An-Nisā' (Der Kampf wird wieder aufgenommen) 44 – 57
Al-Nisa ( Battle Resumed ) 44 - 57
Hast du nicht auf jene geblickt, denen ein Teil der Schrift gegeben wurde und die nun den Irrweg gegen die Rechtleitung eintauschen und auch ihr vom rechten Weg abgebracht werden wollt? (44)
Are you not aware of those who, having been granted a share of Divine revelations, now barter it away for error, and want you too to lose your way. (44)
Aber Gott weiß am besten, wer eure Feinde sind.
But God knows best who are your enemies.
Gott genügt dir als Beschützer, und Gott genügt als Helfer. (45)
God is sufficient for you as a patron, and God is sufficient to give succour. (45)
Unter den Anhängern des jüdischen Glaubens gibt es einige, die (offenbarte) Worte aus ihrem Zusammenhang reißen und sagen: „Wir haben gehört, aber wir widersetzen uns“ und „Hör zu, möge dir das Hören genommen werden“ und „Schenke uns Gehör“. So verdrehen sie mit ihren Zungen die Worte und stellen den wahren Glauben als falsch dar. Hätten sie aber gesagt: „Wir haben gehört und wir gehorchen“ und „Höre uns zu und habe Geduld mit uns“, so wäre es zu ihrem eigenen Besten und angemessener gewesen. Gott hat sie wegen ihres Unglaubens verstoßen. Nur wenige von ihnen glauben.
Among those of the Jewish faith there are some who take (revealed) words out of their context and say: “We have heard, but we disobey” and, “Hear; may you be bereft of hearing,” and, “Hearken to us.” Thus they distort the phrases with their tongues and imply that the true faith is false. Had they but said: “We have heard and we pay heed,” and “Hear us and have patience with us,” it would have been for their own good and more proper. God has rejected them for their disbelief. It is only a few of them that believe. (46)
O ihr, denen die Schrift gegeben wurde! Glaubt an das, was Wir herabgesandt haben, als Bestätigung dessen, was ihr bereits habt, bevor Wir Gesichter auslöschen und sie nach hinten wenden oder sie verfluchen, so wie Wir die Sabbatbrecher verflucht haben. Denn der Befehl Gottes wird stets ausgeführt. (47)
O you who have been given revelations! Believe in what We have bestowed from on high confirming that which you already have, lest We obliterate faces and turn them backward, or We reject them as We rejected the Sabbath-breakers: for God’s will is always done. (47)
Gott wird niemals vergeben, dass Ihm Teilhaber beigesellt werden. Jede geringere Sünde vergibt Er, wem Er will. Wer Gott Teilhaber beigesellt, hat wahrlich eine gewaltige Sünde erdacht. (48)
God will never forgive that partners are associated with Him. He forgives any lesser sin to whomever He wills. He who associates partners with God indeed contrived an awesome sin. (48)
Kennst du diejenigen, die sich selbst für rein halten? Doch es ist Gott, der reinigt, wen Er will.
Are you aware of those who consider themselves pure? It is indeed God who causes whom He wills to grow in purity.
Keinem wird auch nur um Haaresbreite Unrecht getan. (49)
None shall be wronged by as much as a hair’s breadth. (49)
Siehe, wie sie Lügen gegen Gott erdichten.
Behold how they fabricate lies against God.
Das ist für jeden Menschen schon Grund genug, es als eindeutige Sünde zu betrachten. (50)
This is enough as an obvious sin [for anyone]. (50)
Weißt du nicht von jenen, denen ein Teil der Schrift gegeben wurde und die nun an Falsches und Götzendienst glauben und den Ungläubigen sagen, sie seien rechtgeleiteter als die Gläubigen? (51)
Are you not aware of those who, having been granted a share of Divine revelations, now believe in falsehood and arrogant deviation [from Divine faith], and they say to the unbelievers that they are better guided than the believers. (51)
Diejenigen, die Gott verworfen hat; und wen Gott verwirft, für den wirst du keinen Helfer finden. (52)
These are the ones whom God has rejected; anyone whom God rejects shall find none to succour him. (52)
Haben sie etwa einen Anteil an (Gottes)
Have they, perchance, a share in (God’s)
Wenn sie die Herrschaft besäßen, würden sie anderen Menschen nicht einmal so viel geben, wie die Rille eines Dattelkerns fassen würde. (53)
dominion? If so, they would not give other people so much as [would fill] the groove of a date-stone. (53)
Beneiden sie etwa die Menschen um das, was Gott ihnen aus Seiner Huld gegeben hat? Wir haben doch dem Hause Abrahams Offenbarung und Weisheit gegeben, und Wir haben ihnen ein gewaltiges Reich verliehen. (54)
Do they, perchance, envy other people for what God has given them out of His bounty? We have indeed given revelation and wisdom to the House of Abraham, and We did bestow on them a mighty dominion. (54)
Manche von ihnen glauben an ihn, und manche wenden sich von ihm ab. Die Hölle genügt als Strafe in Form des Feuers. (55)
Some of them believe in him and some turn away from him. Sufficient scourge is the fire of Hell. (55)
Jene, die Unsere Zeichen verleugnen, werden Wir bald ins Feuer bringen. Sooft ihre Haut verbrannt ist, ersetzen Wir sie durch neue Haut, damit sie die Qual in vollem Maße kosten. Gott ist wahrlich Allmächtig, Allweise. (56)
Those who disbelieve in Our revelations We shall, in time, cause them to endure fire: every time their skins are burnt off, We shall replace them with new skins, so that they may taste suffering [in full]. God is indeed Almighty, Wise. (56)
Diejenigen aber, die glauben und gute Werke tun, werden Wir in Gärten einführen, durch die Bäche fließen; darin werden sie ewig bleiben. Dort werden sie reine Gattinnen haben, und Wir werden sie in einen kühlen, dichten Schatten führen. (57)
but those who believe and do righteous deeds We shall admit into gardens through which running waters flow, where they shall abide beyond the count of time. There they shall have pure spouses, and We shall admit them into a cool, dense shade. (57)
Überblick
Overview
Die Abschnitte dieser Sure, die wir bisher besprochen haben, befassten sich ausschließlich mit der Organisation der islamischen Gesellschaft und behandelten die Ehe, die Fürsorge für Waisen, das Erbrecht und andere einschlägige Angelegenheiten. Mit diesem Abschnitt wendet sich die Sure einem anderen Thema zu: Sie gibt der muslimischen Gemeinschaft Anleitung, wie sie ihren Feinden begegnen soll. Über diesen Kampf haben wir bereits gesprochen, als wir die beiden vorangehenden Suren kommentierten, Sure 2, Die Kuh oder Al-Baqarah, und Sure 3, Die Familie `Imrāns oder Āl `Imrān.
The passages of this sūrah which we have discussed so far dealt exclusively with the organisation of Islamic society, speaking about marriage, taking care of orphans, inheritance and other relevant matters. Beginning with this passage the sūrah turns to a different subject, providing guidance to the Muslim community on how to face its enemies. We have already spoken about this fight when we commented on the two preceding Sūrahs, 2, The Cow, or Al-Baqarah, and 3, The House of `Imrān, or Āl `Imrān.
Die Sure wechselt nun ihren Schwerpunkt und spricht vor allem über den äußeren Kampf, den die muslimische Gemeinschaft gegen die sie umgebenden feindseligen Gemeinschaften führte und noch immer führen muss. Der Kampf beginnt jedoch nicht an dieser Stelle. Alles, was in der Sure an sozialer, wirtschaftlicher und familienrechtlicher Gesetzgebung bereits dargelegt wurde, alle moralischen Werte, die etabliert wurden, und die Überreste der Unwissenheit (Dschahiliyya), die beseitigt wurden, damit die muslimische Gemeinschaft ihre eigentümlichen islamischen Merkmale erlangt, stehen alle in Beziehung zu dem äußeren Kampf gegen die Feinde dieser Gemeinschaft. Ob diese Feinde nun speziell in Madinah oder allgemein in Arabien ansässig sind, all dies wurde als Vorbereitung auf diesen Kampf gegeben. Diese Gesetzgebung und diese Werte stellen eine anhaltende Kampagne dar, die Fundamente der neuen Gesellschaft auf der Grundlage des Islam zu legen, damit sie ihren Feinden standhalten und sie überwinden kann.
The sūrah now changes emphasis so as to speak mainly about the external battle the Muslim community had and has to fight against surrounding, hostile communities. The battle, however, does not begin at this particular point. All that has passed in the sūrah of social, economic, and family legislation, and all the moral values which have been established and the traces of ignorance eradicated so that the Muslim community acquires its distinctive Islamic features are all relevant to the external battle against that community’s enemies. Whether these enemies be in Madinah in particular or in Arabia generally, all was given in preparation for this battle. This legislation and these values represent a sustained campaign to lay down the foundations of the new society on the basis of Islam so that it may be able to face up to its enemies and overcome them.
Fehler verstärkt
Error Multiplied
Weißt du nicht von denen, denen ein Teil der Offenbarungen gegeben wurde und die nun Irrtum gegen Rechtleitung eintauschen und wollen, dass auch ihr den Weg verliert? Gott kennt eure Feinde am besten. Gott genügt als Beschützer, und Gott genügt als Helfer. Unter den Anhängern des jüdischen Glaubens gibt es einige, die (Offenbartes) ...
Are you not aware of those who, having been granted a share of Divine revelations, now barter it away for error, and want you too to lose your way. But God knows best who are your enemies. God is sufficient for you as a patron, and God is sufficient to give succour. Among those of the Jewish faith there are some who take (revealed)
Sie verdrehen die Worte aus ihrem Zusammenhang und sagen: „Wir haben gehört, aber wir widersetzen uns“ und „Höre, möge dir Gehör versagt bleiben“ und „Schau auf uns.“ Auf diese Weise verdrehen sie die Ausdrücke mit ihren Zungen und unterstellen, dass der wahre Glaube falsch sei. Hätten sie gesagt: „Wir haben gehört und wir gehorchen“ und „Höre uns und habe Geduld mit uns“, wäre es zu ihrem eigenen Vorteil und angemessener gewesen. Gott hat sie wegen ihres Unglaubens verstoßen. Nur wenige von ihnen glauben.
words out of their context and say: “We have heard, but we disobey” and, “Hear; may you be bereft of hearing,” and, “Hearken to us.” Thus they distort the phrases with their tongues and imply that the true faith is false. Had they but said: “We have heard and we pay heed,” and “Hear us and have patience with us, “ it would have been for their own good and more proper. God has rejected them for their disbelief. It is only a few of them that believe. (Verses 44-46)
Dies ist die erste in einer langen Reihe von Aussagen, die sich über die Haltung wundern, die die Juden einnehmen. Sie richtet sich an den Propheten ﷺ und an alle, die diese einzigartige Haltung beobachten. Da ihnen ein Teil der Schrift gegeben wurde, nämlich die Tora, die ihnen durch den Gesandten Gottes, Moses, überbracht wurde, hätte sie ihnen Rechtleitung geben und sie von ihren irrigen Wegen abbringen müssen.
This is the first in a long series of statements which wonder at the attitude taken by the Jews. It is addressed to the Prophet (peace be upon him) and to everyone who witnesses this singular stance. Since they have been given a portion of the Scriptures, namely the Torah, which was conveyed to them by God’s Messenger, Moses, it should have given them guidance, steering them away from their erroneous ways.
Sie beanspruchen diesen Teil und das, was er an göttlicher Rechtleitung beinhaltet, doch dennoch tauschen sie ihn gegen Irrtum ein. Die Verwendung des Ausdrucks „eintauschen gegen“, oder wörtlicher „kaufen“, ist sehr bedeutsam, denn er impliziert eine Handlung, die nach Überlegung erfolgt. Sie besitzen eine Rechtleitung, die sie ignorieren, und deshalb ziehen sie es vor, sich im Irrtum zu befinden. Der Handel kommt nicht infolge von Unwissenheit oder aus Versehen zustande, sondern er wird wissentlich abgeschlossen. Das ist außerordentlich bemerkenswert. Daher wundert sich der Qur'an über ihre Haltung.
Verfälschung der Worte Gottes
Distortion Of God’s Words
Zunächst wird die verwundernde Frage in einer Weise formuliert, die die Leute der Schrift im Allgemeinen meint. Man versteht jedoch, dass damit unmittelbar die Juden von Madinah gemeint waren. Nun spezifiziert der Qur’ān die Juden und beschreibt ihr grobes Verhalten gegenüber dem Propheten ﷺ in den frühen Jahren seiner Niederlassung in Madinah, bevor sie schließlich unterworfen wurden: „Unter denen, die jüdischen Glaubens sind, gibt es einige, die (offenbarte) Worte aus ihrem Zusammenhang reißen und sagen: ‚Wir haben gehört, aber wir widersetzen uns‘ und ‚Höre; mögest du des Gehörs beraubt sein‘ und ‚Hör auf uns.‘ So verdrehen sie die Wendungen mit ihren Zungen und suggerieren, dass der wahre Glaube falsch sei.“ (Vers 46)
At first, the wondering question is phrased in a way which means the people of the Scriptures in general. It is understood that those who were directly meant by this were the Jews of Madinah. Now the Qur’ān specifies the Jews and describes their rude behaviour towards the Prophet in the early years of his settlement in Madinah, before they were finally subdued: “Among those of the Jewish faith there are some who take (revealed) words out of their context and say: ‘We have heard, but we disobey’ and, ‘Hear; may you be bereft of hearing,’ and, ‘Hearken to us.’ Thus they distort the phrases with their tongues and imply that the true faith is false.” (Verse 46)
Sie sind so unverschämt und unhöflich, dass sie sogar offenbarte Aussagen verdrehen.
They have been so impudent and rude that they even distort revealed statements.
Wahrscheinlich bezieht sich dies auf ihre andere Auslegung von Aussagen aus der Tora, die von ihrer eigentlichen Bedeutung abweicht. Sie taten dies, um jeden Hinweis auf die letzte, göttliche Botschaft zu leugnen und jede Gesetzgebung zu beseitigen, die durch den Qur’ān, die letzte Offenbarung Gottes, bestätigt wird. Wenn in beiden Schriften dieselbe Gesetzgebung enthalten ist, ist dies offensichtlich ein Beleg für ihre gemeinsame Quelle und folglich ein Beleg, der die Wahrhaftigkeit der Botschaft Muĥammads ﷺ unterstreicht.
Most probably, this is a reference to their different interpretation of statements given in the Torah from how they were actually intended. They did this in order to deny every reference to the final, Divine message and to remove every piece of legislation endorsed by the Qur’ān, God’s final revelation. Obviously, when the same legislation is given in both Scriptures, this is evidence of their common source, and, consequently, it is evidence emphasising the truthfulness of Muĥammad’s message.
Die Verfälschung religiöser Aussagen, damit diese mit den Wünschen der Menschen in Einklang gebracht werden, ist ein Phänomen, das jeder Gruppe von Geistlichen eigen ist, die vom rechten Weg abgekommen sind und ihr religiöses Wissen als Beruf im Dienste der Mächtigen betrachten und zugleich versuchen, jene Teile der Masse zu besänftigen, die sich von der Disziplin der Religion befreien wollen. Vielleicht übertreffen die Juden alle anderen Völker in dieser Hinsicht, obwohl wir in unserer Zeit auch einige Muslime gesehen haben, die ihr religiöses Wissen als Beruf betreiben. Tatsächlich können es einige von diesen mit den Juden durchaus aufnehmen.
Eine Warnung, die man nicht ignorieren sollte
A Warning Not To Be Ignored
Diese beiden Verse stellen einen Aufruf an die Leute der Schrift dar, insbesondere an die Juden, an das Buch zu glauben, das herabgesandt wurde und bestätigt, was sich bereits in ihren Händen befindet. Damit verbunden ist eine Warnung davor, entstellt und verflucht zu werden, was nur zu erwarten ist, wenn sie in ihrer hartnäckigen Ablehnung des neuen göttlichen Glaubens und in ihren Ränkespielen gegen ihn verharren. Sie werden als vom Glauben an die absolute Einheit Gottes abgewichen gebrandmarkt, die auch das Wesen ihres eigenen Glaubens ist.
These two verses represent a call made to the people of the Scriptures, particularly the Jews, to believe in the Book, which has been sent down confirming what is already in their hands. This is coupled with a warning against their being misshaped and cursed, which can only be expected if they continue in their obstinate rejection of the new Divine faith and in their scheming against it. They are branded as deviant from the faith in the absolute oneness of God, which is also the essence of their faith.
Gott vergibt niemals, dass Ihm Teilhaber beigesellt werden. Zugleich wird die weite Reichweite der Vergebung Gottes umrissen. So tritt die Ungeheuerlichkeit, anderen Gottheiten neben Gott Teilhaberschaft beizumessen, klar und deutlich hervor.
God never forgives associating partners with Him. At the same time, the broad scope of God’s forgiveness is outlined. Thus, the enormity of associating other deities with God is delineated in sharp relief.
O ihr, denen die Schrift gegeben wurde! Glaubt an das, was Wir herabgesandt haben, das bestätigt, was ihr bereits habt, bevor Wir Gesichter auslöschen und sie rückwärts wenden oder sie verfluchen, so wie Wir die Sabbatbrecher verflucht haben – denn der Ratschluss Gottes wird stets vollzogen. Gott wird gewiss nicht vergeben, dass Ihm Teilhaber beigesellt werden. Doch vergibt Er, was darunter liegt, wem Er will. Wer Gott Teilhaber beigesellt, der hat in der Tat eine ungeheure Sünde ersonnen. (Verse 47-48)
0 you who have been given revelations! Believe in what We have bestowed from on high confirming that which you already have, lest We obliterate faces and turn them backward, or We reject them as We rejected the Sabbath-breakers: for God’s will is always done. God will never forgive that partners are associated with Him. He forgives any lesser sin to whomever He wills. He who associates partners with God indeed contrived an awesome sin. (Verses 47-48)
Sie werden mit der Eigenschaft angesprochen, die sie eigentlich als Erste dazu hätte bewegen müssen, dem Islam positiv zu begegnen: „O ihr, denen Offenbarungen gegeben wurden! Glaubt an das, was Wir herabgesandt haben, als Bestätigung dessen, was ihr bereits habt.“ (Vers 47) Da sie Offenbarungen empfangen hatten, war es für sie nichts Befremdliches, dass göttliche Rechtleitung gegeben wird. Derjenige, der ihnen diese Schriften gegeben hat, ruft sie nun auf, an eine Botschaft zu glauben, die ihre eigene bestätigt. Wäre dies allein ausreichend gewesen, um einen klaren Beweis oder ein starkes Argument für die Annahme des Glaubens zu liefern, dann hätten die Juden die Ersten sein müssen, die ihn annehmen. Doch sie hatten ihre eigenen Interessen, Ambitionen, Groll und Hass. Darüber hinaus waren sie selbst abtrünnig. In der Tora werden sie als ein „halsstarriges Volk“ beschrieben. Daher wiesen sie den Glauben zurück, und sie verdienten die strenge Warnung: „Glaubt … bevor Wir Gesichter auslöschen und sie rückwärts wenden, oder Wir sie verfluchen, so wie Wir die Sabbatbrecher verflucht haben – denn der Ratschluss Gottes wird stets vollzogen.“ (Vers 47)
12 Hierbei ist zu erwähnen, dass es einen weiteren Bericht gibt, der darauf hindeutet, dass Ka`b den Islam viel später annahm, während der Herrschaft von `Umar ibn al-Khaţţāb. Dieser Bericht, der möglicherweise genauer ist, führt seine Annahme des Islam ebenfalls darauf zurück, dass er diesen Vers gehört hatte.
12 It should be mentioned here that there is another report which suggests that Ka`b embraced Islam much later, during the reign of `Umar ibn al-Khaţţāb. This report, which may be more accurate, also makes his adoption of Islam the result of listening to this verse.
Gott Lügen andichten
Fabricating Lies Against God
Während der Qur'ān den Kampf der muslimischen Gemeinschaft gegen die Juden in Madinah lenkt, wundert er sich über jene, die behaupten, sie seien das auserwählte Volk Gottes. Sie beanspruchen darüber hinaus, rein zu sein, und doch verfälschen sie weiterhin die Worte Gottes, verhalten sich dreist gegenüber Gott und Seinem Gesandten ﷺ und glauben an falsche Gottheiten.
As the Qur’ān directs the battle of the Muslim community against the Jews in Madinah, it wonders at those who claim that they are God’s chosen people. They further claim to be pure, yet they continue to distort God’s words and take an impudent attitude towards God and His Messenger, and believe in false deities.
So behaupten sie falsche Ansprüche gegenüber Gott, indem sie geltend machen, sie stünden Ihm nahe, ungeachtet des Ausmaßes ihrer schlechten Taten. „Hast du nicht auf jene geachtet, die sich selbst für rein halten? Gott ist es, der läutert, wen Er will. Und ihnen wird nicht um das Geringste Unrecht getan. Sieh, wie sie gegen Gott Lügen erdichten! Das genügt als offenkundige Sünde [für jeden].“ (Verse 49-50)
They, thus, assert false claims against God as they allege that they are close to Him regardless of the magnitude of their bad deeds. “Are you aware of those who consider themselves pure? It is indeed God who causes whom He wills to grow in purity. None shall be wronged by as much as a hair’s breadth. Behold how they fabricate lies against God. This is enough as an obvious sin [for anyone].” (Verses 49-50)
Dass die Juden das auserwählte Volk Gottes sind, ist eine uralte Behauptung, die sie selbst aufstellen. Gott hat sie tatsächlich erwählt, Träger Seiner Botschaft an den Rest der Menschheit zu sein, und ihnen damals eine herausragende Stellung über allen anderen Völkern verliehen. Um ihretwillen vernichtete Er den Pharao und sein Volk und erlaubte ihnen, das heilige Land in Besitz zu nehmen. Sie jedoch wichen von dem Weg ab, den Gott für sie bestimmt hatte, und verbreiteten viel Verderbnis im Land, indem sie jedes Übel verübten. Ihre Rabbiner erklärten ihnen für erlaubt, was Gott verboten hatte, und verboten ihnen, was Gott erlaubt hatte. Das Volk folgte ihnen und erhob keinen Einwand gegen ihren tatsächlichen Anspruch auf Göttlichkeit, den sie durch eben diese Gesetzgebung erhoben. Die Rabbiner änderten das Gesetz Gottes, um die Mächtigen zufriedenzustellen und den Begierden der Massen zu entsprechen. Indem sie ihren Rabbinern folgten, betrachteten die Menschen diese faktisch als Herren neben Gott.
That the Jews are God’s chosen people is an age-old claim asserted by them. God has indeed chosen them to be the bearers of His message to the rest of mankind, giving them at the time a distinguished position above all other nations. He destroyed Pharaoh and his people for their sake and allowed them to take over the sacred land. They, however, deviated from the path God has chosen for them and spread much corruption in the land, perpetrating every evil. Their rabbis made lawful for them what God had forbidden and forbade them what God had made lawful. The people followed them making no objection to their effective claim to Godhead, which they were stating by virtue of their making such legislation. The rabbis changed God’s law in order to appease the people in power and to satisfy the desires of the masses. When they followed their rabbis, the people effectively considered them as lords, alongside God.
Stolz auf falsche Überzeugungen
Taking Pride In False Beliefs
Die Sure lenkt weiterhin die Aufmerksamkeit auf die eigentümliche Haltung derer, die behaupten, rein zu sein, während sie an Falschheit und an willkürliche Abweichung von der göttlichen Rechtleitung glauben. Zugleich bezeugen sie, dass die heidnischen Araber besser geleitet waren als diejenigen, die an Gott, an Seine Botschaft und an die göttliche Ordnung glaubten. Darauf folgt eine unverhohlene Verurteilung dieser Menschen und ihrer Haltung. Sie werden als neidisch und geizig dargestellt. Der wahre Grund für ihre Ablehnung des Islam, die ihre Abweichung vom Glauben Abrahams kennzeichnet, auf dessen Zugehörigkeit sie stolz waren, wird genannt, zusammen mit einer deutlichen Warnung an sie, dass das Beharren auf einer solchen Haltung unweigerlich zur Hölle führen wird.
The sūrah continues to draw people’s attention to the singular attitude of those who claim to be pure, while they believe in falsehood and in arbitrary deviation away from Divine guidance. At the same time, they testify that the pagan Arabs were better guided than those who believed in God, His message, and the Divine constitution. This is followed by an outright denunciation of these people and their attitude. They are shown as envious and stingy. The true reason for their opposition to Islam which marks their deviation from the faith of Abraham, in belonging to which they took pride, is given together with a clear warning to them that persistence in such an attitude will inevitably lead to Hell.
Hast du nicht gesehen, wie diejenigen, denen ein Teil der Schrift gegeben wurde, an das Falsche glauben und an dem Götzendienst festhalten und zu den Ungläubigen sagen: "Diese sind auf einem besseren Weg als die Gläubigen"? Das sind diejenigen, die Gott verflucht hat. Und wen Gott verflucht, dem wirst du keinen Helfer finden. Haben sie etwa einen Anteil an der Herrschaft? Dann würden sie den Menschen nicht einmal die Vertiefung eines Dattelkerns geben. Oder beneiden sie die Menschen um das, was Gott ihnen von Seiner Huld gegeben hat? Wir haben doch der Familie Abrahams die Schrift und die Weisheit gegeben und ihnen ein gewaltiges Reich verliehen.
Are you not aware of those who, having been granted a share of Divine revelations, now believe in falsehood and arrogant deviation [from Divine faith], and they say to the unbelievers that they are better guided than the believers. These are the ones whom God has rejected; anyone whom God rejects shall find none to succour him. Have they, perchance, a share in (God’s) dominion? If so, they would not give other people so much as [would fill] the groove of a date-stone. Do they, perchance, envy other people fir what God has given them out of His bounty? We have indeed given revelation and wisdom to the House of Abraham, and We did bestow on them a mighty dominion.
Einige von ihnen glauben an ihn, und andere wenden sich von ihm ab. Die Hölle genügt als Strafe in Brand. (Verse 51-55)
Das Wesen des Neids
The Nature Of Envy
Die nächsten beiden Verse prangern ihre Feindseligkeit gegenüber dem Propheten ﷺ und den Muslimen im Allgemeinen an, die ihnen die Gunsterweise Gottes missgönnen: die Offenbarungen, den Sieg und die Stärke. Sie beneiden sie um das, was Gott ihnen aus Seiner Gnade gewährt hat. Sie selbst haben ihnen nichts von dem Ihren gegeben. Sie betrachten jede Gunst, die Gott einem anderen als ihnen selbst erweist, als unverdient, obwohl Er ihnen und ihren Vorfahren viel von Seiner Gnade geschenkt hat. Seine Huld hat sie nicht gelehrt, großzügig zu sein, und hat sie nicht von ihrem Neid befreit. „Haben sie etwa einen Anteil an der Herrschaft (Gottes)? Wenn ja, so würden sie den Menschen nicht einmal so viel geben, wie die Rille eines Dattelkerns fasst. Oder neiden sie den Menschen, was Gott ihnen aus Seiner Huld gegeben hat? Wir haben doch dem Hause Abrahams Offenbarung und Weisheit gegeben, und Wir haben ihnen ein gewaltiges Reich verliehen.“ (Verse 53-54)
The next two verses denounce their opposition to the Prophet and Muslims generally, begrudging them God’s favours of revelations, victory and strength. They envy them what God has granted them of His grace. They have not given them anything of their own. They view as undeserved, any favour God grants to anyone other than themselves, although He has bestowed on them and their predecessors much of His grace. His bounty has not taught them to be generous, and has not rid them of their envy. “Have they, perchance, a share in (God’s) dominion? If so, they would not give other people so much as [would fill] the groove of a date-stone. Do they, perchance, envy other people for what God has given them out of His bounty? We have indeed given revelation and wisdom to the House of Abraham, and We did bestow on them a mighty dominion.” (Verses 53-54)
Das ist eine erstaunliche Haltung. Sie ertragen nicht, dass Gott irgendeinem Seiner Diener eine Gunst erweist. Sind sie etwa Seine Teilhaber? Gepriesen sei Er, dass Er irgendwelche Teilhaber nimmt. Haben sie etwa einen Anteil an Seinem Reichtum und Besitz, von dem Er Seine Gaben verteilt?
This is an amazing attitude. They cannot tolerate that God grants any of His servants any favour. Are they His partners? Glorified be He to take any partners. Do they have any share in His wealth and property, from which He bestows His gifts?
Hätten sie irgendeinen Anteil daran, so würden sie den Menschen nicht einmal ein Fitzelchen geben. Der arabische Ausdruck, der hier für „ein Fitzelchen“ verwendet wird, bezeichnet einen kleinen Strich, der an der Rückseite eines Dattelkerns oder an seiner Furche zu sehen ist. Die Israeliten sind zu selbstsüchtig, um selbst das den Menschen zu geben, hätten sie einen Anteil an Gottes Reichtum. Wir preisen Gott, dass sie keinen Anteil daran haben, sonst wäre die ganze Menschheit zugrunde gegangen.
Zwei gegensätzliche Schicksale
Two Contrasting Destinies
An dieser Stelle legt die Sure, die von der Treue oder Untreue zum Glauben unter den Nachkommen Abrahams spricht, die allgemeine Regel der Vergeltung dar, die für Gläubige wie Ungläubige gilt, in allen Religionen und zu allen Zeiten. Hier wird sie in Form einer Szene aus dem Tag des Gerichts dargestellt: „Jenen, die Unsere Zeichen leugnen, werden Wir zu gegebener Zeit ein Feuer aussetzen. Sooft ihre Haut verbrannt ist, geben Wir ihnen dafür eine neue Haut, damit sie die Strafe in voller Härte kosten. Gott ist wahrlich mächtig und weise. Jene aber, die glauben und gute Werke tun, werden Wir in Gärten einführen, durch die Bäche fließen, wo sie ewig bleiben werden. Dort haben sie reine Gattinnen, und Wir führen sie in einen kühlen, dichten Schatten.“ (Verse 56-57)
At this point, the sūrah, which speaks of adherence to faith or lack of it among Abraham’s descendants, states the general rule of reward which applies to believers and unbelievers alike, in all religions and at all times. Here it is stated in the form of a scene from the Day of Judgement: “Those who disbelieve in Our revelations We shall, in time, cause them to endure fire: every time their skins are burnt off, We shall replace them with new skins, so that they may taste suffering [in full]. God is indeed Almighty, Wise. But those who believe and do righteous deeds We shall admit into gardens through which running waters flow, where they shall abide beyond the count of time. There they shall have pure spouses, and We shall admit them into a cool, dense shade.” (Verses 56-57)
„Sooft ihre Haut verbrannt ist, ersetzen Wir sie durch neue Haut, damit sie die Pein [in vollem Maße] kosten.“ Es ist eine nie endende Szene, die sich unseren Augen darbietet und immer wieder aufs Neue wiederholt. Unsere Gedanken richten sich auf sie, und wir können den Blick nicht abwenden. Es ist ein furchterregendes Bild, und das Furchterregende vermag die Blicke der Menschen anzuziehen und festzuhalten.
“Every time their skins are burnt off, We shall replace them with new skins, so that they may taste suffering [in full].” It is a never- ending scene, placed before our own eyes, and repeated time after time. Our minds concentrate on it and we would not stare away. It is a fearful scene and what is fearful may attract and hold people’s eyes.
Wenn die Szene dargestellt wird, wird ihre ständige Wiederholung mit zwei Worten ausgedrückt:
When the scene is portrayed, its continuous repetition is expressed in two words:
„Jedes Mal“. Es wird in einem halben Satz als äußerst furchterregend dargestellt: „Jedes Mal, wenn ihre Haut verbrannt ist ...“ Es ist erstaunlich, übernatürlich. Diese Wirkung wird in der zweiten Hälfte desselben Satzes herausgestellt: „Dann werden Wir ihnen neue Häute geben“. Anschließend werden die Wirkungen der Furcht im zweiten Teil des subjektiven Satzes betont und verstärkt. Es ist eine angemessene Vergeltung für den Unglauben, wo doch alle Gründe, an Gott zu glauben, dargelegt wurden. „Damit sie die Strafe kosten [in vollem Umfang].“ Gott ist sicherlich in der Lage, sie auf diese Weise zu bestrafen, und weise, sie ihnen auf diese Weise zuzuteilen: „Gott ist wahrlich der Allmächtige, der Weise.“ Im Gegensatz zu diesem ewig brennenden Feuer mit ewig brennenden Häuten haben wir ein vollständiges Bild der vollkommenen Belohnung, die denjenigen zuteilwird, die an Gott glauben und diesen Glauben in die Tat umsetzen. Diese werden in „Gärten, unter denen Bäche fließen“, untergebracht. Es ist eine Belohnung, die ihnen für immer gegeben wird, um die Elemente der Bleibe und der Beständigkeit zu betonen: