Al-Ahzab – Die Verbündeten (Die Sammlung aller feindlichen Kräfte) 9–27
Al-Ahzab The Confederates( Rallying All Hostile Forces) 9-27
Gläubige! Gedenkt der Gnade Gottes an euch, als Heerscharen über euch herfielen. Da schickten Wir gegen sie einen Sturmwind und Heerscharen, die ihr nicht sehen konntet. Gott aber sieht, was ihr tut.
Believers! Remember the blessings God bestowed on you when hosts came down upon you. We let loose against them a windstorm and hosts that you could not see. Yet God sees all that you do.
(9)
(9)
Sie kamen über euch von oben und von unten. Eure Augen wurden starr vor Furcht, und eure Herzen stiegen euch bis zur Kehle, und ihr hegtet mancherlei Gedanken über Gott. (10)
They came upon you from above and from below you. Your eyes rolled (with fear] and your hearts leapt up to your throats, and confused thoughts about God passed through your minds. (10)
Das war eine Situation, in der die Gläubigen schwer geprüft und heftig erschüttert wurden. (11)
That was a situation when the believers were sorely tested and severely shaken. (11)
Die Heuchler und jene, in deren Herzen Krankheit ist, sagten: „Gott und Sein Gesandter haben uns nichts als Trugbilder versprochen.“ (12)
The hypocrites and the sick at heart said: ‘God and His Messenger promised us nothing but delusions.’ (12)
Einige von ihnen sagten: „Ihr Leute von Yathrib! Hier könnt ihr nicht standhalten, also kehrt zurück.“ Und eine Gruppe von ihnen bat den Propheten ﷺ um Erlaubnis zu gehen und sagte: „Unsere Häuser sind ungeschützt“, obwohl sie nicht ungeschützt waren. Sie wollten nur fliehen. (13)
Some of them said: ‘People of Yathrib! You cannot withstand [the attack] here, so go back.’ And a group of them asked the Prophet’s permission to leave, saying: ‘Our houses are exposed,’ while they were not exposed. They only wanted to run away. (13)
Wäre ihre Stadt von allen Seiten gestürmt worden und hätte man sie aufgefordert, ihrem Glauben abzuschwören, sie hätten es ohne große Verzögerung getan. (14)
Had their city been stormed from all sides, and had they been asked to renounce their faith they would have done so without much delay. (14)
Sie hatten zuvor vor Gott gelobt, dass sie niemals den Rücken zur Flucht kehren würden. Ein vor Gott abgelegtes Gelöbnis wird gewiss zur Rechenschaft gezogen. (15)
They had previously vowed before God that they would never turn their backs in flight. A vow made to God must surely be answered for. (15)
Sprich: „Die Flucht wird euch nichts nützen. Wenn ihr vor dem natürlichen Tod oder davor flieht, getötet zu werden, werdet ihr nur für eine kurze Zeit das Leben genießen dürfen.“ (16)
Say: ‘Flight will benefit you nothing. If you flee from natural death or from being slain, you will only be left to enjoy life for a little while.’ (16)
Sprich: „Wer kann euch vor Gott schützen, wenn Er euch Schaden zufügen will, oder wenn Er euch Barmherzigkeit erweisen will?" Außer Gott finden sie keinen Beschützer und keinen Helfer. (17)
Say: ‘Who can keep you away from God if it be His will to harm you, or if it be His will to show you mercy?’ Other than God they can find none to protect them or to bring them support. (17)
Gott weiß gewiss um diejenigen unter euch, die andere zurückhalten; und um jene, die zu ihren Brüdern sagen:
God is indeed aware of those of you who hold others back; and those who say to their brethren:
„Komm und schließ dich uns an“, während sie selbst kaum jemals am Kampf teilnehmen. (18)
‘Come and join us,’ while they themselves hardly ever take part in the fighting, (18)
...geizig gegen euch, was Hilfe angeht. Doch wenn Gefahr naht, siehst du sie auf dich blicken, ihre Augen rollen, als wären sie vom Tod umschattet. Ist die Gefahr aber vorüber, fallen sie mit scharfer Zunge über euch [die Gläubigen] her und neiden euch alles Gute. Solche Menschen haben den Glauben nicht erfahren. Gott wird ihre Taten zunichtemachen. Das ist für Gott ein Leichtes. (19)
begrudging you all help. But then, when danger threatens, you see them looking to you for help, their eyes rolling as though they were overshadowed by death. Yet when the danger has passed, they will assail you [believers] with sharp tongues, begrudging you all that is good. Such people have not experienced faith. God will bring their deeds to nothing. That is all too easy for God. (19)
Sie meinen, die Verbündeten seien nicht abgezogen. Kehrten die Verbündeten zurück, würden sie sich wünschen, in der Wüste bei den Beduinen zu sein und nach Nachrichten über euch zu fragen. Und selbst wenn sie bei euch wären, würden sie nur wenig am Kampf teilnehmen. (20)
They think that the Confederates have not withdrawn. Should the Confederates return, they would wish they were in the desert, among the Bedouins, asking for news about you. Even if they were with you, they would take but little part in the fighting. (20)
In Gottes Gesandtem habt ihr ein gutes Vorbild für jeden, der mit Hoffnung auf Gott und den Letzten Tag blickt und stets an Gott denkt. (21)
In God’s Messenger you have a good model for everyone who looks with hope to God and the Last Day, and always remembers God. (21)
Als die Gläubigen die verbündeten Streitkräfte sahen, sagten sie: „Das ist es, was Gott und Sein Gesandter uns versprochen haben! Wahrhaftig haben Gott und Sein Gesandter die Wahrheit gesprochen." Dies diente nur dazu, ihren Glauben und ihre Ergebenheit gegenüber Gott zu stärken. (22)
When the believers saw the Confederate forces they said: ‘This is what God and His Messenger have promised us! Truly spoke God and His Messenger.’ This only served to strengthen their faith and their submission to God. (22)
Unter den Gläubigen gibt es Menschen, die stets treu geblieben sind zu dem, was sie Gott gegenüber gelobt haben.
Among the believers are people who have always been true to what they have vowed before God.
Manche von ihnen haben ihr Gelübde bereits durch den Tod erfüllt, und manche warten noch. Sie haben sich in keiner Weise verändert. (23)
Some have already fulfilled their pledges by death, and some are still waiting. They have not changed in the least. (23)
Gott wird die Wahrhaftigen gewiss dafür belohnen, dass sie ihr Wort gehalten haben, und die Heuchler bestrafen, sofern Er es will, oder ihre Reue annehmen. Gott ist wahrlich Allvergebend, Barmherzig. (24)
God will surely reward the truthful for having been true to their word, and will punish the hypocrites, if that be His will, or accept their repentance. God is indeed Much-Forgiving, Merciful. (24)
Gott wandte die Ungläubigen mit all ihrem Zorn und Grimm zurück; sie erlangten keinen Vorteil. Und Gott ersparte den Gläubigen den Kampf. Gott ist Allstark, Allmächtig. (25)
God turned back the unbelievers in all their rage and fury; they gained no advantage. He spared the believers the need to fight. God is Most Powerful, Almighty. (25)
Er holte jene von den Leuten der früheren Offenbarung aus ihren Festungen herab, die ihnen beigestanden hatten, und warf Furcht in ihre Herzen: Einige habt ihr erschlagen, und andere nahmt ihr gefangen. (26)
He brought down from their strongholds those of the people of earlier revelations who aided them, casting terror in their hearts: some you slew, and some you took captive. (26)
Und Er hat euch ihr Land, ihre Häuser und ihre Güter zum Erbe gegeben, dazu ein Land, auf das ihr bisher noch nie einen Fuß gesetzt habt. Gott hat Macht über alle Dinge. (27)
And He passed on to you their land, their houses and their goods, as well as a land on which you had never yet set foot. God has power over all things. (27)
Überblick
Overview
In den frühen Tagen des Islam wurde die muslimische Persönlichkeit inmitten der Ereignisse geformt. Mit jedem neuen Tag und jeder neuen Lage reifte diese Persönlichkeit weiter heran und zeigte ihre eigenen Wesenszüge. Darüber hinaus besaß diese muslimische Gemeinschaft, die die Gesamtheit der Persönlichkeiten ihrer Mitglieder widerspiegelte, auch eigene, einzigartige Eigenschaften und Werte, die sie von allen anderen Gemeinschaften unterschieden. Mitunter stellten die Bedrängnisse, denen die muslimische Gemeinschaft gegenüberstand, ihre Mitglieder auf eine harte Probe, die das Wahre vom Falschen schied und zugleich die wahre Gesinnung eines jeden offenbarte.
In the early days of Islam, it was in the midst of events that the Muslim personality was moulded. With every new day and every new situation, this personality came closer to maturity, presenting its distinctive features. Furthermore this Muslim community, reflecting the total sum of its members’ personalities, also had its own unique qualities and values that distinguished it from all other communities. At times, the predicaments the Muslim community faced presented its members with an acid test that separated the true from the false and which also proved everyone’s true mettle.
Die Offenbarungen des Qur’ān wurden entweder vor oder nach einer bestimmten Prüfung herabgesandt. Sie beschrieben die Ereignisse und warfen Licht auf die damit verbundenen Schwierigkeiten. Dadurch rückten die Haltungen in den Blick, die während des Geschehens eingenommen wurden, sowie die Absichten und Beweggründe, die hinter diesen Haltungen und Gefühlen standen. Der Qur’ān sprach dann die Herzen der Menschen an, die offen dem Licht ausgesetzt waren, ohne einen Schleier, der sie verdeckte. Er berührte sie genau an der richtigen Stelle, sodass die richtige Reaktion gewährleistet war. Dies war eine fortlaufende erzieherische Übung, die sich der Ereignisse und Erfahrungen bediente, eines nach dem anderen, Tag für Tag.
Qur’ānic revelations were given either before or after a particular test, describing events and throwing light on the difficulties involved. This brought into focus the attitudes taken as the event unfolded, and what intentions and motives were behind these attitudes and feelings. The Qur’ān then addressed people’s hearts as they lay open to the light, with no screen to cover them. It touched them at precisely the right spot so as to ensure the right response. This was a continuous educational exercise making use of events and experiences, one after the other, day after day.
Den Muslimen wurde der Qur'ān nicht auf einmal in seiner Gesamtheit gegeben, damit sie ihn studieren, seine Weisungen verstehen, seine Verbote beachten und seine Gebote erfüllen könnten.
The Muslims were not given the Qur’ān in its totality in one go so that they could study it, understand its directives, observe its prohibitions and fulfil its commands.
Schwierigkeiten im Überfluss
Difficulties In Abundance
Der vorliegende Abschnitt analysiert eines der großen Ereignisse in der Geschichte der muslimischen Gemeinschaft, ja, eine ihrer schwersten Prüfungen. Dabei handelt es sich um den Angriff der verbündeten Streitkräfte auf Madinah, der im vierten oder fünften Jahr der Hidschra des Propheten ﷺ stattfand. 1 Eine gründliche Lektüre dieses Abschnitts und der Art, wie er die Ereignisse darstellt und kommentiert, wobei er bestimmte Szenen hervorhebt und bestimmte Gedanken und Gefühle einiger Muslime herausarbeitet, wird uns ermöglichen zu verstehen, wie Gott die Persönlichkeit der muslimischen Gemeinschaft sowohl durch die Ereignisse selbst als auch durch den Koran geformt hat. Um dies zu verstehen, werden wir den Koran-Text erläutern, nachdem wir die Ereignisse, wie sie in den Büchern über das Leben und die Geschichte des Propheten ﷺ berichtet werden, kurz dargestellt haben. Dies wird den großen Unterschied zwischen der Art aufzeigen, wie Gott historische Ereignisse darstellt, und der Erzählung, die der Mensch von ihnen gibt.
The present passage analyses one of the great events in the history of the Muslim community, indeed, one of its hardest tests. The event was the attack launched by confederate forces on Madinah, which took place in the fourth or fifth year of the Prophet’s migration. 1 A thorough reading of this passage and the way it portrays the events and comments on them, highlighting certain scenes and bringing out certain thoughts and feelings experienced by some Muslims, will enable us to understand how God shaped the personality of the Muslim community through both the events themselves and the Qur’ān. In order to understand this we will explain the Qur’ānic text after we have briefly related the events as given in books on the Prophet’s life and history. This will demonstrate the great difference between how God relates historical events and the narrative man gives of them.
1 Obwohl sich die Biographen des Propheten darüber uneins sind, ob sich dieses Ereignis im vierten oder im fünften Jahr ereignete, war es höchstwahrscheinlich im fünften Jahr, wie eine sorgfältige Betrachtung der Ereignisse zu Lebzeiten des Propheten ﷺ zeigt. — Anmerkung des Herausgebers.
1 Although biographers of the Prophet differ on whether this event was in year 4 or 5, it was most probably in year 5, as a careful reading of the events during the Prophet’s lifetime indicates. — Editor’s note.
Eine Begegnung mit alliierten Streitkräften
An Encounter With Allied Forces
Muḥammad ibn Isḥāq berichtet: „Der Beginn der Ereignisse, die zur Schlacht am Graben führten, war, als eine Anzahl von Juden, darunter Sallām ibn Abī Ḥuqayq ibn Akhṭab und Kinānah ibn Abī al-Ḥuqayq, beide vom Stamm der al-Naḍīr, sowie Ḥūwathah ibn Qays und Abū `Ammār aus Wā’il, ebenso wie andere aus beiden jüdischen Stämmen, nach Makkah reisten und mit den Quraisch sprachen. Diese Juden waren es, die sich eifrig darum bemühten, das Bündnis gegen den Gesandten Gottes ﷺ zu schmieden. Als sie sich mit den Ältesten der Quraisch trafen, forderten sie diese auf, sich ihnen im Kampf gegen den Propheten ﷺ anzuschließen. Sie sagten zu ihnen: ‚Wir werden uns mit euch verbünden, bis wir ihn und seine Anhänger vernichtet haben.‘ Die Quraisch stellten ihnen daraufhin die folgende Frage: ‚Ihr Juden seid das Volk, das dem ersten göttlichen Buch folgt, und ihr kennt die Fragen, in denen wir uns von Muḥammad ﷺ unterscheiden: Welche Religion ist besser, unsere oder seine?‘ Jene jüdischen Ältesten antworteten: ‚Eure Religion ist besser als seine, und ihr seid der Wahrheit näher als er.‘ Über diese Menschen offenbarte Gott im Qur’ān:
Muĥammad ibn Isĥāq relates: “The beginning of events leading to the Encounter of the Moat started when a number of Jews, including Sallām ibn Abī Ĥuqayq ibn Akhţab and Kinānah ibn Abī al-Ĥuqayq, all of the al-Nađīr tribe, and Ĥūwathah ibn Qays and Abū `Ammār of Wā’il, as well as others of both Jewish tribes travelled to Makkah and spoke with the Quraysh. It was these Jews who worked hard to forge the alliance against God’s Messenger. When they met the Quraysh elders they called on them to join them in fighting the Prophet. They said to them: ‘We will join forces with you until we have exterminated him and his followers.’ The Quraysh put the following question to them: ‘You, the Jews, are the people who follow the first divine book, and you know the issues over which we differ with Muĥammad: which is better, our religion or his?’ Those Jewish elders answered: ‘Your religion is better than his, and you are closer to the truth than him.’ It is concerning these people that God revealed in the Qur’ān:
Weißt du nicht, dass jene, denen ein Teil der Offenbarung gegeben wurde, nun an das Falsche und an die hochmütige Abkehr glauben und zu den Ungläubigen sagen, dass sie besser geleitet seien als die Gläubigen? Diese sind es, die Gott verstoßen hat; und wen Gott verstößt, für den wirst du keinen Helfer finden. Haben sie etwa einen Anteil an der Herrschaft Gottes? Wenn ja, würden sie den Menschen nicht einmal so viel geben, wie die Rille eines Dattelkerns fasst. Oder beneiden sie die Menschen um das, was Gott ihnen aus Seiner Huld gegeben hat? Wir haben doch dem Hause Abrahams Offenbarung und Weisheit gegeben, und Wir haben ihnen ein gewaltiges Reich verliehen.
Are you not aware of those who, having been granted a share of Divine revelations, now believe in falsehood and arrogant deviation [from Divine faith], and they say to the unbelievers that they are better guided than the believers. These are the ones whom God has rejected; anyone whom God rejects shall find none to succour him. Have they, perchance, a share in (God’s) dominion? If so, they would not give other people so much as [would fill) the groove of a date- stone. Do they, perchance, envy other people for what God has given them out of His bounty? We have indeed given revelation and wisdom to the House of Abraham, and We did bestow on them a mighty dominion.
Der Qur'ān-Bericht
The Qur’ānic Report
In seinen Schilderungen der Ereignisse, in seinen Kommentaren dazu und in den Weisungen, die es der muslimischen Gemeinschaft gibt, nennt die Sure weder Menschen beim Namen noch benennt sie Ämter oder Stellungen; vielmehr beschreibt sie Typen von Menschen und Muster des Charakters. Sie gibt nur wenige Einzelheiten, hebt aber beständige Werte und deren Folgen hervor. Ihr Augenmerk gilt den Elementen, die übrig bleiben, nachdem die Ereignisse vorüber sind und ihre Akteure abgetreten sind. Auf diese Weise dient ihr Fokus dazu, Lehren für kommende Generationen und verschiedene Gemeinschaften zu ziehen. Der Qur'an-Text bezieht die Ereignisse außerdem auf den Willen Gottes, der sowohl das Geschehen als auch jene lenkt, die daran teilnehmen. Er zeigt, wie der Wille Gottes sanft und reibungslos wirkt, um das Ende herbeizuführen, das Er will. Die Sure hält zudem nach jeder Etappe der Erzählung inne, um eine Weisung zu geben oder Kommentare zu formulieren, die die Hörer an die grundlegende Wahrheit erinnern.
In its reporting of the events and its comments on them and the directives it gives to the Muslim community, the sūrah neither mentions people by name nor specifies positions; rather it describes types of people and patterns of character. It gives few details but highlights constant values and consequences. It focuses on the elements that remain after the events are over and their actors have departed. In this way, its focus serves to draw lessons for future generations and different communities. The Qur’ānic text also relates events to God’s will that controls both the event and those who participate in it. It shows how God’s will operates gently and smoothly to bring about the end He wants. The sūrah also pauses after each stage in the story to give a directive or to make comments reminding the listeners of the essential truth.
Obwohl die Sure die Geschichte den Menschen erzählt, die ursprünglich an ihr beteiligt waren, gibt sie ihnen nicht nur mehr Informationen darüber, sondern legt ihnen auch bestimmte Aspekte dar, von denen sie nichts wussten. Auf diese Weise bringt sie die inneren Gedanken, Gefühle und Absichten der Menschen ans Licht, und das, was in ihren Herzen verborgen lag.
Although the sūrah relates the story to the people who took part in it in the first place, it does not only give them more information about it, but also lays before them certain aspects which they were unaware of. In this way, it brings to light people’s inner thoughts, feelings, intentions and what was hidden within their hearts.
Hinzu kommt die feine Gestaltung, die Lebendigkeit und Frische der gezeichneten Bilder.
Added to all this is the fine style, vividness and freshness of the images drawn.
Außerdem zeichnet die Sure die Feigheit der Heuchler mit beißendem Spott und beschreibt zugleich ihr verdrehtes Wesen. Dies steht im Kontrast zu dem zutiefst inspirierenden Bild des Glaubens, das gezeichnet wird, und zu den Eigenschaften, die er den Gläubigen verleiht.
Eine zu schwere Prüfung
A Test Too Hard
Die Sure beginnt ihre Darstellung der Begegnung mit den verbündeten Streitkräften, indem sie die Gläubigen an Gottes Gunstbeweise erinnert, als Er die Heere abwehrte, die darauf aus waren, sie auszulöschen. Der erste Vers des Abschnitts fasst die Art des Ereignisses, seinen Anfang und sein Ende zusammen, bevor er Einzelheiten nennt oder Haltungen erklärt. Auf diese Weise rückt Gottes Gunst in den Blickpunkt, damit die Muslime sie stets im Gedächtnis behalten. Zugleich wird deutlich, dass Gott den Gläubigen zwar gebietet, Seinen Offenbarungen zu folgen, auf Ihn zu vertrauen und sich weder den Ungläubigen noch den Heuchlern zu beugen, dass Er aber auch selbst diejenigen beschützt, die Seine Botschaft und Seine Lebensordnung für den Menschen verkünden, gegen jede Aggression: „Ihr Gläubigen! Gedenkt der Gnade Gottes an euch, als Heerscharen gegen euch heranzogen. Da sandten Wir gegen sie einen Sturmwind und Heerscharen, die ihr nicht sehen konntet. Gott sieht wohl, was ihr tut.“ (Vers 9)
The sūrah begins its discussion of the encounter with the confederate forces by reminding the believers of God’s favours when He repelled the armies that were intent on exterminating them. The first verse in the passage sums up the nature of the event, its beginning and end, before giving any details or explaining any attitudes. Thus, God’s favour is brought into focus so that the Muslims will always remember it. It also makes it clear that as God commands the believers to follow His revelations, place their trust in Him and not yield to the unbelievers or the hypocrites, it is also He who protects those advocating His message and code for human life against aggression: “Believers! Remember the blessings God bestowed on you when hosts came down upon you. We let loose against them a windstorm and hosts that you could not see. Yet God sees all that you do.” (Verse 9)
In diesem kurzen Eröffnungsvers erhalten wir ein Bild vom Beginn und Ende der Schlacht, zusammen mit den entscheidenden Faktoren, die sich zu ihrem Ergebnis verbinden: das Eintreffen der feindlichen Streitkräfte; Gottes Entsendung starker Winde und anderer Heerscharen, die die Gläubigen nicht sehen konnten; und Seine Unterstützung, die von ihrer Haltung und ihrem Handeln abhängt, denn Gott ist voll darüber im Bilde, was sie tun.
In this short opening verse we have a picture of the beginning and end of the battle, along with the decisive factors that combine to produce its result: the arrival of the enemy forces; God’s sending strong winds and other troops unseen by the believers; and His support which is dependent on their attitude and action as God is fully aware of all that they do.
Die Sure schildert dann die Einzelheiten der Lage:
The sūrah then gives details of the situation:
2 In einem Ḥadīth, überliefert von Jābir, wurde der Prophet ﷺ an jenem Tag daran gehindert, das Gebet des ʿAṣr zu verrichten. Es scheint, dass sich dies bei mehr als einer Gelegenheit ereignete: Einmal konnten die Muslime das ʿAṣr-Gebet nicht verrichten, bei einer anderen Gelegenheit konnten sie keines der übrigen Gebete verrichten.
2 In a ĥadīth reported by Jābir, the Prophet was kept from offering `Aşr prayer that day. It appears that this took place on more than one occasion, with the Muslims unable once to pray `Aşr, while on another occasion, they could not pray any of the other prayers.
Wohin man vor dem Tod fliehen kann
Where To Escape Death
Die Sure hält hier kurz inne, um jenen Heuchlern ein gedankliches Bild vor Augen zu führen, wie hohl ihr Glaube war und wie sie stets bereit waren, die Reihen zu verlassen, selbst aus dem geringsten Anlass. Sie wollten nicht einmal ihre Schwächen zu verbergen suchen: „Wäre ihre Stadt von allen Seiten gestürmt worden und hätte man sie aufgefordert, ihrem Glauben abzuschwören, sie hätten es ohne großes Zögern getan.“ (Vers 14) Die Haltung, die in den vorangegangenen Versen beschrieben wird, war jene, die sie einnahmen, als der Feind noch außerhalb Madinas stand und die Stadt nicht stürmen konnte. Wie hart und belastend eine Lage auch sein mag, eine potenzielle Gefahr ist weit weniger furchterregend als eine tatsächliche. Würden ihre schlimmsten Befürchtungen wahr und Madinah von allen Seiten gestürmt, und würde man sie auffordern, den Islam abzulegen, so würden sie dies mit geringem Zögern tun, oder einige würden eine Weile zögern und dann wieder zum Unglauben zurückkehren. Im Kern fehlte ihrem vorgeblichen Glauben festes Fundament, während ihre Feigheit sie unfähig machte, Widerstand zu leisten.
The sūrah pauses a little here in order to draw a mental picture for those hypocrites as to how hollow their faith was and how they were always ready to break ranks, even for the slightest reason. They would not even try to cover their weaknesses: “Had their city been stormed from all sides, and had they been asked to renounce their faith they would have done so without much delay.” (Verse 14) The attitude described in the previous verses was the one they adopted when the enemy were still outside Madinah, unable to storm it. No matter how hard and stressful a situation is, a potential danger is far less than a real one. Should their worst fears come true and Madinah be stormed from all sides, and should they be asked to renounce Islam, they would do so with little hesitation, or a few would hesitate for a while before then reverting to disbelief. In essence, their claimed faith lacked firm roots while their cowardice made them unable to resist.
So entlarvte der Koran ihre Wirklichkeit und stellte sie nackt vor den Spiegel, damit sie sahen, wie sie wirklich waren. Dann klagte er sie an, ihre klaren Zusagen gebrochen zu haben, die sie zuvor keinem anderen als Gott gegeben hatten. Doch sie achteten nicht auf ihre Versprechen und Zusagen: „Sie hatten zuvor vor Gott gelobt, dass sie niemals den Rücken zur Flucht kehren würden. Ein Gelöbnis, das vor Gott abgelegt wurde, wird gewiss zur Rechenschaft gezogen.“ (Vers 15)
Thus the Qur’ān exposed their reality and put them naked before the mirror to see themselves as they truly were. It then accused them of breaking their clear pledges which they had earlier given to none other than God. Yet they were heedless of their promises and pledges: “They had previously vowed before God that they would never turn their backs in flight. A vow made to God must surely be answered for.” (Verse 15)
Innere Gefühle offen dargelegt
Inner Feelings Laid Bare
Die Sure stellt dann klar fest, dass Gott die innersten Gedanken jener kennt, die nicht nur zu Zeiten des Dschihād zurückbleiben, sondern auch versuchen, andere davon abzuhalten, sich dem Kampf anzuschließen. Sie zeichnet ein sehr wahrhaftiges Bild ihrer Gesinnung, und doch ruft sie Lachen und Spott über solche Menschen hervor, denen man in allen Gemeinschaften begegnet. Es ist ein Bild der Feigheit, zusammengesetzt aus Zügen von Furcht und Panik in Zeiten der Not, Hochmut und Anmaßung in Zeiten des Wohlergehens, einem neidischen Wesen gegenüber allem Guten, einer Abneigung, an irgendetwas Gutem teilzunehmen, und doch einem Zustand völligen Schreckens und Hysterie, wenn die Gefahr aus der Ferne droht. Der Qur’ān zeichnet dieses Bild mit einigen faszinierenden Feinheiten, die weder ersetzt noch ausgetauscht werden können:
The sūrah then clearly states that God knows the inner thoughts of those who not only stay behind at times of Jihād, but who also try to dissuade others from joining the battle. It draws a very truthful picture of their mentality, yet it provokes laughter and derision at such people who are encountered in all communities. It is a picture of cowardice composed of lines of fright and panic in times of hardship, arrogance and presumptuousness in times of ease, a begrudging nature of every good thing, a reluctance to participate in anything good, yet a state of utter terror and hysteria when danger looms from afar. The Qur’ān paints this picture with some fascinating touches that can neither be substituted nor replaced:
Gott weiß sehr wohl um jene unter euch, die andere zurückhalten, und um jene, die zu ihren Brüdern sagen: „Kommt zu uns!“, während sie selbst kaum am Kampf teilnehmen und euch jede Hilfe neiden. Doch wenn Gefahr droht, siehst du sie auf dich blicken, mit rollenden Augen, als wären sie vom Tod umschattet.
God is indeed aware of those of you who hold others back; and those who say to their brethren: ‘Come and join us,’ while they themselves hardly ever take part in the fighting, begrudging you all help. But then, when danger threatens, you see them looking to you for help, their eyes rolling as though they were overshadowed by death.
Doch wenn die Gefahr vorüber ist, werden sie euch [den Gläubigen] mit scharfen Zungen angreifen und neiden euch alles Gute. Solche Menschen haben den Glauben nicht erfahren. Gott wird ihre Taten zunichtemachen. Das ist für Gott ein Leichtes. Sie glauben, dass die Konföderierten nicht abgezogen sind. Sollten die Konföderierten zurückkehren, würden sie sich wünschen, sie wären in der Wüste, bei den Beduinen, und fragten nach Nachrichten über euch. Selbst wenn sie bei euch wären, würden sie nur wenig am Kampf teilnehmen.
Yet when the danger has passed, they will assail you [believers] with sharp tongues, begrudging you all that is good. Such people have not experienced faith. God will bring their deeds to nothing. That is all too easy for God. They think that the Confederates have not withdrawn. Should the Confederates return, they would wish they were in the desert, among the Bedouins, asking for news about you. Even if they were with you, they would take but little part in the fighting. (Verses 18-20)
Das gegenteilige Bild
The Opposite Image
Solch harte Prüfungszeiten brachten nicht alle Menschen dazu, sich auf so hässliche Weise umzusehen. Vielmehr spielte sich ein ganz anderes Bild ab, eines, das Licht in all diese Finsternis brachte, eines, das trotz der Not standhaft blieb, eines, das auf Gott vertraute, Seinen Willen annahm, sich dessen gewiss war, dass Seine Hilfe kommen würde, und eines, das trotz aller Furcht und Verwirrung unerschütterlich blieb. Der Qur’ān beginnt dieses erfreuliche Bild zu zeichnen, indem er das Beispiel anführt, das der Prophet ﷺ gegeben hat: „Im Gesandten Gottes habt ihr ein gutes Vorbild für jeden, der auf Gott und den Jüngsten Tag hofft und Gottes stets gedenkt.“ (Vers 21)
Such severely testing times did not make all people look about in such an ugly way. Indeed, there was a totally different scenario going on, one casting light within all this darkness, one that remained stable despite the hardship, one that trusted to God, accepted His will, was reassured that His help would be forthcoming, and one that remained unshaken despite all the fear and confusion. The Qur’ān begins drawing this delightful image by citing the example given by the Prophet: “In God’s Messenger you have a good model for everyone who looks with hope to God and the Last Day, and always remembers God.” (Verse 21)
Inmitten all der Sorge, des Drucks und der Furcht bot der Prophet ﷺ den Muslimen Zuflucht; er war die Quelle ihrer Hoffnung, ihres Vertrauens und ihrer Zuversicht. Das Studium seiner Haltung während der sich entfaltenden Ereignisse dieser Zeit ist für die Führungspersonen muslimischer Gemeinschaften und erneuernder Organisationen heute notwendig, damit sie den Weg nach vorn bestimmen können.
In the midst of all the worry, stress and fear, the Prophet provided shelter for the Muslims: he was the source of their hope, confidence and reassurance. Studying his attitude during the unfolding events of this period is necessary for leaders of Muslim communities and revivalist organizations today so that they can chart the way ahead.
Seine Haltung bietet ein gutes Beispiel für all jene, die am Tag des Gerichts das Wohlgefallen Gottes zu erlangen hoffen, und für jene, die stets an Gott denken. Vielleicht sollten wir einige Aspekte seiner Haltung als Beispiel betrachten, auch wenn wir dies in diesem Kommentar nicht in großer Ausführlichkeit behandeln können.
His attitude provides a good example for those who hope to earn God’s pleasure on the Day of Judgement, and for those who always remember God. We should perhaps look at some aspects of his attitude, by way of example, though we cannot discuss this at any great length in this commentary.
Der Prophet ging hinaus, um mit den Muslimen beim Graben des Grabens zu arbeiten: Er benutzte die Spitzhacke, schaufelte die Erde weg und trug den Staub in einem Korb. Während seine Gefährten arbeiteten, sangen sie einige Reime, die sie spontan dichteten und aus dem ableiteten, was gerade geschah. Der Prophet ﷺ wiederholte die Reimwörter am Ende der Verse. So hieß zum Beispiel einer seiner Gefährten Ju`ayl, doch dem Propheten ﷺ gefiel sein Name nicht, da er „ein kleiner Mistkäfer“ bedeutet; deshalb gab er ihm den Namen `Amr. Daraufhin dichteten die Leute um ihn herum einen Reimvers über genau diese Sache, nämlich einem Mann einen besseren Namen zu geben. Der Prophet ﷺ wiederholte mit ihnen die beiden Reimwörter. Wir können uns die Atmosphäre vorstellen, die die Teilnahme des Propheten ﷺ ihnen verlieh und wie sie sie mit Zuversicht und Begeisterung erfüllen konnte.
Stärkung des Glaubens
Strengthening Faith
Die Sure zeichnet dann ein Bild von festem Glauben und von Gläubigen, die sich einer realen Gefahr stellen – einer Gefahr, die groß genug ist, dass selbst die Herzen der Gläubigen zittern. Doch die Gläubigen verwandeln dieses Zittern in etwas, das ihnen Hoffnung und Zuversicht gibt: „Als die Gläubigen die verbündeten Streitkräfte sahen, sagten sie: ‚Das ist es, was Gott und Sein Gesandter uns versprochen haben! Wahr gesprochen haben Gott und Sein Gesandter.‘ Dies diente nur dazu, ihren Glauben und ihre Ergebung in Gott zu stärken.“ (Vers 22)
The sūrah then depicts an image of firm faith and believers confronting real danger, one which is great enough to make even believers’ hearts tremble. Yet the believers transform this trembling into something that gives them hope and reassurance: “When the believers saw the Confederate forces they said: ‘This is what God and His Messenger have promised us! Truly spoke God and His Messenger.’ This only served to strengthen their faith and their submission to God.” (Verse 22)
Die Lage, in der sich die Muslime bei dieser Gelegenheit befanden, war so belastend und stressig, dass selbst Gott sie so beschreibt: „Dort wurden die Gläubigen auf die Probe gestellt und heftig erschüttert.“ (Vers 11) Sie waren gewöhnliche Menschen, und Menschen haben begrenzte Fähigkeiten. Gott legt ihnen nicht mehr auf, als sie zu tragen vermögen.
The situation the Muslims faced on this occasion was so testing and stressful that it is described as such by none other than God: “That was a situation when the believers were sorely tested and severely shaken.” (Verse 11) They were ordinary people, and people have limited ability. God does not charge them with more than they can hear.
Obwohl sie der endgültigen Unterstützung Gottes gewiss waren und die frohe Botschaft kannten, die der Prophet ﷺ ihnen überbrachte, indem er über ihre unmittelbaren Probleme hinausging und ihnen verkündete, wohin sich der Islam bald ausbreiten würde, nach Jemen und Syrien und sogar noch weiter nach Osten und Westen, blickte ihnen die Gefahr unmittelbar ins Auge und bereitete ihnen beinahe mehr Belastung, als sie bewältigen konnten.
Despite being assured of God’s eventual support and the good news the Prophet gave them, going beyond their immediate problems to tell them of where Islam would soon expand to, spreading into Yemen and Syria and even further east and west, danger was staring them in the eye, giving them almost too much stress to cope with.
Die Geschichte von Ḥudhayfah ist vielleicht die genaueste Schilderung dessen, was die Muslime empfanden.
Ĥudhayfah’s story is perhaps the most accurate in relaying how the Muslims felt.
Der andere Feind
The Other Enemy
Es war nicht nur den Quraisch und den Ghaṭafān vorbehalten, eine kläglich Niederlage zu erleiden.
It was not only the Quraysh and the Ghaţafān that suffered a miserable defeat.
Auch ihre Verbündeten, die Juden von Qurayẓa, erlitten das gleiche Schicksal: „Er brachte jene von den Leuten der früheren Offenbarungen, die ihnen beistanden, aus ihren Festungen herab und warf Furcht in ihre Herzen: Einige von ihnen habt ihr erschlagen, und einige habt ihr gefangen genommen. Und Er ließ euch ihr Land, ihre Häuser und ihre Güter erben, dazu ein Land, auf das ihr noch nie einen Fuß gesetzt hattet. Gott hat Macht über alle Dinge.“ (Verse 26-27) Bevor wir uns jedoch mit diesen Versen befassen, müssen wir einiges über die Haltung erläutern, die die Juden in Madīna gegenüber dem Islam einnahmen.
Their allies, the Jews of Qurayżah also shared the same outcome: “He brought down from their strongholds those of the people of earlier revelations who aided them, casting terror in their hearts: some you slew, and some you took captive. And He passed on to you their land, their houses and their goods, as well as a land on which you had never yet set foot. God has power over all things.” (Verses 26-27) However, before we discuss these verses we need to throw some light on the attitude the Jews in Madinah adopted towards Islam.
Als der Islam nach Madinah kam, unterhielten die dortigen Juden nur für kurze Zeit friedliche Beziehungen zu ihm. Kurz nach seiner Ankunft in Madinah schloss der Prophet ﷺ mit ihnen einen Vertrag, der gegenseitige Unterstützungspflichten gegen äußere Feinde sowie klare Bedingungen enthielt: Sie würden ihre Verpflichtungen niemals brechen, keinen Feind unterstützen und keine feindseligen Handlungen gegen die Muslime unternehmen.
When Islam arrived in Madinah, the Jews there maintained peaceful relations with it for only a short period. Shortly after his arrival in Madinah, the Prophet signed a treaty with them with mutual obligations of support against outside enemies and clear conditions that they would never be in breach of their commitments, or aid any enemy, or take any hostile action against the Muslims.
Die Juden jedoch empfanden bald, dass der Islam eine Bedrohung für ihre traditionelle Stellung als Anhänger des göttlichen Glaubens darstellte. Tatsächlich genossen sie aufgrund dieser Tatsache großen Respekt bei den Menschen von Madinah. Darüber hinaus empfanden sie, dass die neue soziale Ordnung, die der Islam unter der Führung des Propheten ﷺ in Madinah errichtete, ebenfalls eine Bedrohung für ihre Position darstellte. Zuvor hatten sie sehr geschickt den Konflikt zwischen den beiden großen arabischen Stämmen in Madinah, den Aws und den Khazraj, ausgenutzt, um sicherzustellen, dass sie selbst die Oberhand behielten. Der Prophet ﷺ vereinte die beiden Stämme in einer neuen sozialen Ordnung, die den Juden die Möglichkeit nahm, Zwietracht zwischen ihnen zu säen.
Verrat von großem Ausmaß
Treachery Of Great Magnitude
Damit blieb nur noch der Stamm der Qurayẓah übrig, der dritte große jüdische Stamm in Madinah. Wie wir inzwischen wissen, hatten auch sie sich auf die Seite der verbündeten Stämme gegen die Muslime gestellt, und zwar auf Betreiben der Anführer der Banū an-Naḍīr, insbesondere Ḥuyayy ibn Akhṭab. Dieser Verrat der Qurayẓah, der ihren Vertrag mit dem Propheten ﷺ brach, stellte die Muslime vor eine weitaus schwerere Prüfung als der äußere Angriff der Verbündeten.
This left only the Qurayżah, the third major Jewish tribe in Madinah. As we now know, they too had sided with the confederate tribes against the Muslims, this at the instigation of the al-Nađīr chiefs, particularly Ĥuyay ibn Akhţab. This treachery by the Qurayżah, in violation of their treaty with the Prophet, was a much harder test for the Muslims than the external attack they faced from the confederates.
Um sich dieser neuen Lage ganz sicher zu sein, schickte der Prophet ﷺ vier seiner Gefährten – Sa'd ibn Mu'ādh, das Oberhaupt der Aws, Sa'd ibn 'Ubādah, das Oberhaupt der Khazraj, 'Abdullāh ibn Rawāḥah und Khawwāt ibn Jubayr – zu den Qurayẓah, um ihre Haltung zu erkunden: „Wenn ihr herausfindet, dass die Nachricht, die wir erhalten haben, wahr ist, gebt mir einen Hinweis, den ich verstehe. Bemüht euch, die Moral der Muslime nicht zu beeinträchtigen."
To be absolutely sure of this new situation, the Prophet sent four of his Companions — Sa`d ibn Mu`ādh, the chief of the Aws, Sa`d ibn `Ubādah, the chief of the Khazraj, `Abdullah ibn Rawāĥah and Khawāt ibn Jubayr — to the Qurayżah to ascertain their position: “If you find out that the intelligence we have received is true, give me a hint which I will understand. Try to avoid affecting the Muslims’ morale.
„Wenn ihr hingegen feststellt, dass die Qurayẓa dem Bündnis mit uns treu bleiben, so macht die Nachricht allen bekannt.“ Damit zeigt sich, wie ernst er die Nachricht von Verrat für die muslimische Gemeinschaft als Ganze nahm.
If, on the other hand, you find that the Qurayżah remain faithful to their treaty with us, make the news known to everyone.” This shows how seriously he expected the news of treachery to affect the Muslim community as a whole.
Die Delegation ging zu den Quraiza und traf die Menschen dort. Sie forderte sie auf, ihre friedlichen Beziehungen aufrechtzuerhalten und ihr Bündnis mit dem Propheten ﷺ zu bekräftigen.
The delegation went to the Qurayżah and met the people there, calling on them to maintain their peaceful relations and to confirm their alliance with the Prophet.
Sie stellten jedoch fest, dass die Qurayẓah eine schlimmere Haltung eingenommen hatten, als man ihnen berichtet hatte. Trotzig sagten sie: „Ihr wollt, dass wir jetzt das Bündnis bestätigen, wo wir durch den Abzug von an-Naḍīr geschwächt sind? Wer ist der Gesandte Gottes? Wir kennen ihn nicht. Wir haben weder einen Vertrag noch eine Übereinkunft mit Muĥammad.“ Die muslimische Delegation verließ dann die Qurayẓah und kehrte zum Propheten ﷺ zurück, um ihm die schlechte Nachricht zu überbringen, dass die Juden ihren Friedensvertrag mit ihm nicht mehr anerkannten. Bei ihrer Ankunft fanden sie den Propheten ﷺ mit einer Gruppe seiner Gefährten vor. Seinem Rat folgend, gaben sie ihm einen deutlichen Hinweis auf den Verrat der Qurayẓah, anstatt die Tatsache öffentlich zu verkünden. Der Prophet ﷺ war nicht beunruhigt. Im Gegenteil, er sagte: „Gott ist der Größte.