Al-Saffat (Die in Reihen Aufgestellten)
Al-Saffat (Ranged in Ranks)
Prolog
Prologue
Diese Sure aus der Makka-Zeit ist, wie die vorangehende, aus kurzen Versen aufgebaut und zeichnet sich durch schnelle Rhythmen, aufeinanderfolgende Szenen und eine Fülle von Bildern aus. Tatsächlich ist die Wirkung, die sie erzeugt, zuweilen sehr eindringlich. Wie alle Offenbarungen der Makka-Zeit zielt sie darauf ab, den islamischen Glauben fest in den Herzen der Menschen zu verankern und ihn von jeglichen Spuren von Götzendienst und Vielgötterei zu reinigen. In dieser Hinsicht wendet sie sich allerdings einer bestimmten Form der Vielgötterei zu, die damals in der arabischen Gesellschaft verbreitet war, und verweilt lange dabei, ihre Falschheit aufzudecken. All dies fasst die Behauptung zusammen, Gott habe die Dschinn geheiratet, die ihm daraufhin die Engel als Töchter geschenkt hätten.
This Makkan sūrah, like the one before it, is composed of short verses and is characterized by fast beats, successive scenes and a myriad of images. Indeed, the effect it produces is at times very intense. Like all Makkan revelations, its aim is to establish the Islamic faith firmly in people’s hearts, purging it of any traces of idolatry and polytheism. In this respect, however, it addresses a particular form of polytheism which prevailed in Arabian society at the time, pausing long to expose its falsehood. All this is summed up in the allegation that God married the jinn, who subsequently gave Him the angels as His daughters.
Die Sure greift diesen Aberglauben heftig an und entlarvt seine Torheit und seine Substanzlosigkeit. Da dieses Thema hervorgehoben wird, beginnt die Sure damit, einige Arten von Engeln zu erwähnen: „Bei denen, die sich in Reihen aufstellen, die tadelnd zurechtweisen und die das Wort Gottes rezitieren.“ (Verse 1-3) Darauf folgt die Erwähnung der Teufel und wie sie mit durchbohrenden Flammen verfolgt werden, um zu verhindern, dass sie den Gesprächen aus der Höhe lauschen. Befänden sie sich in der Stellung, die ihnen in den unwissenden Aberglauben zugeschrieben wird, würden sie nicht auf diese Weise verfolgt. Die Frucht des Baumes, der mitten in der Hölle wächst, wird mit den Köpfen der Teufel verglichen. Am Ende wird dieser Aberglaube stark und entschieden widerlegt: „Frage nun die Ungläubigen, ob es wahr sei, dass dein Herr Töchter hat, während sie selbst Söhne hätten? Oder haben Wir die Engel etwa weiblich erschaffen, während sie zugegen waren? Aus ihrer Lügenhaftigkeit sagen sie: ‚Gott hat Kinder gezeugt.‘ Sie lügen tatsächlich. Würde Er sich dann Töchter statt Söhnen erwählen? Was ist mit euch los? Wie fällt ihr euer Urteil? Wollt ihr nicht nachdenken? Oder habt ihr vielleicht eine klare Vollmacht? Bringt eure Schriften, wenn ihr die Wahrheit sprecht!“ Sie behaupten, Er habe eine Verwandtschaft zu den Dschinn; doch die Dschinn selbst wissen, dass sie [vor Gott] zum Gericht gebracht werden. Gepriesen sei Gott in Seiner Herrlichkeit, erhaben über alles, was die Menschen Ihm zuschreiben.
The sūrah attacks this superstition heavily, exposing its stupidity and lack of substance. Furthermore, because this topic is given prominence, the sūrah begins by mentioning some types of angels: “By the [angels] ranged in ranks, who rebuke reproachfully, and recite God’s word.” (Verses 1-3) This is followed by mention of the devils and how they are targeted by piercing flames to prevent them from eavesdropping on those on high. Had they been in the position given them in ignorant superstitions, they would not have been chased in this way. The fruit of the tree growing in the midst of hell is likened to devils’ heads. At the end, this superstition is strongly and decisively refuted: “Now ask the unbelievers if it be true that your Lord has daughters, while they would have sons? Or is it that We have created the angels female in their presence? Out of their falsehood they say: ‘God has begotten children.’ They are lying indeed. Would He then choose daughters in preference to sons? What is the matter with you? How do you make your judgement? Do you not reflect? Or do you, perhaps, have a clear authority? Bring your scriptures, if you are speaking the truth! They claim that He has kinship with the jinn; yet the jinn themselves know that they will be brought [before God] for judgement. Limitless is God in His glory, above all what people attribute to Him.” (Verses 149-159)
Neben der Auseinandersetzung mit dieser besonderen Form des Götzendienstes behandelt die Sure dieselben Glaubensfragen, die auch in anderen mekkanischen Suren erörtert werden. Sie bestätigt die Einheit Gottes und führt dafür Beweise aus dem Universum an: „Gewiss, euer Gott ist Einer, der Herr der Himmel und der Erde und alles, was zwischen ihnen ist, der Herr aller Aufgangspunkte der Sonne.“ (Verse 4-5)
In addition to dealing with this particular form of idolatry, the sūrah tackles the same issues of faith discussed in other Makkan sūrahs. It confirms God’s oneness, citing evidence from the universe: “Most certainly your God is One, Lord of the heavens and the earth and everything between them, Lord of all the points of sunrise.” (Verses 4-5)
Im Zusammenhang mit der Schilderung einer Szene des Jüngsten Tages legt der Vers dar, dass der Götzendienst der Grund dafür ist, weshalb diejenigen, die im Jenseits bestraft werden, ihre Strafe erhalten: „An jenem Tag werden sie alle gemeinsam an der Qual teilhaben. So verfahren Wir mit allen Schuldigen. Wann immer ihnen gesagt wurde: ‚Es gibt keine Gottheit außer Gott‘, wandten sie sich hochmütig ab und sprachen: ‚Sollen wir unsere Gottheiten um eines verrückten Dichters willen verlassen?‘ Gewiss, er hat die Wahrheit gebracht und die früheren Gesandten bestätigt. Ihr werdet in der Tat qualvolle Strafe kosten, vergolten nur für das, was ihr zu tun pflegtet.“ (Verse 33–39)
As it draws a scene of the Day of Judgement, it specifies that idolatry is the reason why those punished in the hereafter receive their punishment: “On that day, they all will share in the common suffering. Thus shall We deal with all the guilty ones. Whenever they were told, ‘there is no deity other than God,’ they would turn away in arrogance, and would say: Are we to forsake our deities for the sake of a mad poet?’ For certain, he has brought the truth, and confirmed the earlier messengers. You will indeed taste grievous suffering, being requited only for what you used to do.” (Verses 33-39)
Die Sure spricht auch über die Auferstehung, die Abrechnung und die Belohnung. Mit Bezug auf die Reaktion der Götzendiener, wenn ihnen gesagt wird, dass sie wieder zum Leben erweckt werden, heißt es, dass sie sagen: „Das ist nichts als offenkundige Zauberei. Was! Nachdem wir gestorben sind und zu bloßem Staub und Knochen geworden sind, sollen wir wieder ins Leben zurückgebracht werden? Und vielleicht auch unsere Vorfahren?“ (Verse 15–17)
The sūrah also speaks about resurrection, reckoning and reward. Referring to the idolaters’ reaction when they are told that they will be brought back to life, it states that they say: “This is nothing but plain sorcery. What! After we have died and become mere dust and bones, shall we be raised back to life? And perhaps our forefathers?” (Verses 1517)
Es folgt darauf eine ausführliche Szene des Jüngsten Tages, voller Bilder, Bewegungen, Reaktionen und Überraschungen.
It follows this with a detailed scene of the Day of Judgement, full of images, movements, reactions and surprises.
Auch wird die Frage der Offenbarung und der Botschaft angesprochen, wobei die Ungläubigen mit den Worten zitiert werden: „Sollen wir unsere Gottheiten um eines besessenen Dichters willen aufgeben?“ (Vers 36)
Reference is also made to the question of revelation and the message, quoting the unbelievers as saying: “Are we to forsake our deities for the sake of a mad poet?” (Verse 36)
Wahrlich, er hat die Wahrheit gebracht und die früheren Gesandten bestätigt. (Vers 37)
It states the true nature of prophethood: “For certain, he has brought the truth, and confirmed the earlier messengers.” (Verse 37)
Da die Sure die Haltung der Götzendiener beschreibt, wie weit sie in die Irre gehen und wie sie die Wahrheit ablehnen, erwähnt sie eine Reihe früherer Gesandter: Noah, Abraham und seine Söhne, Moses und Aaron, Elia, Lot und Jona. Diese Berichte zeigen deutlich, wie Gott Seinen Gesandten Seine Gnade erweist, wie Er sie gegen ihre Feinde unterstützt und wie Er diejenigen bestraft, die die Wahrheit leugnen: „Die meisten von den Früheren gingen ihnen zuvor in die Irre; obwohl Wir Warner zu ihnen gesandt hatten. Schau, wie das Ende derer war, die gewarnt worden waren. Nicht so die aufrichtigen Diener Gottes.“ (Verse 71–74) Die Geschichte von Abraham und seinem Sohn Ismael, das Opfer und das Lösegeld, erhält besondere Hervorhebung, weil sie Gehorsam und Hingabe an Gott in ihrer tiefsten Form darstellt. Tatsächlich entspricht eine solche Hingabe dem Gipfel, der nur durch reinen Glauben erreicht werden kann, einem Glauben, der die Menschen zu einem herrlichen Horizont erhebt.
As the sūrah describes the attitude of the idolaters, how far astray they go, as well as their rejection of the truth, it mentions a series of earlier messengers: Noah, Abraham and his sons, Moses and Aaron, Elijah, Lot and Jonah. These accounts show clearly how God grants His grace to His messengers, how He supports them against their enemies and how He inflicts punishment on those who deny the truth: “Most of the people of old went astray before them; although We had sent them warners. Behold what happened in the end to those that had been warned. Not so God’s true servants.” (Verses 71- 74) The story of Abraham and his son Ishmael, the sacrifice and the ransom, is given special prominence as it paints obedience and submission to God in their most profound form. Indeed, such submission equates with attaining the summit that can only be reached through pure faith, one which elevates people to a splendid horizon.
Die Darstellung der verschiedenen Themen in der Sure geht mit einer breiten Palette an Wirkungen einher.
A wide range of effects accompany the presentation of different issues in the sūrah.
Um nur einige wenige zu nennen: Wir sehen die Himmel, Sterne, Planeten und durchdringende Flammen: „Wir haben den erdnächsten Himmel mit Sternen geschmückt und ihn gegen jeden aufsässigen Satan gesichert. Sie können das Ohr nicht zur höchsten Versammlung neigen, denn sie werden von allen Seiten abgewehrt, verjagt, und für sie ist eine andauernde Strafe bestimmt. Wenn einer von ihnen etwas heimlich erhascht, verfolgt ihn eine durchdringende Flamme.“ (Verse 6-10)
To mention but a few, we see the skies, stars, planets and piercing flames: “We have adorned the skies nearest to the earth with stars, and have made them secure against every rebellious devil. Thus, they cannot eavesdrop on the ones on high, but shall be repelled from all sides, driven away, with lasting suffering in store for them. If any of them stealthily snatches away a fragment, he will be pursued by a piercing flame.” (Verses 6-10)
Auch in den Szenen, die den Tag des Gerichts darstellen, seine Überraschungen und die heftigen Reaktionen, die darauf folgen, werden Spezialeffekte eingesetzt. Diese Szenen sind recht einzigartig, und dieser Aspekt wird später hervorgehoben, wenn wir jene Verse im Detail besprechen.
Special effects are also provided in the scenes that portray the Day of Judgement, its surprises and the strong reactions that ensue. These scenes are rather unique and this aspect will be highlighted later when we discuss those verses in detail.
Weitere Wirkungen gehen von den Geschichten aus, die die Sure erzählt, vor allem von der Geschichte Abrahams und seines Sohnes Ismael, als sie sich anschicken, das Opfer darzubringen. Hier erreichen die Wirkungen ihren Höhepunkt und erschüttern unsere Herzen tief.
Further effects are provided by the stories the sūrah relates, most particularly that of Abraham and his son Ishmael as they proceed to give the sacrifice. Here, the effects are at their highest, strongly shaking our hearts.
Die Sure zeichnet sich außerdem durch ihren eigentümlichen Rhythmus aus, der am besten zu den Bildern und Szenen passt, die sie darstellt, ebenso zu dem Stil, den sie wählt, und zu den Bedeutungen, die sie hervorheben möchte.
The sūrah is also characterized by its distinctive rhythm which is most suited to the images and scenes it portrays as also to the style it adopts and the meanings it wants to emphasize.
Die Sure lässt sich in drei Teile gliedern. Der erste umfasst den Eingang, der die drei Arten von Engeln beschreibt, die Gott preisen, den Herrn aller Aufgangspunkte der Sonne, der den Himmel mit Sternen geschmückt hat. Danach wird von den Dschinn erzählt, wie sie versuchen, den Gesprächen der Himmelsbewohner zu lauschen, und dann von durchbohrenden Flammen verfolgt werden. Ihnen wird sodann eine Frage gestellt: Sind sie schwerer zu erschaffen als die anderen Geschöpfe, die Gott erschaffen hat, einschließlich der Engel, der Himmel, der Dschinn, der Planeten und der Flammen? Dies führt zu einer Widerlegung dessen, was sie über die Auferstehung zu sagen pflegten, indem ihre Absurdität aufgezeigt und bestätigt wird, was sie nur schwer zu glauben vermochten. Darauf folgt ein langes und einzigartiges Bild von Auferstehung, Abrechnung, Belohnung und Bestrafung.
The sūrah can be divided into three parts. The first includes the opening describing the three types of angels who glorify God, the Lord of all points of sunrise, who adorned the skies with stars. It then mentions the jinn and how they try to eavesdrop on those on high and who are then targeted by piercing flames. A question is then put to them: are they more difficult to create than the other beings God created, including angels, the skies, the jinn, planets and flames? This leads to a refutation of what they used to say about resurrection, showing its absurdity, and confirming what they used to find difficult to believe. This is followed by a long and unique image of resurrection, reckoning, reward and punishment.
Der zweite Teil erwähnt, dass diejenigen, die irregingen, lediglich den Fußspuren der Ungläubigen früherer Zeiten folgten, die Warnungen erhielten, aber keine Beachtung schenkten. Er berichtet von den Völkern Noahs, Abrahams, Moses', Aarons, Elias', Lots und Jonas', und zeigt das Ende auf, das die beiden Parteien in jedem dieser Fälle fanden.
The second part mentions how those who were erroneous only followed in the footsteps of the unbelievers of old who received warnings, but paid no heed. It gives accounts of the people’s of Noah, Abraham, Moses, Aaron, Elijah, Lot and Jonah, showing the ends met by the two parties in each respect.
Im letzten Teil wird der Aberglaube hinsichtlich der Dschinn und der Engel in den Blick genommen. Er stellt klar Gottes Verheißung des Sieges für Seine Gesandten heraus: „Unser Wort ist bereits Unseren Dienern, den Gesandten, gegeben worden: Gewiss, sie werden die Unterstützung erhalten, und gewiss, Unsere Heerschar wird siegreich sein." (Verse 171–173) Die Sure endet mit einem besonderen Gedanken, der Gott verherrlicht, alle falschen Behauptungen über Ihn zurückweist, Seine Gesandten grüßt und Ihn als den Herrn der Erhabenheit preist: „Erhaben ist dein Herr, der Herr der Macht, über das, was sie Ihm zuschreiben. Und Friede sei auf den Gesandten."
In the last part, the superstition concerning the jinn and the angels is brought into focus. It states clearly God’s promise of victory to His messengers: “Our word has already been given to Our servants the messengers: it is they who will be helped, and it is Our forces who will surely be victorious.” (Verses 171-173) The sūrah closes on a special note glorifying God, denying all false claims about Him, greeting His messengers and praising Him as the Supreme Lord: “Limitless in His glory is your Lord, the Lord of almightiness, above all what people attribute to Him. And peace be upon all His messengers.
„Alles Lob gebührt Gott, dem Herrn aller Welten.“ (Verse 180-182)
All praise is due to God, the Lord of all the worlds.” (Verses 180-182)