An dieser Stelle findet der Gesandte keinen anderen Ausweg, als wie Noah vor ihm Gottes Hilfe zu erbitten. Er verwendet dieselben Worte wie Noah: „Er sprach: Mein Herr, hilf mir gegen ihre Bezichtigung der Lüge.“ (Vers 39)
At this point, the messenger finds no alternative but to seek God’s help like Noah did before him. He uses the same wording as Noah: “He said: My Lord, help me against their accusation of lying.” (Verse 39)
Gott antwortete Seinem Gesandten, als die Menschen sich weigerten, die ihnen gebotene Gelegenheit zu ergreifen. Von ihnen war nichts Gutes mehr zu erwarten, nachdem sie hartnäckig an ihrer Leugnung der Wahrheit festgehalten hatten. Auf den Aufruf des Gesandten folgt diese Antwort:
God responded to His messenger when the people refused to take the chance afforded to them. Nothing good could be expected from them after they had persisted in their denial of the truth. The messenger’s appeal receives this answer:
„Er sprach: Bald werden sie es bereuen.“ (Vers 40) Doch dann wird keine Reue mehr von Nutzen sein. Es gibt kein Zurück: „Dann ereilte sie der Schrei in aller Gerechtigkeit, und Wir machten sie zu wie dürres Laub.“ (Vers 41) Das arabische Wort ghuthā’, das ihren Zustand beschreibt, birgt noch weitere Bedeutungen, denn es bezeichnet das, was Fluten an abgestorbenen Pflanzen und anderen weggeworfenen, wertlosen Dingen mit sich tragen, die keinen Zweck mehr erfüllen. Da sie die Eigenschaften, mit denen Gott sie geehrt hat, abgelegt, den Sinn ihres Daseins in diesem Leben übersehen und ihre Verbindung zur höchsten Gemeinschaft abgebrochen haben, verdienen sie keine ehrenvolle Behandlung mehr. Daher gleichen sie dem Schaum, den die Flut mit sich führt. Niemand schenkt ihm Beachtung.
“Said [God]: Before long they shall come to rue it.” (Verse 40) But then no regret will be of any avail. There is no turning back: “Then the blast overtook them in all justice, and We caused them to be like dead leaves.” (Verse 41) The Arabic word, ghuthā’, describing their status contains even more connotations as it refers to what floods may carry of dead plants and other discarded, worthless items that serve no purpose. Having discarded the qualities with which God has honoured them, overlooked the purpose of their existence in this life and severed their relation with the Supreme Society, they no longer deserve honourable treatment. Hence, they are like the scum that the flood carries. No one pays any regard to it.
Zu dieser Demütigung kommt hinzu, dass sie der Gnade Gottes beraubt sind; daher schenkt ihnen niemand Beachtung: „Und so – fort mit jenem frevlerischen Volk!“ (Vers 41) Fern sind sie im wirklichen Leben und im Gedächtnis und Gewissen der Menschen.
To this humiliation is added the fact that they are deprived of God’s grace; thus no-one pays any attention to them: “And so – away with those wrongdoing folk!” (Verse 41) Far removed are they in real life and from people’s memories and consciences.
Die Sure fährt fort, auch andere Generationen und Gemeinschaften in den Blick zu nehmen:
The sūrah goes on to look at other generations and communities:
Danach ließen Wir nach ihnen neue Generationen entstehen. Keine Gemeinschaft kann ihr Ende vorwegnehmen, noch kann sie es hinausschieben. Und Wir sandten Unsere Gesandten einen nach dem anderen. Jedes Mal, wenn ihr Gesandter zu einer Gemeinschaft kam, bezichtigten sie ihn der Lüge. So ließen Wir sie einander folgen und machten sie zu bloßen Geschichten. Und so – fort mit dem Volk, das nicht glauben wollte. (Verse 42–44)
Then after them We raised new generations. No community can forestall the end of its term nor delay it. And We sent forth Our messengers, one after another. Every time their messenger came to a community, they accused him of lying. So, We caused them to follow one another, and let them become mere tales. And so – away with the folk who would not believe. (Verses 42-44)
Dies gibt uns eine sehr knappe Zusammenfassung des Eintretens für die Wahrheit und zeigt die gewöhnliche Vorgehensweise, nach der Gott im menschlichen Leben handelt, von der Zeit Noahs und Hūds am Anfang bis zu Moses und Jesus am Ende. Jede Generation erhält ihre Frist und geht dann dahin: „Keine Gemeinschaft kann ihr Ende vorwegnehmen noch es verzögern.“ (Vers 43)
This gives us a very brief summary of the advocacy of the truth, and establishes the normal trend that God operates in human life, right from the time of Noah and Had at the beginning to Moses and Jesus at the end. Every generation gets its term and departs: “No community can forestall the end of its term nor delay it.” (Verse 43)
Jede Gemeinschaft leugnet die Wahrheit, die ihr durch den Gesandten Gottes überbracht wurde: „Sooft ein Gesandter zu einer Gemeinschaft kam, bezichtigten sie ihn der Lüge." (Vers 44) Und jedes Mal, wenn sie dies tun, werden sie nach dem Gesetz Gottes bestraft: „So ließen Wir sie einander folgen." (Vers 44) Die Lehre bleibt für jeden bestehen, der lernen möchte: „Wir machten sie zu bloßen Geschichten", die von einer Generation an die nächste weitererzählt werden.
Every community denies the truth given to them through God’s messenger: “Every time their messenger came to a community, they accused him of lying.” (Verse 44) And each time they do this, they are punished according to God’s law: “So, We caused them to follow one another.” (Verse 44) The lesson remains there for anyone who wishes to learn: “We let them become mere tales,” told by one generation to the next.
Diese kurze Zusammenfassung schließt mit einer entschiedenen Ablehnung solcher Gemeinschaften.
This brief summary concludes with an emphatic rejection of such communities.
So werden sie hinweggeschleudert: „Fort also mit dem Volk, das nicht glaubte!" (Vers 44)
Thus, they are cast away: “And so – away with the folk who would not believe.” (Verse 44)
Die Geschichte Moses und die Leugnung seiner Botschaft durch den Pharao werden dann in einem sehr kurzen Bericht erzählt, der zum allgemeinen Stil der Sure und ihrem Zweck passt.
Moses’ story and Pharaoh’s denial of his message is then told in a very brief account that fits with the general style of the sūrah and purpose.
Und danach entsandten Wir Moses und seinen Bruder Aaron mit Unseren Zeichen und mit klarer Vollmacht zu Pharao und seinen Vornehmen; doch diese verhielten sich hochmütig, denn sie waren ein überhebliches Volk. Und so sprachen sie: „Sollen wir zwei Sterblichen wie uns selbst glauben, obwohl ihr Volk unsere Sklaven ist?“ So bezichtigten sie die beiden der Lüge und gehörten bald zu den Verdammten.
And then We sent forth Moses and his brother Aaron, with Our signs and with clear authority, to Pharaoh and his nobles; but these behaved with arrogance, for they were haughty people. And so they said: Are we to believe two mortals like ourselves, even though their people are our slaves?’ Thus, they gave the lie to them, and earned their place among the doomed. (Verses 45-48)
Auch in diesem Bericht wird deutlich, dass derselbe Einwand erhoben wird, der Gesandte sei lediglich ein Mensch gewesen: „Sie sagten: Sollen wir zwei Sterblichen wie uns glauben?“ (Vers 47) Ein besonderer Gesichtspunkt, der mit der Lage der Israeliten in Ägypten zusammenhängt, wird zusätzlich angeführt: „Obwohl ihr Volk unsere Sklaven sind?“ (Vers 47) Sie sind uns untergeben und tun, was wir ihnen befehlen. In dieser Lage verdienen Moses und Aaron nach der Auffassung des Pharao und seines Volkes, verachtet zu werden. Was die Offenbarungen und die Zeichen betrifft, die ihnen von Gott gegeben wurden, und die klare Vollmacht, die ihnen verliehen wurde, so zählen sie nach Ansicht dieser Menschen nichts, denn sie sind ganz auf irdische Erwägungen und falsche Werte ausgerichtet.
Again in this account we note that the same objection is given to the fact that the messenger was merely a human being: “They said: Are we to believe two mortals like ourselves?” (Verse 47) A specific consideration connected with the Israelites’ situation in Egypt is also added: “Even though their people are our slaves?” (Verse 47) They are subservient to us and they do our bidding. In this situation, Moses and Aaron deserve, in Pharaoh’s and his people’s view, to be looked down upon. As for the revelations and the signs they have been given by God, and the clear authority granted to them, these count for nothing according to these people, focused as they are on earthly considerations and false values.
Darauf folgt ein ebenso knapper Hinweis auf Jesus und seine Mutter, der das große Wunder seiner Erschaffung hervorhebt. Auch hier wiesen jene, die darauf aus waren, die Wahrheit Gottes und der Schöpfung zu leugnen, dieses Zeichen zurück, das deutlich auf Gottes Macht hinweist.
This is followed by a similarly brief reference to Jesus and his mother, highlighting the great miracle in his creation. Again, those who were bent on denying the truth of God and creation rejected this sign clearly pointing to God’s power:
Wir haben Moses wahrlich das Buch gegeben, damit sie rechtgeleitet würden. Und Wir machten den Sohn der Maria und seine Mutter zu einem Zeichen und gaben ihnen Zuflucht auf einer erhabenen Anhöhe, einem Ort der Ruhe und einer sprudelnden Quelle. (Verse 49-50)
We had indeed given Moses the Book, so that they might be guided. And We made the son of Mary and his mother a symbol, and provided them with an abode in a lofty place of lasting restfulness and a fresh spring. (Verses 49-50)
Es gibt eine Reihe verschiedener Berichte über den Hügel, der hier als „erhabene Stätte" beschrieben wird, und über seinen genauen Standort. Lag er in Ägypten, in Damaskus oder in Jerusalem? Dies waren die Orte, an die Maria mit ihrem Sohn während dessen Kindheit und Jugend ging, wie es in den christlichen Schriften erwähnt wird. Doch die genaue Kenntnis des Ortes ist nicht von entscheidender Bedeutung. Wichtiger ist es zu wissen, dass Gott ihnen beiden eine gute Wohnstätte gab, an der feine Pflanzen wuchsen und klares Wasser reichlich vorhanden war. So fühlten sie, dass Gott für sie beide sorgte.
There are a number of different reports about the hill described here as a ‘lofty place’ and its exact location. Was it in Egypt, Damascus or Jerusalem? These were the places where Mary went with her son during his childhood and youth, as mentioned in Christian Scriptures. But knowing the exact location is not of vital importance. It is more important to know that God gave them both a goodly abode where fine plants grew and clear water was plentiful. Thus, they felt that God took care of them both.
An dieser Stelle wendet sich die Sure in ihren knappen Hinweisen auf frühere Gesandte an die Anhänger aller Gesandten, so als seien sie alle versammelt.
At this point in its quick references to earlier messengers the sūrah makes its address to the followers of all messengers, as though they were all gathered together.
So zeigt sich, dass die trennenden Abgründe von Zeit und Raum bedeutungslos sind, verglichen mit dem wahren Band des Glaubens, das sie alle miteinander verbindet:
Thus, the separating gulfs of time and place are shown to be meaningless when compared to the true bond of faith that unites them all:
Gesandte! Esst von dem, was gut und rein ist, und tut gute Werke. Ich weiß wohl, was ihr tut. Und diese eure Gemeinschaft ist eine einzige Gemeinschaft, und Ich bin euer einziger Herr. Darum fürchtet Mich allein. (Verse 51-52)
Messengers! Eat of that which is wholesome, and do good deeds: I certainly have full knowledge of all that you do. This community of yours is one single community, and I am your only Lord. Therefore, fear Me alone. (Verses 51-52)
Diese Anrede an Seine Gesandten verlangt von ihnen, als Menschen zu leben, und genau das haben jene in Frage gestellt, die sich ihnen widersetzten: „Esset von den guten Dingen.“ Das Essen ist ein menschliches Bedürfnis, doch das ausschließliche Wählen des Guten ist der Aspekt, der den Menschen erhebt und ihn in Reinheit wachsen lässt. Es ermöglicht ihm, eine Verbindung zur Erhabenen Gemeinschaft herzustellen.
This address to His messengers requires them to live as human beings, which is the very thing that those who opposed them questioned: “Eat of that which is wholesome.” Eating is a human need, but choosing only what is wholesome is the aspect that elevates human beings and makes them grow in purity. It enables them to establish a bond with the Supreme Society.
Auch sie sind verpflichtet, „gute Werke zu tun“. Während das Handeln allen Menschen gemeinsam ist, ist das beharrliche Streben nach dem Guten das Kennzeichen rechtschaffener Menschen; es gibt ihren Taten ein Maß und ein klares Ziel. Ferner richten solche Menschen, wenn sie etwas unternehmen, ihren Blick auf die höchste Gemeinschaft.
They are also required to “do good deeds.” While taking action is common to all human beings, insisting on doing good is the characteristic of goodly people, providing a measure of control and a clear goal for their deeds. Again such people look up to the Supreme Society when they embark on anything.
Kein Gesandter Gottes wurde jemals verpflichtet, seine Menschlichkeit abzulegen. Vielmehr wurde von ihnen verlangt, diese Menschlichkeit auf die höchste Stufe zu erheben, die Gott den Menschen zu erreichen ermöglicht hat. So boten die Propheten das Vorbild und das Ideal, dem andere Menschen nacheifern sollten. Es obliegt Gott, ihre Taten nach Seinem eigenen feinen Maßstab zu beurteilen: „Ich habe gewiss volle Kenntnis von allem, was ihr tut.“ (Vers 51)
No messenger of God was ever required to abandon his humanity. Rather, what they were asked to do was to elevate this humanity to the highest standard God has made possible for human beings to achieve. Thus, the Prophets provided the role model and the ideal which other people should try to emulate. It is left to God to judge their actions according to His own fine measure: “I certainly have full knowledge of all that you do.” (Verse 51)
Es wird betont, dass weder Zeit noch Ort von Bedeutung sind, verglichen mit der einen Wahrheit, die alle Gesandten verkündeten. Sie alle teilten eine sehr besondere Wesensart, erhielten ihre Botschaften vom Einen Schöpfer aller Dinge und strebten dasselbe Ziel an: „Dies ist eure Gemeinschaft, eine einzige Gemeinschaft, und Ich bin euer einziger Herr. Darum fürchtet allein Mich.“ (Vers 52)
Emphasis is placed on the fact that neither time nor place is of any significance when compared with the single truth that all messengers preached. They all shared a very distinctive nature, were given their messages by the One Creator of all, and worked towards the same goal: “This community of yours is one single community, and I am your only Lord. Therefore, fear Me alone.” (Verse 52)