Al-An'ām (Die Vergeltung gemäß den Taten) 128 – 135
Al-An`ām ( Judgement According To Deeds ) 128 - 135
{Am Tag, an dem Er sie alle versammeln wird, (wird Er sprechen): „O ihr Gemeinschaft der Ǧinn! Viele Menschen habt ihr verführt.“ Und ihre Vertrauten unter den Menschen werden sagen: „Unser Herr, wir haben einander genossen, und nun haben wir das Ende unserer Frist erreicht, die Du uns bestimmt hast.“ Er wird sprechen: „Das Feuer sei eure Wohnstätte, darin ihr ewig weilen sollt, außer wenn Gott es anders will. Wahrlich, dein Herr ist weise und allwissend.“} (128)
On the day when He shall gather them all together, (He will say): “0 you company of jinn! A great many human beings have you seduced.” Those who were their close friends among human beings will say: “Our Lord, we have enjoyed each other’s fellowship, and we have now reached the end of our term which You have appointed for us.” He will say: “The fire shall be your abode, where you shall remain, unless God wills it otherwise.” Indeed, your Lord is wise, all- knowing. (128)
So lassen Wir die Frevler einander zu Verbündeten werden, um dessen willen, was sie zu tun pflegten. (129)
In this manner do We cause the wrongdoers to be close allies of one another, because of that which they do. (129)
„O Gemeinschaft der Ǧinn und der Menschen! Sind nicht Gesandte von euch selbst zu euch gekommen, die euch Meine Zeichen vortrugen und vor der Begegnung mit diesem eurem Tag warnten?“ Sie werden sagen: „Wir bezeugen gegen uns selbst.“ Das Leben dieser Welt hat sie getäuscht. So werden sie gegen sich selbst bezeugen, dass sie Ungläubige waren. (130)
“0 you company of jinn and humans! Have there not come to you messengers from among yourselves who related to you My revelations and warned you of the coming of this your day?” They will reply: “We bear witness against ourselves.” The life of this world has beguiled them. So they will bear witness against themselves that they were unbelievers. (130)
Und so ist es: Dein Herr würde niemals eine Gemeinschaft für ihr Unrecht vernichten, während sie ahnungslos bleibt. (131)
And so it is that your Lord would never destroy a community for its wrongdoing, while they remain unaware. (131)
Alle werden Stufen entsprechend ihren Taten haben. Dein Herr ist nicht unachtsam gegenüber dem, was sie tun. (132)
They all shall have their grades in accordance with their deeds. Your Lord is not unaware of what they do. (132)
Dein Herr ist der Selbstgenügsame, der Barmherzige. Wenn Er will, kann Er euch gänzlich hinwegnehmen und an eure Stelle wen Er will folgen lassen, so wie Er euch aus dem Samen anderer Leute hervorgebracht hat. (133)
Your Lord is the self-sufficient One, the Merciful. If He so wills, He may remove you altogether and cause whom He wills to succeed you, just as He brought you into being out of other people’s seed. (133)
Das, was euch versprochen wird, wird gewiss eintreffen, und ihr könnt ihm nicht entkommen.
That which you are promised will inevitably come, and you cannot elude it.
(134)
(134)
Sprich: „O mein Volk! Handelt nach eurer Möglichkeit, und ich handle ebenfalls. Ihr werdet bald erfahren, wem der Ausgang zuteilwird. Gewiss, den Frevlern wird kein Erfolg beschieden sein." (135)
Say: “My people! Do all that may be in your power, and I will do what I can. You shall come to know to whom the future belongs. Never will the wrongdoers attain success. (135)
Überblick
Overview
Diese ganze Passage ist eine Fortsetzung der vorherigen. Da die Sure zuvor das Schicksal derer dargelegt hat, die dem Weg folgen, der Gott wohlgefällig ist, legt sie nun das Schicksal der Satane dar, seien es Menschen oder Dschinn. Zugleich behandelt sie weiterhin die große Frage des Glaubens und seiner Ablehnung, die hier im Rahmen der Souveränität Gottes und Seiner Autorität zur Gesetzgebung erwähnt wird. Sie verknüpft die Frage der Souveränität mit den zentralen Themen des islamischen Glaubens, einschließlich der Belohnung im Jenseits für das, was Menschen in diesem Leben tun. Damit verbunden sind weitere Themen: Gottes Fähigkeit, alle Satane, ihre Freunde und die gesamte Menschheit zu beseitigen und durch andere zu ersetzen, sowie die Schwäche der Menschen angesichts der unwiderstehlichen Macht Gottes. All diese Glaubensfragen werden hier im Kontext des Verbots und der Erlaubtheit von Tiernahrung behandelt, die bereits besprochen wurde, und der kommenden Erörterung von Opfergaben an Feldfrüchten, Tieren und Nachkommen sowie anderer unwissender Bräuche und Vorstellungen der Jāhiliyyah. So erscheinen all diese Themen eng miteinander verbunden. Sie stehen an ihren angemessenen Plätzen, wie sie der Islam bestimmt hat. Das heißt, sie sind allesamt Glaubensfragen, die gleichermaßen nach den Maßstäben Gottes behandelt werden, die in Seinem offenbarten Buch festgelegt sind.
This whole passage is a continuation of the previous one. Since the sūrah previously outlined the destiny of those who follow the path acceptable to God, it now outlines the fate of satans, be they human or jinn. On the other hand, it continues to tackle the great issue of faith and its rejection, which is mentioned here within the framework of God’s sovereignty and authority to legislate. It links the issue of sovereignty with the main issues of the Islamic faith, including that of reward in the life to come for what people do in this present life. Other issues linked with this are God’s ability to remove all satans, their friends and all mankind, and to replace them with others, as also mankind’s weakness in the face of God’s irresistible power. All these faith issues are mentioned here within the context of the prohibition and permissibility of animal food, which has already been discussed, and the forthcoming discussion of offerings of crops, animals and offspring, as well as other ignorant traditions and jāhiliyyah concepts. Thus all these issues appear to be closely related. They are seen in their appropriate positions as designated by Islam. That is, they are all faith questions, equally treated according to God’s measures established in His revealed Book.
Die Macht der Gottlosen
The Power Of The Wicked
Der vorangegangene Abschnitt der Sure enthielt eine ausführliche Darstellung der Lage derer, deren Herzen Gott öffnet, um die Botschaft der Hingabe an Ihn anzunehmen. Sie bleiben sich Gottes bewusst und beobachten Ihn in all ihren Handlungen, sie wenden sich einem Leben des Friedens zu, im Vertrauen darauf, dass sie den Schutz ihres Herrn haben werden. Wie es im Qur'ān üblich ist, dass den Szenen des Jüngsten Gerichts gegensätzliche Bilder gegenübergestellt werden, folgt nun eine Skizze vom Los der Bösen unter den Menschen und den Dschinn. Diese verbringen ihr Leben damit, einander mit trügerischer Falschheit anzuspornen, sich gegenseitig in ihrer Feindschaft gegen jeden Propheten und Gesandten zu unterstützen und einander zu weisen, welche Argumente sie gegenüber den Gläubigen gebrauchen sollen, um Zweifel in ihren Herzen zu säen hinsichtlich dessen, was Gott für erlaubt und was Er für verboten erklärt hat. All dies wird in einer sehr anschaulichen Skizze dargestellt, die durch Dialog, Bekenntnis und Vorwurf gekennzeichnet ist.
The previous passage of the sūrah contained a full discussion of the situation of those whose hearts God opens up to receive the message of surrender to Him. They remain conscious of God and continue to watch Him in all their actions, move towards a life of peace, assured that they will have the patronage of their Lord. As it is customary in the Qur’ān for contrasting scenes of the Day of Judgement to be portrayed, we now have a sketch showing the lot of the evil ones among humans and jinn. These spend their lives inspiring one another with deceptive falsehood, supporting one another in their hostility to every prophet and messenger pointing out to each other what arguments to use with the believers in order to raise doubts in their minds about what God has made lawful and what He has forbidden. All this is portrayed in a very vivid sketch, characterized by dialogue, confession and reproach.
{Am Tag, an dem Er sie alle versammeln wird, (wird Er sprechen): „O ihr Gemeinschaft der Ǧinn! Viele Menschen habt ihr verführt.“ Und ihre Vertrauten unter den Menschen werden sagen: „Unser Herr, wir haben einander genossen, und nun haben wir das Ende unserer Frist erreicht, die Du uns bestimmt hast.“ Er wird sprechen: „Das Feuer sei eure Bleibe, darin ihr ewig verweilen werdet, es sei denn, Gott will es anders.“ Gewiss, dein Herr ist weise, allwissend. So lassen Wir die Frevler einander zu Verbündeten werden, um dessentwillen, was sie zu tun pflegten.}
On the day when He shall gather them all together, (He will say):”O you company of jinn! A great many human beings have you seduced.” Those who were their close friends among human beings will say: “Our Lord, we have enjoyed each other’s fellowship, and we have now reached the end of our term which You have appointed for us.” He will say: “The fire shall be your abode, where you shall remain, unless God wills it otherwise.” Indeed, your Lord is wise, all-knowing. In this manner do We cause the wrongdoers to be close allies of one another, because of that which they do.
Schwerpunkt auf praktischen Einzelheiten
Emphasis On Practical Details
Gott sendet Seine Gesandten zu den Menschen als Ausdruck Seiner Gnade. Er selbst bedarf ihrer nicht, weder ihrer Anbetung noch selbst ihres Glaubens an Ihn. Wenn sie Gutes tun, kommt es nur ihnen selbst zugute, sowohl in diesem Leben als auch im Jenseits. Seine Gnade zeigt sich auch darin, dass Er einer ungehorsamen Generation, die weiterhin Unrecht begeht und Ihn gänzlich leugnet, eine Chance gewährt, obwohl Er sie völlig vernichten und an ihre Stelle eine andere Generation setzen könnte: „Dein Herr ist der Selbstgenügsame, der Barmherzige. Wenn Er will, kann Er euch alle hinwegnehmen und an eure Stelle nachfolgen lassen, wen Er will, so wie Er euch aus dem Samen anderer Leute hervorgebracht hat.“ (Vers 133)
God sends His messengers to human beings as a gesture of His grace. He Himself has no need of them, their worship or even their belief in Him. When they do well, they only benefit themselves both in this life and in the life to come. His grace is also seen in the fact that He grants a chance to the disobedient generation which continues to do wrong and to deny Him altogether, while He is able to destroy it completely and bring in its place a different generation: “Your Lord is the self-sufficient One, the Merciful. If He so wills, He may remove you altogether and cause whom He wills to succeed you, just as He brought you into being out of other people’s seed.” (Verse 133)
Daher dürfen die Menschen niemals vergessen, dass sie nur durch Gottes Gnade bestehen und dass ihr Dasein von Seinem Willen abhängt. Welche Macht sie auch innehaben, sie ist ihnen von Gott gegeben. Es ist weder eine ihnen innewohnende Macht noch ein selbstbestimmtes Dasein.
Therefore, human beings must never forget that they survive only by God’s grace, and that their existence depends on His will. Whatever power they enjoy, has been given to them by God. Theirs is not an intrinsic power or a self-determined existence.
Niemand hat eine Wahl hinsichtlich seines Entstehens, und niemand bestimmt, welche Art von Macht er ausüben kann. Sie gänzlich zu entfernen und eine andere Gemeinschaft an ihre Stelle zu setzen, ist für Gott sehr leicht. Denn Er ist es, der sie aus dem Samen einer vergangenen Generation hervorgebracht hat, damit sie durch Seinen Willen jener Generation nachfolgen.
No one has any choice with regard to their coming into being, and no one determines what sort of power he can exercise. To remove them altogether and to bring another community in their place is very easy for God. After all, it is He who has brought them into being from the seed of a past generation so that they succeed that generation by His will.
Dieser Vers erschüttert die Herzen jener Frevler, die Ränke schmieden, ihre Grenzen überschreiten, für sich selbst die Befugnis beanspruchen, Dinge zu verbieten und andere für erlaubt zu erklären, und die über die Gültigkeit des Gesetzes Gottes streiten. Dennoch befinden sie sich die ganze Zeit in Gottes Griff. Er kann sie gewähren lassen oder sie gänzlich entfernen, wann Er will, und herbeiführen, wen Er möchte, damit er ihre Nachfolge antritt. Zugleich versichern diese eindringlichen Töne der muslimischen Gemeinschaft die Richtigkeit ihres Weges in einer Zeit, in der sie den bösen Plänen, der Macht und der Feindseligkeit derer gegenübersteht, die böse sind. Alle sind machtlos, wenn es darum geht, dem Willen Gottes zu widerstehen.