Sad (Prüfungen für die Propheten) 17-48
Sad ( Tests For Prophets ) 17-48
Ertrage geduldig, was sie sagen, und gedenke Unseres Dieners David, der mit Kraft begabt war. Er wandte sich stets Uns zu. (17)
Bear with patience whatever they say, and remember Our servant David who was endowed with strength. He always turned to Us. (17)
Wir machten die Berge ihm untertan, dass sie zusammen mit ihm Uns am Abend und beim Sonnenaufgang preisen, (18)
We caused the mountains to join him in extolling Our limitless glory in the evening and at sunrise, (18)
Ebenso die Vögel in Scharen: Sie alle stimmten in sein Lob ein. (19)
and likewise the birds in flocks: they all would echo his praise. (19)
Wir festigten sein Königreich und gaben ihm Weisheit und entscheidende Urteilskraft. (20)
We strengthened his kingdom; We endowed him with wisdom and decisive judgement. (20)
Hast du die Geschichte von den Streitparteien gehört, die die Mauern des Heiligtums überstiegen? (21)
Have you heard the story of the litigants who surmounted the walls of the sanctuary? (21)
Als sie bei David eintraten, geriet er in Furcht.
When they went in to David, he was alarmed.
Sie sagten: „Fürchte dich nicht. Wir sind nur zwei Streitparteien: Der eine von uns hat dem anderen Unrecht getan. So richte zwischen uns mit Gerechtigkeit und sei nicht ungerecht.
They said: ‘Have no fear. We are but two litigants: one of us has wronged the other; so judge between us with justice, and do not be unfair.
Zeige uns den Weg zur Rechtleitung. (22)
Show us the way to rectitude. (22)
„Das ist mein Bruder: Er hat neunundneunzig Mutterschafe, und ich habe nur ein einziges Mutterschaf. Doch er sagte: ‚Überlass sie mir‘, und er ist in seiner Rede hart zu mir gewesen.“ (23)
This is my brother: he has ninety-nine ewes and I have only one ewe. Yet he said: “Let me take charge of her,” and has been hard on me in his speech.’ (23)
Er sprach: „Er hat dir gewiss Unrecht getan, indem er verlangte, dein Schaf zu seinen Schafen hinzuzufügen! Auf diese Weise tun viele Gefährten einander Unrecht, außer denen, die glauben und rechtschaffene Taten vollbringen – doch wie wenige sind sie!“ Dann erkannte David, dass Wir ihn nur geprüft hatten. Er bat seinen Herrn um Vergebung, fiel nieder in Niederwerfung und wandte sich Gott reuig zu.
Said [David]: ‘He has certainly wronged you by demanding that your ewe be added to his ewes! Thus do many partners wrong one another, except for those who believe and do righteous deeds, but how few are they!’ Then David realized that We were only testing him. He prayed for his Lord’s forgiveness, fell down in prostration and turned to God in repentance.
(24)
(24)
Wir haben ihm dies vergeben, und im Jenseits wird er Uns nahe sein und eine gute Aufnahme finden. (25)
We forgave him that, and in the life to come he is to be close to Us and will be well received. (25)
„David! Wir haben dich zum Stellvertreter auf der Erde gemacht:
David! We have made you a vicegerent on earth:
„Urteile daher zwischen den Menschen mit Gerechtigkeit und folge nicht den eigenen Begierden, denn sie würden dich vom Weg Gottes abbringen. Diejenigen, die vom Weg Gottes abirren, werden eine harte Strafe erhalten, weil sie den Tag der Abrechnung vergessen haben. (26)"
judge, then, between people with justice, and do not follow vain desire, lest it leads you astray from the path of God. Those who go astray from the path of God will have a severe punishment for having ignored the Day of Reckoning. (26)
Wir haben den Himmel und die Erde und alles, was zwischen ihnen ist, nicht ohne Zweck erschaffen. Das ist es, was die Ungläubigen annehmen. Wehe den Ungläubigen, wenn sie ins Feuer geworfen werden. (27)
We have not created heaven and earth and all that is between them without a purpose. That is what the unbelievers assume. Woe betide the unbelievers when they are cast in the fire. (27)
Sollen Wir etwa diejenigen, die glauben und gute Werke tun, denen gleichsetzen, die auf Erden Unheil stiften? Sollen Wir die Gottesfürchtigen den Frevlern gleichstellen? (28)
Are We to equate those who believe and do righteous deeds with those who spread corruption in the land? Are We to equate the God-fearing with the wicked? (28)
Dies ist ein gesegnetes Buch, das Wir dir herabgesandt haben, damit sie über seine Verse nachdenken und die Verständigen daraus eine Lehre ziehen mögen. (29)
This is a blessed book which We have revealed to you so that people may ponder over its message, and that those endowed with insight may take it to heart. (29)
Und Wir schenkten David Salomo – welch ausgezeichneter Diener! Er wandte sich stets Uns zu.
To David We gave Solomon: how excellent a servant of Ours; he would always turn to Us.
(30)
(30)
Als ihm eines Abends edle, schnellfüßige Rennpferde vorgeführt wurden, (31)
When, one evening, nobly-bred, swift-footed steeds were brought before him, (31)
„Er sagte immer wieder: „Meine Liebe zu den guten Dingen gehört zu meinem Gedenken an meinen Herrn!“, bis sie aus seinem Blickfeld verschwanden. (32)
he kept saying: ‘My love of good things is part of my remembering my Lord!’ until they disappeared from sight. (32)
„Bringt sie mir zurück!“ Dann strich er ihnen über die Beine und die Hälse. (33)
‘Bring them back to me!’ He then stroked their legs and their necks. (33)
Wir hatten Salomo geprüft und einen Körper auf seinen Thron gesetzt. Dann wandte er sich Uns zu.
We had tried Solomon, and placed a body on his throne. He then turned to Us, (34)
und sprach: „Mein Herr! Vergib mir meine Sünden und gewähre mir eine Macht, wie sie niemand nach mir besitzen wird. Du bist wahrlich der Gebende, der Großzügige.“ (35)
and prayed: ‘My Lord! Forgive me my sins, and bestow upon me such power as shall belong to no one after me. You are indeed the bountiful giver.’ (35)
Wir unterwarfen ihm den Wind, so dass er auf seinen Befehl sanft dorthin fuhr, wohin er wollte, (36)
We made the wind subservient to him, so that it gently sped at his command wherever he wished, (36)
und die Dschinn, darunter jede Art von Baumeistern und Tauchern (37)
and the jinn, including every kind of builder and diver, (37)
und andere, die in Fesseln aneinander gebunden waren. (38)
and others bound together in fetters. (38)
„Dies ist Unsere Gabe; so gib oder halte zurück, wie du willst, ohne Rechenschaft." (39)
This is Our gift; so give or withhold as you please, without account. (39)
Im Jenseits wird er Uns nahe sein und einen guten Empfang finden. (40)
In the life to come he is to be close to Us and will be well received. (40)
Gedenke Unseres Dieners Hiob, als er seinen Herrn anrief: „Der Satan hat mich mit Mühsal und Leid heimgesucht!“ (41)
Remember Our servant Job who cried out to his Lord: ‘Satan has afflicted me with weariness and suffering!’ (41)
„Stampfe mit deinem Fuß auf den Boden! Da ist kühles Wasser zum Waschen und zum Trinken für dich." (42)
‘Strike [the ground] with your foot! Here is cool water for you to wash with and to drink.’ (42)
Wir gaben ihm seine Familie zurück und verdoppelten ihre Zahl als Gnade von Uns und als Ermahnung für diejenigen, die Verstand besitzen.
We restored his family to him, and doubled their number as an act of grace from Us, and as a reminder to those who are endowed with insight.
(43)
(43)
„Nimm in deine Hand ein Bündel Gras und schlage damit zu, und du wirst deinen Eid dann nicht brechen.“ Wir fanden ihn geduldig in Widrigkeiten. Welch ausgezeichneter Diener Unser war er! Er wandte sich stets Uns zu. (44)
‘Take in your hand a bunch of grass and strike with it, and you will not then break your oath.’ We found him patient in adversity. How excellent a servant of Ours; he would always turn to Us. (44)
Gedenke Unserer Diener Abraham, Isaak und Jakob: Männer von Kraft und Einsicht. (45)
Remember Our servants Abraham, Isaac and Jacob: all men of strength and vision. (45)
Wir haben ihnen eine besondere Eigenschaft verliehen: das Gedenken an das Jenseits. (46)
We gave them a specially distinctive quality: the remembrance of the life to come. (46)
Nach Unserem Ermessen gehörten sie gewiss zu den Auserwählten, den wahrhaft Guten. (47)
In Our sight, they were indeed among the elect, the truly good. (47)
Und gedenke Ismaʿils, Elischas und Dhu l-Kifls.
And remember Ishmael, Elisha and Dhu’l-Kifl:
Jeder von ihnen gehörte zu den wahrhaft Guten. (48)
each belonged to the truly good. (48)
Überblick
Overview
Dieser lange Abschnitt widmet sich Aspekten aus den Geschichten früherer Gesandter, damit der Prophet Muḥammad ﷺ sich an sie erinnert und all die Zurückweisungen, Beschuldigungen, Verwunderung und Erfindungen missachtet, die die Ungläubigen gegen ihn erhoben. All dies musste jedem schwer zusetzen, doch dem Propheten ﷺ wird geboten, alles zu ertragen und in Widrigkeiten geduldig zu bleiben.
This long passage is devoted to aspects of the histories of earlier messengers so that the Prophet Muĥammad (peace be upon him) would remember them and disregard all the rejections, accusations, amazement and fabrications the unbelievers levelled at him. All this was certain to weigh hard on anyone, but the Prophet is told to bear it all and remain patient in adversity.
Zugleich zeigen die Erzählungen die Wirkungen der Gnade Gottes, wie sie früheren Gesandten zuteilwurde. Es wird deutlich, wie Gott ihnen Gunsterweise jeder Art gewährte, darunter Macht, Herrschaft, Fürsorge und Segen. Das steht im Gegensatz zum Erstaunen der Quraisch darüber, dass Gott den Propheten ﷺ mit Seiner Botschaft begünstigt hat. Er war unter den Gesandten Gottes kein Einzelfall. Einigen von ihnen gewährte Gott neben ihrem Gesandtsein auch ein Königreich. Einem von ihnen wurde zuteil, dass die Berge und Vögel sein Lobpreisen und seine Verherrlichung Gottes widerhallen ließen, und für einen anderen wurden der Wind und die Dschinn dienstbar gemacht. So verhielt es sich mit Dawud und Sulaiman. Was ist es also Seltsames, dass Gott aus allen Quraisch Muhammad ﷺ, den Mann der Wahrheit, erwählt hat, um ihm Seine Offenbarungen zu schenken?
At the same time, the stories present the effects of God’s grace as it was bestowed on earlier messengers. It shows how God granted them favours of all sorts, including power, authority, care and blessings. This contrasts with the amazement expressed by the Quraysh at God’s favouring the Prophet (peace be upon him) with His message. He was not a unique case among God’s messengers. To some of them God granted a kingdom, in addition to their being His messengers. Among them one was favoured with the mountains and birds echoing his glorification and praise of God, and to another the wind and jinn were made subservient. Such were David and Solomon. What is strange, then, for God to have chosen from among all the Quraysh, Muĥammad, the man of truth, upon whom to bestow His revelations?
Diese Geschichten beschreiben die Fürsorge, die Gott seinen Gesandten stets zuteilwerden ließ, und wie Er sie unterwies, damit sie ihrer Sendung würdig wurden. Wie Muhammad ﷺ waren sie gewöhnliche Menschen, die die Schwächen erlebten, die alle Menschen erleben. Gott sorgte für sie, damit ihre Schwächen nicht die Oberhand über sie gewannen. Er erklärte ihnen die Dinge und gab ihnen Anweisungen. Er prüfte sie auch, damit Er ihnen ihre Fehler vergeben und ihnen Gunst erweisen würde. Dies musste den Propheten ﷺ mit der Gewissheit erfüllen, dass Gott bei jedem Schritt für ihn sorgen würde.
David-Urteil in einem Streit
David Ruling In A Dispute
Habe Geduld mit dem, was sie sagen, und gedenke Unseres Dieners David, der über Kraft verfügte. Er wandte sich stets Uns zu. Wir ließen die Berge mit ihm zusammen Unseren grenzenlosen Ruhm preisen, am Abend und bei Sonnenaufgang, und ebenso die Vögel in Scharen; sie alle stimmten in sein Lob ein. Wir stärkten seine Herrschaft und verliehen ihm Weisheit und ein entscheidendes Urteilsvermögen. (Verse 17-20)
Bear with patience whatever they say, and remember Our servant David who was endowed with strength. He always turned to Us. We caused the mountains to join him in extolling Our limitless glory in the evening and at sunrise, and likewise the birds in flocks: they all would echo his praise. We strengthened his kingdom; We endowed him with wisdom and decisive judgement. (Verses 17-20)
„Ertrage es mit Geduld …“ Dies ist ein Hinweis auf den Weg, den alle Gesandten Gottes gegangen sind.
‘Bear with patience...’ This is a reference to the road taken by all God’s messengers.
Er fasst sie zusammen. Jeder von ihnen hat es auf sich genommen: Jeder erlitt Leid, wurde geprüft und blieb in Widrigkeiten geduldig, jeder auf seiner eigenen Stufe auf der erhabenen Leiter des Prophetentums. Das Leben eines jeden von ihnen war eine Reihe von Prüfungen, von denen jede viel Schmerz mit sich brachte. Selbst wenn die Dinge angenehm und bequem waren, stellte dies eine andere Form der Prüfung dar, damit sie in Zeiten des Wohlergehens ebenso geduldig blieben wie in Zeiten der Not. Beide Situationen erfordern Standhaftigkeit. Wenn wir das Leben aller Gesandten Gottes betrachten, wie es uns im Qur'ān berichtet wird, erkennen wir, dass die Geduld das hervorstechendste Element war. Im Wesentlichen war ihr Leben eine lange Reihe von Prüfungen und Versuchungen.
It groups them together. Everyone of them took it: everyone suffered, was tested and remained patient in adversity; each at his own step in the lofty ladder of prophethood. The life of each one of them was a series of tests, each bearing much pain. Even when things were pleasant and comfortable, this represented a different form of test so as to ensure that they remained patient when life was easy in the same way as they were patient in adversity. Both situations require endurance. When we contemplate the lives of all God’s messengers, as told to us in the Qur’ān, we realize that patience was the most prominent element. In essence, their lives were a long series of trials and tests.
Das Leben der Gesandten Gottes war tatsächlich ein offenes Buch für die gesamte Menschheit zu lesen, dessen jede Seite von Prüfungen, Heimsuchungen und Geduld spricht. Die Überlieferungen zeigen, wie die menschliche Seele über Schmerz und Not triumphiert. Wie sie sich über all das erhebt, dem die gegenwärtige Welt Wert beimisst, und wie sie Begierden und Versuchungen ablegt, um sich Gott vollkommen hinzugeben und so die Prüfung zu bestehen, die Er ihr auferlegt hat. Es zeigt die Bedeutung, Ihn allem anderen vorzuziehen, um der Menschheit zu sagen:
Eine Erinnerung zum Begreifen
A Reminder To Grasp
Nachdem das Grundprinzip für die Ausübung des Statthalteramts auf Erden und für die Entscheidung über Streitigkeiten unter den Menschen dargelegt wurde, wird nun der Zusammenhang der Wahrheit genannt, auf der das gesamte System gründet, das das Universum erhält. Diese grundlegende Wahrheit ist umfassender als die ganze Welt und Rolle des Menschen; sie betrifft die Existenz des Universums selbst und das Leben im Jenseits. Darüber hinaus beruht die letzte göttliche Botschaft an die Menschheit auf dieser Wahrheit. Der Qur'an ist in der Tat das Buch, das diese große Wahrheit erklärt:
Having stated the main principle in conducting the position of vicegerent on earth and in judging people’s disputes, the context of the truth on which the whole system that sustains the universe is based is then stated. Broader as it is than man’s whole world and role, this basic truth deals with the very existence of the universe and with the life to come. Furthermore, the last divine message to mankind is based on this truth. Indeed, the Qur’ān is the book that explains this great truth:
Wir haben den Himmel und die Erde und alles, was zwischen ihnen ist, nicht ohne Zweck erschaffen.
We have not created heaven and earth and all that is between them without a purpose.
Das ist es, was die Ungläubigen annehmen. Wehe den Ungläubigen, wenn sie ins Feuer geworfen werden. Sollen Wir etwa diejenigen, die glauben und gute Werke tun, gleichsetzen mit denen, die Verderbnis auf der Erde verbreiten? Sollen Wir die Gottesfürchtigen etwa mit den Frevlern gleichsetzen?
That is what the unbelievers assume. Woe betide the unbelievers when they are cast in the fire. Are We to equate those who believe and do righteous deeds with those who spread corruption in the land? Are We to equate the God-fearing with the wicked?
Dies ist ein gesegnetes Buch, das Wir dir offenbart haben, damit die Menschen über seine Botschaft nachdenken und diejenigen mit Verstand es sich zu Herzen nehmen mögen. (Verse 27-29)
This is a blessed book which We have revealed to you so that people may ponder over its message, and that those endowed with insight may take it to heart. (Verses 27-29)
Diese drei Verse legen wahrhaftig eine große Wahrheit dar, eine Wahrheit, die tiefgründig und zutreffend ist. Gewiss, die Erschaffung der Himmel und der Erde und all dessen, was zwischen ihnen ist, geschah nicht ohne Zweck. Ihre Erschaffung gründet sich auf die Wahrheit und auf eine bestimmte Absicht. Aus dieser großen Wahrheit geht alles andere hervor, sei es das Statthalteramt des Menschen auf Erden, das Recht, zwischen Menschen zu richten, oder das Ausrichten von Gefühlen und Handlungen auf den rechten Weg, damit jene, die gute Taten vollbringen, nicht denen gleichgesetzt werden, die Verderben auf Erden verbreiten, und damit die Gottesfürchtigen nicht mit den Frevlern in einen Topf geworfen werden. Die Wahrheit, die im gesegneten Buch Gottes verkörpert ist, wird Menschen mit Einsicht und Verstand gegeben, damit sie seine Verse studieren und über die wesentlichen Tatsachen des Daseins nachdenken können. Solche Wahrheit und solche Tatsachen können sich die Ungläubigen nicht einmal vorstellen, denn sie stehen nicht in Beziehung zur großen Wahrheit, auf der das Universum gründet. Daher hegen sie üble Gedanken über ihren Herrn und werden die Wahrheit nicht begreifen: „Das ist es, was die Ungläubigen annehmen. Wehe den Ungläubigen, wenn sie ins Feuer geworfen werden.“ (Vers 27)
Eine Prüfung für Salomo
A Test For Solomon
Die Sure greift den Faden der Erzählung wieder auf, um die Gunst zu zeigen, die Gott David erwies, indem Er ihm Salomo als Sohn gab. Sie spricht auch von den großen Gaben, die Gott Salomo zuteilwerden ließ, von der Prüfung, der er unterzogen wurde, von der Fürsorge, die Gott ihm angedeihen ließ, und von den Segnungen, mit denen er überhäuft wurde, als die Prüfung vorüber war:
The sūrah picks up the thread of the story to show us the favour God granted David as He gave him Solomon for a son. It also speaks of the great favours He bestowed on Solomon, the test he was subjected to, the care God took of him and the blessings showered on him when the test was over:
Und Dawud haben Wir Sulaiman geschenkt – welch trefflicher Diener! Er wandte sich stets Uns zu. Als ihm eines Abends edle, schnellfüßige Rosse vorgeführt wurden, sprach er: „Ich liebe das Gute mehr als alles andere, weil es mich an das Gedenken meines Herrn erinnert“, bis sie sich seinen Blicken entzogen. „Bringt sie mir zurück!“ Dann strich er ihnen über die Beine und die Hälse. Wir hatten Sulaiman geprüft und einen Körper auf seinen Thron gesetzt. Da wandte er sich Uns zu und betete: „Mein Herr! Vergib mir meine Sünden und gewähre mir eine Herrschaft, wie sie keinem nach mir zuteilwerden soll. Du bist wahrlich der überaus Gebende.“ Da unterwarfen Wir ihm den Wind, der auf seinen Befehl sanft dorthin wehte, wohin er wollte, und ebenso die Dschinn – jeden Baumeister und Taucher unter ihnen und andere, die in Fesseln gebunden waren.
To David We gave Solomon: how excellent a servant of Ours; he would always turn to Us. When, one evening, nobly-bred, swift- footed steeds were brought before him, he kept saying: My love of good things is part of my remembering my Lord!’ until they disappeared from sight. ‘Bring them back to me!’ He then stroked their legs and their necks. We had tried Solomon, and placed a body on his throne. He then turned to Us, and prayed: My Lord! Forgive me my sins, and bestow upon me such power as shall belong to no one after me. You are indeed the bountiful giver’ We made the wind subservient to him, so that it gently sped at his command wherever he wished, and the jinn, including every kind of builder and diver, and others bound together in fetters.
„Dies ist Unsere Gabe; so gib oder halte zurück, wie du willst, ohne Rechenschaft. Im Jenseits wird er Uns nahe sein und wohl empfangen werden." (Verse 30-40)
This is Our gift; so give or withhold as you please, without account. In the life to come he is to he close to Us and will be well received. (Verses 30-40)
Die Stellen in der Geschichte über edle Rennpferde und den Leib, der auf seinen Thron gesetzt wurde, sind auf verschiedene Weise gedeutet worden. Ich kann jedoch keiner dieser Deutungen zustimmen, weil ich sie entweder für unbegründete Berichte aus israelitischen Quellen halte oder für Deutungen ohne jede stützende Grundlage. Ich kann mir die beiden Vorfälle auch nicht so vorstellen, dass ich sie meinen Lesern zufriedenstellend erklären könnte. Ebenso finde ich keinen authentischen Bericht, auf den ich mich bei ihrer Auslegung stützen könnte. Das einzige authentische Ḥadīth, das ich gefunden habe, bezieht sich möglicherweise auf eines der beiden Ereignisse, möglicherweise aber auch nicht. Dieses Ḥadīth, von al-Bukhārī auf die Autorität Abū Hurayrahs überliefert, lautet: „Salomo sagte: ‚Ich werde heute Nacht bei 70 Frauen liegen, sodass jede von ihnen einen Krieger gebären wird, der für die Sache Gottes kämpft.‘ Er fügte aber nicht ‚so Gott will‘ hinzu. Er lag bei ihnen, doch nur eine von ihnen wurde schwanger, und sie gebar einen halben Menschen. Bei Dem, in dessen Hand meine Seele liegt: Hätte er ‚so Gott will‘ gesagt, wären sie Krieger geworden, die für die Sache Gottes kämpfen.“ Es ist möglich, dass dies die Prüfung war, der sich Salomo unterziehen musste und auf die diese Verse hinweisen. Ebenso ist es möglich, dass der Leib, der auf seinen Thron gesetzt wurde, dieser halbe Mensch war. Dies bleibt jedoch nur eine Möglichkeit. Was die Geschichte mit den Pferden betrifft, so heißt es, Salomo habe gegen Ende des Tages einige seiner Pferde gemustert. Dies habe ihn dazu gebracht, das Abendgebet zu versäumen, das er sonst vor Sonnenuntergang zu verrichten pflegte.
Das Sinnbild der Geduld in Widrigkeiten
The Symbol Of Patience In Adversity
Anschließend wird uns mehr von der Geschichte über Prüfungen und Geduld in Not berichtet, auf die Gunstbezeugungen von oben folgen. Dieses Mal ist der Prophet, der geprüft wird, Hiob:
We are then given more of the story of tests, patience in adversity, followed by favours bestowed from on high. This time, the prophet who is tested is Job:
Denke an Unseren Diener Ijob, der zu seinem Herrn rief: „Der Satan hat mich mit Mühsal und Leid heimgesucht!“ „Stampfe mit deinem Fuß auf den Boden! Hier ist kühles Wasser zum Waschen und zum Trinken.“ Wir gaben ihm seine Familie zurück und verdoppelten ihre Zahl als Gnade von Uns und als Ermahnung für diejenigen, die mit Verstand begabt sind. „Nimm in deine Hand ein Bündel Gras und schlage damit, und du wirst deinen Eid dann nicht brechen.“ Wir fanden ihn geduldig in Widrigkeiten. Wie vortrefflich ein Diener von Uns war er; stets wandte er sich Uns zu. (Verse 41-44)
Remember Our servant Job who cried out to his Lord: ‘Satan has afflicted me with weariness and suffering!’ ‘Strike [the ground! with your foot! Here is cool water for you to wash with and to drink.’ We restored his family to him, and doubled their number as an act of grace from Us, and as a reminder to those who are endowed with insight. ‘Take in your hand a bunch of grass and strike with it, and you will not then break your oath.’ We found him patient in adversity. How excellent a servant of Ours; he would always turn to Us. (Verses 41-44)
Die Geschichte von Hiob und seiner Standhaftigkeit angesichts einer schweren Prüfung ist allgemein bekannt und wird oft als Beispiel für Geduld im Unglück angeführt. Sie ist jedoch auch von israelitischen Verfälschungen durchsetzt. Der Teil der Geschichte, der richtig klingt, ist, dass Hiob ein guter Diener Gottes war, der sich stets demütig und in Unterwerfung an Ihn wandte. Gott prüfte ihn, und er blieb geduldig. Es scheint, dass die Prüfung, die er erduldete, den Verlust seines Reichtums, seiner Familie und seiner Gesundheit umfasste. Dennoch bewahrte er seine Verbindung zu Gott, vertraute auf Ihn und war zufrieden mit dem, was Gott ihm gegeben hatte.
The story of Job and his steadfastness in face of a severe test is well known, and often cited as an example of patience in adversity. However, it is also coloured with Israelite distortions. The part that sounds correct in the story is that Job was God’s good servant who always turned to Him in humility and submission. God tested him and he remained patient. It seems that the test he endured entailed the loss of his wealth, family and health. Nevertheless, he maintained his bond with God, trusting to Him, and was satisfied with what God had given him.
Er hatte einige Wohltäter, die ihm treu blieben, darunter seine Frau, doch Satan versuchte, diese davon zu überzeugen, dass Gott Hiob nicht so einer schweren Lage ausgesetzt hätte, wenn Er ihn geliebt hätte. Als sie ihm das sagten, war es für ihn schwerer als die Prüfung selbst. Seine Frau sprach mit ihm und wiederholte einige solcher Einflüsterungen, und Hiob war sehr verärgert. Er schwor, dass er sie, sollte Gott ihm seine Gesundheit wiedergeben, schlagen würde, und gab die Anzahl der Schläge genau an, die, wie es heißt, hundert betragen sollte.
Andere Propheten
Other Prophets
Nachdem die Sure diese drei Geschichten ausführlich erzählt hat, um den Propheten daran zu erinnern, dass auch er angesichts von Widerstand standhaft bleiben soll, erwähnt sie in aller Kürze weitere Propheten. Auch sie wurden auf die Probe gestellt und blieben geduldig; auch sie erhielten dafür Gottes Gunst. Einige von ihnen lebten früher als David, Salomo und Hiob, und wir kennen die Zeiten, in denen sie lebten, während wir die Lebenszeit der anderen nicht kennen, weil der Koran und andere uns zur Verfügung stehende Quellen sie nicht angegeben haben.
Having related these three stories in some detail, to remind the Prophet that he too should remain steadfast in the face of opposition, the sūrah makes a very brief reference to other prophets. They too endured tests and remained patient; they also received God’s favours as a result. Some of these lived earlier than David, Solomon and Job, and we know the periods they lived in, while we do not know the others’ time of life, because the Qur’ān and other sources available to us have not specified it.
Gedenke Unserer Diener Abraham, Isaak und Jakob: Männer von Kraft und Einsicht.
Remember Our servants Abraham, Isaac and Jacob: all men of strength and vision.
Wir verliehen ihnen eine besondere Auszeichnung: das Gedenken an das Jenseits. In Unseren Augen waren sie wahrlich unter den Auserwählten, den wahrhaft Guten. Und gedenke Ismaels, Elischas und Dhu l-Kifls: Jeder von ihnen gehörte zu den wahrhaft Guten. (Verse 45-48)
We gave them a specially distinctive quality: the remembrance of the life to come. In Our sight, they were indeed among the elect, the truly good. And remember Ishmael, Elisha and Dhu’l-Kifl: each belonged to the truly good. (Verses 45-48)
Abraham, Isaac und Jakob sowie Ismael lebten zweifellos früher als David und Salomo, doch wir wissen nicht, in welchem zeitlichen Verhältnis sie zu Hiob standen. Elisha und Dhu’l-Kifl werden im Qur’ān nur sehr kurz erwähnt. Der arabische Name des Ersteren lautet Alyasa`, was der hebräischen Form Elisa näher steht. Höchstwahrscheinlich ist mit beiden dieselbe Person gemeint. Über Dhu’l-Kifl wissen wir abgesehen von der Beschreibung, die hier gegeben wird, nichts: Er „gehörte zu den wahrhaft Guten“. Gott, unbegrenzt erhaben ist Er in Seiner Herrlichkeit, beschreibt Abraham, Isaac und Jakob als „Männer der Stärke und der Einsicht“, was sich auf ihre guten Taten bezieht, seien sie körperlich, mit der Hand vollbracht, oder geistig, gestützt auf klare Einsicht und gutes Urteilsvermögen. Daraus folgt, dass ein Mensch, der keine guten Taten vollbringt, ohne Hand ist, und derjenige, der nicht richtig denkt, ohne Verstand und Einsicht ist.
Abraham, Isaac, Jacob, as well as Ishmael, undoubtedly lived earlier than David and Solomon, but we do not know in what time relation they were to Job. Elisha and Dhu’l-Kifl are mentioned only very briefly in the Qur’ān. The Arabic name given to the first of these two is Alyasa`, which is closer to the Hebrew version of Elisha. Most probably they refer to the same person. As for Dhu’l-Kifl, we know nothing of him apart from how he is described here: he ‘belonged to the truly good.’ God, limitless is He in His glory, describes Abraham, Isaac and Jacob as ‘men of strength and vision’, which refers to their good actions, whether physical, done by hand, or mental, relying on sound vision and good judgement. This implies that a person who does not do good deeds is without a hand, and the one who does nor think well is without a mind or a vision.