Saba / Sheba (Gegensätzliche Haltungen) 10-21
Saba Sheba ( Contrasting Attitudes ) 10-21
Wir gewährten David Unsere Gnade. Wir sagten:
We graced David with Our favour. We said:
„Ihr Berge, singt mit ihm Gottes Lobpreisungen! Und ebenso ihr Vögel!" Und Wir machten das Eisen für ihn weich,
“You mountains, sing with him God’s praises! And likewise you birds!” We caused iron to become soft for him, (10)
„Fertigt Panzerhemden an und bemesst deren Glieder sorgfältig. Tut Gutes, ihr alle. Ich sehe wahrlich alles, was ihr tut.“ (11)
saying: “Make coats of mail and measure their links with care. Do good, all of you. I certainly see all that you do.” (11)
Für Salomo [haben Wir] den Wind [untertan gemacht]: Sein Morgenlauf [legte die Strecke] einer Monatsreise [zurück], und sein Abendlauf eine Monatsreise.
To Solomon [We made subservient] the wind: its morning course [covered the distance of] a month’s journey, and its evening course a month’s journey.
Wir ließen für ihn eine Quelle geschmolzenen Messings fließen, und einige der Dschinn arbeiteten unter seiner Kontrolle mit der Erlaubnis seines Herrn. Wer unter ihnen von Unserem Gebot abwich, den lassen Wir die Qual eines lodernden Feuers kosten.
We caused a fountain of molten brass to flow for him, and some of the jinn worked under his control by permission of his Lord. Whoever of them deviated from Our command We shall make him taste suffering through a blazing flame.
(12)
(12)
Sie fertigten für ihn an, was er wünschte: Gebetsnischen und Statuen, Becken so groß wie Wassertröge und fest verankerte Kessel. Wir sprachen: „Arbeitet dankbar, Familie Davids! Doch nur wenige Meiner Diener sind wahrhaft dankbar.“ (13)
They made for him whatever he pleased: shrines and statues, basins as large as watering troughs, and firmly anchored cauldrons. We said: ‘Work thankfully, family of David, for few of My servants are truly thankful.’ (13)
Als Wir über ihn den Tod verhängten, wies sie nichts auf seinen Tod hin außer einem Wurm, der an seinem Stab nagte. Und als er zu Boden fiel, erkannten die Dschinn deutlich, dass sie, hätten sie die Wirklichkeit begriffen, die jenseits ihrer Wahrnehmung lag, nicht in erniedrigender Knechtschaft verharrt hätten. (14)
When We decreed his death, nothing showed them that he was dead except an earthworm that gnawed away at his staff. And when he fell to the ground, the jinn saw clearly that, had they understood the reality which was beyond [their] perception, they would not have remained in humiliating servitude. ( 14)
Für die Leute von Saba war in ihrer Wohnstätte ein Zeichen: zwei Gärten, einer zur Rechten und einer zur Linken: „Esst von dem, womit euer Herr euch versorgt hat, und dankt Ihm dafür: ein überaus gutes Land und ein Herr, der sehr vergebend ist.“ (15)
There was a sign for the people of Sheba in their dwelling place: two gardens, one to the right and one to the left: ‘Eat of what your Lord has provided for you, and give thanks to Him: a land most goodly and a Lord Much-Forgiving.’ (15)
Doch sie kehrten sich ab, und so entsandten Wir über sie einen reißenden Wolkenbruch und ersetzten ihre beiden Gärten durch zwei andere mit bitteren Früchten, Tamariskenbäumen und einigen Lotusbäumen. (16)
But they paid no heed, and so We let loose upon them a raging torrent and replaced their two gardens with others yielding bitter fruit, tamarisks, and a few lote trees. (16)
So belohnten Wir sie für ihren Undank:
Thus We requited them for their ingratitude:
Würden Wir so etwa anderen vergelten als den völlig Undankbaren?
would We thus requite any but the totally ungrateful? (17)
Wir hatten zwischen ihnen und den Städten, die Wir gesegnet hatten, Ortschaften gesetzt, die einander sichtbar waren, und die Reisedauer darauf bemessen: „Reist darin in Sicherheit, Nächte und Tage lang."
We had placed between them and the cities which We had blessed towns within sight of one another so that they could travel in measured stages:
„Reist durch sie bei Nacht und bei Tag in Sicherheit.“ (18)
‘Travel through them by night and day in safety.’ (18)
Doch sie sagten: „Unser Herr! Mache unsere Reisen weiter auseinander.“ Sie taten sich selbst Unrecht; so machten Wir sie zu einer Geschichte und zerstreuten sie in alle Winkel des Landes. Gewiss, darin sind Zeichen für jeden, der geduldig im Unglück und dankbar ist. (19)
But they said: ‘Our Lord! Make our journeys longer.’ They sinned against their souls; so We caused them to become a tale, and scattered them throughout the land. Surely, there are signs in all this for anyone who is patient in adversity, deeply grateful. (19)
Tatsächlich bewahrheitete sich die Einschätzung Iblīs' über sie: Sie alle folgten ihm, außer einer Gruppe von Gläubigen. (20)
Indeed Iblīs proved that his opinion of them was right: they all followed him, except for a group of believers. (20)
Doch er hatte keinerlei Macht über sie; nur damit Wir klar unterscheiden zwischen denen, die wahrhaftig an das Jenseits glauben, und denen, die darüber im Zweifel sind.
Yet he had no power at all over them; it is only for the end that We might make a clear distinction between those who truly believe in the life to come and those who are in doubt about it.
Dein Herr wacht über alle Dinge. (21)
Your Lord watches over all things. (21)
Überblick
Overview
Diese Passage enthält gegensätzliche Bilder von Dankbarkeit und deren Fehlen sowie die Unterwerfung bestimmter Kräfte und Geschöpfe unter bestimmte Menschen durch den Willen Gottes, obwohl diese normalerweise keinem Menschen untergeordnet sind. Der Wille und die Macht Gottes sind nicht auf das beschränkt, was für Menschen normal oder vertraut ist. Durch diese Bilder erfahren wir bestimmte Dinge über die Dschinn, die manche Götzendiener verehrten.
This passage contains contrasting images of gratitude and a lack of it, as well as making some powers and creatures subservient, by God’s will, to certain people even though they are not normally subordinate to any human being. God’s will and power are not limited to what is normal or familiar to humans. Through these images we learn certain things about the jinn whom some idolaters worshipped.
Andere versuchten, durch sie Kunde aus der Welt jenseits der Wahrnehmung zu erlangen, doch sie selbst wissen nichts von diesem Bereich. Wir erhalten außerdem zusätzliche Informationen darüber, wie Satan über den Menschen die Oberhand gewinnen kann, obwohl Satan keine Macht über den Menschen hat, außer insofern, als der Mensch ihm diese durch seine eigene Wahl gibt. Weitere klare Elemente in dieser Passage betreffen die Mittel, durch die Gott einige verborgene menschliche Handlungen offenbart, sodass sie in wirklicher Gestalt vor uns erscheinen. Er wird denen, die dafür verantwortlich sind, dann im Jenseits Lohn geben. Diese Passage schließt, wie die erste, mit einem Hinweis auf das Jenseits.
Others tried to learn through them news from the world beyond perception, but they themselves know nothing about that realm. We also have additional information about how Satan can prevail over man, despite the fact that Satan has no power over man except in as much as man gives him this by his own choice. Other clear elements within the passage concern the means by which God reveals some secret human actions so that they appear before us in real terms. He will then give those responsible for them reward in the life to come. This passage concludes, like the first one, with a reference to the life to come.
Besondere Gunstbezeigungen für David
Special Favours For David
„Wir haben David Unsere Gunst erwiesen. Wir sprachen: ‚Ihr Berge, preist mit ihm Gottes Lob! Und ebenso ihr Vögel!‘ Und Wir machten das Eisen für ihn weich, indem Wir sprachen: Fertige Panzer an und bemesse ihre Glieder sorgfältig. Tut Gutes, ihr alle. Ich sehe wahrlich alles, was ihr tut.“ (Verse 10-11) David war die Art von Diener, die am Ende des ersten Teils der Sure beschrieben wird: „Darin liegt wahrlich ein Zeichen für jeden Diener, der sich Gott reumütig zuwendet.“ (Vers 9) Die Sure knüpft an diesen Hinweis an, indem sie einen Teil seiner Geschichte erzählt, eingeleitet durch Einzelheiten über die Gnade, die Gott ihm erwies: „Ihr Berge, preist mit ihm Gottes Lob! Und ebenso ihr Vögel!“ (Vers 10) Überlieferungen zufolge hatte David eine außergewöhnlich schöne Stimme, und er pflegte seine Psalmen zu singen, die Lobpreisungen Gottes sind und im Alten Testament erwähnt werden; Gott allein weiß jedoch, welche davon wirklich von David stammen. Ein authentischer Ḥadīth berichtet, dass der Prophet ﷺ Abū Mūsā al-Ash‘arī spätnachts den Qur’ān rezitieren hörte. Er blieb stehen, um ihm zuzuhören, und bemerkte dann:
“We graced David with Our favour. We said: ‘You mountains, sing with him God’s praises! And likewise you birds!’ We caused iron to become soft for him, saying: Make coats of mail and measure their links with care. Do good, all of you. I certainly see all that you do.” (Verses 10-11) David was the type of servant described at the end of the first part of the sūrah:” In all this, there is a sign for every servant of God turning to Him in repentance.” (Verse 9) The sūrah follows this reference by recounting some of his history, preambled by details of the grace God bestowed on him: “You mountains, sing with him God’s praises! And likewise you birds!” (Verse 10) Reports suggest that David had an unusually beautiful voice, and he used to sing his Psalms, which are praises of God mentioned in the Old Testament, but God knows which of them were truly David’s. An authentic ĥadīth tells us that the Prophet overheard Abū Mūsā al-Ash`arī reciting the Qur’ān deep at night. He stopped to listen to him, and then commented:
„Diesem Mann wurde einer der Psalmen Davids gegeben.“ Die Beschreibung im Qur’ān zeigt, dass David (Friede sei mit ihm) eine so erhabene Stufe der Hingabe und Lauterkeit in seinem Lobpreis erreichte, dass die Schranken zwischen ihm und den anderen Geschöpfen verschwanden. So wurde die Wahrheit zwischen ihnen wechselseitig verbunden, da alle Gott preisen. Daher widerhallten die Berge und die Vögel seinen Lobpreis Gottes. Als alle eine unmittelbare Verbindung zu Gott hatten, fiel alles weg, was Arten und Geschöpfe trennt. Sie spürten, dass ihre Verbundenheit mit Gott alle Schranken zwischen ihnen überwand. Daher antworteten sie einander im Lobpreis Gottes und erreichten ein außergewöhnliches Maß an Lauterkeit, das nur durch die Gnade Gottes erlangt werden kann.
‘This man has been given one of David’s Psalms.’ The Qur’ānic description shows that David (peace be upon him) attained such a sublime standard of devotion and transparency in his praises that barriers between him and other creatures disappeared. Thus the truth between them became interrelated as they all praise God. Hence the mountains and the birds echoed his praises of God. When all of them had direct links with God, whatever separates species and creatures was removed. They felt that their bond with God overcame all barriers between them. Hence, they echoed one another in praising God, attaining an extraordinary level of transparency which can only be attained through God’s grace.
Weitere Gunsterweise für Salomo
More Favours For Solomon
Dieser ganze Gnadenerweis wurde David zuteil. Auch Salomo wurde die Fähigkeit verliehen, außergewöhnliche Taten zu vollbringen, als Ausdruck der Gnade Gottes: „Für Salomo [unterwarfen Wir] den Wind: Sein Morgenlauf [legte die Strecke eines Monats zurück], und sein Abendlauf eine Monatsreise. Wir ließen für ihn eine Quelle geschmolzenen Messings fließen, und einige der Dschinn arbeiteten unter seiner Kontrolle mit der Erlaubnis ihres Herrn. Wer von ihnen von Unserem Befehl abwich, dem lassen Wir die Qual eines lodernden Feuers kosten. Sie fertigten für ihn an, was er wünschte: Gebetsnischen und Statuen, Becken so groß wie Wassertröge und fest verankerte Kessel. Wir sprachen: ‚Wirkt dankbar, Familie Davids, denn wenige Meiner Diener sind wahrhaft dankbar.‘“ (Verse 12-13)
All this grace was given to David. Solomon was also given the ability to perform extraordinary feats, as a manifestation of God’s grace: “To Solomon [We made subservient] the wind: its morning course [covered the distance of] a month’s journey, and its evening course a month’s journey. We caused a fountain of molten brass to flow for him, and some of the jinn worked under his control by permission of his Lord. Whoever of them deviated from Our command We shall make him taste suffering through a blazing flame. They made for him whatever he pleased: shrines and statues, basins as large as watering troughs, and firmly anchored cauldrons. We said ‘Work thankfully, family of David, for few of My servants are truly thankful.’“ (Verses 12-13)
Es gibt zahlreiche Berichte, wonach der Wind Salomo untertan war, doch viele davon scheinen israelitischen Ursprungs zu sein, obwohl die ursprünglichen jüdischen Texte nichts dergleichen erwähnen. Es ist daher weit besser, auf die Erörterung dieser Berichte zu verzichten und sich auf den Qur'ān-Text zu beschränken, ohne über seinen wörtlichen Sinn hinauszugehen. So können wir sagen, dass Gott den Wind in Salomos Dienst stellte, sodass er ihn für einen Monat an einen bestimmten Ort trug [der laut Sure 21, Die Propheten, das Heilige Land ist], und dass er für die Rückreise einen Monat benötigte. Mit diesen beiden Reisen wurden bestimmte Ziele erreicht. Diese waren Salomo bekannt, und er führte sie auf Gottes Geheiß aus. Wir ziehen es vor, zu diesem Punkt nicht mehr zu sagen, um uns nicht in unbegründete Legenden zu verstricken.
There are plenty of reports about the wind being subservient to Solomon, but many appear to have an Israelite origin even though the original Jewish texts do not mention anything about this. It is, therefore, much better to refrain from discussing these reports and to confine ourselves to the Qur’ānic text, going no further than its surface meaning. Thus we can say that God placed the wind at Solomon’s command, making it travel forward to a specific place [which according to Sūrah 21, The Prophets, is the Holy Land] for a month, and then making its return journey over a period of a month. Certain objectives were achieved by these two journeys. These were known to Solomon and he accomplished them by God’s command. We prefer not to say any more on this point so as not to indulge in unsubstantiated legends.
Keine Dankbarkeit für Gottes Gunstbezeigungen
No Gratitude For God’s Favours
David und seine Familie waren voller Dankbarkeit gegenüber Gott für all Seine Segnungen und nutzten solche Gunstbezeugungen für einen guten Zweck. Die Leute von Saba hingegen sind im Gegensatz zu solchen Vorbildern zu sehen. In Sure 27, Die Ameisen, finden wir einen Bericht darüber, was sich zwischen ihrer Königin und Salomo zugetragen hat. Hier gibt die Geschichte einen Bericht darüber, was ihnen nach Salomo widerfahren ist, was darauf hindeutet, dass die hier aufgeführten Ereignisse auf einen Zeitraum nach dem Austausch der Königin mit Salomo zurückgehen. Wahrscheinlicher macht dies, dass die Geschichte hier davon berichtet, dass die Leute von Saba undankbar für Gottes Segnungen wurden, die ihnen daraufhin entzogen wurden und das Volk zerstreut wurde. Unter der in Sure 27 erwähnten Königin erlebten sie eine reiche Zeit und waren sehr mächtig. Die erste Nachricht, die Salomo über sie erhielt, kam von einem Wiedehopf, der ihm sagte: „Ich fand dort eine Frau, die über sie herrscht; ihr wurde von allen guten Dingen gegeben, und ihr Thron ist prächtig. Ich fand sie und ihr Volk, wie sie sich anstatt Gott der Sonne niederwerfen; und Satan hat ihnen ihre Taten schön erscheinen lassen und sie so vom Weg [Gottes!] abgebracht, so dass sie den rechten Weg nicht finden.“ (27:23-24)
David and his family were full of gratitude to God for all His blessings and used such favours for good purpose. The people of Sheba, however, are to be contrasted with such role models. In Sūrah 27, The Ants, we have a report of what took place between their queen and Solomon. Here, the story gives an account of what happened to them after Solomon, which suggests that the events included here date back to a period after the queen’s exchanges with Solomon. What makes this more likely is that the story here speaks of Sheba’s people becoming ungrateful for God’s blessings, which were then withdrawn and the people scattered. Under the queen mentioned in Sūrah 27, they enjoyed a plentiful period and were very powerful. The first report received by Solomon about them was from a hoopoe who told him: “I found there a woman ruling over them; and she has been given of all good things, and hers is a magnificent throne. I found her and her people prostrating themselves to the sun instead of God; and Satan has made their deeds seem goodly to them, thus turning them away from the path [of God!, so that they cannot find the right way.” (27: 23-24)
Darauf folgte die Unterwerfung der Königin unter Gott, als sie den göttlichen Glauben annahm. Die Geschichte bezieht sich also gewiss auf eine spätere Zeit. Sie berichtet von dem, was ihnen widerfuhr, nachdem sie sich von Gott abgewandt und sich geweigert hatten, Ihm für Seine Gunst zu danken.
This was subsequently followed by the queen’s submission to God, as she embraced the divine faith. The story here, then, is certainly of a subsequent period. It tells of what happened to them after they turned away from God and refused to thank Him for His favours.