Al-An'ām (Das Wunder der Schöpfung) 95 – 111
Al-An`ām ( The Miracle Of Creation ) 95 - 111
Gott ist es, der das Korn und den Dattelkern spaltet. Er bringt das Lebendige aus dem Toten hervor und das Tote aus dem Lebendigen. Das ist Gott. Wie könnt ihr also von der Wahrheit abgewandt werden? (95)
It is God who splits the grain and the fruit-stone. He brings forth the living out of that which is dead and the dead out of that which is alive. Such is God. How, then, are you deluded away from the truth? (95)
Er ist es, der den Morgen anbrechen lässt. Er hat die Nacht zur Ruhe bestimmt und Sonne und Mond zur Berechnung der Zeit. All dies ist festgesetzt durch den Willen des Allmächtigen, des Allwissenden. (96)
He is the One who causes the day to break. He has made the night to be [a source of stillness], and the sun and the moon for reckoning. All this is laid down by the will of the Almighty, the All- Knowing. (96)
Er ist es, Der euch die Sterne gesetzt hat, damit ihr durch sie in der tiefen Finsternis von Land und Meer rechtgeleitet werdet. Wir haben Unsere Zeichen wahrlich klar dargelegt für Menschen, die Wissen besitzen. (97)
It is He that has set up for you the stars, so that you may be guided by them in the deep darkness of land and sea. We have made Our revelations plain indeed to people who have knowledge. (97)
Er ist es, der euch alle aus einer einzigen Seele erschaffen hat und euch eine Wohnstätte und einen Ort des vorübergehenden Aufenthalts gegeben hat. Wir haben Unsere Zeichen wahrlich klar dargelegt für Menschen, die Verständnis besitzen. (98)
He it is who has brought you all into being from a single soul and has given you a dwelling and a place of sojourn. We have made Our revelations plain indeed to people of understanding. (98)
Und Er ist es, der Wasser vom Himmel herabsendet, womit Wir Pflanzen jeglicher Art hervorbringen, und daraus bringen Wir Grünes hervor, aus dem Wir dicht geschichtetes Korn hervorbringen; und aus dem Blütenstand der Dattelpalme hängende Dattelbüschel; und Weinhaine; und den Olivenbaum und den Granatapfel: einander ähnlich und doch verschieden. Schaut auf ihre Früchte, wenn sie Frucht tragen und reifen.
And He it is who sends down water from the sky with which We bring forth plants of every type and out of these We bring forth verdure from which We bring forth grain piled tight, packed on one another; and out of the spathe of the palm tree, dates in thick clusters; and gardens of vines; and the olive tree, and the pomegranate: all so alike, and yet so different. Behold their fruit when they come to fruition and ripen.
Gewiss, darin liegen klare Zeichen für Menschen, die wirklich glauben. (99)
Surely in these there are clear signs for people who truly believe. (99)
Dennoch machen sie die Dschinn zu Gefährten Gottes, obwohl Er sie erschaffen hat; und in ihrer Unwissenheit erdichten sie Ihm Söhne und Töchter. Makellos ist Er und hoch erhaben über das, was sie Ihm zuschreiben. (100)
Yet they make the jinn equals with God, although He created them; and in their ignorance they invent for Him sons and daughters. Limitless is He in His glory, and sublimely exalted above all that which they attribute to Him. (100)
Er ist der Schöpfer der Himmel und der Erde. Wie könnte Er einen Sohn haben, wo Er doch keine Gefährtin hat? Er hat alles erschaffen, und Er hat umfassendes Wissen über alle Dinge. (101)
He is the Originator of the heavens and the earth. How can He have a child when He has never had a consort? He has created everything and has full knowledge of all things. (101)
So ist Gott, euer Herr; es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Schöpfer aller Dinge. So diene Ihm allein. Und Er ist der Sachwalter über alle Dinge. (102)
Such is God, your Lord; there is no deity other than Him, the Creator of all things, so worship Him alone. He is the Guardian of everything. (102)
Kein Sehvermögen vermag Ihn zu umfassen, wohingegen Er alles Sehen umfasst; Er ist über jegliches Begreifen erhaben und doch allwissend.
No power of vision can encompass Him, whereas He encompasses all vision; He is above all comprehension, yet is all-aware.
(103)
(103)
Gewiss, es sind euch Einsichten von eurem Herrn gekommen. Wer nun sehen will, tut es zu seinem eigenen Nutzen, und wer blind bleiben will, schadet nur sich selbst. Ich bin nicht euer Hüter. (104)
Means of insight have come to you from your Lord. Therefore, whoever chooses to see does so for his own good, and whoever chooses to remain blind only himself does he hurt. I am not your keeper. (104)
So erklären Wir Unsere Zeichen auf verschiedene Weise, damit sie sagen: „Du hast es studiert“, und damit Wir es denen, die Wissen besitzen, deutlich machen. (105)
Thus do We spell out Our revelations in diverse ways, that they may say, “You have studied this”, and that We may make it clear to people of knowledge. (105)
Folge dem, was dir von deinem Herrn offenbart wurde; es gibt keinen Gott außer Ihm, und wende dich von denen ab, die Gott Götter zur Seite stellen. (106)
Follow what has been revealed to you by your Lord, other than whom there is no deity, and turn your back on those who associate partners with God. (106)
Hätte Gott es so gewollt, hätten sie keine Götzen neben Ihm angebetet. Wir haben dich nicht als Hüter über sie gesetzt, und du bist nicht für sie verantwortlich. (107)
Had God so willed, they would not have associated partners with Him. We have not made you their keeper, nor are you responsible for them. (107)
Schmäht nicht diejenigen, die sie anstelle von Gott anrufen, sonst würden sie aus Feindseligkeit und Unwissenheit Gott schmähen. So haben Wir das Tun einer jeden Gemeinschaft in ihren Augen ausgeschmückt. Dann wird zu ihrem Herrn ihre Rückkehr sein, und Er wird ihnen kundtun, was sie zu tun pflegten. (108)
Do not revile those whom they invoke instead of God, lest they revile God out of spite, and in ignorance. Thus have We made the actions of every community seem goodly to them. Then to their Lord shall they all return, and He will explain to them all that they have been doing. (108)
Sie schwören bei Gott mit dem feierlichsten Eid, dass sie daran glauben würden, wenn ihnen ein Wunder gezeigt würde. Sprich: „Wunder stehen in Gottes Macht.“ Und was lässt dich wissen, dass sie, selbst wenn eines ihnen gezeigt wird, nicht dennoch nicht glauben werden?" (109)
They swear by God most solemnly that if a miracle be shown to them they would believe in it. Say: “Miracles are in God’s power.” For all you know, even if one is shown to them, they may still not believe? (109)
Wir werden ihre Herzen und Augen abwenden, da sie es beim ersten Mal nicht geglaubt haben.
We will turn their hearts and eyes away since they did not believe in it the first time.
Wir lassen sie in ihrer übermütigen Überheblichkeit ziellos umherirren. (110)
We shall leave them to blunder about in their overweening arrogance. (110)
Selbst wenn Wir Engel zu ihnen herabsenden und die Toten zu ihnen sprechen ließen und Wir ihnen alle Dinge versammelt vor Augen führten, würden sie dennoch nicht glauben, es sei denn, Gott wollte es. Doch die meisten von ihnen sind unwissend. (111)
Even if We were to send down angels to them, and if the dead were to speak to them, and even if We were to range all things before them, they would still not believe unless God so willed. Yet most of them are ignorant. (111)
Überblick
Overview
Hier müssen wir uns daran erinnern, was wir in unserem Prolog zu dieser Sūra gesagt haben.
We need to remind ourselves here of what we said in our Prologue to this sūrah.
Vor allem müssen wir uns daran erinnern, wie seine Wellen in einem endlosen Fluss dicht aufeinander folgen und wie seine Szenen in atemberaubender Pracht geschildert werden, verbunden mit einem überaus inspirierenden Rhythmus.
Most of all we need to remember how its waves follow close on the heels of each other in an endless flow, and how its scenes are portrayed in a breathtaking splendour, coupled with a superbly inspiring rhythm.
Diese Sure behandelt ihren Gegenstand auf eine einzigartige Weise. Bei jeder Wendung, in jeder Lage oder Szene stellt sie die ganze ehrfurchtgebietende Pracht des Dargestellten in scharfem Relief heraus und hält uns gebannt und atemlos. Wir folgen ihren Szenen und ihrem wechselnden, kraftvollen Rhythmus.
This sūrah tackles its subject matter in a unique way. At every turn, in every situation or scene, it brings out in sharp relief all the awesome splendour of what is being portrayed, keeping us spellbound, breathless. We follow its scenes and changing, powerful rhythm.
In seinem raschen Fluss aus Szenen, Eingebungen, Rhythmen, Bildern und Schattierungen gleicht es einem schnellen, breiten Strom mit weißem Wasser. Sobald eine Welle ihren Brechpunkt erreicht, folgt die nächste dicht auf, fast so, als griffe sie nach jener, die eben vorübergezogen ist. Der Fluss bleibt stetig und endlos.
In its quick flow of scenes, inspirations, rhythms, images and shades, it resembles a fast, wide river flowing with white water. As one wave reaches its breaking place, the next one follows very closely, almost reaching out to the one that has just gone by. The flow remains continuous, unending.
In jeder dieser fließenden und dicht aufeinanderfolgenden Wellen ist dieselbe reiche Pracht zu sehen. Und in allen dargestellten Szenen herrscht eine vorzügliche Harmonie.
In every one of these flowing and closely successive waves, the same rich splendour is there to see. And in all the scenes portrayed, we have superb harmony.
So sind wir restlos verzaubert: zunächst von den prachtvollen Szenen, dann von ihren lebendigen Bildern, der kraftvollen Musik, dem unnachahmlichen Ausdruck und dem Strom eindrucksvoller Stilmittel. Die Sure spricht das Herz und den Verstand des Menschen von allen Seiten und auf jede nur mögliche Weise an.
Thus, we are absolutely enchanted; first by the splendid scenes, then their lively images, the powerful music, the inimitable expression, the flood of inspiring figures of speech. The sūrah addresses man’s heart and mind from every angle and in every way possible.
Die frühen Zeichen des Lebens
The Early Signs Of Life
Es ist Gott, der das Korn und den Dattelkern spaltet. Er bringt das Lebendige aus dem Toten hervor und das Tote aus dem Lebendigen. Das ist Gott. Wie also lasst ihr euch von der Wahrheit abwenden? (Vers 95)
It is God who splits the grain and the fruit-stone. He brings forth the living out of that which is dead and the dead out of that which is alive. Such is God. How, then, are you deluded away from the truth? (Verse 95)
Dies ist das große Wunder, dessen Geheimnis allen Geschöpfen verborgen bleibt und das von niemandem nachgeahmt werden kann. Es ist das Wunder des Lebens, seines Beginns und seines Fortschreitens.29
This is the great miracle whose secret remains unknown to all creatures and which cannot be emulated by anyone. This is the miracle of life, its initiation and progress.29
In jedem Augenblick spaltet sich ein Korn oder ein Samen auf, um einen Pflanzentrieb und eine Frucht hervorzubringen, und ein Kern bricht auf, um das Leben eines Baumes zu beginnen. Dieses Leben, das im Samen, im Korn und im Kern verborgen bleibt und das sich in Pflanze und Baum zeigt, ist sowohl seiner Substanz als auch seinem Ursprung nach ein Geheimnis, das nur Gott bekannt ist. Obwohl die Menschheit alle verschiedenen Merkmale und Stadien des Lebens beobachtet hat, befindet sie sich heute in derselben Lage wie der erste Mensch auf der Erde. Wir kennen die äußeren Erscheinungsformen des Lebens und seinen Zweck, doch sein Ursprung und seine Substanz bleiben ein unbekanntes Geheimnis. Dennoch geht das Leben weiter, und das Wunder des Beginns des Lebens ereignet sich jede Sekunde.
At every moment, a grain or seed splits open to produce a shoot of plant and a fruit- stone breaks open to begin the life of a tree. This life which remains latent in the seed, grain and the fruit-stone, and which is evident in plant and tree remains, is in both substance and source, a secret which is known only to God. Having observed all the various characteristics and stages of life, mankind remains today in the same position as the first man on earth. We know the outer aspects of life and its purpose, but its source and substance remain an unknown secret. Yet life goes on and the miracle of starting life occurs every second.
Ganz am Anfang brachte Gott das Lebendige aus dem Toten hervor. Das Universum, zumindest unser Planet Erde, existierte, doch es gab kein Leben darauf. Dann begann das Leben, nachdem Gott es aus etwas Totem hervorgebracht hatte. Wie Er das tat, wissen wir gewiss nicht. Seit jenem Augenblick wird Lebendiges aus dem Toten geschaffen. Tote Partikel werden in jedem Moment durch Lebewesen in organische lebende Substanzen umgewandelt, die Teil lebender Körper werden. Obwohl sie ursprünglich tote Partikel sind, werden sie zu lebenden Zellen. Auch der umgekehrte Vorgang findet statt. In jedem Augenblick werden lebende Zellen zu toten Partikeln, bis eines Tages ein vollständiges Lebewesen zu einem toten Körper wird. „Er bringt das Lebendige aus dem Toten hervor und das Tote aus dem Lebendigen." (Vers 95)
29 Atheisten machen heutzutage ein großes Aufheben um die Fähigkeit des Menschen, einige Substanzen herzustellen, die bis vor kurzem nur durch Vorgänge innerhalb eines lebenden Wesens hätten entstehen können. Sie sollten wissen, dass zwischen einer organischen Substanz und einem lebendigen Wesen ein großer Unterschied besteht. Außerdem ist diese verarbeitete Substanz aus Material hergestellt, das von Gott erschaffen wurde. Menschen werden niemals in der Lage sein, sie selbst zu erschaffen. — Anmerkung des Autors.
29 Atheists nowadays make a great fuss about man's ability to produce some substances which until recently could not have been produced except through interactions taking place within a living creature. They should know that there is a great difference between an organic substance and a living one. Moreover, this processed substance has been made out of material that has been created by God. Human beings will never be able to create it themselves. — Author's note.
Dieser Text wurde Anfang der 1960er Jahre geschrieben, also vor den jüngsten Entwicklungen in verschiedenen Bereichen der Lebenswissenschaften und den neuen Techniken der Gentechnik. Dennoch ist seine Sichtweise gültig, denn keine dieser Techniken versucht irgendetwas, das der Schöpfung nahekommt, nicht einmal das Klonen. Diese Techniken stützen sich darauf, das von Gott Geschaffene zu nutzen, um den Prozess der Fortpflanzung zu verändern. — Anmerkung der Herausgeber.
This was written in the early 1960s, before the recent developments in various aspects of life study and the new techniques in genetic engineering. Still his view is valid, as none of these techniques attempts anything close to creation, not even cloning. These techniques rely on using what is created by God to modify the process of reproduction. — Editor's note.
Dies ist ein philosophischer Ausdruck, den der Autor verwendet, da er Teil seiner Kultur ist. Ein Muslim bezeichnet Gott, den Erhabenen, nur mit den Eigenschaften, die Er selbst dargelegt hat. — Anmerkung des Autors.
30 This is a philosophical expression used by the author as it is part of his culture. A Muslim does not refer to God Almighty except by the attributes He has outlined. — Author's note.
31 Frank Allen, „The Origin of the World — By Chance or Design?“ in The Evidence of God in an expanding Universe (herausgegeben von John Clover Monsma), G.P. Putnam's Sons, New York, 1958, S. 23–4.
31 Frank Allen, "The Origin of the World — By Chance or Design?" in The Evidence of God in an expanding Universe, (edited by John Clover Monsma), G.P. Putnam's Sons, New York, 1958, pp. 23-4.
Perfektionismus in seiner besten Form
Perfectionism At Its Best
Er ist es, der den Morgen anbrechen lässt. Er hat die Nacht zur Ruhe gemacht, und die Sonne und den Mond zur Berechnung der Zeit. All dies ist festgelegt durch den Willen des Allmächtigen, des Allwissenden. (Vers 96)
He is the One who causes the day to break. He has made the night to be [a source of stillness], and the sun and the moon for reckoning. All this is laid down by the will of the Almighty, the All-Knowing. (Verse 96)
Er ist es, der das Korn und den Dattelkern spaltet, und Er ist es, der den Anbruch des Morgens hervorbringt. Er hat die Nacht zu einer Zeit der Ruhe für die Lebewesen bestimmt.
He who splits the grain and the fruit-stone is the One who causes the break of dawn. He has made the night a period of time when living things have their repose.
Außerdem hat Er der Sonne und dem Mond Umlaufbahnen gegeben, die mit großer Genauigkeit berechnet werden können. Es ist Seine Macht, die alles im Universum lenkt. Sein Wissen entgeht nichts.
Moreover, He has given the sun and the moon cycles that can be calculated with great accuracy. It is His power that controls everything in the universe. His knowledge overlooks nothing.
Im arabischen Text wird für den Anbruch der Morgendämmerung dasselbe Wort verwendet, das auch das Aufspalten von Körnern und Obstkernen beschreibt. Das Leben beginnt sich auszubreiten infolge des Anbrechens der Morgendämmerung, so wie eine Pflanze aus einem aufgespaltenen Korn hervorsprießt.
In the Arabic text the word used to denote the break of dawn is the same that describes the splitting of grains and fruit-stones. Life begins to spread as a result of dawn breaking in the same way as a plant shoots out of a grain that has been split.
Aspekte von Kraft, Lebendigkeit und Schönheit sind beiden Phänomenen gemeinsam. Darüber hinaus besteht zwischen diesen beiden Phänomenen und der Stille der Nacht eine zusätzliche Verbindung.
Aspects of vigour, liveliness and beauty are common to both phenomena. Moreover, there is an added link between these two phenomena and the stillness of the night.
Die Zyklen von Morgen und Abend, von Aktivität und Ruhe auf diesem Planeten haben einen unmittelbaren Einfluss auf Pflanzen und Leben. Dass sich die Erde um ihre eigene Achse vor der Sonne dreht, die Größen, die der Sonne und dem Mond zugewiesen sind, die Entfernungen zwischen ihnen und der Erde sowie die Temperatur der Sonne sind alle vom Allmächtigen bestimmt, der die volle Kontrolle über alle Dinge hat und dessen Wissen fehlerlos ist. Wären diese anders, so wäre das Leben auf dieser Erde nicht in dieser Weise entstanden. Wir hätten keine Pflanzen und Bäume, die aus Körnern und Obstkernen hervorsprießen.
34 Frank Allen, Evidence of God in an Expanding Universe, ebd., S. 20–21.
34 Frank Allen, Evidence of God in an Expanding Universe, ibid., pp. 20-1.
Das immer erneuerbare Wunder der Schöpfung
The Ever-Renewable Miracle Of Creation
Die Sure beginnt nun, unsere Aufmerksamkeit auf Lebensszenen zu lenken, wie sie sich überall um uns herum eröffnen. Wir sehen das Leben mit unseren Augen und spüren, wie es aufquillt. Während wir darüber nachsinnen, erkennen wir die Schönheit der Schöpfung Gottes. Die Sure stellt diese Szenen so dar, wie sie tatsächlich sind. Sie lenkt unsere Aufmerksamkeit auf das, was sie an den verschiedenen Stufen, Gestalten und Formen des Lebens zeigen. All dies vermittelt uns ein sehr deutliches Bewusstsein davon, wie das Leben wächst und sich ausbreitet, und ebenso von der Macht, die das Leben hervorbringt. Es weckt außerdem in uns ein starkes Verlangen, die Schönheit des Lebens zu betrachten und zu genießen.
The sūrah now begins to draw our attention to scenes of life as they open up everywhere around us. We see life with our eyes and feel it as it springs out. As we contemplate it, we see the beauty of God’s creation. The sūrah portrays these scenes as they actually are. It draws our attention to what they show of the various stages, shapes and forms of life. All this gives us a very distinct awareness of life as it grows and spreads, and also of the power that originates life. It also gives us a strong desire to look at and enjoy the beauty of life.
Und Er ist es, der Wasser vom Himmel herabsendet, und damit lassen Wir Pflanzen jeglicher Art hervorsprießen, und aus diesen lassen Wir Grünes hervorbringen, aus dem Wir dicht gedrängte Körner hervorbringen, übereinander geschichtet; und aus der Blütenscheide der Dattelpalme Datteln in dichten Büscheln; und Weingärten; und den Olivenbaum und den Granatapfel: einander so ähnlich und doch so verschieden. Schaut auf ihre Früchte, wenn sie Frucht tragen und reifen. Gewiss, darin sind klare Zeichen für Menschen, die wahrhaft glauben. (Vers 99)
And He it is who sends down water from the sky with which We bring forth plants of every type and out of these We bring forth verdure from which We bring forth grain piled tight, packed on one another; and out of the spathe of the palm tree, dates in thick clusters; and gardens of vines; and the olive tree, and the pomegranate: all so alike, and yet so different. Behold their fruit when they come to fruition and ripen. Surely in these there are clear signs for people who truly believe. (Verse 99)
Im Qur'an wird das Wasser häufig im Zusammenhang mit Leben und Pflanzenwelt erwähnt: „Und Er ist es, der vom Himmel Wasser herabsendet, durch das Wir Pflanzen jeder Art hervorbringen." (Vers 99) Dass Wasser für das Wachstum jeder Pflanzenart notwendig ist, wissen alle Menschen, ob sie primitiv oder zivilisiert, ungebildet oder gebildet sind. Doch das Wasser spielt eine weit größere und bedeutendere Rolle als diese, und der Qur'an erinnert hier daran. Durch Gottes Willen war das Wasser maßgeblich daran beteiligt, dass die Oberfläche der Erde zu jener Art von Boden wurde, die wir kennen und die Pflanzen tragen kann.
Ein klares Verständnis vom Schöpfer
A Clear Concept Of The Creator
Die Sura stellt diese Anschuldigungen der absoluten Wahrheit Gottes gegenüber. Sie führt ihre Argumente gegen diese Missverständnisse so, dass deren Hohlheit offenbar wird: „Er ist der Urheber der Himmel und der Erde. Wie könnte Er ein Kind haben, da Er doch keine Gefährtin hatte? Er hat alles erschaffen und hat umfassendes Wissen über alle Dinge.“ (Vers 101)
The sūrah puts these allegations face to face against the absolute truth of God. It makes its arguments against these misconceptions in such a way that reveals how hollow they are: “He is the Originator of the heavens and the earth. How can He have a child when He has never had a consort? He has created everything and has full knowledge of all things.” (Verse 101)
Derjenige, der das gesamte Universum aus dem Nichts erschafft, bedarf keines Sohnes.
He who originates the whole universe out of nothing is in no need of a son.
Nachkommen werden von Sterblichen als Verlängerung ihrer Existenz benötigt, und sie werden von den Schwachen benötigt, die Hilfe wollen, und von den Stumpfen, die nichts erfinden können.
Offspring are needed by mortals as an extension of their existence and they are needed by the weak who want help and by the dull who can invent nothing.
Außerdem waren jene Erfinder sich darüber im Klaren, wie Fortpflanzung vonstattengeht. Wer Nachkommen wünscht, muss einen Partner oder eine Gefährtin aus seiner eigenen Art haben. Wie kann Gott dann einen Sohn haben, wo Er doch nie eine Gefährtin hatte und wo Er Einer, Einzig und Einmalig ist und keinerlei Ähnlichkeit mit irgendjemandem oder irgendetwas hat? Wie kann überhaupt ein Nachkomme ohne einen Partner geboren werden?
Moreover, those inventors were aware of how procreation takes place. Anyone who desires offspring must have a mate or a female consort from his own species. How, then, can God have a son when He has never had a consort, and when He is one, single, and has no similarities with anyone or anything? How can any offspring be born without a mate?
Hier bedient sich die Sure eines allgemein anerkannten Sachverhalts, um ihren Verstand anzusprechen, indem sie ihnen Beispiele gibt, die mit ihrem eigenen Leben und dem zusammenhängen, was sie um sich herum sehen. Darüber hinaus legt die Sure besonderen Nachdruck auf die Tatsache, dass alle Wesen erschaffen sind, um jede Andeutung einer Vielzahl von Göttern zurückzuweisen. Das Geschaffene kann niemals ein Teilhaber des Schöpfers sein. Das Wesen des Schöpfers und das der Geschöpfe sind völlig verschieden. Die Sure spricht vom Wissen Gottes als absolut, während das Wissen der Ungläubigen auf Wahn und Mutmaßung beruht: „Er hat alles erschaffen und hat volles Wissen über alle Dinge.“ (Vers 101)
35 Wir haben bereits gesagt, dass alle Schlussfolgerungen der Wissenschaft im Bereich der Wahrscheinlichkeit verbleiben. Wir verwenden diese Zitate nicht, um die Wahrheit des Islam zu beweisen. Wir führen sie lediglich als Gegenargument für diejenigen an, die sich nur auf die Wissenschaft verlassen. — Anmerkung des Autors.
35 We have already said that all conclusions made by science remain within the sphere of probability. We do not use these quotations to prove the truth of Islam. We only put them as a counter argument for those who rely only on science. — Author's note.
36 J.C. Cothran, in „The Evidence of God in an Expanding Universe“, ebd., S. 41–2.
36 J.C. Cothran, in The Evidence of God in an Expanding Universe, ibid., pp. 41-2.
37 James Jeans, The Mysterious Universe, Cambridge University Press, 1931, S. 169.
37 James Jeans, The Mysterious Universe, Cambridge University Press, 1931, p. 169.
38 Frank Allen, in The Evidence of God in an Expanding Universe, a. a. O., S. 19-20.
38 Frank Allen, in The Evidence of God in an Expanding Universe, op. cit., pp. 19-20.
Die Entscheidung, blind zu bleiben
The Choice To Remain Blind
Die Sure lässt darauf eine Beschreibung Gottes folgen, die so mächtig ist, dass sie das ganze Wesen des Menschen mit Vorstellungen erfüllt, die ich für mit keiner menschlichen Sprache beschreibbar halte. Lassen wir diese Eindrücke also entstehen, während wir die Szene betrachten, in der die tröstlichen Eigenschaften Gottes stärker hervortreten als Seine furchteinflößenden Eigenschaften: „Kein Sehvermögen kann Ihn umfassen, wohingegen Er alles Sehen umfasst; Er ist über alles Begreifen erhaben, und doch ist Er allwissend.“ (Vers 103)
The sūrah follows this with a description of God which is so powerful that it impresses man’s whole being with connotations which I believe to be indescribable by any human language. Let us then allow these impressions to formulate as we behold the scene which allows God’s reassuring attributes to be more prominent than His fear-inspiring attributes: “No power of vision can encompass Him, whereas He encompasses all vision; He is above all comprehension, yet is all-aware.” (Verse 103)
Diejenigen, die ihre Naivität dadurch zeigen, dass sie verlangen, Gott zu sehen, sind dieselben wie diejenigen, die ihre Arroganz dadurch zeigen, dass sie greifbare Beweise für Seine Existenz fordern. Keine der beiden Gruppen versteht, was sie sagt. Die Sinne und der Verstand des Menschen wurden geschaffen, damit er mit der Welt um sich herum in Wechselwirkung treten, seine Aufgabe erfüllen kann, menschliches Leben auf der Erde aufzubauen, und beobachten und begreifen kann, was die Welt und das Universum an Hinweisen auf Gottes Existenz und Sein Wirken enthalten. Über das Wesen Gottes selbst wurde ihnen die Fähigkeit, es zu erfassen, nicht gegeben, denn ein geschaffener Sterblicher kann das Ewige und Unvergängliche nicht begreifen. Zudem ist ein solches Begreifen keine notwendige Voraussetzung dafür, dass sie ihre Aufgabe auf Erden erfüllen. Ihnen wurde tatsächlich alles gegeben, was sie zu ihrer Erfüllung benötigen, und sie sind dafür vollständig ausgestattet.
Those who demonstrate their naivety by demanding to see God are the same as those who demonstrate their arrogance by demanding tangible evidence of His existence. Neither group understand what they say. The senses and mental faculties of human beings have been created so that they can interact with the world around them, fulfil their task of building human life on earth, and observe and understand what the world and the universe contain of pointers to God’s existence and His work. As for the nature of God Himself, they have not been given the power to conceive of it, because a created mortal cannot comprehend what is ever present and immortal. Besides, such comprehension is not an essential requirement for them to fulfil their task on earth. They have, indeed, been given what they need for its fulfilment and are fully equipped for the same.
39 Der Autor hat dies in den frühen 1960er Jahren geschrieben. — Anmerkung des Herausgebers.
39 The author wrote this in the early 1960s. — Editor's note.
Wohldefinierte Haltungen
Well-Defined Attitudes
Darauf folgt ein göttlicher Befehl an den Propheten ﷺ, dem zu folgen, was Gott ihm offenbart hat, und sich von heidnischen Menschen abzuwenden, die Gott Teilhaber zur Seite stellen. Er soll ihnen keine Beachtung schenken, auch nicht ihren belanglosen Streitereien, und sich nicht darum sorgen, dass sie seine Botschaft hartnäckig ablehnen. Seine Aufgabe ist es, seine Botschaft umzusetzen, indem er sein Leben und die Haltung seiner Anhänger auf der Grundlage der göttlichen Botschaft formt. Um die Ungläubigen soll er sich nicht kümmern: „Folge dem, was dir von deinem Herrn offenbart wurde; es gibt keinen Gott außer Ihm. Und wende dich ab von denen, die Gott Teilhaber zur Seite stellen.“ (Vers 106)
This is followed by a divine order to the Prophet to follow what God has revealed to him and to turn away from pagan people who associate partners with Him. He is not to pay any attention to them or their petty arguments and not to worry about their stubborn rejection of his message. His task is to implement his message by moulding his life and the attitudes of his followers on the basis of the divine message. He is to care nothing for the unbelievers: “Follow what has been revealed to you by your Lord, other than whom there is no deity, and turn your back on those who associate partners with God.” (Verse 106)
Hätte Gott es so gewollt, hätte Er ihnen Seine Rechtleitung aufgezwungen. Er hätte sie, wenn Er es gewollt hätte, auch so erschaffen können, dass sie keinen anderen Weg kennen als den Seiner Rechtleitung, so wie die Engel dazu bestimmt sind, Ihm stets zu gehorchen. Er hat den Menschen jedoch mit der Fähigkeit erschaffen, entweder der rechten Leitung oder dem Irrtum zu folgen. Er hat ihm die Wahl seines Weges überlassen und ihn für seine Wahl zur Rechenschaft gezogen. All dies geschieht selbstverständlich im Rahmen des absoluten freien Willens Gottes, der alles regiert, was im Universum geschieht, ohne einem Menschen eine Wahl aufzuzwingen. Gott hat den Menschen auf diese Weise zu einem Zweck erschaffen, den Er kennt. Er hat ihm eine Rolle zugedacht, die er mit seinen Fähigkeiten und Talenten spielen soll: „Hätte Gott es so gewollt, hätten sie Ihm keine Teilhaber beigesellt.“ (Vers 107)
Had God so willed, He would have imposed His guidance on them. He could, if He so willed, have created them knowing no way other than that of His guidance, in the same way as angels are bound always to obey Him. He, however, has created man with the ability to follow either right guidance or error. He has left him to choose his way and has held him accountable for his choice. All this is, of course, within the framework of God’s absolute free will which governs everything that occurs in the universe, without imposing a choice on any human being. God has created man in this fashion for a purpose He knows. He has a role to play assigned to him by God, using his abilities and talents: “Had God so willed, they would not have associated partners with Him.” (Verse 107)
Grundlegende Fakten über den Glauben und Gottes Macht
Basic Facts On Faith And God’s Power
Außerdem zeigen diese Verse einige grundlegende Tatsachen auf, die wir berücksichtigen müssen. Die erste dieser Tatsachen ist, dass das Annehmen oder Ablehnen des Glaubens, das Folgen der rechten Leitung oder das Verharren im Irrtum nicht davon abhängt, ob Beweise und Belege für die Wahrheit vorliegen. Die Wahrheit ist ihr eigener Beweis, und sie kann den menschlichen Verstand leicht dazu bewegen, sie anzunehmen und sich ihr mit Zuversicht zu unterwerfen. Es gibt Hindernisse, die einen Menschen davon abhalten können, die Wahrheit anzunehmen. Tatsächlich spricht Gott diese an, wenn Er sich an die Gläubigen wendet: „Wenn ihnen auch jedes Zeichen gezeigt würde [d. h. ein Wunder], würden sie doch nicht glauben? Wir werden ihre Herzen und Augen abwenden, da sie es beim ersten Mal nicht geglaubt haben."
Moreover, these verses outline certain basic facts that we must consider. The first of these facts is that to accept the faith or to deny it, to follow the right guidance or to remain in error, does not depend on the provision of proofs and evidence of the truth. The truth is its own proof and it can easily prevail over the human mind to accept it and submit to it with reassurance. There are impediments that may prevent a person from accepting the truth. Indeed, God refers to these as He addresses the believers: “For all you know, even if one [i.e. a miracle] is shown to them, they may still not believe? We will turn their hearts and eyes away since they did not believe in it the first time.
„Wir werden sie in ihrer maßlosen Überheblichkeit taumeln lassen.“ (Verse 109-10)
We shall leave them to blunder about in their overweening arrogance.” (Verses 109-10)
Was sie beim ersten Mal davon abhielt, die göttliche Rechtleitung anzunehmen, könnte sich auch dann wiederholen, wenn ihnen ein Wunder gezeigt wird, sodass sie weiterhin in die Irre gehen und die Rechtleitung ablehnen könnten.
What prevented them the first time round from accepting divine guidance could happen again even after a miracle is shown them, and they could, thus, continue to go astray and reject guidance.
Die Hinweise auf den Glauben liegen verborgen im Menschen selbst und sind der Wahrheit selbst innewohnend. Sie beziehen sich auf keinen äußeren Faktor. Es ist daher unerlässlich, dass das Herz des Menschen von allen äußeren Faktoren gereinigt wird, die seine Annahme des Glaubens behindern.
The pointers to faith are latent within man himself and are inherent within the truth itself. They do not relate to any external factor. It is imperative, therefore, that man’s heart is purged of all external factors impeding its acceptance of the faith.