Al-Kahf Die Höhle (Genaue historische Berichte) 83-110
Al-Kahf The Cave (Accurate Historical Accounts) 83-110
Sie werden dich nach Dhu’l-Qarnayn fragen. Sprich: „Ich werde euch einen Bericht über ihn vortragen.“ (83)
They will ask you about Dhu’l-Qarnayn. Say: ‘I will give you an account of him.’ (83)
Wir haben ihm Macht auf der Erde gegeben und ihm Mittel verliehen, um alles zu erreichen. (84)
We established his power on earth, and gave him means to achieve anything. (84)
So folgte er einem bestimmten Weg (85)
So he followed a certain way (85)
und [er] marschierte westwärts, bis er, als er zum Untergang der Sonne gelangte, den Eindruck hatte, dass sie in einem dunklen, trüben Gewässer untergeht; und in der Nähe fand er ein bestimmtes Volk. „Dhu’l-Qarnayn“, sprachen Wir, „du magst sie entweder bestrafen oder gütig mit ihnen verfahren.“ (86)
and [marched westwards] till, when he came to the setting of the sun, it appeared to him that it was setting in dark, turbid waters; and nearby he found a certain people. ‘Dhu’l-Qarnayn,’ We said, ‘you may either punish them or treat them with kindness.’ (86)
Er antwortete: „Wer Unrecht tut, den werden wir bestrafen. Dann wird er zu seinem Herrn zurückkehren, und Er wird ihn streng bestrafen." (87)
He replied: ‘The one who does wrong we shall punish. Then he will return to his Lord and be sternly punished by Him. (87)
„Wer aber glaubt und rechtschaffen handelt, dem wird ein schöner Lohn zuteil werden, und wir werden ihm eine Aufgabe auferlegen, die leicht zu erfüllen ist.“ (88)
But the one who believes and does righteous deeds shall have a goodly reward, and we shall assign to him a task that is easy to fulfil.’ (88)
Dann folgte er einem anderen Weg (89)
Then he followed another way (89)
und [marschierte gen Osten] bis er, als er zum Aufgang der Sonne kam, fand, dass sie über einem Volk aufging, für das Wir keine Schutzdecken dagegen vorgesehen hatten. (90)
and [marched eastwards] till, when he came to the rising of the sun, he found that it was rising on a people for whom We had provided no coverings against it. (90)
So tat er es; und Wir hatten vollständige Kenntnis über alle Mittel, die ihm zur Verfügung standen. (91)
So he did; and We had full knowledge of all the means available to him. (91)
Dann folgte er wiederum einem anderen Weg (92)
Then he followed yet another way (92)
und [er] zog weiter, bis er einen Ort zwischen den beiden Bergwällen erreichte; dort fand er unterhalb von ihnen ein Volk, das kaum ein Wort verstehen konnte. (93)
and [marched on] till, when he reached a place between the two mountain-barriers he found beneath them a people who could scarcely understand a word. (93)
„Dhu’l-Qarnayn“, sagten sie, „Gog und Magog richten Verwüstung in diesem Land an. Dürfen wir dir einen Tribut zahlen, damit du eine Mauer zwischen uns und ihnen errichtest?“ (94)
‘Dhu’l-Qarnayn,’ they said, ‘Gog and Magog are ravaging this land. May we pay you a tribute so that you erect a barrier between us and them?’ (94)
Er antwortete: „Das, womit mein Herr mich ausgestattet hat, ist besser [als jeder Tribut]. Helft mir daher nur mit Kraft, und ich werde einen Wall zwischen euch und ihnen errichten! (95)
He answered: ‘That with which my Lord has established me is better [than any tribute]. Hence, do but help me with strength, and I shall erect a rampart between you and them! (95)
„Bringt mir Eisenblöcke!“ Als er schließlich die Lücke zwischen den beiden Bergwänden ausgefüllt hatte, sagte er: „Blast mit dem Blasebalg!“ Dann, als er es zum Glühen wie Feuer gebracht hatte, sagte er: „Bringt mir geschmolzenes Kupfer, das ich darübergießen werde.“ {(96)}
Bring me blocks of iron!’ At length, when he had filled up the gap between the two mountainsides, he said: ‘Ply your bellows!’ Then, when he made [the iron glow like] fire, he said: ‘Bring me molten copper which I will pour over it.’ (96)
So konnten ihre Feinde die Mauer weder erklimmen, noch konnten sie sich einen Weg hindurchgraben.
And thus their enemies were unable to scale [the rampart], nor could they dig their way through it.
(97)
(97)
Er sagte: „Dies ist eine Barmherzigkeit von meinem Herrn. Doch wenn die von meinem Herrn bestimmte Zeit kommt, wird Er ihn dem Erdboden gleichmachen. Das Versprechen meines Herrn trifft stets ein.“ (98)
He said: ‘This is a mercy from my Lord. Yet when the time appointed by my Lord shall come, He will make this [rampart] level with the ground. My Lord’s promise always comes true.’ (98)
An jenem Tag lassen Wir sie wogen wie Wellen, die gegeneinander branden. Und in die Posaune wird gestoßen, und Wir versammeln sie alle zusammen.
On that day We shall leave them to surge like waves dashing against one another. The trumpet will be blown, and We shall gather them all together. (99)
{Und Wir werden an jenem Tag die Hölle den Ungläubigen offen darbieten}, (100)
And We shall, on that day, present hell, all spread out, for the unbelievers, (100)
denen, die Meine Ermahnung übersehen und Meine Warnung überhört haben. (101)
who have turned a blind eye to My admonition and a deaf ear to My warning. (101)
Meinen die Ungläubigen etwa, sie könnten Meine Diener anstelle von Mir zu Beschützern nehmen? Wir haben der Hölle als Wohnstätte für die Ungläubigen bereitet. (102)
Do the unbelievers think that they could take My creatures for patrons against Me? We have indeed readied hell as a dwelling place for the unbelievers. (102)
Sag: „Sollen wir euch sagen, wer die größten Verlierer sind in dem, was sie tun? (103)
Say: ‘Shall we tell you who are the greatest losers in whatever they may do? (103)
Es sind jene, deren Mühen im diesseitigen Leben fehlgeleitet waren, und die dennoch meinen, dass das, was sie tun, richtig sei. (104)
It is they whose labour in this world has been misguided, and who nonetheless think that what they do is right. (104)
Sie sind es, die sich dafür entschieden haben, an die Offenbarungen ihres Herrn nicht zu glauben und die Wahrheit zu leugnen, dass sie Ihm begegnen werden. Vergeblich werden ihre Werke sein. Am Tag der Auferstehung werden Wir ihnen kein Gewicht beimessen. (105)
It is they who have chosen to disbelieve in their Lord’s revelations and deny the truth that they will meet Him. Vain will be their works. No weight shall We assign to them on Resurrection Day. (105)
„Das wird ihr Lohn sein, die Hölle, dafür, dass sie den Glauben verworfen und Meine Offenbarungen und Meine Gesandten zum Gegenstand ihres Spottes gemacht haben.“ (106)
That will be their reward, hell, for having rejected the faith, and made My revelations and My messengers a target of their mockery.’ (106)
Aber diejenigen, die glauben und gute Werke tun, werden die Gärten des Paradieses zur Wohnstätte haben. (107)
But those who have faith and do righteous deeds shall have the gardens of paradise as their dwelling place. (107)
Darin werden sie ewig bleiben, und sie werden niemals den Wunsch haben, dass sich etwas daran ändert. (108)
Therein they will abide, and never will they desire any change to befall them. (108)
Sag: {Wenn das Meer Tinte für die Worte meines Herrn wäre, so würde das Meer gewiss versiegen, bevor die Worte meines Herrn erschöpft sind, selbst wenn wir noch ein weiteres Meer als Ergänzung hinzufügten.} (109)
Say: ‘If the sea were ink for my Lord’s words, the sea would surely dry up before my Lord’s words are exhausted, even though we were to add to it another sea to replenish it.’ (109)
Sprich: „Ich bin nur ein Mensch wie ihr. Mir ist offenbart worden, dass euer Gott der eine und einzige Gott ist. Wer also darauf hofft, seinem Herrn zu begegnen, [am Tag des Gerichts], der soll Rechtschaffenes tun und bei der Anbetung seines Herrn niemanden als Teilhaber zulassen.“ (110)
Say: ‘I am but a human being like yourselves. It has been revealed to me that your God is the One and only God. Hence, whoever expects to meet his Lord [on Judgement Day], let him do what is right, and in the worship due to his Lord admit no one as a partner.’ (110)
Überblick
Overview
Dieser letzte Abschnitt der Sure befasst sich hauptsächlich mit Dhu’l-Qarnayn und seinen drei Reisen, nach Osten, nach Westen und in die zentralen Gebiete, sowie mit seiner Errichtung eines starken Walls, um zu verhindern, dass Gog und Magog hindurchgelangen. Die Sure berichtet, dass Dhu’l-Qarnayn nach der Errichtung des Walls sagte: „Dies ist eine Barmherzigkeit von meinem Herrn. Doch wenn die von meinem Herrn bestimmte Zeit kommt, wird Er ihn dem Erdboden gleichmachen. Das Versprechen meines Herrn trifft immer ein.“ (Vers 98)
This final passage of the sūrah is mainly concerned with Dhu’l-Qarnayn and his three journeys, to the east, west and the central areas, as well as his erection of a strong barrier to prevent Gog and Magog from getting through. The sūrah tells us that after he had erected the barrier, Dhu’l-Qarnayn said: “This is a mercy from my Lord. Yet when the time appointed by my Lord shall come, He will make this [rampart] level with the ground. My Lord’s promise always comes true.” (Verse 98)
Auf den Hinweis auf das „wahre Versprechen“ folgt das Blasen in die Posaune und eine Szene der Auferstehung, bevor die Sure mit drei kurzen Abschnitten endet, die jeweils mit dem Befehl „Sprich“ beginnen. Diese drei Abschnitte fassen alle Hauptthemen der Sure zusammen und folgen ihrem Gedankengang. Sie bilden die abschließenden kräftigen Schläge einer gleichmäßig fließenden Melodie.
The reference to the ‘true promise’ is followed with the blowing of the trumpet and a scene of the resurrection before the sūrah concludes with three short sections, each of which starts with the command, ‘Say’. These three sections sum up all the main topics of the sūrah and follow its drift. They serve as the final strong beats of an evenly flowing tune.
Der geheimnisvolle Reisende
The Mysterious Traveller
Die Geschichte von Dhu’l-Qarnayn beginnt wie folgt: „Sie werden dich nach Dhu’l-Qarnayn fragen. Sprich: Ich werde euch einen Bericht über ihn geben.“ (Vers 83) Bei der Schilderung der Umstände, die zur Offenbarung dieser Sure führten, erwähnt Muĥammad ibn Isĥāq einen Bericht, der Ibn `Abbās zugeschrieben wird, dem Cousin und Gefährten des Propheten ﷺ. Dem Bericht zufolge schickten die Quraysh al-Nađr ibn al-Ĥārith und `Uqbah ibn Abī Mu`ayţ zu den jüdischen Rabbinern in Madinah, um sie über Muĥammad ﷺ zu befragen, und legten ihnen ihre Vorgaben dar. Die Ältesten der Quraysh trugen den beiden Männern auf, Muĥammad ﷺ den jüdischen Rabbinern genau zu beschreiben und ihnen wahrheitsgemäß zu berichten, was er lehre. „Die Juden“, sagten die Ältesten der Quraysh, „sind das Volk der frühen Schriften, und sie verfügen über einen Reichtum an Wissen über die Propheten, der uns nicht zugänglich ist.“ In Madinah legten die beiden Männer aus den Quraysh den Rabbinern ihre Fragen vor und erbaten deren aufrichtige Meinung über Muĥammad ﷺ. Die Rabbiner rieten ihnen, Muĥammad ﷺ drei Fragen zu stellen. „Wenn er euch zufriedenstellende Antworten gibt, dann ist er ein Prophet und Gesandter Gottes. Wenn er aber keine Antwort zu geben weiß, dann erfindet er, was er sagt. Dann könnt ihr mit ihm tun, was ihr wollt. Fragt ihn nach einer Gruppe junger Menschen, über die es in alter Zeit eine seltsame Geschichte gab, und lasst ihn euch berichten, was mit ihnen geschah. Fragt ihn auch nach einem Mann, der weit umherreiste und in den fernen Osten und den fernen Westen gelangte. Die dritte Frage, die ihr stellen solltet, lautet: Sag uns, was es mit dem Geist auf sich hat.“ Al-Nađr und `Uqbah kehrten nach Makkah zurück und berichteten ihren Stammesgenossen, sie hätten die Antwort auf ihr Problem mit Muĥammad ﷺ gebracht. Als sie ihnen den Rat der jüdischen Rabbiner mitteilten, begaben sie sich zum Propheten ﷺ und stellten ihm die drei Fragen. Der Prophet ﷺ erklärte ihnen, dass er ihnen am folgenden Tag antworten werde.
The story of Dhu’l-Qarnayn begins as follows: “They will ask you about Dhu’l- Qarnayn. Say: I will give you an account of him.’” (Verse 83) Speaking about the reasons that led to the revelation of this sūrah, Muĥammad ibn Isĥāq mentions a report attributed to Ibn `Abbās, the Prophet’s cousin and Companion. The report mentions that the Quraysh sent al-Nađr ibn al-Ĥārith and `Uqbah ibn Abī Mu`ayţ to ask the Jewish rabbis in Madinah about Muĥammad, outlining for them their terms of reference. The Quraysh elders told the two men to describe Muĥammad in detail to the Jewish rabbis and to report to them truthfully what he advocated. “The Jews,” said the Quraysh elders, “are the people of early Scriptures and they have a wealth of knowledge about prophets which is not available to us.” In Madinah, the two men from the Quraysh put their questions to the rabbis and solicited their honest opinion about Muĥammad. The rabbis told them to ask Muĥammad three questions. “If he gives you satisfactory answers, then he is a prophet and messenger of God. If he has no answer to give, then he is fabricating whatever he says. You may do what you like with him. Ask him about a group of young people about whom there was a strange story in ancient times, and let him tell you what happened to them. Ask him also about a man who travelled all over the place and went to the far east and far west. The third question you should ask him is to tell you about the spirit.” Al-Nađr and `Uqbah travelled back to Makkah and told their tribesmen that they had brought the answer to their problem with Muĥammad. When they told them of the advice of the Jewish rabbis, they went to the Prophet and put the three questions to him. The Prophet told them that he would answer them the following day.
6 Es mag den Anschein haben, dass Sayyid Quṭb genau das tut, was er auszuschließen erklärt, nämlich die Identität der zentralen Gestalt der Geschichte und die genannten Orte zu erörtern. Tatsächlich veranschaulicht er jedoch nur, warum man zur Suche nach weiteren Einzelheiten der Qur'ān-Berichte nicht auf die Geschichte zurückgreifen könnte. Seine Erörterung der möglichen Orte bleibt sehr nah an den Aussagen des Qur'ān. Die Fußnote, die von der Mauer bei Tirmidh spricht, nennt lediglich eine Wahrscheinlichkeit, ohne den Versuch, sie zu bewerten. – Anmerkung des Herausgebers.
6 It may appear that Sayyid Quţb is doing what he says he will not do, discussing the identity of the central figure of the story and the locations mentioned, but in fact he is only illustrating why history could not be referred to in search for more details of the Qur’ānic accounts. His discussion of the probable locations remains very close to the Qur’ānic statements. The footnote speaking about the wall near Tirmidh simply mentions a probability without any attempt to evaluate it. — Editor’s note.
Eine Politik der Gerechtigkeit für alle
A Policy Of Justice For All
Einige Leute fragten daher den Gesandten Gottes ﷺ nach Dhu’l-Qarnayn, und Gott offenbarte ihm, was diese Sure über seine Geschichte und seine Taten enthält. Wir haben keine andere Quelle als den Qur’ān, um uns weitere Informationen zu geben. Deshalb werden wir nicht versuchen, es auszuschmücken oder auszuführen, denn das wäre nicht auf zuverlässige Informationen gestützt.
Some people, then, asked God’s Messenger about Dhu’l-Qarnayn, and God revealed to him what this sūrah contains about his history and actions. We have no source other than the Qur’ān to give us further information. Hence, we will not try to expand or elaborate, because that would not be based on any accurate information.
Kommentare zum Qur'ān enthalten zahlreiche Berichte und viele Informationen, doch keine davon hat eine verlässliche Grundlage. Daher sollte man ihnen mit großer Vorsicht begegnen, insbesondere weil sie israelitische Berichte und andere Legenden enthalten.
Commentaries on the Qur’ān provide many accounts and plenty of information, but none of these has any reliable basis. Hence, they should be approached very cautiously, particularly because they include Israelite reports and other legends.
Von der Geschichte des Dhu’l-Qarnayn erwähnt der Qur’ān drei Reisen: eine in den Westen, eine in den Osten und die dritte zu einem Ort, der als ein Gebiet „zwischen zwei Bergen“ beschrieben wird. Betrachten wir nun diesen Qur’ān-Bericht.
Of the history of Dhu’l-Qarnayn the Qur’ān mentions three journeys, one to the west, one to the east and the third to a place described as an area ‘between two mountains’. Let us now consider this Qur’ānic account.
Die Geschichte von Dhu’l-Qarnayn, wie sie in dieser Sure überliefert wird, beginnt mit einer kurzen Vorstellung des Mannes selbst: „Wir haben ihm Macht auf der Erde gegeben und ihm Mittel verliehen, alles zu erreichen.“ (Vers 84) Gott hat ihm also Macht auf der Erde verliehen und ihm unangefochtene Autorität gewährt. Ihm wurden auch die Mittel zur Regierung und zum Sieg gegeben, die Möglichkeiten, Zivilisation aufzubauen, die Segnungen zu genießen, die Gott der Menschheit zugänglich gemacht hat, sowie alles, was das menschliche Leben auf Erden stabil und wohlhabend macht.
The story of Dhu’l-Qarnayn, as given in this sūrah, begins with a brief introduction of the man himself: “We established his power on earth, and gave him means to achieve anything.” (Verse 84) God then has established his power on earth, giving him uncontested authority. He has also given him the means of government and victory, the facilities to build civilization, enjoy the blessings God has made available to mankind, and all that make human life on earth steady and prosperous.
Ein Schutzwall gegen böse Mächte
A Barrier Against Evil Forces
Dann folgte er wiederum einem anderen Weg, bis er, als er einen Ort zwischen den beiden Bergwällen erreichte, unter ihnen ein Volk vorfand, das kaum ein Wort verstehen konnte. „Dhu’l-Qarnayn“, sagten sie, „Gog und Magog richten Verwüstung in diesem Land an. Dürfen wir dir einen Tribut zahlen, damit du einen Wall zwischen uns und ihnen errichtest?“ Er antwortete: „Das, womit mein Herr mich ausgestattet hat, ist besser [als jeder Tribut].
Then he followed yet another way and [marched on] till, when he reached a place between the two mountain-barriers he found beneath them a people who could scarcely understand a word. Dhu’l- Qarnayn,’ they said, ‘Cog and Magog are ravaging this land. May we pay you a tribute so that you erect a barrier between us and them?’ He answered: ‘That with which my Lord has established me is better [than any tribute].
„Darum helft mir mit Kraft, so will ich zwischen euch und ihnen einen Wall errichten! Bringt mir Eisenblöcke!“ Als er schließlich die Lücke zwischen den beiden Bergwänden aufgefüllt hatte, sagte er: „Blast mit dem Blasebalg!“ Als er es dann zum Glühen brachte wie Feuer, sagte er: „Bringt mir geschmolzenes Kupfer, das ich darüber gießen werde.“ Und so waren ihre Feinde nicht in der Lage, ihn zu übersteigen, noch konnten sie sich einen Weg hindurch graben.
Hence, do but help me with strength, and I shall erect a rampart between you and them! Bring me blocks of iron!’ At length, when he had filled up the gap between the two mountain-sides, he said: ‘Ply your bellows!’ Then, when he made [the iron glow like] fire, he said: ‘Bring me molten copper which I will pour over it.’ And thus their enemies were unable to scale [the rampart], nor could they dig their way through it.
Er sagte: „Dies ist eine Barmherzigkeit von meinem Herrn. Doch wenn die von meinem Herrn bestimmte Zeit kommt, wird Er dies [Bollwerk] dem Erdboden gleichmachen. Das Versprechen meines Herrn trifft stets ein.“ (Verse 92-98)
He said: ‘This is a mercy from my Lord. Yet when the time appointed by my Lord shall come, He will make this [rampart] level with the ground. My Lord’s promise always comes true.’ (Verses 92-98)
Nun kommen wir zur dritten Reise Dhu'l-Qarnains, die ihn an einen Ort zwischen den beiden Bergbarrieren führte. Über die genaue Lage dieses Ortes können wir keine bestimmte Aussage treffen, und auch über die Beschaffenheit dieser Barrieren liegen uns keine Informationen vor. Aus dem Text lässt sich lediglich entnehmen, dass er einen Ort erreichte, der zwischen zwei natürlichen oder von Menschen errichteten Barrieren lag, die durch einen Spalt oder einen niedrigen Durchgang voneinander getrennt waren.
Now we come to the third of Dhu’l-Qarnayn’s journeys which took him to a place between the two mountain-barriers.’ We cannot make any definite suggestion as to the exact location of this place, nor do we have any information about the nature of these barriers. All that we can understand from the text is that he reached a place lying in between two natural or man-made barriers, separated by a gap or low passage.
7 Eine Mauer wurde in der Nähe der Stadt Tirmidh in Zentralasien entdeckt und wurde von einem deutschen und einem spanischen Historiker erwähnt, die sie Anfang des fünfzehnten Jahrhunderts passierten. Sie bezogen sich auf Bāb Al-Ĥadīd, was „das eiserne Tor“ bedeutet und das sich zwischen Samarqand und Indien befindet. Dies könnte die Mauer sein, die Dhu’l-Qarnayn erbaut hat.
7 A wall was discovered close to the city of Tirmidh in central Asia, and was mentioned by a German and a Spanish historian who passed by it early in the fifteenth century. They referred to Bāb Al-Ĥadīd, meaning `the iron door’, and which can he found between Samarqand and India. This may be the wall built by Dhu’l-Qarnayn.
Die Wahrheit über Gog und Magog
The Truth About Gog And Magog
Nun, wer waren Gog und Magog? Wo sind sie jetzt? Was haben sie getan, und was wird mit ihnen geschehen? Solche Fragen sind nur schwer mit einiger Genauigkeit zu beantworten. Unser Wissen über sie beschränkt sich auf das, was ausdrücklich im Qur'ān und in authentischen Ḥadīthen erwähnt wird. Der Qur'ān führt hier eine Aussage von Dhu'l-Qarnayn an: „Doch wenn die von meinem Herrn bestimmte Zeit kommt, wird Er ihn dem Erdboden gleichmachen. Das Versprechen meines Herrn erfüllt sich immer." (Vers 98) Diese Aussage nennt keinen Zeitpunkt. Gottes Versprechen, die Mauer zu zerstören, könnte bereits eingetreten sein, als die Tataren weite Gebiete überrollten und ganze Königreiche vernichteten.
Now who were Gog and Magog? Where are they now? What did they do and what will happen to them? Such questions are very difficult to answer with any degree of accuracy. Our knowledge of them is limited to what is mentioned specifically in the Qur’ān and in authentic aĥādīth. The Qur’ān includes here a quotation of what Dhu’l-Qarnayn says: “Yet when the time appointed by my Lord shall come, He will make this [rampart] level with the ground. My Lord’s promise always comes true.” (Verse 98) This statement does not specify a time. God’s promise to destroy the rampart may already have occurred when the Tatars swept across huge areas, destroying whole kingdoms.
Eine weitere Erwähnung findet sich in Sure 21, Al-Anbiyā' (Die Propheten), wo es heißt:
Another mention of them is found in Sūrah 21, The Prophets, where it is stated:
„Wenn Gog und Magog losgelassen werden und von jeder Anhöhe herabströmen, und wenn das wahre Versprechen nahe [seiner Erfüllung] kommt, dann werden die Augen der Ungläubigen starr vor Entsetzen sein.“ (21: 96–97) Auch hier wird kein Zeitpunkt für das verheißene Erscheinen von Gog und Magog genannt. Dass das Versprechen Gottes sich nahe seiner Erfüllung befindet, in dem Sinne, dass die Stunde oder der Tag des Gerichts bevorsteht, ist seit der Zeit des Propheten ﷺ eine erwiesene Tatsache. Im Qur’ān heißt es: „Die Stunde ist nahe gekommen, und der Mond ist gespalten.“ (54: 1) In Gottes Berechnung hat die Zeit eine völlig andere Perspektive als in menschlicher Berechnung. Der zeitliche Abstand zwischen dem Augenblick, in dem die Stunde nahe wird, und ihrem tatsächlichen Eintreten kann sich über Millionen Jahre oder Jahrhunderte erstrecken. So mag der Mensch dies als einen sehr langen Zeitraum empfinden, während es nach Gottes Maßstäben nicht mehr bedeuten mag als ein Augenblinzeln.
“When Gog and Magog are let loose and swarm down from every corner, when the true promise draws close [to its fulfilment], staring in horror shall be the eyes of the unbelievers.” (21: 96-97) Again this statement does not specify a time for the promised appearance of Gog and Magog. That God’s promise has come near to fulfilment, in the sense that the Last Hour or the Day of Judgement is soon to come, is an accomplished fact ever since the time of the Prophet. In the Qur’ān we read: “The Hour has drawn near, and the moon was cleft asunder.” (54: 1) In God’s reckoning, time has a totally different perspective from that of human reckoning. The time gap between the moment when the Hour becomes near and its actual occurrence may stretch to millions of years or centuries. Thus human beings may see this as a very long period of time, while, by God’s standards, it may signify nothing more than a blink of an eye.
Taub und Blind
Deaf And Blind
Die Sure lässt auf den Hinweis von Dhu'l-Qarnayn auf das wahre Versprechen Gottes eine Szene aus dem Tag des Gerichts folgen:
The sūrah follows the reference by Dhu’l-Qarnayn to God’s true promise with a scene from the Day of Judgement:
An jenem Tag lassen Wir sie wogen wie Wellen, die gegeneinander branden. Und in die Posaune wird gestoßen werden, und Wir werden sie alle zusammenbringen. Und Wir werden an jenem Tag die Hölle den Ungläubigen offen zur Schau stellen, die Meine Ermahnung mit Blindheit übersahen und Meine Warnung nicht hören wollten.
On that day We shall leave them to surge like waves dashing against one another. The trumpet will be blown, and We shall gather them all together. And We shall, on that day, present hell, all spread out, for the unbelievers, who have turned a blind eye to My admonition and a deaf ear to My warning. (Verses 99-101)
Dies ist eine Szene, die die Bewegung riesiger Menschenmassen aller Hautfarben, Rassen und geografischen Gebiete zeigt, die allen Generationen und Zeitaltern angehören, nachdem sie auferweckt und wieder zum Leben erweckt worden sind. Sie bewegen sich auf chaotische Weise umher, ohne sich dessen bewusst zu sein, was um sie herum geschieht. Sie drängen einander wie Wellen im Meer und vermischen sich wie die Gischt, die von den Wellen aufgewirbelt wird. Dann wird plötzlich eine Posaune geblasen, und sie werden nach einer bestimmten Ordnung versammelt: „Und in die Posaune wird gestoßen werden, und Wir werden sie alle versammeln." (Vers 99)
This is a scene showing the movement of huge masses of people of all colours, races and geographical areas, belonging to all generations and times, after they have been resurrected and brought back to life. They move across in a chaotic way, unaware of what is around them. They push each other like waves in the sea and mix like the surf raised by the waves. Then suddenly a trumpet is blown and they are gathered according to a specific order: “The trumpet will be blown, and We shall gather them all together.” (Verse 99)
Wir sehen auch die Ungläubigen, die sich von der Gedenkung Gottes abgewandt haben, als wären ihre Augen verhüllt und ihre Ohren taub. Nun sehen wir sie, wie die Hölle vor sie gebracht wird, und sie können sich nicht von ihr abwenden, so wie sie sich einst von der Rechtleitung Gottes abwandten. An jenem Tag liegt die Möglichkeit, sich abzuwenden, nicht in ihrer Macht. Die Decke über ihren Augen ist fortgezogen, und sie erkennen nun deutlich die Folge ihres bewussten Abwendens. Dies ist eine gerechte Vergeltung.
We see also the unbelievers who turned away from remembrance of God as though their eyes were covered and their ears deaf. Now we see them with hell brought before them and they cannot turn away from it as they used to turn away from God’s guidance. On that day, the option of turning away is not within their power. The cover over their eyes has been drawn, and they now see clearly the consequence of their deliberate turning away. This is a fair recompense.
Trügerische Gedanken über schlechte Taten
Deceptive Thoughts Of Bad Action
Die Sure schließt mit einigen Versen, die die vielen verschiedenen Themenstränge der Sure in harmonischem Ton und Rhythmus zusammenführen. Wir haben hier drei verschiedene Aspekte, die zusammen das gesamte Thema der Sure zusammenfassen. Der erste davon dreht sich um Werte und Maßstäbe, wie sie sich in abweichenden Gesellschaften widerspiegeln und wie sie wirklich sind. Diese betreffen sowohl Handlungen als auch Menschen.
The sūrah concludes with a few verses that bring together its many different lines of discussion in harmonious tone and rhythm. We have here three different aspects which, together, sum up the whole theme of the sūrah. The first of these revolves around values and standards as they are reflected in deviant societies and as they truly are. These relate to both actions and people.
Sprich: „Sollen wir euch sagen, wer die größten Verlierer sind in dem, was sie tun? Es sind jene, deren Bemühen im diesseitigen Leben irregeleitet war, und die dennoch meinen, dass das, was sie tun, richtig ist. Es sind jene, die sich entschieden haben, die Zeichen ihres Herrn zu leugnen und die Wahrheit zu verwerfen, dass sie Ihm begegnen werden. Vergeblich werden ihre Werke sein. Am Tag der Auferstehung werden Wir ihnen kein Gewicht beimessen.“ (Verse 103-105)
Say: ‘Shall we tell you who are the greatest losers in whatever they may do? It is they whose labour in this world has been misguided, and who nonetheless think that what they do is right. It is they who have chosen to disbelieve in their Lord’s revelations and deny the truth that they will meet Him. Vain will be their works. No weight shall We assign to them on Resurrection Day.’ (Verses 103-105)
„Sollen wir euch sagen, wer die größten Verlierer sind in dem, was sie tun?“ (Vers 103)
“Shall we tell you who are the greatest losers in whatever they may do?” (Verse 103)
Diese sind diejenigen, deren Verlust kein Mensch in der Geschichte übertreffen kann.
These are the ones whose loss cannot be exceeded by any human being in history.
Die Antwort auf diese Frage kommt sehr schnell. „Sie sind es, deren Mühe im diesseitigen Leben in die Irre ging.“ (Vers 104) Sie führte sie nicht dazu, irgendeiner rechten Leitung zu folgen. Sie brachte keine wirkliche Frucht hervor und erreichte kein Ziel. Doch diese Menschen „meinen dennoch, dass sie das Richtige tun.“ (Vers 104) Dies zeigt, wie irregeleitet diese Menschen sind. Sie haben keine Ahnung davon, dass alles, was sie in dieser Welt tun, sie weiter in den Irrtum führt und somit völlig vergeudet ist. Daher verbringen sie ihr ganzes Leben weiter mit solch nichtigen Bestrebungen.
Sich auf die Begegnung mit dem Herrn vorbereiten
Preparing For A Meeting With The Lord
Das zweite abschließende Element zeigt die Grenzen des menschlichen Wissens im Vergleich mit dem unendlichen Wissen Gottes. Da unsere Vorstellungskraft das Absolute nicht erreichen kann, gibt uns der Qur'ān eine einfache Analogie, die wir leicht begreifen können, und bedient sich dabei seiner Methode der Bildhaftigkeit: „Sprich: Wäre das Meer Tinte für die Worte meines Herrn, so würde das Meer gewiss versiegen, bevor die Worte meines Herrn erschöpft wären, selbst wenn wir ihm ein weiteres Meer hinzufügten, um es aufzufüllen.“ (Vers 109) Das Meer ist das größte und reichste Ding, das der Menschheit bekannt ist. Die Menschen verwenden Tinte, um alles niederzuschreiben, was sie festhalten möchten. So dokumentieren sie ihr Wissen, das sie für groß halten. Daher stellt der Qur'ān das Bild des Meeres mit seiner ganzen weiten Ausdehnung vor, doch dieses Meer ist nun aus Tinte, mit der die Worte Gottes niedergeschrieben werden, die Sein Wissen anzeigen. Obwohl das ganze Meer verbraucht wird, sind die Worte Gottes nicht zu Ende. An diesem Punkt wird ein weiteres Meer von ähnlicher Größe herbeigebracht, aber auch dieses wird vollständig verbraucht, während die Worte Gottes noch weit von ihrem Ende entfernt sind.
The second concluding element shows the limits of human knowledge when compared with God’s infinite knowledge. As our imagination cannot reach the absolute, the Qur’ān gives us a simple analogy which we can easily comprehend, using its method of image drawing: “Say: If the sea were ink for my Lord’s words, the sea would surely dry up before my Lord’s words are exhausted, even though we were to add to it another sea to replenish it.” (Verse 109) The sea is the largest and richest thing known to mankind. People use ink to write down whatever they want to record. This is how they document their knowledge which they imagine to be great. Hence the Qur’ān puts forward the image of the sea with all its vast expanse, but which is now made of ink with which to write down God’s words that indicate His knowledge. Even though the whole sea is used, God’s words are not finished. At this point another sea of similar magnitude is brought forward, but it too is used in full while God’s words are far from finished.
So anschaulich und bewegt wird das Konzept des Unendlichen dem endlichen menschlichen Verstand vor Augen gestellt. Ein universelles und abstraktes Konzept bleibt jenseits menschlichen Begreifens, solange es nicht in konkreten Begriffen beschrieben wird. So groß die Fähigkeit eines Menschen auch sein mag, das Abstrakte zu erfassen, muss er einen abstrakten Begriff dennoch mit Bildern und Formen, Arten und Eigenschaften in Beziehung setzen. Das gilt für abstrakte Begriffe des Begrenzten oder Greifbaren. Wie soll er dann das Unbegrenzte und Unkörperliche ergründen?
It is with such a clear image and movement that the concept of the infinite is placed before the finite human intellect. A universal and abstract concept remains beyond human conception until it is described in specific terms. No matter how powerful a human being’s ability to understand the abstract is, he needs to relate an abstract concept to images and shapes, types and characteristics. This applies to abstract concepts of what is limited or tangible. How then can it fathom what is unlimited and intangible?