Al-Naṣr (Göttliche Hilfe)
Al-Naşr (Divine Help)
Im Namen Gottes, des Barmherzigen, des Allerbarmers.
In the Name of God, the Lord of Grace, the Ever Merciful.
Wenn Gottes Hilfe und Sieg kommen, (1)
When God’s help and victory come, (1)
und du siehst, wie Menschen in großer Zahl die Religion Gottes annehmen (2)
and you see people embracing God’s religion in large numbers (2)
Preise dann deinen Herrn mit Seinem Lob und rühme Ihn, und bitte Ihn um Vergebung. Er ist fürwahr der, der die Reue annimmt. (3)
then extol your Lord’s limitless glory, and praise Him, and seek His forgiveness. He is the One who accepts repentance. (3)
Überblick
Overview
Diese kurze Sure verkündet dem Propheten Muhammad ﷺ, dem Gesandten Gottes, die frohe Botschaft, dass die Hilfe Gottes kommen wird, ebenso der Sieg und die gemeinsame Annahme Seiner Religion durch die Menschen. Sie weist ihn an, sich seinem Herrn in hingebungsvoller Anbetung zuzuwenden, verbunden mit einer demütigen Bitte um Seine Vergebung. Die Sure stellt zudem das Wesen und die Rechtschaffenheit dieses Glaubens und seiner Ideologie dar, die den Menschen auf eine Stufe der Würde, der Hingabe und der Freiheit erhebt, die er niemals erreichen kann, außer durch die Antwort auf den Ruf des Islam und die Verwirklichung der islamischen Botschaft ﷺ.
This short sūrah brings the good news to Muĥammad, God’s Messenger, that God’s help will be forthcoming, as will victory and peoples’ collective acceptance of His religion. It instructs him to turn towards his Lord in devoted adoration coupled with a humble request for His forgiveness. The sūrah also presents the nature and the righteousness of this faith and its ideology, which elevates humanity to a standard of dignity, dedication and freedom that it can never attain except through responding to the call of Islam and implementing the Islamic message.
Von den verschiedenen Überlieferungen über den Anlass der Offenbarung dieser Sure zitieren wir die von Imām Aḥmad überlieferte, die folgendermaßen lautet: „‚Ā’ishah sagte, dass der Gesandte Gottes ﷺ gegen Ende seines Lebens sehr häufig wiederholte: Alle Lobpreisung und alles Lob gebühren Gott. Ich bitte Ihn um Vergebung und kehre reuig zu Ihm zurück.‘“ Er sagte auch:
Of the several traditions regarding the revelation of this sūrah, we quote the one related by Imām Aĥmad which runs as follows: “`Ā’ishah said that God’s Messenger used to repeat very frequently, towards the end of his life: All glorification and praises are due to God. I seek His forgiveness; and I repent of my sins.’ He also said:
„Mein Herr hat mir mitgeteilt, dass ich ein Zeichen in meiner Gemeinschaft sehen würde. Er befahl mir, Ihn zu preisen und zu loben, den Allvergebenden, und Seine Vergebung zu erbitten, wenn ich dieses Zeichen sehe. Und fürwahr, ich habe es gesehen.“
‘My Lord told me I would see a sign in my community. He ordered me to glorify and praise Him, the Forgiving, and ask His pardon when I see this sign. Indeed, I have.
„Wenn Gottes Hilfe und Sieg kommen und du siehst, wie die Menschen in großer Zahl in Gottes Religion eintreten, dann preise die grenzenlose Herrlichkeit deines Herrn, lobe Ihn und bitte Ihn um Vergebung. Er ist Derjenige, der die Reue annimmt.“ [Überliefert auch von Muslim mit einer anderen Überlieferungskette.] Ibn Kathīr sagt in seinem Korankommentar: „Der in dieser Sure erwähnte Sieg bezieht sich, wie einmütig übereinstimmend anerkannt, auf die Eroberung Makkas. Die arabischen Stämme warteten den Ausgang des Konflikts zwischen den Quraisch und den Muslimen ab, bevor sie eine Entscheidung über ihren Übertritt zum Islam trafen, und sagten, wenn Muḥammad ﷺ über sein Volk siegen würde, dann sei er tatsächlich ein Prophet. Als dies geschehen war, nahmen sie den Islam daher in großer Zahl an. Innerhalb von zwei Jahren nach der Eroberung Makkas war die gesamte Arabische Halbinsel vom Islam beherrscht, und, all dank sei Gott, bekannte sich jeder arabische Stamm zum Glauben an den Islam.“ In seinem Ṣaḥīḥ al-Bukhārī zitiert er ʿAmr ibn Salamah mit den Worten: „Als Makkah sich dem Islam ergab, eilte jeder Stamm herbei, um dem Gesandten Gottes ﷺ seinen Übertritt zum Islam zu erklären.“
When God’s help and victory come, and you see people embracing God’s religion in large numbers then extol your Lord’s limitless glory, and praise Him, and seek His forgiveness. He is the One who accepts repentance.’“ [Related also by Muslim with a different chain of transmission.] Ibn Kathīr says in his commentary on the Qur’ān: “The victory mentioned in this sūrah refers, as unanimously agreed, to the conquest of Makkah. The Arab tribes were awaiting the settlement of the conflict between the Quraysh and the Muslims, before making a decision about their acceptance of Islam, saying that if Muĥammad were to prevail over his people, he would indeed be a prophet. Consequently, when that was accomplished they accepted Islam in large numbers. Within two years of the conquest of Makkah, the whole Arabian Peninsula was dominated by Islam, and, all thanks to God, every Arab tribe declared its belief in Islam.” In his Şaĥīĥ al-Bukhārī quotes `Amr ibn Salamah as saying: “When Makkah fell to Islam, every tribe hastened to declare to God’s Messenger its acceptance of Islam.
Sie warteten darauf, dass es eintreten würde, und sagten: „Lasst ihn mit seinem Volk allein. Er wäre tatsächlich ein Prophet, wenn er über sie siegte …“ Diese Berichte stimmen chronologisch mit dem Wortlaut der Sure überein, insofern als ihre Offenbarung ein Zeichen für etwas war, das folgen sollte, zusammen mit einigen Anweisungen an den Propheten ﷺ, was er tun solle, wenn dieses Ereignis einträte.
They were waiting for it to take place, saying, ‘Leave him alone with his people. He would indeed be a prophet if he prevailed over them...” These reports are chronologically in line with the wording of the sūrah, in the sense that its revelation was a sign of something to follow, with some instructions to the Prophet on what he should do when this event would take place.
Es gibt jedoch einen anderen Bericht, der sich nicht schwer mit dem bereits besprochenen vereinbaren lässt. `Abdullāh ibn `Abbās, der Cousin des Propheten ﷺ und gelehrter Gefährte, berichtet: „`Umar pflegte mich in die Gesellschaft der Älteren aufzunehmen, die bei Badr dabei gewesen waren. Doch einige von ihnen fühlten sich unbehaglich und fragten, warum man mich mit ihnen zulasse, wo ich doch im gleichen Alter sei wie ihre eigenen Kinder. Da sagte `Umar zu ihnen: ‚Ihr wisst, zu welcher Familie er gehört.‘ Eines Tages lud `Umar sie alle ein, und auch mich. Ich hatte das Gefühl, dass er ihnen zeigen wollte, warum er mir solch ein Vorrecht gewährte. Er fragte sie: ‚Was haltet ihr von Gottes Wort: Wenn die Hilfe Gottes und der Sieg kommen?‘ Einige von ihnen antworteten: ‚Es ist eine Anordnung, dass wir Ihn preisen und Seine Vergebung suchen sollen, wenn Er uns zum Sieg verhilft und uns Seine Gunst erweist.‘ Andere schwiegen. Dann fragte mich `Umar: ‚Stimmst du dieser Ansicht zu, Ibn `Abbās?‘ Ich verneinte. `Umar fragte mich erneut: ‚Was sagst du denn dann?‘ Ich erwiderte: ‚Es war ein Zeichen Gottes an Seinen Gesandten, das den Nahen des Endes seines Lebens anzeigte. Es bedeutet: Wenn die Hilfe Gottes und der Sieg kommen, sollst du wissen, dass dein Ende nahe ist. Dann preise die grenzenlose Herrlichkeit deines Herrn, lobe Ihn und suche Seine Vergebung. Er ist Derjenige, der die Reue annimmt.‘ `Umar bemerkte: ‚Meines Wissens bedeutet es nur das, was du gerade gesagt hast.‘“ [Überliefert von al-Bukhārī.] Es ist also möglich, dass der Gesandte Gottes ﷺ, nachdem er das Zeichen seines Herrn wahrgenommen hatte, erkannte, dass er seinen Auftrag in diesem Leben erfüllt hatte und dass die Zeit gekommen war, von dannen zu scheiden, und genau das meinte Ibn `Abbās.
There is, nevertheless, a different report which is not difficult to reconcile with the one we have already discussed. `Abdullāh ibn`Abbās, the Prophet’s cousin and learned Companion, reports: “Umar used to let me join the company of elders who were present at Badr, but some of them felt uneasy and asked why I should be allowed with them when I was of the same age as their own children. But `Umar said to them, ‘You know to what family he belongs.’ One day `Umar invited them all and invited me as well. I felt that he wanted to show them why he gave me such a privilege. He asked them, ‘What do you make of God’s saying: When God’s help and victory come?’ Some of them replied, ‘It is an order that we must praise Him and seek His forgiveness when He helps us to triumph and bestows His favours on us.’ Others remained silent. Then `Umar asked me, ‘Do you agree with this view, Ibn `Abbās?’ I answered in the negative. `Umar asked me again, ‘What, then, do you say?’ I replied, ‘It was a sign from God to His Messenger indicating the approach of the end of his life. It means: when God’s help and victory come, you should know that your end is near, then extol your Lord’s limitless glory, and praise Him, and seek His forgiveness. He is the One who accepts repentance.’“ `Umar commented, ‘To my knowledge, it only means what you have just said.” [Related by al-Bukhārī.] So it is possible that God’s Messenger, having witnessed his Lord’s sign, realized that he had fulfilled his mission in this life, and that it was time for him to depart, which was what Ibn `Abbās actually meant.
Ein anderer Bericht, überliefert von al-Bayhaqī, ebenfalls auf die Autorität von Ibn ʿAbbās, erwähnt, dass der Prophet, als diese Sūrah zum ersten Mal offenbart wurde, seine Tochter Fāţimah zu sich rufen ließ und ihr sagte: „Mir wurde mein Tod angekündigt.“ Man sah, wie sie zu weinen begann. Ein wenig später aber lächelte sie. Einige Zeit danach erklärte sie: „Ich weinte, als er mir von seinem nahenden Tod erzählte. Doch dann sagte er zu mir: ‚Sei geduldig, denn du wirst die Erste aus meiner Familie sein, die mir folgt‘, da lächelte ich.“ Nach diesem letzten Ḥadīth ist der Zeitpunkt der Offenbarung der Sūrah tatsächlich so festgelegt, dass er später liegt als das Zeichen, also der Sieg und die gemeinsame Annahme des Islam durch die Menschen. Als sich die Ereignisse in dieser Weise zutrugen, wusste der Prophet, dass sein Leben bald zu Ende gehen würde. Doch auch hier ist der erste Bericht authentischer und passt besser zur Aussage der Sūrah, zumal der Vorfall um Fāţimah, ihr Weinen und Lächeln, in einem anderen Zusammenhang überliefert wird, der mit der von uns bevorzugten Fassung übereinstimmt. Dieser andere Bericht lautet: „Umm Salamah, die Frau des Propheten, sagte: ‚Der Prophet ließ Fāţimah eines Tages im Jahr des Sieges zu sich rufen und sprach unter vier Augen mit ihr. Sie weinte. Dann sprach er erneut mit ihr, und sie lächelte. Nachdem er verstorben war, fragte ich sie nach dem Vorfall, und sie erklärte: Der Gesandte Gottes sagte mir, dass er bald sterben werde, da weinte ich. Dann sagte er mir, dass ich die nächste berühmteste Frau im Paradies sein werde, nach Maryam, der Tochter ʿImrāns, da lächelte ich.‘“ [Überliefert von al-Tirmidhī.] Dieser Bericht stimmt mit der allgemeinen Bedeutung des Qur’ān-Textes überein sowie mit dem, was Imām Aḥmad überliefert hat und was auch in Muslims Ṣaḥīḥ erscheint. Das heißt, zwischen Gott und Seinem Gesandten bestand ein Zeichen, das die Sūrah benennt. Als daher der Sieg, durch den Makkah für den Islam gewonnen wurde, vollendet war, wusste der Prophet, dass er bald seinem Herrn begegnen würde. Deshalb sprach er mit Fāţimah auf die von Umm Salamah beschriebene Weise.
A different report related by al-Bayhaqī, also on Ibn `Abbās’s authority, mentions that when this sūrah was first revealed, the Prophet asked his daughter, Fāţimah, to come over and told her, ‘My death has been announced to me.’ She was seen to start crying. But a little later she smiled. Some time later she explained, “I cried when he told me of his approaching death. But he then said to me, Be patient, because you will be the first of my household to join me’, so I smiled.” According to this last ĥadīth, the time of the revelation of the sūrah is actually fixed as coming later than the sign. That is, the victory and the people’s collective acceptance of Islam. When events took place in this fashion the Prophet knew that his life would soon come to a close. But again the first account is more authentic and fits in more suitably with the import of the sūrah, especially as the incident concerning Fāţimah and her crying and smiling is related in a different context which agrees with the version we prefer. This other report goes as follows: “Umm Salamah, the Prophet’s wife, said: ‘The Prophet invited Fāţimah one day during the year of the victory and spoke to her in private. She cried. Then he spoke to her again and she was smiling. After he died, I asked her about the incident and she explained, God’s Messenger told me he was soon to die, so I cried. Then he told me that I would be the next most celebrated woman in heaven, next to Maryam bint `Imrān, so I smiled.’“ [Related by al-Tirmidhī.] This report agrees with the general meaning of the Qur’ānic text and with what Imām Aĥmad related, which also appears in Muslim’s Şaĥīĥ. That is, there was a sign between God and His Messenger, which the sūrah specifies. Hence, when the victory that secured Makkah to Islam was accomplished, the Prophet knew that he was soon to meet his Lord. Hence he spoke to Fāţimah in the manner described by Umm Salamah.
Ein erwartetes Ereignis Wir wollen nun die dauerhafte Bedeutung und die Anweisungen betrachten, die in dieser kurzen Sure dargelegt werden: „Wenn Gottes Hilfe und Sieg kommen und du siehst, wie die Menschen in großer Zahl in Gottes Religion eintreten, dann preise die grenzenlose Herrlichkeit deines Herrn, lobe Ihn und bitte Ihn um Vergebung. Er ist Derjenige, der die Reue annimmt.“ (Verse 1-3)
An Awaited Event We will now consider the permanent import and instructions outlined in this short sūrah: “When God’s help and victory come, and you see people embracing God’s religion in large numbers, then extol your Lord’s limitless glory, and praise Him, and seek His forgiveness. He is the One who accepts repentance.” (Verses 1-3)
Der Anfang des ersten Verses vermittelt implizit eine Vorstellung davon, was in diesem Universum geschieht und welche Ereignisse sich in diesem Leben abspielen. Er umfasst außerdem die eigentliche Rolle des Propheten ﷺ und seiner Gefährten bei der Ausbreitung des Islam und das Ausmaß, in dem diese von ihren Bemühungen abhängt. „Wenn die Hilfe Gottes und der Sieg kommen…“ bedeutet, dass es eine Hilfe ist, die von Gott gewährt wird, und dass Er es ist, der den Sieg zu Seiner eigenen guten Zeit herbeiführt, in der Form, die Er bestimmt, und zu dem Zweck, den Er festlegt. Der Prophet ﷺ und seine Gefährten haben damit überhaupt nichts zu tun, und sie erlangen daraus keinen persönlichen Gewinn. Es genügt ihnen, dass Er es durch sie tut, sie als seine Hüter einsetzt und es ihnen anvertraut. Dies ist alles, was sie von Gottes Hilfe, dem Sieg und der massenhaften Annahme Seiner Religion durch die Menschen erlangen.
The beginning of the first verse implicitly presents a concept of what goes on in this universe and the events that take place in this life. It also covers the actual role of the Prophet and his followers in the progress of Islam, and to what extent it depends on their efforts. ‘When God’s help and victory...’, denotes that it is help granted by God, and it is He who brings about victory in His own good time, in the form He decides and for the purpose He determines. The Prophet and his Companions have nothing to do with it at all, and they obtain no personal gain from it. It suffices for them that He does it through them, appoints them as its guards and entrusts it to them. This is all they acquire from God’s help, the victory and people’s acceptance en masse of His religion.
Nach dieser Auffassung bestand die Pflicht des Propheten und seiner Gefährten, die Gott erwählt und mit dem Vorzug ausgezeichnet hatte, Werkzeuge des Sieges für Seine Sache zu sein, im Höhepunkt des Sieges darin, sich Ihm zuzuwenden, in Lobpreis, Dank und in der Bitte um Vergebung. Dank und Lobpreis gebühren Ihm dafür, dass Er so großzügig war, sie zu Trägern Seiner Religion zu erwählen; für die Barmherzigkeit und Gunst, die Er der gesamten Menschheit erwies, indem Er Seine Religion siegreich machte; und für die Eroberung Makkas und die kollektive Annahme des Islam durch die Menschen.
According to this concept, the duty of the Prophet and his Companions whom God chose and gave the privilege of being the instruments of victory for His cause, was to turn to Him at the climax of victory in praise, expressing gratitude and seeking forgiveness. Gratitude and praise are for His being so generous as to have chosen them to be the standard-bearers of His religion; for the mercy and favour He did to all humanity by making His religion victorious; and for the conquest of Makkah and people’s collective acceptance of Islam.
Um Vergebung wird gebeten für jede fehlerhafte Empfindung, die man insgeheim hegt, wie etwa Eitelkeit, die sich bisweilen in das Herz einschleicht, wenn nach einem langen Kampf der Sieg errungen ist. Es ist für Menschen nahezu unmöglich, dies zu verhindern, weshalb Gottes Vergebung zu erbitten ist. Vergebung ist auch dafür zu erbitten, was sich während des langen und grausamen Kampfes im Herzen eingeschlichen haben mag, und für Ungeduld, die aus einer empfundenen Verzögerung des Sieges entsteht, oder für die Folgen einer krampfhaften Verzweiflung, wie der Qur'an an anderer Stelle erwähnt: „Glaubt ihr etwa, ihr würdet ins Paradies eingehen, ohne dass euch dasselbe widerfahren ist wie denen [Gläubigen], die vor euch dahingegangen sind?"
His forgiveness is sought for any defective feeling, privately entertained, such as vanity, which sometimes creep into one’s heart when victory is attained after a long struggle. It is almost impossible for human beings to prevent this happening and therefore God’s forgiveness is to be sought. Forgiveness also has to be sought for what might have been insinuated within one’s heart during the long and cruel struggle and for petulance resulting from a conceived delay of victory, or the effects of convulsive despair, as the Qur’ān mentions elsewhere: “Do you reckon that you will enter paradise while you have not suffered like those [believers] who passed away before you?
Sie wurden von Not und Widrigkeiten heimgesucht und so heftig erschüttert, dass der Gesandte und die Gläubigen, die mit ihm waren, ausriefen: „Wann kommt die Hilfe Gottes?“ Wahrlich, die Hilfe Gottes ist nahe.“ (2:214)
Affliction and adversity befell them, and so terribly shaken were they that the Messenger and the believers with him would exclaim, ‘When will God’s help come?’ Surely, God’s help is close at hand.” (2: 214)
Es ist auch notwendig, Gottes Vergebung zu erbitten für die eigenen Unzulänglichkeiten beim Preisen Gottes und beim Danken für Seine unendlichen Gunsterweise, die jederzeit gewährt werden. „Wolltet ihr die Gunsterweise Gottes zählen, ihr würdet sie niemals aufzählen können.“ (16: 18) Wie groß die eigenen Bemühungen in dieser Hinsicht auch sein mögen, sie sind niemals ausreichend.
It is also necessary to seek God’s forgiveness for one’s shortcomings in praising God and thanking Him for His infinite favours which are granted at all times. “If you were to count God’s favours, never will you be able to number them.” (16: 18) However great one’s efforts in this respect are, they are never adequate.
Die Bitte um Vergebung im Augenblick des Triumphs weckt zugleich Gefühle von Schwäche und Unvollkommenheit, zu einer Zeit, in der eine Haltung von Stolz und Überheblichkeit naheliegend erscheint. All diese Faktoren garantieren, dass den Besiegten keine Tyrannei widerfährt. Der siegreiche Anführer wird dazu gebracht zu erkennen, dass Gott ihn eingesetzt hat – einen Menschen, der keine eigene Macht besitzt und jeder Stärke entbehrt –, zu einem vorherbestimmten Zweck; folglich gehören der Triumph und die Eroberung ebenso wie die Religion Ihm, und zu Ihm kehrt letztlich alles zurück.
Seeking forgiveness at a moment of triumph also arouses feelings of weakness and imperfection at a time when an attitude of pride and conceit seems natural. All these factors guarantee that no tyranny will afflict the vanquished. The victorious leader is made to realize that it is God who has appointed him, a man who has no power of his own and who is devoid of any strength, for a predetermined purpose; consequently the triumph and the conquest as well as the religion are all His, and to Him all things ultimately return.
Dies ist das erhabene, würdevolle Ideal, zu dessen Verwirklichung der Qur’ān die Menschen anspornt, ein Ideal, in dem die Erhöhung des Menschen darin besteht, seinen eigenen Stolz zu vernachlässigen, und in dem die Freiheit seiner Seele in seiner Unterwerfung unter Gott liegt. Das gesetzte Ziel ist die vollständige Befreiung der menschlichen Seelen von ihren egoistischen Fesseln, wobei ihr einziges Streben darin besteht, das Wohlgefallen Gottes zu erlangen.
This is the lofty, dignified ideal the Qur’ān exhorts people to toil towards, an ideal in which man’s exaltation is in neglecting his own pride and where his soul’s freedom is in his subservience to God. The goal set is the total release of human souls from their egoistic shackles, their only ambition being to attain God’s pleasure.
Zusammen mit dieser Befreiung muss eine Anstrengung unternommen werden, die dem Menschen hilft, auf der Welt zu gedeihen, die die menschliche Zivilisation fördert und eine rechtgeleitete, makellose, konstruktive, gerechte und Gott ergebene Führung hervorbringt.
Along with this release there must be exerted effort which helps man flourish in the world, promotes human civilization and provides a rightly-guided, unblemished, constructive, just leadership devoted to God.
Demgegenüber erweisen sich die Bemühungen des Menschen, sich zu befreien, solange er im Griff des Egoismus steht, an die Freude an weltlichen Dingen gefesselt oder von seinen Begierden überwältigt ist, als völlig nutzlos, es sei denn, er befreit sich von persönlichen Wünschen und Ambitionen. Seine Treue zu Gott muss alles andere überwiegen, besonders im Augenblick des Triumphes und bei der Verteilung der Beute. Ein solches Verhalten, das Gott der Menschheit zu erreichen wünscht, war das kennzeichnende Merkmal aller Propheten.
By contrast, man’s efforts to liberate himself while in the grip of egoism, shackled by his zest for worldly things, or overpowered by his cravings, turn out to be absolutely useless unless he frees himself from personal desires and ambitions. His loyalty to God must be made to override everything else, particularly at the moment of triumph and the collection of booty. Such behaviour, which God wants humanity to attain, was the characteristic feature of all the Prophets.
So war es auch beim Propheten Josef, als all sein Wunsch erfüllt war und sein Traum wahr wurde: „Und er erhob seine Eltern auf den Thron, und sie fielen vor ihm nieder in Anbetung. Er sprach: ‚Vater, das ist die wahre Bedeutung meines Traumes von damals. Mein Herr hat ihn wahr werden lassen. Er hat mir Gutes erwiesen, indem Er mich aus dem Gefängnis befreite und euch alle aus der Wüste herbrachte, nachdem Satan Zwietracht gesät hatte zwischen mir und meinen Brüdern. Mein Herr ist gütig in allem, was Er will. Er ist der Allwissende, der Allweise.‘“ (12:100)
Such was the case with the Prophet Joseph, when all he wanted was achieved and his dream came true: “And he raised his parents to the highest place of honour, and they fell down on their knees, prostrating themselves before him. He said: ‘Father, this is the real meaning of my dream of long ago. My Lord has made it come true. He has been gracious to me, releasing me from prison, and bringing you all from the desert after Satan had sown discord between me and my brothers. My Lord is gracious in whatever way He wishes. He is All-Knowing, truly Wise.” (12: 100)
Dann, in diesem Augenblick des Höhepunkts, entzog sich Joseph dem Jubel und den ausgebreiteten Armen, um sich seinem Herrn zuzuwenden und Ihn mit einem reinen Gefühl der Dankbarkeit zu preisen: „Mein Herr, Du hast mir Macht verliehen und mich die wahre Bedeutung von Aussagen verstehen gelehrt. Schöpfer der Himmel und der Erde! Du bist mein Beschützer in dieser Welt und im Jenseits. Lass mich als jemand sterben, der sich Dir ergeben hat, und nimm mich unter die Rechtschaffenen auf.“ ({12: 101})
Then, at that moment of climax, Joseph took himself away from the jubilations and embracing arms to turn towards his Lord, praising Him with a pure sense of gratitude: “My Lord, You have given me power and imparted to me some understanding of the real meaning of statements. Originator of the heavens and the earth! You are my guardian in this world and in the life to come. Let me die as one who has surrendered himself to You, and admit me among the righteous.” (12: 101)
So verschwand jedes Gefühl eigener Selbstgefälligkeit und Freude, die durch das Wiedersehen mit seiner Familie entstanden war, und das Bild, das uns bleibt, ist das eines Menschen, Josef, der zu Gott betet, Er möge ihm helfen, Ihm bis zu seinem Tod ergeben zu bleiben, und ihn aus Seiner Barmherzigkeit und Gnade zu den Rechtschaffenen unter Seinen Dienern gesellen.
Thus any sense of his own egotism and happiness brought about by his reunion with his family vanished, and the picture we are left with is that of an individual, Joseph, praying to God to help him remain submissive to Him until he dies and to let him, out of His mercy and grace, join His righteous servants.
o, auch beim Propheten Salomo war es so, als er den Thron der Königin von Saba in seine unmittelbare Nähe gebracht sah: { Als er ihn vor sich stehen sah, sprach er: „Dies ist eine Gnade meines Herrn, um mich zu prüfen, ob ich danke oder undankbar bin. Wer dankbar ist, der ist es zu seinem eigenen Nutzen, und wer undankbar ist, nun, mein Herr ist selbstgenügsam und großzügig.“ } (27:40)
o, it was also with the Prophet Solomon, when he saw the Queen of Sheba’s throne brought into his very reach: “When he saw it set in his presence he said: ‘This is of the bounty of my Lord, that He may try me whether I give thanks or remain ungrateful. He who gives thanks does so for his own good, and he who is ungrateful, well, my Lord is all sufficient and bountiful.” (27: 40)
Und so war es auch mit Muḥammad ﷺ während seines ganzen Lebens. Im Augenblick des Triumphs, als die Eroberung Makkas vollbracht war, betrat er die Stadt auf dem Rücken seines Kamels mit tief gesenktem Haupt. Er vergaß die Freude des Sieges und neigte dankbar sein Haupt, um die Vergebung seines Herrn zu erbitten, obwohl er soeben Makkah erobert hatte, dessen Bewohner ihn offen und schamlos verfolgt und vertrieben hatten. Dies war auch die Praxis seiner Gefährten nach ihm.
And so indeed it was with Muĥammad throughout his life. In the moment of triumph, as the conquest of Makkah was accomplished, he entered the city on the back of his camel with his head bowed low. He forgot the joy of victory and thankfully bowed his head seeking his Lord’s forgiveness, even though he had just conquered Makkah, whose people had openly and unashamedly persecuted and expelled him. This also was the practice of his Companions after him.
So erhob sich auf dem Glauben an Gott jene große Generation der Menschheit sehr hoch und erreichte einen beispiellosen Rang an Größe, Macht und Freiheit.
Thus, upon belief in God, was that great generation of humanity raised very high, reaching an unparalleled standard of greatness, power and freedom.