Al-Kahf (Die Höhle)
Al-Kahf (The Cave)
Prolog
Prologue
Das Wichtigste, was an dieser Sure zu beachten ist, ist ihre überwiegende Schilderung von Ereignissen, die in der Vergangenheit stattgefunden haben. Zuerst haben wir die Geschichte der Schläfer in der Höhle, gefolgt von der des Mannes mit den zwei Gärten, dann einen Hinweis auf Adam und Satan. In der Mitte der Sure sehen wir, was sich zwischen Moses und dem frommen Mann ereignete, und am Ende folgt ein Bericht über Dhu’l-Qarnayn. Diese Geschichten bilden den Hauptteil der Sure und nehmen 71 der insgesamt 110 Verse ein. Die meisten übrigen Verse kommentieren die Geschichten und zeigen die Lehren auf, die aus ihnen zu ziehen sind. Darüber hinaus enthält die Sure auch einige Szenen vom Tag des Gerichts und andere, die dem menschlichen Leben entnommen sind, um eine Idee zu erklären oder ein Konzept zu betonen. In all diesen Fällen sehen wir Beispiele für die Methode des Qur’ān, seine Ideen durch anschauliche Bilder zu betonen.
The most important thing to be noted about this sūrah is its preponderant narration of events that took place in the past. First we have the story of the sleepers in the cave, followed by that of the man with two gardens, then a reference to Adam and Satan. In the middle of the sūrah we see what happened between Moses and the pious man, and at the end there is an account of Dhu’l-Qarnayn. These stories form the major part of the sūrah, taking 71 out of its 110 verses. Most of the remaining verses comment on the stories and outline the lessons to be learnt from them. In addition, the sūrah also contains some scenes of the Day of Judgement, and others drawn from human life to explain an idea or emphasize a concept. In all these, we see examples of the Qur’ānic method of emphasizing its ideas through vivid imagery.
Das zentrale Thema der Sure, auf das sich alle ihre Erzählungen und Gedanken beziehen, ist es, den Glauben von allen fremden Vorstellungen zu reinigen. Sie zielt darauf ab, richtiges und zutreffendes Denken und Schlussfolgern zu begründen sowie Werte zu festigen, die nach dem Maßstab des islamischen Glaubens gesund sind.
The central theme in the sūrah, to which all its accounts and ideas relate, is to purge faith of all alien concepts. It seeks to establish correct and accurate thought and reasoning, as also establish values that are sound according to the criterion of the Islamic faith.
Die Reinigung des Glaubens von fremden Vorstellungen wird sowohl zu Beginn als auch am Ende bestimmt.
Purging faith of alien concepts is determined both at the outset and conclusion.
Die Sure beginnt mit diesen Versen: „Alles Lob gebührt Gott, der dieses Buch von oben auf Seinen Diener herabgesandt und dafür gesorgt hat, dass es frei von jeder Verfälschung und vollkommen geradlinig bleibt, damit es vor einer schweren Strafe von Ihm warnt und den Gläubigen, die gute Werke tun, die frohe Botschaft überbringt, dass sie einen schönen Lohn haben werden, der ihnen für immer bleibt. Außerdem warnt es jene, die behaupten: ‚Gott hat sich einen Sohn genommen.‘ Sie haben darüber kein Wissen, weder sie selbst noch ihre Vorväter. Ungeheuerlich ist das Wort, das aus ihrem Mund kommt. Sie sprechen nichts als Lüge.“ (Verse 1–5)
The sūrah opens with these verses: “All praise is due to God who has bestowed this book from on high on His servant, and has ensured that it remains free of distortion, unerringly straight, meant to warn people of a severe punishment from Himself and to give the believers who do good works the happy news that they shall have a goodly reward which continues to be theirs forever. Furthermore, it warns those who assert, ‘God has taken to Himself a son.’ No knowledge whatever have they of Him, and neither had their forefathers. Dreadful indeed is this saying that issues from their mouths. Nothing but falsehood do they utter.” (Verses 1- 5)
Die Sure endet mit den Worten: „Sprich: ‚Ich bin nur ein Mensch wie ihr. Mir ist offenbart worden, dass euer Gott der eine und einzige Gott ist. Wer also hofft, seinem Herrn zu begegnen [am Tag des Gerichts], der tue das Rechte und verbinde in der Anbetung seines Herrn niemanden mit Ihm.‘“ (Vers 110) So beginnt und endet die Sure mit der Verkündung der Einheit Gottes, mit der Zurückweisung jeder Vorstellung, die Gott Teilhaber beigesellt, mit der Anerkennung der Offenbarung als wahr und mit einer klaren und unbedingten Unterscheidung zwischen Gott und allen anderen Wesen.
The sūrah concludes with: “Say: ‘I am but a human being like yourselves. It has been revealed to me that your God is the One and only God. Hence, whoever expects to meet his Lord [on Judgement Day’, let him do what is right, and in the worship due to his Lord admit no one as partner.” (Verse 110) Thus the sūrah begins and ends with declaring God’s oneness, rejecting any concept that associates partners with God, accepting revelation as true, and making a clear and absolute distinction between God and other beings.
Die Sure greift dieses Thema mehrmals auf, auf verschiedene Weise. Bei der Schilderung der Geschichte der Schläfer in der Höhle wird von jenen jungen Gläubigen berichtet, dass sie sagten: „Unser Herr ist der Herr der Himmel und der Erde. Niemals werden wir einen anderen Gott anrufen außer Ihm. Täten wir es, so hätten wir wahrlich einen Frevel begangen!“ (Vers 14) In ihrem Kommentar zu deren Geschichte sagt die Sure: „Sie haben außer Ihm keinen Beschützer, und Er lässt niemanden an Seiner Herrschaft teilhaben.“ (Vers 26)
The sūrah touches on this theme several times, in various ways. As it relates the history of the sleepers in the cave, those young believers are quoted as saying: “Our Lord is the Lord of the heavens and the earth. Never shall we call upon any deity other than Him. If we did, we should indeed have uttered an enormity!” (Verse 14) In its commentary on their story, the sūrah says: “No guardian have they apart from Him; nor does He allot to anyone a share in His rule.” (Verse 26)
Als die Sure die Geschichte des Mannes mit den zwei Gärten erzählt, führt sie das Argument des Gläubigen an, der zu seinem Freund sagt: „Verleugnest du Den, Der dich aus Erde erschaffen hat, dann aus einem Samentropfen, und dich schließlich zu einem Mann gestaltet hat? Ich aber glaube, dass Er Gott ist, mein Herr, und niemand soll meinem Herrn etwas beigesellen.“ (Verse 37–38) Im abschließenden Kommentar zu dieser Geschichte heißt es in der Sure: „Er hatte niemanden, der ihm gegen Gott beistand, noch konnte er sich selbst retten. So verhält es sich: aller Schutz kommt von Gott, dem Wahrhaftigen. Er ist der Beste, um Lohn zu gewähren, und der Beste, um den Ausgang zu bestimmen.“ (Verse 43–44)
As it relates the story of the man with two gardens, the sūrah quotes the argument of the believer as he says to his friend: “Do you deny Him who has created you out of dust, and then out of a drop of sperm, and in the end fashioned you into a man? But for my part, I believe that He is God, my Lord, and none shall associate with my Lord.” (Verses 37- 38) In the final commentary on this story, the sūrah includes: “He had none to support him against God, nor was he able to save himself. For thus it is: all protection comes from God, the True One. He is the best to grant reward and the best to [determine] outcome.” (Verses 43-44)
Indem sie eine der Szenen des Jüngsten Tages schildert, sagt die Sure: „An jenem Tag wird Er sprechen: ‚Ruft nun jene [Wesen] an, die ihr als Meine Teilhaber angesehen habt!‘ Sie werden sie anrufen, doch jene werden ihnen nicht antworten; denn Wir werden zwischen ihnen eine unüberwindbare Kluft gesetzt haben.“ (Vers 52) Und in Bezug auf eine andere Szene sagt die Sure: „Meinen die Ungläubigen etwa, sie könnten Meine Geschöpfe anstelle von Mir zu Beschützern nehmen? Wir haben in der Tat die Hölle als Wohnstätte für die Ungläubigen bereitet.“ (Vers 102)
As it draws one of the scenes of the Day of Judgement, the sūrah says: “One day He will say, ‘Call now on those beings whom you alleged to be My partners!’ They will invoke them, but those [beings] will not respond to them; for We shall have placed an unbridgeable gulf between them.” (Verse 52) And in comment on another scene the sūrah says: “Do the unbelievers think that they could take My creatures for patrons against Me? We have indeed readied hell as a dwelling place for the unbelievers.” (Verse 102)
Die Festigung klaren und richtigen Denkens und Schließens zeigt sich in der Zurückweisung der Behauptungen all jener, die Gott Teilhaber zur Seite stellen, denn sie behaupten, was sie nicht wissen. Sie haben keinen Beweis, der das belegt, was sie behaupten.
The establishment of clear and accurate thought and reasoning is made manifest in the rejection of the claims of all those who associate partners with God, because they assert what they do not know. They have no evidence to prove what they claim.
Die Sure weist die Menschen außerdem an, ihr Urteil nur auf das zu gründen, was sie mit Gewissheit wissen. Was sie nicht wissen, sollen sie Gott überlassen, damit Er darüber entscheidet.
The sūrah also directs human beings to make their judgement only on what they know for certain. What they do not know, they should leave to God to determine.
So steht am Anfang der Sure der Vers: „Er warnt jene, die behaupten: ‚Gott hat sich einen Sohn genommen.‘ Sie haben kein Wissen darüber, weder sie selbst noch ihre Vorväter.“ (Verse 4-5)
Thus at the beginning of the sūrah we have the verse stating: “It warns those who assert, ‘God has taken to Himself son.’ No knowledge whatever have they of Him, and neither had their forefathers.” (Verses 4-5)
Die Schläfer in der Höhle werden mit den Worten zitiert: „Diese unsere Leute haben sich außer Ihm Gottheiten zur Anbetung genommen, ohne für ihren Glauben einen überzeugenden Beweis vorweisen zu können.“ (Vers 15) Wenn sie sich fragen, wie lange sie in diesem Zustand des Schlafes gewesen sind, überlassen sie die Angelegenheit Gott, der ein vollkommenes Wissen über alles besitzt: „Sie sagten:
The sleepers in the cave are quoted as saying: “These people of ours have taken for worship deities other than Him, without being able to show any convincing proof of their belief.” (Verse 15) When they wonder how long they have been in that state of sleep, they leave the issue to God who has perfect knowledge of everything: “They said:
„Dein Herr weiß am besten, wie lange ihr so geblieben seid.“ (Vers 19) Die Geschichte enthält auch eine deutliche Missbilligung gegenüber denjenigen, die über die Anzahl der Schläfer sprechen und sich dabei nur auf Vermutungen stützen: „Manche werden sagen: ‚Sie waren drei, der vierte von ihnen war ihr Hund‘, während andere sagen werden: ‚Fünf, und ihr Hund war der sechste von ihnen‘, indem sie das Unbekannte aufs Geratewohl raten. Wieder andere werden sagen: ‚Sie waren sieben, und der achte von ihnen war ihr Hund.‘ Sprich: Mein Herr weiß am besten, wie viele sie waren. Nur wenige haben wirkliches Wissen über sie. Darum streite nicht über sie, außer über eine Angelegenheit, die klar ist, und frage von diesen Leuten auch niemanden nach ihnen um Aufklärung.“ (Vers 22)
Your Lord knows best how long you have remained thus.” (Verse 19) The story also includes clear disapproval of those who speak about the number of the sleepers, relying only on guesswork: “Some will say, ‘They were three, the fourth of them being their dog,’ while others will say, ‘Five, with their dog being the sixth of them,’ idly guessing at the unknown. Yet others will say, ‘They were seven, the eighth of them being their dog.’ Say: My Lord knows best how many they were. None but a few have any real knowledge of them. Hence, do not enter into argument about them, except on a matter that is clear, nor ask anyone of these people to enlighten you about them.’” (Verse 22)
In der Geschichte von Moses und dem frommen Mann offenbart ihm der Letztere am Ende das Geheimnis hinter jeder seiner scheinbar wilden und unvernünftigen Handlungen, gegen die Moses Einwände erhoben hatte. Er sagt zu Moses, dass alles „durch die Barmherzigkeit deines Herrn“ geschah. „Ich habe nichts davon aus eigenem Antrieb getan.“ (Vers 82) So werden alle Angelegenheiten und Umstände allein Gott zugeschrieben.
In the story of Moses and the pious man, the latter reveals to him at the end the secret behind each of his apparently wild and unreasonable actions to which Moses had objected. He says to Moses that it was all done “by your Lord’s grace. I did not do any of this of my own accord.” (Verse 82) Thus all issues and situations are attributed to God alone.
Der Hauptzweck der Sure besteht darin, den Glauben zur Grundlage für die Bewertung von Begriffen, Vorstellungen, Praktiken und Werten zu machen. Dies zeigt sich an verschiedenen Stellen. Alle richtigen und guten Werte werden auf den Glauben und das gute Handeln zurückgeführt. Jeder andere Wert, der nicht im Glauben gründet, ist unwürdig, auch wenn er überaus verlockend erscheinen mag. Alles, was in diesem Leben faszinierend und schön erscheint, ist als Prüfung gedacht. Es wird alles zu einem Ende kommen: „Wir haben alles, was auf der Erde ist, zum Schmuck gemacht, um die Menschen zu prüfen, welche von ihnen die besten in ihrem Tun sind; und doch werden Wir in Kürze alles, was darauf ist, zu kahlem Staub machen.“ (Verse 7-8) Unter Gottes Schutz zu stehen bedeutet, sich in einer weiten und angenehmen Umgebung zu befinden, auch wenn man vielleicht Zuflucht in einer engen und kargen Höhle suchen muss. Jene jungen Gläubigen, die ihre Gemeinschaft verließen und in die Höhle gingen, waren sich über ihr Ziel im Klaren: „Nun, da ihr euch von ihnen und von allem, was sie anstelle Gottes verehren, zurückgezogen habt, sucht Zuflucht in der Höhle. Gott mag womöglich Seine Gnade über euch ausbreiten und für eure Angelegenheiten passende Vorkehrungen für euch treffen.“ (Vers 16)
The main purpose of the sūrah is to make faith the basis for the evaluation of concepts, ideas, practices and values. This is shown in various places. All proper and good values are attributed to faith and good action. Any other value which does not have its basis in faith is unworthy, even though it may seem highly attractive. All that appears fascinating and beautiful in this life is meant as a test. It will all come to an end: “We have made all that is on earth as an adornment in order to test people as to which of them are best in conduct; and, in time, We shall indeed reduce all that is on it to barren dust.” (Verses 7-8) To be under God’s protection is to be in a wide and comfortable environment, even though one may have to seek refuge in a narrow and barren cave. Those young believers who abandoned their community and went to the cave are clear about their purpose: “Now that you have withdrawn from them and all that they worship instead of God, take refuge in the cave. God may well spread His grace over you and make fitting arrangements for you in your affairs.” (Verse 16)
Die Sure wendet sich an den Propheten ﷺ und verlangt von ihm, standhaft zu bleiben und Geduld zu üben, sich denen anzuschließen, die glauben, und dabei weder auf den Glanz dieser Welt zu achten noch auf jene, die ihre Pflicht gegenüber Gott vernachlässigen: „Halte dich geduldig an jene, die ihren Herrn morgens und abends anrufen und Sein Angesicht suchen. Und lass deine Augen nicht über sie hinausschweifen, auf der Suche nach den Schönheiten des irdischen Lebens. Folge nicht dem, dessen Herz Wir von Unserer Gedenkung abgewandt haben, weil er seinen eigenen Begierden folgte und dessen Angelegenheit maßlos geworden ist. Und sprich: ‚Die Wahrheit kommt von eurem Herrn. Wer da will, der glaube daran, und wer da will, der leugne sie.‘“ (Verse 28-29)
The sūrah addresses the Prophet, requiring him to persevere and be patient, associating with those who believe, paying no regard to the adornments of this world or to those who overlook their duty towards God: “Contain yourself in patience with those who call on their Lord morning and evening, seeking His countenance. Let not your eyes pass beyond them in quest of the beauties of the life of this world. Pay no heed to any whose heart We have left to be negligent of all remembrance of Us because he had always followed his own desires, and whose case has gone beyond all bounds. Say: ‘The truth [has now come] from your Lord. Let him who wills, believe in it, and let him who wills, reject it.’” (Verses 28-29)
Die Geschichte von den zwei Gärten und ihrem Besitzer zeigt, wie ein Gläubiger stolz auf seinen Glauben ist und ihn weit höher schätzt als Reichtum, Stellung oder Luxus. Ein Gläubiger legt seinem hochmütigen Freund die Wahrheit klar dar und tadelt ihn dafür, dass er Gott vergessen hat: „Verleugnest du Den, Der dich aus Erde erschaffen hat, dann aus einem Samentropfen, und dich schließlich zu einem Mann geformt hat? Ich aber glaube, dass Er Gott ist, mein Herr, und ich werde meinem Herrn keinen Teilhaber beigesellen. Hättest du doch, als du in deinen Garten eintratst, gesagt: ‚Was Gott will [wird geschehen], denn es gibt keine Macht außer bei Gott!‘ Obwohl ich, wie du siehst, weniger Vermögen und Nachkommen habe als du, mag es sehr wohl sein, dass mein Herr mir etwas Besseres gibt als deinen Garten, und Er mag vom Himmel her eine Plage über diesen [deinen Garten] senden, sodass er zu einem Haufen kahlen Staubes wird, oder sein Wasser tief in die Erde versickert, sodass du es niemals wiederfinden wirst.“ (Verse 37–41)
The story of the two gardens and their owner portrays how a believer is proud of his faith, valuing it as much higher than wealth, position or luxury. A believer states the truth clearly to his arrogant friend and reproaches him for forgetting God: “Do you deny Him who has created you out of dust, and then out of a drop of sperm, and in the end fashioned you into a man? But for my part, I believe that He is God, my Lord, and none shall I associate with my Lord. If only you said as you entered your garden, “Whatever God wills [shall come to pass, for] there is no power except with God!” Although, as you see, I have less wealth and offspring than you, yet it may well be that my Lord will give me something better than your garden, just as He may let loose a calamity out of heaven upon this [your garden], so that it becomes a heap of barren dust or its water sinks deep into the ground, so that you will never be able to find it.’” (Verses 37-41)
Nachdem diese Geschichte erzählt worden ist, schildert die Sure anschließend das gegenwärtige Leben und wie leicht es sich rasch verändert. Reichtum und Wohlstand werden bald durch etwas ganz anderes ersetzt: „Und stelle ihnen das Gleichnis vom diesseitigen Leben vor: Es gleicht dem Wasser, das Wir vom Himmel herabsenden und mit dem sich die Pflanzen der Erde vermischen; dann werden sie zu dürrem Heu, das die Winde verwehen. Gott hat über alle Dinge Macht.“ (Vers 45) Darauf folgt eine klare Aussage, die den Unterschied zwischen vergänglichen und ewigen Werten zeigt: „Reichtum und Kinder sind der Schmuck des diesseitigen Lebens; die bleibenden guten Werke aber sind bei deinem Herrn von weit größerem Lohn und bieten bessere Hoffnung.“ (Vers 46)
Once this story has been told, the sūrah then depicts this present life and how it is prone to rapid change. Wealth and prosperity are soon replaced by something totally different: “Set forth to them a simile about the life of this world: [it is] like the water which We send down from the skies, and which is absorbed by the plants of the earth. In time they turn into dry stubble which the winds blow freely about. It is God alone who has power over all things.” (Verse 45) This is followed by a clear statement showing the difference between transitory values and everlasting ones: “Wealth and children are the adornment of the life of this world: but the things that endure, good deeds, are of far greater merit in your Lord’s sight, and a far better source of hope.” (Verse 46)
Dhu’l-Qarnayn wird in der Sure nicht deshalb erwähnt, weil er ein Engel war, sondern wegen seiner guten Taten. Als die Menschen, die er zwischen den beiden Bergpässen antraf, ihm Geld anboten, damit er einen Wall errichte, der sie vor Gog und Magog schützen sollte, lehnte er ab, denn: „Das, womit mein Herr mich ausgestattet hat, ist besser“ als alles, was ihr mir geben könnt. Und als der Wall errichtet war, erkannte er an, dass alles mit der Hilfe Gottes geschehen war und nicht durch seine eigene Macht: „Dies ist eine Barmherzigkeit von meinem Herrn. Doch wenn die von meinem Herrn bestimmte Zeit kommen wird, wird Er ihn [den Wall] dem Erdboden gleichmachen. Das Versprechen meines Herrn trifft immer ein.“ (Vers 98)
Dhu’l-Qarnayn is not mentioned in the sūrah for his being an angel, but rather because of his good deeds. When the people he found in between the two mountain passes offered him money to build a barrier to protect them against Gog and Magog, he declined because: “That with which my Lord has established me is better” than anything you could give me. And when the barrier has been erected, he acknowledges that it was all done by God’s help, not by his own power: “This is a mercy from my Lord. Yet when the time appointed by my Lord shall come, He will make this [rampart] level with the ground. My Lord’s promise always comes true.” (Verse 98)
Am Ende der Sūra wird die Tatsache festgestellt, dass die größten Verlierer unter allen Geschöpfen diejenigen sind, die sich weigern, an die Offenbarungen Gottes oder an die Tatsache zu glauben, Ihm am Tag des Gerichts zu begegnen. Solche Menschen werden kein Gewicht und keine Stellung oder keinen Rang haben, obwohl sie glauben, dass es ihnen gut geht: „Sprich: Sollen wir euch sagen, wer die größten Verlierer in dem sind, was sie tun? Es sind jene, deren Mühen im diesseitigen Leben in die Irre gegangen sind, und die dennoch meinen, dass das, was sie tun, richtig sei. Sie sind es, die sich dafür entschieden haben, die Zeichen ihres Herrn zu leugnen und die Wahrheit zu verwerfen, dass sie Ihm begegnen werden.“
At the end of the sūrah, the fact is stated that the worst losers among all creatures are those who refuse to believe in God’s revelations or in the fact of meeting Him on the Day of Judgement. Such people will have no weight and no position or status, despite the fact that they believe themselves to be doing well: “Say: Shall we tell you who are the greatest losers in whatever they may do? It is they whose labour in this world has been misguided, and who nonetheless think that what they do is right. It is they who have chosen to disbelieve in their Lord’s revelations and deny the truth that they will meet Him.
Vergeblich werden ihre Werke sein. Am Tag der Auferstehung werden Wir ihnen kein Gewicht beimessen.“ (Verse 103–105)
Vain will be their works. No weight shall We assign to them on Resurrection Day.” (Verses 103-105)
So sehen wir, dass sich die ganze Sure um den Angelpunkt dreht, den Glauben von allen falschen Vorstellungen zu reinigen, eine gesunde Begründung zu liefern und auf der Grundlage des Glaubens richtige Werte zu etablieren.
Thus we see that the pivot round which the whole sūrah turns is that of purging faith of all false concepts, providing sound reasoning and establishing correct values on the basis of faith.
Die ganze Sure konzentriert sich auf diese drei Anliegen, Runde für Runde. Sie beginnt mit dem Lob Gottes, der dieses Buch Seinem Diener offenbart hat, das dazu dient, den Gläubigen frohe Botschaft zu bringen und jenen, die behaupten, Gott habe sich einen Sohn genommen, strenge Warnungen zu überbringen. Sie stellt klar, dass alles, was wir auf der Erde finden, lediglich eine Art Schmuck ist, um die Menschen auf die Probe zu stellen. Alles wird zu nichts vergehen. Darauf folgt die Geschichte der Schläfer in der Höhle, die als gutes Beispiel dafür dient, die richtige Wahl zu treffen, indem man dem Glauben vor weltlichen Freuden und Annehmlichkeiten den Vorzug gibt. Denn die Schläfer suchen Zuflucht in der Höhle, um ihren Glauben unversehrt zu bewahren.
The whole sūrah concentrates on these three purposes, round after round. It begins by praising God who has revealed to His servant this book which serves to give happy news to the believers and stern warnings to those who allege that God has betaken to Himself a son. It states clearly that whatever we find on earth is made a sort of adornment only to make it a test for human beings. It will all vanish into nothing. This is followed by the story of the sleepers in the cave, which serves as a good example of making the right choice, giving preference to faith over worldly pleasures and comforts. For the sleepers seek refuge in the cave to keep their faith intact.
Die zweite Stufe weist den Propheten an, sich mit der Gesellschaft derer zu begnügen, die ihren Herrn morgens und abends anrufen und Sein Angesicht suchen. Er soll sich von denen abwenden, die es versäumen, Gott zu gedenken. Die Geschichte von den beiden Gärten und ihrem Besitzer zeigt deutlich, wie der Gläubige seine Stärke in seinem Glauben spürt, während die Werte dieser Welt ihm nichts bedeuten. ﷺ
The second stage directs the Prophet to content himself with the company of those who appeal to their Lord morning and evening, seeking His countenance. He should abandon those who neglect to remember God. The story of the two gardens and their owner shows clearly how a believer feels his strength in his faith while the values of this world mean nothing to him.
Die dritte Stufe umfasst mehrere miteinander verbundene Szenen des Tages des Gerichts sowie einen Hinweis auf Adam und Satan. Sie schließt mit einer Erläuterung der Regel, die zur Vernichtung der Unterdrücker führt, während sie den Sündern mit Barmherzigkeit begegnet und ihnen Aufschub bis zu ihrer bestimmten Frist gewährt.
The third stage includes several interlinked scenes of the Day of Judgement, as well as a reference to Adam and Satan. It concludes with an explanation of the rule which results in the destruction of oppressors, while treating sinners with mercy and allowing them respite until their appointed term.
Die Geschichte von Moses und dem frommen Mann bildet die vierte Stufe, während die fünfte einen Bericht über Dhu’l-Qarnayn gibt. Dann endet die Sure so, wie sie begann: Sie überbringt den Gläubigen frohe Botschaft und den Ungläubigen weitere Warnungen. Sie bekräftigt die Tatsache der Offenbarung und betont aufs Neue die Wahrheit der Einheit Gottes ohne jeglichen Teilhaber.
The story of Moses and the pious man forms the fourth stage, while the fifth gives an account of Dhu’l-Qarnayn. Then the sūrah finishes as it began: giving happy news to the believers and more warnings to the unbelievers. It reaffirms the fact of revelation and emphasizes anew the truth of God’s oneness without any partner.