Al-Zumar Die Scharen (Wie Trost die Not ablöst) 8-10
Al-Zumar The Throngs ( As Comfort Replaces Affliction ) 8-10
Wenn den Menschen ein Leid trifft, ruft er zu seinem Herrn und wendet sich an Ihn um Hilfe; doch sobald Er ihm aus Seiner Gnade eine Wohltat zuteilwerden lässt, vergisst er, was er zuvor angerufen und erbeten hatte, und behauptet, andere seien Gott gleich, und führt so andere von Seinem Weg in die Irre. Sprich [zu ihm]:
When man suffers affliction, he cries out to his Lord, turning to Him for help; but once He bestows upon him a favour by His grace, he forgets what he cried and prayed for earlier, and claims that others are equal to God, thus leading others astray from His path. Say [to him]:
„Erfreue dich eine Weile an deinem Unglauben, denn du gehörst zu denen, die zum Feuer bestimmt sind.“ (8)
‘Enjoy yourself for a while in your disbelief, for you are one of those destined to the fire.’ (8)
Ist etwa jemand, der die Nacht über in Niederwerfung und im Stehen Gottesdienst verrichtet, das Jenseits fürchtet und auf die Barmherzigkeit seines Herrn hofft, [gleich dem, der dies nicht tut]? Sprich: „Sind etwa diejenigen, die wissen, und diejenigen, die nicht wissen, gleich?“ Nur die mit Verstand Begabten lassen sich mahnen. (9)
How about one who devoutly worships God during the hours of the night prostrating himself or standing in prayer, ever mindful of the life to come, and hoping for his Lord’s mercy? Say: ‘Can those who know and those who do not know be deemed equal?’ Only those who are endowed with insight will take heed. (9)
„Sprich: ‚[So spricht Gott:] Ihr Meine Diener, die ihr glaubt! Fürchtet euren Herrn! Denen, die in dieser Welt Gutes tun, wird eine gute Belohnung zuteil. Weit ist die Erde Gottes. Denen, die in Widrigkeiten geduldig sind, wird ihr Lohn in voller Höhe gegeben werden, ohne Berechnung.‘“ (10)
Say: ‘[Thus speaks God:] You servants of Mine who believe! Fear your Lord! Those who do good in this world will have a good reward. Wide is God’s earth. Those who are patient in adversity will be given their reward in full, beyond reckoning.’ (10)
Überblick
Overview
Die erste Passage berührte die Herzen der Menschen, indem sie ihnen von ihrer Existenz erzählte: dass sie alle aus einer einzigen Seele erschaffen wurden und dass auch ihr Gefährte aus ihr erschaffen wurde.
The first passage touched people’s hearts by telling them about their existence, how they are all created from a single soul and how its mate was also created from it.
Es berichtete ihnen von der Erschaffung der Tiere in Paaren und davon, wie der Mensch in drei Finsternissen im Bauch seiner Mutter erschaffen wird. Es streifte auch, wie die Hand Gottes ihnen ihre menschlichen Eigenschaften sowie ihre Fähigkeit zu wachsen und sich zu entwickeln verlieh.
It told them about the creation of animals in pairs, and how man is created in three depths of darkness inside the mother’s belly. It touched on how God’s hand gave them their human characteristics and their ability to grow and develop.
Nun berührt die Sure ihre Herzen erneut, indem sie ihnen ihre Zustände in Zeiten der Not und in Zeiten des Wohlergehens vor Augen führt. Sie zeigt ihnen, wie sie prahlen und wie sie in ihrer Schwäche von einem Zustand in den anderen schwanken. Beständig sind sie nur dann, wenn sie ihre Verbindung zu Gott aufrechterhalten und sich vor Ihm demütigen. Dann werden sie die Wahrheit erkennen und ihren Weg kennen. Dann werden sie auch in der Lage sein, aus ihren menschlichen Eigenschaften Nutzen zu ziehen.
Now the sūrah touches their hearts again as it shows them their conditions in times of hardship and times of ease. It shows them how they boast and how, in their weakness, they swing from one condition to another. They are consistent only when they maintain their bond with God and humble themselves before Him. They will then know the truth and know their way. They will also then be able to benefit from their human characteristics.
Kurzer Genuss
Brief Enjoyment
Wenn den Menschen ein Leid trifft, ruft er seinen Herrn an und wendet sich Ihm um Hilfe zu; doch sobald Er ihm aus Seiner Gnade eine Wohltat erweist, vergisst er, was er zuvor angerufen und erbeten hat, und behauptet, andere seien Gott gleich, und so verführt er andere von Seinem Weg. Sprich [zu ihm]: „Genieße für kurze Zeit deinen Unglauben; denn du gehörst zu den Bewohnern des Feuers.“ (Vers 8)
When man suffers affliction, he cries out to his Lord, turning to Him for help; but once He bestows upon him a favour by His grace, he forgets what he cried and prayed for earlier, and claims that others are equal to God, thus leading others astray from His path. Say [to him]: Enjoy yourself a while in your disbelief; for you are one of those destined to the fire.’ (Verse 8)
Die menschliche Natur zeigt sich nackt, wenn der Mensch von Widrigkeiten heimgesucht wird. Masken werden abgerissen, Hüllen entfernt, und die Täuschung verschwindet. In diesem Augenblick wendet sich die menschliche Natur allein ihrem Herrn zu, in dem Wissen, dass nur Er die Widrigkeit beseitigen kann. Sie erkennt, dass alle ihre Behauptungen, Gott habe Teilhaber, falsch sind.
Human nature appears naked when man suffers affliction. Masks are torn off, covers are removed and disillusionment disappears. At this point, human nature turns to its Lord alone knowing that only He can remove affliction. It realizes that all its claims about God having partners are false.
Wenn die Not vorüber ist und der Mensch sich im Genuss der überreichen Gunst Gottes wiederfindet, belastet er seine Natur von neuem mit Bergen falscher Einflüsse. Er vergisst seine inständigen Bitten zu Gott während der Zeit seiner Prüfung und übergeht nun sein Bekenntnis zur Einheit Gottes und dazu, dass allein Er es ist, der seine Not lindern kann. Er vergisst all dies und beginnt zu behaupten, andere seien Gott gleich. Diese vermeintlichen Gleichgestellten mögen Gottheiten sein, die der Mensch verehrt, so wie in den frühen Tagen der Dschahiliyya, oder sie mögen die Gestalt von Werten, Personen oder Umständen annehmen, denen er in seinem Bewusstsein einen Anteil an dem gibt, was allein Gott gebührt. Wir sehen dies in vielen dschahiliyyahaften Situationen, denen wir überall begegnen. So mag der Mensch seine Begierden, Neigungen, Hoffnungen, Ängste, seinen Reichtum, seine Kinder, Herrscher und Oberhäupter in gleicher Weise verehren wie Gott, oder sogar mit noch größerer Hingabe. Tatsächlich mag er sie mehr lieben als Gott. Polytheismus kann verschiedene Formen annehmen, von denen einige subtil sind. Die Menschen denken vielleicht nicht an diese als Polytheismus, weil sie nicht die vertraute Form der Anerkennung mehrerer Gottheiten annehmen; dennoch sind sie im Wesen polytheistisch.
When affliction is gone and man finds himself enjoying an abundance of God’s favours, he again burdens his nature with heaps of false influences. He forgets his earnest pleas to God during the time of his affliction, choosing now to overlook his acknowledgement of God’s oneness and that it is He alone who can relieve his hardship. He forgets all this and begins to claim that others are equal to God. These alleged equals may be deities man worships just like in the early days of jāhiliyyah, or they may be in the shape of values, persons, or situations to which he gives in his consciousness a share of what belongs exclusively to God. We see this in many of the jāhiliyyah situations we encounter everywhere. Thus man may worship his desires, inclinations, hopes, fears, wealth, children, rulers and chiefs in the same way as he worships God or even in greater devotion. In fact, he may love them more than he loves God. Polytheism can take different forms, some of which are subtle. People may not think of these as polytheism because they do not take the familiar form of acknowledging multiple deities; yet they are essentially polytheistic.
Es ist eine weite Erde
It’s A Wide Earth
Die Sure wendet sich dann an die Gläubigen und verpflichtet sie, gottesfürchtig zu bleiben und stets darauf zu achten, Gutes zu tun. Sie sollen ihr Leben auf dieser Erde, so kurz es auch ist, als Mittel nutzen, um sich den ewigen Lohn im Jenseits zu verdienen:
The sūrah then addresses the believers, requiring them to remain God-fearing and to ensure that they always do good. They should use their life on earth, short as it is, as a means to earn everlasting reward in the life to come:
[So spricht Gott:] Sprich: O Meine Diener, die ihr glaubt! Fürchtet euren Herrn! Denen, die in dieser Welt Gutes tun, wird eine gute Belohnung zuteil. Weit ist die Erde Gottes. Denen, die in Widrigkeiten geduldig ausharren, wird ihr Lohn in voller Höhe gegeben, ohne Berechnung. (10)
Say: [Thus speaks God] You servants of Mine who believe! Fear your Lord! Those who do good in this world will have a good reward. Wide is God’s earth. Those who are patient in adversity will be given their reward in full, beyond reckoning. (10)
Es ist wichtig, hier festzuhalten, wie der arabische Text formuliert ist. Die Worte in Klammern, „so spricht Gott“, stehen nicht im Text. Sie wurden hinzugefügt, um Verwirrung zu vermeiden.
It is important to note here how the Arabic text is phrased. The words between brackets, ‘thus speaks God’, are not in the text. They are added to remove confusion.
Der Originaltext lautet: „Sag zu Meinen Dienern“, doch der Prophet wird angewiesen, sie anzusprechen, denn eine Ansprache weckt die Aufmerksamkeit der Angesprochenen und macht sie sich stärker bewusst, was kommen wird. Wenn der Prophet ﷺ sie anspricht, ruft er sie nicht als seine Diener an, denn sie sind Gottes Diener, nicht seine. Das bedeutet, dass er sie im Namen Gottes anspricht und die Ansprache unmittelbar von Gott an sie richtet. Der Prophet ﷺ ist lediglich das Mittel, durch das die Ansprache übermittelt wird.
The text should originally read: “Say to My servants,” but the Prophet is made to address them, because an address alerts the addressees and makes them more aware of what is to come. When the Prophet addresses them, he does not call them as his servants, because they are God’s servants, not his. This means that he is addressing them in God’s name, making the address from God directly to them. The Prophet is merely the means by which the address is given.
„Sprich: [So spricht Gott:] Ihr Diener Meiner, die ihr glaubt! Fürchtet euren Herrn“ (Vers 10)
“Say: [Thus speaks God:] You servants of Mine who believe! Fear your Lord” (Verse 10)