Als Josephs Brüder erkannten, dass alle ihre Bemühungen, ihren jüngeren Bruder zu retten, vergeblich waren, verließen sie Joseph und gingen fort. Sie setzten sich zur Beratung zusammen, tief versunken in ernsthafte Überlegungen. Wir sehen, wie sie in sehr ernster Weise ihre Ansichten austauschen. Die Sure erwähnt nicht alles, was sie sagten. Sie hält nur die letzte Äußerung fest, die die Grundlage ihrer weiteren Schritte bildete: „Als sie die Hoffnung aufgaben, ihn [zurückzubringen], zogen sie sich zurück, um untereinander ernsthaft zu beraten. Der Älteste von ihnen sagte:
When Joseph’s brothers realized that all their attempts to rescue their young brother were in vain, they left Joseph and went away. They sat in council, deeply involved in earnest consultations. We see them exchanging views in a very serious manner. The sūrah does not mention all that they said. It only records the last statement which formed the basis of their next steps: “When they despaired of [moving] him, they withdrew to begin earnest consultations among themselves. The eldest of them said:
Erinnerst du dich nicht, dass dein Vater von euch ein Versprechen im Namen Gottes genommen hat und dass ihr schon früher an Joseph schuldig geworden seid? Ich werde dieses Land nicht verlassen, bis mein Vater es mir erlaubt oder Gott für mich entscheidet. Er ist der Beste der Richter.“ Kehrt zu eurem Vater zurück und sagt: „Vater, dein Sohn hat gestohlen. Wir bezeugen nur das, was wir wissen. Wir konnten das Unvorhergesehene nicht verhindern. Du kannst die Leute der Stadt fragen, in der wir waren, und die Karawane, mit der wir gereist sind. Wir sagen gewiss die Wahrheit.“
Do you not recall that your father took from you a pledge in God’s name, and that previously you were at fault with respect to Joseph? I shall not depart from this land until my father gives me leave or God judges for me. He is certainly the best of judges.’ Go back to your father and say: ‘Father, your son has stolen. We testify only to that which we know. We cannot guard against the unforeseen. You may ask the [people of the] town where we were, and the caravan with which we travelled. We are certainly telling the truth.’“ (Verses 80-82)
Der Älteste erinnert sie an das Versprechen, das sie gegeben hatten, und an ihre Nachlässigkeit gegenüber Joseph und seinem Wohlergehen. Er verbindet die beiden Ereignisse als Grundlage für seine eigene Entscheidung, die lautet, Ägypten nicht zu verlassen und seinen Vater nicht zu treffen, bis dieser ihm die Erlaubnis dazu gibt oder Gott ein Urteil gefällt hat, dem er sich gewiss unterwerfen würde.
The eldest reminds them of the pledge they had given and of their carelessness about Joseph and his welfare. He combines the two events as the basis for his own decision which is not to leave Egypt or meet his father until the latter has given him permission to do so, or God has made a judgement to which he would certainly submit.
Er bittet, dass die übrigen zu ihrem Vater zurückkehren und ihm in aller Offenheit sagen, dass sein Sohn etwas gestohlen habe und deswegen festgehalten worden sei. Mehr wüssten sie nicht. Sollte ihr Bruder unschuldig sein und sollte es mit der ganzen Angelegenheit eine andere Bewandtnis haben, so sei dies ihnen gewiss verborgen geblieben, und sie könnten nicht zur Verantwortung gezogen werden für das, was Gott in Seiner Weisheit ihnen zu verbergen beschlossen hat.
He asks that the rest go back to their father and tell him in all frankness that his son had stolen something, and was subsequently detained on account of this. That was all that they knew. If their brother was innocent, and if there was something different about the whole situation, it was certainly hidden from them, and they could not be answerable for what God, in His wisdom, chose to conceal from them.
Sie hatten nicht erwartet, dass so etwas geschehen würde. Es hätte niemals vorausgesehen werden können. Hätte ihr Vater an dem gezweifelt, was sie sagten, und ihnen nicht geglaubt, so könnte er die Leute in der Hauptstadt Ägyptens fragen, wo sie gewesen waren, und ebenso die Leute in ihrer Karawane. Sie waren bei dieser Angelegenheit nicht allein. Tatsächlich zogen viele Karawanen nach Ägypten und zurück und kauften in jenen Jahren der schlechten Ernte dessen Getreide.
They had not expected anything like this to happen. It could never have been foreseen. If their father doubted what they said, and did not believe them, he could ask the people of the capital city of Egypt where they had been, and the people in their caravan. They were not alone on this business. Indeed there were many caravans travelling to and from Egypt, buying its grain in those years of poor harvest.
Die Sure lässt alles über ihre eigentliche Reise aus. Sie stellt sie von Angesicht zu Angesicht vor ihren betrübten Vater, während sie ihm die schmerzliche Nachricht überbringen. Uns wird tatsächlich nur seine kurze Antwort berichtet, die seinen großen Schmerz und seine Bekümmernis zum Ausdruck bringt. Doch er verfällt nicht der Verzweiflung. Er hegt immer noch die Hoffnung, dass Gott ihm seine beiden Söhne zurückgeben wird, ja sogar seine drei Söhne, einschließlich des Ältesten, der geschworen hatte, Ägypten nicht zu verlassen, bis Gott für ihn entschieden hat. Es ist in der Tat bemerkenswert, dass die Hoffnung weiterhin sein betrübtes Herz erfüllt:
The sūrah leaves out everything about their actual trip. It places them face to face with their grieved father as they tell him their distressing news. We are in fact told only his short reply which expresses his great pain and distress. Yet he does not give in to despair. He still has hope that God will return his two sons, or indeed his three sons, including his eldest who vowed not to leave Egypt until God had judged for him. It is indeed remarkable that hope should continue to fill his distressed heart:
Er sagte: „Nein, sondern eure Seelen haben euch zu etwas Bösem verleitet. Doch geduldiges Ausharren ist schön! Vielleicht wird Gott sie mir alle zurückbringen. Er ist der Allwissende, der Weise.“ Dann wandte er sich von ihnen ab und sagte:
“He said: ‘No, but your minds have tempted you to evil. Sweet patience! God may well bring them all back to me. He is All-Knowing, Wise.’ He then turned away from them and said:
„Weh, mein Kummer um Josef!“ Seine Augen wurden weiß vor Trauer, und er war von stillem Kummer niedergedrückt.“ (Verse 83-84)
‘Oh, woe is me for Joseph!’ His eyes became white with grief and he was burdened with silent sorrow.” (Verses 83-84)
„Nein, sondern euer Inneres hat euch zu etwas Bösem verleitet. Geduldig ertragen ist das Schönste!“ (Vers 83) Dies waren seine eigenen Worte, als er Joseph verlor. Diesmal jedoch fügt er einen Ausdruck großer Hoffnung hinzu, dass Gott ihm Joseph und dessen Bruder sowie seinen anderen Sohn zurückbringen werde: „Vielleicht bringt Gott sie alle zu mir zurück. Er ist der Allwissende, der Weise.“ (Vers 83) Er kennt gewiss den Zustand, in dem Jakob sich befand, und er weiß, was jenseits der Ereignisse und Prüfungen liegt.
“No, but your minds have tempted you to evil. Sweet patience!” (Verse 83) These were his very words when he lost Joseph. However, this time he adds an expression of high hope that God will return Joseph and his brother to him, as well as his other son: “God may well bring them all back to me. He is All-Knowing, Wise.” (Verse 83) He certainly knows the state Jacob was in, and knows what lies beyond events and tests.
Er lässt alles zur passenden Zeit geschehen, wenn Sein Ratschluss gemäß Seiner Weisheit erfüllt ist.
He lets everything take place at the appropriate time, when His purpose is fulfilled according to His wisdom.
Woher kam dieser Hoffnungsstrahl, der das Herz des alten Mannes erfüllte? Er war nichts anderes als das völlige Setzen aller Hoffnung auf Gott und das vollkommene Vertrauen auf Seine Weisheit, das Spüren Seiner Existenz und Seines endlosen Erbarmens. Es ist ein Gefühl, das die Herzen der Elite der Gläubigen erfüllt und wahrer und tiefer wird als die Wirklichkeit, die sie mit ihren Augen sehen, mit ihren Ohren hören und mit ihren Händen berühren. „Da wandte er sich von ihnen ab und sagte: ‚Weh um Joseph!‘ Seine Augen wurden weiß vor Kummer, und er war mit stillem Schmerz beladen.“ {Vers 84}
Where did this ray of hope come from filling the old man’s heart? It is nothing more than placing all hope in God and trusting completely to His wisdom, feeling His existence and His endless compassion. It is a feeling that fills the hearts of the elite of believers and becomes more true and profound than the reality they see, hear and touch. “He then turned away from them and said: ‘Oh, woe is me for Joseph!’ His eyes became white with grief and he was burdened with silent sorrow.” (Verse 84)
Dies ist eine eindrucksvolle Darstellung eines trauernden Vaters. Er empfindet sein Leid als ganz und gar sein eigenes. Niemand in seiner Umgebung teilt seinen Kummer oder fühlt seinen Schmerz. Daher zieht er sich zurück, um den Verlust seines geliebten Sohnes Joseph in sich lebendig zu halten, den er trotz der vergangenen vielen Jahre nicht vergessen hat. Tatsächlich hat die Zeit seinen Kummer nicht gemindert; er ist durch das neue Unglück, das seinen jüngsten Sohn, Josephs jüngeren Bruder, betrifft, erst recht wieder aufgelebt. Es ist ein Moment, in dem sein Kummer stärker gezeigt wird als seine geduldige Ergebenheit: „Oh, wie sehr trauere ich um Joseph!“ (Vers 84)
This is an inspirational portrayal of a bereaved father. He feels that his tragedy is all his own. No one around him shares in his distress or feels his pain. Hence, he moves away to nurture the loss of his beloved son, Joseph, whom he has not forgotten despite the passage of so many years. Indeed time has not reduced his sorrow; it has all been brought back to life by the new calamity involving his youngest son, Joseph’s younger brother. This is a moment when his sorrow is shown to be stronger than his patient resignation: “Oh, woe is me for Joseph!” (Verse 84)
Doch bald unterdrückt er seinen Kummer und verbirgt seine Gefühle. Da sein heftiger Schmerz und seine Trauer unterdrückt werden, verlieren seine Augen ihr Augenlicht: „Und seine Augen wurden weiß vor Trauer, und er war von stillem Kummer niedergedrückt." (Vers 84)
But he soon suppresses his sorrow and hides his feelings. As his intense grief and sadness are suppressed, his eyes lose their sight: “His eyes became white with grief and he was burdened with silent sorrow.” (Verse 84)
Doch seine Söhne hegen weiterhin ihren Groll, sie sind verletzt darüber, dass er Joseph immer noch vermisst und seinetwegen Kummer leidet. Sie zeigen ihm kein Mitgefühl. Sie versuchen nicht einmal, seine Hoffnungen zu bestärken. Stattdessen wollen sie seinen letzten Hoffnungsschimmer auslöschen. Sie sagen zu ihm: „Bei Gott, du wirst dich weiterhin an Joseph erinnern, bis du dahinschwindest oder bis du stirbst.“ (Vers 85)
But his sons continue to harbour their grudge, hurt that he still misses Joseph and suffers distress on his account. They do not show him any compassion. Indeed they do not even try to encourage his hopes. Instead they want to extinguish his last ray of hope. They say to him: “By God, you will continue to remember Joseph until you wither away or until you are dead.” (Verse 85)
Das ist in der Tat eine grausame Äußerung. Sie tadeln ihn dafür, dass er sich an Josef erinnert und Trauer über dessen Verlust empfindet. Sie sagen ihm, dass er, wenn er so weitermacht, seine Trauer bald all seiner Kraft berauben oder er in Verzweiflung sterben wird.
This is indeed a cruel thing to say. They are reproaching him for remembering Joseph and feeling sadness at his loss. They tell him that if he continues in such a state, his sorrow will soon deprive him of all his strength or he will die in despair.
Joseph wird mit Sicherheit nicht zurückkehren.
Joseph is certain not to return.
Ihr Vater sagt ihnen, sie sollen ihn in Ruhe lassen, denn er setzt seine ganze Hoffnung nur auf seinen Herrn. Er klagt niemandem. Seine Beziehung zu seinem Herrn ist anders als ihre, und er kennt von Ihm, was sie nicht kennen: „Ich klage nur bei Gott meinen Kummer und meinen Schmerz. Denn ich kenne von Gott, was ihr nicht kennt.“ (Vers 86)
Their father tells them to leave him alone, because he is only pinning his hopes in his Lord. He makes no complaint to anyone. His relationship with his Lord is different from theirs, and he knows of Him what they do not know: “It is only to God that I complain and express my grief. For I know of God what you do not know.” (Verse 86)
Diese Worte beschreiben auf eindrucksvollste Weise die wahren Gefühle eines standhaften Gläubigen hinsichtlich der Wahrheit der Gottheit. Auch diese Wahrheit selbst tritt hier klar und deutlich hervor.
These words describe in a most vivid way the true feelings of a firm believer concerning the truth of the Godhead. That truth itself is also brought up here in sharp relief.