Nun bestimmt die Sure, was verboten ist, und listet die Verbote im Einzelnen auf. Die Liste enthält nicht das, was die Araber sich selbst verboten hatten und wofür sie besondere Bezeichnungen hatten, etwa baĥīrah, sā’ibah, waşīlah und ĥām.
Now the sūrah defines what is forbidden, listing the prohibitions in detail. The list does not include what the Arabs forbade themselves, giving these special names such as baĥīrah, sā’ibah, waşīlah and ĥām.
Wir bemerken die Ausschließlichkeit in der Art, wie die Verbote aufgezählt werden: „Er hat euch nur Aas, Blut, das Fleisch von Schweinen und alles, worüber ein anderer Name als der Gottes angerufen wurde, verboten." (Vers 115) Diese sind verboten, entweder weil sie körperlich schädlich sind, wie im Fall von verendeten Tieren, Blut und Schweinefleisch, oder weil sie dem Glauben oder dem geistigen Wohlergehen zuwiderlaufen, wie etwa wenn beim Schlachten der Name eines Geschöpfs angerufen wird. „Doch wer aus Not dazu gezwungen wird, ohne es zu begehren und ohne das unbedingt Notwendige zu überschreiten, dem ist Gott Allvergebend, Barmherzig." (Vers 115) Dieser Glaube des Islam ist erleichtert und bringt keine Bedrängnis mit sich. Wenn jemand fürchtet zu sterben oder infolge von Hunger und Durst krank wird, darf er etwas von diesen verbotenen Dingen essen. Wir haben zuvor die Meinungsunterschiede unter den Gelehrten erwähnt, wie viel man in solchen Fällen essen darf. Das Wichtigste ist, dass man weder den Grundsatz des Verbots verletzt noch die Grenzen der Notlage überschreitet, die das Verbot aufheben, um das sonst Untersagte zu erlauben.
We note the exclusivity in the way the prohibitions are listed: “He has forbidden you only carrion, blood, the flesh of swine and anything over which any name other than God’s has been invoked.” (Verse 115) These are forbidden either because they are physically harmful, as in the case of dead animals, blood and pig meat, or because they are outrageous to faith or to mental well-being as when invoking a creature’s name at the time of slaughter. “But if anyone is driven to it by necessity, neither desiring it nor exceeding his immediate need, then God is Much- Forgiving, Merciful.” (Verse 115) This faith of Islam is made easy, involving no affliction. If someone fears to die or becomes ill as a result of hunger and thirst, he may eat something of these forbidden items. We mentioned earlier the differences among scholars as to how much one may eat in such cases. The important thing is that one must neither transgress the principle of prohibition, nor exceed the limits of necessity that override the prohibition in order to permit what is normally restricted.
Dies sind die Grenzen dessen, was Gott hinsichtlich der Nahrung verboten oder erlaubt hat.
These are the limits of what God has prohibited or left lawful in relation to food.
Diese Grenzen dürfen nicht unter Berufung auf heidnische Mythen überschritten werden. Niemand darf fälschlich behaupten, etwas als verboten zu erklären, was Gott erlaubt hat. Erlaubtheit und Verbot werden durch den Befehl Gottes festgelegt, denn sie gehören zur Gesetzgebung, und die Gesetzgebung ist allein Gottes Vorrecht. Wer für sich selbst gesetzgeberische Autorität beansprucht, auf einer anderen Grundlage als den Geboten Gottes, ist ein Erfinder von Unwahrheit. Diejenigen, die etwas ohne die Autorität Gottes erfinden, werden niemals Erfolg haben:
These limits must not be trespassed on the basis of pagan myths. No one can make a false claim describing as prohibited what God has permitted. Permissibility and prohibition are made by order from God, because they are part of legislation, which is the prerogative of God alone. Anyone who claims legislative authority for himself, on any basis other than God’s orders, is an inventor of untruth. Those who invent anything without God’s authority will never prosper:
Sagt nicht bei dem, was eure Zungen zu Lügen erfinden: „Das ist erlaubt, und das ist verboten", um damit Gott Lügen anzudichten. Wahrlich, diejenigen, die Gott Lügen andichten, werden keinen Erfolg haben. Kurz ist ihr Genuss, und schmerzhafte Strafe wartet auf sie.
Do not say — for any false thing you may utter with your tongues — that ‘This is lawful and this is forbidden’, so as to attribute your lying inventions to God. Indeed those who attribute their lying inventions to God will never be successful. Brief is their enjoyment [of this life], and grievous suffering awaits them [in the life to come].
(Verse 116-117)
(Verses 116-117)
Dies ist eine ausdrückliche Anordnung, dass nichts ohne triftige Grundlage als erlaubt oder verboten bezeichnet werden darf. Wenn sie etwas als erlaubt und ein anderes als verboten erklären, ohne eine verlässliche Aussage zur Stütze, so handelt es sich um eine reine Lüge, die sie fälschlicherweise Gott zuschreiben. Die Sure macht deutlich, dass diejenigen, die Falschheit erfinden und sie Gott zuschreiben, nichts als einen kurzen Genuss in diesem Leben haben werden. Darüber hinaus werden sie schwere Qualen erleiden.
This is an express order that they must not describe anything as lawful or unlawful without appropriate warrant. When they say that something is lawful and another prohibited, without a reliable statement in support, they are stating a naked lie, which they falsely attribute to God. The sūrah makes it clear that those who invent falsehood and attribute it to God will have nothing but brief enjoyment in this life. Beyond this, they will be made to experience grievous suffering.
Doch manche Leute haben die Dreistigkeit, eigene Gesetze zu erlassen, ohne sich auf einen gültigen Text als Grundlage dessen zu stützen, was sie festlegen. Das Erstaunlichste daran ist, dass sie dennoch erwarten, sowohl in diesem Leben als auch im Jenseits Erfolg zu haben.
Yet some people have the audacity to enact legislation of their own, relying on no valid text to serve as the basis of what they legislate. What is most amazing is that they still expect to prosper in this life and in the life to come as well.
Darüber hinaus hat Gott bestimmte Verbote für die Juden festgelegt. Diese wurden früher in Sure 6, Das Vieh, genannt: „Denen, die dem jüdischen Glauben folgten, haben Wir alle Tiere mit Klauen verboten; und Wir verboten ihnen das Fett von Rindern und Schafen, außer dem, das an ihren Rücken und Eingeweiden sitzt und dem, was mit ihren Knochen vermischt ist.“ (6:146) Doch dies war eine Strafe, die ausschließlich die Juden traf. Sie gilt nicht für Muslime. Nun heißt es in dieser Sure: „Den Juden haben Wir solche Dinge verboten, die Wir euch zuvor erwähnt haben. Wir taten ihnen kein Unrecht an, sondern sie waren es, die beharrlich sich selbst Unrecht taten.“
Beyond this, God has made certain prohibitions applicable to the Jews. These were stated earlier in Sūrah 6, Cattle: “To those who followed the Jewish faith did Wye forbid all animals that have claws; and Wye forbade them the fat of both oxen and sheep, except that which is in their backs and entrails and what is mixed with their bones.” (6: 146) But this was a punishment to the Jews in particular. It does not apply to Muslims. Now this sūrah states: “To the Jews We have made unlawful such things as We have mentioned to you earlier. We did them no wrong, but they were the ones who persistently wronged themselves.
Gewiss, dein Herr ist für diejenigen, die Böses aus Unwissenheit tun und danach bereuen und sich bessern, [gewiss] Allverzeihend, Barmherzig – nach alldem.
But indeed your Lord [grants forgiveness] to those who do evil out of ignorance, and then repent and mend their ways. After all this, your Lord is certainly Much-Forgiving, Merciful.” (Verses 118-119)
Die Juden verdienten es, dass diese guten Dinge ihnen wegen ihrer Übertretung und ihres Ungehorsams gegenüber Gott verboten wurden. Sie waren es, die sich damit selbst Unrecht taten, während Gott ihnen kein Unrecht tat. Doch wer in Unwissenheit Unrecht begeht, ohne bis zu seinem Tod beharrlich gegen Gott ungehorsam zu sein, und wer seiner Reue gute Taten folgen lässt, wird gewiss Gottes Vergebung erlangen. Gott wird ihm Seine Barmherzigkeit zuteilwerden lassen. Die Aussage hier ist allgemein gehalten, so dass sie sowohl die Juden einschließt, die bereuten, als auch jeden anderen, der künftig nach einem begangenen Unrecht bereut. Dies gilt bis zum Tag des Gerichts.
The Jews deserved that these wholesome things be made forbidden because of their transgression and disobedience of God. It was they who thus wronged themselves, while God did them no wrong. However, a person who does wrong in ignorance, without persistently disobeying God until his death, and who follows his repentance with doing good will surely enjoy God’s forgiveness. God will bestow His mercy on him. The statement here is general, so as to include the Jews who repented and anyone else who, in future, repents after committing a wrong. This applies right to the Day of Judgement.
Die Sure erwähnt dann Abraham und stellt die Wahrheit über seinen Glauben klar. Seine Erwähnung ist für die Verbote von Bedeutung, die den Juden besonders auferlegt wurden. Sie ist auch für den Anspruch der heidnischen Araber der Quraisch von Bedeutung, dass sie dem Glauben Abrahams folgten, besonders in dem, was sie sich selbst verboten und es ihren falschen Gottheiten weihten. Die Sure macht deutlich, dass die Botschaft des Propheten Muhammad ﷺ in direktem Zusammenhang mit dem Glauben Abrahams steht:
The sūrah then mentions Abraham and states the truth about his faith. His mention is relevant to the prohibitions made specially applicable to the Jews. It is also relevant to the claims of the pagan Arabs of the Quraysh that they followed Abraham’s faith, particularly in what they prohibited for themselves, consecrating it to their false deities. The sūrah makes it clear that the message of the Prophet Muĥammad is directly related to Abraham’s faith:
In Wahrheit war Abraham ein Vorbild, gottergeben und demütig gehorsam, und aufrichtig im Glauben. Er gehörte nicht zu denen, die Gott Partner beigesellten. Er zeigte seine Dankbarkeit für die Gaben, die ihm von Dem zuteilwurden, der ihn erwählt und auf einen geraden Weg geleitet hatte. Wir schenkten ihm Gutes in dieser Welt, und wahrlich, im Jenseits wird er unter den Rechtschaffenen sein. Und nun haben Wir dir [diese Botschaft] offenbart: „Folge dem Glaubensbekenntnis Abrahams, der aufrichtig im Glauben war und der nicht zu denen gehörte, die Gott Partner beigesellten.“ Die Einhaltung des Sabbats wurde nur denen auferlegt, die über ihn uneins waren. Dein Herr wird am Tag der Auferstehung zwischen ihnen richten über alles, worüber sie sich uneinig sind.
In truth Abraham was a model, devoutly obedient to God, and true in faith. He was not one of those who associated partners with God. He showed his gratitude for the blessings bestowed by Him who had chosen him and guided him to a straight path. We bestowed on him good in this world; and truly, in the lift to come he will be among the righteous. And now We have inspired you with [this message]: ‘Follow the creed of Abraham, who was true in faith, and who was not one of those who associated partners with God.’ [The observance of] the Sabbath was ordained only to those who differed about him. Your Lord will judge between them on the Day of Resurrection with regard to all that on which they dispute. (Verses 120-124)
Der Koran beschreibt Abraham als den vollkommenen Nachfolger der Rechtleitung Gottes, gehorsam gegenüber seinem Herrn und dankbar gegenüber Ihm. Der arabische Begriff, mit dem er hier beschrieben wird, ummah, bedeutet „Volk" oder „Anführer". Daher kann der Vers so verstanden werden, dass Abraham in seinem Glauben und seinem wahren Gehorsam einem ganzen Volk gleichkam. Er kann aber auch so verstanden werden, dass er ein Anführer war, dem man in allen guten Dingen folgen sollte. In den Korankommentaren werden beide Bedeutungen erwähnt. Tatsächlich liegen sie nicht weit auseinander. Ein Anführer, der seine Anhänger zum Guten ermutigt, führt ein ganzes Volk und erhält seinen eigenen Lohn sowie einen Lohn, der dem aller ihm Folgenden entspricht. Das bedeutet, dass er in seiner Güte und seinem Lohn einem ganzen Volk gleicht.
The Qur’ān describes Abraham as the perfect follower of God’s guidance, obedient to his Lord, grateful to Him. The Arabic term describing him here, ummah, means a ‘nation’ or a ‘leader’. Thus the verse may be taken to mean that Abraham was equal to a whole nation in his faith and true obedience. Or it may be understood to mean that he was a leader to be followed in all goodly matters. In commentaries on the Qur’ān, both meanings are mentioned. In fact they are not that far apart. A leader who encourages his followers to do what is good leads a whole nation and receives his own reward and a reward similar to that given to all those whom he guides. This means that he is, in his goodness and reward, like a whole nation.
Abraham wird außerdem als jemand beschrieben, der „Gott in Ergebenheit gehorsam war“, der stets danach strebte, in seiner Hingabe rein zu sein, „und aufrichtig im Glauben“, was bedeutet, dass er stets die Wahrheit suchte und ihr folgte. Da er Gott niemals Teilhaber zur Seite stellte, dürfen diejenigen, die dies tun, keinerlei Verwandtschaft mit ihm beanspruchen, denn eine solche Verbundenheit besteht nicht.
Abraham is also described as being ‘devoutly obedient to God’, always seeking to be pure in his devotion, ‘and true in faith’ which means that he always sought the truth and abided by it. Since he never associated partners with God, those who do so must not claim any relationship with him, because there is no such affinity.
Abraham zeigte seine Dankbarkeit für die ihm von Ihm gewährten Segnungen ebenso durch Worte wie durch Taten. Er war ganz anders als jene Heiden, die Gottes Segnungen mit Worten leugneten und ihre Undankbarkeit durch ihr Handeln bekundeten. Sie behaupteten sogar, dass das, was sie von Gottes Versorgung genossen, ihnen von den falschen Gottheiten gegeben worden sei, die sie Ihm beigesellten.
Abraham also showed his gratitude, by word and deed, for the blessings bestowed by Him’. He was totally unlike those pagans who denied God’s blessings verbally and showed their ingratitude by deed. They even claimed that what they enjoyed of God’s sustenance was given to them by the false deities they associated with Him.
Daher erwählte Gott Abraham und „leitete ihn auf einen geraden Weg“. Dies ist der Weg des Glaubens, der auf der absoluten Einheit Gottes gründet.
Hence God chose Abraham and ‘guided him to a straight path.’ This is the path of faith based on God’s absolute oneness.
Dies ist die Wahrheit über Abraham, dem sowohl die Juden als auch die arabischen Ungläubigen zu folgen behaupteten. „Und nun haben Wir dir eingegeben: ‚Folge dem Glauben Abrahams, der aufrichtig im Glauben war und der nicht zu denen gehörte, die Gott Teilhaber beigesellten.‘“ (Vers 123)
Das bedeutet eine Wiederherstellung des Glaubens, der auf der Einheit Gottes gründet, dem Abraham folgte und der in der neuen Offenbarung, die dem Propheten Muhammad ﷺ offenbart wurde, erneut bekräftigt wird.
This is the truth about Abraham whom both the Jews and the Arab unbelievers claimed to follow. “And now We have inspired you with [this message]: ‘Follow the creed of Abraham, who was true in faith, and who was not one of those who associated partners with God.’” (Verse 123) This means a re-establishment of the faith based on God’s oneness, followed by Abraham and reiterated in the new message revealed to Muĥammad.
Die Einschränkungen des Sabbats gelten nur für die Juden, die sich über seine Einzelheiten uneins sind. Er war weder Teil des Glaubens Abrahams noch wurde er im Glauben Muhammads ﷺ, der den Fußstapfen Abrahams folgte, gebilligt. „[Die Einhaltung] des Sabbats wurde nur denen auferlegt, die über ihn uneins waren.“ (Vers 124) Ihre Sache überlässt man Gott, der die Wahrheit über alle Angelegenheiten kennt: „Dein Herr wird zwischen ihnen am Tag der Auferstehung über all das richten, worüber sie uneins waren.“ (Vers 124)
The restrictions of the Sabbath apply to the Jews only, who differ on its details. It was neither a part of the faith of Abraham nor sanctioned in the faith of Muĥammad who followed Abraham’s footsteps. “[The observance of] the Sabbath was ordained only to those who differed about him.” (Verse 124) Their case is left to God who knows the truth about all matters: “Your Lord will judge between them on the Day of Resurrection with regard to all that on which they dispute.”(Verse 124)