Wenn die Ungläubigen dich sehen, machen sie dich zum Ziel ihres Spotts und sagen [untereinander]: „Ist das etwa derjenige, der gegen eure Götter redet?“ Dabei sind gerade sie es, die bei der Erwähnung des Allerbarmers bereitwillig leugnen. {Sure 21:36}
When the unbelievers see you, they make you the target of their mockery, saying [to one another], Is this the one who speaks against your gods?’ Yet they are the ones who, at the mention of the Most Merciful, are quick to deny Him. (Verse 36)
Die Ungläubigen leugnen sogar die Existenz Gottes, des Allerbarmers, der das Universum erschaffen und die Gesetze festgelegt hat, nach denen es funktioniert und durch die sein Fortbestehen erhalten wird. Sie stören sich daran, dass der Gesandte Gottes, Muhammad ﷺ, gegen ihre Gottheiten auftritt und zeigt, dass diese leblosen Götzen nutzlos sind. Doch sie selbst leugnen Gott, den Allerbarmer, in dreister Weise. Welch seltsamer Widerspruch! Sie überschütten den Gesandten Gottes ﷺ mit Schmähungen und Spott und erklären es für unannehmbar, dass er ihre Götzendienerei kritisiert. Sie sagen zueinander: „Ist dies der, der gegen eure Götter redet?“ (Vers 36) Doch sie, die Geschöpfe Gottes, finden nichts Verwerfliches an der Überheblichkeit, die sie dazu bringt, Gottes Existenz zu leugnen und den Koran zurückzuweisen, den Er ihnen offenbart hat. Die Ironie ihrer Haltung offenbart in vollem Umfang die weitreichende Verderbtheit, die ihre Natur befallen hat und ihr Urteilsvermögen beeinträchtigt.
The unbelievers deny the very existence of God, the Most Merciful, who has created the universe and set the rules that operate in it and sustain its existence. They object to the fact that God’s Messenger, Muhammad (peace be upon him), speaks out against their deities, showing such inanimate idols to be useless. Yet they themselves rudely deny God, the Most Merciful. How singular! They hurl abuse and mockery at God’s Messenger, saying that it is unacceptable that he should criticize their idol worship. They say to one another: “Is this the one who speaks against your gods?” (Verse 36) Yet they, creatures of God as they are, find nothing wrong with the arrogance that leads them to deny God’s existence and reject the Qur’ān He has revealed to them. The irony of their attitude exposes to the full the far- reaching corruption that affects their nature and impairs their judgement.
Außerdem versuchen sie, die Strafe, vor der der Prophet ﷺ sie warnt, herbeizubeschleunigen. Denn der Mensch ist von Natur aus hastig: „Der Mensch ist ein Geschöpf der Eile. Ich werde euch Meine Zeichen zeigen.“
What is more, they try to hasten the punishment against which the Prophet warns them. For, by nature, man is hasty: “Man is a creature of haste. I shall show you My signs:
„Und frage Mich nicht, sie zu beschleunigen. Sie sagen: ‚Wann soll dieses Versprechen erfüllt werden, wenn ihr die Wahrheit sprecht?‘“ (Verse 37-38)
do not, then, ask Me to hurry them on. They say: ‘When is this promise to be fulfilled, if what you say be true?’” (Verses 37-38)
„Der Mensch ist ein Geschöpf der Hast.“ Die Hast ist in der Natur und Beschaffenheit des Menschen selbst angelegt.
“Man is a creature of haste.” Haste is present in man’s very nature and constitution.
Er richtet seinen Blick stets auf das, was vor ihm liegt, weit über den gegenwärtigen Augenblick hinaus, und er strebt danach, es mit eigener Hand zu ergreifen. Er möchte in dem Moment, in dem es ihm in den Sinn kommt, alles erreichen, was ihm wünschenswert erscheint. Er möchte alles sehen, was ihm versprochen ist, auch wenn es zu seinem Schaden sein mag. So ist die Natur des Menschen, es sei denn, er knüpft eine feste Beziehung zu Gott, die ihm Kraft und Zuversicht schenkt. Dann vertraut er auf Gottes Weisheit und lässt Seinen Willen seinen Lauf nehmen, ohne die Ereignisse zu beschleunigen. Denn der Glaube verbindet Vertrauen mit Geduld und Zuversicht.
He always stretches his eyes to what lies ahead, beyond the present moment, aiming to grasp it with his own hand. He wants to achieve, the moment it flashes in his mind, all that seems desirable. He wants to see all that is promised to him, even though it may be to his detriment. Such is man’s nature, unless he establishes a firm relationship with God which gives him strength and reassurance. He will then trust to God’s wisdom, leaving His will to run its course without hastening events. For faith combines trust with patience and reassurance.
Diese Ungläubigen beschleunigten Gottes Strafe und fragten, wann das Strafversprechen sowohl im Jenseits als auch in diesem Leben erfüllt würde. Der Qur'ān zeichnet hier für sie ein Bild des Leidens im Jenseits und warnt sie zugleich vor einer ähnlichen Strafe, wie sie jene früheren Gemeinschaften getroffen hat, die den Glauben zurückwiesen: „Wenn doch die Ungläubigen wüssten [dass] eine Zeit kommen wird, in der sie ihre Gesichter und ihre Rücken nicht vor dem Feuer schützen können; eine Zeit, in der sie keinen Beistand finden werden. Gewiss, es wird plötzlich über sie kommen und sie fassungslos machen. Sie werden es nicht abwenden können, und ihnen wird auch kein Aufschub gewährt werden. Schon vor deiner Zeit wurden andere Gesandte verspottet; doch diejenigen, die sie verhöhnten, wurden [am Ende] von eben dem überwältigt, was sie verspottet hatten.“ (Verse 39–41)
Those unbelievers hastened God’s punishment, wondering when the promise of punishment in the hereafter, as well as in this life, would be fulfilled. The Qur’ān paints here for them a scene of the suffering in the hereafter, while also warning them against a similar punishment to that which befell earlier communities which rejected the faith: “If only the unbelievers knew [that there will come] a time when they will not be able to shield their faces and their backs from the fire; a time when they will find no support. Indeed, it will come upon them of a sudden, and will stupefy them. They will be unable to avert it, nor will they be allowed any respite. Other messengers were derided before your time; but those who scoffed at them were [in the end] overwhelmed by the very thing that they derided.” (Verses 39-41)
Wenn die Ungläubigen nur wüssten, was geschehen wird, würden sie ihre Haltung vollständig ändern. Sie würden mit ihrem Spott und ihrem Drängen auf das, was unausweichlich kommen wird, aufhören.
If the unbelievers only knew what will happen, they would change their attitude completely. They would stop their mockery and hastening of what is bound to come.
Lass sie doch sehen, was ihnen bevorsteht. Dort sind sie von allen Seiten vom Feuer umgeben. Wir stellen uns ihre verzweifelten Bewegungen vor, die im Vers nur angedeutet sind: wie sie versuchen, ihre Gesichter und ihre Rücken vor dem Feuer zu schützen, doch ihr Bemühen ist vergeblich. Es ist, als umschlösse sie das Feuer von allen Seiten. Sie können es weder von sich abwehren noch sich zurückziehen, um Schutz zu suchen. Selbst eine kurze Atempause davon ist nicht möglich.
Let them, then, see what is bound to come. There they are surrounded by the fire on all sides. We visualize their frantic movements, described implicitly in the verse, to protect their faces and their backs against the fire, but their attempt is futile. It is as if the fire engulfs them on all sides. They can neither keep it away from themselves, nor retreat to seek protection. Nor is even a short respite from it possible.
Dass die Strafe plötzlich kommt, ist nur die Antwort auf ihre Eile, sie herbeizuführen.
That the punishment comes suddenly is only the response for their hastening it.
Sie pflegten immer wieder zu sagen: „Wann wird dieses Versprechen erfüllt werden, wenn ihr die Wahrheit sprecht?“ (Vers 38) Die Antwort lautet, dass es plötzlich kommt, ihre Sinne verwirrt und ihren Willen lähmt. So sind sie weder imstande zu denken noch zu handeln, geschweige denn, eine Frist der Gnade zu genießen, um ihr Verhalten zu bessern.
They used to say time after time: “When is this promise to be fulfilled, if what you say be true?” (Verse 38) The answer is that it comes suddenly, perplexing their minds and paralysing their will. Thus they are unable to think or act, let alone enjoy a period of grace to mend their ways.
Dies gilt für die Strafe im Jenseits. Was die Strafe in dieser Welt betrifft, so traf sie gewiss jene Gemeinschaften, die vor ihnen die Gesandten Gottes verspotteten. So wie jene Gemeinschaften nicht imstande waren, eine Strafe abzuwenden, die sie vollständig vernichtete, so sind auch diese Ungläubigen nicht imstande, ihre Niederlage und Gefangenschaft abzuwenden. Sie werden daher davor gewarnt, den Gesandten Gottes ﷺ zu verhöhnen, um der Strafe zu entgehen, die diejenigen trifft, die Propheten verspotten. Solches Schicksal und solche Strafe werden unweigerlich eintreten, denn sie gehören zum Gesetz Gottes, das zwangsläufig in Kraft tritt, wie die Vernichtung früherer Gemeinschaften, die sich desselben Vergehens schuldig gemacht hatten, beweist.
This applies to the punishment in the hereafter. As for this world’s punishment, it certainly befell communities before them which ridiculed God’s messengers. Just like those communities were unable to ward off a punishment that wiped them out altogether, so these unbelievers are unable to avert their defeat and captivity. They are thus warned not to deride God’s Messenger, so as to avoid the punishment that befalls those who ridicule prophets. Such fate and punishment is bound to come, because it is part of God’s law which will inevitably take effect, just as the destruction of earlier communities, guilty of the same offence, proves.
Oder haben sie jemand anderen als Gott, der sie bei Nacht und bei Tag beschützt und dafür sorgt, dass sie weder in diesem Leben noch im Jenseits eine Strafe erleiden werden?
„Sprich: ‚Wer könnte euch bei Nacht oder bei Tag vor dem Allerbarmer beschützen?‘ Doch vor der Ermahnung ihres Herrn wenden sie sich hartnäckig ab. Haben sie Götter außer Uns, die sie beschützen? Jene [vermeintlichen Gottheiten] können nicht einmal sich selbst helfen, noch können sie von Uns Gefährten erhalten.“ (Verse 42-43)
Or is it that they have someone other than God who protects them by night and day, ensuring that they will suffer no punishment either in this life or in the life to come? “Say: ‘Who could protect you, by night or by day, from the Most Merciful?’ Yet, from the remembrance of their Lord do they stubbornly turn away. Do they have gods other than Us to protect them? Those [alleged deities] are not even able to succour themselves, nor can they be given company by Us.” (Verses 42-43)
Es ist Gott, der über jede Seele bei Nacht und bei Tag wacht. Er ist der Allbarmherzige.
It is God who watches over every soul by night and day. He is the Most Merciful.
Gewiss, unendliche Barmherzigkeit ist Seine große Eigenschaft. Außer Ihm gibt es niemanden, der über irgendjemanden wacht oder ihn beschützt. Kennen die Ungläubigen denn jemand anderen, der sie beschützen kann?
Indeed, infinite mercy is His great attribute. Other than Him there is no one to watch over or protect anyone. Do the unbelievers know anyone else who can protect them?
Es ist eine rhetorische Frage, die sie dafür tadelt, dass sie sich von Gott abwenden, obwohl Er doch jederzeit über sie wacht: „Doch sie wenden sich vom Gedenken an ihren Herrn hartnäckig ab.“ (Vers 42)
It is a rhetorical question, one which rebukes them for their turning away from God when it is He who watches over them at all times: “Yet, from the remembrance of their Lord do they stubbornly turn away.” (Verse 42)
Dieselbe Frage wird ihnen erneut gestellt, diesmal in einer anderen Form: „Haben sie Götter außer Uns, die sie beschützen?“ (Vers 43) Könnten diese Götter diejenigen sein, die über sie wachen und sie beschützen? Das kann nicht sein, denn solche vermeintlichen Gottheiten „sind nicht einmal in der Lage, sich selbst zu helfen“, geschweige denn, jemand anderem Beistand und Schutz zu gewähren. Und sie „können auch nicht von Uns Gefährten erhalten“, um Kraft daraus zu schöpfen, auf der Seite des allmächtigen Gottes zu stehen. Eine solche Kraft schöpften Moses und Aaron, als ihr Herr zu ihnen sprach: „Fürchtet euch nicht. Ich werde mit euch sein: Ich höre alles und sehe alles.“ (20:46)
The same question is put to them again in a different form: “Do they have gods other than Us to protect them?” (Verse 43) Could these gods be the ones who watch over, and protect, them? This cannot be, because such alleged deities “are not even able to succour themselves,” let alone support and protect anyone else. “Nor can they be given company by Us,” to derive strength from being on God Almighty’s side. This is the sort of strength Moses and Aaron derived when their Lord said to them: “Have no fear. I shall be with you: I hear all and see all.” (20: 46)
Solche falschen Gottheiten besitzen keine eigene Macht. Sie haben keinen Zugang zur Macht Gottes. Daher sind sie völlig machtlos.
Such false deities do not have power of their own. They do not have access to God’s power. As such, they are utterly helpless.
Diese sarkastische Argumentation entlarvt die Absurdität der Glaubensvorstellungen der Ungläubigen. Daher hört die Sure auf, mit ihnen zu streiten, und fügt eine bewegende Note hinzu, die sie in ihren Herzen spüren. Sie lenkt sie dazu, über die Macht Gottes nachzudenken, der die Erde unter siegreichen Heeren zusammenfaltet. So schrumpft die Erde, sodass sie auf einen begrenzten Raum beschränkt werden, nachdem sie große Macht und Autorität ausgeübt haben. „Wir haben diesen und ihren Vätern erlaubt, die guten Dinge des Lebens über eine lange Zeit zu genießen. Sehen sie denn nicht, dass Wir das Land von seinen äußeren Grenzen her allmählich verringern? Sind sie es also, die siegen werden?“ (Vers 44)
This sarcastic argument exposes the absurdity of the unbelievers’ beliefs. Hence, the sūrah stops arguing with them, but adds a moving touch which they feel in their hearts. It directs them to reflect on God’s might as He folds the earth underneath triumphant armies. Thus the earth shrinks so that they are confined to a limited space, after they have wielded much power and authority. “We have allowed these, and their fathers, to enjoy the good things of life for a great length of time. Can they not see that We gradually reduce the land from its outlying borders? Is it they, then, who will triumph?” (Verse 44)
Was also ihre Natur verdorben hat, ist jener lange Genuss der guten Dinge des Lebens. Es ist der Luxus, der das Herz verdirbt und die Sinne abstumpfen lässt. Er führt zu einer Schwächung ihres Bewusstseins für Gott und zu einer Unfähigkeit, die Zeichen zu betrachten, die Er im Universum gesetzt hat und die auf Ihn hinweisen. Dies ist eine andere Art von Prüfung, die Gott den Menschen auferlegt, wobei der Wohlstand selbst das Mittel dieser Prüfung wird. Wenn ein Mensch zulässt, sich von Gott zu entfernen, und vergisst, dass Er die Quelle aller Segnungen ist, die er genießt, dann wird er diese Prüfung zwangsläufig nicht bestehen.
What has corrupted their nature, then, is that long enjoyment of the good things of life. It is luxury which corrupts the heart and stifles the senses. It leads to a weakening in their awareness of God and an inability to contemplate the signs He has placed in the universe, pointing to Him. This is a different kind of test God sets for human beings, making affluence the very means of this test. If a person allows himself to drift away from God, and forgets that He is the source of all the blessings he enjoys, then he is bound to fail this test.
So wirkt die Sure auf ihre Herzen, indem sie ihnen das Bild dessen vor Augen führt, was täglich irgendwo auf der Erde geschieht. Staaten, die einst Macht besaßen, beginnen ihren Griff zu verlieren und schwächer zu werden. Ihr Land schrumpft bald, denn sie werden in kleine Staaten zerteilt, wo sie einst große Reiche bildeten. Sie waren einst stark und siegreich; nun sind sie schwach und besiegt. Sie hatten große Heere und gewaltige Mittel; nun sind ihre Heere schwach und ihre Mittel dürftig.
Thus, the sūrah works on their hearts as it shows them the imagery of what occurs every day somewhere on earth. States that have had power begin to lose their grip and weaken. Their land soon shrinks as they are split into small states where once they formed great empires. They were once strong and triumphant; now they are weak and defeated. They had great armies and vast resources; now their armies are weak and their resources meagre.
In seinem unnachahmlichen Stil zeigt der Qur’ān die Hand Gottes, wie sie den einst weiten Raum zusammenfaltet, Grenzen einstürzen lässt und riesige Entfernungen verkürzt, in einer prächtigen Szene, die feine Bewegung und ehrfurchtgebietende Empfindungen miteinander verbindet. Dann fragt er rhetorisch: „Sind sie es etwa, die siegen werden?“ (Vers 44) Gilt also das, was anderen widerfährt, nicht auch für sie?
In its inimitable style, the Qur’ān shows God’s hand as it folds up the once vast space, making borders cave in, and reducing huge distances, in a splendid scene that combines fine movement and awesome feelings. It then asks rhetorically: “Is it they, then, who will triumph?” (Verse 44) Is it that what happens to others does not then apply to them?