Nachdem die Regeln dargelegt wurden, die in Fällen gelten, in denen Frauen des Ehebruchs beschuldigt werden, erwähnt die Sure einen Fall falscher Anschuldigung, der die Abscheulichkeit dieses Verbrechens widerspiegelt.
Having outlined the rules applicable in cases of accusing women of adultery, the sūrah mentions a case of false accusation that reflects the repugnance of this crime.
Dies betraf den eigenen Haushalt des Propheten mit seinen edlen und keuschen Bewohnerinnen. Es warf ein Licht auf die Ehre des Propheten ﷺ, des Menschen, der Gott am liebsten war, und auf die Ehre seines Freundes Abu Bakr, des engsten Gefährten des Propheten ﷺ. Es betraf auch die Ehre eines Mannes, Şafwān ibn al-Mu`aţţal, der das eigene Zeugnis des Propheten ﷺ genoss, dass er nie etwas anderes als Gutes an ihm gesehen habe. Es war ein Fall, der die gesamte muslimische Gemeinschaft in Madīnah einen ganzen Monat lang beschäftigte.
This involved the Prophet’s own household with its noble and chaste inhabitants. It reflected on the honour of the Prophet, the most beloved person by God, and the honour of his friend, Abu Bakr, the Prophet’s closest Companion. It also involved the honour of a man, Şafwān ibn al-Mu`aţţal, who enjoyed the Prophet’s own testimony that he never saw anything but good from him. It was a case that preoccupied the entire Muslim community in Madīnah for a whole month.
Der Qur'ān bezieht sich auf diese ganze Begebenheit, indem er sie „die Lüge“ nennt, in einer Passage von zehn Versen, die wie folgt lautet:
The Qur’ān refers to this whole episode, calling it The Falsehood, in a ten-verse passage that runs as follows:
Diejenigen, die die Lüge erfanden, waren eine Gruppe unter euch. Haltet es nicht für schlecht für euch; vielmehr ist es gut für euch. Jeder von ihnen wird die Sünde tragen, die er sich erworben hat; und dem, der von ihnen die Führung dabei übernahm, steht furchtbare Strafe bevor. Als ihr es hörtet, warum dachten die gläubigen Männer und Frauen nicht das Beste von sich selbst und sagten: „Das ist eine offenkundige Lüge“? Warum brachten sie nicht vier Zeugen bei, um es zu beweisen? Da sie keine Zeugen beigebracht haben, sind sie vor Gott gewiss Lügner. Hätte nicht Gottes Huld euch gegenüber bestanden und Seine Gnade, in dieser Welt und im Jenseits, dann hätte euch wahrlich furchtbare Strafe getroffen wegen dessen, worauf ihr euch eingelassen habt. Ihr nahmt es mit euren Zungen auf und spracht mit euren Mündern etwas aus, wovon ihr kein Wissen habt, und hieltet es für eine geringfügige Sache, obwohl es vor Gott gewaltig ist. Wenn ihr es doch, als ihr es hörtet, gesagt hättet:
Those who concocted the falsehood were a band from among you. Do not regard it as bad for you; indeed it is good for you. Each one of them shall bear what he has earned of sin; and awesome suffering awaits the one who took on himself the lead among them. When you heard it, why did not the believers, men and women, think the best of themselves, and say: ‘This is a blatant falsehood.’ Why did they not produce four witnesses to prove it? Since they have not produced witnesses, then in the sight of God, they are certainly liars. Were it not for God’s favour upon you and His grace, in this world and in the life to come, awesome suffering would indeed have afflicted you on account of what you indulged in. You took it up with your tongues and uttered with your mouths something of which you have no knowledge, thinking it a light matter whereas in God’s sight it is grave indeed. If only when you heard it you said:
„Es steht uns nicht zu, darüber zu sprechen! Gepriesen seist Du! Dies ist eine ungeheuerliche Verleumdung.“ Gott ermahnt euch, dass ihr niemals auf Derartiges zurückkommt, wenn ihr wirklich Gläubige seid. Und Gott macht euch Seine Offenbarungen deutlich. Gott ist Allwissend, Weise.
‘It is not right for us to speak of this! All glory belongs to You. This is a monstrous slander’ God admonishes you lest you ever revert to the like of this, if you are truly believers. And God makes plain to you His revelations. God is All-Knowing, Wise.
Diejenigen, die es lieben, dass sich schamlose Unzucht unter den Gläubigen verbreitet, werden sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits mit schmerzhafter Strafe heimgesucht werden. Gott weiß, ihr aber wisst nicht. Hätte nicht Gottes Huld über euch gewaltet und Seine Gnade, und dass Gott mitleidig und barmherzig ist...!
Those who love that gross indecency should spread among the believers shall be visited with grievous suffering both in this world and in the life to come. God knows, but you do not know. Were it not for God’s favour upon you and His grace, and that God is Compassionate, Merciful...! (Verses 11-20)
Diese falsche Geschichte bereitete der reinsten Seele in der Menschheitsgeschichte großes Leid und brachte die muslimische Gemeinschaft durch eine der schwersten Prüfungen ihrer langen Geschichte. Sie ließ die Herzen des Propheten ﷺ, seiner Frau `Ā’ishah, Abū Bakrs und seiner Frau sowie Şafwāns einen ganzen Monat lang in Zweifel, Sorge und endlosem Schmerz zurück. Hier sind die Einzelheiten der Geschichte, wie sie die reine und keusche Dame erzählt, die im Mittelpunkt dieses schmerzlichen Vorfalls steht.
This false story caused the purest soul in human history much suffering, and made the Muslim community go through one of the hardest experiences in its long history. It left the hearts of the Prophet, his wife `Ā’ishah, Abū Bakr and his wife, as well as Şafwān, for a whole month subject to doubt, worry and endless pain. Here are the details of the story as told by the pure and chaste lady at the centre of this painful episode.
Jedes Mal, wenn der Prophet ﷺ auf Reisen ging, loste er unter seinen Frauen aus, welche von ihnen ihn begleiten sollte. Zur Zeit des Feldzugs gegen die Banu l-Muştaliq fiel das Los auf mich, und ich reiste mit ihm. Damals aßen Frauen nicht viel, weshalb sie schlank und leicht waren. Wenn mein Reittier für mich hergerichtet war, setzte ich mich in meine Sänfte, die dann auf den Rücken des Kamels gehoben wurde. Hatte man sie festgemacht, zog der Kameltreiber mit dem Tier los.
Every time the Prophet went abroad he made a toss among his wives to decide which of them should accompany him. At the time of the al-Muşţalaq expedition, the toss favoured me and I travelled with him. At the time, women did not eat much, which meant that they were slim and light. When my transport was prepared for me, I would sit in my howdah which would then be lifted onto the camel’s back. When they had secured it, the camel driver would march with it.
Als der Prophet ﷺ seine Angelegenheiten auf jenem Feldzug erledigt hatte und auf dem Rückweg war, machte er eines Nachts an einer Stelle nicht weit von Madīnah Halt. Er blieb nur einen Teil der Nacht dort, bevor erneut der Ruf zum Aufbruch erging.
When the Prophet had completed his business on that expedition and was on his way back, he encamped one night at a spot not very far from Madīnah. He stayed there only part of the night before the call to march was again made.
Die Leute begannen sich vorzubereiten, und in der Zwischenzeit ging ich hinaus, um mich zu erleichtern. Ich trug eine Halskette, und ich bemerkte nicht, dass sie von mir abfiel, bevor ich zurückkehrte.
People started to get ready and in the meantime I went out to relieve myself. I was wearing a necklace, and I did not feel it drop off me before I returned.
Zurück im Lager griff ich nach meiner Halskette und bemerkte, dass sie fehlte. Ich suchte sie dort, konnte sie aber nicht finden. Die Leute waren gerade dabei aufzubrechen. Deshalb kehrte ich schnell zu genau jener Stelle zurück und suchte nach meiner Halskette, bis ich sie fand.
Back in the camp I felt for my necklace and, realizing that it was gone, I looked for it there, but could not find it. People were just about to move. I therefore went quickly back to that particular spot and searched for my necklace until I found it.
Inzwischen beendeten die Leute, die mein Kamel vorbereitet hatten, ihre Arbeit, nahmen den Howdah und dachten, ich sei darin. Sie hoben ihn auf den Rücken des Kamels und befestigten ihn. Es kam ihnen nicht in den Sinn, dass ich nicht darin war. Sie führten daher das Kamel fort. Als ich zu dem Ort zurückkam, wo wir Halt gemacht hatten, war niemand mehr zu sehen. Das Heer war weitergezogen. Ich band daher mein Gewand um meinen Körper und legte mich hin. Ich war mir sicher, dass man mich, sobald man mich vermisste, zurückholen würde. Bald schlief ich ein.
In the meantime, the people who prepared my camel finished their task and took up the howdah, thinking that 1 was inside, and lifted it onto the camel’s back and secured it. It did not occur to them that I was not inside. They, therefore, led the camel away. When I came back to where we had encamped, there was no one to be seen. The army had marched. I, therefore, tied my dress round my body and lay down. I realized that when I was missed, someone would come back for me. I soon fell asleep.
Şafwān ibn al-Mu`aţţal vom Stamm der Sulaym reiste hinter dem Heer her.
Şafwān ibn al-Mu`aţţal of the tribe of Sulaym was travelling behind the army.
Er war offenbar durch irgendwelche Geschäfte aufgehalten worden und hatte jene Nacht nicht im Lager verbracht. Als er jemanden liegen sah, kam er auf mich zu. Er erkannte mich, da er mich zu sehen pflegte, bevor uns befohlen wurde, den Schleier zu tragen.
He was apparently delayed by some business and did not spend that night in the camp. When he noticed someone lying down, he came towards me. He recognized me since he used to see me before we were ordered to wear veils.
Er sagte: Innā lillāhi wa innā ilayhi rāji`ūn, „Wir gehören alle Gott, und zu Ihm kehren wir zurück." Ich wachte auf, als ich ihn hörte. Ich antwortete ihm nicht, als er mich fragte, warum ich zurückgelassen worden war. Doch er ließ sein Kamel niederknien und bat mich, aufzusitzen, was ich tat. Er führte das Kamel und suchte, die Armee einzuholen. Niemand vermisste mich, bevor sie angehalten hatten, um zu rasten. Als sich alle niedergelassen hatten, um auszuruhen, erschien Ṣafwān, der sein Kamel führte, auf dem ich ritt. Dies veranlasste jene Leute, die Geschichte der Falschheit zu erfinden. Das ganze Heer war davon beunruhigt, ich aber hörte nichts davon.
He said: Innā lillāhi wa innā ilayhi rāji`ūn, “We all belong to God and to Him we shall return.” I woke up when I heard him. I did not answer him when he asked me why I had been left behind. However, he made his camel sit down and asked me to ride it, which I did. He led the camel seeking to catch up with the army. Nobody missed me before they had stopped to rest. When everybody had sat down to relax, Şafwān appeared, leading his camel, on which I was riding. This prompted those people to invent the story of falsehood. The whole army was troubled with it, but I heard nothing.
Es ist an dieser Stelle erwähnenswert, dass ʿAbdullāh ibn Ubayy, als er ʿĀ'ishah herannahen sah, fragte, wer sie sei. Als man ihm sagte, es sei ʿĀ'ishah, sprach er: „Die Frau deines Propheten ﷺ hat die ganze Nacht mit einem Mann verbracht, und nun kommt sie mit ihm, der ihr Kamel führt!" Diese Äußerung gab Anlass zu der Lüge, die über ʿĀ'ishah verbreitet wurde. Die Erzählung ʿĀ'ishahs geht weiter:
It is worth noting here that when `Abdullāh ibn Ubayy saw `Ā’ishah approaching, he enquired who she was. When he was told that it was `Ā’ishah, he said: “Your Prophet’s wife has spent the whole night with a man, and now she turns up with him leading her camel!” This statement gave rise to the falsehood that was spread about `Ā’ishah. `Ā’ishah’s narrative continues:
Kurz nach unserer Ankunft in Madīnah wurde ich sehr krank. Niemand erzählte mir etwas darüber, was vor sich ging. Der Prophet ﷺ und meine Eltern hörten von der Geschichte, doch sie erwähnten mir gegenüber nichts. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass der Prophet ﷺ während dieser Krankheit nicht so liebevoll zu mir war, wie er es sonst gewohnt war. Wenn er hereinkam, fragte er meine Mutter, die mich pflegte: „Wie geht es dieser deiner Tochter?“ Mehr sagte er nicht. Ich war betrübt und bat ihn um die Erlaubnis, im Haus meiner Eltern gepflegt zu werden. Er willigte ein. Ich ging dorthin und hörte nichts. Ich war etwa zwanzig Nächte krank, bevor ich mich zu erholen begann.
Shortly after our arrival in Madīnah, I felt very ill. Nobody told me anything about what was going on. The Prophet and my parents heard the story, but they did not mention anything to me. However, I felt that the Prophet was not as kind to me during this illness of mine as he used to be. When he came in, he would ask my mother who was nursing me: “How is that woman of yours?” He said nothing else. I was distressed and requested his permission to be nursed in my parents’ home. He agreed. I went there and heard nothing. I was ill for 20-odd nights before I began to get better.
Anders als andere Menschen hatten wir Araber keine Toiletten in unseren Häusern. Für uns waren sie ekelhaft. Was wir zu tun pflegten, war, nachts hinauszugehen, irgendwohin außerhalb von Madinah, wo wir unsere Notdurft verrichteten. Frauen gingen nur nachts. Eines Nachts ging ich mit Umm Misţah [der Cousine Abū Bakrs] hinaus. Während wir gingen, verfing sich ihr eigenes Kleid, sie stolperte und fiel hin. Dabei sagte sie zu ihrem eigenen Sohn: „Verflucht sei Misţah!“
Unlike other people, we, the Arabs, did not have toilets in our homes. To us, they were disgusting. What we used to do was to go out at night, somewhere outside Madinah where we would relieve ourselves. Women went only at night. One night I went out with Umm Misţah [Abū Bakr’s cousin]. While we were walking, she was tripped by her own dress and fell down. As she did so, she said: “Confound Misţah” to her own son.
Sie sagte: „Schlimm, was du über einen Mann der Muhājirūn gesagt hast, der bei Badr gekämpft hat.“ Sie fragte mich: „Hast du denn die Geschichte nicht gehört?“ Als ich sie fragte, welche Geschichte, erzählte sie mir, was die Leute der Falschheit über mich sagten. Ich schwöre, ich konnte in jener Nacht nicht einmal meine Notdurft verrichten. Ich ging zurück und weinte bitterlich, bis ich das Gefühl hatte, dass das Weinen mich zerbrechen würde. Ich sagte zu meiner Mutter: „Möge Gott dir vergeben. Die Leute haben das über mich gesagt, was sie gesagt haben, und du hast mir gegenüber nichts erwähnt.“ Meine Mutter sagte: „Beruhige dich, mein Kind. Jede schöne Frau, die mit einem Mann verheiratet ist, der sie liebt, wird immer beneidet werden, besonders wenn sie ihn mit anderen Frauen teilen muss.“ Ich sagte: „Gepriesen sei Gott. Dass die Leute so etwas weitererzählen!“ Ich weinte bitterlich die ganze Nacht bis zum Morgen, ohne auch nur einen Augenblick zu schlafen.
I said: “Improper indeed is what you have said about a man of the Muhājirīn who fought at Badr.” She asked me: “Have you not heard the story then?” When I asked her what story, she recounted to me what the people of falsehood said about me. I swear I could not relieve myself that night. I went back and cried bitterly until I felt that crying would break me down. I said to my mother: “May God forgive you. People said what they said about me, and you mentioned nothing to me.” My mother said: “Calm down, child. Any pretty woman married to a man who loves her will always be envied, especially if she shares him with other wives.” I said: “Glory be to God. That people should repeat this sort of thing!” I cried bitterly throughout that night till morning, without a moment’s sleep.
Der Prophet ﷺ rief ʿAlī ibn Abī Ṭālib und Usāmah ibn Zayd zu sich, um sich mit ihnen darüber zu beraten, sich von mir zu trennen. Usāmah, der der Meinung war, dass ich unschuldig sei, sagte: „Gesandter Gottes, sie ist deine Frau, und du hast nichts Schlechtes von ihr erfahren.“
The Prophet called `Alī ibn Abī Ţālib and Usāmah ibn Zayd to consult them about divorcing me. Usāmah, who felt that I was innocent, said: “Messenger of God, she is your wife and you have experienced nothing bad from her.
„Diese Geschichte ist eine offensichtliche Lüge.“ ʿAlī sagte: „Gesandter Gottes, Gott hat dir in Ehesachen keine Einschränkung auferlegt. Es gibt viele Frauen außer ihr. Wenn du es für richtig hältst, ihre Magd zu befragen, wird sie dir die Wahrheit sagen.“ Der Prophet ﷺ ließ meine Magd Barīrah rufen und fragte sie, ob sie etwas Verdächtiges gesehen habe.
This story is a blatant lie.” `Alī said: “Messenger of God, God imposed no restriction on you in matrimonial matters. There are many women besides her. If you would see fit to ask her maid, she would tell you the truth.” The Prophet called in my maid, Barīrah, and asked her whether she had seen anything suspicious.
Barīrah sagte: „Bei Dem, der dich mit der Wahrheit gesandt hat, ich werfe ihr nichts vor, außer dass sie, weil sie so jung ist, einschläft und die Hühner den Teig fressen lässt, den ich zum Backen vorbereitet habe.“ Der Prophet ﷺ sprach zu den Muslimen in der Moschee, als ich noch von der ganzen Angelegenheit nichts wusste. Er sagte: „Ich habe nichts Böses an meiner Frau gesehen. Diese Leute beschuldigen auch einen Mann, an dem ich nichts Böses gesehen habe. Er hat nie die Zimmer meiner Frauen betreten, außer in meiner Gegenwart.“
Barīrah said: “By Him who sent you with the message of truth, there is nothing I take against her other than, being so young, she would doze off and let the hens eat the dough I had prepared for baking.” The Prophet addressed the Muslims in the mosque when I was still unaware of the whole matter. He said: “I have seen nothing evil from my wife. Those people are also involving a man from whom I have seen no evil. He never entered my wives’ rooms except in my presence.
Sa'd ibn Mu'ādh, der Anführer der Aws, sagte: „Gesandter Gottes, wenn diese Männer zu den Aws gehören, unserem Stamm, werden wir dich von ihrem Ärger befreien. Gehören sie dagegen zu unseren Brüdern, den Khazraj, so brauchst du nur deinen Befehl zu geben.“ Sa'd ibn 'Ubādah, der Anführer der Khazraj, der einen guten Ruf genoss, ließ sich dieses Mal von seinen Stammesgefühlen überwältigen und sagte zu Sa'd ibn Mu'ādh: „Bei Gott, du wirst sie nicht töten. Du sagst das nur, weil du weißt, dass sie zu den Khazraj gehören.“ Usayd ibn Ḥuḍayr, ein Cousin von Sa'd ibn Mu'ādh, sagte zu Sa'd ibn 'Ubādah:
Sa`d ibn Mu`ādh, the Aws leader, said: “Messenger of God, if these men belong to the Aws, our tribe, we will spare you their trouble. If, on the other hand, they belong to our brethren the Khazraj, you have only to give us your command.” Sa`d ibn `Ubādah, the leader of the Khazraj, who enjoyed a good reputation, allowed his tribal feelings to get the better of him this time and said to Sa`d ibn Mu`ādh: “By God, you shall not kill them. You are saying this only because you know that they are of the Khazraj.” Usayd ibn Ĥuđayr, a cousin of Sa`d ibn Mu`ādh, said to Sa`d ibn `Ubādah:
„Du bist nichts weiter als ein Heuchler, der andere Heuchler verteidigt.“ Die Menschen, die zu beiden Stämmen gehörten, waren sehr zornig und standen kurz davor, aufeinander loszugehen. Der Prophet ﷺ stand noch auf der Kanzel und bemühte sich sehr, sie zu beruhigen, bis es ihm schließlich gelang.
“You are no more than a hypocrite defending other hypocrites.” People who belonged to both tribes were very angry and were about to fight. The Prophet was still on the pulpit and he tried hard to cool them down, until finally he succeeded.
Ich weinte den ganzen restlichen Tag weiter. Ich konnte nicht schlafen. Am nächsten Morgen waren meine beiden Eltern bei mir – ich hatte zwei Nächte und einen Tag lang heftig geweint. Meine Tränen hörten nie auf. Beide hatten das Gefühl, dass mein Weinen mir das Herz brechen würde.
I continued to cry for the rest of the day. I could not sleep. Next morning both my parents were with me – I had spent two nights and a day crying hard. My tears never stopped. Both of them felt that my crying would break my heart.
Während wir in diesem Zustand waren, kam eine Frau von den Anṣār zu mir und fing an, mit mir zu weinen.
While we were in that condition, a woman from the Anşār came to me and started to cry with me.
Kurz darauf kam der Prophet ﷺ herein und setzte sich. Seit dem Gerücht war er nicht mehr in meinem Zimmer gewesen. Einen ganzen Monat lang empfing er meinetwegen keine Offenbarung. Als er sich setzte, pries und verherrlichte er Gott und sagte dann: „Ā’ishah, die Leute haben geredet, wie du inzwischen sehr wohl weißt. Wenn du unschuldig bist, wird Gott deine Unschuld offenbar machen. Hast du aber eine Sünde begangen, dann solltest du Gott um Vergebung bitten und umkehren. Wenn ein Diener Gottes seine Sünde bekennt und umkehrt, wird Gott ihm vergeben.“
Als der Prophet ﷺ geendet hatte, versiegten meine Tränen vollständig. Ich wandte mich an meinen Vater und sagte: „Antworte dem Propheten ﷺ.“ Er sagte: „Bei Gott, ich weiß nicht, was ich dem Gesandten Gottes ﷺ antworten soll.“ Dann sagte ich zu meiner Mutter: „Antworte dem Propheten ﷺ.“ Sie sagte: „Ich weiß nicht, was ich dem Gesandten Gottes ﷺ antworten soll.“
Ich war noch ein junges Mädchen und hatte nicht viel vom Qur’ān gelesen. Dennoch sagte ich: „Ich weiß, dass ihr alle diese Geschichte immer wieder gehört habt, bis ihr sie nun glaubt. Wenn ich euch sage, dass ich unschuldig bin, und Gott weiß, dass ich es bin, werdet ihr mir nicht glauben. Wenn ich dagegen etwas zugebe, obwohl Gott weiß, dass ich daran unschuldig bin, werdet ihr mir glauben. Ich kenne für eure Lage kein vergleichbares Beispiel außer dem des Vaters Josephs [ich versuchte, mich an den Namen Jakobs zu erinnern, konnte ihn aber nicht], als er sagte: ‚{Geduld ist schön! Und Gott ist es, dessen Hilfe man gegen das erbitten muss, was ihr beschreibt.}‘ (12:18)“
Dann drehte ich mich um und legte mich auf mein Bett. Ich wusste, dass ich unschuldig war und Gott meine Unschuld offenbar machen würde. Es kam mir aber keinen Augenblick in den Sinn, dass Gott meinetwegen einen Vers des Qur’āns offenbaren würde. Ich hielt mich für zu unbedeutend, als dass Gott meinen Fall in seine Offenbarungen aufnehmen würde. Ich hoffte nur, dass der Prophet ﷺ in seinem Traum etwas sehen würde, das meine Unschuld beweist.
Shortly afterwards the Prophet came and sat down. He had not sat in my room ever since the rumour started. For a whole month he received no revelations concerning me. When he sat down, he praised and glorified God before going on to say: `Ā’ishah. People have been talking, as you are now well aware. If you are innocent, God will make your innocence known. If, however, you have committed a sin, then you should seek God’s forgiveness and repent. If a servant of God admits her sin and repents, God will forgive her.” When the Prophet finished, my tears dried up completely and I turned to my father and said: “Answer the Prophet.” He said: “By God, I do not know what to say to God’s Messenger, peace be upon him.” I then said to my mother: “Answer the Prophet.” She said: “I do not know what to say to God’s Messenger, peace be upon him.” I was still a young girl, and I did not read much of the Qur’ān. However, I said: ‘I know that you all have heard this story repeated again and again until you now believe it. If I tell you that I am innocent, and God knows that I am, you will not believe me. If, on the other hand, I admit something when God knows that I am innocent of it, you will believe me. I know no comparable situation to yours except that of Joseph’s father [I tried to remember Jacob’s name but I could not] when he said: “Sweet patience! It is to God alone that I turn for support in this misfortune that you have described.” (12: 18) I then turned round and lay on my bed. I knew that I was innocent and that God would make my innocence known. It did not occur to me for a moment, however, that God would reveal a passage of the Qur’ān concerning me. I felt myself too humble for God to include my case in His revelations. All I hoped for was that the Prophet should see something in his dream to prove my innocence.
Bevor der Prophet uns verließ und bevor jemand das Haus verließ, begann jedoch die göttliche Offenbarung. Der Prophet war mit seinem eigenen Umhang zugedeckt, und ein Kissen war unter seinen Kopf gelegt worden. Als ich das sah, empfand ich weder Sorge noch Furcht. Ich war mir meiner Unschuld gewiss, und ich wusste, dass Gott, so unbegrenzt in Seiner Herrlichkeit, mir gegenüber nicht ungerecht sein würde. Was meine Eltern betrifft – nun, bei Ihm, in dessen Hand die Seele von ʿĀʾischa liegt: Während sie darauf warteten, dass der Prophet ℗ wieder zu sich kam, hätten sie vor Angst sterben können, dass die göttlichen Offenbarungen bestätigen könnten, was die Leute sagten. Dann war alles vorüber. Der Prophet ﷺ richtete sich auf, und sein Schweiß glänzte wie Perlen an einem nassen Tag. Während er sich die Stirn abwischte, sagte er:
Before the Prophet left us, however, and before anyone left the house, God’s revelations started. The Prophet was covered with his own robe, and a pillow was placed under his head. When I saw that, I felt no worry or fear. I was certain of my innocence, and I knew that God, limitless as He is in His glory, would not be unjust to me. As for my parents – well, by Him who holds `Ā’ishah’s soul in His hand, while they waited for the Prophet to come back to himself, they could have died for fear that divine revelations might confirm what people said. Then it was all over. The Prophet sat up, with his sweat looking like pearls on a wet day. As he wiped his forehead, he said:
„`Ā’ishah, ich habe gute Nachricht für dich. Gott hat deine Unschuld erklärt.“ Ich sagte: „Gepriesen sei Gott.“ Meine Mutter sagte zu mir: „Steh auf und geh zum Gesandten Gottes ﷺ.“ Ich sagte: „Nein. Ich stehe nicht auf, und ich lobe niemanden außer Gott, der meine Unschuld erklärt hat.“ Gott offenbarte den Abschnitt, der beginnt mit: „Diejenigen, die die Lüge ersannen, waren eine Gruppe unter euch“, in zehn Versen. Als Gott so meine Unschuld erklärt hatte, sagte Abū Bakr, der Misṭaḥ ibn Atḥāthah zu unterstützen pflegte, weil er ihn für einen armen Verwandten hielt: „Bei Gott, ich werde Misṭaḥ nie mehr unterstützen, nach dem, was er über `Ā’ishah gesagt hat.“ Doch Gott offenbarte daraufhin den Vers, der lautet: { Diejenigen unter euch, denen Gottes Gunst und Reichtum gewährt wurde, sollen nicht schwören, denen nicht zu helfen, die verwandt sind, den Bedürftigen und denen, die um Gottes willen ihre Heimat verlassen haben. Sie sollen vielmehr vergeben und nachsichtig sein. Wünscht ihr nicht, dass Gott euch eure Sünden vergibt? Gott ist ja Allvergebend, Barmherzig. } (Vers 22) Abū Bakr sagte: „Ja, gewiss. Ich hoffe wirklich, dass Gott mir meine Sünden vergibt.“ Dann setzte er seine Unterstützung für Misṭaḥ fort und sagte: „Ich werde meine Hilfe für ihn nie einstellen.“ `Ā’ishah erwähnt weiter, dass der Prophet ﷺ eine andere seiner Ehefrauen, Zaynab bint Jaḥsh, nach ihr gefragt hatte. Sie sagte: „Gesandter Gottes! Ich will mein Gehör und mein Augenlicht schützen. Bei Gott, ich habe von ihr nichts als Gutes gesehen.“ Sie war unter den Ehefrauen des Propheten ﷺ diejenige, die mit mir um die bevorzugte Stellung beim Propheten ﷺ wetteiferte. Gott hat sie so durch ihr feines Gespür für Frömmigkeit bewahrt. Ihre Schwester Ḥamnah dagegen redete weiter, als wolle sie ihre eigene Stellung stärken. Dadurch war sie unter denen, die die falsche Geschichte verbreiteten. [Related by al-Bukhārī and Muslim]
“`Ā’ishah, I have good news for you. God has declared your innocence.” I said: “Praise be to God.” My mother said to me: ‘Rise and go to God’s Messenger, (peace be upon him).’ I said: ‘No. I am not rising, and I am not praising anyone other than God who has declared my innocence.’ God revealed the passage starting with, Those who concocted the falsehood were a band from among you,’ in ten verses. When God thus declared my innocence, Abū Bakr, who used to support Misţah ibn Athāthah, considering that he was a poor relation of his, said: ‘By God, I will never again give Misţah any assistance, after what he has said about `Ā’ishah.’ But God then revealed the verse that says: ‘Let not those of you who have been graced with God’s favour and ample means resolve by oath not to help those who are near of kin, the needy and those who have left their homes for the sake of God. But let them pardon and forbear. Do you not desire that God should forgive you your sins? God is indeed Much-Forgiving, Merciful.’ (Verse 22) Abū Bakr said: ‘Yes, indeed. I do hope that God will forgive me my sins.’ He then resumed his support of Misţah, saying: ‘I will never stop my assistance to him.’ `Ā’ishah further mentions that the Prophet had asked another of his wives, Zaynab hint Jaĥsh, about her. She said: ‘Messenger of God! I want to protect my hearing and sight. By God, I have seen from her nothing but good.’ She was the one among the Prophet’s wives who used to vie with me for a favourite position with the Prophet. God has thus protected her through her keen sense of piety. Her sister, Ĥamnah, however, continued to speak, as though to enhance her position. She was thus involved with those who circulated the false story. [Related by al-Bukhārī and Muslim]