Die Gläubigen werden dazu angehalten, einen weiteren Aspekt guten Verhaltens und feiner Umgangsformen zu pflegen:
The believers are encouraged to maintain another aspect of good behaviour and fine manners:
Gläubige, wenn euch gesagt wird, in euren Versammlungen Platz zu machen, dann tut es, und Gott wird euch Raum schaffen. Und wenn euch gesagt wird, aufzustehen, dann steht auf. Gott wird jene von euch, die glauben und denen Wissen gegeben wurde, um viele Stufen erhöhen. Gott ist voll und ganz darüber informiert, was ihr tut. (Vers 11)
Believers, when you are told to make room for one another in your gatherings, then do so, and God will make room for you. If you are told to rise up, then do so. God will elevate, by many degrees, those of you who believe and those who have been given knowledge. God is fully aware of all that you do. (Verse 11)
Berichte über die Offenbarung dieses Verses deuten darauf hin, dass er sich tatsächlich auf die Heuchler bezog, was ihn besser in den Zusammenhang der Sure einfügt. Qatadah berichtet, dass dieser Vers von Versammlungen zum freiwilligen Gottesdienst handelt. Wenn diejenigen, die bereits beim Propheten ﷺ saßen, jemanden kommen sahen, der sich zu ihnen gesellen wollte, waren sie offensichtlich bestrebt, ihre eigenen Plätze nahe beim Propheten ﷺ zu behalten. Hier befiehlt Gott ihnen, einander Platz zu machen.
Reports speaking about the revelation of this verse suggest that it actually related to the hypocrites, which makes it more relevant to the flow of the surah. Qatadah mentions that this verse speaks about gatherings for voluntary worship. When those who were already sitting with the Prophet saw someone coming to join them, they were obviously keen to retain their own positions close to the Prophet. Here, God orders them to make room for each other.
Muqatil ibn Hayyan berichtet:
Muqatil ibn Hayyan reports:
Dieser Vers wurde an einem Freitag offenbart, als der Prophet ﷺ sich in as-Suffa befand, wo der Platz ziemlich eng war. Er pflegte jene zu ehren, die an der Schlacht von Badr teilgenommen hatten, sowohl von den Muhajirun als auch von den Ansar. Einige Leute, die bei Badr gekämpft hatten, kamen, um sich ihm anzuschließen, doch der Platz war bereits besetzt. Sie stellten sich dem Propheten ﷺ gegenüber und grüßten ihn. Er erwiderte ihren Gruß ﷺ. Dann grüßten sie die Leute, die bei dem Propheten ﷺ saßen, und jene erwiderten den Gruß. Sie blieben weiterhin stehen in der Hoffnung, dass die Anwesenden ihnen Platz machen würden.
This verse was revealed on a Friday, when the Prophet was at al- Suffah where the place was rather narrow. He used to honour those who attended the Battle of Badr from among the Muhajirin and the Ansar. Some people who fought at Badr came to join him but the place was already taken up. They stood facing the Prophet and greeted him. He replied to their greeting. Then they greeted the people sitting with the Prophet and those replied. They continued to stand, hoping that those present would make room for them.
Der Prophet bemerkte, weshalb sie stehen geblieben waren und dass niemand ihnen Platz gemacht hatte. Er war verstimmt. Deshalb forderte er einige der Muhajirin und der Ansar, die nicht an Badr teilgenommen hatten, auf, aufzustehen, und wählte sie namentlich aus. Er bat so viele aufzustehen, wie stehend waren. Diejenigen, die so aufgefordert wurden aufzustehen, empfanden dies als schwer. Der Prophet ﷺ bemerkte, dass sie betrübt aussahen. Einige Heuchler nutzten dies aus und sagten zu den Gläubigen: „Sagt ihr nicht, dass euer Mann gegenüber allen Menschen gerecht ist? Wir haben jedenfalls gesehen, wie er diesen gegenüber ungerecht war. Hier waren Leute, die bereits an ihren Plätzen gesessen hatten, begierig darauf, ihrem Propheten nahe zu sein, und doch hieß er sie aufstehen und gab ihre Plätze denen, die später kamen ...“
Es wird überliefert, dass der Prophet ﷺ ein Bittgebet sprach: „Möge Gott sich eines erbarmen, der seinem Bruder Platz macht.“ Danach standen die Menschen schnell auf, um ihren Brüdern Platz zu machen.
The Prophet realized why they remained standing and that nobody had made room for them. He was displeased. Therefore, he said to some of those from the Muhajirin and the Ansar who did not take part in Badr to stand up, choosing them by name. He asked to stand up as many as there were standing. Those who were thus asked to stand felt this to be hard. The Prophet noticed that they looked upset. Some hypocrites exploited this, saying to the believers: ‘Do you not say that your man is fair to all people? We certainly saw him being unfair to these. Here were some people who had already sat in their places, eager to be close to their Prophet, yet he asked them to stand up, giving their places to ones who came late...’ The Prophet is reported to have said a prayer: ‘May God have mercy on one who makes room for his brother.’ After that, people used to quickly rise in order to make room for their brothers.
Wenn dieser Bericht authentisch ist, ist er so zu verstehen, dass er nicht im Widerspruch zu anderen Ahadith steht, die es untersagen, dass jemand seinen Bruder auffordert aufzustehen, damit er an dessen Platz sitzen kann, etwa jenes, das sagt: „Es soll kein Mann einen anderen von seinem Platz aufstehen lassen, um sich an dessen Stelle zu setzen. Vielmehr rücke er näher heran und mache anderen Platz.“ [Überliefert von al-Bukhari und Muslim.] Andere Anweisungen des Propheten ﷺ machen deutlich, dass eine Person, die sich zu einer sitzenden Gruppe gesellt, am Ende Platz nehmen soll. Sie darf nicht über die Schultern der Leute gehen, um nach vorne zu gelangen. Der Koranvers ruft diejenigen, die sitzen, dazu auf, denen Platz zu machen, die sich zu ihnen gesellen. Er verlangt außerdem Gehorsam und fordert denjenigen, der sitzt, auf aufzustehen, wenn er dazu aufgefordert wird.
If this report is authentic, it should be understood as not being in conflict with other ahadith that forbid someone to ask his brother to stand up so as to sit in his place, such as that which says: “Let no man make another rise from his position so as to sit in his place. Rather, move closer and make room for others.” [Related by al-Bukhari and Muslim.] Other instructions by the Prophet make it clear that a person who is joining a sitting group should sit at the end. He must not walk over peoples shoulders so as to be in front. The Quranic verse urges those who are sitting to make room for those joining them. It also urges obedience, requiring the one who is seated to rise if he is asked to do so.
Dieser Befehl wird jedoch von dem Anführer erteilt, der für die Organisation der Gruppe verantwortlich ist, nicht von dem Neuankömmling.
This order, however, is given by the leader responsible for organizing the group, not by the newcomer.
Der Zweck all dessen besteht darin, den Menschen das Gefühl der Willkommenheit gegenüber dem Neuankömmling einzuprägen, noch bevor man ihm tatsächlich Platz zum Sitzen macht. Wenn dieses Gefühl echt ist, freuen sich die Leute, wenn andere sich zu ihnen gesellen, und die Sitzenden empfangen die Neuankömmlinge herzlich und machen ihnen bereitwillig Platz. Wenn jedoch der Verantwortliche meint, dass ein bestimmter Platz aus einem besonderen Grund einem Neuankömmling gegeben werden sollte, so sollten seine Anweisungen bereitwillig und gerne befolgt werden, wobei zugleich die allgemeinen Regeln eingehalten werden, nicht über die Schultern der Leute zu steigen oder jemanden aufstehen zu lassen, damit ein anderer auf seinem Platz sitzen kann. Alles sollte in gegenseitiger Toleranz geschehen.
The purpose behind all this is to instil into people the feeling of welcome towards the newcomer before actually making room for him to sit. When that feeling is genuine, people are pleased to see others joining them, and those seated receive the newcomers warmly, willingly making room for them. However, if the person in charge thinks that a particular place should be given to a newcomer for a special reason, his instructions should be readily and happily complied with, observing at the same time the overall rules of not walking over peoples shoulders or making one person stand to let another sit in his place. It should all be done with mutual tolerance.
Wiederum erkennen wir die Methode des Qur'an, Menschen dazu zu bringen, jeder Anweisung bereitwillig Folge zu leisten. Die Sure verspricht denen, die anderen Platz machen, dass Gott ihnen guten Raum schenken wird: „Ihr Gläubigen, wenn euch gesagt wird, in euren Versammlungen Platz füreinander zu machen, dann tut es, und Gott wird euch Raum geben." (Vers 11) Sie verspricht auch denen, die aufgefordert wurden, ihren Platz zu verlassen, um ihn anderen zu überlassen, dass sie bei Gott eine erhabene Stellung genießen werden: „Wenn euch gesagt wird, aufzustehen, dann steht auf. Gott wird diejenigen unter euch, die glauben und denen Wissen gegeben wurde, um viele Stufen erhöhen." (Vers 11) Dies als Lohn für ihren Gehorsam und ihre entgegenkommende Haltung.
Again we note the Quranic method of making people willing to comply with every instruction. The surah promises those who make room for others that God will make good room for them: “Believers, when you are told to make room for one another in your gatherings, then do so, and God will make room for you? (Verse 11) It also promises those who were instructed to leave their place so as to give it to others that they will enjoy an elevated position with God: “If you are told to rise up, then do so. God will elevate, by many degrees, those of you who believe and those who have been given knowledge(Verse 11) This, in recompense for their obedience and accommodating attitude.
Der Anlass war, dass man dem Propheten nahe war, um von ihm zu lernen. Die Sure lehrt die Gläubigen, dass guter Glaube, der Menschen nachgiebig und gehorsam macht, und Wissen, das Herzen und Charakter veredelt, ihnen eine höhere Stellung bei Gott einbringen werden. Dies ist die Belohnung dafür, dass man bereitwillig einen Platz nahe dem Propheten räumt und seinem Befehl gehorcht, der um eines bestimmten Zweckes willen gegeben wurde, den er im Sinn hatte: „Gott ist über alles, was ihr tut, wohl unterrichtet?“ (Vers 11). Er belohnt die Menschen entsprechend dem, was Er von ihren Gefühlen und Absichten weiß.
The occasion was one of being close to the Prophet in order to learn from him. The surah teaches believers that good faith, which makes people accommodating and obedient, and knowledge, which refines hearts and manners, will ensure a higher position with God. This as a reward for willingly vacating a position close to the Prophet, obeying his order given for a particular purpose he had in mind: “God is fully aware of all that you do? (Verse 11) He rewards people according to what He knows of their feelings and intentions.
Dies ist ein weiteres Beispiel für die Methode des Qur'an, Muslime zu erziehen, indem sie freundlich, entgegenkommend und hilfsbereit werden, indem ihre besseren Gefühle hervorgebracht werden. Die Religion wirkt nicht dadurch, dass sie feste Anweisungen gibt, die wörtlich befolgt werden müssen; vielmehr stützt sie sich darauf, die Gefühle und das Empfinden der Menschen zu verändern.
This is yet another example of the Quranic method of educating Muslims, teaching them to be kindly, accommodating and helpful by bringing out their better feelings. Religion does not work by giving firm instructions that must be literally obeyed; rather, it relies on changing peoples feelings and sensitivities.
Der Koran lehrt sie außerdem, ihre Umgangsformen im Verkehr mit dem Propheten ﷺ zu verfeinern. Offenbar waren die Menschen begierig, unter vier Augen mit dem Propheten ﷺ zu sprechen, und jeder suchte seinen Rat in seiner persönlichen Angelegenheit oder wollte schlicht das Vergnügen haben, mit ihm allein zu sein. Die Menschen schienen die Inanspruchnahme der Zeit des Propheten ﷺ mit all seinen gesellschaftlichen und öffentlichen Pflichten nicht zu schätzen, oder sie erkannten nicht, dass eine Angelegenheit, für die sie eine Privataudienz beim Propheten ﷺ wünschten, eine ernste sein muss. Deshalb wollte Gott, dass sie verstehen, dass es notwendig war, zum Nutzen der Gemeinschaft eine Abgabe einzuführen, die von derjenigen Person zu entrichten war, die den Propheten ﷺ in ihrer persönlichen Angelegenheit sprechen wollte, weil sie einen Teil der Zeit des Propheten ﷺ in Anspruch nahm, die der Gemeinschaft gewidmet war. Diese Abgabe nahm die Form einer Spende an, die vor dem Gespräch mit dem Propheten ﷺ gezahlt werden sollte.
The Qur’an also teaches them to refine their manners when dealing with the Prophet. It appears that people were eager to talk to the Prophet privately, each seeking his advice concerning his own private matter, or merely to have the pleasure of being alone with him. People did not seem to appreciate the demands on the Prophet’s time, with all his social and public responsibilities, or they did not realize that a matter for which they wanted a private conference with the Prophet must be a serious one. Therefore, God wanted them to understand that it was necessary to impose a tax, for the benefit of the community, to be paid by the person who wanted the Prophet to attend to his personal problem because he was taking up some of the Prophet’s time which was devoted to the community. This tax took the form of a charity which should be paid before attending the Prophet:
Gläubige, wenn ihr mit dem Gesandten Gottes ﷺ unter vier Augen sprechen wollt, so gebt vorher etwas als Almosen, bevor ihr mit ihm sprecht. Das ist besser für euch und reiner. Wenn ihr es aber nicht könnt, so ist Gott gewiss Allvergebend, Barmherzig.
Believers, when you wish to speak to God's Messenger in private, offer something in charity before you speak to him. That is better for you and more conducive to purity. If you do not have the means, God is Much-Forgiving, Ever Merciful. (Verse 12)
„Ali ibn Abi Talib war derjenige, der die in diesem Vers gegebene Anweisung befolgte. Berichten zufolge legte er eine Anzahl von Dirham beiseite, also die damalige Silbermünze. Wann immer er allein mit dem Propheten ﷺ sprechen wollte, gab er einen Dirham als Almosen. Diese Vorschrift war für die Muslime dennoch schwer, da sie im Allgemeinen arm waren. Die Anweisung erfüllte jedoch ihren Zweck, indem sie sie das Gewicht eines vertraulichen Gesprächs mit dem Propheten ﷺ erkennen ließ. Gott erleichterte ihnen die Last und offenbarte den nächsten Vers, der die Pflicht, vor einem solchen Gespräch Almosen zu geben, aufhob. Der Vers wies die Muslime außerdem an, ihren verschiedenen Formen der Anbetung besser nachzukommen.
‘All ibn Abi Talib was the one who acted on the instructions given in this verse. According to reports, he set aside a number of dirhams, i.e. the silver currency of the time. Whenever he wanted to speak alone to the Prophet he gave one dirham in charity. This requirement was nonetheless difficult for the Muslims, as they were generally poor. The instruction, however, fulfilled its purpose, making them aware of the value of a private conference with the Prophet. God lightened their burden, revealing the next verse which abrogated the requirement of paying to charity before such a conference took place. The verse also directed the Muslims to attend better to their various aspects of worship:
Zögerst du, Sadaqa zu geben, bevor du mit dem Propheten ﷺ sprichst?
Do you hesitate to offer charity before you speak with the Prophet?
Da ihr keine Almosen gegeben habt und Gott sich euch in Seiner Barmherzigkeit zugewandt hat, so verrichtet das Gebet regelmäßig, entrichtet die Zakat [d. h. die Pflichtabgabe] und gehorcht Gott und Seinem Gesandten. Gott ist wohl unterrichtet über das, was ihr tut.
Since you did not offer charity, and God has turned to you in His mercy, attend regularly to prayer and pay your zakat [i.e. obligatory charity] and obey God and His Messenger. God is well aware of your actions. (Verse 13)
Diese beiden Verse und die Überlieferungen über die Anlässe, zu denen sie offenbart wurden, zeigen einen Aspekt der erzieherischen Bemühungen, die darauf abzielten, die Sitten und den gesellschaftlichen Umgang der muslimischen Gemeinschaft zu formen, selbst in Angelegenheiten von Einzelheiten, die nicht besonders gewichtig waren.
These two verses and the reports we have about the occasions in which they were revealed provide an aspect of the educational efforts that aimed to cultivate the manners and social approach of the Muslim community, even in matters of detail that were not particularly serious.