Hud (Das Versprechen, das niemals scheitert) 50-68
Hud (The Promise That Never Fails) 50-68
Zu den ʿĀd sandten Wir ihren Bruder Hūd. Er sprach: „O mein Volk! Dient Gott allein; ihr habt keinen Gott außer Ihm. Ihr seid wahrlich Erfinder von Lügen.“ (50)
To `Ād, We sent their brother Hūd. He said: ‘My people! Worship God alone; you have no deity other than Him. You are indeed inventors of falsehood. (50)
Ich verlange von euch, mein Volk, keinen Lohn dafür. Mein Lohn liegt bei Dem, Der mich erschaffen hat. Wollt ihr denn nicht Verstand gebrauchen? (51)
No reward do I ask of you, my people, for this [message]. My reward rests with Him who brought me into being. Will you not, then, use your reason? (51)
Mein Volk! Bittet euren Herrn um Vergebung und wendet euch dann reumütig Ihm zu. Er wird den Himmel reichlich Regen auf euch niederschicken lassen und eure Kraft zu eurer Kraft hinzufügen.
My people! Seek your Lord’s forgiveness, and then turn to Him in repentance. He will cause the sky to rain abundance on you, and will add strength to your strength.
„Wendet euch nicht ab wie schuldige Verbrecher.“ (52)
Do not turn away as guilty criminals.’ (52)
Sie antworteten: „Hūd, du hast uns keinen klaren Beweis gebracht. Wir werden unsere Götter nicht auf dein bloßes Wort hin verlassen, und wir werden auch nicht an dich glauben.“ (53)
They replied: ‘Hūd, you have brought us no clear evidence. We are not forsaking our gods on your mere word, nor will we believe in you. (53)
„Wir können nur sagen, dass einer unserer Götter dich mit etwas Bösem geschlagen hat.“ Er sprach: „Ich rufe Gott zum Zeugen an, und bezeugt auch ihr, dass ich mich von all denen lossage, die ihr Gott als Teilhaber beigesellt.“ (54)
All we can say is that one of our gods may have smitten you with something evil.’ He said: ‘I call God to witness, and you, too, bear witness, that I disassociate myself from all those you claim to be partners with God. (54)
Schmiedet Ränke gegen mich, ihr alle, wenn ihr wollt, und gewährt mir keinen Aufschub. (55)
Scheme against me, all of you, if you will, and give me no respite. (55)
Gewiss, ich habe mein Vertrauen auf Gott gesetzt, meinen Herrn und euren Herrn. Es gibt kein lebendes Wesen, das Er nicht bei seinem Scheitel hält. Gewiss, der Weg meines Herrn ist geradlinig.
Indeed I have placed my trust in God, my Lord and your Lord. There is no living creature which He does not hold by its forelock. Straight indeed is my Lord’s way.
(56)
(56)
Doch wenn ihr euch abwendet, so habe ich euch die Botschaft überbracht, mit der ich zu euch gesandt wurde. Mein Herr wird ein anderes Volk an eure Stelle setzen, und ihr könnt Ihm keinen Schaden zufügen.
But if you turn away, I have delivered to you the message with which I was sent to you. My Lord may replace you with another people. You can do Him no harm.
„Mein Herr wacht über alle Dinge.“ (57)
My Lord watches over all things.’ (57)
Und als Unser Befehl eintraf, retteten Wir durch Unsere Gnade Hūd und diejenigen, die mit ihm im Glauben waren. Wahrlich, Wir retteten sie vor einer schweren Strafe. (58)
And so, when Our judgement came to pass, by Our grace We saved Hūd and those who shared his faith. We have indeed saved them from severe suffering. (58)
So waren die ʿĀd. Sie leugneten die Zeichen ihres Herrn, widersetzten sich Seinen Gesandten und folgten dem Befehl eines jeden hochmütigen, zügellosen Tyrannen. (59)
Such were the `Ād. They denied their lord’s revelations, disobeyed His messengers, and followed the bidding of every arrogant, unrestrained tyrant. (59)
Sie wurden in dieser Welt und am Tag des Gerichts von einem Fluch verfolgt. Wahrlich, die ʿĀd leugneten ihren Herrn. Fort mit den ʿĀd, dem Volk Hūds! (60)
They were pursued by a curse in this world and on the Day of Judgement. Indeed, the `Ād denied their Lord. Oh, away with the `Ād, the people of Hūd. (60)
An die Thamūd sandten Wir ihren Bruder Ṣāliḥ.
To Thamūd, We sent their brother Şāliĥ.
Er sagte: „Mein Volk! Dient Gott allein.
He said: ‘My people! Worship God alone.
„Ihr habt keinen Gott außer Ihm. Er ist es, der euch aus der Erde hervorgebracht und euch darin angesiedelt hat. So bittet Ihn um Vergebung und wendet euch Ihm reumütig zu. Wahrlich, mein Herr ist nah und antwortet (allen)." (61)
You have no deity other than Him. He it is who brought you into being out of the earth and settled you therein. Seek His forgiveness and then turn to Him in repentance. My Lord is ever near. He answers all.’ (61)
Sie antworteten: „Ṣāliḥ! Große Hoffnungen hatten wir zuvor in dich gesetzt. Willst du uns nun verbieten, das zu verehren, was unsere Vorväter verehrt haben? Wir sind tatsächlich in großen Zweifeln bezüglich dessen, wozu du uns rufst.“ (62)
They answered: ‘Şāliĥ! Great hopes did we place in you before this. Would you now forbid us to worship what our forefathers worshipped? We are indeed in grave doubt about that to which you call us.’ (62)
Er sagte: „Bedenkt, mein Volk! Wenn ich mich auf einen klaren Beweis von meinem Herrn stütze, der mir Seine Gnade gewährt hat, wer wird mich dann vor Gott retten, wenn ich Ihm ungehorsam wäre? Ihr würdet in einem solchen Fall nur mein Verderben vergrößern. (63)
He said: ‘Think, my people! If I take my stand on a clear evidence from my Lord who has bestowed on me His grace, who will save me from God were I to disobey Him? You are, in such a case, only aggravating my ruin. (63)
Und, mein Volk, dies ist die Kamelstute Gottes, ein deutliches Zeichen für euch. Lasst sie auf Gottes Erde frei weiden und tut ihr kein Leid an, sonst wird euch eine baldige Strafe treffen.' (64)
And, my people, here is God’s she- camel, a clear sign for you. Leave her to graze at will in God’s land, and do her no harm, lest speedy punishment befall you.’ (64)
Doch sie schlachteten sie grausam ab. Er sagte:
Yet they cruelly slaughtered her. He said:
„Ihr habt nur noch drei Tage, um das Leben in euren Häusern zu genießen. Dies ist ein Versprechen, das nicht gebrochen wird.“ (65)
‘You have just three more days to enjoy life in your homes. This is a promise which will not be belied.’ (65)
Als Unser Urteil eintraf, retteten Wir durch Unsere Gnade Ṣāliḥ und jene, die mit ihm glaubten, vor der Schmach jenes Tages. Wahrlich, dein Herr ist der Starke, der Allmächtige. (66)
When Our judgement came to pass, by Our grace We saved Şāliĥ and those who shared his faith from the ignominy of that day. Indeed, your Lord is Powerful, Almighty. (66)
Der Schrei ereilte die Frevler, und als der Morgen kam, lagen sie leblos am Boden, in ihren eigenen Häusern.
The blast overtook the wrongdoers, and when morning came, they lay lifeless on the ground, in their very homes, (67)
Als hätten sie dort niemals gedeihen dürfen.
As though they had never prospered there.
Die Thamūd haben ihren Herrn verleugnet! Oh, fort mit den Thamūd.
Thamūd denied their Lord! Oh, away with the Thamūd. (68)
Vorschau
Preview
So wurde das Volk Noahs zur Vergangenheit: Die große Mehrheit, die seine Botschaft leugnete, wurde ertränkt und vergessen. Sie wurden sowohl aus dem Leben auf der Erde als auch aus Gottes Gnade verbannt. Die Überlebenden wurden auf der Erde angesiedelt, in Erfüllung der Verheißung Gottes:
So Noah’s people became past history: the great majority who denied his message were drowned and forgotten. They were banished from life on earth as also from God’s grace. The survivors were established on earth in fulfilment of God’s promise:
„Die Zukunft gehört denen, die gottesfürchtig sind.“ (Vers 49) Gottes Verheißung an Noah wird im folgenden Vers zusammengefasst: „Es wurde gesprochen: ‚Noah, steig in Frieden von Uns herab, mit Unseren Segnungen auf dir und auf den Generationen derer, die mit dir sind. Was andere Völker betrifft, so lassen Wir sie eine Weile genießen, und danach wird sie von Uns eine schmerzhafte Strafe treffen.‘“ (Vers 48) Mit der Zeit und dem Lauf der Geschichte erfüllte sich Gottes Verheißung. Die ʿĀd gehörten zu den Nachkommen Noahs, die sich auf der Erde verbreiteten, ebenso die Thamūd. Beide Gemeinschaften verdienten es, bestraft zu werden:
“The future belongs to those who are God-fearing.” (Verse 49). God’s promise to Noah is summed up in the following verse: “The word was spoken: ‘Noah, disembark in peace from Us, and with Our blessings upon you as well as upon generations from those who are with you. As for other folk, We shall let them have enjoyment, and then there will befall them grievous suffering from Us.’” (Verse 48) As time passed and history took its course, God’s promise was fulfilled. The `Ād were part of Noah’s offspring who dispersed on earth, as were the Thamūd. Both of these communities deserved to be punished:
„Was andere Menschen betrifft, so werden Wir sie eine Weile genießen lassen, und dann wird schmerzhafte Strafe von Uns über sie kommen.“ Ein voller Kreislauf hatte sich vollzogen, und die Kräfte der Dschāhiliyya waren wieder in vollem Gange.
“As for other folk, We shall let them have enjoyment, and then there will befall them grievous suffering from Us.” A full cycle had turned and the forces of jāhiliyyah were back in full sway.
Aufeinanderfolgende Generationen der Menschheit, deren Zahl nur Gott bekannt ist, müssen gelebt haben und vergangen sein, geleitet durch die wahre Hingabe an Gott. Das bedeutet, dass sie gemäß dem Islam lebten, dem Glauben ihrer Eltern, Adam und Eva. Sie blieben so, bis Satan sie mit List vom geraden Weg abbrachte, was wiederum die Art von Dschahiliyya hervorbrachte, der Noah begegnete. Noah (Friede sei auf ihm), jedoch wurde mit seinen Anhängern von Gott gerettet. Der Rest der Menschheit wurde in den Fluten vernichtet, als Antwort auf Noahs Gebete. Wieder einmal übernahmen zahlreiche Generationen, nur Gott bekannt, das Prinzip der Hingabe an Gott als Grundlage ihrer gesellschaftlichen Ordnung. Sie hielten daran fest, bis Satan es erneut gelang, sie irrezuführen.
Gesundheit, Regen und die Gottesfürchtigen
Health, Rain And The God-fearing
Zu den `Ād sandten Wir ihren Bruder Hūd. Er sprach: „O mein Volk! Dient Gott allein; ihr habt keinen Gott außer Ihm. Ihr seid in Wahrheit nur Erfinder von Lügen. Ich verlange keinen Lohn von euch dafür, mein Volk. Mein Lohn liegt allein bei Dem, Der mich erschaffen hat. Wollt ihr denn nicht Verstand gebrauchen? O mein Volk! Bittet euren Herrn um Vergebung und wendet euch dann reumütig zu Ihm. Er wird den Himmel reichlich Regen auf euch niedersenden lassen und eurer Stärke Stärke hinzufügen. Wendet euch nicht ab wie schuldige Verbrecher.“ (Verse 50–52)
To `Ād, We sent their brother Hūd. He said: My people! Worship God alone; you have no deity other than Him. You are indeed inventors of falsehood. No reward do I ask of you, my people, for this [message]. My reward rests with Him who brought me into being. Will you not, then, use your reason? My people! Seek your Lord’s forgiveness, and then turn to Him in repentance. He will cause the sky to rain abundance on you, and will add strength to your strength. Do not turn away as guilty criminals.’ (Verses 50-52)
Hūd gehörte zum Stamm der ʿĀd. Er war also ihr Bruder, verbunden mit ihnen durch die Blutsverwandtschaft, die alle Angehörigen eines Stammes miteinander verbindet. Diese Verbundenheit wird hier betont, weil sie Vertrauen, Mitgefühl und aufrichtigen Rat unter Brüdern hervorbringen sollte. Umso merkwürdiger und äußerst abstoßend erscheint daher ihre Haltung gegenüber ihrem Bruder und Propheten. Die Trennung zwischen den ʿĀd und ihrem Bruder entsteht aufgrund eines ideologischen Konflikts. So wird der Grundsatz betont, dass alle Bindungen ungültig sind, wenn das Band des Glaubens nicht besteht. Dieses Band erhält daher im islamischen Gemeinwesen einen herausragenden Stellenwert und macht das Wesen des islamischen Glaubens und seine Handlungsweise unmissverständlich deutlich.
Hūd belonged to the tribe of `Ād. He was, then, their brother, tied to them by the blood relations that bind all tribesmen. This tie is emphasized here because it should generate confidence, compassion and honest counsel between brethren. Hence, their attitude towards their brother and prophet seems very odd and exceedingly repugnant. The parting of the ways between the `Ād and their brother comes about because of an ideological conflict. Thus the concept of the invalidity of all ties when the bond of faith is non-existent is strongly emphasized. This bond is thus given prominence in Islamic society, making absolutely clear the nature of Islamic faith and its line of action.
Hūd beginnt seinen Aufruf, indem er anerkennt, dass er und sein Volk derselben Gemeinschaft angehören. Sie sind durch Bande der Familie, des Clans, des Stammes und des Landes miteinander verbunden. Am Ende aber werden sie zu zwei verschiedenen Völkern: das eine sich Gott unterwerfend, das andere neben Ihm Gottheiten verehrend. Die beiden stehen im Widerspruch zueinander. Gottes Verheißung, den Gläubigen den Sieg zu geben und die Ungläubigen zu vernichten, erfüllt sich erst, wenn sich die Wege trennen und die beiden Seiten klar voneinander unterschieden und geschieden sind. Der Prophet ﷺ und jene, die mit ihm an Gott glauben, lösen sich von ihrem Volk und betrachten alle früheren Bindungen zu ihm als ungültig.
Eine Lektion über sinnlose Streitgespräche
A Lesson In Futile Argument
So lautete die Botschaft, die Hūd seinem Volk überbrachte. Es scheint, dass sie nicht durch ein Wunder untermauert war, das diejenigen hätte überzeugen können, die am Unglauben festhielten.
Such was the sum of the message presented by Hūd to his people. It appears that it was not supported by a miracle to convince those who persisted with unbelief.
Vielleicht war dies so, weil die Sintfluten noch lebendig in der Erinnerung der Menschen waren. In einer anderen Sure, die von Hūd und seinem Volk berichtet, erfahren wir, dass er sie an das erinnerte, was dem Volk Nūhs widerfuhr, als es die Botschaft Gottes zurückwies.
Perhaps this was so because the floods were still alive in people’s memories. In another sūrah that gives an account of Hūd and his people we learn that he reminded them of what happened to Noah’s people when they rejected God’s message.
Doch seine Leute hegten weiterhin böse Gedanken über ihn: „Sie sagten: ‚Hūd, du hast uns keinen klaren Beweis gebracht. Wir werden unsere Götter nicht auf dein bloßes Wort hin verlassen, und wir werden auch nicht an dich glauben. Wir können nur sagen, dass einer unserer Götter dich mit etwas Bösem geschlagen haben mag.‘“ (Verse 53-54)
However, his people still entertained bad thoughts about him: “They replied: ‘Hūd, you have brought us no clear evidence. We are not forsaking our gods on your mere word, nor will we believe in you. All we can say is that one of our gods may have smitten you with something evil.’” (Verses 53-54)
Die Leute Hūds waren so weit vom rechten Weg abgekommen, dass sie ihn für geistesgestört hielten und meinten, eine ihrer Gottheiten habe ihn mit etwas Bösem geschlagen. Sie behaupteten, Hūd habe ihnen keinen klaren Beweis für seine Botschaft gebracht. Dabei bedachten sie kaum, dass es keines Beweises bedarf, um die Einheit Gottes zu belegen. Um diese Wahrheit anzuerkennen, müssen die Menschen nur richtig daran erinnert und auf den Gedankengang geführt werden, dem sie folgen sollten. Sie hätten nur ihr Gewissen befragen müssen. Dazu waren sie jedoch nicht bereit. Sie sagten dem Gesandten Gottes unumwunden, dass sie ihre falschen Götter nicht aufgeben würden, nur weil er, Hūd, sie dazu aufforderte, ohne einen klaren Beweis für die Wahrhaftigkeit seiner Botschaft. Sie glaubten ihm einfach nicht: „Wir verlassen unsere Götter nicht auf dein bloßes Wort hin, und wir werden auch nicht an dich glauben.“ (Vers 53)
Hūd’s people had gone so far astray that they thought him deranged, that one of their deities had smitten him with something evil. They claimed that Hūd did not bring them any clear evidence of his message. Little did they consider that no evidence is needed to prove God’s oneness. All that people need to accept this truism is to be properly reminded of it and guided on the line of thought they should follow. They only needed to consult their consciences. They were, however, not prepared to do that. They told God’s Messenger point blank that they were not prepared to abandon their false gods just because he, Hūd, encouraged them to do so, without clear proof of the truthfulness of his message. They simply did not believe him: “We are not forsaking our gods on your mere word, nor will we believe in you.” (Verse 53)
Untergang der ʿĀd
Destruction Of The `ād
„Er sprach: ‚Ich nehme Gott zum Zeugen, und bezeugt auch ihr, dass ich mich von all denen lossage, die ihr Gott als Teilhaber zur Seite stellt.‘“ (Vers 54) Ich nehme Gott zum Zeugen, dass ich unschuldig bin an all denen, die ihr Ihm als Teilhaber beigesellt. Auch ihr sollt für mich bezeugen, dass ich all eure falschen Götter verworfen habe. Versammelt euch alle, samt all euren erdichteten Göttern, die ihr angeblich gegen mich mit Übel ausgerüstet habt, und schmiedet Pläne gegen mich, ohne mir auch nur einen Augenblick Aufschub zu gewähren, denn ich fürchte nichts von euch. „Gewiss, ich habe mein Vertrauen auf Gott gesetzt, meinen Herrn und euren Herrn.“ (Vers 56) Trotz eurer Leugnung und Zurückweisung bleibt die Wahrheit bestehen, dass Gott der Herr von uns allen ist. Er ist in der Tat der einzige Herr des Universums. Er hat keine Teilhaber.
“He said: ‘I call God to witness, and you, too, bear witness, that I disassociate myself from all those you claim to be partners with God.’” (Verse 54) I call God to be my witness that I am innocent of all those you associate with Him as His partners. You also should testify for me that I have disclaimed all your false gods. Assemble together, all of you and all your invented gods whom you claim to have smitten me with evil and scheme together against me, giving me not a moment’s notice, for I do not fear anything from you. “Indeed I have placed my trust in God, my Lord and your Lord.” (Verse 56) Your denials and rejection notwithstanding, the truth remains that God is the Lord of us all. He is indeed the only Lord of the universe. He has no partners.
„Es gibt kein lebendes Wesen, dessen Stirnlocke Er nicht ergriffen hält.“ (Vers 56) Dies ist ein sehr anschauliches Bild von Gottes Macht. Es stellt Ihn dar, wie Er jedes Geschöpf24, das auf der Erde geht, sei es Mensch oder Tier, bei der Stirnlocke hält. Über sie alle hat Er tatsächlich Macht. Seine Macht wird so lebhaft dargestellt, dass sie gut zu der Stärke, Rauheit und Unempfindlichkeit der Menschen passt, an die Hūd sich richtete. Darauf folgt die Aussage, dass die göttlichen Gesetze niemals versagen: „Gewiss, der Weg meines Herrn ist gerade.“ (Vers 56) All dies spiegelt die Verbindung von Hūds Stärke und Entschlossenheit wider. Warum sollte er irgendetwas fürchten, das die ʿĀd ihm antun könnten, da sie doch keine Macht über ihn haben können, es sei denn, Gott will es?
“There is no living creature which He does not hold by its forelock.” (Verse 56) This is a very real image of God’s power. It portrays Him as holding every creature24 that walks on the earth by its forelock, whether man or animal. He has indeed power over them all. His power is depicted so vividly that it fits well with the strength, roughness and insensibility of the people Hūd was addressing. This is followed by a statement that divine laws never fail: “Straight indeed is my Lord’s way.” (Verse 56) All this reflects the combination of Hūd’s strength and determination. Why should he fear anything the `Ād may cause when they cannot have power over him unless God wills?
24 Hier ist zu erwähnen, dass das Wort, das im Qur'ān für „Lebewesen“ verwendet wird, im Allgemeinen Tiere bezeichnet. In seiner weiteren Bedeutung, wie in diesem Fall, bezeichnet es alle Lebewesen. Anklänge an seine engere Bedeutung, d. h. Tiere, sind jedoch stets vorhanden. — Anmerkung des Herausgebers.
24 It should be mentioned here that the word used in the Qur’ān for `living creature’ generally refers to animals. In its broader use, as in this instance, it refers to all living creatures. Shades of its narrower meaning, i.e. animals, however, are always present. — Editor’s note.
Der eigentliche Streitpunkt
The Real Issue Of Contention
Lassen Sie uns hier einen Moment innehalten und kurz über die Geschichte von Hūd mit seinem Volk im Zusammenhang der Sūrah nachdenken. Der Qur'ān gibt diesen Bericht über den uralten Ruf zum Islam, um den Vertretern des Islam in allen Generationen Wegmarken zu bieten. Diese Wegmarken sind nicht nur für die erste muslimische Gemeinschaft von Bedeutung, die erste, an die sich der Qur'ān richtete und die ihn als praktischen Leitfaden gegen die Ǧāhiliyya annahm, sondern auch für jede muslimische Gemeinschaft, die der Ǧāhiliyya an irgendeinem Ort der Welt und zu irgendeiner Zeit entgegentritt. Eben dadurch ist der Qur'ān die bleibende Verfassung der islamischen Botschaft und das Handbuch jeder islamischen Bewegung.
Let us pause here a little to reflect briefly on the history of Hūd with his people, within the context of the sūrah. The Qur’ān gives this account of the history of the age-old call to Islam in order to provide landmarks for the advocates of Islam throughout all generations. These landmarks are not only relevant to the first Muslim community, the first to be addressed by the Qur’ān, and the first to make it its operational guide as opposed to jāhiliyyah, but also to every Muslim community which stands up to jāhiliyyah anywhere in the world, at any time. This is what makes the Qur’ān the permanent constitution of the Islamic message and the manual of every Islamic movement.
Jedes Mal, wenn der Koran das Erscheinen eines Gesandten erwähnt, den Gott zu irgendeinem Volk gesandt hat, zitiert er den Gesandten mit den Worten: „Mein Volk, dient Gott allein. Ihr habt keinen anderen Gott außer Ihm.“ „Ich habe wiederholt dargelegt, dass ‚dient Gott allein‘ völlige Unterwerfung unter Ihn allein in allen Angelegenheiten bedeutet, die dieses Leben oder das Jenseits betreffen.“
Every time the Qur’ān mentions the approach of any messenger sent by God to any people, it quotes the messenger as saying: ‘My people, worship God alone. You have no deity other than Him. “I have repeatedly stated that ‘worship God alone” means total submission to Him alone in all matters which relate to this life or to the hereafter.
Dies ist tatsächlich die ursprüngliche Bedeutung des Wortes. Das Wörterbuch führt `abada [das wir heute vor allem zur Bezeichnung der Anbetung verwenden] in der Bedeutung an: sich fügen, sich unterwerfen und den eigenen Rang gegenüber einem anderen herabsetzen. Ein mu`abbad-Weg ist ein Weg, der eingeebnet wurde, um das Reisen zu erleichtern. `Abbada bedeutet, jemanden zu versklaven, das heißt, jemanden dazu zu bringen, sich einem anderen zu unterwerfen. Die Araber, an die sich der Qur'ān zuerst wandte, beschränkten die Bedeutung des Begriffs `abada nicht auf bloße Gottesdienst-Rituale. Tatsächlich waren den Arabern, als sie in Makkah zum ersten Mal mit diesem Begriff angesprochen wurden, noch keine Gottesdienst-Rituale auferlegt worden. Sie verstanden darunter, dass sie verpflichtet waren, sich in allen Angelegenheiten ihres Lebens allein Gott zu unterwerfen und die Unterwerfung unter irgendjemand anderen abzulehnen. Der Prophet ﷺ definierte „Anbetung“ in einer seiner Aussagen als „Gehorsam“ und nicht als das Vollziehen von Gottesdienst-Ritualen. Er antwortete damit auf die Frage von `Ādī ibn Ĥātim über die Juden und Christen und ihren Umgang mit ihren Rabbinern und Mönchen, die sie wie Götter behandelten.
Glaube, Wahrheit und menschliches Wohl
Faith, The Truth And Human Welfare
Lassen Sie uns nun einen Moment innehalten, um dem Propheten Hūd zuzuhören, wie er zu seinem Volk spricht: „Mein Volk! Bittet euren Herrn um Vergebung und wendet euch dann reumütig Ihm zu. Er wird den Himmel reichlich Regen auf euch senden lassen und euch Kraft zu eurer Kraft hinzufügen. Wendet euch nicht ab wie schuldige Verbrecher.“ (Vers 52) Es ist derselbe Gedanke, der zu Beginn der Sure erwähnt wird, als der Prophet Muhammad ﷺ sein Volk aufrief, an den Islam zu glauben: „Bittet euren Herrn um Vergebung und wendet euch dann reumütig Ihm zu, so wird Er euch bis zu einer bestimmten Frist einen guten Genuss des Lebens gewähren. Er wird jedem, der Verdienste hat, seinen Lohn für seine Verdienste geben. Wenn ihr euch aber abwendet, so fürchte ich für euch die Qual eines großen Tages.“ (Vers 3) „… Gesandten, ohne ihm offenbart zu haben, dass es keine Gottheit außer Mir gibt.“
Let us now pause a little to listen to the Prophet Hūd speaking to his people: “My people! Seek your Lord’s forgiveness, and then turn to Him in repentance. He will cause the sky to rain abundance on you, and will add strength to your strength. Do not turn away as guilty criminals.” (Verse 52) It is the same idea mentioned at the beginning of the sūrah, when the Prophet Muĥammad called on his people to believe in Islam: “Seek forgiveness of your Lord, and then turn towards Him in repentance, and He will grant you a goodly enjoyment of life for an appointed term. He will grant everyone with merit a fill reward for his merit. But if you turn away, I dread for you the suffering of a great Day.” (Verse 3) “messenger without having revealed to him that there is no deity other than Me.
Daher sollt ihr Mich allein anbeten." (21:16-25)
Therefore, you shall worship Me alone.” (21: 16-25)
Mensch! Wenn ihr hinsichtlich der Auferstehung im Zweifel seid, bedenkt, dass Wir euch aus Erde erschaffen haben, dann aus einem Samentropfen, dann aus einer Keimzelle, dann aus einem embryonalen Klumpen, vollständig und doch unvollständig, damit Wir euch Dinge klarmachen. Wir lassen in den [Mutter-]Leibern ruhen, was Wir wollen, für eine bestimmte Frist, und dann bringen Wir euch als Säuglinge hervor, damit ihr heranwachst und eure Reife erlangt. Manche von euch sterben jung, und manche werden bis ins erbärmliche Greisenalter am Leben gelassen, sodass sie nicht mehr wissen, was sie einst wussten. Du siehst die Erde trocken und unfruchtbar; und [plötzlich,] wenn Wir Wasser auf sie herabsenden, regt sie sich, schwillt an und bringt jede Art strahlender Blüte hervor. Das ist, weil Gott allein die absolute Wahrheit ist; und Er allein erweckt die Toten zum Leben; und Er hat die Macht, alles zu wollen. Und dass die Stunde gewiss kommen wird, zweifellos; und dass Gott gewiss alle auferwecken wird, die in ihren Gräbern sind. ()
Hohe Hoffnungen, Überheblichkeit und ein trauriges Verhängnis
High Hopes, Arrogance And A Woeful Doom
Lassen Sie uns nun mit der Sure fortfahren und den Bericht betrachten, den sie über den Propheten Ṣāliḥ und sein Volk, Thamūd, gibt: „Zu Thamūd sandten Wir ihren Bruder Ṣāliḥ. Er sprach: ‚O mein Volk! Dient Gott allein. Ihr habt keine andere Gottheit außer Ihm. Er ist es, der euch aus der Erde hervorgebracht und euch darin angesiedelt hat. Bittet Ihn um Vergebung und wendet euch dann reumütig Ihm zu. Mein Herr ist nahe und antwortet allen.‘“ (Vers 61)
Let us now move on with the sūrah and look at the account it gives of the Prophet Şāliĥ and his people, Thamūd: “To Thamūd, We sent their brother Şāliĥ. He said: ‘My people! Worship God alone. You have no deity other than Him. He it is who brought you into being out of the earth and settled you therein. Seek His forgiveness and then turn to Him in repentance. My Lord is ever near. He answers all.’” (Verse 61)
Wir begegnen erneut denselben Worten, die dasselbe grundlegende Problem und denselben Lösungsweg umreißen. Ṣāliḥ ruft die Menschen dazu auf, an die Einheit Gottes zu glauben, Seine Vergebung zu suchen und Seine Gegenwart bei sich zu spüren, wo auch immer sie sind und was auch immer sie tun. Ṣāliḥ erinnert sie außerdem daran, dass sie von der Erde stammen. Dies bezieht sich sowohl auf den Ursprung des Menschengeschlechts als auch auf die Tatsache, dass jeder Mensch für sein Wachstum auf die Nahrung angewiesen ist, die er von der Erde bzw. aus den in ihr vorhandenen Elementen erhält. Trotz dieses Ursprungs wird ihnen die Verantwortung für die Erde übertragen, und sie erhalten die Aufgabe, sie zu gestalten. Dies gilt für das Menschengeschlecht im Allgemeinen und für die Thamūd im Besonderen in ihrer geschichtlichen Epoche.
We again encounter the same words outlining the same basic issue, and the same course of action. Şāliĥ calls on people to believe in God’s oneness, to seek His forgiveness and to feel His presence with them wherever they are and whatever they are doing. Şāliĥ also reminds them that they originate from the earth. This refers to the origin of the human race as well as to the fact that every human being depends on the nourishment that he receives from the earth, or from the elements which are available in it, for his growth. Despite this origin they are put in charge of the earth and given the task of building it. This applies to the human race generally and to the Thamūd in particular, in their period of history.
Dennoch hält all dies sie nicht davon ab, Gott Teilhaber zur Seite zu stellen. Ṣāliḥ ruft sie daher auf: „Bittet Ihn um Vergebung und wendet euch dann reumütig Ihm zu.“ (Vers 61) Wenn sie dies tun, wird Er sich ihnen gnädig zuwenden und ihre Bitten erhören: „Mein Herr ist stets nahe. Er erhört alle.“ (Vers 61) Beachtet hier die Verwendung des besitzanzeigenden Fürworts „mein Herr“ und die Eigenschaften, die hier gewählt sind: „stets nahe, Er erhört alle.“ Da sie so dicht beieinanderstehen, vermitteln sie den Eindruck der Wirklichkeit der Gottheit, wie sie von einem der auserwählten Elite der Gläubigen empfunden wird. Sie verleihen dem Ganzen einen Hauch von Freundlichkeit, Mitgefühl und einer sehr realen Verbindung zwischen dem Herzen des gütigen Propheten und den Herzen seiner Zuhörer.
Historische Ähnlichkeiten
Historical Similarities
Dies ist eine weitere Folge der Geschichte der göttlichen Botschaft an die Menschheit. Es ist dieselbe Botschaft, die vom Wesen des Islam im weiten Sinne des Wortes spricht:
This is another episode of the history of the divine message to mankind. It is the same message, speaking about the essence of Islam, in the broad sense of the word:
die Gott allein anzubeten und Sich Ihm allein zu unterwerfen, ohne Ihm irgendwelche Teilhaber zur Seite zu stellen. Auch hier sehen wir uns einem Zustand der Dschāhiliyya gegenüber, der auf die Abkehr vom göttlichen Glauben folgt, welcher auf der Einheit Gottes gründet. Wie die `Ād vor ihnen stammten auch die Thamūd von den Gläubigen ab, die in Noahs Arche gerettet wurden, doch sie wichen vom rechten Glauben ab und gerieten in einen schrecklichen Zustand der Dschāhiliyya. Ṣāliḥ wurde gesandt, um sie zum wahren Glauben zurückzuführen.
to worship God and submit to Him alone, associating no partners with Him. Again we are faced with a state of jāhiliyyah that follows deviation from the divine faith based on God’s oneness. Like the `Ād before them, the Thamūd descended from the believers saved in Noah’s ark, but they deviated from the right faith and ended up in a dreadful state of jāhiliyyah. Şāliĥ was sent to return them to the true faith.
Ihnen wird ein wundersames Zeichen gegeben, wie sie es verlangt hatten, doch dies führt sie nicht zum Glauben; vielmehr macht es sie noch feindseliger, und sie schlachten die Kamelstute grausam.
They are given a miraculous sign, as they asked for, but this does not lead them to believe; rather, it makes them more hostile and they cruelly slaughter the she-camel.
Die arabischen Götzendiener verlangten ebenfalls vom Propheten ﷺ, ihnen ein Wunderzeichen zu bringen, das ihnen helfen würde, seine Botschaft anzunehmen. Doch das Zeichen, das dem Volk von Ṣāliḥ gegeben wurde, nützte ihnen nichts. Um an Gott zu glauben, bedarf es keiner Wunder: Die Botschaft ist einfach und unmittelbar verständlich, wenn man sie mit klarem Verstand betrachtet. Die Jāhiliyyah dagegen versiegelt Herzen und Verstand und lässt die Menschen in einem Zustand der Unwissenheit zurück.
The Arab idolaters also demanded that the Prophet bring them some miraculous sign to help them accept his message. But the sign given to Şāliĥ’s people benefitted them nothing. To believe in God does not require miracles: the message is both simple and straightforward when approached with clear thinking. Jāhiliyyah, however, seals both hearts and minds leaving people in a state of ignorance.
Auch hier zeigt sich die Wahrheit der Gottheit, wie sie im Herzen eines der edlen Gesandten offenbar wird, die zur Überbringung Seiner Botschaft auserwählt wurden. Im Qur'ān wird Ṣāliḥ mit den Worten zitiert: „Denkt nach, mein Volk! Wenn ich mich auf einen klaren Beweis von meinem Herrn stütze, der mir Seine Gnade gewährt hat, wer wird mich vor Gott retten, wenn ich Ihm ungehorsam bin? Ihr würdet in diesem Fall meinen Untergang nur verschlimmern.“ (Vers 63) Dies sagt er, nachdem er ihnen eine klare Beschreibung seines Herrn gegeben hat, so wie er Seine Gegenwart in seinem eigenen Herzen empfindet: „Mein Herr ist stets nahe. Er antwortet allen.“ (Vers 61)