Al-Tawbah (die Reue) | Beziehungen zu anderen Religionen 29-35
Al-tawbah (the Repentance) | Relations With Other Religions 29-35
Kämpft gegen diejenigen, die – obwohl ihnen die Schrift gegeben wurde – nicht wirklich an Gott und den Jüngsten Tag glauben, und nicht als verboten betrachten, was Gott und Sein Gesandter verboten haben, und nicht der Religion der Wahrheit folgen, bis sie bereitwillig die Kopfsteuer entrichten, nachdem sie gedemütigt wurden. (29)
Fight against those who — despite having been given Scriptures — do not truly believe in God and the Last Day, and do not treat as forbidden that which God and His Messenger have forbidden, and do not follow the religion of truth, till they [agree to] pay the submission tax with a willing hand, after they have been humbled. (29)
Die Juden sagen: „Esra ist der Sohn Gottes“, und die Christen sagen: „Der Christus ist der Sohn Gottes.“ Das sind die Aussagen, die sie mit ihren Mündern äußern, indem sie die Behauptungen der Ungläubigen früherer Zeiten nachplappern. Gott möge sie vernichten! Wie verdreht sind sie!
The Jews say: ‘Ezra is the son of God,’ while the Christians say: ‘The Christ is the son of God.’ Such are the assertions they utter with their mouths, echoing assertions made by the unbelievers of old. May God destroy them! How perverse they are! (30)
Sie machen ihre Rabbiner und ihre Mönche sowie den Christus, den Sohn der Maria, zu Herren neben Gott.
They make of their rabbis and their monks, and of the Christ, son of Mary, lords besides God.
Dennoch wurden sie angewiesen, niemanden außer dem einen Gott zu verehren, außer dem es keine Gottheit gibt.
Yet they have been ordered to worship none but the One God, other than whom there is no deity.
Erhaben ist Er über das, was sie Ihm als Gefährten beigesellen. (31)
Exalted be He above those to whom they ascribe divinity. (31)
Sie wollen das Licht Gottes mit ihren Mündern auslöschen, doch Gott lässt es nicht zu, außer dass Er Sein Licht zur Vollendung bringt, so sehr dies den Ungläubigen auch zuwider sein mag. (32)
They want to extinguish God’s light with their mouths, but God will not allow anything but to bring His light to perfection, however hateful this may be to the unbelievers. (32)
Er ist es, Der Seinen Gesandten mit der Rechtleitung und der Religion der Wahrheit gesandt hat, damit Er sie über alle anderen Religionen siegen lässt, auch wenn es den Götzendienern zuwider ist. (33)
It is He who has sent His Messenger with guidance and the religion of truth, so that He may cause it to prevail over all [other] religions, however hateful this may be to the idolaters. (33)
Gläubige, viele der Rabbiner und Mönche verzehren das Vermögen der Menschen zu Unrecht und halten sie vom Weg Gottes ab. Denen, die Gold und Silber horten und es nicht in der Sache Gottes ausgeben, verkünde die Nachricht von einer schmerzhaften Qual, (34)
Believers, some of the rabbis and monks wrongfully devour people’s property and turn people away from God’s path. To those who hoard up gold and silver and do not spend them in God’s cause, give the news of a painful suffering, (34)
an dem Tag, an dem es im Feuer der Hölle erhitzt wird und ihre Stirnen, Seiten und Rücken damit gebrandmarkt werden. [Es wird zu ihnen gesagt werden]: „Das ist es, was ihr für euch selbst angehäuft habt. So kostet nun, was ihr angehäuft habt.“ (35)
on the day when it will all be heated in the fire of hell, and their foreheads, sides and backs will be branded with them. [They will be told]: ‘This is what you have hoarded up for yourselves. Taste, then, what you have been hoarding.’ (35)
Überblick
Overview
Dieser zweite Abschnitt der Sure enthält die abschließenden Bestimmungen über die Beziehungen zwischen der muslimischen Gemeinschaft und den Menschen früherer Offenbarungen, so wie der erste Abschnitt die endgültigen Bestimmungen über die Beziehungen zwischen der muslimischen Gemeinschaft und den Götzendienern in Arabien festlegte. Der erste Abschnitt behandelte jedoch die damals in Arabien herrschende Lage, sprach von den arabischen Götzendienern und bezog sich auf deren Haltungen und auf Ereignisse, die speziell sie betrafen. In diesem zweiten Abschnitt stellen wir fest, dass seine Aussagen in Wortwahl und Aussage allgemeiner gehalten sind und auf alle Menschen früherer Offenbarungen zutreffen, ob in Arabien oder anderswo.
This second passage of the sūrah provides the final rulings concerning the relations between the Muslim community and the people of earlier revelations, just like the first passage defined the final rulings on relations between the Muslim community and the idolaters in Arabia. However, the first passage addressed the situation that prevailed at the time in Arabia, speaking about the Arab idolaters and referring to their attitudes and events relating specifically to them. In this second passage we note that its statements are more general in phraseology and import, and are applicable to all people of earlier revelations, whether in Arabia or elsewhere.
Diese neuen Bestimmungen enthalten eine Reihe wesentlicher Änderungen an den Regeln, die das Verhältnis zwischen der muslimischen Gemeinschaft und den Anhängern früherer Offenbarungen, insbesondere den Christen, regeln. Zu der Zeit, als diese Sure offenbart wurde, hatten alle Begegnungen und militärischen Auseinandersetzungen mit den Juden bereits stattgefunden, doch kam es zu keiner solchen Auseinandersetzung mit einer christlichen Gemeinschaft.
These new rulings include a number of substantial amendments to the rules governing relations between the Muslim community and people of earlier revelations, particularly the Christians. By the time this sūrah was revealed, all encounters and military conflicts with the Jews had already taken place, but no such conflict took place with any Christian community.
Die wichtigste Änderung, die die neuen Bestimmungen enthalten, ist der Befehl, gegen diejenigen zu kämpfen, die vom göttlichen Glauben abweichen, bis sie die Dschizya, also die Unterwerfungssteuer, zahlen, nachdem sie gedemütigt wurden. Mit ihnen darf kein Friedensabkommen geschlossen werden, außer auf dieser Grundlage der Unterwerfung, die sich durch die Zahlung einer besonderen Steuer zeigt, die ihnen das Recht gibt, in Frieden mit den Muslimen zu leben. Wenn sie hingegen von der Wahrheit des Islam überzeugt werden und ihn annehmen, gelten sie als Teil der muslimischen Gemeinschaft.
The main amendment the new rulings include is the order given to fight those who deviate from the divine faith until they pay the jizyah, or submission tax, after they have been humbled. No peace agreement may be made with them except on this basis of submission evident by the payment of a special tax which gives them the right to live in peace with the Muslims. On the other hand, if they become convinced of the truth of Islam and accept it, they are considered part of the Muslim community.
Die Wahrheit über die Menschen früherer Offenbarungen
The Truth of People of Earlier Revelations
Der vorliegende Text besagt, dass jene Menschen der früheren Offenbarungen:
The present text states that those people of earlier revelations:
1. Glauben nicht wirklich an Gott und den Jüngsten Tag; 2. Verbieten nicht, was Gott und Sein Gesandter für verboten erklärt haben; 3. Folgen nicht der Religion der Wahrheit; 4. Die Juden unter ihnen behaupten, Esra sei der Sohn Gottes, während die Christen behaupten, Jesus Christus sei der Sohn Gottes. Mit diesen falschen Behauptungen wiederholen sie lediglich die falschen Behauptungen der Ungläubigen früherer Zeiten, der Griechen, Römer, Inder und Ägypter oder anderer Götzendiener. [Wir werden zeigen, dass die Lehre von der Dreifaltigkeit von den Christen aus alten götzendienerischen Vorstellungen übernommen wurde, ebenso wie die christliche und jüdische Behauptung, Gott habe einen Sohn. Keines davon gehörte zum Ursprung des Christentums oder des Judentums.] 5. Sie machten ihre Rabbiner und Mönche sowie Jesus selbst neben Gott zu Herren. Damit übertraten sie die Grundsätze der Einheit Gottes, die sie zu wahren aufgefordert waren. Als solche sind sie Götzendiener; 6. Sie stellen sich gegen den Glauben Gottes und versuchen, das Licht Gottes mit ihren Mündern auszublasen.
1. Do not truly believe in God and the Last Day; 2. Do not forbid what God and His Messenger have made forbidden; 3. Do not follow the religion of truth; 4. The Jews among them claim that Ezra was the son of God, while the Christians claim that Jesus Christ was the son of God. In making these false claims they are merely echoing the false claims of the unbelievers of old times, Greeks, Romans, Indians and Egyptians, or other idolaters. [We will show that the concept of the Trinity was borrowed by the Christians from old idolatrous beliefs, as were the Christian and Jewish claims that God has a son. None of these was part of the origin of Christianity or Judaism.] 5. They treated their rabbis and monks, as well as Jesus himself, as lords alongside God. Thus they transgressed the principles of God’s oneness they were bid to uphold. As such, they are idolaters; 6. They are hostile to God’s faith, trying to put out God’s light with their mouths.
Sie sind daher Ungläubige; und 7. Viele ihrer Mönche und Rabbiner verschlingen das Geld und Eigentum der Menschen zu Unrecht, und sie halten die Menschen vom Weg Gottes ab.
As such, they are unbelievers; and 7. Many of their monks and rabbis devour people’s money and property against all right, and they turn people away from God’s path.
Auf der Grundlage solcher Glaubensvorstellungen und Praktiken wird die Wahrheit der Menschen früherer Offenbarungen dargelegt und werden die endgültigen Regelungen festgelegt, die ihr Verhältnis zu den Gläubigen bestimmen, die die Botschaft Gottes umsetzen.
Die Leugnung einer bekannten Wahrheit
Denying a Known Truth
Die Haltung dieser Menschen war jedoch nicht repräsentativ für die Haltung der Mehrheit der Anhänger früherer Offenbarungen auf der Arabischen Halbinsel, insbesondere der Juden. Sobald sie den Eindruck gewannen, dass der Islam eine Bedrohung für sie darstellte, führten die Juden in Madinah eine boshafte Kampagne gegen ihn, wobei sie alle Mittel einsetzten, die an mehreren Stellen des Qur'ān erwähnt werden. Es versteht sich von selbst, dass sie sich weigerten, den Islam anzunehmen, und die Hinweise in ihren eigenen Schriften auf den Propheten Muhammad ﷺ leugneten, ebenso die Tatsache, dass der Qur'ān bestätigte, was ihnen von ihren wahren Offenbarungen geblieben war. Jene guten und aufrichtigen Menschen hingegen bekannten sich offen zu all dem. Der Qur'ān hält alle ihre Leugnungen fest und weist auf ihre Abweichung und Verderbtheit hin. Der Qur'ān enthält jedoch auch klare Aussagen über die Glaubensvorstellungen der Anhänger früherer Offenbarungen, etwa: „Als Jesus mit den klaren Beweisen der Wahrheit kam, sprach er: Ich bin nun mit Weisheit zu euch gekommen und um euch einiges von dem klarzumachen, worüber ihr uneins seid. So fürchtet Gott und gehorcht mir. Gott ist wahrlich mein Herr und euer Herr; so dient Ihm allein: Das ist der gerade Weg!‘ Doch Gruppen unter ihnen begannen, voneinander abweichende Ansichten zu vertreten. Wehe denen, die Unrecht getan haben, für die Strafe eines schmerzhaften Tages!“ (43:63–65) „Sie spalteten ihre Einheit aus eigener Bosheit erst, nachdem ihnen das Wissen gegeben worden war. Und wäre nicht ein Wort von deinem Herrn vorausgegangen, das eine Frist bis zu einem bestimmten Termin festsetzte, so wäre zwischen ihnen längst entschieden worden. Diejenigen, die nach ihnen die Schrift erbten, sind nun in tiefem Zweifel darüber.“ (42:14) „Zu ihnen wurde gesagt: Wohnt in dieser Stadt und esst von ihrer Speise, wovon ihr wollt, und sprecht: ‚Herr, erleichtere uns unsere Last‘, und tretet demütig durch das Tor ein. Wir werden euch eure Sünden vergeben, und wir werden denen, die Gutes tun, reichlich belohnen. Doch die Frevler unter ihnen tauschten andere Worte gegen jene aus, die ihnen gesagt worden waren.“ Deshalb ließen Wir gegen sie eine Plage vom Himmel los als Vergeltung für ihr Unrecht. Frag sie nach der Stadt, die am Meer lag: wie ihre Bewohner den Sabbat entweihten. An jedem Sabbat erschienen ihnen ihre Fische, die sich über der Wasseroberfläche zeigten, doch an den übrigen Tagen kamen sie ihnen nicht nahe.
However, the attitude of these individuals was not representative of the attitude of the majority of the people of earlier revelations in the Arabian Peninsula, particularly the Jews. Once they felt that Islam represented a threat to them, the Jews in Madinah launched a wicked campaign against it, using all the methods mentioned in several places in the Qur’ān. Needless to say, they refused to adopt Islam, and denied the references in their own Scriptures to the Prophet Muĥammad (peace be upon him), and the fact that the Qur’ān confirmed what remained with them of their true revelations. By contrast, those goodly and honest individuals acknowledged all that openly. The Qur’ān records all their denials and points out their deviation and corruption. However, the Qur’ān also includes clear statements of the beliefs of the people of earlier revelations, such as: “When Jesus came with all evidence of the truth, he said: I have now come to you with wisdom, and to make clear to you some of that on which you are at variance. Hence, fear God and pay heed to me. God is indeed my Lord and your Lord; so worship Him alone: this is a straight way!’ But factions from among them began to hold divergent views. Woe, then, to the evildoers for the suffering [they will endure] on a painful day!” (43: 63-65) “They broke up their unity, through their own wickedness, only after knowledge was given to them. And but for a word that had already gone forth from your Lord, [postponing a decision] until an appointed term, all would have been decided between them. Those who inherited the Scriptures after them are now in grave doubt.” (42: 14) “It was said to them: Dwell in this city and eat of its food whatever you may wish, and say: “Lord, relieve us of our burden,” and enter the gate in humility. We will forgive you your sins, and We will richly reward those who do good. ‘But the wrongdoers among them substituted other words for those which they had been given. Therefore We let loose against them a scourge from heaven in requital for their wrongdoing. Ask them about the town which stood by the sea: how its people profaned the Sabbath. Each Sabbath their fish appeared before them breaking the water’s surface, but they would not come near them on other than Sabbath days.
Klarheit der Haltungen
Clarity of Attitudes
Wir werden nun die Natur der Beziehungen zwischen der muslimischen Gemeinschaft und den Anhängern früherer Religionen erörtern, und zwar sowohl in ihrem sachlichen als auch in ihrem geschichtlichen Zusammenhang. Dies waren die wesentlichen Elemente, die die endgültigen Regelungen für diese Beziehungen bestimmten.
We will now discuss the nature of relations between the Muslim community and the followers of earlier religions, putting it in both its substantial and historical contexts. These were the major elements in defining the final rulings governing these relations.
Um eine klare und genaue Vorstellung von der Natur solcher Beziehungen zu gewinnen, ist es wichtig, zunächst zu untersuchen, was Gott darüber in Seinem Buch feststellt, das das absolut wahre Wort ist, das keinen Irrtum und keine Falschheit zulässt. Solche Aussagen sind frei von Fehlern, die aus menschlicher Voreingenommenheit und Mängeln im Denken und Schlussfolgern entstehen.
In order to form a clear and accurate idea of the nature of such relations, it is important first to study what God states concerning these relations in His Book which is the absolutely true word that admits no error or falsehood. Such statements are free of errors resulting from human bias and faults of reasoning and deduction.
Dann müssen wir uns die Ereignisse und Haltungen ansehen, die diese Aussagen bestätigen.
Then we have to look at the events and attitudes which confirm these statements.
Die Art der Haltung der Menschen der früheren Offenbarungen gegenüber den Muslimen wird im Qur'ān mehrfach dargelegt. Bei bestimmten Gelegenheiten spricht Gott allein von ihnen, bei anderen fasst Er sie mit den Ungläubigen zusammen, da die beiden Gruppen in ihrer Haltung gegenüber dem Islam und der muslimischen Gemeinschaft übereinstimmen. Zuweilen spricht der Qur'ān von bestimmten Positionen, die sie eingenommen haben und die ihr Bündnis gegen den Islam offenlegen. Die Aussagen selbst sind zu klar und eindeutig, als dass sie einen Kommentar erforderten: „Weder die Ungläubigen unter den Leuten der früheren Offenbarungen noch die Götzendiener wünschen, dass euch von eurem Herrn jemals irgendein Segen zuteilwird." (2:105)
The nature of the attitude of the people of the earlier revelations towards the Muslims is stated several times in the Qur’ān. On certain occasions, God speaks of them alone, while on others, He groups them with the unbelievers, since the two groups are united in their attitudes towards Islam and the Muslim community. At times, the Qur’ān speaks of certain positions they have taken which expose their alliance against Islam. The statements themselves are too clear and decisive to require any comment: ‘Neither the unbelievers among the people of earlier revelations nor the idolaters would like to see any blessing ever bestowed upon you by your Lord.” (2: 105)
Jüdische Haltungen gegenüber dem Islam
Jewish Attitudes towards Islam
Mehrere Sūren des Qur'ān beziehen sich auf die Feindseligkeit der Juden gegenüber dem Islam, die sich in boshaften Machenschaften und Verschwörungen äußerte, welche darauf abzielten, die muslimische Gemeinschaft zu untergraben. Tatsächlich ist diese Feindseligkeit stets offenkundig gewesen, von ihrer ersten Auseinandersetzung mit dem Islam in Madīnah bis zum gegenwärtigen Augenblick. Es würde den Rahmen dieses Kommentars sprengen, eine vollständige Darstellung dieser feindseligen Geschichte zu geben; wir werden jedoch nur einige kurze Hinweise auf Episoden des unablässigen Krieges geben, den die Juden gegen den Islam geführt haben.
Several sūrahs in the Qur’ān refer to the Jews’ hostility towards Islam which manifested itself in wicked scheming and conspiracies aiming to undermine the Muslim community. Indeed this hostility has always been manifest, ever since their first confrontation with Islam in Madinah up to the present moment. It is beyond the scope of this commentary to provide a full account of such a hostile history, but we will make only a few brief references to episodes of the unabating war the Jews have launched against Islam.
Als der Prophet nach Madinah auswanderte, bereiteten ihm die Juden dort den schlechtesten Empfang, den Anhänger einer göttlichen Botschaft einem Gesandten Gottes bereiten konnten, von dem sie wussten, dass er ehrlich war und eine wahre Botschaft überbrachte. ﷺ
When the Prophet migrated to Madinah, the Jews there gave him the worst reception that could have been given by the followers of a divine message to a Messenger of God whom they knew to be honest and conveying a true message.
Sie erfanden Lügen und streuten Zweifel unter die Anhänger des neuen Glaubens, wobei sie zu den hinterhältigsten Mitteln griffen, um diese Erfindungen zu verbreiten. Sie äußerten Zweifel an dem Propheten ﷺ selbst, obwohl sie von seiner Ehrlichkeit und seiner wahren Stellung überzeugt waren. Sie verbündeten sich mit den heuchlerischen Arabern und lehrten sie, wie man falsche Anschuldigungen erhebt und sie unter den Leuten verbreitet. Sie manipulierten jedes erdenkliche Ereignis, etwa den Wechsel der Gebetsrichtung der Muslime und die falschen Anschuldigungen gegen die Frau des Propheten ﷺ, ebenso zahlreiche andere Begebenheiten. Mehrere Verse im Qur'ān, in den Sūrahs 2, 3, 4, 5, 9, 33 und 59, beziehen sich direkt auf solche Vorfälle. Hier sind einige Beispiele:
They invented lies and raised doubts among the followers of the new faith, resorting to the most devious means to spread these fabrications. They expressed doubts about the Prophet himself when they were certain of his honesty and true position. They allied themselves with the hypocrite Arabs and taught them how to make false accusations and spread them around. They manipulated every possible event, such as the change in direction when Muslims offer their prayers and the false accusations levelled against the Prophet’s wife, as well as numerous other instances. Several comments in the Qur’ān, in Sūrahs 2, 3, 4, 5, 9, 33 and 59, refer directly to such incidents. Here are some examples:
Geschichte erzählt ihre Geschichte
History Tells its Tale
Auch die übrigen Menschen früherer Offenbarungen, die Christen, sind nicht weniger feindselig gewesen.
The other people of earlier revelations, the Christians, have been no less hostile.
Die Feindschaft zwischen den Byzantinern und den Persern reichte viele Jahrhunderte zurück.
Enmity between the Byzantines and the Persians went back for centuries.
Dennoch vergaßen beide Lager, sobald die Kirche empfand, dass der Islam, der neue Glaube, eine Bedrohung für ihre zusammengebraute Version des Christentums darstellte, die nichts weiter war als eine Sammlung alter heidnischer Legenden, irregeleiteter Erfindungen und einiger weniger Aussagen des Propheten Jesus, ihre gesamte bisherige Feindschaft und ihren jahrhundertealten Hass und traten dem neuen Glauben gemeinsam entgegen.
Nevertheless, as soon as the Church felt that Islam, the new faith, represented a threat to its concocted version of Christianity, which was no more than a collection of ancient pagan legends, misguided inventions and a handful of statements from the Prophet Jesus, both camps buried all their past enmity and age-old hatred to confront the new faith together.
Die Byzantiner und ihr Marionettenregime der arabischen Ghassaniden begannen, Truppen aufzustellen, um gegen den neuen Glauben zu kämpfen. Sie töteten den Gesandten des Propheten ﷺ, obwohl Gesandte traditionell vollen Schutz genossen. Als der Prophet ﷺ eine Streitmacht von 3.000 Mann entsandte, um die Provokation zu unterbinden, sahen sie sich einem Heer gegenüber, das nach historischen Berichten 100.000 Byzantiner umfasste, dazu eine ähnlich große Streitmacht christlicher Araber unter ihrer Herrschaft. Dies war die Schlacht von Mu'tah, die im Jahr 8 n. H. stattfand, was 630 n. Chr. entspricht, und in der drei muslimische Befehlshaber, Zayd ibn Ḥārithah, Ja'far ibn Abī Ṭālib und ʿAbdullāh ibn Rawāḥah, als Märtyrer fielen.
The Byzantines, and their puppet Arab regime of Ghassān, started to raise forces to fight the new faith. They killed the Prophet’s messenger, when messengers were traditionally given full protection. When the Prophet sent a force of 3,000 men to stop the provocation, they were confronted by an army that included, according to historical reports, 100,000 of the Byzantines and a similar force of Christian Arabs under their rule. This was the Battle of Mu’tah, which took place in year 8 H, corresponding to 630 CE, and in which three Muslim commanders, Zayd ibn Ĥārithah, Ja`far ibn Abī Ţālib and `Abdullāh ibn Rawāĥah, fell as martyrs.
Dann fand der Feldzug nach Tabūk statt, der das Hauptthema der Erörterung in dieser Sure ist, gefolgt vom Zug der Armee unter dem Befehl von Usāmah ibn Zayd. Diese wurde vom Propheten ﷺ vorbereitet und von seinem Nachfolger Abū Bakr entsandt, als Demonstration der Stärke gegen die byzantinischen Streitkräfte, die mobilisiert wurden, um die Stimme des Islam zu unterdrücken. Danach errangen die Muslime einen großen Sieg in der Schlacht am Yarmūk gegen die Byzantiner. Dies leitete die Befreiung weiter Gebiete Syriens, Ägyptens, Nordafrikas und des Mittelmeerraums vom byzantinischen Kolonialismus ein sowie die Festigung eines islamischen Stützpunkts in Andalusien. Von da an war die Feindseligkeit der Kreuzfahrer gegen den Islam in vollem Gange.
Ein Kampf bis zur Unterwerfung
A Fight Until Submission
Kämpft gegen diejenigen, die – obwohl ihnen die Schrift gegeben wurde – nicht wirklich an Gott und den Jüngsten Tag glauben, und das nicht als verboten betrachten, was Gott und Sein Gesandter verboten haben, und nicht der Religion der Wahrheit folgen, bis sie aus freiem Willen die Unterwerfungssteuer entrichten, nachdem sie gedemütigt wurden. (Vers 29)
Fight against those who — despite having been given Scriptures — do not truly believe in God and the Last Day, and do not treat as forbidden that which God and His Messenger have forbidden, and do not follow the religion of truth, till they [agree to] pay the submission tax with a willing hand, after they have been humbled. (Verse 29)
Diese Verse und die folgenden dienten dazu, die Muslime auf ihren Feldzug nach Tabūk vorzubereiten und auf die Auseinandersetzung mit den Byzantinern und ihrem Marionettenregime christlicher Araber, bekannt als die Ghassāniden, einzustimmen. Daraus folgt, dass die Beschreibungen, die hier gegeben werden, auf die Menschen auf der anderen Seite der Auseinandersetzung zutrafen. Sie zeigen einfach die Wirklichkeit dieser Menschen. Diese Beschreibungen werden hier nicht als Bedingungen für den Kampf gegen die Leute früherer Offenbarungen genannt, sondern als Eigenschaften, die ihren verzerrten Glaubensvorstellungen innewohnen und der tatsächlichen Wirklichkeit dieser Menschen entsprechen.
This verse and the ones that follow were meant to prepare the Muslims for their expedition to Tabūk and the confrontation with the Byzantines and their puppet regime of Christian Arabs, known as the Ghassānīd. This suggests that the descriptions we have here were true of the people on the other side of the confrontation. They simply show the reality of those people. These descriptions are not mentioned here as conditions for fighting the people of earlier revelations, but as qualities inherent in their distorted beliefs and the actual reality of those people.
Daher liefern sie die Rechtfertigung dafür, gegen sie zu kämpfen. Das Urteil gilt auch für alle, die dieselben Überzeugungen und Merkmale teilen.
Hence they provide the justification for fighting them. The ruling also applies to all those who share the same beliefs and characteristics.
Dieser Vers nennt drei solcher Merkmale. (1) Sie glauben nicht an Gott und den Jüngsten Tag; (2) sie halten nicht für verboten, was Gott verboten hat; und (3) sie glauben nicht an die Religion der Wahrheit. Die folgenden Verse zeigen, wie diese Merkmale auf sie zutreffen.
This verse specifies three such characteristics. (1) They do not believe in God and the Last Day; (2) they do not treat as forbidden what God has forbidden; and (3) they do not believe in the religion of truth. The verses that follow show how these characteristics apply to them.
Wenn Schriften ignoriert werden
When Scriptures are Ignored
Die Bedingung, die der Koranvers für das Nichtkämpfen gegen sie festlegt, ist nicht, dass sie den Islam annehmen. Nein. Es gibt schlicht keinen Zwang im Glauben, und niemand wird zu irgendeiner Zeit gezwungen, den Islam anzunehmen. Die Bedingung ist einfach, dass sie die Steuer, bzw. die Unterwerfungssteuer, mit williger Hand entrichten und dass sie völlig unterworfen sind. Was ist der Zweck dieser Bedingung, und warum ist sie das Ziel, an dem jeder Kampf enden muss?
The condition which the Qur’ānic verse lays down for not fighting them is not that they should accept Islam. No. There is simply no compulsion in matters of faith, and no one is forced to accept Islam at any time. The condition is simply that they should pay the tribute, or the submission tax, with a willing hand and that they be utterly subdued. What is the purpose of this condition, and why is it the end at which all fighting must stop?
Die Antwort liegt in der Tatsache, dass die Leute früherer Offenbarungen mit solchen Merkmalen sich sowohl im Glauben als auch in der Praxis in einen Krieg mit dem göttlichen Glauben begeben. Sie befinden sich außerdem im Krieg mit der islamischen Gesellschaft, wegen des inneren Widerspruchs zwischen den Lebensordnungen, die aus dem göttlichen Glauben abgeleitet sind, auf der einen Seite und der Unwissenheit, oder Dschāhiliyyah, auf der anderen Seite. Wie in diesen Versen beschrieben, gehören die Leute früherer Offenbarungen sowohl im Glauben als auch in den Praktiken zur Dschāhiliyyah. Auch die Geschichte belegt die Natur des Konflikts und die Unmöglichkeit der Koexistenz zwischen den beiden Ordnungen. Die Leute früherer Offenbarungen waren in ihrer Opposition zum islamischen Glauben entschlossen, sowohl in der Zeit vor der Offenbarung dieses Verses als auch in der Zeit danach bis heute.
The answer is found in the fact that with such characteristics, the people of earlier revelations place themselves at war with the divine faith, both in belief and in practical terms. They are also at war with Islamic society because of the inherent conflict between the codes of living derived from the divine faith on the one hand and ignorance, or jāhiliyyah, on the other. As described in these verses, the people of earlier revelations belong to jāhiliyyah in both beliefs and practices. History also proves the nature of conflict, and the impossibility of coexistence between the two codes. The people of earlier revelations were determined in their opposition to the Islamic faith in the period preceding the revelation of this verse, and in the period following it, up to the present day.
Als die einzige Religion der Wahrheit, die es heute auf Erden gibt, ergreift der Islam angemessene Maßnahmen, um alle physischen und materiellen Hindernisse zu beseitigen, die seine Bemühungen behindern wollen, die Menschheit von der Unterwerfung unter irgendjemand anderen als Gott zu befreien. Diese Unterwerfung zeigt sich darin, der Religion der Wahrheit zu folgen, vorausgesetzt, dass jedem Menschen die freie Wahl gelassen wird. Es darf keinerlei Zwang geben, weder von der Religion selbst noch von jenen Kräften, die die physischen Hindernisse errichten.
Eine Behauptung, die nur Ungläubige aufstellen
A Claim Only Unbelievers Make
Wie wir gesehen haben, befahl Gott den Muslimen, gegen die Menschen früherer Offenbarungen zu kämpfen, also gegen die Juden und die Christen, „bis sie die Schutzsteuer aus freiem Willen entrichten, nachdem sie gedemütigt worden sind.“ (Vers 29) Als dieser Befehl erging, wirkten sich bestimmte Umstände, die im Prolog zu dieser Sure erörtert werden, auf die muslimische Gemeinde in Madinah zu jener Zeit aus. Diese Umstände machten es erforderlich, dass dieser Befehl wiederholt und nachdrücklich betont wurde. Seine Gründe mussten verdeutlicht werden. Die Unruhe, die einige Muslime über seinen Zweck empfanden, bedurfte der Beruhigung. Diesem Befehl Folge zu leisten bedeutete, sich den Byzantinern im südlichen Syrien entgegenzustellen. Vor dem Aufkommen des Islam hatten die Araber große Ehrfurcht vor den Byzantinern, besonders weil diese lange Zeit die Kontrolle über den Norden Arabiens innehatten. Einige arabische Stämme arbeiteten mit ihnen zusammen, und sie unterhielten einen Marionettenstaat, in dem der Stamm der Ghassān die Macht innehatte.
As we have seen, God issued His order to the Muslims to fight the people of earlier revelations, i.e. the Jews and the Christians, “till they pay the submission tax with a willing hand, after they have been humbled.” (Verse 29) When this order was given certain circumstances, discussed in the Prologue to this sūrah, affected the Muslim community in Madinah at that time. These circumstances required that this order should be reiterated and emphasized. Its reasons needed to be clarified. The uneasiness felt by some Muslims about its purpose required reassurance. To obey this order meant opposing the Byzantines in southern Syria. Before the advent of Islam, the Arabs held the Byzantines in awe, particularly because they held control over the north of Arabia for a long time. Some Arab tribes collaborated with them, and they had a puppet state where the Ghassān tribe assumed power.
Dies war nicht die erste Begegnung der Muslime mit den Byzantinern. Mit dem Islam verlieh Gott den Arabern ein Gefühl der Würde, das es ihnen ermöglichte, sowohl den Persern als auch den Byzantinern die Stirn zu bieten. Zuvor war all ihre Tapferkeit auf innere Auseinandersetzungen und die Raubzüge beschränkt, die sie gegeneinander führten, Stamm gegen Stamm. Dennoch bestand eine anhaltende Furcht vor den Byzantinern, besonders bei denen, die die wahre islamische Haltung noch nicht angenommen hatten. Außerdem war die letzte große Begegnung mit den Byzantinern nicht zugunsten der Muslime ausgegangen. In jener Schlacht hatten die Byzantiner und ihre arabischen Handlanger große Streitkräfte aufgeboten, die nach einigen Berichten auf nicht weniger als 200.000 Mann geschätzt wurden.
This was not the first encounter the Muslims had with the Byzantines. With Islam, God gave the Arabs a sense of dignity which enabled them to stand up to both the Persians and the Byzantines. Formerly, all the bravery they demonstrated was in internal conflict and the looting raids they launched against one another, tribe against tribe. Yet there was still a lingering fear of the Byzantines, particularly among those who had not yet acquired the true Islamic attitude. Moreover, the last major encounter with the Byzantines had not gone in favour of the Muslims. In that battle, the Byzantines and their Arab stooges marshalled large forces which some reports put at no less than 200,000 men.
Klare Anordnung und perverse Reaktion
Clear Order and Perverse Response
Mit Blick auf die Behauptungen der Juden und der Christen, Esra oder Jesus sei der Sohn Gottes, betont der Koran, dass sie die Aussagen und Vorstellungen der Ungläubigen früherer Zeiten nachplappern: „Das sind die Behauptungen, die sie mit ihrem Mund aussprechen, indem sie die Aussagen der Ungläubigen von einst nachahmen.“ (Vers 30) Zunächst hebt dieser Kommentar hervor, dass diese Behauptungen von ihnen selbst geäußert wurden und nicht von anderen überliefert sind.
Commenting on the assertions by the Jews and the Christians that Ezra or Jesus is the son of God, the Qur’ān emphasizes that they echo the assertions and concepts of unbelievers in former times: “Such are the assertions they utter with their mouths, echoing assertions made by the unbelievers of old.” (Verse 30) First of all this comment emphasizes that these assertions were made by them and not reported by others.
Dies ist der Grund, weshalb „ihre Münder“ erwähnt wird, um ein sinnlich greifbares Bild zu vermitteln, entsprechend der Ausdrucksweise des Qur'ān. Offensichtlich muss alles, was sie sagen oder behaupten, mit dem Mund ausgesprochen werden. Die bewusste Erwähnung ihrer Münder ist weder überflüssig – fern sei es von Gott, unnötigerweise etwas hinzuzufügen, was überflüssig ist – noch macht sie die Aussage weitschweifig. Die Stilistik des Qur'ān zeichnet das Bild davon, wie sie ihre Behauptungen aufstellen, und gibt uns ein sehr reales Bild, das wir vor Augen sehen können, während wir der Aussage zuhören. Darüber hinaus schwingt eine zusätzliche Bedeutung mit, die betont, dass die Worte nichts beschreiben, was in der Wirklichkeit existiert. Es sind lediglich ausgesprochene Worte, die keine wirkliche Bedeutung haben.
This is the reason for mentioning `their mouths’ to add a physical image, following the Qur’ānic method of expression. It is evident that whatever they say or assert must be said by word of mouth. The deliberate mention of their mouths is neither redundant — far be it from God to unnecessarily add what is redundant — nor does it make the statement verbose. The Qur’ānic style pictures how they make their assertions and gives us a very real image that we can see as we listen to the statement. There is also an additional connotation stressing that the words do not describe any thing that exists in reality. These are merely words uttered and have no real significance.
Daraufhin finden wir einen weiteren Aspekt der Einzigartigkeit des Qur'ān, der auf seinen Ursprung hinweist und darauf, dass er die Offenbarung Gottes ist. Dieser zeigt sich in der Aussage: „die Behauptungen der Ungläubigen früherer Zeiten nachahmend." (Vers 30) Die Koranexegeten pflegten zu sagen, dies bedeute, dass ihre Behauptungen, Gott habe einen Sohn, jenen ähnlich seien, die die arabischen Götzendiener vertraten, nämlich dass die Engel die Töchter Gottes seien. Die Ähnlichkeit zwischen beiden Behauptungen ist zutreffend, doch diese Aussage hat eine weiterreichende Bedeutung, die erst vor kurzem zutage getreten ist, als die Glaubensvorstellungen der Götzendiener in Indien, im alten Ägypten und in Griechenland erforscht wurden. Die Untersuchung hat die Ursprünge der verzerrten Vorstellungen der Menschen früherer Offenbarungen, insbesondere der Christen, ans Licht gebracht. Diese stammten schlicht von jenen Formen heidnischer Glaubensvorstellungen ab, die zunächst in die Lehren des Paulus und schließlich in die Beschlüsse der Kirchensynoden Eingang fanden.
Eine Anordnung und ihre verzerrte Anwendung
An Order and its Distorted Application
Bevor wir erklären, wie sie ihre Mönche und Rabbiner zu Herren nahmen, möchten wir einige authentische Überlieferungen anführen, die die eigene Auslegung des Propheten ﷺ enthalten. Seine Auslegung ist zweifellos die richtige und endgültige.
Before we explain how they took their monks and rabbis for lords, we wish to mention some authentic reports which include the Prophet’s own interpretation. His is undoubtedly the correct and final interpretation.
Al-Tirmidhī und mehrere bedeutende Gelehrte des Ḥadīth berichten auf die Autorität von ʿAdiy ibn Ḥātim, der ein Christ war, bevor er dem Propheten ﷺ begegnete und den Islam annahm:
Al-Tirmidhī and several major scholars of Ĥadīth report on the authority of `Adiy ibn Ĥātim, who was a Christian before he met the Prophet and adopted Islam:
„Als ich erstmals zum Propheten kam, rezitierte er diesen Vers aus der Sure mit dem Titel Reue (At-Tauba): {Sie machen ihre Gelehrten und Mönche zu Herren neben Gott, und ebenso den Christus, den Sohn der Maria.} Er erklärte: „Sie haben sie gewiss nicht angebetet (diese Gelehrten und Mönche). Doch wenn sie ihnen etwas erlaubten, betrachteten sie es als erlaubt, und wenn sie ihnen etwas verboten, betrachteten sie es als verboten.“ Ein zweiter authentischer Bericht wird von Imam Ahmad, at-Tirmidhī und at-Tabarī auf die Autorität von ʿAdiy ibn Hātim überliefert:“
“When I first came to see the Prophet, he was reciting this verse of the sūrah entitled Repentance: ‘They make of their rabbis and their monks, and of the Christ, son of Mary, lords besides God.’ He explained: “They certainly did not worship these (rabbis and monks). But when they permitted them something they treated it as permissible, and when they prohibited something they treated it as forbidden.” A second authentic report is transmitted by Imām Aĥmad, al- Tirmidhī and alŢabarī on the authority of `Adiy ibn Ĥātim:
Als `Adiy, der vor der islamischen Zeit Christ war, von der islamischen Botschaft hörte, flüchtete er nach Syrien. Seine Schwester geriet zusammen mit einer Gruppe seiner Stammesgenossen in Gefangenschaft. Der Prophet ﷺ behandelte seine Schwester freundlich, gewährte ihr die Freiheit und gab ihr einige Geschenke. Sie ging zu ihrem Bruder und drängte ihn, den Islam anzunehmen und den Propheten ﷺ aufzusuchen. `Adiy folgte dem Rat seiner Schwester und reiste nach Madinah. Er war einst der Häuptling seines Stammes Ṭayyi’, und sein Vater war weithin für seine unvergleichliche Großzügigkeit berühmt. Die Menschen sprachen von seiner Ankunft in Madinah. Als er den Propheten ﷺ aufsuchte, trug er ein silbernes Kreuz, das er um seinen Hals hängen hatte. Der Prophet ﷺ rezitierte gerade folgenden Vers: „Sie nahmen ihre Rabbiner und ihre Mönche ... zu Herren neben Gott.“ `Adiy sagte: „Sie haben sie nicht angebetet.“ Der Prophet ﷺ sagte: „Doch, das haben sie. Sie folgten ihnen, wenn diese ihnen das Erlaubte verboten und ihnen das Verbotene erlaubten. So beteten sie sie an.“ Al-Suddī, ein gelehrter Kommentator des Qur’ān, sagt: „Sie suchten den Rat von Menschen und verließen das Buch Gottes. Deshalb sagt Er: ‚Doch ihnen wurde nur befohlen, den einen Gott anzubeten‘, das heißt den Einen, der etwas verbieten kann, das dann von allen als verboten behandelt wird, und der etwas erlauben kann, das dann als erlaubt behandelt wird. Sein Gesetz ist zu befolgen, und Sein Urteil ist endgültig.“ In seinem Kommentar zum Qur’ān sagt al-Ālūsī, ein Gelehrter der neueren Zeit:
Ein wahres Versprechen
A True Promise
Die Sure geht einen Schritt weiter und ermutigt die Gläubigen zum Kampf: „Sie wollen das Licht Gottes mit ihren Mündern auslöschen, doch Gott wird nichts anderes zulassen, als sein Licht zur Vollendung zu bringen, so sehr es auch den Ungläubigen zuwider sein mag. Er ist es, der Seinen Gesandten mit der Rechtleitung und der Religion der Wahrheit gesandt hat, damit Er sie über alle [anderen] Religionen siegen lässt, so sehr es auch den Götzendienern zuwider sein mag.“ (Verse 32-33)
The sūrah goes a step further in encouraging the believers to fight: “They want to extinguish God’s light with their mouths, but God will not allow anything but to bring His light to perfection, however hateful this may be to the unbelievers. It is He who has sent His Messenger with guidance and the religion of truth, so that He may cause it to prevail over all [other] religions, however hateful this may be to the idolaters.” (Verses 32-33)
Die Menschen früherer Offenbarungen begnügen sich nicht damit, vom Glauben der Wahrheit abzuweichen, andere Herren und Wesen neben Gott anzubeten und nicht an Gott und den Jüngsten Tag im wahren Sinne eines solchen Glaubens zu glauben. Sie gehen noch weiter, indem sie der Religion der Wahrheit den Krieg erklären und sich bemühen, das Licht Gottes auszulöschen, das durch diese Religion, die Bewegung, die für sie eintritt, und das System, das sie für das menschliche Leben bereitstellt, verkörpert wird.
The people of earlier revelations do not stop at mere deviation from the religion of truth and worshipping lords and other beings instead of God, as well as refusing to believe in God and the Last Day in the true sense of such a belief. They go further by declaring war against the religion of truth and trying hard to extinguish God’s light, represented by this religion, the movement advocating it and the system it provides for human life.
„Sie wollen das Licht Gottes mit ihren Mündern auslöschen.“ (Vers 32) Sie sind also feindselig gegenüber dem Licht Gottes und versuchen, dessen Verbreitung zu verhindern. Sie erfinden Lügen, säen Zwietracht und Spaltung. Außerdem mobilisieren sie ihre Anhänger, um sich gegen diese Religion und ihre Anhänger zu stellen, wie es zur Zeit der Offenbarung dieser Verse der Fall war. Das hat sich seither fortgesetzt. Diese Aussage zielte zwar in erster Linie darauf ab, die Entschlossenheit der Muslime zur damaligen Zeit zu stärken, sie beschreibt aber zugleich die wahre Haltung, die die Menschen früherer Offenbarungen dem Licht Gottes gegenüber stets einnehmen, wie es sich in Seinem wahren Glauben widerspiegelt, der der Menschheit Rechtleitung bietet.
“They want to extinguish God’s light with their mouths.” (Verse 32) So, they are hostile to God’s light, trying to prevent its spread. They fabricate lies and sew the seeds of discord and division. They also mobilize their followers to stand in opposition to this religion and its followers, as was the case when these verses were revealed. This has continued to be the case ever since. Although this statement aimed primarily at enhancing the determination of the Muslims at the time, it also describes the true nature of the attitude the people of earlier revelations always adopt towards God’s light as reflected by His true faith providing guidance for mankind.
Horten von Gold und Silber
Hoarding Gold and Silver
Dieser letzte Schritt, mit dem die Wirklichkeit derjenigen Menschen früherer Offenbarungen aufgedeckt wird, die die Botschaft Gottes verfälscht haben, wird in zwei Versen an die Gläubigen dargelegt:
This last step in exposing the reality of those people of earlier revelations who have distorted God’s message is given in two verses addressed to the believers:
„Gläubige, viele der Rabbiner und Mönche verschlingen das Eigentum der Menschen zu Unrecht und wenden die Menschen vom Weg Gottes ab. Denen, die Gold und Silber horten und es nicht auf dem Weg Gottes ausgeben, verkünde die Nachricht einer schmerzhaften Qual, an dem Tag, an dem es im Feuer der Hölle erhitzt wird und ihre Stirnen, Seiten und Rücken damit gebrandmarkt werden. [Es wird zu ihnen gesagt]: ‚Dies ist das, was ihr für euch selbst gehortet habt. Kostet nun, was ihr gehortet habt.‘“ (Verse 34-35)
“Believers, some of the rabbis and monks wrongfully devour people’s property and turn people away from God’s path. To those who hoard up gold and silver and do not spend them in God’s cause, give the news of a painful suffering, on the day when it will all be heated in the fire of hell, and their foreheads, sides and backs will be branded with them. [They will be told]: ‘This is what you have hoarded up for yourselves. Taste, then, what you have been hoarding.’” (Verses 34-35)
Der erste Vers erläutert die Rolle der Rabbiner und Mönche, die jene Menschen früherer Offenbarungen zu Herren gemacht haben, indem sie ihnen in ihren alltäglichen Angelegenheiten folgen und ebenso in ihrer Anbetung.
The first verse elaborates on the roles of the rabbis and monks whom those people of earlier revelations have made as lords, following their bidding in their day-to-day transactions, and also in their worship.
Tatsächlich genießen die Rabbiner und Mönche es, wie Herren behandelt zu werden, deren Anordnungen stets befolgt werden. In dem, was sie ihren Anhängern vorschreiben, verzehren sie das Vermögen der Menschen auf der Grundlage falscher Behauptungen, und sie halten die Menschen außerdem vom Weg Gottes ab.
Indeed the rabbis and monks enjoy being treated as lords whose orders are always obeyed. In what they legislate for their followers, they devour people’s property on the basis of false claims and they also turn people away from God’s path.
Das Verzehren des Besitzes anderer Menschen nimmt verschiedene Formen an. Eine davon ist das Geld, das jemand dafür erhält, dass er Rechtsgutachten erteilt, die das wirklich Verbotene erlaubt und das Erlaubte verbietet. Solche Gutachten dienen stets den Interessen derer, die Reichtum oder Macht oder beides besitzen. Eine andere Form ist das, was ein Priester dafür erhalten mag, dass er die Beichten der Menschen anhört und ihnen ihre Sünden vergibt, und zwar unter Berufung auf die Autorität, die angeblich der Kirche verliehen wurde. Die schlimmste und verbreitetste Art, den Besitz anderer ohne rechtmäßige Grundlage zu verzehren, ist der Wucher. Es gibt jedoch noch viele andere Methoden.
Die Wahrheit wird ans Licht kommen
The Truth will Out
Obwohl die Wirklichkeit der Götzendiener sehr klar war, erforderte die Auseinandersetzung mit ihnen auf dem Schlachtfeld eine sorgfältig vorbereitete Kampagne der muslimischen Gemeinschaft. Dagegen erforderte die Auseinandersetzung mit den Leuten früherer Offenbarungen eine noch stärkere und tiefgreifendere Kampagne, die zunächst darauf abzielte, die Wirklichkeit dieser Leute offenzulegen. Sie erforderte auch die Entfernung ihres Namensschildes, das nicht mehr ihrer Wirklichkeit entsprach. Sie mussten so erscheinen, wie sie wirklich waren: Ungläubige, Gott Beigesellende, und im Krieg mit Gott und Seiner Botschaft. Außerdem waren sie zu weit vom Weg abgekommen, verzehrten den Besitz und das Eigentum der Menschen ohne Rechtfertigung und brachten die Menschen vom Weg Gottes ab. Diese Bloßstellung erfolgt in Aussagen wie den folgenden:
Although the reality of the idolaters was very clear, confronting them on the battlefield required a carefully prepared campaign by the Muslim community. By contrast, the confrontation with the people of earlier revelations required an even stronger and more profound campaign which aimed, at the outset, to expose the reality of those people. It also required the removal of their nameplate which no longer reflected their reality. They needed to appear as they truly were: unbelievers, associating partners with God, and at war with God and His message. Moreover, they were too far astray, devouring people’s wealth and property without justification and turning people away from God’s path. This exposure comes in statements like the following:
Kämpft gegen jene, die – obwohl ihnen die Schrift gegeben wurde – nicht wirklich an Gott und den Jüngsten Tag glauben, und das nicht als verboten betrachten, was Gott und Sein Gesandter verboten haben, und nicht der Religion der Wahrheit folgen, bis sie mit eigener Hand die Schutzsteuer entrichten, nachdem sie gedemütigt wurden. Die Juden sagen: „Esra ist der Sohn Gottes“, und die Christen sagen: „Der Christus ist der Sohn Gottes.“ Das sind die Behauptungen, die sie mit ihrem Mund aussprechen, indem sie die Aussagen der Ungläubigen von früher nachsprechen. Gott möge sie vernichten! Wie verblendet sie sind! Sie machen ihre Rabbiner und ihre Mönche und den Christus, den Sohn der Maria, neben Gott zu Herren. Dabei wurde ihnen befohlen, nur den einen Gott anzubeten, außer dem es keine Gottheit gibt. Erhaben ist Er über jene, die sie Ihm beigesellen. Sie wollen das Licht Gottes mit ihrem Mund auslöschen, doch Gott wird nichts anderes zulassen, als Sein Licht zur Vollendung zu bringen, auch wenn es den Ungläubigen zuwider ist. Er ist es, der Seinen Gesandten mit der Rechtleitung und der Religion der Wahrheit gesandt hat, damit Er sie über alle [anderen] Religionen siegen lasse, auch wenn es den Götzendienern zuwider ist. Ihr Gläubigen, viele der Rabbiner und Mönche verzehren das Vermögen der Menschen auf unrechte Weise und halten sie vom Weg Gottes ab ... (Verse 29–34)
Die Wirklichkeit im Überblick
The Reality Outlined
Was bedeutet diese Offenlegung durch Gott der Glaubensvorstellungen der Menschen früherer Offenbarungen?
What does this exposure by God of the beliefs of the people of earlier revelations signify?
Die trügerische Fassade, die sie darbieten, wirkt als Hemmnis für die Verfechter der islamischen Botschaft in ihrer Auseinandersetzung mit der Dschahiliyya. Daher muss sie beseitigt werden, damit sie kein falsches Bild mehr vermitteln können. Wir dürfen die Bedeutung der damaligen Umstände der muslimischen Gemeinschaft nicht übersehen, darunter ihre organische Struktur und die Tatsache, dass der Feldzug nach Tabūk zu einer Zeit wirtschaftlicher Not stattfand, die durch die extreme Hitze des arabischen Sommers zusätzlich erschwert wurde. Außerdem zögerten die Muslime, den Byzantinern in offener Schlacht entgegenzutreten, denn die Araber hatten sie stets mit Ehrfurcht betrachtet. Noch unbehaglicher war ihnen der allgemeine Befehl, gegen die Leute früherer Offenbarungen zu kämpfen, die den von Gott herabgesandten göttlichen Schriften folgten.
The deceptive front they present acts as a check on the advocates of the Islamic message in their confrontation with the jāhiliyyah. Hence, it must be removed, so that they can no longer present a false image. We must not overlook the importance of the prevailing circumstances of the Muslim community at the time, including the organic structure of that community and the fact that the Tabūk Expedition took place at a time of economic hardship which was not made any easier by the extreme heat of the Arabian summer. Moreover, the Muslims were reluctant to confront the Byzantines in open warfare, because the Arabs had always held them in awe. They were even more uneasy about the general order given to them to fight the people of earlier revelations, when they were following divine Scriptures revealed by God.
Die Feinde dieses Glaubens, die die heutigen islamischen Erneuerungsbewegungen aufmerksam beobachten, sind sich sehr wohl bewusst, was die menschliche Natur beeinflussen kann, und ebenso der Geschichte des Islam. Deshalb sind sie darauf bedacht, den Regimen, Bewegungen, Werten, Traditionen und Philosophien, die sie pflegen und unterstützen, ein äußerlich „islamisches“ Gewand zu verleihen, um die islamischen Erneuerungsbewegungen weltweit zu zerschlagen. Sie tun dies, weil dieses äußerlich „islamische“ Gewand die wahren Verfechter des Islam davon abhalten kann, sich der jāhiliyyah-Wirklichkeit zu stellen, die hinter diesem falschen Schein liegt.
The enemies of this faith who are watching carefully the Islamic revivalist movements of today are fully aware of what may influence human nature, and of the history of Islam as well. Therefore, they are keen to give an outward `Islamic’ appearance to the regimes, movements, values, traditions and philosophies they nurture and support in order to crush the Islamic revivalist movements the world over. They do so, because this outward `Islamic’ appearance may prevent the true advocates of Islam from confronting the jāhiliyyah reality that lies behind this false appearance.
22 Der Autor bezieht sich hier auf Ereignisse, die Anfang der 1960er Jahre an verschiedenen Orten stattfanden. So fand zum Beispiel auf Sansibar ein Putsch gegen dessen muslimische Herrscher statt, der von der Regierung Tanganjikas unterstützt wurde, und kurz darauf schloss sich die Insel Sansibar ihrem afrikanischen Nachbarn auf dem Festland an, um Tansania zu bilden. Auf Zypern setzte sich die Verfolgung der muslimischen Minderheit nach der Unabhängigkeit der Insel fort. Im Sudan ermutigte ein sehr großes Kontingent christlicher Missionare innere Unruhen, was die Regierung von General Abboud zwang, 300 Missionare auszuweisen. – Anmerkung der Redaktion.
22 The author is referring here to events that took place in the early 1960s in these different places. For example, a coup took place in Zanzibar against its Muslim rulers, encouraged by the government of Tanganyika, and shortly afterwards the Island of Zanzibar joined its African mainland neighbour to form Tanzania. In Cyprus, persecution of the Muslim minority continued after the Island's independence. In Sudan, a very large contingent of Christian missionaries were encouraging civil strife, which forced the government of General Abboud to expel 300 missionaries. — Editor's note.
23 Zitiert nach Musṭafā Khālidī und ʿUmar Farrūkh in Al-Tabshīr wal-Istiʿmār fi al-Bilād al-ʿArabīyyah.
23 As quoted by Musţafā Khãlidī and `Umar Farrūkh in Al-Tabshīr wal-Isti`mār fi al-Bilād al-`Arabīyyah.
24 Dieses Zitat ist aus dem Arabischen übersetzt. Es enthält Teile, die ursprünglich auf Englisch oder in anderen Sprachen verfasst waren. Ich habe mich sehr bemüht, die zitierten Passagen in ihrer Originalsprache zu finden, hatte damit jedoch nur wenig Erfolg. Erschwerend kam hinzu, dass es zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, als Shaikh Riḍā schrieb, in arabischen Schriften noch kein einheitliches Muster für Quellenangaben gab.
24 This quotation is translated from Arabic. It contains portions which were originally in English or other languages. I have tried hard to find the quoted parts in their original language, but I met with only little success. What also hampered my efforts was the fact that in the early part of the twentieth century, when Shaikh Riđā’was writing, referencing in Arabic writings lacked any standard pattern.
Außerdem findet man häufig einen zitierten Text nicht als solchen gekennzeichnet, weil es genügte, dass ein Autor den Namen des Verfassers nennt, den er zitierte. Darüber hinaus könnten die Schreibweisen vieler der genannten Namen leicht verwechselt werden. — Anmerkung des Herausgebers.