Al-Takāthur (Der Wetteifer um weltlichen Gewinn)
Al-Takāthur (Rivalry for Worldly Gain)
Im Namen Gottes, des Allerbarmers, des Barmherzigen.
In the Name of God, the Lord of Grace, the Ever Merciful.
Ihr seid vom Streben nach immer mehr beherrscht, (1)
You are preoccupied by greed for more and more, (1)
bis ihr in eure Gräber gelangt. (2)
until you go down to your graves. (2)
Nein, bald werdet ihr es erfahren! (3)
Nay, in time you will come to know! (3)
Wiederum, mit der Zeit werdet ihr es erkennen! (4)
Again, in time you will come to know! (4)
Wahrlich, wenn ihr es mit Gewissheit wüsstet... (5)
Indeed, were you to know [the truth] with certainty... (5)
Gewiss, du wirst das Feuer der Hölle sehen. (6)
You would, most certainly, see the fire of hell. (6)
Auch dies werdet ihr, ganz gewiss, mit eigenen Augen sehen. (7)
Again, you will, most certainly, see it with your very eyes. (7)
Dann werdet ihr an jenem Tag gewiss nach den Wonnen befragt werden. (8)
Then on that day you will certainly be questioned about your joys and comforts. (8)
Gierige Beschäftigungen
Greedy Preoccupations
Diese Sure hat einen Rhythmus, der zugleich majestätisch und ehrfurchtgebietend ist; als wäre es die Stimme eines Warners, der auf einer erhöhten Stelle steht und seine Stimme erschallen lässt, die in gewichtigem Nachdruck widerhallt. Er ruft Menschen an, die schläfrig, berauscht und verwirrt sind. Sie nähern sich einem Abgrund mit geschlossenen Augen und abgestumpften Gefühlen. Daher steigert der Warner die Lautstärke seiner Stimme bis zum Äußersten: „Euch beschäftigt das Streben nach immer mehr, bis ihr in eure Gräber hinabsteigt.“ (Verse 1-2)
This sūrah has a rhythm that is both majestic and awe-inspiring; as if it were the voice of a warner standing on a high place, projecting his voice as it rings out in weighty emphasis. He calls out to people who are drowsy, drunken, confused. They approach a precipice with their eyes closed and their feelings numbed. So the warner increases the volume of his voice to the limit: “You are preoccupied by greed for more and more, until you go down to your graves.” (Verses 1-2)
Ihr Berauschten und Verwirrten! Ihr, die ihr Gefallen daran findet und euch im Wettstreit um Reichtum, Kinder und die Genüsse dieses Lebens verausgabt, von dem ihr gewiss scheiden werdet! Ihr, die ihr euch ganz mit dem beschäftigt, was ihr besitzt, und nicht wisst, was danach kommt! Ihr, die ihr den Gegenstand dieses Wettstreits zurücklassen werdet, und das, worauf ihr stolz seid, und in ein enges Loch geht, wo es weder Wettstreit noch Stolz gibt! Wacht auf und schaut euch um, ihr alle! Denn wahrlich: „Euch lenkt das Streben nach immer mehr ab, bis ihr zu den Gräbern gelangt.“ (Verse 1–2)
You drunken and confused lot! You who take delight and indulge in rivalry for wealth, children and the pleasures of this life, from which you are sure to depart! You who are absorbed with what you have, unaware of what comes afterwards! You who will leave the object of this rivalry, and what you seek pride in, and go to a narrow hole where there is no rivalry or pride! Wake up and look around, all of you! For indeed, “you are preoccupied by greed for more and more, until you go down to your graves.” (Verses 1-2)
Mit einem tiefen und ernsten Rhythmus trifft die Sure dann ihre Herzen mit dem Schrecken, der sie erwartet, nachdem sie in ihren Gräbern zurückgelassen wurden: „Nein, bald werdet ihr es erfahren.“ (Vers 3) Dann wiederholt sie denselben Ton, mit denselben Worten und demselben festen und erschreckenden Rhythmus: „Nochmals: Bald werdet ihr es erfahren!“ (Vers 4) Danach vertieft sie diese Zusicherung in ihrer Tiefe und Ehrfurcht und deutet auf die schwere Zukunft hin, die dahinter liegt, deren schreckliches Wesen sie in ihrem Rausch und im Wettstreit um weltliche Reichtümer nicht erkennen: „Wenn ihr es mit Gewissheit wüsstet ...“ (Vers 5)
With a deep and grave rhythm the sūrah then strikes their hearts with the terror awaiting them after they are left in their graves: “Nay, in time you will come to know.” (Verse 3) Then it repeats the same note, employing the same words and the same firm and terrifying rhythm: “Again, in time you will come to know!” (Verse 4) Then it adds to the depth and awe of this assurance, and hints at the grave prospect that lies beyond, the terrifying essence of which they do not recognize in their flush of intoxication and rivalry for worldly riches: “Indeed, were you to know [the truth] with certainty...” (Verse 5)