Nachdem die Sure einige der wesentlichsten und detailliertesten Aspekte des Glaubens dargelegt und den Status Gottes sowie die Art Seiner Beziehung zum übrigen Geschöpf genau bestimmt hat, beschreibt sie im Weiteren das richtige Verhalten der Gläubigen, während sie diesen Glauben annehmen und an andere weitergeben und die Führung der Menschheit übernehmen.
Having outlined some of the most essential and detailed aspects of faith, and having precisely defined the status of God and the nature of His relationship with the rest of creation, the sūrah goes on to describe the proper behaviour of the believers as they adopt this faith and pass it on to others, and assume the leadership of mankind.
Es soll keinen Zwang im Glauben geben. Der rechte Weg ist nun deutlich vom Irrtum unterschieden. Wer die falschen Gottheiten verwirft und an Gott glaubt, der hat wahrlich einen überaus festen Halt ergriffen, der niemals bricht. Gott hört alles und weiß alles. Gott ist der Beschützer der Gläubigen. Er führt sie aus der Finsternis hinaus ins Licht. Was die Ungläubigen betrifft, so sind ihre Beschützer falsche Gottheiten, die sie aus dem Licht hinaus in die Finsternis führen. Das sind diejenigen, die für das Feuer bestimmt sind und darin ewig verweilen werden. (Verse 256-257)
There shall be no compulsion in religion. The right way is henceforth distinct from error. He who rejects false deities and believes in God has indeed taken hold of a most firm support that never breaks. God hears all and knows all. God is the Patron of the believers. He leads them out of darkness into the light. As for the unbelievers, their patrons are false deities who lead them out of light into darkness. Those are the ones destined for the fire, therein to abide. (Verses 256-257)
Der Islam betrachtet den religiösen Glauben als eine Frage der Überzeugung, sobald die grundlegenden Tatsachen dargelegt und erklärt wurden. Glaube ist niemals eine Angelegenheit von Zwang oder Nötigung. Um diese Überzeugung zu erreichen, spricht der Islam den Menschen in seiner Gesamtheit an. Er wendet sich an den menschlichen Verstand und Intellekt, an den gesunden Menschenverstand, an Gefühle und Empfindungen, an die innerste menschliche Natur und an das gesamte bewusste Wesen des Menschen. Er greift weder zu Zwangsmitteln noch zu physischen Wundern, die den Verstand verwirren oder die jenseits der menschlichen Fähigkeit liegen, sie zu begreifen und zu verstehen.
Islam looks at religious faith as a matter of conviction, once the basic facts are provided and explained. Faith is never a matter of coercion or compulsion. To achieve this conviction, Islam addresses the human being in totality. It addresses the human mind and intellect, human common sense, emotions and feelings, the innermost human nature, and the whole human conscious being. It resorts to no coercive means or physical miracles that confound the mind or that are beyond human ability to rationalize and comprehend.
Ebenso sucht der Islam niemals durch Zwang, Drohungen oder Druck irgendwelcher Art Anhänger zu gewinnen. Er bedient sich vielmehr der Fakten, der Argumentation, der Erklärung und der Überzeugung.
By the same token, Islam never seeks converts through compulsion or threats or pressure of any kind. It deploys facts, reasoning, explanation and persuasion.
Im Gegensatz dazu finden wir, dass das Christentum, die letzte Religion vor dem Islam, nach Konstantin, dem römischen Kaiser, mit Gewalt durchgesetzt wurde, als er das Christentum im gesamten Reich zur Staatsreligion machte. Er griff zu denselben brutalen Mitteln, die seine Vorgänger gegen christliche Minderheiten angewandt hatten. Diese beschränkten sich nicht auf Untertanen, die sich nicht zum Christentum bekehrten, sondern richteten sich auch gegen Christen, die die vom Kaiser sanktionierte offizielle Lehre nicht annehmen wollten.
In contrast, we find that Christianity, the last revealed religion before Islam, was imposed by force after Constantine, the Roman Emperor, made Christianity the official religion throughout his empire. He adopted the same brutal means his predecessors had used against Christian minorities. These were not restricted to subjects who did not convert to Christianity, but were also used against Christians who would not accept the official doctrine sanctioned by the emperor.
Der Islam kam, um das große universelle Prinzip zu verkünden und festzuschreiben: „Im Glauben gibt es keinen Zwang. Der rechte Weg ist nun klar vom Irrweg unterschieden." (Vers 256)
Islam came to declare and establish the great universal principle that: “There shall be no compulsion in religion. The right way is henceforth distinct porn error.” (Verse 256)
Dies spiegelt die Ehre wider, die Gott dem Menschen vorbehalten hat, und die hohe Wertschätzung, die seinem Willen, seinem Denken und seinen Gefühlen entgegengebracht wird, sowie die Freiheit, die ihm gewährt wird, seinen Glauben zu wählen, und die verantwortungsvolle Stellung, die ihm eingeräumt wird, über seine eigenen Handlungen zu urteilen.
This reflects the honour God has reserved for man and the high regard in which man’s will, thought and emotions are held, and the freedom he is granted to choose his beliefs, and the responsible position he is afforded to be judge of his own actions.
Hier liegt das Wesen der menschlichen Emanzipation, die autoritäre und unterdrückerische Ideologien und Regime des 20. Jahrhunderts der Menschheit verweigert haben. Dem modernen Menschen wurde das Recht genommen, anders zu wählen und anders zu leben als nach dem, was der Staat vorschreibt, der dafür die volle Kraft seines gewaltigen Apparats, seiner Gesetze und Machtmittel einsetzt. Heute wird den Menschen nur noch die Wahl gelassen, sich dem säkularen Staatssystem zu unterwerfen, das den Glauben an Gott als Schöpfer und Herrn der Welt nicht zulässt, oder der Vernichtung entgegenzusehen.
Here lies the essence of human emancipation which 20th-century authoritarian and oppressive ideologies and regimes have denied mankind. Modern man has been deprived of the right to choose and live other than according to what is dictated by the state, using the full force of its colossal machinery, laws and powers. People are today given the choice only to adhere to the secular state system, which does not allow for a belief in God as the Creator and Master of the world, or to face annihilation.
Die Glaubensfreiheit ist das grundlegendste Recht, das den Menschen als Menschen auszeichnet. Wer jemandem dieses Recht verwehrt, spricht ihm sein Menschsein ab. Glaubensfreiheit schließt außerdem die Freiheit ein, den eigenen Glauben zu äußern und zu verbreiten, ohne Furcht vor Bedrohung oder Verfolgung; andernfalls wäre diese Freiheit hohl und bedeutungslos.
Freedom of belief is the most basic right that identifies man as a human being. To deny anyone this right is to deny him or her humanity. Freedom of belief also implies the freedom to express and propagate one’s belief without fear of threat or persecution; otherwise, that freedom is hollow and meaningless.
Der Islam, zweifellos die aufgeklärteste Sicht auf Leben und Welt, der ein höchst vernünftiges menschliches und gesellschaftliches System begründet, geht voran, indem er diesen grundlegendsten Grundsatz verkündet. Er lehrt seine Anhänger vor allen anderen, dass es ihnen untersagt ist, andere zum Übertritt zum Islam zu zwingen. Dieser islamische Ansatz steht in völligem Gegensatz zu dem von menschengemachten Systemen und Regimen, die trotz all ihrer inhärenten Mängel ihre Überzeugungen und Politiken mit staatlicher Gewalt durchsetzen und ihren Gegnern das Recht auf Widerspruch oder sogar das Recht zu leben verweigern.
Islam, undoubtedly the most enlightened view of life and the world, establishing a most sensible human and social system, takes the lead in declaring this most fundamental principle. It teaches its adherents, before anyone else, that they are forbidden to compel others to embrace Islam. This Islamic approach stands in total contrast to that of man-made systems and regimes which, despite all their inherent shortcomings, impose their beliefs and policies by the force of the state and deny their opponents the right to dissent or even live.
Der arabische Text drückt durch eine allgemeine Verneinung die Negation des Gedankens an Zwang selbst aus. Was Glaubensfragen betrifft, so darf es nicht nur niemals zu einer Auferlegung durch Gewalt oder Nötigung kommen, sondern es kann nicht einmal die Möglichkeit bestehen, ein solches Mittel der Bekehrung oder Überzeugung anzuwenden.
The Arabic text, using a generic negative, imparts a negation of the very idea of compulsion. When it comes to matters of belief, not only should these never be imposed by coercion or compulsion, but there cannot even be an option to use such a means of conversion or persuasion.
Die Sure bekräftigt dieses Prinzip mit sanfter, doch fester Hand, um das menschliche Gewissen wachzurütteln und es auf dem Pfad der Erleuchtung zu leiten, indem sie schlicht sagt: „Der rechte Weg ist von nun an klar vom Irrweg unterschieden.“ (Vers 256)
The sūrah reinforces the principle with a gentle, but firm, touch to arouse the human conscience and guide it along the path of enlightenment, saying simply: “The right way is henceforth distinct from error.” (Verse 256)
Der Glaube an Gott ist der rechte Weg, den der Mensch suchen und einschlagen sollte, und das Leugnen Seiner Existenz und Seiner Herrschaft ist der Irrweg, den der Mensch meiden und sich davor hüten sollte. Der Glaube an Gott ist in der Tat ein Segen. Er verschafft dem menschlichen Verstand einen klaren Blick auf die Welt um ihn herum und schenkt dem Herzen Frieden und Gewissheit. Er setzt dem Menschen höhere Ziele, edle Anliegen und Bestrebungen und der Gesellschaft als Ganzes ein gesundes System von Werten und Idealen, die die Lebensqualität verbessern. Ein kurzes Nachdenken genügt, um die Wahrheit dieser Aussage des Qur'ān zu bestätigen, die nur von Unwissenden und Törichten zurückgewiesen werden könnte, die Zynismus, Verwirrung und Unsicherheit dem Frieden, der Gewissheit und den hohen Bestrebungen vorziehen würden.
Belief in God is the right path man should seek and follow, and denial of His existence and sovereignty is the path of error that man should avoid and guard against. Belief in God is indeed a blessing. It gives the human mind a clear view of the world around, and gives the heart peace and assurance. It sets for man higher goals and noble concerns and aspirations, and for society as a whole a sound system of values and ideals that improve the quality of life. A moment’s reflection is sufficient to verify the truth of this Qur’ānic statement) which could only be rejected by the ignorant and the foolish who would choose cynicism, confusion and insecurity over peace, certainty and high aspirations.
Die Sure führt das Thema weiter aus und sagt: „Wer die falschen Gottheiten verwirft und an Gott glaubt, hat sich wahrlich an einem festesten Halt festgemacht, der niemals zerbricht.“ (Vers 256)
The sūrah elaborates the theme further, saying: “He who rejects false deities and believes in God has indeed taken hold of a most firm support that never breaks.” (Verse 256)
Es sind falsche Gottheiten, die verworfen werden müssen, während der Glaube allein Gott vorbehalten bleiben muss, denn er allein verdient Glauben und Vertrauen.
It is false deities that must be rejected, while faith must be reserved for God, who alone deserves faith and trust.
Der arabische Begriff für „falsche Gottheiten“ ist ṭāġūt, was Tyrannei bedeutet. Er bezeichnet alles, was oder wer den Geist gefangen nimmt oder die Wahrheit unterdrückt, oder die von Gott gesetzten Gesetze und Grenzen übertritt. Er bezieht sich auf Mächte und Systeme, die die göttliche religiöse, sittliche, soziale und rechtliche Ordnung missachten und in diesem Leben nach Werten und Prinzipien handeln, die von Gott nicht gebilligt und nicht aus Seiner Rechtleitung und Seinen Lehren abgeleitet sind. Gegen solche Mächte in all ihren Erscheinungsformen Widerstand zu leisten und an die Einheit Gottes zu glauben, ist der einzig sichere Weg zu Erfolg und Rettung.
The Arabic term for ‘false deities’ is ţāghūt, meaning tyranny, a word denoting anything or anyone that takes hold of the mind or suppresses the truth, or transgresses the laws and limits set by God. It refers to forces and systems that disregard the divine religious, moral, social and legal order and operate in this life on values and principles not sanctioned by God or derived from His guidance and teachings. To resist such forces, in all their manifestations, and to believe in God’s oneness is the only certain path to success and salvation.
Die Sure stellt uns abermals ein anschauliches Bild vor, um eine abstrakte Wahrheit auszudrücken. Der Glaube an Gott gibt dem Gläubigen eine starke und unerschütterliche Stütze, die ihm eine gewisse Befreiung garantiert. Im Kern ist der Glaube die Anerkennung der grundlegendsten Wahrheit, der Existenz Gottes, auf der alle Wirklichkeit ruht, sowie die Anerkennung der Gesetze, die Gott für die Welt festgelegt hat und durch die die Welt besteht und funktioniert. Gläubige, die an der Rechtleitung Gottes festhalten, sind gewiss, niemals vom Weg Gottes abzuweichen oder ihre Orientierung zu verlieren.
The sūrah presents us, yet again, with another vivid image to express an abstract truth. Faith in God provides the believer with a strong and unshakeable support that guarantees him certain liberation. In its essence, faith is a recognition of the most fundamental truth, the existence of God, upon which all reality stands, and acknowledgement of the laws God has laid down for the world and by which the world exists and operates. Believers who hold to God’s Guidance are assured of never drifting away from God’s path or losing their way.
„Gott hört alles und weiß alles.“ (Vers 256) Er hört, was ausgesprochen wird, und Er kennt, was in den innersten Seelen der Menschen ist. Denen, die an Gott glauben, wird niemals Gerechtigkeit verwehrt werden, noch werden sie enttäuscht.
“God hears all and knows all.” (Verse 256) He hears what is uttered and knows what is in people’s innermost souls. Those who believe in God will never be denied justice or be disappointed.
Die Sure stellt sodann eine lebendige und anschauliche Szene dar, die die beiden Wege der Rechtleitung und des Irrtums schildert. Sie zeigt, wie Gott die Gläubigen freundlich und sanft bei der Hand nimmt und aus der Finsternis hinaus ins Licht führt, und wie die falschen Gottheiten die Ungläubigen ebenfalls bei der Hand nehmen und sie, ihrerseits, aus dem Licht hinaus in die Finsternis führen.
The sūrah then goes on to present a vivid and graphic scene depicting the two paths of guidance and error. It indicates how God kindly and gently takes the believers by the hand and leads them out of the darkness, into the light, and how the false deities sponsor the unbelievers and lead them, too, by the hand, but out of the light into the darkness.
Es ist eine faszinierende und inspirierende Szene, voller Leben und Vorstellungskraft, und weit beredter und wirksamer als jede Polemik oder rationale Darlegung. Man würde kaum eine andere Möglichkeit finden, dieselben Gedanken auszudrücken, ohne Geist, Rhythmus und Dynamik zu verlieren. Der Stil des Qur’ān ist nicht nur sehr ausdrucksstark und schön, sondern auch präzise: Er beschreibt im ursprünglichen arabischen Satzbau den Glauben und die Überzeugung im Singular als Licht, den Unglauben hingegen als Finsternis im Plural. Dies ist eine knappe, tiefgründige und dauerhafte Aussage.
It is a fascinating and inspiring scene, full of life and imagination, and far more eloquent and effective than any polemic or rational exposition. One would be hard pressed to find an alternative way of expressing the same ideas without losing spirit, rhythm, and dynamism. The Qur’ānic style is not only very articulate and beautiful, it is also precise as it describes, in the original Arabic syntax, faith and belief in the singular as light, and describes disbelief as darkness, in the plural. This is a succinct, profound and enduring statement.
Der Glaube ist ein Licht, das die Seele und das Gewissen des Menschen durchdringt, um von innen heraus aus seinem Wesen zu strahlen und alle Dinge, Ideen und Werte um ihn herum zu erhellen. Er verleiht dem Gläubigen eine klare Sicht und ein festes, zuversichtliches Verständnis, das es ihm ermöglicht, zu erkennen, zu unterscheiden und zu wählen. Er erleuchtet seinen Weg zu Gott, zu Seinen Gesetzen und Lehren und bringt den Menschen in vollkommene Übereinstimmung mit der Welt um ihn herum. Er schreitet durchs Leben in völliger Harmonie, frei von jedem Konflikt und im Frieden mit seiner menschlichen Natur.
Faith is light that permeates man’s soul and conscience to radiate from within his being and illuminate all things, ideas and values around him. It gives the believer a clear vision and a steady and confident understanding that enable him to identify, discern and choose. It lights his route to God, His laws and teachings, putting man in perfect concord with the world around him. He proceeds through life in total harmony, free of all conflict and at peace with his human nature.
Das Licht des Glaubens und der Wahrheit ist eines und einzigartig und führt auf den einen geraden Weg; die Finsternis hingegen, im Sinne des Bösen, kann vielerlei Gestalt und Form annehmen. Es gibt die Finsternis der Launenhaftigkeit und des zügellosen Begehrens; der Abirrung, der Selbstüberhebung und der Tyrannei; und es gibt die Finsternis der willenlosen Unterwürfigkeit und Knechtseligkeit; ebenso die der Prahlerei und Heuchelei, der Wollust und Habgier sowie des Zynismus und der Skepsis. All diese Formen der Finsternis entspringen dem Übel, die Führung Gottes zu verlassen und sich anderen Mächten und Gesetzen als den Seinen zu unterwerfen. Wer das Licht verlässt, das von Gott ausstrahlt, stürzt den Menschen in Finsternis und Verzweiflung, und das Ende ist noch schlimmer: „Diejenigen, die ungläubig sind, deren Schutzherren sind die falschen Gottheiten, die sie aus dem Licht in die Finsternis führen. Das sind die Gefährten des Feuers; darin werden sie ewig bleiben.“ (Vers 257)
The light of faith and truth is one and unique, leading to the one straight path; while darkness, in the sense of evil, can take various shapes and forms. There is darkness in caprice and uncontrolled desire; in deviation, conceit and tyranny; and there is darkness in abject acquiescence and servility; as well as in ostentation and hypocrisy, in lechery and greed, and in cynicism and scepticism. All these forms of darkness stem from the evil of abandoning God’s guidance and submitting to powers and laws other than His. Leaving the light that radiates from God plunges man into darkness and despondency, and the ultimate end is even worse: “As for the unbelievers, their patrons are false deities who lead them out of light into darkness. Those are the people destined for the fire, therein to abide.” (Verse 257)
Die Aussage „Im Glauben gibt es keinen Zwang“ wirft die Frage auf, ob dieser Grundsatz mit der verpflichtenden Pflicht des Dschihād, also dem Ergreifen der Waffen zur Verteidigung und zum Schutz des Glaubens, in Einklang gebracht werden kann, die der Islam offen befürwortet und der Qur'ān in Versen wie diesem festgelegt hat: „Und bekämpft sie, bis keine Verfolgung mehr ist und die Religion Gott allein gehört.“ (Vers 193)
The statement “There shall be no compulsion in religion,” raises the question of whether this principle can be reconciled with the obligatory duty of jihād, or taking up arms for the defence and protection of the faith, which Islam has openly advocated and the Qur’ān has established in verses such as: “Fight them until there is no more oppression, and submission is made to God alone.” (Verse 193)
Einige voreingenommene Autoren haben dem Islam Doppelmoral vorgeworfen, indem sie behaupten, er sei mit dem Schwert verbreitet und aufgezwungen worden, während er zugleich Nichtzwang und Religionsfreiheit propagiere. Andere sind eher heimtückisch vorgegangen und haben dieses Argument scheinbar zur Verteidigung des Islam herangezogen; tatsächlich aber haben sie die eigentliche Bedeutung und Tragweite des Dschihād in der islamischen Kultur und Geschichte untergraben. Ihre verlockenden, doch trügerischen Argumente führen zu dem Schluss, dass der Dschihād eine Angelegenheit der Geschichte sei und weder mehr gültig noch notwendig.1
Some biased writers have accused Islam of double standards, claiming that it was spread and imposed by the sword while, at the same time, advocating non-coercion and freedom of religion. Others have been rather more insidious and used this argument apparently to defend Islam; but in fact they have undermined the very meaning and significance of jihād in Islamic culture and history. Their tempting, but specious, arguments lead to the conclusion that jihād is a matter of history and is no longer valid or necessary.1
Viele Orientalisten nähern sich diesem Thema mit Feindseligkeit und einer Neigung, die dynamischen Aspekte des Islam zu verzerren und herabzusetzen. Sie betrachten den Islam als Bedrohung und suchen, ihn zu bekämpfen und zu vernichten. Im Ergebnis argumentieren sie, dass der Konflikt der muslimischen Völker mit dem westlichen Kolonialismus durch Handel, Rohstoffe und Macht bestimmt gewesen sei und nicht durch die Religion – eine Sichtweise, die den dschihād völlig überflüssig machen würde.
Many Orientalists approach this subject with hostility and a tendency to distort and belittle the dynamic aspects of Islam. They perceive Islam as a threat, and seek to resist and destroy it. In effect, they argue that the Muslim peoples’ conflict with Western colonialism was dictated by trade, raw materials and power, rather than by religion, a view which would make jihād totally unnecessary.
Es lässt sich nicht leugnen, dass der Islam im Verlauf seiner langen Geschichte den Einsatz von Gewalt befürwortet hat – nicht um seine Lehren aufzuzwingen, sondern um bestimmte Ziele zu gewährleisten, die für das Wohlergehen der Menschheit notwendig sind.
There is no denying that, throughout its long history, Islam has advocated the use of force, not to impose its doctrines, but to guarantee certain objectives that are necessary for human prosperity.
Der Islam befürwortet den Dschihad zum Schutz seiner Anhänger vor Angriffen und Bedrohungen sowie zur Gewährleistung ihrer Sicherheit und Freiheit. Wie in Vers 193 dieser Sure angedeutet, betrachtet der Islam religiöse Verfolgung und jede Bedrohung der Religion als gefährlicher für die künftige Stabilität und den Fortbestand des Islam als den eigentlichen Krieg. Nach diesem großen islamischen Grundsatz hat der Fortbestand und das Gedeihen des Glaubens Vorrang vor dem Erhalt des menschlichen Lebens selbst. Der Islam rechtfertigt die Verteidigung und den Schutz von Leben und Besitz mit Gewalt und erlaubt eine noch weitergehende Rechtfertigung für den Einsatz von Gewalt zur Verteidigung des Glaubens. Muslime sind bei vielen Gelegenheiten und in verschiedenen Teilen der Welt Ziel religiöser Verfolgung gewesen. In Spanien erlitten sie zusammen mit nicht-katholischen Christen Wellen von Völkermord und Grausamkeit, die sie aus diesem Teil Europas vollständig auslöschten. In Jerusalem und Umgebung waren Muslime das Ziel unerbittlicher Kreuzzugsfeldzüge, die darauf abzielten, den Islam auszurotten und die Muslime zu vernichten. Die Muslime leisteten Widerstand und kämpften und siegten im Namen des Islam, wodurch sie ihr Land und ihre Menschen einem Schicksal ähnlich dem der Muslime in Spanien ersparten. Heute sind Muslime in vielen Teilen der Welt weiterhin Ziel religiöser Verfolgung durch eine Reihe christlicher, zionistischer und säkularer Regime. Diese Lage macht den Dschihad zu einer verpflichtenden Pflicht für Muslime.
Islam advocates jihād to protect its followers against attacks and threats and to ensure their security and freedom. As indicated in Verse 193 of this sūrah, Islam considers religious persecution and any threat to religion more dangerous for the future stability and existence of Islam than actual war. According to this great Islamic principle, the survival and prosperity of the faith take precedence over the preservation of human life itself. Islam justifies the defence and protection of life and possessions by force, and allows even greater justification for the use of force in defence of the faith. Muslims have been the target of religious persecution on many occasions and in various parts of the world. In Spain, they, together with non- Catholic Christians, suffered waves of genocide and brutality, wiping them out of that part of Europe altogether. In Jerusalem and its surroundings, Muslims were the target of relentless Crusader campaigns designed to uproot Islam and destroy the Muslims. The Muslims resisted and fought, and prevailed, in the name of Islam sparing their land and people a fate similar to that of the Muslims in Spain. Today, Muslims continue to be the target of religious persecution under a host of Christian, Zionist and secular regimes in many parts of the world. This situation makes jihād an incumbent duty on Muslims.
Der Islam befürwortet außerdem den Dschihad, um das Recht und die Freiheit zu gewährleisten, den Glauben zu äußern und zu verbreiten. Der Islam verfügt über ein umfassendes Verständnis des Lebens. Seine äußerst verfeinerte gesellschaftliche Ordnung übertrifft alle Systeme, die vor oder nach ihm bestanden haben. Seine weltweite Botschaft richtet sich an die gesamte Menschheit. Damit einzelne Menschen frei entscheiden können, ob sie an den Islam glauben oder nicht, darf sie nichts von Gottes Botschaft trennen. Sie dürfen auf keine Weise daran gehindert werden, vollständigen und freien Zugang dazu zu haben. Sobald sie informiert sind, steht es ihnen frei, ihre Wahl ohne Zwang, Druck oder Nötigung jeglicher Art zu treffen.
Islam also advocates jihād to guarantee the right and freedom of expression and propagation of the faith. Islam has a comprehensive understanding of life. Its highly refined social order dwarfs all systems that have existed before or since. Its global message is addressed to all mankind. In order for individual human beings to make the choice of whether they believe in Islam or not, nothing should stand between them and God’s message. They should in any way be prevented from having full and free access to it. Once they are informed, they are free to make their choice under no duress, pressure or coercion of any kind.
Unter den vielen Hindernissen, die zwischen dem Islam und den Menschen stehen, sind an erster Stelle die tyrannischen politischen Regime zu nennen, die gläubige Menschen unterdrücken und verfolgen. Der Islam bezieht eindeutig Stellung gegen solche Regime und strebt danach, sie zu stürzen. Er ruft seine Anhänger dazu auf, sie durch tolerante und liberale Regime zu ersetzen, die die Religionsfreiheit sowie die Meinungsfreiheit achten und garantieren. Dies bleibt ein andauerndes Ziel des Islam, und die Pflicht des Dschihad bleibt für die Muslime eine gültige und dringliche Verpflichtung.
Of the many obstacles that stand between Islam and people, foremost are the tyrannical political regimes that oppress and persecute religious believers. Islam takes a clear stand against such regimes, striving to topple them. It urges its followers to try to replace them by tolerant and liberal ones that respect and guarantee religious freedom as well as freedom of expression. This remains an on-going objective of Islam, and the duty of jihād continues to be a valid and urgent obligation on Muslims.
Ein weiteres Ziel des Dschihād ist es, die islamische Gesellschaftsordnung zu errichten und sie zu verteidigen. Es ist eine Ordnung, die den Menschen von Tyrannei in all ihren Formen befreit, indem sie zur Unterwerfung aller unter Gott auffordert, den höchsten Herrn über alles. Keine einzelne Person, keine Klasse und keine Gruppe hat das Recht, anderen Menschen Gesetze oder moralische Maßstäbe vorzuschreiben oder ihr Leben durch Ideologie oder Gesetzgebung zu kontrollieren. Die Autorität von Einzelpersonen oder Institutionen kann nur dann gültig oder legitim sein, wenn sie das Gesetz Gottes vertreten oder umsetzen und ihnen diese Aufgabe von der Gemeinschaft übertragen wurde. Einzelpersonen besitzen keine Befugnis, ethische oder rechtliche Konzepte, Grundsätze oder Regeln auf der Grundlage ihrer eigenen Vorlieben einzuführen, denn dies ist allein das Vorrecht Gottes.
Another objective of jihād is to establish the Islamic social order and defend it. It is an order that frees man from tyranny, in all its forms, by urging the submission of all to God, the supreme master of all. No single person, class or group has the right to dictate laws or moral standards to other people or control their lives through ideology or legislation. The authority of individuals or institutions can only be valid or legitimate if they are representing or implementing God’s law, and have had that duty entrusted to them by the community. Individuals have no authority invested in them to introduce ethical or legal concepts, principles or rules on the basis of their own preferences, because that is the prerogative of God alone.
Dies ist das grundlegende islamische Prinzip, auf dem eine wahrhaft zivilisierte soziale und ethische Ordnung aufgebaut ist, die die individuelle Freiheit jedes Mitglieds der Gesellschaft garantiert, einschließlich der Nicht-Muslime. Es schützt ihre Privatsphäre und persönliche Würde und achtet ihre bürgerlichen und religiösen Rechte, unabhängig von Glaubensbekenntnis oder Überzeugung. Nach islamischem Recht wird niemand gezwungen oder genötigt, zum Islam überzutreten.
This is the basic Islamic principle upon which a truly civilized social and ethical order is built, guaranteeing individual freedom for every member of society, including non-Muslims. It protects their privacy and personal dignity and respects their civil and religious rights, regardless of creed or conviction. Under Islamic law, no one is compelled or coerced to convert to the religion of Islam.
Der Islam hat seine Anhänger zu Recht dazu aufgerufen, sich für die Errichtung dieser Gesellschaft einzusetzen und standhaft gegen die Herrschaft des Menschen über seine Mitmenschen zu stehen.
Islam has justifiably urged its followers to strive for the establishment of this society and to stand firm against man’s domination of his fellow human beings.
Daher waren die Feindseligkeit und Aggression, mit denen tyrannische und totalitäre Regime auf den Islam reagiert haben, unvermeidlich. Ebenso unvermeidlich war die Entschlossenheit des Islam, solche Regime zu beseitigen und seine rechtliche, soziale, ethische und wirtschaftliche Weltordnung durchzusetzen. Ungeachtet dessen verpflichtet sich der Islam, die religiöse und persönliche Freiheit aller, die seiner Herrschaftsgewalt unterstehen, zu achten und zu gewährleisten, im Einklang mit seinen ethischen Grundsätzen sowie seinen gesellschaftlichen Normen und Vorschriften.
Hence, the hostility and aggression with which tyrannical and totalitarian regimes have responded to Islam were inevitable. Also inevitable was the determination of Islam to stamp out such regimes and assert its legal, social, ethical, and economic world order. That notwithstanding, Islam undertakes to respect and guarantee the religious and personal freedom of everyone under its jurisdiction, in accordance with its ethical principles and social norms and regulations.
Es geht darum, den Kampf gegen religiöse Tyrannei und Verfolgung fortzusetzen und die toleranten und großmütigen Grundsätze des Islam zu verankern, dass der Dschihād auch heute gültig und notwendig bleibt.
It is to continue the fight against religious tyranny and persecution, and establish the tolerant and magnanimous principles of Islam that jihād remains valid and necessary today.
Es ist also klar, dass der Islam keine Gewalt angewandt hat, um seine Glaubensinhalte aufzuzwingen. Auch war es nicht Gewalt, wie manche uns glauben machen wollen, die für den phänomenalen Erfolg und die Verbreitung des Islam verantwortlich war. Sein Hauptziel war die Errichtung einer stabilen Gesellschaft, in der alle Bürger, einschließlich derjenigen, die anderen religiösen Bekenntnissen folgen, in Frieden und Sicherheit leben können.
It is clear, therefore, that Islam has not used force to impose its beliefs. Nor was it force, as some would have us believe, that has been responsible for the phenomenal success and spread of Islam. Its main objective has been the establishment of a stable society in which all citizens, including those who follow other religious creeds, may live in peace and security.
Macht war unabdingbar für das Überleben und den Fortbestand der islamischen Ordnung sowie für den Frieden und die Sicherheit ihrer Anhänger. Der Dschihād war und ist ein bedeutsames und notwendiges Mittel zur Errichtung und zum Schutz der muslimischen Gesellschaft. Der Islam ist seinem Wesen nach eine umfassende Ordnung für die Gestaltung des menschlichen Lebens, die in der Welt Wurzeln schlagen muss, und Macht wird benötigt, um ihr Bestehen zu sichern und zu fördern. Der Dschihād ist die Sehne dieser Macht, ohne die sie nicht fortbestehen würde.
Power was essential for the survival and continuity of the Islamic order, and for the peace and security of its followers. Jihād has been, and continues to be, a significant and necessary means for the establishment and protection of Muslim society. Islam, by definition, is a comprehensive order for the organization of human life that must take root in the world, and power is needed to sustain and promote its existence. Jihād is the sinew of that power, without which it would not survive.
Der Grundsatz „Kein Zwang im Glauben“ ist zusammen mit einem anderen zu lesen, der besagt: „Haltet bereit gegen sie, was ihr an Streitkraft und Kriegsrossen aufbieten könnt, damit ihr die Feinde Gottes, die auch eure Feinde sind, und andere außer ihnen, die ihr nicht kennt, Gott aber kennt, in Schrecken versetzt.“ (8:
The principle of “no compulsion in religion,’ should be read in conjunction with another one that states: “Make ready against them whatever force and war mounts you can muster, so that you may strike terror into the enemies of God who are also your own enemies, and others besides them of whom you may be unaware, but of whom God is well aware.” (8:
Diese Grundsätze vermitteln die richtige Sichtweise des Islam, aus der seine Anhänger ihn betrachten und verstehen sollten. Muslime müssen sich nicht in der Defensive befinden noch ihre Haltung des Islam rechtfertigen, sondern sollten selbstbewusst und stolz auf seine Lehren und seine Geschichte sein, im Vergleich zu allen anderen Kulturen und Philosophien. Muslime sollten sich nicht von jenen täuschen lassen, die vorgeben, den Islam zu verteidigen, in Wahrheit aber nur darauf aus sind, ihn zu untergraben und das Recht der Muslime zu untergraben, nach Macht zu streben und Dschihād zu führen, um ihren Glauben zu schützen und seine Lehren zu allen Menschen zu tragen.
These principles present the correct perspective of Islam from which its followers should view and understand it. Muslims need not be on the defensive nor have to justify Islam’s stance, but should be confident and proud of its teachings and its history compared with those of all other cultures and philosophies. Muslims ought not to be taken in by those who claim to defend Islam but, in reality, only seek to undermine it and subvert the right of Muslims to strive to be powerful and to undertake jihād to protect their faith and spread its teachings to all mankind.
Diejenigen, die dem Fortschritt des Islam im Weg stehen, sind die wahren Feinde der Menschheit, die verfolgt werden sollten und deren Bemühungen vereitelt werden müssen. Diese Aufgabe fällt den Gläubigen zu, die sich der Gnade und der Segnungen Gottes erfreuen, die sie wertschätzen und an andere weitergeben müssen.
Those who stand in the way of Islam’s progress are the real enemies of humanity who ought to be pursued, and whose efforts should be frustrated. This task falls upon the believers who have the benefit of God’s grace and blessings which they are obliged to value and pass on to others.