„Prophet! Fürchte Gott und gib den Ungläubigen und den Heuchlern nicht nach. Gott ist gewiss allwissend, weise. Folge dem, was dir von deinem Herrn offenbart wird; denn Gott ist wohl bekannt mit allem, was ihr tut. Vertraue auf Gott; denn Gott allein ist aller Vertrauens würdig.“ (Verse 1-3) So beginnt die Sure, die bestimmte Aspekte des sozialen und moralischen Lebens der neu entstandenen muslimischen Gemeinschaft regelt. Es ist ein Anfang, der uns etwas über das Wesen des islamischen Systems und seine grundlegenden Prinzipien verrät. Der Islam ist nicht bloß eine Sammlung von Anweisungen und Ermahnungen, von Sitten und moralischen Werten, nicht bloß eine Ansammlung von Gesetzen und Vorschriften, von Traditionen und Praktiken. All dies ist im Islam enthalten, doch macht es nicht den Islam in seiner Gesamtheit aus. Islam bedeutet Unterwerfung unter den Willen Gottes, die Bereitschaft, Seine Gebote zu befolgen, Seine Verbote zu beachten, zu keinem anderen System aufzublicken und keinen anderen Weg einzuschlagen. Im Kern ist es die Anerkennung, dass die Menschheit dem umfassenden göttlichen Gesetz unterworfen ist, das ihr Leben und die Erde, auf der sie lebt, sowie andere Planeten und Sterne regiert, ja das das gesamte Universum regiert, einschließlich der Bereiche, von denen wir nichts wissen. Es ist auch die Gewissheit, dass wir als Menschen nur die eine Wahl treffen sollten: zu tun, was Gott befiehlt, zu lassen, was Er verbietet, zu nehmen, was Er bereitstellt, und die Ergebnisse abzuwarten, die Er herbeiführt. Dies ist die grundlegende Regel, auf der dann Gesetze, Vorschriften, Traditionen, Sitten und moralische Werte errichtet werden. All diese stellen die praktische Verwirklichung von Glauben und Unterwerfung unter Gott dar. Der Islam ist ein Glaube, der einen Kodex festlegt, der eine bestimmte soziale Ordnung etabliert.
“Prophet! Have fear of God and do not yield to the unbelievers and the hypocrites. God is certainly All-Knowing, Wise. Follow what is revealed to you by your Lord; for God is well aware of all that you do. Place your trust in God; for God alone is worthy of all trust.” (Verses 1-3) Thus begins the sūrah which regulates certain aspects of the social and moral life of the newly born Muslim community. It is a beginning that tells us something about the nature of the Islamic system and its underlying principles. Islam is not merely a set of directives and admonitions, or manners and moral values, or a collection of laws and regulations, or traditions and practices. All these are included in Islam, but they do not make up Islam in its totality. Islam means submission to God’s will, a willingness to obey its orders, observe its prohibitions, looking up to no other system and adopting no other way. It is essentially an acceptance that mankind are subject to the overall divine code that governs their life and the earth they live on, as well as other planets and stars, and indeed governs the whole universe including the realms we know nothing about. It is also a certainty that as humans the only choice we should make is to do what God orders, refrain from what He forbids, take what He makes available and await the results He brings about. This is the basic rule on which are then established laws, regulations, traditions, manners and moral values. All these represent the practical manifestation of faith and submission to God. Islam is a faith that lays down a code which puts in place a specific social order.
In ihrem engen Zusammenspiel bilden diese drei den Islam.
In their close interaction, these three make up Islam.
Vor diesem Hintergrund ist zu verstehen, dass die erste Anweisung in dieser Sure, die sich mit der Regelung der islamischen Gesellschaftsordnung befasst, an den Propheten gerichtet ist und ihn auffordert, gottesfürchtig zu bleiben. Gottesfurcht bedeutet, Ehrfurcht vor Gott zu haben und sich bewusst zu machen, dass Er über uns wacht. Sie macht uns achtsam und treibt uns an, jede Vorschrift zu befolgen und jede Weisung umzusetzen: „Prophet! Fürchte Gott.“ (Vers 1)
It is in this light that we should understand that the first directive in this sūrah, concerned as it is with the regulation of the Islamic social order, is addressed to the Prophet, requiring him to remain God-fearing. To stand in awe of God and remember that He watches over us, makes us alert, urging us to abide by every rule and implement every directive: “Prophet! Have fear of God.” (Verse 1)
Die zweite Anweisung untersagt es, den Ungläubigen und Heuchlern nachzugeben, ihren Vorschlägen zu folgen oder ihre Ansichten und Methoden zu übernehmen: „und gib nicht den Ungläubigen und den Heuchlern nach.“ (Vers 1) Dass diese Anweisung noch vor dem Gebot steht, der Offenbarung Gottes zu folgen, deutet darauf hin, dass der Druck, den die Heuchler und die Ungläubigen in Madinah und seiner Umgebung ausübten, sehr stark war. Dennoch bleibt diese Anweisung in allen Situationen gültig und warnt die Gläubigen davor, den Heuchlern und Ungläubigen zu folgen, insbesondere in Fragen des Glaubens, des Rechts und der gesellschaftlichen Ordnung. Dadurch wird der muslimischen Gemeinschaft garantiert, dass ihr System rein bleibt und nicht durch andere Anweisungen als die Gottes verfälscht wird.
The second directive prohibits yielding to the unbelievers and hypocrites, following their suggestions or adopting their views and methods: “and do not yield to the unbelievers and the hypocrites.” (Verse 1) This directive is given before the order to follow God’s revelation, which suggests that the pressures brought to bear by the hypocrites and the unbelievers in Madinah and its surrounding area were very strong. Nevertheless this directive remains applicable in all situations, warning the believers against following the hypocrites and the unbelievers, particularly in questions of faith, law and social order. This guarantees for the Muslim community that its system remains pure, unadulterated by directives other than God’s.
Niemand sollte sich von dem Reichtum an Wissen und Erfahrung täuschen lassen, den die Ungläubigen und Heuchler scheinbar besitzen, wie es manche Muslime in Zeiten der Schwäche und der Abkehr vom islamischen System getan haben. Gott allein besitzt vollkommenes Wissen und unendliche Weisheit. Das islamische System ist Seine eigene Wahl, gegründet auf Sein Wissen und Seine Weisheit: „Gewiss, Gott ist Allwissend, Allweise.“ (Vers 1)
No one should be deceived by the wealth of knowledge and experience the unbelievers and hypocrites appear to possess, as were some Muslims in periods of weakness and deviation from the Islamic system. It is God who has perfect knowledge and infinite wisdom. The Islamic system is His own choice, established by His knowledge and wisdom: “God is certainly All-Knowing, Wise.” (Verse 1)
So reich menschliches Wissen und menschliche Erfahrung auch erscheinen mögen, sie sind nur spärlich.
However rich human knowledge and experience appear to be, they are only scanty.
Die dritte direkte Anordnung, die gleich zu Beginn gegeben wird, lautet: „Folge dem, was dir von deinem Herrn offenbart wird.“ (Vers 2) Damit wird die Autorität bestimmt, die Weisungen erlässt, denen gefolgt werden muss. Die Formulierung dieser Anweisung ist besonders eindrucksvoll: Die Offenbarung ergeht gerade „an dich“, und ihre Quelle ist „dein Herr“. Beides verleiht der Pflicht, diesen Geboten zu folgen, ein besonders persönliches Element, obwohl sie befolgt werden müssen, weil sie von Dem erlassen werden, der Gehorsam fordert. Der Vers endet mit dem Hinweis: „Denn Gott ist all dessen wohl gewahr, was ihr tut.“ (Vers 2) Seine Offenbarung gründet also auf vollkommenem Wissen um dich, um deine Taten und deine Beweggründe.
The third direct order given at the outset is: “Follow what is revealed to you by your Lord.” (Verse 2) This defines the authority that issues directives that must be followed. The phrasing of this directive is particularly inspiring: the revelation is made ‘to you’ specifically, and its source is ‘your Lord’, both of which add a specially personal element to the need to follow these orders even though they must be obeyed because they are issued by the One commanding obedience. This verse ends with the comment: “for God is well aware of all that you do.” (Verse 2) His revelation is based on full awareness of you, your deeds and motives.
„Die letzte Anweisung in diesen drei Eröffnungsversen lautet: „Vertraue auf Gott; denn Gott allein ist all des Vertrauens würdig." (Vers 3) Man braucht sich keine Sorgen um andere zu machen oder darum, dass sie gegen dich intrigieren. Du solltest alle deine Anliegen in Gottes Hände legen, und Er wird sich ihrer entsprechend Seinem Wissen und Seiner Weisheit annehmen. Allein auf Gott zu vertrauen ist letztlich das, was uns vollkommene Gewissheit schenkt. Es hilft uns, unsere Grenzen zu erkennen und das, was über unsere Fähigkeiten hinausgeht, dem zu überlassen, der alles lenkt und leitet."
The last order in these three opening verses states: “Place your trust in God; for God alone is worthy of all trust.” (Verse 3) There is no need to worry about others or their scheming against you. You should place all your concerns in God’s hands and He will look after them in accordance with His knowledge and wisdom. Trusting to God alone is ultimately what gives us complete reassurance. It helps us to know our limitations and leave what lies beyond our ability to the One who controls and conducts everything.
So neben der Anweisung, den Ungläubigen und den Heuchlern nicht zu folgen, ergeben sich drei Leitlinien: stets gottesfürchtig zu bleiben, Seiner Offenbarung zu folgen und ausschließlich auf Ihn zu vertrauen. Diese drei Elemente versehen die Vertreter des Islam mit allen Mitteln, die sie benötigen. Darüber hinaus legt es das System islamischer Glaubensvermittlung klar fest: von Gott, für Gott und im Vertrauen auf Gott: „Denn Gott allein ist aller Vertrauens würdig.“ (Vers 3)
Thus, along with the instruction to disobey the unbelievers and the hypocrites we have three directives: to always remain God-fearing, to follow His revelation and to place our trust in Him alone. It is these three elements that provide the advocates of Islam with all the resources they need. Furthermore, it clearly defines the system of Islamic advocacy: from God, for God’s sake, and relying on God: “for God alone is worthy of all trust.” (Verse 3)
Diese einleitenden Anweisungen schließen mit einer klaren Aussage, die sich auf praktische Situationen bezieht:
These opening directives end on a strong note that refers to practical situations:
„Gott hat keinem Menschen zwei Herzen in seinem Inneren gegeben.“ (Vers 4) Da es nur ein Herz gibt, braucht es ein einziges System, das ein einheitliches und vollständiges Lebenskonzept bietet. Es braucht einen einzigen Maßstab, der stimmige Werte liefert und Ereignisse und Handlungen beurteilt. Andernfalls wird es auseinandergerissen werden und unterschiedliche Beweggründe und Überlegungen haben. Es könnte leicht in die Falle der Heuchelei geraten.
“Never has God put two hearts in one man’s body.” (Verse 4) Since it is only one heart, it needs one system providing one complete and full concept of life. It requires one standard to give consistent values and judge events and actions. Otherwise, it will be pulled apart and will have different motives and considerations. It could easily fall into the trap of hypocrisy.
Der Mensch kann nicht eine Quelle für seine Umgangsformen und seine Moral haben, eine andere für seine Gesetze und Gesetzgebung, eine dritte für seine gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Werte und eine vierte für seine Kunst und Philosophie. Eine solche Mischung bringt keinen Menschen mit einem gesunden Herzen hervor; sie erzeugt nur ein wirres Durcheinander, dem feste Form und Grundlage fehlen. Ein gläubiger Mensch kann seinen Glauben nicht wirklich festhalten und seine Werte und Forderungen in irgendeiner Lebenslage aufgeben, ob ernst oder nicht. Er kann kein Wort sprechen, keine Handlung ausführen, kein Konzept formulieren und keine Entscheidung treffen, ohne innerhalb der Grenzen zu bleiben, die sein Glaube setzt, der stets eine Wirklichkeit in seinem Leben sein muss. Denn Gott hat ihm nicht mehr als ein Herz, ein Gesetz und einen Maßstab der Werte gegeben. Ein gläubiger Mensch kann von keinem seiner Taten sagen: „Ich tue dies in meiner persönlichen Eigenschaft, und jenes tue ich in meiner islamischen Eigenschaft“, wie wir es häufig von Politikern, Geschäftsleuten, Akademikern und anderen hören. Da er ein Mensch mit einem Herzen ist, hat er einen Glauben und einen Maßstab, die alles regeln, was er in jeder und jeder Situation tut und sagt. Mit diesem einen Herzen lebt er als Einzelperson, als Familienmensch, als Mitglied der Gemeinschaft, als Bürger des Staates und der Welt; er lebt in Öffentlichkeit und Privatleben, als Arbeitgeber oder Arbeitnehmer, als Herrscher oder Beherrschter, in Situationen des Wohlergehens oder der Not, und hat dabei jederzeit dieselben Werte und Maßstäbe: „Gott hat niemals zwei Herzen in den Körper eines Menschen gelegt.“ (Vers 4)
Man cannot have one source for his manners and morality, another for his laws and legislation, a third for his social and economic values, and a fourth for his art and philosophy. Such a mixture does not produce a man with a sound heart: it only produces a confused medley that lacks solid form or basis. A person with faith cannot truly hold to his faith and abandon its values and requirements in any situation in life, serious or not. He cannot say a word, take an action, formulate a concept, make a decision unless he remains within the limits established by his faith, which must always be a reality in his life. This is because God has not given him more than one heart, one law and one standard of values. A person of faith cannot say of anything he does: ‘I am doing this in my personal capacity and I am doing that in my Islamic capacity’, as we frequently hear politicians, businessmen, academics and others say. Since he is one person with one heart, he has one faith and one standard that govern all that he does and says in any and every situation. With this one heart he lives as an individual, a family man, a member of the community, a citizen of the state and the world; he lives in public and private, employer or employee, ruler or ruled, in situations of comfort or distress; having the same values and standards at all times: “Never has God put two hearts in one man’s body.” (Verse 4)
Kurz gesagt: Wir haben ein einziges System, das durch dieselben Offenbarungen festgelegt ist und sich dem Einen Gott unterwirft. Ein einziges Herz kann nicht zwei Gottheiten anbeten, zwei Herren dienen und sich in zwei Richtungen bewegen.
In short, we have a single system outlined by the same revelations and submitting to the One God. A single heart cannot worship two deities, serve two masters and move in two directions.