Dann sehen wir sie auf ihrem Weg, Joseph bei sich, und sie sind entschlossen, ihren böswilligen Plan in die Tat umzusetzen. Gott, der Allmächtige, gibt dem jungen Knaben eine Eingebung und versichert ihm, dass es nur eine Prüfung ist, die gewiss ein Ende finden wird. Er wird überleben, und er wird seine Brüder an ihren Anschlag gegen ihn erinnern, an einem Tag, an dem sie nicht wissen werden, dass er Joseph ist. „Und als sie mit ihm fortgingen und beschlossen, ihn in die Tiefe des Brunnens zu werfen, offenbarten Wir ihm [dies]: ‚Du wirst ihnen von dieser ihrer Tat berichten, zu einer Zeit, da sie dich nicht erkennen werden.‘“ (Vers 15)
Then we see them on their way, Joseph with them, and they intent on putting their wicked plot into effect. God Almighty inspires the young boy, reassuring him that it is only a trial that is certain to come to an end. He will survive and he will remind his brothers of their plot against him on a day when they will not know him to be Joseph. “And when they went away with him, they resolved to cast him into the depths of the well. We revealed [this] to him: ‘You will tell them of this their deed at a time when they shall not know you.’“ (Verse 15)
Ihr Entschluss stand also fest: Sie wollten ihn in die dunklen Tiefen eines Brunnens werfen, um ihn so vollständig aus dem Familienleben zu entfernen. In diesem Moment, als Joseph um sein Leben fürchtet, als niemand da ist, der ihm helfen könnte, und zehn erwachsene, starke Brüder gegen ihn stehen, ein bloßes kleines Kind, kommt ihm durch Eingebung Zuspruch zu: Er werde gerettet werden und so lange leben, bis er sie an ihr Verbrechen erinnert. An jenem Tag in der Zukunft werden sie nicht wissen, dass er ihr Bruder ist, den sie in den Brunnen geworfen hatten.
Their resolve, then, was to cast him into the dark depths of a well to remove him altogether from their family life. At this point when Joseph fears for his life, when there’s no one to help him and ten adult and powerful brothers against him, a mere young child, reassurance comes to him through inspiration that he will be saved and will live until such a time as he reminds them of their crime. At that point in the future, they will not know that he is their brother whom they had thrown into the well.
Wir verlassen Joseph nun, damit er seiner Prüfung entgegentritt, ohne Zweifel bestärkt durch die Eingebung Gottes, und wenden uns seinen Brüdern zu, wie sie ihrem betrübten Vater gegenübertreten, nachdem sie ihr Verbrechen begangen haben: „Am Abend kamen sie weinend zu ihrem Vater und sagten: ‚Vater, wir sind um die Wette gelaufen und haben Joseph bei unseren Sachen zurückgelassen, und der Wolf hat ihn gefressen. Doch du wirst uns nicht glauben, auch wenn wir die Wahrheit sagen.‘ Und sie brachten sein Hemd, das mit falschem Blut befleckt war. Er sagte: ‚Nein, sondern eure Seelen haben euch zum Bösen verleitet. Geduldig ertragen ist schön! Und bei Gott allein suche ich Beistand gegen das Unheil, das ihr beschrieben habt.‘“ (Verse 16-18)
We leave Joseph now to face his ordeal, undoubtedly reassured by God’s inspiration, to look at his brothers facing their saddened father after committing their crime: “At nightfall they came to their father weeping, and said: ‘Father, we went off racing and left Joseph behind with our belongings, and the wolf devoured him. But you will not believe us even though we are saying the truth.’ And they produced his shirt stained with false blood. He said: No, but your minds have tempted you to evil. Sweet patience! It is to God alone that I turn for support in this misfortune that you have described.’” (Verses 16-18)
Ihre Blindheit führte dazu, dass ihr Plan nicht vollkommen war. Hätten sie einen ruhigeren Weg gewählt, hätten sie Joseph beim ersten Mal, als ihr Vater ihnen erlaubte, ihn mitzunehmen, nicht geschadet. Doch sie waren ungeduldig, weil sie fürchteten, keine weitere Gelegenheit mehr zu bekommen.
Ihre Ungeduld zeigt sich auch in der Wahl ihrer Ausrede, als sie den Wolf beschuldigten. Ihr Vater hatte sie gerade in der Nacht zuvor vor genau dieser Möglichkeit gewarnt, und sie stellten das ganze Geschehen als unerhört dar. Es war schlicht nicht glaubwürdig, dass sie Joseph der Gefahr überließen, vor der ihr Vater sie ausdrücklich gewarnt hatte.
Dieselbe Ungeduld zeigt sich darin, wie sie Josephs Hemd mit Blut befleckten, ohne sich die Mühe zu machen, es echt aussehen zu lassen. Die Tat war übereilt und verriet ihre Lügen, so sehr, dass das Blut selbst als Lüge bezeichnet wird, als falsch.
Their blindness meant their plot was imperfect. Had they taken a calmer approach, they would not have harmed Joseph the first time their father permitted them to take him with them. But they were impatient, fearing that they might not have another chance. We also see an aspect of their impatience in their choice of excuse, accusing the wolf. Their father warned them against this possibility only the night before, and they made the whole episode sound outrageous. It was just not plausible that they abandoned Joseph to the risk their father specifically warned them against. The same impatience is seen in the way they stained Joseph’s shirt with blood, without bothering to make it look real. The action was hasty, betraying their lies, so much so that the blood itself is described as lies, or false.
Sie taten all dies, und dann kamen sie am Abend weinend zu ihrem Vater und sagten:
They did all this and then “At nightfall they came to their father weeping, and said:
„Vater, wir gingen um die Wette laufen und ließen Joseph bei unseren Sachen zurück, und der Wolf hat ihn gefressen.“ (Verse 16-17) Als sie dies sagten, schien ihnen aufzugehen, dass alles allzu dürftig klang. Ein Lügner verrät sich oft selbst. Deshalb ließen sie auf ihre falsche Aussage noch diese Bemerkung folgen:
‘Father, we went off racing and left Joseph behind with our belongings, and the wolf devoured him.” (Verses 16-17) As they said this, they seemed to realize it was all too thin. A liar often betrays himself. Hence they followed their false statement with this remark:
„Doch ihr werdet uns nicht glauben, obwohl wir die Wahrheit sagen.“ (Vers 17) Ihr habt Zweifel und vertraut uns nicht, daher werdet ihr uns nicht glauben, selbst wenn wir die Wahrheit sagen.
“But you will not believe us even though we are saying the truth.” (Verse 17) You have your doubts and you do not trust us, so you will not believe us even when we say the truth.
Mit so starken Anzeichen, und mit einer Regung im Herzen, die ihm etwas anderes sagte, empfand Jakob, dass Josef nicht von einem Wolf gefressen worden war, und dass seine Brüder ihn irgendwo zurückgelassen hatten. Er erkannte, dass ihre Geschichte erdacht war und das, was sie beschrieben, offensichtlich falsch war. Er konfrontierte sie damit und sagte, ihre Gedanken hätten etwas Abscheuliches in ihren Augen annehmbar erscheinen lassen und sie dazu gedrängt, es zu begehen. Er erklärte, dass er unter diesem Unglück geduldig sein werde. Er würde weder in Panik geraten noch klagen. Er werde nur Gottes Beistand gegen ihre erfundenen Lügen suchen: „Er sprach: Nein, sondern eure Seelen haben euch zu etwas Bösem verführt. Doch geduldige Geduld ist schön! Und Gott ist es, dessen Hilfe ich gegen das anrufe, was ihr beschreibt.“ (Vers 18)
With such strong indications, an with something in his heart telling him otherwise, Jacob felt that Joseph had not been eaten by a wolf, and that his brothers had ditched him somewhere. He realized that their story was concocted and what they described was plainly false. He faced them with this, saying that their minds had made something ghastly appear acceptable to them and urged them to commit it. He declared that he would be patient under this adversity. He would neither panic nor complain. He would seek only God’s support against their fabricated lies: “He said: No, but your minds have tempted you to evil. Sweet patience! It is to God alone that I turn for support in this misfortune that you have described.’” (Verse 18)
Nun kehren wir kurz zu Josef im Brunnen zurück, um die letzte Szene dieser ersten Folge zu sehen: „Und es kam eine Karawane; und sie schickten ihren Wasserschöpfer, und er ließ seinen Eimer in den Brunnen hinab – [und als er Josef sah] rief er: ‚Welch ein Glück. Hier ist ein Junge!‘ Sie verbargen ihn, um ihn zu verkaufen; doch Gott wusste genau, was sie taten. Und sie verkauften ihn für einen geringen Preis, einige wenige Silbermünzen. So gering schätzten sie ihn.“ (Verse 19–20)
Now we quickly return to Joseph in the well to see the last scene of this first episode: “And there came a caravan; and they sent their water- drawer, and he let down his bucket into the well — [and when he saw Joseph] he cried: ‘What good luck. Here is a boy!’ They concealed him with a view to selling him; but God had full knowledge of what they were doing. And they sold him for a paltry price, a few silver coins. Thus low did they value him.” (Verses 19-20)
Der Brunnen lag an der Seite der Karawanenstraße, und Karawanen nehmen immer Wasser, wo immer sie es finden können, sei es in Brunnen oder in Gruben, in denen sich Regenwasser sammelt.
The well was by the side of the caravan route, and caravans always take water wherever they can find it, whether in wells or in pits where rain water gathers.
„Es kam eine Karawane.“ Der hier für die Karawane verwendete Begriff ist sayyārah, der von langer Reise abgeleitet ist. „Sie schickten ihren Wasserschöpfer“, d. h. die Person, der die Aufgabe übertragen wurde, Wasser für die Karawane zu finden, weil sie in einer so lebenswichtigen Angelegenheit erfahren ist. Er tut das Übliche, lässt seinen Eimer in den Brunnen hinab, um sich zu vergewissern, dass er nicht trocken ist, oder um den Eimer zu füllen. Die Sure erwähnt keine Einzelheiten zu Josephs Reaktion, als er sah, wie der Eimer hinabgelassen wurde, und zu seiner schnellen Bewegung, sich daran festzuhalten, damit es sowohl für den Leser als auch für den Zuhörer eine Überraschung bleibt.
“There came a caravan.” The term used here to refer to the caravan is sayyārah, which derives from long travel. “They sent their water- drawer,” i.e. the person assigned the task of finding water for the caravan because he is experienced in such a vital matter. He does the normal thing, letting down his bucket into the well, to make sure that it is not dry, or to fill the bucket. The sūrah does not mention any details of Joseph’s reaction when he saw the bucket being lowered and his quick movement to attach himself to it, so as to keep it a surprise to reader and listener alike.
Als der Wasserschöpfer Joseph sieht, stößt er einen Ruf aus: „Was für ein Glück! Hier ist ein Junge!“ Wieder wird alles, was danach folgt, ausgelassen: was gesagt wurde, welche Handlung erfolgte und wie erfreut Joseph war, als man ihn aus dem Brunnen zog. Stattdessen spricht die Sure sofort über seine Lage bei der Karawane: „Sie verbargen ihn, um ihn zu verkaufen.“ (Vers 19) Das bedeutet, dass sie ihn als geheime Ware betrachteten und damit als etwas, das sie verkaufen konnten.
When the water-drawer sees Joseph, he lets out a cry: “What good luck. Here is a boy!” Once again, all that follows is deleted: what was said, what action was taken, and how pleased Joseph was when he was pulled out of the well. Instead, the sūrah speaks immediately of his situation with the caravan: “They concealed him with a view to selling him.” (Verse 19) This means that they considered him secret merchandise and thereby something they could sell.
Sie erkannten, dass er kein Sklave war, weshalb sie ihn versteckten. Dann verkauften sie ihn billig: „Und sie verkauften ihn für einen schäbigen Preis, einige Silbermünzen.“ (Vers 20) Das war damals ihre Währung. Man zählte die Münzen aber nur, wenn der Preis niedrig war, und wog sie, wenn der Preis hoch war. Hier spricht die Sure vom Zählen der Münzen, um anzudeuten, wie billig sie ihn verkauften.
They realized that he was not a slave, which accounts for why they hid him. Then, they sold him on the cheap: “And they sold him for a paltry price, a few silver coins.” (Verse 20) That was their currency at the time. People only counted coins however when the price was low, and weighed them when the price was high. Here the sūrah speaks of counting the coins to indicate how cheaply they sold him.
„So gering schätzten sie ihn.“ (Vers 20) Sie wollten ihn schnell loswerden, damit sie nicht dafür zur Rechenschaft gezogen wurden, dass sie ein freies Kind versklavt und verkauft hatten.
“Thus low did they value him.” (Verse 20) They wanted rid of him quickly so that they did not have to account for enslaving and selling a free child.
So ist die erste Prüfung im Leben dieses edlen Propheten ﷺ vorüber.
Thus the first trial in the life of this noble prophet is over.