Hud (Einzelnachricht, verschiedene Personen) 100-123
Hud (Single Message, Different People) 100-123
Dies sind einige der Berichte über frühere Gemeinschaften, die Wir dir erzählen. Manche von ihnen bestehen noch, andere sind vergangen, wie ein abgemähtes Feld. (100)
These are some of the accounts of past communities which We relate to you. Some still remain while others are extinct, like a field mown-down. (100)
{Und Wir taten ihnen nicht Unrecht, sondern sie taten sich selbst Unrecht. Jene Gottheiten, die sie statt Gott anzurufen eifrig bemüht waren, nützten ihnen nichts, als der Befehl deines Herrn eintraf; sie vermehrten nur ihr Verderben.} (101)
No wrong did We do to them, but it was they who wronged themselves. Those deities of theirs which they were keen to invoke instead of God availed them nothing when your Lord’s judgement came to pass; they only added to their ruin. (101)
So ist die Strafe deines Herrn, wenn Er jene Gemeinschaften zur Rechenschaft zieht, die Unrecht tun. Seine Strafe ist wahrlich schmerzhaft, streng.
Such is your Lord’s punishment whenever He takes to task any community which is bent on evildoing; His punishment is indeed grievous, severe. (102)
Darin liegt gewiss ein Zeichen für diejenigen, die die Strafe im Jenseits fürchten. Das ist ein Tag, an dem alle Menschen versammelt werden, und das ist ein Tag, der von allen bezeugt werden wird. (103)
In this there is surely a sign for those who fear the suffering in the life to comet hat is a day when all mankind shall be gathered together, and that is a day which will be witnessed [by all]. (103)
{Und Wir verzögern es nur bis zu einer bestimmten Frist.} (104)
We shall not delay it beyond an appointed term. (104)
An jenem Tag wird keine Seele sprechen, außer mit Seiner Erlaubnis. Unter ihnen werden einige unglücklich und einige glückselig sein.
When that day comes, not a soul will speak except by His leave. Some among them will be wretched, and some happy.
(105)
(105)
Diejenigen aber, die sich selbst ins Unglück gestürzt haben, werden im Feuer sein, wo sie stöhnen und schluchzen, (106)
Those who will have brought wretchedness upon themselves, they will be in the fire where, moaning and sobbing, (106)
Sie werden darin bleiben, solange Himmel und Erde bestehen, außer wenn dein Herr es anders will. Dein Herr vollbringt, was Er will. (107)
they will abide as long as the heavens and the earth endure, unless your Lord wills it otherwise. Your Lord always does whatever He wills. (107)
Und diejenigen, denen Glück beschieden ist, werden im Paradies sein, dort ewig verweilend, solange die Himmel und die Erde bestehen, außer wenn dein Herr es anders will: eine nie endende Gabe. (108)
And those who are blessed with happiness will be in Paradise, abiding there as long as the heavens and the earth endure, unless your Lord wills it otherwise: an unceasing gift. (108)
Sei daher nicht im Zweifel über das, was diese Leute verehren. Sie verehren nur so, wie ihre Väter vor ihnen verehrten. Wir werden ihnen gewiss ihren vollen Anteil geben, ohne jede Kürzung. (109)
So be not in doubt about anything which these people worship. They worship only as their fathers worshipped before them. We shall most certainly give them their full due, without any reduction. (109)
Wahrlich, Wir gaben Moses die Schrift, doch es entstand Streit darüber. Hätte nicht ein Wort von deinem Herrn vorausgegangen, wäre zwischen ihnen längst entschieden worden. Sie aber hegen ernste Zweifel daran.
Indeed, We gave the Scriptures to Moses, and there was strife over them. Had it not been for a decree that had already gone forth from your Lord, judgement would have been passed on them. Yet, they are in grave doubt concerning that. (110)
Und jedem wird gewiss sein Lohn von deinem Herrn in vollem Maß gegeben werden für das, was sie getan haben. Er ist wahrlich bestens unterrichtet über alles, was sie tun. (111)
To each and all your Lord will surely give their full due for whatever they may have done. He is indeed aware of all that they do. (111)
So halte dich nun geradlinig an das, was dir befohlen wurde, und ebenso diejenigen, die sich mit dir zu Ihm gewandt haben; und übertretet nicht die Grenzen. Gewiss, Er sieht wohl, was ihr tut.
Follow, then, the right course as you are bidden, together with those who, with you, have turned to Him; and let none of you transgress. Surely, He sees all that you do.
(112)
(112)
Vertraut nicht auf jene, die Unrecht tun, sonst wird euch das Feuer berühren. Ihr hättet dann keinen Beschützer außer Gott, und ihr würdet auch keine Hilfe finden.
Put no trust in those who do wrong, lest the fire touch you. You would, then, have none to protect you from God, nor would you find any help. (1 13)
Verrichtet euer Gebet an beiden Enden des Tages und in den frühen Stunden der Nacht.
Attend to your prayers at both ends of the day and in the early watches of the night.
Gewiss, gute Taten tilgen die schlechten. Dies ist eine Ermahnung für diejenigen, die nachdenken.
Surely, good deeds erase evil ones. This is a reminder for those who are thoughtful.
(114)
(114)
Und sei geduldig im Unglück; Gott lässt den Lohn derer, die Gutes tun, nicht verloren gehen. (115)
And be patient in adversity; God does not fail to reward those who do good. (115)
Hätte es doch unter den Generationen, die vor euch lebten, einige tugendhafte Menschen gegeben, die gegen die Ausbreitung des Verderbens auf Erden aufgestanden wären, so wie die wenigen, die Wir aus ihrer Mitte retteten! Die Frevler folgten dem, was ihnen ein Leben in Behaglichkeit und Überfluss sicherte; sie verharrten in ihrer Sünde. (116)
If only there had been among the generations that have gone before you some people of virtue to speak out against the spread of corruption on earth, as did the few whom We saved from among them! The wrongdoers pursued what ensured for them a life of comfort and plenty; they were hardened in sin. (116)
Wahrlich, dein Herr hätte jene Städte niemals zu Unrecht vernichtet, wenn ihre Bewohner rechtschaffen gewesen wären. (117)
In truth, your Lord would have not destroyed those cities, without just cause, had their people been righteous. (117)
Hätte dein Herr es so gewollt, so hätte Er die gesamte Menschheit zu einer einzigen Gemeinschaft gemacht.
Had your Lord so willed, He would have made all mankind one single community.
Wie dem auch sei, sie fahren fort, sich zu uneinig zu sein. (118)
As it is, they continue to differ, (118)
außer denen, derer Herr Sich erbarmt hat. Und dazu hat Er sie erschaffen. Und das Wort deines Herrn wird erfüllt werden: „Ich werde die Hölle gewiss mit Dschinn und Menschen allesamt füllen." (119)
except those upon whom your Lord has bestowed His grace. And to this end He created them. The word of your Lord shall be fulfilled: ‘I shall certainly fill hell with jinn and humans all.’ (119)
Alles, was Wir dir von den Geschichten der früheren Gesandten berichten, dient dazu, dein Herz zu stärken. Durch diese [Berichte] ist dir die Wahrheit zuteilgeworden, ebenso eine Ermahnung und eine Erinnerung für alle Gläubigen. (120)
All that We relate to you of the histories of earlier messengers is a means by which We strengthen your heart. Through these [accounts] there has come to you the truth, as well as an admonition and a reminder for all believers. (120)
Sprich zu denjenigen, die nicht glauben wollen: „Handelt, wie es in eurer Macht steht, und so werden auch wir handeln.“ (121)
Say to those who will not believe: ‘Do whatever lies within your power, and so shall we. (121)
„Wartet nur; auch wir warten.“ (122)
Wait if you will; we too are waiting.’ (122)
Nur Gott allein kennt das Verborgene der Himmel und der Erde. Ihm allein gehört die Entscheidung in allen Angelegenheiten. So diene Ihm und vertraue auf Ihn allein. Dein Herr ist nicht achtlos gegenüber dem, was ihr tut. (123)
God alone knows whatever is hidden in the heavens and the earth. All authority over all matters belongs to Him alone. Worship Him, then, and place your trust in Him alone. Your Lord is not unaware of what you do. (123)
Vorschau
Preview
Dieser Abschnitt ist der Schlussteil der Sure. Sein Inhalt steht in engem Zusammenhang mit dem, was im Eingangsabschnitt gesagt wurde, und mit den geschichtlichen Berichten, die die Sure enthält.
This is the concluding passage of the sūrah. Its discourse is closely related to what was said in the opening passage and to the historical accounts the sūrah provides.
Der erste Kommentar (Verse 100–102) bezieht sich unmittelbar auf die historischen Berichte; ihm folgt einer, der die Strafe, die jenen frühen Gemeinschaften zuteilwurde, dazu benutzt, Ehrfurcht vor der Strafe im Jenseits zu wecken. Dies wird in einer überaus eindrucksvollen Szene des Tages des Gerichts geschildert, die sich vor unseren Augen entfaltet. (Verse 103–108)
The first comment (Verses 100-102) directly relates to the historical accounts, and is followed by one which utilizes the punishment meted out to those early communities as a means of inspiring awe of punishment in the hereafter. This is given in a very awesome scene of the Day of Judgement, which is held out before our eyes. (Verses 103-108)
Der folgende Kommentar stützt sich auf das Schicksal jener früheren Gemeinschaften und auf die Szene des Jüngsten Tages. Er macht deutlich, dass jene Götzendiener, die sich dem Propheten Muhammad ﷺ widersetzten, sich hinsichtlich ihrer Bestrafung in dieser Welt und in der Jenseits in dieselbe Lage gebracht haben wie jene Gemeinschaften. Zwar würden sie nicht vollständig vernichtet, doch dies geschieht aufgrund eines bereits von Gott, dem Allmächtigen, gefassten Beschlusses.
The following comment takes the fate of those earlier communities and the scene of the Day of Resurrection as its basis. It clarifies that those idolaters who opposed the Prophet Muĥammad put themselves in the same position as those communities with regard to their punishment in this world and the next. It is true that these would not be annihilated in toto, but this is due to a decree already made by God Almighty.
Daher wurde die Bestrafung des Volkes Moses aufgeschoben, obwohl es endlos über seine Schriften gestritten hat. Doch sowohl das Volk Moses als auch die arabischen Götzendiener werden gewiss ihren vollen Lohn erhalten. Daher wird dem Propheten ﷺ und seinen Anhängern geraten, standhaft zu bleiben und beharrlich an der Umsetzung dessen festzuhalten, was ihm offenbart wurde. Sie dürfen sich nicht zu den Ungläubigen hinneigen, die Gott Teilhaber beigesellen. Sie sollen ihre Gebete verrichten und beharrlich sein, in dem Wissen, dass Gott den Lohn der Rechtschaffenen niemals verloren gehen lassen wird. (Verse 109-115)
Hence the punishment of the people of Moses has been deferred although they have disputed endlessly over their Scriptures. Yet both the people of Moses and the Arab idolaters will certainly be given their full reward. Hence, the Prophet and his followers are advised to remain steadfast, persevering with the implementation of what has been revealed to him. They must not incline towards the unbelievers who associate partners with God. They are to attend to their prayers and persevere, knowing that God will never allow the reward of the righteous to be wasted. (Verses 109-115)
Zusammenfassung der vergangenen Lektionen
Summing Up Past Lessons
Dies sind einige der Berichte über frühere Gemeinschaften, die Wir dir erzählen. Manche von ihnen bestehen noch, andere sind vergangen wie ein abgemähtes Feld. Nicht Unrecht hat Wir ihnen angetan, sondern sie selbst haben sich Unrecht getan. Jene Gottheiten, die sie anstelle Gottes anzurufen pflegten, nützten ihnen nichts, als das Urteil deines Herrn eintraf; sie vermehrten nur ihren Untergang. So ist die Strafe deines Herrn, wenn Er eine Gemeinschaft zur Rechenschaft zieht, die auf Frevel aus ist; Seine Strafe ist in der Tat schmerzhaft, streng. (Verse 100-102)
These are some of the accounts of past communities which We relate to you. Some still remain while others are extinct, like a field mown-down. No wrong did We do to them, but it was they who wronged themselves. Those deities of theirs which they were keen to invoke instead of God availed them nothing when your Lord’s judgement came to pass; they only added to their ruin. Such is your Lord’s punishment whenever He takes to task any community which is bent on evil-doing; His punishment is indeed grievous, severe. (Verses 100-102)
Bisher hat die Sure das Leid geschildert, das verschiedene frühere Völker heimgesucht hat: Manche wurden von Fluten ertränkt, manche gingen durch einen verheerenden Sturm zugrunde, manche durch einen furchtbaren Schrei, und manchen versank die Erde unter den Füßen, sie öffnete sich und verschlang sie samt ihren Behausungen. Wenn all diese Szenen der Zerstörung in dieser Welt vor unseren Augen stehen und unsere Herzen von dem, was über Ereignisse und Strafen berichtet wurde, tief bewegt sind, folgt der abschließende Kommentar: „Dies sind einige Berichte über frühere Gemeinschaften, die Wir dir erzählen.“ (Vers 100) Du, Prophet ﷺ, hattest von all dem keine Kenntnis. Du hast davon nur durch göttliche Offenbarung erfahren. Dies ist in der Tat eines der Ziele, solche Geschichten im Qur’ān zu erzählen.
So far, the sūrah has portrayed the suffering which overwhelmed various ancient nations: some were drowned in floods, some perished in a devastating storm, some by an awful cry, and some found the earth under their feet subside, opening up to swallow them and their dwellings. Then when all these scenes of destruction in this world are visible before our eyes, and when our hearts are deeply touched by what has been related of events and punishments, we have the final comment: “These are some of the accounts of past communities which We relate to you.” (Verse 100) You, Prophet, had no knowledge of any of this. You came to know of them only through divine revelation. This is indeed one of the objectives of telling such stories in the Qur’ān.
„Einige existieren noch.“ (Vers 100) Ihre Ruinen, die noch bestehen, bezeugen den Stand der Zivilisation und der Stärke, den diese Gemeinschaften erreicht hatten. Unter ihnen sind die Ruinen von `Ād in al-Aĥqāf und Thamūd in al-Ĥijr die besten Beispiele. „Andere sind erloschen, wie ein abgemähtes Feld.“ (Vers 100) Sie wurden ausgelöscht, ohne jede Spur, wie im Falle der Völker Noahs und Lots. Was sind Menschen denn schließlich? Und was ist Zivilisation? Sie sind nichts als Felder menschlicher Wesen, den landwirtschaftlichen Feldern ähnlich. Manche Pflanzen sind gut und erfreulich, andere sind schlecht. Manche gewinnen an Kraft und breiten sich aus, andere verwelken und sterben.
Der sichere Weg, dem man folgen sollte
The Safe Path To Follow
Nachdem über die Strafe im Jenseits und ihre Ähnlichkeiten mit dem gesprochen wurde, was in diesem Leben verhängt werden kann, zieht die Sure einige Lehren für den Propheten ﷺ und seine wenigen Anhänger in Makkah. Sie gibt ihnen die Gewissheit, dass sie der Wahrheit folgen. Zugleich warnt sie jene, die die Botschaft Gottes verleugnen, vor dem, was ihnen im Jenseits widerfahren wird.
Having spoken about the punishment of the hereafter, and its similarities with what can be meted out in this life, the sūrah draws some lessons for the Prophet and his few followers in Makkah, reassuring them that they follow the truth. It also warns those who deny God’s message against what will befall them in the hereafter.
Zunächst beruhigt er den Propheten ﷺ und weist ihn an, keinerlei Zweifel an der Verfehltheit der Religion zu hegen, der die heidnischen Araber folgten. Wie die früheren Gemeinschaften, die in der Sure erwähnt werden, verehrten jene Araber lediglich das, was ihre Vorfahren vor ihnen verehrt hatten. Daher werden sie unweigerlich ihre angemessene Vergeltung erhalten. Wird diese Strafe aufgeschoben, wie es bei dem Volk Moses' der Fall war, so werden beide zur richtigen Zeit ihren gebührenden Lohn erhalten.
It firstly reassures the Prophet and tells him not to entertain any doubt with regard to the fallacy of the religion the pagan Arabs were following. Like earlier communities mentioned in the sūrah, those Arabs were only worshipping what their forefathers before them had worshipped. Hence, they will inevitably have their befitting requital. If such punishment is deferred, as was the case with Moses’ people, both will have their due reward at the right time.
Sei daher nicht im Zweifel darüber, was diese Menschen verehren. Sie verehren nur, wie ihre Väter vor ihnen verehrt haben. Wir werden ihnen ihren vollen Anteil ohne jede Kürzung gewiss geben. Und wir haben Moses die Schrift gegeben, doch es gab Streit um sie. Wäre nicht ein Beschluss von deinem Herrn schon vorausgegangen, so wäre über sie längst entschieden worden. Doch sie hegen ernsthafte Zweifel daran. Jedem Einzelnen und allen wird dein Herr gewiss ihren vollen Anteil für das geben, was sie getan haben. Er ist wahrlich über alles unterrichtet, was sie tun. (Verse 109-111)
So be not in doubt about anything which these people worship. They worship only as their fathers worshipped before them. We shall most certainly give them their full due, without any reduction. Indeed, We gave the Scriptures to Moses, and there was strife over them. Had it not been for a decree that had already gone forth from your Lord, judgement would have been passed on them. Yet, they are in grave doubt concerning that. To each and all your Lord will surely give their full due for whatever they may have done. He is indeed aware of all that they do. (Verses 109-111)
Eine notwendige Erinnerung
A Needed Reminder
So ist die Zusicherung gegeben, dass Gottes Gesetze nicht versagen werden, sei es, dass sie sich auf Seine Schöpfung, auf die Religion, die Er offenbart hat, oder auf Seine Verheißungen und Warnungen beziehen.
The assurance is thus given that God’s laws will not fail, whether they relate to His creation, the religion He has revealed, or to His promises and warnings.
Gläubige und Verfechter des Islam müssen ihm daher strikt und ohne Abweichung oder Veränderung folgen. {"So halte denn die rechte Haltung ein, wie dir geboten wurde, zusammen mit denen, die sich mit dir bekehrt haben; und übertretet nicht. Gewiss, Er sieht wohl, was ihr tut. Und neigt euch nicht zu denen hin, die Unrecht tun, sonst wird das Feuer euch berühren; und ihr habt keine Beschützer außer Gott, und dann werdet ihr nicht unterstützt werden. Und verrichte das Gebet an beiden Enden des Tages und in den Stunden der Nacht. Gewiss, die guten Taten tilgen die bösen Taten. Dies ist eine Ermahnung für die Nachdenklichen. Und sei geduldig; denn Gott lässt den Lohn der Rechtschaffenen nicht verloren gehen.} (Verse 112-115)
Believers and advocates of Islam must, therefore, follow it strictly without deviation or change. “Follow, then, the right course as you are bidden, together with those who, with you, have turned to Him; and let none of you transgress. Surely, He sees all that you do. Put no trust in those who do wrong, lest the fire touch you. You would, then, have none to protect you from God, nor would you find any help. Attend to your prayers at both ends of the day and in the early watches of the night. Surely, good deeds erase evil ones. This is a reminder for those who are thoughtful. And be patient in adversity; God does not fail to reward those who do good.” (Verses 112-115)
Diese Anweisungen gelten dem Propheten und denjenigen, die mit ihm zu Gott in Reue zurückgekehrt sind. „Folge also dem rechten Weg, wie dir geboten wurde.“ (Vers 112) Der Prophet ﷺ spürte die Macht hinter dem Befehl, der diese Aufgaben darlegt, und wie gewaltig die Verantwortung war. Überliefert ist, dass er sagte: „Diese Sure, Hūd, hat mich ergrauen lassen.“ Hier wird ihm geboten, den rechten Weg ohne jede Abweichung zu gehen. Dies verlangt von ihm, stets wachsam, achtsam, aufmerksam und sich seines Weges bewusst zu sein. Er sollte die volle Kontrolle über seine Gefühle behalten, denn diese können zu Abweichungen führen, seien sie groß oder gering.
These instructions are given to the Prophet and to those with him who have turned to God in repentance. “Follow, then, the right course as you are bidden.” (Verse 112) The Prophet felt the power behind the order detailing these tasks and how awesome a responsibility it was. He is reported to have said: “This sūrah, Hūd, has made me grow grey.” Here, he is commanded to follow the right path without any deviation. This requires him to always be alert, careful, watchful, and aware of his path. He was to be in full control of his feelings, for these can lead to deviation, major or otherwise.
Was rettet irrende Gemeinschaften
What Saves Erring Communities
Gegen Ende der Sure schließt sie ihre Betrachtung über die Vernichtung früherer Gemeinschaften ab, die sich von Gottes Gesandten abwandten. Sie besagt, wenn auch eher andeutungsweise, dass es unter ihnen, hätten sie Gruppen guter Menschen gehabt, die durch lautes Auftreten gegen Verderbnis und Ungerechtigkeit versucht hätten, sich eine gute Stellung bei Gott zu verdienen, Gott sie nicht so vernichtet hätte, wie Er es tat. Gott bestraft keine Gemeinschaft für ihr Unrecht, wenn ihre Menschen rechtschaffen sind; das heißt, wenn die Rechtschaffenen unter ihren Menschen genügend Macht besitzen, dem Unrecht und der Verderbnis zu widerstehen. In jedem dieser Länder gab es nur eine Handvoll Gläubiger, die keinen Einfluss auf ihre Gemeinschaft hatten und keine Macht ausübten. Gott rettete diese Gläubigen und vernichtete die übrigen, sowohl die mächtigen, reichen Herren als auch ihre schwachen und armen Anhänger, die deren Befehle ohne Frage annahmen.
As the sūrah draws to its end, it finishes its comment on the destruction of earlier communities which turned their backs on God’s messengers. It says rather indirectly that had there been among them groups of good people who tried to earn for themselves a good position with God by speaking out loud against corruption and injustice, God would not have exterminated them as He did. God does not punish any community for its injustice if its people are righteous; that is, if the righteous among its people have enough power to resist injustice and corruption. There were in each of those lands only a handful of believers who had no influence on their community and wielded no power. God saved those believers, and destroyed the rest, including both the powerful, wealthy masters and their weak and poor followers who accepted their commands without question.
Hätte es doch unter den Generationen, die vor euch lebten, einige Menschen von Rechtschaffenheit gegeben, die sich gegen die Ausbreitung des Unheils auf Erden erhoben, so wie die wenigen, die Wir von ihnen retteten! Die Frevler folgten dem, was ihnen ein Leben in Wohlstand und Fülle sicherte, und sie verharrten in ihrer Sünde. Wahrlich, dein Herr hätte jene Städte nicht ohne gerechten Grund vernichtet, wenn ihre Bewohner rechtschaffen gewesen wären. (Verse 116-117)
If only there had been among the generations that have gone before you some people of virtue to speak out against the spread of corruption on earth, as did the few whom We saved from among them! The wrongdoers pursued what ensured for them a life of comfort and plenty; they were hardened in sin. In truth, your Lord would have not destroyed those cities, without just cause, had their people been righteous. (Verses 116-117)
Dies erklärt das göttliche Gesetz, das für alle Nationen und Gemeinschaften gilt. Wenn sich in einer Gemeinschaft Verderbnis ausbreitet, also jede Form der Unterwerfung von Menschen unter eine andere Autorität als die Gottes, so wird diese Gemeinschaft nicht von Gott vernichtet, vorausgesetzt, ein Teil ihres Volkes erhebt sich, um eine solche Verderbnis aufzuhalten. Werden hingegen Ungerechtigkeit und Verderbnis ungehindert gelassen, oder haben diejenigen, die sich dagegen aussprechen, wenig Einfluss auf die weitere Ausbreitung dieser Übel, so wirkt das göttliche Gesetz gegen diese Gemeinschaften, und sie werden entweder sofort vernichtet oder durch allmähliche Schwächung und Ungleichgewicht zugrunde gerichtet.
Warum Unterschiede zugelassen werden
Why Let Differences Occur
Danach folgt ein Kommentar darüber, dass die Menschen unterschiedliche Neigungen haben und verschiedene Wege gehen. „Hätte dein Herr es gewollt, so hätte Er die gesamte Menschheit zu einer einzigen Gemeinschaft gemacht. Doch sie hören nicht auf, sich zu unterscheiden, außer diejenigen, derer sich dein Herr erbarmt hat. Und dazu hat Er sie erschaffen. Das Wort deines Herrn wird sich erfüllen:
Then follows a comment on the fact that people have different inclinations and follow different ways. “Had your Lord so willed, He would have made all mankind one single community. As it is, they continue to differ, except those upon whom your Lord has bestowed His grace. And to this end He created them. The word of your Lord shall be fulfilled:
„Ich werde gewiss die Hölle mit Dschinn und Menschen allesamt füllen.“ (Verse 118-119)
‘I shall certainly fill hell with jinn and humans all.’” (Verses 118-119)
Gott hätte die gesamte Menschheit in derselben Gestalt und mit derselben Veranlagung erschaffen können.
God could have created all mankind in the same form and with the same aptitude.
Er hätte sie zu Kopien eines Urbildes machen können. Das aber entspricht nicht dem Wesen des Lebens, das Gott für diese Erde bestimmt hat. Er hat gewollt, den Menschen, dem Er die Aufgabe übertragen hat, die Erde aufzubauen, zu einem Geschöpf mit unterschiedlichen Neigungen und Wegen zu machen. Es ist Gottes Wille, dass der Mensch die Freiheit hat, seinen eigenen Weg, seine eigenen Ansichten und seine eigene Lebensweise zu wählen, und dass er für die Entscheidungen verantwortlich ist, die er trifft. Ebenso ist es Gottes Wille, dass der Mensch für die Wahl zwischen Gut und Böse belohnt wird.
He could have made them copies of one original. This is, however, not the nature of the life God has chosen for this earth. He has willed to make man, to whom He has assigned the task of building the earth, a creature of varying inclinations and ways. It is God’s will that man should have the freedom to choose his own line, views, and his own way of life and to be responsible for the choices he makes. It is also God’s will that man should be rewarded for the choice he makes between good and evil.
Was auch immer sie wählen, die Menschen handeln innerhalb des Gesetzes, das Gott für Seine Schöpfung festgelegt hat, und entsprechend Seinem Willen, dass der Mensch frei wählen können soll.
Whatever choice they make, people operate within the law God has set for His creation and according to His will that man should be able to choose freely.
Das zentrale Thema
The Central Theme
Betrachtet man die Sure als Ganzes und ebenso den gesamten in der mekkanischen Zeit offenbarten Teil des Qur'ān, so stellt man fest, dass er stets zum zentralen Thema des Glaubens zurückkehrt und die islamischen Glaubensgrundsätze darlegt. Daher müssen wir ein wenig darüber nachdenken, wie dieses zentrale Thema in der Sure behandelt wird. Vielleicht müssen wir einiges von dem, was wir bereits gesagt haben, wiederholen, damit diese abschließenden Bemerkungen zusammenhängender werden.
Looking at the sūrah in total, and indeed at the entire part of the Qur’ān revealed in the Makkan period, we find that it always reverts to the central theme of faith, outlining Islamic beliefs. Therefore, we need to reflect a little on how this central theme is addressed in the sūrah. We may need to repeat some of what we have already said so as to make these final comments more coherent.
Der grundlegende Gegenstand, der in der Sure als Ganzes betont wird, ist der göttliche Befehl, Gott allein anzubeten und die Anbetung von jemand anderem oder irgendetwas anderem zu untersagen. Damit wird deutlich gemacht, dass dies die Summe von Religion und Glauben ist. Zu Beginn gibt die Sure einen Überblick über den Qur’ān, das Buch Gottes, das Muḥammad, Seinem letzten Gesandten, offenbart wurde [ﷺ]. Dieses Thema wird in diesem Überblick behandelt, während die geschichtlichen Berichte einen Einblick in den Fortschritt des Glaubens in der Menschheitsgeschichte geben, und der abschließende Abschnitt den Propheten [ﷺ] anweist, wie er die Ungläubigen ansprechen soll. Die Sure macht außerdem klar, dass alle Verheißungen und Warnungen, die Abrechnung, Belohnung und Bestrafung im Jenseits allesamt auf diesem grundlegenden Prinzip beruhen.
The fundamental issue emphasized in the sūrah as a whole is the divine order to worship God alone, prohibiting the worship of anyone or anything else, making it clear that this is the sum of religion and faith. At the outset, the sūrah provides an outline of the Qur’ān, God’s book revealed to Muĥammad, His last Messenger. This issue is addressed in this outline, while the historical accounts give a glimpse of the progress of faith in human history, and the final passage directs the Prophet on how to address the unbelievers. The sūrah also makes clear that all promises and warnings, reckoning, reward and punishment in the hereafter are all based on this basic principle.
Wir stellen fest, dass die ausschließliche Ausrichtung aller Anbetung auf Gott auf zwei verschiedene Arten zum Ausdruck kommt:
We find that addressing all worship solely to God is expressed in two different ways:
1. Mein Volk! Dient Gott allein; ihr habt keinen Gott außer Ihm.
1. My people! Worship God alone; you have no deity other than Him. (Verse 50)
Das Konzept der Anbetung Gottes
The Concept Of God’s Worship
Wir müssen außerdem über den Begriff „Anbetung“ nachdenken und darüber, wie er in dieser Sure und im Qur’ān insgesamt verwendet wird. Dies wird uns eine Vorstellung davon geben, was jenseits dieser eindeutigen Aussage liegt, die die Anbetung Gottes allein gebietet und jede Geste der Anbetung gegenüber irgendjemand anderem verbietet.
We need also to reflect on the term ‘worship’ and how it is used in this sūrah, and in the Qur’ān in general. This will give us an idea of what lies beyond this unequivocal statement ordering the worship of God alone and the prohibition of any gesture of worship to anyone else.
Die fiqhlichen Begriffe „Gottesdienst“, der das Verhältnis zwischen einem Menschen und Gott bezeichnet, und „Transaktionen“ (Muʿāmalāt), die sich auf den Umgang der Menschen miteinander beziehen, wurden in der frühesten Zeit des Islam, als der Qurʾān offenbart wurde, nicht verwendet. Ihre Verwendung setzte erst später ein. Wir haben an anderer Stelle die Geschichte dieses Sprachgebrauchs wie folgt dargelegt:
The Fiqh terms ‘worship’, denoting dealings between a person and God, and ‘transactions’, referring to people’s dealings with one another, were not used in the very early period of Islam, when the Qur’ān was being revealed. Their use started later. We wrote elsewhere on the history of such usage as follows:
Die Einteilung menschlicher Tätigkeiten in „Gottesdienst“ (ʿibādāt) und „Rechtsgeschäfte“ (muʿāmalāt) entstand erst, nachdem Gelehrte begonnen hatten, Bücher über das islamische Recht, die Fiqh, zu verfassen. Anfangs war diese Einteilung in der Regel rein akademischer Natur, doch leider hatte sie in den Köpfen der Menschen einige negative Auswirkungen. Diese sollten sich später auf das islamische Leben im Allgemeinen auswirken. Die Menschen begannen zu denken, dass der Begriff der Anbetung nur für die erste Art von Tätigkeit gelte, die in einem eigenen Abschnitt in den Büchern über das islamische Recht behandelt wird. Nach und nach wurde dieser Begriff immer weniger mit dem Aspekt in Verbindung gebracht, der im Abschnitt über die „Rechtsgeschäfte“ in den juristischen Werken behandelt wird. Dies stellt eine Abweichung von dem ganzheitlichen islamischen Ansatz dar, der zwangsläufig eine Abweichung im islamischen Leben im Allgemeinen nach sich zieht.
The division of human activities into ‘worship’ and ‘transactions’ began sometime after scholars started to write books on Islamic law, or Fiqh. At the beginning, the division was typically academic in nature, but regrettably, it had some negative effects in people’s minds. These were later to affect Islamic life in general. People started to think that the concept of worship applied only to the first type of activity addressed in its special section in books on Islamic law. Gradually, this concept was seen to have less and less to do with the aspect addressed in the section on ‘transactions’ in legal works. This represents a deviation from the holistic Islamic approach which is inevitably followed by a deviation in Islamic life in general.
25 S. Quṭb, Khaṣā'iṣ al-Taṣawwur al-Islāmī wa Muqawwimātuh, Dār al-Shurūq, Kairo, S. 129-130.
25 S. Quţb, Khaşā’is al-Taşawwur al-Islāmī wa Muqawwimātuh, Dār al-Shurūq, Cairo, pp. 129-130.
In diesem Band, Kapitel 3, S. 213.
26 In this volume, Chapter 3, p. 213.
27 Ebd., S. 214–15
27 Ibid., p. 214-15
28 S. Quṭb, ebd., S. 103–107.
28 S. Quţb, ibid., pp. 103-107.
Wahre Freiheit
True Freedom
Die Einheit der Anbetung, im Sinne der Unterwerfung allein unter Gott, hat tiefgreifende Auswirkungen auf das menschliche Leben, denn sie befreit den Menschen davon, sich irgendeinem anderen zu unterwerfen.
The unity of worship, in the sense of submission to God alone, has a profound impact on human life because it liberates people from submission to anyone else.
So gewährleistet der Mensch seine wahre Würde und Freiheit, die in keinem System garantiert werden kann, in dem Menschen in der einen oder anderen Form von anderen unterworfen werden. Eine solche Unterwerfung kann sich in Glaubensvorstellungen, Ritualen oder Gesetzen äußern, doch ihre Wirkungen sind dieselben, nämlich die Unterwerfung unter Wesen außer Gott.
Thus man ensures his true dignity and freedom which cannot be guaranteed under any system where people are subjugated by others, in one form or another. Such subjugation can be manifested in beliefs, rituals or laws, but their effects are the same, in the sense of submission to beings other than God.
Menschen können nicht ohne Hingabe an etwas leben. Wer sich nicht Gott unterwirft, findet sich bald in der schlimmsten Form der Unterwerfung unter andere wieder.
People cannot live without self-surrender to one thing or another. Those who do not submit to God soon find themselves in the worst type of submission to others.
Sie unterliegen ihren Begierden, die außer Kontrolle geraten. Dadurch verlieren sie ihre eigentliche Menschlichkeit: „Die Ungläubigen genießen das Leben in dieser Welt und essen, wie das Vieh frisst, doch das Feuer ist ihre endgültige Bleibe.“ (47: 12) Der größte Verlust, den der Mensch erleiden kann, ist der Verlust seiner eigenen Menschlichkeit. Außerdem verfallen sie verschiedenen Formen der Unterwerfung unter andere Geschöpfe, etwa der Unterwerfung unter Herrscher, die stets versuchen, ihre Macht weiter zu festigen, und dabei ihren eigenen Eigennutz verfolgen.
They lose out to their desires which spiral out of control. Hence, they lose their very humanity: “The unbelievers may enjoy their life in this world and eat like animals eat, but the fire is their ultimate abode.” (47: 12) The greatest loss man can suffer is the loss of his own humanity. Moreover, they fall into different aspects of submission to other creatures, such as submission to rulers who always try to tighten their grip on power, pursuing their own self interest.
Unterwerfung unter andere Geschöpfe kann auch subtile Formen annehmen, die vielleicht sogar herrischer und grausamer sind als die politische Form. Ein Beispiel ist die Unterwerfung unter die Modehäuser. Wir fragen: Welche Macht haben diese über einen sehr großen Teil der Menschheit, der sich für zivilisiert hält? Wenn eine Modegottheit einen bestimmten Stil bei Kleidung, Autos, Gebäuden, Partys usw. vorschreibt, folgen die Menschen sklavisch dieser Vorgabe. Niemand denkt auch nur an Widerspruch. Wenn sich die Menschen Gott auch nur in einem geringeren Maße unterwerfen würden, als sie es den Herren der Mode gegenüber tun, wären sie wahrhaft fromm. Wie kann Unterwerfung praktisch gezeigt werden, wenn nicht in der Form, in der Menschen der Mode folgen? Was bedeuten Herrschaft und Souveränität, wenn sie sich von jener unterscheiden, die von den Modemachern ausgeübt wird?
Verlust, der sich verdoppelt
Loss Compounded
Die Hingabe des Gottesdienstes und der Unterwerfung allein an Gott, unter Ausschluss alles anderen, trägt reiche Früchte, indem sie alle menschlichen Bemühungen auf den Aufbau und die Verbesserung des menschlichen Lebens lenkt. An anderer Stelle dieses Bandes haben wir festgestellt, dass jeder, der sich in die Position einer Gottheit setzt, die Anbetung, also vollkommenen Gehorsam, fordert, sämtliche staatlichen Mittel für seinen eigenen Schutz aufwenden muss und auch dafür, sich selbst als Gottheit zu etablieren. Er braucht außerdem einen Apparat und Medien, die sein Lob singen und sein Bild zu dem einer überlegenen Person aufblasen, die der Anbetung würdig ist. Diese können ihr Loben nicht einen Augenblick einstellen. Im Gegenteil, sie versuchen stets, die Massen an solchen Anbetungsritualen teilhaben zu lassen. Der Grund dafür ist, dass das Bild des Tyrannen, sobald das große Lobeswerk auch nur ein wenig nachlässt, wieder zu dem eines kleinen, machtlosen Geschöpfs zurückkehrt. Daher wird das Unterfangen ständig erneuert, um sein Bild aufs Neue zu bestätigen. Würde ein Teil solcher Bemühungen und Mittel dafür eingesetzt, echten Fortschritt im menschlichen Leben zu sichern, so hätten alle Menschen in der Gesellschaft an seinen Früchten teil. Doch solche Energie, Mittel und mitunter sogar Leben und Ehre werden nicht zum Nutzen der Menschen aufgewendet, solange die Menschen sich nicht allein Gott unterwerfen.
Dedicating worship and submission to God alone, to the exclusion of all else, pays great returns in directing all human efforts to the task of building and improving human life. Elsewhere in this volume we identified that anyone who sets himself up in a position of a deity demanding worship, i.e. complete obedience, needs to devote all national resources for his own protection, and also for establishing himself as a deity. He also needs to have a machinery and media to sing his praises, and to blow up his image to that of a superior person fit to be worshipped. These cannot stop their praises for a moment. On the contrary, they always try to make the masses share in such worship rituals. The reason being that whenever the great praise exercise slackens even a little, the tyrant’s image reverts back to that of a small powerless creature. Hence, the exercise is constantly renewed to endorse his image once again. If a portion of such efforts and funds are dedicated to ensure real progress in human life, all people in society would share in its fruits. But such energy, funds, and at times life and honour, are not spent for human benefit as long as people do not submit to God alone.
Solche Verluste entstehen nicht nur in einem bestimmten System. Sie sind allen Systemen gemeinsam, auch wenn sich die Situationen unterscheiden und auch die Art der erforderlichen Opfer verschieden ist.
Such losses are not incurred in only one particular system. They are common to all systems, even though situations differ and types of the sacrifice required also differ.
29 Dies ist ein Zitat aus dem Prolog zur Sure 10, Jonas, im vorliegenden Band, S. 12-13.
29 This is a quotation from the Prologue to Sūrah 10, Jonah, in the present volume pp. 12-13.
Vergangenheit und Gegenwart
Past And Present
Wir müssen außerdem einen kurzen Blick auf die Reihenfolge der historischen Berichte werfen, die in der Sure gegeben werden, und darauf, was diese im Hinblick auf den Fortschritt des Glaubens bedeutet, der auf der Unterwerfung unter Gott allein beruht.
We also need to have a brief look at the order of the historical accounts given in the sūrah and what this signifies in terms of the progress of the faith based on submission to God alone.
In unserer Erörterung der Geschichte des Propheten Noah haben wir deutlich gemacht, dass die erste Religion, die der Menschheit bekannt war, diejenige war, die auf der Unterwerfung unter Gott allein beruhte, d. h.
In our discussion of the history of the Prophet Noah, we made clear that the first religion known to humanity was the one based on submission to God alone, i.e.
Islam. Es war derselbe Glaube, den Adam, der Vater des Menschengeschlechts, verkündete, danach Noah, sein zweiter Vater, und dann alle Gesandten Gottes. Im weiteren Sinne bedeutet Islam den Glauben an die absolute Einheit Gottes, die Anbetung ausschließlich Ihm allein zu erweisen, und den Glauben, dass Er der Herr ist, dem die Menschen gehorchen und sich unterwerfen müssen. Das heißt, Er ist der Souverän, der allein das Recht hat, für das menschliche Leben Gesetze zu erlassen.
islam. It was the one preached by Adam, the father of the human race, then by Noah, its second father, and then by all God’s messengers. In its broad sense, Islam means belief in God’s absolute oneness, offering all worship to Him alone, and belief that He is the Lord whom people must obey and submit themselves to, which means that He is the Sovereign who has the sole authority to legislate for human life.
Wir haben auch erklärt, dass die Abweichung in die Jāhiliyyah, sei es in Glaubensvorstellungen und Gottesdienstriten, in Unterwerfung und Gehorsam oder in all diesen Bereichen, eine nachträgliche Entwicklung war, nachdem die Menschheit den wahren Glauben des Islam gekannt hatte, so wie er von den Gesandten Gottes (Friede sei auf ihnen allen) dargelegt worden war. Menschliche Glaubensvorstellungen und das menschliche Leben insgesamt wurden infolgedessen verdorben, weil sich die Menschen anderen Gottheiten als Gott unterwarfen. Eine solche Unterwerfung in jeglicher Form weist auf eine Abweichung vom Glauben hin, der auf der Einheit Gottes gründet.
We also explained that deviation into jāhiliyyah, in either beliefs and worship rituals, or submission and obedience, or in all of these, was a subsequent development, after mankind had known the true faith of islam, as explained by God’s messengers (peace be upon them all). Human beliefs, and human life generally became corrupted as a result of people’s submission to deities other than God. Such submission, in any form, indicates deviation from the faith based on God’s oneness.
Historischer Fortschritt
Historical Progress
Aber das ist nicht unser eigentlicher Gegenstand hier. Wir wollen den Weg betrachten, den der reine Glaube in der Geschichte der Menschheit genommen hat. Den Glauben der Hingabe an Gott allein, d. h.
But this is not our main point of discussion here. We want to look at the line of progress pure faith took in human history. The faith of submission to God alone, i.e.
Der Islam im weiteren Sinne und die Dschahiliyya ringen um den menschlichen Geist. Satan versucht, die Schwächen des Menschen und seine Natur als Geschöpf mit einer doppelten Empfänglichkeit für Gutes und Böses auszunutzen. Er versucht, die Menschen vom reinen Glauben abzubringen, um sie in die Dschahiliyya zu stürzen. Wenn die Menschen tief in die Dschahiliyya versunken sind, sendet Gott einen Gesandten, um sie zum reinen Glauben zurückzuführen. Das Erste, was dieser aus ihren Gedanken tilgt, ist die Unterwerfung unter irgendjemanden außer Gott in irgendeinem Bereich ihres Lebens, nicht nur in den Ritualen der Anbetung oder in den Glaubensinhalten. Wenn uns dies klar vor Augen steht, können wir die Lage der Menschheit heute verstehen und das Wesen der islamischen Verkündigung bestimmen.
islam in its broader sense, and jāhiliyyah compete for human minds. Satan tries to exploit man’s weaknesses and nature as a creature with a dual susceptibility to good and evil. He tries to turn people away from the pure faith in order to sink them into jāhiliyyah. When people have sunk deep into jāhiliyyah, God sends a messenger to turn them back to the pure faith. The first thing he purges from their minds is submission to anyone other than God in any aspect of their life, not merely in worship rituals or beliefs. With this clear in our minds, we can understand humanity’s situation today and determine the nature of Islamic advocacy.
Die Menschheit als Ganzes zeigt eine Rückkehr zur Dschahiliyya, aus der der Prophet Muhammad ﷺ sie zu seinen Lebzeiten gerettet hat. Diese Dschahiliyya nimmt verschiedene Formen an. In manchen Gemeinschaften zeigt sie sich in der klaren Leugnung der Existenz Gottes selbst, das heißt, sie betrifft den Glauben und die Überzeugungen. Das deutlichste Beispiel dieser Art sind die Kommunisten. In anderen sehen wir eine verworrene Anerkennung der Existenz Gottes und eine klare Abweichung in den Gottesdienst-Riten sowie in Unterwerfung und Gehorsam. Dies ist der Fall bei Götzenanbetern wie den Hindus, und ebenso bei den Christen und Juden. In wieder anderen Gemeinschaften finden wir ein klares Bekenntnis zur Existenz Gottes und eine korrekte Ausübung der Gottesdienst-Riten, verbunden mit einer schwerwiegenden Abweichung in der Vorstellung der Menschen von der Bedeutung der Bezeugung, dass es keine Gottheit außer Gott gibt und dass Muhammad ﷺ der Gesandte Gottes ist. Außerdem herrscht völlige Verwirrung in der Frage von Unterwerfung und Gehorsam. Dies ist die Art der Dschahiliyya, die von Menschen praktiziert wird, die behaupten, Muslime zu sein.
Verschiedene Gesandte, eine Haltung
Different Messengers, One Attitude
Jeder Gesandte wurde zu seiner eigenen Gemeinschaft gesandt. Zu Beginn seiner Botschaft war der Gesandte ein Angehöriger seiner Gemeinschaft, der sie als Brüder ansprach und sich für sie all das Gute wünschte, das ein Bruder seinen Geschwistern wünscht. Er wollte, dass sie all das Gute erlangen, das er in der Rechtleitung Gottes gefunden hatte und für das er von seinem Herrn klare Beweise erhalten hatte. Diese Haltung hatte jeder einzelne Gesandte am Anfang; doch bei keinem von ihnen war sie am Ende dieselbe.
Every messenger was sent to his own community. At the start of his message, the messenger would be a member of his community, addressing them as a brother, desiring for them all the goodness a brother desires for his siblings. He wanted them to have all the goodness he had found in God’s guidance, and for which he found clear evidence granted by his Lord. This was the attitude of every single messenger at the beginning; but it was not the same with any of them at the end.
Eine Gruppe aus jeder Gemeinschaft antwortete auf die Botschaft. Sie begannen, Gott allein anzubeten. So übergaben sie sich vollständig Gott und bildeten gemeinsam eine Gemeinschaft der Gläubigen, oder eine muslimische Gemeinschaft im weiteren Sinne des Begriffs. Eine andere Gruppe lehnte die Botschaft ab, leugnete ihre Wahrheit und unterwarf sich weiterhin anderen Gottheiten als Gott. Sie verblieben in der Jāhiliyyah. So wurden sie zu einer Gemeinschaft der Ungläubigen.
A group from among every community responded to the message. They began to worship God alone. Thus, they surrendered themselves totally to God, forming together a community of believers, or a Muslim community, in the broader sense of the term. Another group rejected the message, denying its truth and continuing to submit to deities other than God. They remained in jāhiliyyah. Thus, they became a community of unbelievers.
Dadurch wurden dieselben Menschen durch ihre unterschiedliche Haltung gegenüber Gottes Gesandtem und seiner Botschaft zu zwei Gemeinschaften: die eine muslimisch, die andere götzendienerisch. Sie waren nicht mehr eine Gemeinschaft, obwohl sie derselben Abstammung und Herkunft waren. Bande von Blut, Land und gemeinsamen Interessen konnten sie nicht mehr vereinen und ihre Beziehungen nicht mehr regeln. Mit der göttlichen Botschaft entstand ein neues Band, das dieselben Menschen vereinte oder trennte. Es ist das Band des Glaubens, mit der Art der Hingabe, die er verlangt, und der Lebensordnung, die er vorgibt.
This means that by their different attitudes towards God’s messenger and his message, the same people became two communities: one Muslim and the other idolater. They were no longer one community, despite being of the same race and origin. Ties of race, land and common interests could no longer unite them and govern their relations. With the divine message a new bond came into being, uniting or dividing the same people. This is the bond of faith, with the type of submission it requires and the code of living it lays down.
Wer versteht den Qur’ān?
Who Understands The Qur’ān?
Diese Beobachtungen zu den geschichtlichen Berichten in der Sure offenbaren uns das Wesen des islamischen Ansatzes, wie er im Qur’ān dargelegt wird. Es ist ein praktischer Ansatz angesichts der menschlichen Wirklichkeiten. Diese Geschichten wurden dem Propheten ﷺ überliefert, als er sich in Makkah befand. Die kleine Zahl der Gläubigen war auf ihre Stadt beschränkt, und die Botschaft war praktisch innerhalb ihrer Mauern belagert. Der Weg vor ihnen muss diesen Gläubigen lang, mühsam und ohne absehbares Ende erschienen sein. Diese Geschichten zeigten ihnen das Ende und skizzierten die verschiedenen Etappen, die vor ihnen lagen. Der Qur’ān nahm die Gläubigen somit an die Hand und half ihnen auf dem Weg, der zu einer Fortsetzung des Marsches geworden war, der zu Beginn der Menschheitsgeschichte begann und den wahren Glauben der Hingabe an Gott allein verkündete. So fühlten sie nicht mehr, dass ihr Weg verlassen sei.
These observations about the historical accounts given in the sūrah reveal to us the nature of the Islamic approach, as outlined in the Qur’ān. It is a practical approach in the face of human realities. These histories were related to the Prophet when he was in Makkah. The small number of believers were confined to their city, and the message practically besieged within it. The road ahead must have seemed to those believers to be long, arduous and without an end in sight. These histories showed them the end and outlined the different stages ahead. The Qur’ān thus took the believers by the hand, helped them on the road that had become a continuation of the march that started at the beginning of human history advocating the true faith of self-surrender to God alone. Thus, they no longer felt that their road was deserted.
Sie empfanden sich als eine neue Gruppe in einem ununterbrochenen Zug, der einen wohlbekannten Weg entlangging. Sie bewegten sich nach einem klar festgelegten Plan vom Ausgangspunkt bis zur Ziellinie.
They felt themselves to be a new group in a continuous procession walking along a well charted road. They moved from the starting point to the finishing line according to a well defined plan.
So verfuhr der Qur’ān mit der muslimischen Gemeinschaft und führte sie in sicheren, wohlbedachten Schritten voran. So kann er es auch heute und künftig mit den Vertretern der islamischen Erneuerung tun, indem er sie auf demselben Weg leitet. Diese Vertreter brauchen den Qur’ān als leitendes Licht, das seinen Weg kennzeichnet und seine Stufen aufzeigt.
Thus did the Qur’ān act with the Muslim community, moving it in safe and measured steps. Thus it can do today and in future with the advocates of Islamic revival, moving them along the same way. These advocates need the Qur’ān as a guiding light, marking its movement and outlining its stages.