Al-An`ām (Die Toten können nicht hören) 33 – 39
Al-An`ām ( The Dead Cannot Hear ) 33 - 39
Wir wissen wohl, dass dich ihre Worte betrüben. Doch sie bezichtigen nicht dich der Lüge; vielmehr leugnen die Frevler die Zeichen Gottes.
We know too well that what they say grieves you. Yet it is not you that they charge with falsehood; but it is God’s revelations that the wrongdoers deny. (33)
Andere Gesandte wurden vor deiner Zeit der Lüge bezichtigt, doch sie ertrugen all diese Anschuldigungen und Beschimpfungen geduldig, bis Unsere Hilfe zu ihnen kam. Niemand vermag die Worte Gottes zu ändern.
Other messengers were charged with falsehood before your time, but they patiently endured all those charges and abuse, until Our help came to them. There is no power that can alter God’s words.
Du hast bereits einen Teil der Geschichte jener Gesandten erhalten. (34)
You have already received some of the history of those messengers. (34)
Wenn dir ihre Abkehr so schwer zu schaffen macht, dann suche, wenn du kannst, einen Schacht in die Erde oder eine Leiter zum Himmel, um ihnen ein Zeichen zu bringen. Hätte Gott es gewollt, so hätte Er sie alle zur Rechtleitung versammelt. Sei daher nicht einer von den Unwissenden. (35)
If you find it so distressing that they turn their backs on you, seek, if you can, a chasm to go deep into the earth or a ladder to the sky by which you may bring them a sign. Had God so willed, He would have gathered them all to [His] guidance. Do not, therefore, allow yourself to be one of the ignorant. (35)
Nur diejenigen, die hören, werden gewiss antworten. Was die Toten betrifft, so wird Gott sie wieder zum Leben erwecken, dann werden sie zu Ihm zurückgebracht. (36)
Only those that can hear will surely answer. As for the dead, God will bring them back to life, then to Him shall they return. (36)
Sie sagen: „Warum wurde ihm kein Zeichen von seinem Herrn herabgesandt?“ Sprich: Gott vermag wohl, jegliches Zeichen herabzusenden, doch die meisten von ihnen wissen es nicht. (37)
They say: “Why has no sign been sent down to him from his Lord?” Say: God is well able to send down any sign, but most of them are devoid of knowledge. (37)
Es gibt kein Tier, das auf der Erde kriecht, und keinen Vogel, der mit seinen Flügeln fliegt, die nicht Gemeinschaften gleich euch wären. Nichts haben Wir im Buch ausgelassen. Dann werden sie alle zu ihrem Herrn versammelt werden. (38)
There is not an animal that walks on earth and no bird that flies on its wings but are communities like your own. No single thing have We left out of the book. Then to their Lord shall they all be gathered. (38)
Diejenigen, die Unsere Offenbarungen leugnen, sind taub und stumm und tappen im Dunkeln umher.
Those who deny Our revelations are deaf and dumb, groping along in darkness.
Wen Gott will, den lässt Er irregehen; und wen Er will, den leitet Er auf einen geraden Weg. (39)
Whomever God wills, He lets go astray; and whomever He wills, He guides along a straight path. (39)
Überblick
Overview
In dieser neuen Runde oder Welle wird eine Ansprache an den Propheten ﷺ gerichtet. Sie beginnt mit Gott, erhaben ist Er in Seiner Herrlichkeit, und tröstet und ermutigt ihn.
In this new round or wave, an address is made to the Prophet (peace be upon him). It begins with God, limitless is He in His glory, consoling and comforting him.
Er, ehrlich und wahrhaftig, war besonders betrübt über die Lügenvorwürfe, die ihm entgegengebracht wurden. Hier wird ihm von seinem Herrn gesagt, dass sie ihn nie für einen Lügner hielten, sondern dies nur als Vorwand benutzten, um ihre starrsinnige Verleugnung der Zeichen Gottes und ihre Ablehnung des Glaubens aufrechtzuerhalten. Er wird außerdem mit der Information getröstet, dass auch frühere Gesandte Gottes ähnlich der Lüge bezichtigt und beschimpft wurden und dass sie all dies mit Geduld ertrugen. Schließlich wurde ihnen Gottes Hilfe zum Sieg zuteil, entsprechend den beständigen Gesetzen, die Er in Kraft gesetzt hat. Wenn der Trost und die Zusicherung vorüber sind, macht die Ansprache die wesentliche Wahrheit über die Botschaft Gottes deutlich. Sie bewegt sich nach dem Willen und den Gesetzen Gottes. Ihre Verfechter haben damit nichts anderes zu tun, als sie den Menschen zu überbringen und deutlich zu machen. Darüber hinaus ist es Gott, der entscheidet, was mit ihr geschieht. Daher haben ihre Verfechter, einschließlich des Propheten ﷺ selbst, nichts anderes zu entscheiden, als ihre Aufgabe fortzusetzen, ohne ihren Fortgang zu beschleunigen oder Gott irgendetwas vorzuschlagen. Sie sollen keine Beachtung schenken den Vorschlägen der Menschen hinsichtlich ihrer Strategie, den Beweisen, die für ihre Wahrheit angeführt werden mögen, oder den Wundern, die zu ihrem Nachweis verlangt werden. Der Punkt ist, dass jene, die lebendig sind und die Fähigkeit des Hörens besitzen, antworten werden. Jene dagegen, deren Herzen tot sind, werden dies nicht tun. Die endgültige Entscheidung liegt bei Gott: Er mag den Menschen Leben geben oder sie tot lassen, bis sie am Tag des Gerichts zu Ihm zurückkehren.
He, honest and truthful, was particularly distressed ‘ at the charges of falsehood that were laid at his door. Here, he is told by his Lord that they never thought him a liar, but used this as a ploy to maintain their stubborn denial of God’s signs and their rejection of the faith. He is also comforted with the information that earlier messengers of God were similarly accused of falsehood and subjected to abuse, and that they endured all this with patience. Eventually, they were given God’s help to triumph, in accordance with the consistent laws He has set in operation. When the comforting and reassurance are over, the address makes clear the essential truth concerning God’s message. It moves according to God’s will and His laws. Its advocates have nothing to do with it other than to convey it to people and to make it clear. Other than that, it is God who decides what happens to it. Hence, its advocates, including the Prophet himself, have nothing to decide other than to continue with their task, without hastening its moves or suggesting anything to God. They are not to pay any attention to people’s suggestions concerning its strategy, the proofs that may be given of its truth or the miracles needed to prove it. The point is that those who are alive and have the power of hearing will respond. On the other hand, those whose hearts are dead will not. The ultimate decision belongs to God: He may give people life or keep them dead until they return to Him on the Day of Judgement.
Ehrlich, ohne Zweifel
Honest No Doubt
Wir wissen wohl, dass dich ihre Worte betrüben. Doch sie sind es nicht, die dich der Lüge bezichtigen; sondern die Frevler leugnen die Zeichen Gottes.
We know too well that what they say grieves you. Yet it is not you that they charge with falsehood; but it is God’s revelations that the wrongdoers deny. (Verse 33)
Die heidnischen Araber mit ihren götzendienerischen Vorstellungen, besonders diejenigen unter ihnen, die sich die unwürdige Aufgabe auferlegten, der Botschaft des Islam entgegenzutreten, hatten keinen Zweifel daran, dass Muḥammad ﷺ die Wahrheit sprach. Sie hatten ihn als wahrhaftig und aufrichtig gekannt. Sie wussten, dass er, bevor er begann, die Botschaft Gottes zu verkünden, nie gelogen hatte. Auch diejenigen, die ihm gegenüber am hartnäckigsten opponierten, zweifelten nicht an der Wahrhaftigkeit seiner Botschaft. Sie wussten, dass der Qur'ān nicht von einem Menschen verfasst sein konnte. Dennoch weigerten sie sich starrsinnig, ihren Glauben zu bekennen oder einen neuen Glauben anzunehmen. Ihr Grund, es abzulehnen, war nicht, dass sie dem Propheten ﷺ nicht glauben konnten; vielmehr war es ihre Erkenntnis, dass seine Botschaft ihre Stellung und ihren Einfluss bedrohte. Daher beschlossen sie, Gottes Offenbarungen zu leugnen und an ihren götzendienerischen Vorstellungen festzuhalten. Es gibt zahlreiche Berichte, die eindeutig die Gründe für die Haltung der Quraysch darlegen. Wir werden uns nun nur einige davon ansehen.
The pagan Arabs with their idolatrous beliefs, particularly those of them who took upon themselves the unworthy task of opposing the message of Islam, had no doubt that Muĥammad (peace be upon him) was telling the truth. They have known him to be truthful and honest. They knew that he had never told a lie before starting to convey God’s message. Those who were most hardened in their opposition to him did not doubt the truthfulness of his message either. They knew that the Qur’ān could not have been authored by a human being. They, nevertheless, stubbornly refused to declare their belief or to embrace a new faith. Their reason for rejecting it was not that they could not believe the Prophet; rather, it was their realisation that his message threatened their positions and influence. Hence, they decided to deny God’s revelations and to stick to their idolatrous beliefs. There are numerous reports that clearly state the reasons behind the Quraysh’s attitude. We will now look at just a few of these.
Ibn Isĥāq berichtet auf die Autorität von al-Zuhrī, dass drei Angesehene der Quraisch, nämlich Abū Sufyān, Abū Jahl und al-Akhnas ibn Sharīq, unter dem Schutz der Dunkelheit getrennt voneinander ihren Weg einschlugen, um dem Gesandten Gottes ﷺ zuzuhören, während er während seines nächtlichen Gebets den Qur'ān rezitierte. Sie setzten sich unmittelbar vor sein Haus und lauschten seiner Rezitation des Qur'ān. Jeder war für sich allein und glaubte, niemand würde von seinem Vorhaben erfahren. Man kann nur annehmen, dass ihre Beweggründe entweder darin lagen, Muḥammads ﷺ Botschaft objektiv zu beurteilen, oder die Wahrheit darüber zu erfahren, oder der hervorragenden literarischen Stilistik des Qur'ān zu lauschen. Als der Tag zu dämmern begann, kehrte jeder von ihnen auf dem Weg zurück, auf dem er gekommen war, damit ihre heimlichen Aktivitäten nicht entdeckt würden.
5 Ibn Isḥāq, Muḥammad, The Life of the Prophet, zitiert in A. Salahi, Muḥammad: Man and Prophet, London, 1995, S. 161–2.
5 Ibn Isĥāq, Muĥammad, The Life of the Prophet, as quoted in A. Salahi, Muĥammad: Man and Prophet, London, 1995, pp. 161-2.
Die Wahrheit erkennen
Knowing The Truth
Im Kommentar zum Qur'ān-Vers: „Wir wissen wohl, dass dich das betrübt, was sie sagen.
Commenting on the Qur’ānic verse, “We know too well that what they say grieves you.
„Doch nicht dich bezichtigen sie der Lüge, sondern die Ungerechten leugnen Gottes Offenbarungen.“ (Vers 33) Al-Ṭabarī überliefert auf die Autorität von al-Suddī folgenden Bericht: „Am Tag der Schlacht von Badr sagte al-Akhnas ibn Sharīq zu seinen Stammesgenossen, den Banū Zuhrah: ‚Muḥammad ist der Sohn eurer Schwester, und ihr seid diejenigen, die ihren Neffen verteidigen. Wenn er wirklich ein Prophet ist, warum solltet ihr heute gegen ihn kämpfen? Und wenn er ein Lügner ist, dann solltet ihr die Angriffe gegen euren Neffen abwehren. Wartet, bis ich Abū al-Ḥakam, also Abū Jahl, getroffen habe. Sollte Muḥammad siegen, kehrt ihr wohlbehalten heim; sollte er aber unterliegen, wird euer Volk euch nichts antun.‘ [An jenem Tag erhielt er den Beinamen al-Akhnas, während sein eigentlicher Name Ubayy war.] Er ging zu Abū Jahl und sprach mit ihm unter vier Augen: ‚Sag mir etwas über Muḥammad: Spricht er die Wahrheit, oder ist er ein Lügner? Niemand von den Quraysch hört dieses Gespräch zwischen uns mit.‘ Abū Jahl sagte: ‚Bei Gott, Muḥammad spricht die Wahrheit.‘“
Yet it is not you that they charge with falsehood; but it is Gods revelations that the wrongdoers deny” (Verse 33), al- Ţabarī quotes the following report on the authority of al-Suddī: “On the day of the Battle of Badr, al-Akhnas ibn Sharīq said to his tribesmen, the Zuhārah people, `Muĥammad is your sister’s son, and you are the ones who defend their nephew. If he is truly a Prophet, why would you fight him today? And if he is a liar, you should repel aggression against your nephew. Wait until I meet Abū al-Ĥakam, i.e. Abū Jahl. Should Muĥammad be victorious, you will return home safely, but if he is defeated, your people will do you no harm.’ [It was on that day that he was nicknamed al-Akhnas, while his real name was Ubayy.] He went to meet Abū Jahl and spoke to him in private: `Tell me about Muĥammad: is he telling the truth, or is he a liar? There is no one from the Quraysh listening to this conversation between us.’ Abū Jahl said: `By God, Muĥammad is telling the truth.
Muĥammad hat in seinem ganzen Leben nie gelogen. Doch was würde geschehen, wenn die Nachkommen des Quşayy zu ihren anderen Ehren, wie dem Tragen der Fahne im Krieg, der Versorgung der Pilger mit Wasser usw., auch noch das Prophetentum hinzufügten? Was bliebe dann dem übrigen Stamm der Quraisch?“6 All dies erklärt dann die Aussage in dem oben genannten Vers.
Muĥammad never told a lie in his life. But what would happen, should the descendants of Quşayy add prophethood to their other honours, such as holding the banner in war, providing water for the pilgrims, etc. What will remain for the rest of the Quraysh?’“6 All this then explains the statement made in the above verse.
6 Al-Ṭabarī, Jāmiʿ al-Bayān, Dar al-Fikr, Beirut, 1984, Bd. 7, S. 182.
6 Al-Ţabarī, Jāmi` al-Bayān, Dar al-Fikr, Beirut, 1984, Vol. 7, p. 182.
7 A. Salahi, a. a. O., S. 106–7.
7 A. Salahi, op. cit., pp. 106-7.
8 Al-Baghawī, Ma`ālim al-Tanzīl, Bd. 4, S. 110.
8 Al-Baghawī, Ma`ālim al-Tanzīl, Vol. 4, p. 110.
Laut Ibn Kathīr ist diese Version etwas weniger authentisch, da ihre Überlieferungskette Abdullāh al-Kindī enthält, der als eher schwach eingestuft wird.
According to Ibn Kathīr, this version is somewhat less authentic as its chain of transmission includes Abdullāh al- Kindī who is classified as rather weak.
Falsche Anschuldigungen erheben
Making False Accusations
Ein weiterer Vorfall, den Ibn Isĥāq überliefert, ereignete sich in der Nähe der Pilgerzeit.
Another incident reported by Ibn Isĥāq took place close to the pilgrimage season.
Eine Versammlung, an der eine große Zahl von Mekkanern teilnahm und die gewissermaßen von al-Walīd ibn al-Mughīrah geleitet wurde, legte ihre Strategie für eine Verleumdungskampagne fest. In seiner Eröffnungsrede sagte al-Walīd: „Da die Pilgerzeit näherrückt, werden Menschen von überall her eintreffen. Sie werden von eurem Freund [gemeint ist der Prophet ﷺ] gehört haben. Ihr solltet also besser vereinbaren, was ihr sagt, wenn man euch nach ihm fragt. Wir müssen verhindern, dass es zu viele Meinungen gibt, besonders wenn sie einander widersprechen.“ Als seine Zuhörer ihn um Rat fragten, was sie sagen sollten, zog er es vor, zunächst ihre Vorschläge anzuhören. Was al-Walīd am meisten beschäftigte, war, dass die Meinung, auf die sie sich einigen würden, die Tatsache berücksichtigen müsse, dass Muḥammad ﷺ die Menschen aufforderte, dem Qur'ān zuzuhören, der Botschaft Gottes, ausgedrückt in der schönsten Sprache und in dem wirkungsvollsten Stil. Auch die Beschreibung, die sie Muḥammad ﷺ beilegen würden, müsse seine überzeugende, beredte Argumentation berücksichtigen.
A meeting attended by a large number of Makkans and chaired, as it were, by al- Walīd ibn al-Mughīrah, defined their strategy for a defamation campaign. In his opening address, al-Walīd said: “Now that the pilgrimage season is approaching, people will start arriving from all over the place. They must have heard about your friend [meaning the Prophet]. So you had better agree what to say when you are asked about him. We must guard against having too many opinions, particularly if they are mutually contradictory.” When his audience asked his advice as to what they should say, he preferred to listen to their suggestions first. What concerned al-Walīd most was that the opinion they would come out with should take account of the fact that Muĥammad was asking people to listen to the Qur’ān, God’s message, expressed in the most beautiful language and employing the most powerful of styles. The description they would attach to Muĥammad should also account for his persuasive, eloquent argument.
Bezeichnungen wie „Wahrsager“, „Verrückter“, „Dichter“ und „Zauberer“ wurden vorgeschlagen.
Descriptions like ‘fortune-teller’, ‘madman’, ‘poet’ and `magician’ were proposed.
Keiner der Vorschläge überzeugte al-Walīd, der nacheinander auf die Schwächen eines jeden hinwies. Er sagte seinem Volk, dass das, was Muḥammad ﷺ sagte, keinem dessen gleiche, was solche Männer sagten. Als niemand etwas Plausibleres vorschlagen konnte, baten sie al-Walīd, eine bessere Erklärung zu finden.
9 A. Salahi, a. a. O., S. 111–12.
9 A. Salahi, op. cit., pp. 111-12.
10 Al-Ṭabarī, a. a. O., Bd. 14, S. 156.
10 Al-Ţabarī, op. cit., Vol. 14, p. 156.
Wer antwortet günstig?
Who Gives A Favourable Response?
Nachdem der Prophet ﷺ diesen Trost erhalten hat, erinnert ihn die Sure an das, was den früheren Gesandten widerfahren ist, von denen im Qur'an einiges überliefert ist. Sie ertrugen Schmähungen und Mühsal mit Geduld und schritten auf dem Weg voran, den Gott ihnen gezeigt hatte, bis Gott ihnen den Sieg gewährte. Damit wird bekräftigt, dass es für die Gesandten Gottes ganz natürlich war, auf Prüfungen zu stoßen. Das Ergebnis darf niemals vorweggenommen werden, auch wenn die Verfechter der göttlichen Botschaft Folter, Schmähung, Ablehnung und andere Härten erleiden müssen: „Auch vor dir sind Gesandte der Lüge bezichtigt worden, doch sie ertrugen die Bezichtigungen und Schmähungen geduldig, bis Unsere Hilfe zu ihnen kam. Niemand kann die Worte Gottes ändern. Du hast bereits einiges von der Geschichte jener Gesandten erhalten.“ (Vers 34)
Having given the Prophet this consolation, the sūrah reminds him of what happened to past messengers, some of whose history is given in the Qur’ān. They endured abuse and hardship with patience and moved along the way God had shown them until they were granted victory by God. This is, then, an assertion that meeting affliction was only natural for God’s messengers. The outcome must never be precipitated even though the advocates of the divine message may be subjected to torture, abuse, denial and other hardships: “Other messengers were charged with falsehood before your time, but they patiently endured all those charges and abuse, until Our help came to them. There is no power that can alter God’s words. You have already received some of the history of those messengers.” (Verse 34)
Die Verkünder der Botschaft Gottes sind denselben schwierigen Weg weitergegangen und haben zahlreiche Hürden überwunden. Sie schreiten mit beständigen Schritten voran, bekämpft von Übeltätern aller Art, zurückgewiesen von jenen, die sich für den Irrweg entschieden haben, und von deren Anhängern. Einigen dieser Verkünder mag Schaden zugefügt werden, Druck, Folter und Tod. Dennoch werden die Verkünder der Wahrheit weitergehen, ihren Weg beibehalten und sich nicht beirren lassen. Das Ergebnis bleibt dasselbe, mag es auch noch so lange dauern. Am Ende des Weges wartet der Sieg, den Gott gewährt: „Vor dir wurden bereits andere Gesandte der Lüge bezichtigt, doch sie ertrugen all diese Beschuldigungen und Beleidigungen geduldig, bis Unsere Hilfe zu ihnen kam. Niemand vermag die Worte Gottes zu ändern. Du hast bereits einen Teil der Geschichte jener Gesandten erhalten.“ (Vers 34)
Advocates of God’s message have continued along the same difficult way, overcoming numerous hurdles. They move along with steady steps, opposed by wrongdoers of all sorts, rejected by those who have chosen to go astray and their followers. Harm may be inflicted on some of those advocates, pressure, torture, and death. Yet the advocates of the truth will move on, maintaining their way, undeterred. The outcome remains the same, long as it may take. At the end of the road awaits victory, granted by God: “Other messengers were charged with falsehood before your time, but they patiently endured all those charges and abuse, until Our help came to them. There is no power that can alter God’s words. You have already received some of the history of those messengers.” (Verse 34)
Wer braucht ein wundersames Beweismittel?
Who Needs Miraculous Evidence?
Die Sure verweist dann auf die Forderung der Ungläubigen, dass dem Propheten ﷺ ein Zeichen übermittelt werde, das übernatürlicher Art sei. Sie weist darauf hin, dass eine solche Forderung von Unwissenheit über das Gesetz Gottes zeugt, und auf die Barmherzigkeit, die Er ihnen erweist, indem Er ihrer Forderung nicht nachkommt. Würden sie nach der Gabe eines übernatürlichen Zeichens bei ihrer Ablehnung bleiben, so würden sie vernichtet werden.
The sūrah then refers to the unbelievers’ request that a sign in the form of something supernatural be sent down to the Prophet. It points out that such a request betrays ignorance of God’s law and the mercy He shows them by not responding to their request. Were they to continue with their rejection after a supernatural sign is given them, they would be destroyed.
Sie verlangten ein körperliches Wunder, wie es den früheren Gesandten gegeben worden war. Mit dem bleibenden Zeichen, das im Qur'ān verkörpert ist und das die letzte Stufe der Reife der Menschheit ankündigt, waren sie nicht zufrieden. Es richtet sich als letzte Ansprache an den reifen Verstand des Menschen. Zudem beschränkt sich seine Bedeutung nicht auf die Generation, die es sieht, wie es bei materiellen Wundern der Fall ist; seine wundersame Botschaft wird den menschlichen Intellekt bis zum Tag des Gerichts weiterhin ansprechen.
What they requested was a physical miracle such as those given to earlier messengers. They were not satisfied with the permanent sign embodied in the Qur’ān, which heralds the ultimate stage of mankind’s maturity. It makes a final address to man’s mature mind. Moreover, its significance is not limited to the generation that sees it, as is the case with material miracles; its miraculous message will continue to address the human intellect until the Day of Judgement.
Als sie um ein Wunder baten, übersahen sie das göttliche Gesetz, das jene sofort bestrafte, die nach dem Erscheinen eines Wunderzeichens weiterhin die göttlichen Botschaften leugneten. Sie erkannten schlicht nicht Gottes Güte darin, dass Er ihrer Bitte nicht nachkam, obwohl Er wusste, dass sie, wie die früheren Völker, weiterhin leugnen würden. Dies hätte ihr Schicksal besiegelt.
As they made their requests for a miracle, they overlooked the divine law which brought immediate punishment to those who continued to deny divine messages after a miraculous sign had been given them. They simply did not appreciate God’s kindness by not responding to their request, when He knew that they would continue to deny Him, as earlier people had done. That would have sealed their fate.
Gott wollte ihnen eine verlängerte Frist geben, an Ihn zu glauben. Diejenigen, die weiterhin den Glauben ablehnen, können Kinder haben, die als Gläubige heranwachsen. Es versteht sich von selbst, dass sie Gott nicht für Seine Gnade dankten, ihnen eine solche verlängerte Frist zu gewähren.
Ein System ohne Vergleich
A System Bearing No Comparison
Nachdem wir diesen Abschnitt betrachtet haben, müssen wir kurz innehalten, um auf den Umfang der Anweisungen hinzuweisen, die er allen Verkündern der Botschaft Gottes in allen Generationen gibt. Diese Anweisungen gehen über den geschichtlichen Anlass hinaus, aus dem sie erteilt wurden. Sie legen ein System zur Verkündung des Glaubens an Gott dar, das für alle Verkündiger gilt, frei von allen Beschränkungen durch Zeit und Ort. Wir können in diesem Kommentar nicht ausführlich über dieses System sprechen. Wir werden lediglich seine wichtigsten Merkmale aufzeigen.
Having looked at this passage, we need to take a short pause to point out the extent of the directives it contains to all advocates of God’s message throughout all generations. These directives transcend the historical occasion which required them to be issued. They delineate a system of advocating God’s faith that applies to all advocates, free of all constraints of time and place. We cannot, in this commentary, speak about this system in detail. We will only indicate its main features.
Der Weg, den die Verfechter des Islam beschreiten müssen, ist hart und voller Mühsal.
The road the advocates of Islam have to follow is tough and full of hardship.
Obwohl Gott dem Wahren gewiss zum Sieg verhelfen wird, geschieht dieser Sieg zu der Zeit, die Gott in Seiner Weisheit bestimmt. Überdies hält Gott den Zeitpunkt dieses Sieges vor allen geheim und teilt ihn niemandem mit, auch nicht Seinem Gesandten ﷺ. Die Mühsal auf diesem Weg hat zwei grundlegende Quellen. Die erste ist die Leugnung und Ablehnung, der die Botschaft des Islam zu Beginn begegnet, ebenso wie die Schädigung, die ihren Verfechtern zugefügt wird. Die zweite Quelle ist das natürliche menschliche Verlangen, das jeder Verfechter empfindet, die Menschen zu der Wahrheit zu leiten, die er selbst erfahren hat, seine Begeisterung, die Wahrheit zu unterstützen, und sein Wunsch, sie siegreich zu sehen. Diesem Verlangen standzuhalten ist nicht weniger schwer, als sich Leugnung, Ablehnung und der Zufügung von Schaden zu stellen.
Although God will undoubtedly grant victory to the truth, this victory comes at the time God, in His wisdom, chooses. Moreover, God keeps the timing of this victory to Himself, giving no information of it to anyone, not even His Messenger. The hardship along this road has two basic sources. The first is the denial and rejection with which the message of Islam is confronted at the beginning, as well as the harm inflicted on its advocates. The second source is the natural human desire felt by every advocate to guide people to the truth he himself has experienced, his enthusiasm to support the truth and his desire to see it victorious. Contending with this desire is no less difficult than facing up to denial, rejection and the infliction of harm.
Der Ausgangspunkt der islamischen Lehre
The Islamic Doctrine’s Starting Point
Alles, was die arabischen Götzendiener in ihrer Zeit der Unwissenheit taten, bestand darin, dass sie sich bestimmte Geschöpfe zu Beschützern nahmen, in der Hoffnung, dass diese ihnen bei Gott Gunst verschaffen könnten:
All that the Arab idolaters did in their ignorant days was that they took for their patrons certain creatures hoping that the latter could win them favour with God:
„Und doch sagen jene, die sich außer Ihm andere Beschützer nehmen: ‚Wir verehren sie nur deshalb, damit sie uns näher zu Gott bringen.‘“ (39: 3) Diese Art, sich die Gunst Gottes dadurch zu verschaffen, dass man sich von einigen Seiner Diener protegieren lässt, wird im Qur’ān als götzendienerisch beschrieben. Welche Bezeichnung würde dann auf jene zutreffen, die eine weit abscheulichere Praxis begehen, indem sie sich bemühen, die Gunst Gottes – erhaben ist Er in Seiner Herrlichkeit – bei Seinen Dienern zu gewinnen, indem sie Seine Botschaft mit einer menschengemachten Lehre oder Verhaltensordnung verbinden?
“And yet they who take for their protectors other beings beside Him, say: ‘We worship them for no other reason than that they bring us nearer to God.’“ (39: 3) This manner of seeking favour for oneself with God by being patronized by some of His servants is described in the Qur’ān as idolatrous. What description would then fit those who are guilty of a much more ghastly practice as they try to win favour for God, limitless is He in His glory, with His servants by associating His message with a man-made doctrine or code of practice?
Der Islam hat seine eigenen, unverwechselbaren Merkmale, während Sozialismus und Demokratie das sind, was sie sind. Der Islam ist eine von Gott verordnete Lebensordnung, und er lässt keine andere Bezeichnung oder Beschreibung zu als jene, die Gott ihm selbst gegeben hat. Sozialismus und Demokratie dagegen sind von Menschen geschaffene Systeme, die auf menschlicher Erfahrung beruhen. Wenn Menschen sich für sie entscheiden wollen, müssen sie sich der Grundlage ihrer Wahl in vollem Bewusstsein sein. Ein Gläubiger, der sich für die Umsetzung des von Gott erwählten Glaubens einsetzt, darf sich niemals von dem verlockenden Reiz dessen verleiten lassen, was gerade vorübergehend modern ist, und sich dabei einreden, er tue dem göttlichen Glauben damit einen Gefallen.
Islam has its own distinctive characteristics while socialism and democracy are what they are. Islam is a code of living devised by God and it admits no title or description other than that given to it by God Himself. Socialism and democracy are man-made systems based on human experience. If people want to choose them, then they must be fully aware of the basis of their choice. A believer who advocates the implementation of the faith chosen by God must never allow himself to yield to the temptation of anything that happens to be temporarily fashionable, deluding himself that he is doing the divine faith a favour.