Al-Fath (Der Sieg)
Al-Fath (Victory)
Prolog
Prologue
Diese Sure gehört zur medinensischen Periode. Sie wurde kurz nach dem Abschluss des Friedensvertrags von al-Hudaibiyya im sechsten Jahr des islamischen Kalenders offenbart. Sie kommentiert die Ereignisse, die zur bedeutsamen Unterzeichnung dieses Vertrags führten, und beschreibt zugleich die Lage, in der sich die muslimische Gemeinschaft zu jener Zeit befand. Zwischen der Offenbarung dieser Sure und der Sure 47, Muhammad, die ihr in der Ordnung des Korans vorangeht, lagen drei Jahre, in denen sich Entwicklungen ereigneten, die weitreichende Auswirkungen auf das Leben der muslimischen Gemeinschaft in Madinah hatten.
This surah belongs to the Madman period, revealed as it was shortly after the signing of the peace treaty at al-Hudaybiyah in year 6 of the Islamic calendar. It comments on the events leading to the momentous signing of this treaty as also describes the situation in which the Muslim community found itself at that time. Between the revelation of this surah and Surah 47, Muhammad, which precedes it in the Qur’anic order, there was a lapse of three years which witnessed developments that had far-reaching effects on the life of the Muslim community in Madlnah.
Diese tiefgreifenden Veränderungen betrafen sowohl die Haltung der muslimischen Gemeinschaft als auch die ihrer Gegner, und noch weit größere Veränderungen erfuhr das seelische und geistige Gefüge der muslimischen Gemeinschaft. In dieser Hinsicht wurde sie in ihrem Verständnis und in der Umsetzung des Glaubens weit reifer.
These involved changes in the attitudes of both the Muslim community and its opponents, and even greater changes in the Muslim community’s psychological and mental framework. In this respect, it became far more mature in its understanding and implementing of faith.
Bevor wir über die Sure und ihre Botschaft sprechen, müssen wir zunächst das bedeutende Ereignis betrachten, nämlich die Unterzeichnung des Friedensvertrags, um die Umstände jener Zeit zu verstehen, in denen die muslimische Gemeinschaft diese neue Offenbarung empfing.
Before we discuss the surah and its message, however, we need to review the major event that was the signing of the peace treaty so as to understand the circumstances then prevailing as the Muslim community received this new revelation.
Der Prophet ﷺ sah sich im Traum mit seinen Gefährten in die Heilige Moschee in Makkah eintreten, wobei einige von ihnen ihr Haupt geschoren und andere ihr Haar kurz geschnitten hatten. Die Ungläubigen in Makkah hatten sie seit ihrer Auswanderung nach Madinah daran gehindert, nach Makkah einzutreten. Sie erlaubten ihnen nicht einmal den Zutritt während der vier heiligen Monate, die alle Araber in der vorislamischen Zeit ehrten, indem sie ihre Waffen niederlegten und das Kämpfen in dieser Zeit als eine große Freveltat betrachteten.
The Prophet saw himself in a dream entering the Sacred Mosque in Makkah together with his Companions, some of them having shaven their heads and some with their hair cut short. The unbelievers in Makkah had prevented them entry into Makkah since their migration to Madlnah. They did not even allow them entry during the four sacred months that all Arabs honoured in the pre-Islamic period, laying down their arms and regarding fighting during these times as a great enormity.
Der Zutritt nach Makkah während dieser vier Monate stand allen offen, in vollkommener Sicherheit. Selbst Menschen, die in Blutrache verwickelt waren, begegneten sich in dieser Zeit in Frieden. Ein Mann konnte auf den Mörder seines Vaters oder Bruders stoßen, ohne auch nur einen Finger gegen ihn zu erheben oder zu versuchen, seinen Eintritt in die Heilige Moschee zu verhindern. Dennoch verletzten die Götzendiener in Makkah ihre seit langem bestehenden Traditionen, indem sie den Propheten ﷺ und die Muslime während der sechs Jahre nach ihrer Auswanderung nach Madinah daran hinderten, nach Makkah zu gelangen. Im sechsten Jahr hatte der Prophet ﷺ diesen Traum, berichtete ihn seinen Gefährten, und diese freuten sich darüber, da sie erkannten, dass ein Traum eines Propheten gewiss in Erfüllung gehen würde.
Entry into Makkah during these four months was free for all, in perfect safety. Even people involved in vengeance killings would meet in peace at this time. A man would come across the killer of his father or brother without raising a finger against him, or trying to prevent his entry into the Sacred Mosque. Nevertheless, the idolaters in Makkah violated their well-established traditions, preventing the Prophet and the Muslims from entering Makkah throughout the six years that followed their migration to Madlnah. In year 6, the Prophet had this dream and reported it to his Companions who were delighted with it, realizing that a dream by a prophet would certainly come true.
Für weitere Informationen zu diesen Ereignissen stützen wir uns vor allem auf den Bericht von Ibn Hischam, da dieser ausführlicher ist als die meisten anderen und zudem ein umfassenderes Bild vermittelt. Er stimmt außerdem im Allgemeinen mit den Berichten in den beiden Hadith-Sammlungen des Imam al-Buchari und des Imam Ahmad überein, ebenso mit der Zusammenfassung, die Ibn Hazm in seinem Buch Dschawami' as-Sira gibt, sowie mit Berichten anderer Gelehrter.1
For further information about these events we will mainly rely on the report given by Ibn Hisham as this is more detailed than most and also provides a fuller picture. It is also generally in agreement with reports in the two Hadlth anthologies of Imam al-Bukharl and Imam Ahmad, as well as the summary given by Ibn Hazm in his book Jawdmi( al-Sirah, and with reports by other scholars.1
Der Prophet ﷺ verkündete seinen Gefährten und den arabischen Stämmen rund um Madinah, dass er beabsichtige, nach Makkah zu reisen, um die Ka'bah zu ehren und dort Gottesdienst zu verrichten. Er lud sie alle ein, sich ihm anzuschließen.
The Prophet announced to his Companions and to the Arabian tribes around Madlnah that he intended to visit Makkah to honour the Ka'bah and to worship there. He invited them all to join him.
Die meisten arabischen Stämme, die den Islam noch nicht angenommen hatten, waren äußerst zurückhaltend, sich diesem friedlichen Zug anzuschließen, denn sie befürchteten, dass die Quraisch den Muslimen Widerstand leisten und sie daran hindern würden, nach Makkah einzuziehen. Sollten die Quraisch entschlossen sein, die Muslime aufzuhalten, könnte ein bewaffneter Konflikt ausbrechen. Deshalb wollten diese arabischen Stämme sich heraushalten. Die Muslime hingegen waren sehr froh, sich dem Propheten ﷺ anzuschließen, der an der Spitze von etwa 1.400 seiner Gefährten marschierte.2
Most of the Arabian tribes which had not yet accepted Islam were highly reluctant to join this peaceful expedition because they feared that the Quraysh were bound to resist the Muslims and prevent them from entering Makkah. If the Quraysh were determined to stop the Muslims, an armed conflict might erupt. Hence, those Arabian tribes wanted to stay out of it. The Muslims, however, were very glad to join the Prophet, who marched at the head of some 1,400 of his followers.2
Der Prophet ﷺ zog jedoch weiter, bis er einen Ort namens Ghadir al-Ashtat erreichte, wo Bishr ibn Sufyan ihm berichtete, dass die Quraisch mobilisierten und die Hilfe anderer suchten, um gegen ihn zu kämpfen und ihn daran zu hindern, nach Mekka einzuziehen.3
The Prophet, however, marched on until he arrived at a place called Ghadir al-Ashtat where Bishr ibn Sufyan gave him his report that the Quraysh were mobilizing and seeking the help of others to fight him and prevent him from entering Makkah.3
Der Prophet war über diese Nachricht betrübt. Er sagte: „Wie töricht die Quraisch doch handeln! Was würden sie verlieren, wenn sie mich in Ruhe ließen und meine Botschaft den übrigen Arabern verkündeten? Wenn diese Araber mich töten würden, hätten die Quraisch erreicht, was sie wünschen. Sollte ich aber siegreich sein, müssen sie entweder den Islam annehmen, ohne irgendwelche Verluste erlitten zu haben, oder mit unversehrter Streitmacht gegen mich kämpfen. Was denken sie sich? Bei Gott, ich werde weiterhin für die Botschaft streben, die Gott mir gegeben hat, bis sie siegreich ist oder ich sterbe.“ Nachdem er erfahren hatte, dass sich die Quraisch auf einen bewaffneten Konflikt vorbereiteten, überlegte der Prophet ﷺ die neue Lage und beschloss, eine solche Eventualität zu vermeiden. Daher fragte er, ob jemand in seinem Lager fähig sei, sie auf einem Weg zu führen, der sie von den Quraisch wegführe, sodass sie einen bewaffneten Zusammenstoß mit ihrer Vorhut vermeiden könnten. Ein Mann aus dem Stamm der Aslam trat vor und führte sie auf einem sehr rauen Weg, der für die Muslime sehr beschwerlich war. Schließlich fanden sie sich in einem offenen Gebiet wieder, das leicht zu durchqueren war. Der Prophet ﷺ befahl ihnen, den Weg zur Rechten zu nehmen, bis sie schließlich die Ebene von al-Hudaybiyah südlich von Makkah erreichten, die nur einen Tagesmarsch von der Heiligen Stadt entfernt lag.
The Prophet was distressed at this report. He said: “How ill-advised is the Quraysh! What would they lose if they were to leave me alone addressing my message to the rest of Arabia? If those Arabs were to kill me, the Quraysh would have what they wish. If I am to be the victorious, they must either accept Islam without having suffered any losses, or fight me with their forces intact. What do they think? By God, I will continue to strive for the message God has given me until it is triumphant or I die.” Reflecting on the new situation after he had learnt that the Quraysh were preparing for armed conflict, the Prophet decided to try to avoid such an eventuality. Hence, he asked whether anyone in his camp was able to lead them through a route which took them away from the Quraysh, so that they could avoid an armed conflict with their advance force. A man from the tribe of Aslam came forward and led them through a very rough route which was very hard for the Muslims. Eventually, they found themselves in an open area which was easy to cross. The Prophet commanded them to take the right-hand route until they finally arrived at the plain of al-Hudaybiyah, to the south of Makkah, which was only a days walk from the Holy City.
1. Ich zitiere hier meine eigene Fassung der Ereignisse. Sie folgt treu dem Bericht von Ibn Hisham und lässt nur einige Einzelheiten weg, die ein Leser, der mit historischen arabischen Berichten, die vor mehr als 1.000 Jahren verfasst wurden, nicht vertraut ist, nur schwer verstehen würde, und fügt einige erklärende Sätze hinzu. Ich weiche jedoch nicht von der Erzählung ab, so wie sie der Autor wiedergibt. – Anmerkung des Herausgebers.
1. Iam quoting here my own version of the events. It is faithful to the report by Ibn Hisham, omitting only a few details that a reader who is unfamiliar with historical Arabic reports written more than 1,000 years ago would find difficult, and adding a few explanatory sentences. I do not, however, divert from the narrative as given by the author. - Editors note.
2. Salahi, Adil, Muhammad: Man and Prophet, The Islamic Foundation, Leicester, 2002, S. 497.
2. Salahi, Adil, Muhammad: Man and Prophet, The Islamic Foundation, Leicester, 2002, p. 497.
3. Ebd., S. 499.
3. Ibid., p. 499.
Eine Friedenserklärung
A Declaration Of Peace
Plötzlich legte sich die Kamelstute des Propheten nieder. Die Leute riefen ihr zu, sie möge wieder aufstehen, doch sie bewegte sich nicht. Einige meinten, sie weigere sich, weiterzugehen. Der Prophet ﷺ erklärte ihnen, dass eine solche Weigerung nicht in ihrer Natur liege. Er sagte: „Sie wird aus demselben Grund zurückgehalten, aus dem auch der Elefant zurückgehalten wurde.“ Damit spielte er auf ein Ereignis an, das fast 60 Jahre zuvor stattgefunden hatte, als Abraha, der Herrscher des Jemen, auf einem Elefanten an der Spitze eines großen Heeres ritt, dessen Ziel es war, die Ka'bah zu zerstören.
Suddenly, the Prophets she-camel sat down. People shouted at her to make her rise again, but she would not move. Some people suggested that she refused to go forward. The Prophet told them that such a refusal was not in her nature. He said: “She is held back for the same reason which held back the elephant.” This was a reference to an incident which took place nearly 60 years earlier when Abrahah, the ruler of the Yemen, was riding an elephant at the head of a large force, whose aim was to destroy the Ka'bah.
Kurz bevor sie Makkah erreichten, blieb der Elefant stehen und weigerte sich, weiterzugehen; er war bereit umzukehren. Kurz darauf wurde das Heer Abrahahs von Vögeln angegriffen, die Steine auf das Heer warfen und es vernichteten. Die Geschichte wird in einer kurzen Sure des Qur'an erwähnt, die den Titel „Der Elefant“ trägt und sinngemäß wie folgt übersetzt werden kann: „Im Namen Gottes, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Hast du nicht bedacht, wie dein Herr mit den Gefährten des Elefanten verfuhr? Hat Er nicht ihren hinterlistigen Plan zunichtegemacht und Schwärme von Vögeln gegen sie gesandt, die sie mit Steinen aus Lehm und Ton bewarfen? So machte Er sie zu abgefressener Spreu.“ (105: 1-5)
Shortly before arriving in Makkah, the elephant sat still and would not move forward; it was ready to go back. Shortly afterwards, Abrahah’s army was attacked by birds which threw stones at the army and destroyed it. The story is mentioned in a short surah of the Qur’an entitled, The Elephant, and which may be translated as follows: “In the name of God, the Beneficent, the Merciful. Are you not aware how your Lord dealt with people of the Elephant? Did He not utterly confound their treacherous plan, and send against them flocks of birds, which pelted them with stones of sand and clay? Thus He made them like stalks of devoured leaves.” (105: 1-5)
Der Prophet erklärte daraufhin: „Bei Dem, in Dessen Hand meine Seele liegt, werde ich jedem Vorschlag, den die Quraisch mir heute unterbreiten und der gute Beziehungen fördert und die Achtung vor den Heiligtümern Gottes gewährleistet, wohlwollend entsprechen.“ Dann befahl er seinen Gefährten, sich zu lagern.
Aufeinanderfolgende Gesandte
Successive Emissaries
Als die Quraisch erkannten, dass der Prophet ﷺ ihren Vorhutstreitkräften entkommen war und dass er sich bei al-Hudaibiyya gelagert hatte, beschlossen sie, einen Boten zu ihm zu senden. Sie waren sich außerdem bewusst, dass ihr Vorhaben, Muhammad ﷺ den Einzug nach Makka zu verwehren, obwohl er nur gekommen war, um die Heilige Moschee zu besuchen, von den anderen Arabern nicht unbeanstandet bleiben würde. Ihr Ansehen gründete sich darauf, dass sie die Hüter des Heiligen Hauses waren und niemanden daran hinderten, dort zu verehren. Der erste Gesandte, den sie schickten, war Budail ibn Waraqa' vom Stamm der Chuza'a, der mit einer Gruppe seiner Stammesgenossen ging. Der Stamm der Chuza'a war dem Propheten ﷺ stets wohlgesinnt. Einige seiner Männer hatten den Islam angenommen, doch selbst diejenigen, die dies nicht getan hatten, standen der Botschaft des Islam keineswegs feindselig gegenüber.
When the Quraysh realized that the Prophet had managed to evade their advance forces and that he was encamped at al-Hudaybiyah, they decided to send a messenger to him. They were also aware that should they succeed in stopping Muhammad from entering Makkah, when he had come with no purpose other than to visit the Sacred Mosque, their action would not go unquestioned by the other Arabs. Their prestige was derived from the fact that they were custodians of the Sacred House and that they prevented no one from worshipping there. The first emissary they sent was Budayl ibn Waraqa' of the tribe of Khuza'ah, who went with a group of his fellow tribesmen. The tribe of Khuza(ah was always sympathetic towards the Prophet. Some of its men had embraced Islam, but even those who had not were far from hostile to the message of Islam.
Budayl sprach mit dem Propheten ﷺ und teilte ihm mit, dass die Quraisch fest entschlossen seien, ihn daran zu hindern, nach Makkah einzutreten. Der Prophet ﷺ versicherte ihm, dass er keine Absicht habe, gegen irgendjemanden zu kämpfen. Er wolle lediglich die Kaaba besuchen und die Anerkennung der Heiligkeit dieses Ortes durch die Muslime zeigen. Die Äußerung des Propheten ﷺ über die Haltung der Quraisch lautete mit diesen Worten: „Die Quraisch befinden sich nun in einem Zustand, in dem sie nur noch an Krieg denken können. Ich bin bereit, mit ihnen einen Waffenstillstand zu vereinbaren, falls sie dies wünschen. Ich bitte sie nur, mich in Ruhe zu lassen, damit ich zu den Menschen sprechen kann. Wenn ich Erfolg habe und andere Menschen mir folgen, dann steht es ihnen frei, dasselbe zu tun. Wenn sie sich weigern, werden sie ihre Stärke bewahrt haben. Wenn sie jedoch entschlossen sind, mich aufzuhalten, dann schwöre ich bei Gott, dass ich für diese meine Sache bis zu meinem Tod gegen sie kämpfen werde, und selbst dann können sie nicht verhindern, was Gott will.“ Budayl kehrte zu den Quraisch zurück und sagte zu ihnen: „Wir sind zu euch gekommen, nachdem wir diesen Mann gesehen und gehört haben, was er sagt. Möchtet ihr hören, was er uns gesagt hat?“ Einige von ihnen riefen: „Wir wollen nichts von dem hören, was er sagt.“ Einige klügere Leute baten ihn, zu berichten, was er gehört hatte. Als er seinen Bericht beendet hatte, flehte er sie an und sagte, dass sie in ihrer Haltung voreilig seien, denn Muhammad ﷺ beabsichtige nicht, gegen sie zu kämpfen. Er wolle lediglich die Kaaba besuchen.
Der vierte Gesandte
The Fourth Envoy
Nachdem die Quraisch den Rat aller drei Gesandten abgelehnt hatten, Muhammad ﷺ den Einzug in Makkah zu gestatten und am Ka'bah zu beten, beschlossen sie, einen vierten Gesandten zu entsenden. Keiner der überlieferten Berichte wirft Licht auf die Gründe, die die Quraisch zu der Annahme veranlassten, dass die Entsendung eines weiteren Gesandten, der mit dem Propheten ﷺ sprechen sollte, eine Veränderung der Lage herbeiführen würde. Es ist nicht bekannt, was die Quraisch mit der Entsendung dieser Gesandten erreichen wollten, obwohl sie nicht bereit war, auf deren Rat zu hören. Vielleicht war all dies ein Zeichen der Verwirrung der Quraisch. Andererseits mag es eine Übung in Selbstrechtfertigung gewesen sein.
Having rejected the advice of all three envoys to allow Muhammad to enter Makkah and worship at the Ka 'bah, the Quraysh decided to send a fourth emissary. None of the existing reports throws any light on the reasons which made the Quraysh feel that sending another envoy to speak to the Prophet would bring about any change in the situation. It is not known what the Quraysh hoped to achieve by sending these envoys when it was not prepared to listen to their advice. Perhaps it was all a mark of the Qurayshs confusion. On the other hand, it may have been an exercise in self-justification.
Die Quraisch wollten vielleicht sagen können, dass sie alles versucht hatten, um zu einer Einigung mit Muhammad ﷺ zu gelangen. Wie dem auch sei: Der Mann, den die Quraisch dieses Mal wählten, war 'Urwah ibn Mas'ud, ein Anführer des Stammes der Thaqif, der in der Stadt Ta'if lebte. 'Urwah wollte jedoch zunächst sicherstellen, dass er bei seiner Rückkehr nicht dieselbe harte Behandlung erfahren würde wie die anderen Gesandten, die die Quraisch geschickt hatten, falls er mit einem Rat zurückkäme, den den Quraisch nicht gefallen könnte. Deshalb wandte er sich an die Leute der Quraisch:
The Quraysh might have wanted to be able to say that they tried all they could to reach accommodation with Muhammad. Be that as it may, the man the Quraysh chose this time was 'Urwah ibn Mas'ud, a leader of the tribe ofThaqif, which lived in the town of Ta’if. 'Urwah, however, wanted first to make sure that on his return he would not receive the same harsh treatment as the other envoys the Quraysh sent, should he come back with advice the Quraysh might not like. He, therefore, addressed the people of the Quraysh:
„Ich habe zur Kenntnis genommen, welche Art von Beschimpfungen ihr auf die Häupter derer geschüttet habt, die ihr zu Muhammad ﷺ gesandt habt. Ihr wisst, dass ihr für mich wie Eltern seid und ich euer Sohn bin. Als ich von eurer Not hörte, versammelte ich jene aus meinem Volk, die meinen Befehlen gehorchten, und bin gekommen, um euch zu unterstützen.“ Die Quraisch antworteten: „Das ist gewiss wahr, und wir haben keinerlei Zweifel an dir.“ Als er sich hinsetzte, um mit dem Propheten ﷺ zu sprechen, sagte er:
Der Gesandte des Propheten
The Prophet’s Envoy
In Anbetracht der Lage und der Tatsache, dass er vier Gesandte der Quraisch empfangen hatte, ohne dass sich ein Zeichen zeigte, dass die Quraisch ihren Widerstand gegen den Einzug der Muslime in Makkah aufgeben würden, hielt der Prophet ﷺ es für nützlich, etwas Druck auf die Quraisch auszuüben. Daher beschloss er, ihnen einen Gesandten zu schicken, der ihnen versichern sollte, dass sein Ziel allein darin bestehe, am Ka'bah zu beten, und nicht darin, mit irgendjemandem Streit anzufangen. Der Gesandte war Kharrasch ibn Umayyah vom Stamm der Khuza'ah. Sobald Kharrasch in Makkah ankam, wurde jedoch sein Kamel von den Leuten der Quraisch verwundet, die ihn ebenfalls töten wollten. Er wurde von dem Stamm der Habshl gerettet, dessen Anführer al-Hulays einer der Gesandten der Quraisch zum Propheten ﷺ gewesen war.
Considering the situation and the fact that he had received four emissaries from the Quraysh without any sign that the Quraysh were mellowing their opposition to the Muslims’ entry to Makkah, the Prophet thought it might be useful to bring some pressure to bear on the Quraysh. He therefore decided to send them an envoy to assure them that his objective was only to worship at the Ka ‘bah, not to pick a fight with anyone. The envoy was Kharrash ibn Umayyah of the tribe of Khuza‘ah. As soon as Kharrash arrived in Makkah, however, his camel was wounded by the Quraysh people, who also wanted to kill him. He was saved by the Habshl tribe, whose chief al-Hulays was one of the Quraysh’s envoys to the Prophet.
Die Behandlung, die Kharrash widerfuhr, verstieß gegen die altehrwürdigen Traditionen der Diplomatie, die Boten und Gesandten Unverletzlichkeit gewährten. Der Prophet ﷺ wollte jedoch nicht zulassen, dass dieser Vorfall ein Hindernis in seinem Bemühen um eine friedliche Lösung des Problems wird. Er übersah daher die Angelegenheit und konzentrierte sich darauf, den Kontakt zu den Quraisch aufrechtzuerhalten. Er war der Ansicht, dass es nützlicher sein könnte, eine angesehenere Persönlichkeit aus dem Kreis seiner Gefährten zu entsenden.
The treatment Kharrash received was against the age-honoured traditions of diplomacy, which gave immunity to messengers and envoys. The Prophet, however, did not wish to allow this incident to be an obstacle in his attempt to reach a peaceful solution to the problem. He therefore overlooked the matter and concentrated on maintaining contact with the Quraysh. He thought that sending a more prominent figure from among his Companions might be more useful.
Der Prophet dachte zunächst an ʿUmar ibn al-Khattab als geeigneten Gesandten. ʿUmar wies jedoch darauf hin, dass sein eigener Stamm, die Banu ʿAdi, in Makkah keinerlei Einfluss mehr habe. Niemand würde ihn schützen, falls ihm etwas zustieße. Er schlug vor, dass ʿUthman ibn ʿAffan aus dem Zweig der Umayyaden innerhalb der Quraisch besser geeignet sei, als Gesandter des Propheten ﷺ zu handeln.
Ein Gelübde, zu kämpfen und zu sterben
A Pledge To Fight And Die
Tief verletzt und sehr betrübt empfand der Prophet ﷺ, dass die Quraisch mit der Tötung ʿUthmāns, seines Gefährten und Gesandten, all jenen Bemühungen die Tür verschlossen hatten, die auf eine friedliche Einigung abzielten.
Deeply hurt and very sad, the Prophet felt that by killing (Uthman, his Companion and envoy, the Quraysh had closed the door on all efforts which aimed at reaching a peaceful settlement.
Die andere Alternative war diejenige, die er nach Kräften zu vermeiden versucht hatte:
The other alternative was the one which he had tried hard to avoid:
nämlich den Krieg. Er rief seine Gefährten dazu auf, ihm das Treuegelöbnis (Bai'a) zu geben, den Quraisch bis zum bitteren Ende zu bekämpfen. Er stand unter einem Baum, als er dieses Treuegelöbnis forderte, und seine Gefährten eilten herbei, um ihm zu geben, was er von ihnen verlangte. Jeder von ihnen gelobte, zu kämpfen und niemals vor der Schlacht zu fliehen, selbst wenn dies seinen eigenen Tod bedeuten sollte. Der Prophet ﷺ war mit der Antwort seiner Gefährten zufrieden.
namely, war. He called on his Companions to give him a pledge to fight the Quraysh to the bitter end. He was standing underneath a tree when he requested that pledge, and his Companions rushed to give him what he asked of them. Every one of them pledged that he would fight and never flee from battle even if that meant his own death. The Prophet was pleased with his Companions’ responses.
Er legte auch ein Versprechen für ʿUthman ab: „ʿUthman ist auf einer Mission, die ihm von Gott und Seinem Gesandten übertragen wurde. Deshalb lege ich ein Versprechen für ihn ab.“ Dann faltete er seine Hände zusammen und sagte:
He also made a pledge on behalf of ‘Uthman: ‘“Uthman is on a mission given him by God and His Messenger. I, therefore, make a pledge on his behalf.” He clasped his hands together and said:
„Das ist für ‘Uthman.“ Zu diesem Treueschwur heißt es im Qur’an: „Gott war wahrlich wohlgefällig gegenüber den Gläubigen, als sie dir unter dem Baum den Treueid leisteten. Er wusste, was in ihren Herzen war, und so sandte Er Ruhe auf sie herab und belohnte sie mit einem baldigen Sieg und mit vielen Kriegsbeute, die sie nehmen sollten. Gott ist Allmächtig, Weise.“ (48: 18-19)
“This is for ‘Uthman.” In comment on this pledge, the Qur’an says: “ God was indeed well pleased with the believers when they pledged their allegiance to you under the tree. He knew what was in their hearts and so He sent down tranquillity upon them, and rewarded them with a speedy victory and with many war gains for them to take. God is Almighty, Wise.” (48: 18-19)
Eine Delegation für den Frieden
A Delegation For Peace
Einige klügere Männer unter den Quraisch müssen vorgeschlagen haben, dass eine friedliche Einigung die Würde der Quraisch besser bewahren könnte als ein Krieg, selbst wenn dieser zu ihren Gunsten ausginge. Die Ansichten ihrer früheren Gesandten – besonders die von al-Hulays vom Stamm der Habschi und ‘Urwa ibn Mas‘ud von den Thaqif – begannen, sich als äußerst berechtigt zu erweisen. Außerdem könnte es, sollten die Quraisch die Dinge bis zu einem Aufflammen treiben, zu einem Kampf nahe dem Heiligen Haus und im heiligen Monat kommen. Dies würde faktisch einen Präzedenzfall schaffen, der den Quraisch mit Sicherheit mehr schaden als nützen würde. Daher erschienen die Argumente für Mäßigung plötzlich weitaus gewichtiger. Eine Delegation unter der Leitung von Suhayl ibn ‘Amr wurde daher entsandt, um mit dem Propheten ﷺ die Bedingungen einer Friedensregelung auszuhandeln.
Some wiser men among the Quraysh must have suggested that achieving a peaceful settlement might preserve the Quraysh’s dignity better than war, even if the war ended in its favour. The views of its earlier envoys - particularly those of al-Hulays of the Habshi tribe and ‘Urwah ibn Mas'ud of the Thaqlf - began to appear highly valid. Moreover, should the Quraysh push matters to the point of flare-up, their action might mean a fight near the Sacred House and in the sacred month. This would, in effect, be setting a precedent which was certain to do more harm than good to the Quraysh. Hence the arguments for moderation suddenly began to appear much weightier. A delegation headed by Suhayl ibn (Amr was, therefore, dispatched to negotiate the terms of a peace settlement with the Prophet.
Der Prophet ﷺ empfing Suhayl ibn ‘Amr und seine Delegation freundlich.
The Prophet received Suhayl ibn ‘Amr and his delegation well.
Er wies seine Gefährten an, ihre Opfertiere vorzuzeigen, und ihre Stimmen zu erheben mit Worten, die zum Ausdruck bringen, dass sie nur dem Ruf Allahs folgend gekommen seien, um das Heilige Haus zu ehren.
He instructed his Companions to show their sacrificial animals and to raise their voices with phrases expressing the fact that they had come only in response to Gods call to honour the Sacred House.
Die Gespräche zwischen den beiden Seiten verliefen nicht leicht. Obwohl dem Propheten ﷺ viel daran lag, einen Friedensschluss zu erreichen, mussten die Verhandlungen mehrere inhaltliche Fragen klären. Zu den Themen gehörten: der Besuch des Propheten ﷺ am Heiligen Haus; die Entschlossenheit der Quraisch, nicht den Anschein zu erwecken, sie hätten sich der Gewalt gebeugt; die Möglichkeit, einen langfristigen Waffenstillstand zwischen beiden Seiten zu vereinbaren, der ihren häufigen militärischen Zusammenstößen ein Ende setzen sollte; die Art der Beziehungen, die zwischen beiden Seiten bestehen sollten; und die Freiheit jeder Seite, politische Schritte im weiteren Horizont der gesamten Arabischen Halbinsel zu unternehmen.
Unbehagen im muslimischen Lager
Unease In The Muslim Camp
Die Haltung des Propheten ﷺ löste im muslimischen Lager Unruhe aus. Sie waren es nicht gewohnt, den Propheten ﷺ eine so überaus sanfte Haltung einnehmen zu sehen.
The Prophets attitude caused a stir in the Muslim camp. They were not used to seeing the Prophet taking such a very soft attitude.
Auch für die quraischitischen Unterhändler selbst war es überraschend. Der Prophet ﷺ nahm nicht nur alle Bedingungen an, die die Quraisch stellten, sondern er zog in dieser Sache auch seine Gefährten nicht zu Rate, entgegen seiner üblichen Praxis. Zudem waren die Bedingungen des Friedensvertrags für die Muslime äußerst überraschend, denn sie stellten die muslimische Seite deutlich schwächer dar als die Quraisch. Für die Muslime war es weder nützlich noch notwendig, solche Bedingungen anzunehmen. Einige von ihnen konnten ihre Unzufriedenheit nicht verbergen. Dies verkörpert die Haltung 'Umar ibn al-Khattabs. Als die Bedingungen des Friedensvertrags festgelegt waren und gerade niedergeschrieben werden sollten, kam 'Umar zu Abu Bakr und sagte: „Abu Bakr, ist er nicht der Gesandte Gottes?“ Abu Bakr bejahte dies. 'Umar fragte erneut: „Sind wir nicht die Muslime?“ Als Abu Bakr dieselbe Antwort gab, fuhr 'Umar fort: „Sind sie nicht die Götzendiener?“ Abu Bakr antwortete wiederum: „Doch.“ Darauf fragte ihn 'Umar: „Warum sollten wir dann in Glaubensangelegenheiten Demütigung hinnehmen?“ Abu Bakr gab ihm einen Rat und sagte zu seinem Fragenden: „Folge ihm, was immer er tut, 'Umar. Ich glaube, dass er der Gesandte Gottes ist.“ Doch 'Umar war immer noch beunruhigt und sagte: „Auch ich glaube, dass er der Gesandte Gottes ist.“ 'Umars Argument war, dass das, was die beiden Seiten trennte, eigentlich nur eine einzige Frage war – Recht gegen Unrecht, Glaube gegen Unglaube. Diejenigen, die auf der Seite des Rechts und der Wahrheit standen, dürften sich denjenigen nicht beugen, die die Sache des Unrechts und der Falschheit vertraten. Die Gläubigen dürften in Angelegenheiten des Glaubens niemals irgendeine Form von Demütigung akzeptieren. Vielmehr sollten sie stets Stolz auf ihre Religion zeigen. Daher ließ sich 'Umar nicht abbringen. Er ging zum Propheten ﷺ und stellte ihm dieselben Fragen: „Bist du nicht der Gesandte Gottes? Sind wir nicht die Muslime? Sind sie nicht die Götzendiener?“ Auf all diese Fragen antwortete der Prophet ﷺ mit Ja. Die letzte Frage, die ʿUmar stellte, lautete wieder dieselbe: „Warum sollten wir dann in Glaubensangelegenheiten Demütigung hinnehmen?“ Die Antwort des Propheten ﷺ gab Aufschluss über seine Haltung: „Ich bin der Diener und Gesandte Gottes. Ich werde Ihm nicht ungehorsam sein, und Er wird mich niemals im Stich lassen.“ Der Prophet ﷺ folgte tatsächlich göttlichen Weisungen, die er zu jener Zeit empfangen haben muss.
It was also surprising for the Quraysh negotiators themselves. Not only did the Prophet accept all the terms the Quraysh stipulated, he did not consult his Companions in the matter, contrary to his normal practice. Moreover, the terms of the peace agreement were extremely surprising to the Muslims, because they tended to cast the Muslim side as much weaker than the Quraysh. To the Muslims, accepting such terms was neither useful nor necessary. Some of them could not hide their dissatisfaction. This is epitomized by the attitude of 'Umar ibn al-Khattab. When the terms of the peace agreement were finalized and were about to be written down, 'Umar came to Abu Bakr and said: “Abu Bakr, is he not God’s Messenger?” Abu Bakr answered in the affirmative. 'Umar again asked: “Are we not the Muslims?” When Abu Bakr gave the same answer, 'Umar went on: “Are they not the idolaters?” Abu Bakr again answered: “Yes.” 'Umar then asked him: “Why then should we accept humiliation in matters of our faith?” Abu Bakr answered with a piece of advice, saying to his questioner: “Follow him whatever he does, ‘Umar. I believe that he is Gods Messenger.” But ‘Umar was still perturbed and said: “And I too believe that he is Gods Messenger.” ‘Umars argument was that since what separated the two sides was really a single issue - right against wrong, faith against lack of faith - those who were on the side of right and truth must not give in to those who championed the cause of wrong and falsehood. The believers must never accept any sort of humiliation when it came to matters relating to faith. Indeed, they should always show pride in their religion. Hence, ‘Umar was not to be deterred. He went to the Prophet and put to him the same questions: “Are you not Gods Messenger? Are we not the Muslims? Are they not the idolaters?” To all these questions, the Prophet answered in the affirmative. The final question ‘Umar put was again the same: “Why, then, should we accept humiliation in matters of our faith?” The Prophets answer provided the clue to his attitude: “I am Gods servant and Messenger. I shall not disobey Him and He will never abandon me.” The Prophet was indeed following Divine orders which he must have received at that time.
Eine harte Prüfung der muslimischen Absichten
A Hard Test Of Muslim Intentions
Dies waren die Bedingungen des Friedensabkommens. Als sie niedergeschrieben wurden, wurden Zeugen von beiden Seiten gebeten, das Dokument zu unterzeichnen. In diesem Augenblick geschah etwas, das die Geduld der Gläubigen auf die Probe stellte und ihnen eine weitere Gelegenheit gab, die Stärke ihres Glaubens zu beweisen. Ein Mann aus Makkah kam in Handschellen und mit Ketten an den Beinen. Er war dort gefangen gehalten worden, weil er Muslim war. Dieser Mann war niemand anderes als Suhayls eigener Sohn, Abu Jandal. Es war sein Vater, der ihn eingesperrt und ihm die Fesseln angelegt hatte. Dennoch war es ihm gelungen zu fliehen und einen unbekannten Weg durch die Berge rund um Makkah zu nehmen, bis er nach al-Hudaybiyah gelangte. Als die Muslime ihn sahen, freuten sie sich sehr über seine Flucht und empfingen ihn herzlich.
These were the terms of the peace agreement. When they were written down, witnesses from both sides were asked to sign the document. At that moment, something happened to test the patience of the believers and to give them another opportunity to prove the strength of their faith. A man from Makkah arrived in handcuffs and with his legs in chains. He was being kept prisoner there because he was a Muslim. This man was none other than Suhayl’s own son, Abu Jandal. It was his father who imprisoned him and fastened his shackles. Nevertheless, he had been able to escape and to take an unfamiliar route through the mountains surrounding Makkah until he arrived at al-Hudaybiyah. When the Muslims saw him, they were very glad that he had escaped and gave him a fine reception.
Während der Friedensvertrag niedergeschrieben wurde, war Suhayl zu beschäftigt, um etwas zu bemerken. Als er fertig war, blickte Suhayl auf und sah seinen Sohn unter den Muslimen. Er ging zu ihm hin, schlug ihm ins Gesicht und packte ihn am Kragen. Abu Dschandal schrie laut auf:
While the peace agreement was being written down, Suhayl was too busy to notice anything. When it was finished, Suhayl looked up and saw his son among the Muslims. He went up to him, hit him in the face and took him by the collar. Abu Jandal cried aloud:
„Meine muslimischen Brüder und Schwestern, soll ich zu den Ungläubigen zurückgebracht werden, damit sie versuchen, mich von meinem Glauben abzubringen?“ Diese Worte schmerzten die Muslime sehr, und einige von ihnen begannen zu weinen.
“My fellow Muslims, am I to be returned to the unbelievers to try to turn me away from my faith?” Those words were very painful to the Muslims, some of whom started to cry.
Suhayl ibn ‘Amr blieb jedoch unbeirrt. Er sagte zum Gesandten Gottes: „Dies ist die erste Person, deren Fall ich übernehme. Du musst ihn mir zurückgeben.“ Der Prophet ﷺ verwies darauf, dass Abu Jandal eintraf, bevor die Vereinbarung abgeschlossen war: „Wir haben das Dokument noch nicht fertig aufgesetzt.“ Suhayl sagte: „Dann habe ich überhaupt keine Bedingungen mit dir vereinbart.“ Der Prophet ﷺ bat flehentlich:
Töte deinen Vater
Kill Your Father
Umar ibn al-Khattab war erneut über die Lage empört.
Umar ibn al-Khattab was again outraged by the situation.
Er konnte nicht verstehen, warum die Muslime solche demütigenden Bedingungen akzeptieren oder untätig bleiben sollten, während einer ihrer Brüder einer harten Behandlung ausgesetzt war, und zwar einzig deshalb, weil er an Gott und Seinen Gesandten glaubte. Als Abu Jandal weggeführt wurde, ging ‘Umar auf ihn zu und ging an seiner Seite. Er sprach zu ihm: „Sei geduldig, Abu Jandal. Diese Leute sind Ungläubige. Sie sind wertlos. Das Blut eines jeden von ihnen ist nicht kostbarer als das Blut eines Hundes.“ Während er neben Abu Jandal herging und mit ihm sprach, schob er unablässig den Griff seines Schwertes in Abu Jandals Richtung und hoffte, dass Abu Jandal das Schwert ‘Umars ergreifen und seinen Vater töten würde. Abu Jandal wollte entweder nicht seinen Vater töten, oder er verstand die Geste ‘Umars nicht oder bemerkte sie nicht. Er fügte sich seinem Schicksal, bis Gott ihm helfen würde, freizukommen. Er wurde in Fesseln und Ketten weggeführt. Als die Muslime ihn ansahen, waren ihre Herzen voller Qual, weil sie ihm nicht helfen konnten.
He could not understand why the Muslims should accept such humiliating terms or stand idle when a brother of theirs was subjected to harsh treatment for no reason other than the fact that he believed in God and His Messenger. As Abu Jandal was being led away, ‘Umar went up to him and walked by his side. He spoke to him: “Be patient, Abu Jandal. These people are unbelievers. They are worthless. The blood of anyone of them is no more precious than the blood of a dog.” As he was walking by Abu Jandals side and talking to him, he continued to move the handle of his sword towards Abu Jandal, hoping that Abu Jandal would take ‘Umars sword and kill his father. Abu Jandal either did not wish to kill his father or did not understand or notice ‘Umars gesture. He submitted to his fortune until God would help him get his release. He was led away in his shackles and chains. As the Muslims looked at him, their hearts were full of agony because they were unable to help him.
Als das Dokument, in dem die Friedensbedingungen festgehalten wurde, niedergeschrieben wurde, bat der Prophet ﷺ einige seiner Gefährten, den Vertrag zu bezeugen, zusätzlich zu Zeugen von seiten der Quraisch.
When the document detailing the peace terms was written down, the Prophet asked a number of his Companions to witness the agreement, in addition to witnesses from the Quraysh side.
Die muslimischen Zeugen waren Abu Bakr, ‘Umar ibn al-Khattab, ‘Ali ibn Abi Talib, ‘Abd al-Rahman ibn ‘Awf, Sa‘d ibn Abi Waqqas, Mahmud ibn Maslamah und ‘Abdullah ibn Suhayl, ein weiterer Sohn des führenden Unterhändlers der Quraysch selbst. Mikraz ibn Hafs und Huwaytib ibn ‘Abd al-‘Uzza waren die Zeugen der Quraysch. Als die Zeugenschaft endlich abgeschlossen war, kehrte die Delegation der Quraysch nach Hause zurück.
Aufhebung der beabsichtigten Gottesverehrung
Cancellation Of Intended Worship
Der Prophet sagte zu seinen Gefährten: „Schlachtet eure Tiere, rasiert euch und legt den Ihram ab.“ Niemand zeigte auch nur das geringste Zeichen der Bereitschaft, dieser Anordnung nachzukommen. Der Prophet ﷺ wiederholte seinen Befehl dreimal, doch immer noch war niemand bereit, zu tun, was ihm gesagt worden war. Der Prophet ﷺ war in der Tat sehr zornig. Er ging in sein Zelt, wo Umm Salamah, seine Frau, die ihn auf dieser Expedition begleitete, wartete. Sie bemerkte sofort, wie zornig er war. Sie fragte ihn nach dem Grund, und er antwortete: „Die Muslime richten sich selbst zugrunde. Ich habe ihnen einen Befehl gegeben, und sie haben nicht gehorcht.“ Er erklärte ihr, wie seine Gefährten seine Anweisungen gleichgültig aufnahmen und wie nicht einer von ihnen bereit war, zu gehorchen. Sie versuchte, ihn zu besänftigen: „Gesandter Gottes, mach ihnen keinen Vorwurf. Sie stehen unter großem Druck wegen all der Mühen, die du dir gemacht hast, um diesen Friedensschluss zu erreichen, und weil sie nun erkennen, dass sie den langen Weg nach Hause nehmen müssen, ohne ihr Ziel erreicht zu haben.“ Dann gab sie ihm einen sehr guten Rat: Er solle hinausgehen, seine eigenen Opfertiere schlachten und sich rasieren, ohne mit einem von ihnen zu sprechen. Der Prophet ﷺ befolgte den Rat seiner Frau, ging hinaus und schlachtete seine Kamele. Dann rief er jemanden, der ihm den Kopf rasieren sollte.
The Prophet said to his Companions: “Slaughter your animals and shave and release yourselves from ihram.” No one showed any sign of willingness to comply with this order. The Prophet repeated his command three times and still no one was willing to do as he was told. The Prophet was very angry indeed. He went into his tent where Umm Salamah, his wife who accompanied him on this expedition, was waiting. She immediately noticed how angry he was. She asked him the reason why and he answered: “The Muslims are ruining themselves. I have given them a command and they have not obeyed.” He explained to her how his Companions received his orders with indifference and how not one of them was willing to obey. She tried to pacify him: “Messenger of God, do not blame them. They have been under great pressure because of all the trouble you have taken to achieve this peace settlement and because they now realize that they have to take the long way home without achieving their purpose.” She then gave him a very sound piece of advice: she told him to go out and slaughter his own sacrificial animals and shave, without speaking to any one of them. The Prophet acted on his wife’s advice and went out and slaughtered his camels. He then called someone to shave his head.
Als seine Gefährten sahen, was er tat, eilten sie, es ihm gleichzutun. Einige von ihnen halfen anderen beim Rasieren, und sie waren zutiefst unglücklich mit sich selbst, weil sie den Anordnungen des Propheten ﷺ zunächst nicht nachgekommen waren.
When his Companions witnessed what he did, they rushed to do likewise. Some of them helped others to shave and they were extremely unhappy with themselves for not responding to the Prophet’s orders in the first place.
Die allgemeine Atmosphäre
The General Atmosphere
So war die Lage in der muslimischen Gemeinde vor der Offenbarung dieser Sure. Der Prophet ﷺ war sich dessen gewiss, was Gott ihm eingegeben hatte. Deshalb erlaubte er sich keine eigene Mitsprache über den Verlauf der Ereignisse, außer dem, worauf diese göttliche Eingebung hinwies. Bei jedem Punkt und vor jedem Schritt berief er sich auf diese Eingebung. Weder die Ungläubigen noch der Druck seiner Gefährten, die über die Feindseligkeit der Ungläubigen erzürnt waren, konnten ihn dazu bringen, seinen Kurs zu ändern. Schließlich legte Gott Gelassenheit in die Herzen der Muslime, und sie fanden Beruhigung und nahmen ohne Zögern an, was der Prophet ﷺ ihnen sagte, ebenso wie ihre Brüder, die von vornherein nie an etwas gezweifelt hatten. Das vornehmste Beispiel dafür war Abu Bakr, dessen Zuversicht nie in Zweifel stand, nicht einmal für einen kurzen Augenblick.
Such was the atmosphere in the Muslim community prior to the revelation of this surah. The Prophet was certain of what God had inspired him. Therefore, he allowed himself no say in the drift of events other than what such divine inspiration pointed to. He referred to this inspiration at every point and before taking any step. Neither the unbelievers nor pressure by his Companions, who were infuriated by the unbelievers hostility, would make him change his course. Eventually, God put tranquillity in the Muslims’ hearts and they were reassured, accepting without hesitation what the Prophet told them, just like their brethren who never entertained any doubt in the first place. The prime example of these was Abu Bakr whose reassurance was never in doubt, not even for a brief moment.
Daher überbringt der Anfang der Sure dem Propheten ﷺ frohe Botschaft, die sein Herz tief erfreut: „Wir haben dir einen glänzenden Sieg gewährt, damit Gott dir all deine Verfehlungen vergibt, die vergangenen und die künftigen, dir Seine Gnade in vollem Maße erweist und dich auf einen geraden Weg leitet. Gott wird dir gewiss mächtigen Beistand gewähren." (Verse 1–3) Der Anfang verweist außerdem auf die Ruhe, die den Gläubigen gewährt wurde, wobei er anerkennt, dass sie wahrhaft gläubig waren, und ihnen die Vergebung ihrer Sünden, Belohnung und Beistand von oben verheißt: „Er ist es, der die Ruhe in die Herzen der Gläubigen herabsandte, damit sie in ihrem Glauben noch fester werden. Gott gehören die Heerscharen der Himmel und der Erde; Er ist wahrlich der Allwissende, der Weise. Er wird die gläubigen Männer und Frauen in Gärten eintreten lassen, durch die Flüsse strömen, um darin ewig zu verweilen, und Er wird ihnen ihre schlechten Taten vergeben. Das ist in Gottes Augen ein großer Triumph." (Verse 4–5) Dagegen ziehen ihre Feinde, die Heuchler und die Götzendiener gleichermaßen, Gottes Missfallen und Leid im Jenseits auf sich: „Gott wird auch den Heuchlern und den Götzendienern, Männern wie Frauen, die Böses über Gott denken, Leid zufügen. Das Böse umgibt sie von allen Seiten, und sie ziehen Gottes Zorn auf sich. Er hat sie verstoßen und ihnen die Hölle bereitet, eine üble Bestimmung." (Vers 6)
Eine Gemeinschaft erreicht Reife
A Community Attains Maturity
Betrachtet man die Sure als Ganzes und vergleicht sie mit der ihr in der koranischen Reihenfolge vorangehenden, so zeigt sich der tiefgreifende Wandel in der allgemeinen Haltung der muslimischen Gemeinschaft während der drei Jahre, die – so glauben wir – zwischen der Offenbarung dieser beiden Suren lagen. Wir erkennen die Wirkung, die der Koran auf diese Gemeinschaft hatte, und wie sie von der sorgfältigen Erziehung profitierte, die der Prophet ﷺ ihr zuteilwerden ließ, wodurch sie ihre einzigartige Stellung einnehmen und ihre beispiellose Rolle in der Geschichte der Menschheit spielen konnte.
Looking at the surah as a whole and comparing it to the one that precedes it in the Quranic order reveals the profound change in the general attitude of the Muslim community over the three years we believe to have separated the revelation of these two surahs. We realize the effects the Qur’an had on that community and how it benefited by the careful education the Prophet imparted to it, enabling it to assume its unique position and play its unparalleled role in human history.
Aus der allgemeinen Atmosphäre dieser Sure und den Gefühlen, die sie hervorruft, wird deutlich, dass die muslimische Gemeinschaft Reife erlangt hatte, einen in sich stimmigen hohen Grad an Glauben erreicht hatte, in Bezug auf ihre Pflichten gefestigt war und keiner starken Anreize mehr bedurfte, um Pflichten zu erfüllen, die das Opfer von Leben und Besitz verlangten. Sie brauchte nun eine zügelnde Kraft, damit sie die Dinge gelassen betrachten und die Entscheidung der obersten Führung der islamischen Botschaft annehmen konnte, in der Auseinandersetzung mit dem Feind einen vorübergehenden Waffenstillstand einzuhalten.
It is clear from the general ambience of this surah and the feelings it generates that the Muslim community had attained maturity, achieved a coherently high standard of faith, become reassured about its duties and no longer needed strong incentives in order to discharge such duties that required sacrificing life and property. It now needed a restraining influence so that it could look at things calmly and accept the decision of the Highest Leadership of the Islamic message to observe a temporary truce in its confrontation with the enemy.
Die muslimische Gemeinschaft braucht keine Anweisung dieser Art mehr.
No longer does the Muslim community need a directive of the type:
„Daher verliert nicht den Mut und bittet nicht um Frieden. Ihr seid es, die die Oberhand haben, und Gott ist mit euch. Er wird eure Taten niemals umsonst werden lassen."
“ Therefore, do not lose heart or sue for peace. It is you who have the upper hand, and God is with you. He will never let your deeds go to waste." (47:35)