbst geht oder gegen Eltern und Verwandte. Ob die betreffende Person reich oder arm ist, Gottes Anspruch hat Vorrang vor [den Ansprüchen] beider.“ (Vers 135) Das Vertrauen, das ihnen übertragen wurde, besteht darin, Gerechtigkeit in ihrem absoluten Sinn in jeder Lage aufrechtzuerhalten. Es ist jene Fairness, die Aggression und Unterdrückung überall auf der Erde verhindert. Sie garantiert Gerechtigkeit zwischen den Menschen und gibt jedem, ob Muslim oder Nicht-Muslim, seine Rechte. In ihrem Anspruch auf Gerechtigkeit sind alle Menschen, Gläubige wie Ungläubige, vor Gott gleich, wie wir es im Vorfall mit dem jüdischen Mann in Madinah gesehen haben.
Ein Aufruf an die Gläubigen, zu glauben
A Call To Believers To Believe
„Gläubige! Glaubt an Gott und an Seinen Gesandten und an das Buch, das Er über Seinem Gesandten herabgesandt hat, und an das Buch, das Er früher herabgesandt hat."
“Believers! Do believe in God and His Messenger, and in the Book which He has bestowed from on high upon His Messenger, and in the Book which He sent down in earlier times.
„Wer Gott, Seine Engel, Seine offenbarten Bücher, Seine Gesandten und den Jüngsten Tag leugnet, der ist tatsächlich weit vom rechten Weg abgeirrt.“ (Vers 136) Dies ist die zweite Ansprache in diesem Abschnitt an die Gläubigen, in der ihre Aufgaben und Pflichten dargelegt werden, und zwar in ihrer Eigenschaft, die sie von allen anderen um sie herum unterscheidet. Sie stellt außerdem eine Verbindung für sie zu der Quelle her, aus der sie Kraft schöpfen und Hilfe empfangen, um ihre Aufgaben zu erfüllen.
Anyone who denies God, His angels, His revealed books, His messengers, and the Last Day has indeed gone far astray.” (Verse 136) This is the second address made in this passage to the believers, outlining their roles and duties, and in their capacity which distinguishes them from all those around them. It also provides a link for them with the source from which they derive strength and receive help in fulfilling their tasks.
„Gläubige! Glaubt an Gott und an Seinen Gesandten und an das Buch, das Er über Seinen Gesandten von oben herab offenbart hat, und an das Buch, das Er in früheren Zeiten herabgesandt hat.“ (Vers 136) Dies ist eine Darlegung der Einzelheiten, an die die Gläubigen glauben müssen. Damit formuliert er das grundlegende islamische Glaubensverständnis. Er verlangt zunächst den Glauben an Gott und Seinen Gesandten. Er stiftet eine Verbindung zwischen den Gläubigen und ihrem Herrn, der sie erschaffen und ihnen jemanden gesandt hat, der sie zu Ihm leitet. Dies ist der Prophet Muḥammad ﷺ. Er schließt auch den Glauben an seine Botschaft ein und die Annahme alles dessen, was er uns als Teil der göttlichen Botschaft überbringt.
“Believers! Do believe in God and His Messenger, and in the Book which He has bestowed from on high upon His Messenger, and in the Book which He sent down in earlier times.” (Verse 136) This is an outline of the details in which the believers must believe. Thus, it formulates the basic Islamic concept of faith. It requires first a belief in God and His Messenger. It provides a bond between the believers and their Lord who created them and sent them someone to guide them to Him. This being the Prophet Muĥammad (peace be upon him). It also includes belief in his message and accepting all that he conveys to us as part of the Divine message.
Dieses Glaubenskonzept verlangt außerdem den Glauben an das Buch, das Gott seinem Gesandten offenbart hat. Es zeigt den Muslimen deutlich das Lebenssystem, das Gott für sie gewählt hat, und alle Einzelheiten davon sind in diesem Buch enthalten. Es verlangt auch seine vollständige Umsetzung, da es aus derselben Quelle stammt und denselben Linien folgt. Es ist nicht möglich, einen Teil davon als eher annehmenswert oder eher umzusetzen einzustufen. Es ist alles eins.
Schwanken zwischen Glauben und Unglauben
Vacillation Between Belief And Disbelief
Nach dieser doppelten Anrede an die Gläubigen beginnt die Sure ihren harten Feldzug gegen die Heuchelei und die Heuchler, und zwar mit der Beschreibung eines bestimmten Zustands, der damals bei ihnen herrschte. Sie beschreibt die Haltung mancher von ihnen, die der Haltung der Ungläubigen am nächsten kommt: „Jene, die zum Glauben finden, dann den Glauben verwerfen, wieder zum Glauben finden und abermals den Glauben verwerfen und danach in ihrem Unglauben verharten, denen wird Gott nicht vergeben, und Er wird sie auf keinerlei Weise rechtleiten“ (Vers 137).
After this double address to the believers, the sūrah begins its hard campaign against hypocrisy and the hypocrites, starting with a description of a certain condition pertaining to them at the time. It describes the attitude of some of them, which is nearest the attitude of disbelievers: “Those who come to believe, then reject faith, and again come to believe, and again reject the faith, and thereafter grow hardened in their disbelief God will not forgive them, nor will He guide them in any way” (Verse 137)
Wenn der Glaube an Gott auf den Unglauben folgt, wird dieser frühere Zustand durch den späteren ausgelöscht, und dem Betreffenden wird alles vergeben, was er vor seiner Annahme des Glaubens getan hat. Es ist verständlich, dass jemand, der das Licht nie gesehen hat, tiefer in die Finsternis versinken kann. Doch nach dem Glauben, nachdem man ihn kennengelernt und angenommen hat, wieder zum Unglauben zurückzukehren, und das immer wieder, ist die schwerwiegendste aller Sünden. Sie lässt sich auf keinerlei Weise rechtfertigen oder vergeben. Der Unglaube ist ein dichter Vorhang. Wird er fallengelassen, knüpft die Natur wieder ihre Verbindung zum Schöpfer. Der Verlorene kehrt zu seiner Gemeinschaft zurück, die Pflanze wird aufs Neue bewässert, und die Seele erfährt einen süßen Geschmack, den sie nie vergisst, nämlich die Süße des Glaubens. Daher handeln jene, die nach dem Erfahren des Glaubens immer wieder zum Unglauben zurückkehren, bewusst gegen ihre eigene Natur. Aus freier Entscheidung ziehen sie es vor, tief in den Irrtum zu gehen. Deshalb ist es nur gerecht, dass Gott ihnen niemals vergibt und ihnen keine Rechtleitung gewährt. Sie sind es, die den Weg kannten und ihn gegangen sind, sich dann aber entschieden haben, irregeleitet zu werden, und nach dem Sehen des Lichts die Finsternis gewählt haben.
When belief in God is preceded by disbelief, this earlier state is erased by the latter one and the person concerned is forgiven whatever he did prior to his acceptance of faith. It is understandable though that one who has never seen the light can sink further into the darkness. But to disbelieve after having known faith and accepted it, and to do it time and time again, is the most cardinal of sins. It cannot be justified or forgiven on any account. Disbelief is a thick curtain. When it is dropped, nature establishes its links with the Creator. The lost one is returned to the party, the plant is watered anew and the soul experiences a sweet taste that it never forgets; that is, the sweetness of faith. Hence, those who revert to disbelief, time and again, after having experienced faith are in deliberate defiance of their nature. By choice, they prefer to go deep into error. Hence, it is only fair that God should never forgive them or provide them with any guidance. It is they who, having known the way and travelled along it, decided to be misguided, choosing darkness after having seen the light.
Wahre Hingabe, wahre Freiheit
True Submission, True Freedom
Die Kampagne beginnt mit deutlichem Hohn, der sich darin zeigt, dass eine Formulierung verwendet wird, die eine freudige Nachricht ankündigt statt einer Warnung, und darin, dass schwere Qual als etwas betrachtet wird, das man begrüßen sollte, wie eine sehr erfreuliche Neuigkeit. Anschließend werden die Gründe dargelegt, die eine solche schwere Qual herbeiführen. Dazu gehören ihre enge Freundschaft mit den Ungläubigen statt mit den Gläubigen, ihr verwerflicher Gedanke über Gott und ihre irregeleitete Vorstellung von der Quelle der Ehre: „Verkünde den Heuchlern frohe Botschaft, dass ihnen eine schmerzhafte Strafe bevorsteht. Sie sind es, die sich die Ungläubigen statt der Gläubigen zu Verbündeten nehmen. Suchen sie etwa Ehre bei ihnen? Doch die gesamte Ehre gehört Gott.“ (Verse 138–139)
The campaign begins with clear derision, which appears by using a phrase indicating a happy announcement instead of a warning, and in considering grievous suffering something to welcome like a very happy piece of news. The reasons that bring about such grievous suffering are then outlined. These are their close friendship with the non-believers in preference to the believers, their foul thinking of God and their misguided concept of the source of honour: “Happily announce to the hypocrites that grievous suffering awaits them. They are those who take unbelievers for their allies in preference to believers. Is it honour they seek among them? Indeed all honour belongs to God.” (Verses 138-139)
Die hier erwähnten Ungläubigen sind höchstwahrscheinlich die Juden, mit denen sich die Heuchler angefreundet hatten und mit denen sie gemeinsam allerlei böse Ränke gegen die Gläubigen schmiedeten. Gott, der Allmächtige, fragt missbilligend, warum sie Ungläubige zu ihren Verbündeten machen, obwohl sie sich zum Glauben bekennen? Warum bringen sie sich in eine so unhaltbare Lage? Suchen sie etwa Ehre und Macht bei den Ungläubigen? Alle Ehre gehört allein Gott. Niemand wird etwas davon erlangen, es sei denn, er sucht sie bei Ihm und strebt nach Seinem Schutz.
The unbelievers mentioned here are, most probably, the Jews whom the hypocrites had befriended, and together they plotted all types of evil schemes against the believers. God Almighty asks disapprovingly why they take unbelievers for their allies when they profess to be believers? Why do they place themselves in such an untenable situation? Do they seek to receive honour and power from the unbelievers? All honour is the property of God alone. No one will get any of it unless he seeks it from Him and aspires to His protection.
Somit legt der erste Punkt das Wesen der Heuchler und ihr erstes Merkmal offen, nämlich ihr Bündnis mit den Ungläubigen anstelle der Gläubigen. Er zeigt außerdem, dass sie das Kräfteverhältnis nicht verstehen. Die Ungläubigen besitzen keine Ehre oder Macht, die sie anderen verleihen könnten, wie die Heuchler glauben. Er erklärt, dass alle Ehre Gott gehört und allein von Ihm erbeten werden soll.
Verspotten der Worte Gottes
Ridiculing God’s Words
Der erste Grad der Heuchelei besteht darin, dass ein Gläubiger unter Menschen sitzt und schweigt, wenn er hört, wie Offenbarungen Gottes geleugnet und verspottet werden. Er mag das Toleranz, Schläue, Weitherzigkeit, die Anerkennung der Gedankenfreiheit oder sonst etwas nennen! In Wahrheit ist es nichts anderes als Defätismus, der in ihm wirkt. Zunächst mag er sich selbst etwas vormachen, weil er sich schämt, seine demütigende Schwäche einzugestehen.
The first degree of hypocrisy is when a believer sits with other people and keeps quiet when he hears God’s revelations being denied and ridiculed. He may call that tolerance, or cunning, or broad-mindedness, or acceptance of freedom of thought, or whatever! In fact it is nothing but defeatism working within him. At first he may delude himself, ashamed to acknowledge his humiliating weakness.
Für den Glauben an Gott und Seine Offenbarung einzustehen und sie zu verteidigen, ist das Kennzeichen des wahren Glaubens. Wenn diese Bereitschaft nachlässt, bricht alles andere zusammen und wird hinweggefegt.
Standing up to defend God’s faith and revelation is the mark of true faith. When the willingness to do that weakens, everything else collapses and gets swept away.
Dieser Zorn um Gottes willen wird zunächst bewusst unterdrückt, doch dann schwächt er sich ab und erlischt allmählich. Ein Mensch, der hört, wie andere seinen Glauben verspotten, hat die Wahl: entweder seinen Glauben zu verteidigen oder den Ort sofort zu verlassen. Sich hinzusetzen, wegzusehen und zu schweigen, ist die erste Stufe der Niederlage. Dies ist in der Tat die Brücke der Heuchelei, die einen Menschen vom Glauben zum Unglauben trägt.
That anger for God’s sake is deliberately suppressed at first, but then it weakens and dies away. A person who hears his faith being ridiculed by others has the choice to either stand up in defence of his faith or leave that place altogether. To sit down, turn a blind eye and keep quiet is the first stage of defeat. This is, indeed, the bridge of hypocrisy which carries a person from faith to disbelief.
Einige Muslime in Madinah besuchten die Versammlungen einflussreicher Heuchler. Der Qur’ān warnt jene Gläubigen davor, dass der Besuch solcher Versammlungen und das Schweigen dabei das erste Anzeichen von Defätismus ist. Der Qur’ān wollte den Muslimen diese Bühne ersparen, doch die herrschenden Umstände erlaubten nicht, ihnen sofort zu befehlen, alle diese Versammlungen zu meiden. Daher wurden sie angewiesen, sie zu meiden, sobald sie hörten, dass Gottes Offenbarungen geleugnet und verspottet wurden.
Some Muslims in Madinah attended the gatherings of influential hypocrites. The Qur’ān alerts those believers to the fact that attending such gatherings and keeping quiet therein is the first sign of defeatism. The Qur’ān wanted to spare the Muslims that stage, but the prevailing circumstances did not allow that they should be ordered to boycott all these gatherings immediately. Hence, they were ordered to boycott them when they heard God’s revelations being denied and ridiculed.
Merkmale der Heuchler
Characteristics Of The Hypocrites
Die Sure geht dazu über, die besonderen Merkmale der Heuchler zu beschreiben, und zeichnet ein abstoßendes Bild von ihnen: Sie zeigen ein Gesicht, wenn sie den Muslimen begegnen, und wechseln es völlig, sobald sie mit den Ungläubigen zusammen sind. Sie versuchen, den Stock von der Mitte her zu halten, und wechseln den Standpunkt wie heimtückische Schlangen und widerwärtige Würmer.
The sūrah moves on to describe the distinctive features of the hypocrites, painting a revolting image of them as they take one appearance when they meet the Muslims and change it completely when they are with the non-believers. They try to hold the stick from the middle, shifting ground like stealthy snakes and horrid worms:
„[Die Heuchler sind es,] die abwarten und beobachten, was mit euch geschieht: Wenn euch ein Sieg von Gott zuteilwird, sagen sie: „Waren wir nicht auf eurer Seite?“ Doch wenn den Ungläubigen ein Erfolg zufällt, sagen sie zu ihnen: „Haben wir uns nicht eure Zuneigung verdient, indem wir euch gegen diese Gläubigen verteidigt haben?“ Gott wird am Tag der Auferstehung zwischen euch allen richten. Niemals wird Gott den Ungläubigen einen Weg [zu einem vollständigen Sieg] über die Gläubigen erlauben.“ (Vers 141)
“[Hypocrites are] those who wait and watch what happens to you: if triumph comes to you from God, they say: “Were we not on your side?” But if the unbelievers gain a success, they say [to them]: “Have we not earned your affection by defending you against those believers?” It is God who will judge between you all on the Day of Resurrection. Never will God allow the unbelievers a way [to win a complete triumph] over the believers.” (Verse 141)
Das Bild, das hier gezeichnet wird, ist sehr hässlich: Zuerst zeigt es den Hass, den die Heuchler gegen die muslimische Gemeinschaft hegen, und dass sie stets auf der Lauer liegen, um eine Gelegenheit zu finden, bei der sie den Muslimen schaden können. Gleichzeitig geben sie sich sehr freundlich gegenüber den Muslimen, besonders dann, wenn diese siegreich sind. Sie stellen sogar die rhetorische Frage: „Waren wir nicht auf eurer Seite?“ Gemeint ist, dass sie in der Schlacht bei ihnen waren. Tatsächlich zogen sie manchmal mit dem muslimischen Heer aus, um die Entschlossenheit der Kämpfer zu schwächen und Zwietracht in deren Reihen zu säen. Oder sie meinen einfach, dass sie ihnen seelischen Beistand gaben und ihnen im Hinterland die dringend benötigte Unterstützung zukommen ließen. „Wenn aber die Ungläubigen einen Erfolg erringen, sagen sie [zu ihnen]: ‚Haben wir uns nicht eure Zuneigung verdient, indem wir euch gegen jene Gläubigen verteidigt haben?‘“ {Sure an-Nisa, Vers 141} Damit meinen sie, dass sie den Ungläubigen aktive Unterstützung gaben, indem sie deren Rücken gut abdeckten, und zugleich versuchten, die muslimische Front zu schwächen. So wechseln sie ihre Position wie Schlangen. In ihrem Herzen ist Gift, und auf ihren Zungen liegt Heuchelei. Dennoch sind sie schwach, und sie bieten ein abstoßendes Bild, das jeden wahren Gläubigen mit Ekel erfüllt. Ein solches Porträt zeigt eine der Methoden, derer sich der Qur'an bedient, um die Gläubigen zu erziehen.
15 Obwohl dieser Vers in einer späteren Sure des Qurʾān steht, wurde er früher offenbart. Sure 6 wurde in Makkah offenbart, mehrere Jahre vor der Offenbarung von Sure 4, die Gegenstand dieses Bandes ist. Wir werden, so Gott will, Sure 6 in Band V behandeln.
15 Although this verse occurs in a later sūrah in the Qur'ān, it was revealed earlier. Sūrah 6 was revealed in Makkah, several years before the revelation of Sūrah 4, which is the subject matter of this volume. We will tackle Sūrah 6 in Volume V, God willing.
Ein Versprechen, das niemals versagt
A Promise That Will Never Fail
Es ist vielleicht genauer, die Aussage so zu verstehen, dass sie sowohl auf dieses Leben als auch auf das Jenseits zutrifft, da sie nichts enthält, was ihre Anwendung in die eine oder andere Richtung einschränkt. Was das Jenseits betrifft, so bedarf die Frage keiner neuen Betonung.
It is perhaps more accurate to read the statement as applicable to both this life and the life to come, because it includes nothing to limit its application one way or the other. As for the life to come, the question does not need any new emphasis.
Doch in diesem Leben können die äußeren Umstände darauf hindeuten, dass dies nicht der Fall ist. Dabei handelt es sich jedoch um trügerische Erscheinungen, die sorgfältig geprüft werden müssen. Die Aussage enthält eine eindeutige Verheißung und eine klare, dauerhafte Regel: Wenn die Wahrheit des Glaubens fest in den Herzen der Gläubigen verankert ist, sodass sie zu ihrer Lebensweise und zu ihrer Staatsordnung wird, und wenn sie sich in ihrem Einsatz für die Sache Gottes in jeder Hinsicht zeigt, und wenn sie ihre Gottesverehrung in allen Angelegenheiten, großen wie kleinen, allein an Gott richten, dann wird Gott nicht zulassen, dass die Ungläubigen einen Sieg über sie erringen. Dies ist eine Tatsache, die in der islamischen Geschichte zu keiner Zeit gebrochen worden ist.
However, in this life, appearances may indicate that this is not the case. But these are deceptive appearances which need to be carefully examined. The statement provides a definite promise and a clear, permanent ruling: whenever the truth of faith is firmly established in believers’ hearts so as to become their way of life, system of government, and when it manifests itself in their dedication to God’s cause in all respects, and when they address their worship to God in all matters, large and small, then God will not allow the unbelievers to score a triumph over them. This is a fact that has never been breached on any occasion in Islamic history.
Voller Überzeugung von der Wahrheit der Verheißung Gottes erkläre ich, dass die Gläubigen in ihrer langen Geschichte niemals in einer Schlacht besiegt wurden und auch in Zukunft nicht besiegt werden, es sei denn, es gibt einen Mangel in ihrem Glauben. Dieser könnte im Denken oder im Handeln liegen. Zum wahren Glauben gehört es, sorgfältige Vorkehrungen zu treffen und sich gründlich darauf vorzubereiten, sich so sehr einzusetzen, wie es nötig ist, für die Sache Gottes und unter Seinem Banner, mit völliger Hingabe.
Absolutely confident of the truth of God’s promise, I state that the believers were never defeated in any engagement in their long history, and will never be defeated in the future, unless there is a flaw in their faith. This could be in thought or action. Part of true faith is to take careful precautions and to ensure proper preparedness to strive as hard as need be for God’s cause and under His banner, with complete dedication.
Wen täuschen sie?
Whom Do They Deceive?
Die Sure geht dazu über, ein weiteres hässliches Bild der Heuchler zu zeichnen, und führt weitere Tatsachen an, die zeigen, dass ihre Pläne hohl sind. Sie wiederholt die Warnungen Gottes an sie: „Die Heuchler wollen Gott täuschen, doch Er ist es, der sie täuscht [durch sich selbst]. Wenn sie sich zum Gebet erheben, erheben sie sich widerwillig, nur um von den Menschen gesehen zu werden, und gedenken Gottes nur selten, schwankend zwischen diesem und jenem, [wahrhaftig] weder zu diesen noch zu jenen gehörend. Wen Gott irregehen lässt, für den wirst du nie einen Weg finden.“ (Verse 142-143)
The sūrah moves on to paint another ugly picture of the hypocrites, adding further facts that show their designs to be hollow. It reiterates God’s warnings to them: “The hypocrites seek to deceive God, the while it is He who causes them to be deceived [by themselves]. When they rise to pray, they rise reluctantly, only to be seen by people, remembering God but seldom, wavering between this and that, [true] neither to these nor to those. For him whom God lets go astray you can never find any way.” (Verses 142-143)
Diese Verse berühren erneut gläubige Herzen, die gewiss Abscheu gegenüber Menschen empfinden werden, die versuchen, Gott zu täuschen. Ein Gläubiger weiß, dass Gott, erhaben ist Er in Seiner Herrlichkeit, nicht getäuscht werden kann. Wie sollte das auch möglich sein, da Er die innersten Geheimnisse der Herzen der Menschen kennt und das, was noch tiefer verborgen ist.
These verses again touch believing hearts, which will undoubtedly feel disgust with people who try to deceive God. A believer knows that God, limitless is He in His glory, cannot be deceived. How could that be possible when He knows the innermost secrets of people’s hearts and what is even more deeply concealed.
Gläubige erkennen, dass ein Mensch, der versucht, Gott zu täuschen, ein großes Maß an Bosheit, Unwissenheit und Naivität in sich tragen muss. Daher empfinden sie Abscheu vor solchen Menschen und blicken verächtlich auf sie herab.
Believers realise that a person who tries to deceive God must have within him a great measure of evil, ignorance and naivety. Hence, they are disgusted with such people and look upon them with contempt.
Die Sure stellt fest, dass sie zwar versuchen, Gott zu täuschen, dass aber in Wahrheit Er es ist, der sie täuschen lässt. Er erlaubt ihnen einfach, auf ihrem irrenden Weg weiterzuziehen, ohne sie durch ein Unglück zu warnen, das ihnen die Augen öffnet. Er lässt sie weitergehen, bis sie in den Abgrund stürzen, dem sie entgegenstreben. Unglücke und Prüfungen können oft ein Akt der Barmherzigkeit sein, denn sie halten Menschen davon ab, sich weiter im Irrtum zu verstricken, oder sie machen sie auf das aufmerksam, was sie übersehen haben. Gunstbezeugungen und Wohlstand können auch eine Versuchung für jene sein, die in der Sünde verhärtet sind. Infolgedessen bleiben sie ohne einen Schock, der sie aufweckt zu den Wirklichkeiten, die sie vergessen haben. Sie fahren in ihrem sündhaften Treiben fort, bis sie ihr übelstes Ziel erreichen.
Reue öffnet den Weg
Repentance Opens The Way
Zu diesem Zeitpunkt, an dem die Verachtung gegenüber den Heuchlern am stärksten ist und das Gefühl der Gläubigen von der Schwäche der Heuchler am größten ist, werden die Gläubigen davor gewarnt, denselben Weg wie die Heuchler einzuschlagen. Wie wir erklärt haben, besteht der Weg, dem die Heuchler folgen, darin, die Ungläubigen den Gläubigen vorzuziehen und sie zu ihren Verbündeten zu machen.
At this point when contempt of the hypocrites is at its strongest and believers’ feelings of the hypocrites’ weakness is at its highest, the believers are warned against taking the same way as the hypocrites. As we have explained, the way the hypocrites follow is that of taking the unbelievers for their allies in preference to the believers.
Sie werden vor der Strafe Gottes gewarnt und ihnen wird das Schicksal der Heuchler im Jenseits gezeigt, das zugleich furchterregend und demütigend ist. Ihr Gläubigen! Nehmt die Ungläubigen nicht zu Verbündeten anstelle der Gläubigen. Wollt ihr Gott einen deutlichen Beweis gegen euch selbst liefern? Die Heuchler werden in der tiefsten Tiefe des Feuers sein, und du wirst niemanden finden, der ihnen beistehen kann.
They are warned against God’s punishment, and shown the destiny of the hypocrites in the hereafter, which is both fearful and humiliating. Believers! Do not take the unbelievers for your allies in preference to the believers. Do you want to place before God a manifest proof against yourselves? The hypocrites will be in the lowest depth of the fire, and you will find none who can give them support.
Ausgenommen sind jene, die bereuen, rechtschaffen handeln, sich an Gott festhalten und ihren Glauben an Gott aufrichtiger leben. Diese werden bei den Gläubigen sein. Gott wird den Gläubigen zu gegebener Zeit einen großartigen Lohn gewähren. (Verse 144-146)
Excepted shall be those who repent, live righteously, hold fast to God, and are more sincere in their faith in God. These shall be with the believers. God will in time grant a splendid reward for the believers. (Verses 144-146)
Die Sure spricht die Gläubigen erneut mit der Eigenschaft an, die sie von allen anderen Menschen unterscheidet und die ihr System, ihre Methode und ihre Handlungsweisen kennzeichnet. Es ist die Eigenschaft des Glaubens, die sie empfänglich macht und dazu bringt, den Geboten Gottes zu gehorchen. Als Gläubige werden sie davor gewarnt, den Wegen der Heuchler zu folgen, und davor, die Ungläubigen zu Verbündeten zu nehmen. In der damaligen muslimischen Gemeinschaft muss es für eine solche Ansprache einen Bedarf gegeben haben. Beziehungen bestanden noch zwischen manchen Muslimen und den Juden in Madinah oder zwischen manchen Muslimen und ihren heidnischen Verwandten in Makkah, auch wenn es sich dabei nur um Gefühle der Verbundenheit handeln mochte. Wir sagen, dass dies bei manchen Muslimen der Fall war, weil es andere gab, die alle Beziehungen zu den Ungläubigen abbrachen, auch zu ihren Eltern und Kindern. Diese befolgten die Anweisungen Gottes und machten den Glauben zur einzigen Bindung in sozialen und familiären Beziehungen.
Die Notwendigkeit der Bestrafung
What Need For Punishment
Schließlich haben wir einen bemerkenswerten, inspirierenden und zutiefst wirkungsvollen Gedanken. Er folgt auf die Erwähnung schrecklicher Strafe und großartiger, herrlicher Belohnung und soll den Menschen bewusst machen, dass Gott es nicht nötig hat, jemanden zu bestrafen. Alle Herrlichkeit sei Ihm. Er verfolgt keine eigennützigen Ziele, und Er trägt niemandem etwas nach. Er braucht auch nicht, Seine Macht und Autorität auf diese Weise zu demonstrieren. Er hat kein eigennütziges Interesse daran, Menschen zu quälen. Solche Behauptungen findet man nur in heidnischen Legenden: Es sind die Menschen selbst, die allen Nutzen empfangen, wenn sie glauben und ihre Dankbarkeit gegenüber Gott zeigen. Daher werden ihnen die guten Aussichten gezeigt, die sie ermutigen sollen zu glauben und dankbar zu sein. Denn Gott kennt die inneren Gedanken eines jeden und antwortet stets auf gute Taten: „Was könnte Gott gewinnen, wenn Er euch straft, falls ihr dankbar seid und glaubt? Gott ist stets erkenntlich für Dankbarkeit, Allwissend.“ (Vers 147)
Finally, we have a remarkable, inspiring and profoundly effective touch. It comes after mentioning terrible punishment and great, splendid reward, in order to make people realise that God has no need to punish anyone. All glory be to Him. He has no axe to grind and He bears no one any grudge. Nor does He need to demonstrate His power and authority in this way. He has no self- interest in inflicting torment on human beings. It is only in pagan legends that we encounter such claims: It is people themselves who receive all benefit when they believe and show their gratitude to God. Hence, they are shown the good prospects that encourage them to believe and be grateful. For God knows the inner thoughts of everyone and He always responds to good action: “What can God gain by your punishment, if you are grateful and you believe? God is always responsive to gratitude, All-Knowing.” (Verse 147)
Ja, in der Tat! Was sollte Gott mit der Bestrafung der Menschen anfangen, wenn sie glauben und dankbar sind? Strafe ist nur eine Vergeltung für Unglauben und Undankbarkeit. Sie ist auch eine Warnung, damit die Menschen sich bedacht zeigen, den Glauben annehmen und ihre Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Hier geht es nicht um den Wunsch, Strafe oder Qual zu verhängen oder Macht und Autorität zur Schau zu stellen. Fern sei es von Gott, solche Wünsche oder Gefühle zu hegen. Es ist lediglich eine Lage, in der die Menschen durch Glauben und Dankbarkeit Schutz suchen sollten, und dann werden sie Vergebung und Lohn empfangen. Darüber hinaus ist Gott stets gnädig und wohl darüber im Bilde, was Seine Diener empfinden.
Yes, indeed! What would God do with people’s punishment should they believe and be grateful? Punishment is only a requital for disbelief and ingratitude. It is also a threat so that people may take heed, accept the faith and demonstrate their gratitude. There is no desire here for inflicting punishment or torment, or for demonstrating power and authority. Far be it from God to entertain any such desire or feeling. It is merely a situation where people should seek protection through faith and gratitude, and then they will receive forgiveness and reward. Beyond that, God is ever responsive, well aware of what His servants feel.